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jzwm_germanabstract_v35n1_2004

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 1-7, 2004.

Titel: Orale, nasale und kutane eosinophile Granulome beim Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis); verschieden von der oberflächlichen nekrolytischen Dermatitis

Autoren: Allan P. Pessier, D.V.M., Linda Munson, D.V.M., Ph.D., R. Eric Miller, D.V.M.

University of Illinois Zoological Pathology Program, Loyola University Medical Center, Room 0745, Building 101, 2160 South First Street, Maywood, Illinois 60153, USA (Pessier); Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Munson); Department of Animal Health, Saint Louis Zoo, Forest Park, St. Louis, Missouri 63110, USA (Miller); Department of Veterinary Medicine and Surgery, University of Missouri College of Veterinary Medicine, Columbia, Missouri 65211, USA (Miller). Aktuelle Adresse (Pessier): Department of Pathology, Center for Reproduction of Endangered Species, Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112-0551, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Pessier.

Zusammenfassung: Orale, nasale und kutane Läsionen, die eosinophilen Granulomen (EG) ähneln, wurden bei acht Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) festgestellt. Alle Tiere hatten orale Läsionen, die sich am häufigsten hinter der hakenförmigen Oberlippe befanden. Typische klinische Symptome sind Blutungen aus Nase und Mund durch multilobulierte, verzweigte, proliferative Knoten mit ulzerativen Stellen. Bei der pathohistologischen Untersuchung waren markante eosinophile Infiltrate und selten Stellen mit Kollagendegeneration auf einem Hintergrund mit ausgeprägter Neovaskularisation der Submukosa und Dermis zu sehen. Hyperplasie der Schleimhaut und Epidermis war ebenfalls vorhanden und trat teilweise mit auffälliger Degeneration des Epithels auf, die der oberflächlichen nekrolytischen Dermatopathie des Spitzmaulnashorns entspricht. Es wurde bei solchen Veränderungen bemerkt, daß ein gleichzeitiges Auftreten von EG und der oberflächlichen nekrolytischen Dermatopathie vorlag. Bei drei Tieren heilten die EG-Veränderungen spontan in 30 Tagen bis 7 Monaten, waren aber rezidiv. Die EG-Veränderungen ließen sich mit Corticosteroiden oder lokaler Kryotherapie mit Flüssigstickstoff behandeln. Zwei Tiere starben an einer disseminierten Pilzinfektion nach systemischer Corticosteroidbehandlung; Corticosteroide sollen beim Spitzmaulnashorn vorsichtig angewendet werden.

Schlüsselwörter: Spitzmaulnashorn, Diceros bicornis, eosinophiles Granulom, oberflächliche nekrolytische Dermatopathie, ulzerative Dermatopathie.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 8-14, 2004.

Titel: Die Stressreaktion auf Veränderungen der Umwelt bei Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut

Autoren: Amy Wells, D.V.M., M.P.V.M., Karen A. Terio, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Michael H. Ziccardi, D.V.M., Ph.D., Linda Munson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Department of Pathology, Microbiology & Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA. Aktuelle Adresse (Terio): Zoological Pathology Program, University of Illinois, LUMC, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Terio.

Zusammenfassung: Die Population nordamerikanischer Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut ist wegen des hohen Vorkommens ungewöhnlicher Krankheiten sowie geringer Zuchterfolge nicht selbsterhaltend. Geparden werden häufig zu anderen zoologischen Gärten mit dem Ziel der Weiterzucht geschickt, um die genetische Vielfalt innerhalb dieser Population zu gewährleisten. Solche Veränderungen können Infertilität und Krankheiten auslösen. Corticoide im Kot wurden von 15 Geparden 14 Tage vor dem Transport und mindestens 30 Tage nach dem Transport gemessen. Für jedes Einzeltier wurden die Corticoidkonzentrationen vor dem Transport als Basiswert festgelegt und mit den Konzentrationen nach dem Transport verglichen. Im allgemeinen waren die Corticoidkonzentrationen nach dem Transport entweder erhöht (n = 8), unverändert (n = 2) oder erniedrigt (n = 5). Obwohl es Unterschiede bei individuellen Tieren gab, waren die Corticoidkonzentrationen für die meisten Tiere erhöht, die in ein Gehege gebracht wurden, zu dem der Öffentlichkeit Zugang hatte und erniedrigt für die Tiere, die in ein Gehege ohne Öffentlichkeitszugang kamen. Das Risiko erhöhter Corticoidkonzentration war 30 Tage lang nach dem Transport 18 mal so groß wie die doppelte Standardabweichung über den Basiswert für diejenigen Tiere, die zu einem Gehege mit Zugang für die Öffentlichkeit gezogen sind im Vergleich zu den Tieren, die zu Gehegen kamen ohne Zugang der Öffentlichkeit. Außerdem war die Variation zwischen den täglichen Corticoid-Meßwerten größer für die Tiere, die zu einem Gehege mit Öffentlichkeitszugang kamen. Im allgemeinen hatten die Tiere, die ursprünglich niedrigere Basiswerte hatten, eine größere Corticoidreaktion nach dem Ortswechsel als die Geparde mit ursprünglich höheren Basiswerten. Diese Ergebnisse deuten an, daß einige Geparde eine verlängerte Stressreaktion zeigen, wenn sie zu anderen Zoos transportiert werden, und die Größe und Merkmale dieser Reaktion werden von den Umwelteigenschaften beeinflusst.

Schlüsselwörter: Acinonyx jubatus, Gepard, Corticoide, fäkale Corticoide, Transport, Stress.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 15-19, 2004.

Titel: Behandlung von Spirochäten-Infektion und Gastritis bei südafrikanischen Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut mit Omeprazol, Metronidazol und Amoxicillin

Autoren: Emily Lane, B.V.Sc, Dipl. A.C.V.P.,Remo Lobetti, B.V.Sc., Dipl. E.C.V.I.M. (Internal Medicine), Richard Burroughs, B.Sc., B.V.Sc.

Department of Paraclinical Studies, Faculty of Veterinary Science, University of Pretoria, Private Bag X04, Onderstepoort 0110, South Africa (Lane); Bryanston Veterinary Hospital, P.O. Box 67092, Bryanston 2021, South Africa (Lobetti); and P.O. Box 254, Derdepark, South Africa (Burroughs). Aktuelle Adresse (Lane): P.O. Box 556, Derdepark 0035, South Africa. Korrespondenz bitte an Dr. Lane.

Zusammenfassung: Sechs Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut, bei denen schwere Gastritis bei der endoskopischen Untersuchung des Magens und histopathologischen Untersuchung der Magenschleimhaut diagnostiziert wurde, wurden mit Omeprazol, Metronidazol und Amoxicillin für 3 Wochen behandelt. Endoskopische Biopsien wurden vor der Behandlung, sofort nach der Behandlung und 3, 7 und 19 Monate nach der Behandlung durchgeführt. Das makroskopische Erscheinungsbild des Magens, der Grad der Entzündung und das Vorkommen oder Fehlen von spiralförmigen Bakterien wurde festgestellt. Spirochäten waren bei der histologischen Untersuchung gleich nach der Behandlung nicht vorhanden, konnten aber 3 Monate nach der Behandlung bei den endoskopischen Biopsien wieder beobachtet werden. Der Grad der Gastritis variierte während der Zeit der Studie stark, aber er verbesserte sich in fünf von sechs Geparden 3 Monate nach der Behandlung. Neunzehn Monate nach der Behandlung waren alle Parameter fast bei den Ursprungswerten von vor der Behandlung. Therapie mit Omeprazol, Metronidazol und Amoxicillin zeigte bei manchen Geparden mit Gastritis kurzfristige Verbesserung des Entzündungs- und Verbreitungsgrades im Magen. Diese Ergebnisse deuten an, daß die Behandlung nach Diagnostizierung schwerer Magenentzündung beim Gepard indiziert ist.

Schlüsselwörter: Gepard, Acinonyx jubatus, Helicobacter, Dreifachtherapie, Gastritis.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 20-24, 2004.

Titel: Physiologische Auswirkungen vom Stress durch Fangen und Festhalten wildlebender männlichen Grünen Meerkatzen (Cercopithecus aethiops)

Autoren: Mbaruk A. Suleman, B.V.M., Ph.D., Emmanuel Wango, B.V.M., Ph.D., Robert M. Sapolsky, B.Sc., Ph.D., Hesbon Odongo, Dipl. H.N., Jann Hau, M.D., Ph.D.

Institute of Primate Research, P.O. Box 24481, Karen, Nairobi, Kenya (Suleman); Department of Animal Physiology, University of Nairobi, Box 30197, Nairobi, Kenya (Wango, Odongo); Department of Biological Sciences, Stanford University, Stanford, California 94305-5020, USA (Sapolsky); Division of Comparative Medicine, Uppsala University, BMC, Box 570, S-751 23 Uppsala, Sweden (Hau). Korrespondenz bitte an Dr. Suleman.

Zusammenfassung: Nebennierendrüsengewicht, Magenschleimhautbefunde und Cortisol- und Prolaktinkonzentrationen im morgendlichen Serum wurden bei 15 jungen und ausgewachsenen männlichen Grünen Meerkatzen (Cercopithecus aethiops) untersucht, die durch einen Jäger erschossen wurden, nach 24 Stunden in Gefangenschaft eingeschläfert wurden oder nach 45 Tagen in Gefangenschaft mit periodischer Blutabnahme eingeschläfert wurden. Hormonkonzentrationen wurden zusätzlich in sieben Männchen gemessen, die seit 7 Monaten in Gefangenschaft lebten. Die mittlere Cortisolkonzentration war erheblich kleiner in wildlebenden Affen zum Zeitpunkt des Erschießens als in den Affen, die erst seit einem Tag in Gefangenschaft waren. Cortisolkonzentrationen waren erheblich höher bei wildgefangenen Affen am dem Tag, an dem sie gefangen wurden als bei den gleichen Affen 18 und 26 Tagen in Gefangenschaft. Cortisolkonzentrationen waren erheblich höher bei wildgefangenen Affen 18 Tage nachdem sie gefangen wurden als bei Affen, die an ihre Umwelt gewöhnt waren und seit 7 Monaten in Gefangenschaft lebten. Die mittlere Prolaktinkonzentration war erheblich kleiner bei den wildgefangenen Affen am zweiten Tag nach dem Einfangen, und die Konzentration erhöhte sich allmählich bis zum 45. Tag nach dem Einfangen. Die Prolaktinkonzentration war bei den Affen am höchsten, die seit 7 Monaten in Gefangenschaft waren.

Schlüsselwörter: Prolaktin, Hormon, Kortisol, Cercopithecus aethiops, Grüne Meerkatze, Stress.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 25-33, 2004.

Titel: Das Vorkommen von Mycoplasma agassizii und Herpesvirus in gefangenen Landschildkröten (Testudo sp.) in Großbritannien

Autoren: Jorge F. Soares, Dr. med. vet., M.Sc., Victoria J. Chalker, B.Sc., Ph.D., Kerstin Erles, Dr. med. vet., Sonya Holtby, B.Vet.Med., Michael Waters, B.Vet.Sc., M.Sc., Stuart McArthur, B.Vet.Med.

 

Department of Pathology and Infectious Diseases, Royal Veterinary College, Hawkshead Lane, North Mymms, Hertfordshire AL9 7TA, United Kingdom (Soares, Erles, Holtby, Waters); Health Protection Agency, 61 Colindale Avenue, London NW9 5HT, United Kingdom (Chalker); Holly House Veterinary Surgery, 468 Street Lane, Moortown, Leeds LS17 6HA, United Kingdom (McArthur). Korrespondenz bitte an Dr. Chalker.

Zusammenfassung: Abstriche der Mundhöhle wurden vom je April bis August in den Jahren 1999 bis 2002 bei 146 Landschildkröten (Testudo sp.) im Privatbesitz in Großbrittanien genommen. Die Proben wurden mit Polymerase Chain Reaction (PCR) auf das Vorhandensein von Mycoplasma agassizii und Schildkröten-Herpesvirus (HV) untersucht. Das Vorkommen von M. agassizii wurde mit Hilfe der Restriktion-Digestion des  PCR-Produktes festgestellt. Ein Fragment des HV UL5 homologen Gens mit 307-bp wurde sequenziert und zeigte die größte Ähnlichkeit mit dem Herpesvirus 1 des Pferdes. Ein Vorkommen von 15.8 und 8.2% wurde für M. agassizii und HV ggf. festgestellt. Bei der Untersuchung des Carrier-Status von M. agassizii und HV bei verschiedenen Schildkrötenarten konnte das Vorkommen von M. agassizii mit Testudo horsfieldii und HV mit Testudo marginata und Testudo graeca iberia im Zusammenhang gebracht werden. Ein Zusammenhang zwischen HV und Stomatitis konnte ebenfalls festgestellt werden. Mischinfektionen mit beiden Erregern kamen auch vor. Diese Studie demonstrierte eine Beziehung zwischen Erreger und Schildkröte sowie die Übertragung der Erreger zwischen verschiedenen Schildkrötenarten, die zusammen gehalten werden.

Schlüsselwörter: Mycoplasma agassizii, Schildkröten-Herpesvirus, Landschildkröten, Testudo sp.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 34-39, 2004.

Titel: Lipidkonzentrationen im Serum von sechs Kaniden- und vier Bärenarten in vier zoologischen Gärten

Autoren: Susan D. Crissey, Ph.D., (verstorben),, Kimberly D. Ange, M.S., Kerri A. Slifka, M.S., William Sadler, Ph.D., Stephen Kahn, M.D., Ann M. Ward, M.S.

Daniel F. and Ada L. Rice Conservation Biology and Research Center, Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, Brookfield, Illinois 60513, USA (Crissey, Slifka); Department of Animal Science, North Carolina State University, Box 7621, Raleigh, North Carolina 27695-7621, USA (Ange); Purina Mills Inc., 1401 South Hanly Drive, St. Louis, Missouri 63144, USA (Sadler); Loyola University Medical Center, 2160 South 1st Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Kahn); Fort Worth Zoo, Fort Worth, Texas 76110, USA (Ward). Korrespondenz bitte an Fr. Ange.

Zusammenfassung: Lipidkonzentrationen wurden im Serum von gesunden wilden Hunde- und Bärenartigen in menschlicher Obhut gemessen. Die Werte wurden mit denen der Literatur verglichen. Lipidkonzentrationen wurden in Blutproben von acht Afrikanischen Wildhunden (Lycaon pictus), drei Eisfüchsen (Alopex lagopus), neun Grauwölfen (Canis lupus), vier Mähnenwölfen (Chrysocyon brachyurus), zwei Mexikanischen Wölfen (Canis lupus baileyi), neun Rotwölfen (Canis rufus), zwei Braunbären (Ursus arctos), sechs Eisbären (Ursus maritimus), sechs Brillenbären (Tremarctos ornatus) und fünf Malaienbären (Ursus malayanus) gemessen. Proben wurden auf Gesamtcholesterin, Triacylglyzeride, High-Density-Lipoprotein-Cholesterin und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin untersucht. Obwohl die Konzentrationen der zirkulierenden Lipiden zwischen Tierarten stark variierten, zeigten die Brillenbären, Eisbären, Malaienbären und Mähnenwölfe besonders hohe, teilweise extrem hohe
Werte. Diese Studie stellt einen substanziellen Anhaltspunkt für den Vergleich von Lipidwerten in gesunden Tieren dar und zeigt die Notwendigkeit einer kontrollierten Studie, die die Auswirkungen des Diäts auf die Lipidkonzentrationen im Blut untersucht.

Schlüsselwörter: Hundeartige, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Lipide, Triacylglyzeride, Bärenartige.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 40-49, 2004.

Titel: Klinische Beurteilung des oralen Eisenchelators Deferipron für die potentielle Behandlung der Eisenspeicherkrankheit beim Vogel

Autoren: Douglas P. Whiteside, D.V.M., D.V.Sc., Ian K. Barker, D.V.M., Ph.D., Kay G. Mehren, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Robert M. Jacobs, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Peter D. Conlon, D.V.M., Ph.D.

Toronto Zoo, 361 A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Canada (Whiteside, Mehren); Department of Pathobiology, Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Canada, N1G 2W1 (Whiteside, Barker, Jacobs); Department of Biomedical Sciences, Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario, Canada, N1G 2W1 (Conlon). Aktuelle Adresse (Whiteside): Calgary Zoo, Animal Health Centre, 1625 Centre Avenue East, Calgary, Alberta T2E 8K2, Canada. Korrespondenz bitte an Dr. Whiteside.

 Zusammenfassung: Die klinische Anwendung von oralen Eisenchelatoren für die Behandlung der Eisenspeicherkrankheit beim Vogel erfordert eine ausführliche Bewertung. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit des Eisenchelators Deferipron untersucht, die Eisenspeicher in der Leber zu reduzieren, sowie die Auswirkungen des Medikamentes auf die hämatologischen, biochemischen Parameter und Plasmaeisenkonzentrationen und die potentielle Intoxikation während der 30-tägigen Behandlungszeit. Zwei Vogelarten dienten als Modelle für diese Studie unter kontrollierten Bedingungen: das weiße Leghornhuhn (Gallus gallus f. domestica) und die Haustaube (Columba livea). In der zweiten Phase der Studie wurde die durch Deferipron verursachte Eisenausscheidung in den Exkrementen untersucht. Wenn Deferipron mit einer oralen Dosis von 50 mg/kg zweimal täglich bei Vögeln verabreicht wurde, die mit Eisen experimentell überladen wurden, reduzierte es die hepatischen Eisenkonzentrationen im Vergleich mit denen von eisenüberladenen und nicht überladenen Kontrolltieren signifikant. Keine erhebliche Veränderungen der klinischen hämatologischen und biochemischen Meßwerte wurden festgestellt, obwohl eine Reduzierung der Transferrinsättigung bei beiden Vogelarten beobachtet werden konnte. Nebenwirkungen der Deferipron-Verabreichung waren reduzierte Gewichtszunahme und erhebliche Abnahmen der Plasmazinkkonzentration. Keine der Tauben ist während der Studie gestorben, obwohl drei eisenüberladene Hühner in der Deferiprongruppe gestorben sind. Diese Mortalität ist wahrscheinlich auf eine akute Reduzierung des Eisens, das für physiologische enzymatische Prozesse notwendig ist, zurückzuführen. Es gab keine histologischen Veränderungen, die mit der Deferipron-Behandlung im Zusammenhang gebracht werden konnten. Deferipron verursachte bei oralen Dosen von 50 und 75 mg/kg einmal täglich eine dosisabhängige Zunahme des Eisens in den Ausscheidungen bei beiden Vogelarten. Deferipron ist ein vielversprechender, oral aktiver Eisenchelator für die Behandlung der Eisenspeicherkrankheit beim Vogel, obwohl die potentiellen Nebenwirkungen in Betracht gezogen werden müssen.

Schlüsselwörter: Deferipron, Eisenchelator, weißes Leghornhuhn, Gallus gallus f. domestica, Haustaube, Columba livea, Eisenspeicherkrankheit.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 50-54, 2004.

Titel: Drei neue Herpesviren, die mit Stomatitis bei Sudan Schildechsen (Gerrhosaurus major) und einer Streifen-Schildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) assoziiert sind

Autoren: James F. X. Wellehan, D.V.M., M.S., Donald K. Nichols, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Ling-ling Li, M.S., Vivek Kapur, B.V.Sc., M.Sc., Ph.D.

Departments of Microbiology and Veterinary Pathobiology, and Biomedical Genomics Center, University of Minnesota, St. Paul, Minnesota 55108, USA (Wellehan, Li, Kapur); Department of Pathology, National Zoological Park, Washington, D.C. 20008, USA (Nichols). Aktuelle Adresse (Wellehan): Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wellehan.

Zusammenfassung: Glossale Stomatitis wurde bei einer Sudan Schildechse (Gerrhosaurus major) mit hochgradiger Dyspnöe beobachtet. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden intranukleäre Einschlusskörperchen im periglottalen Zungenepithel gefunden. Stomatitis der Lippenränder wurde bei einer zweiten Sudan Schildechse und einer Streifen-Schildechse (Gerrhosaurus nigrolineatus) festgestellt. Degenerierte Polymerase Chain Reaction (PCR) Primer wurden angewendet, die auf eine konservierte Region des Herpesvirus-DNA-abhängigen DNA-Polymerase-Gens abzielen, um die Produkte aus den Hautveränderungen bei jeder Echse zu amplifizieren. Sequenzierung der Nukleotide des PCR-Produktes hat ergeben, daß die Sequenzen von jeder Echse unterschiedlich waren. Phylogenetische und vergleichende Sequenzanalysen deuten an, daß diese Viren neue Mitglieder der Unterfamilie der Alphaherpesvirinae sind. Sie werden hier gerrhosaurides Herpesvirus 1-3 benannt. Die Ergebnisse unserer Auswertungen deuten an, daß die Gattung Gerrhosaurus mit diesen neuen Herpesviren infiziert werden kann.

Schlüsselwörter: Gerrhosaurus major, Gerrhosaurus nigrolineatus, Herpes, Stomatitis, Virus, Schildechse.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 55-59, 2004.

Titel: Impfung mit einer monovalenten inaktivierten Tollwutvakzine beim Nilflughund (Rousettus aegyptiacus)

Autoren: Christina Peters, D.V.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Rolan D. Davis, M.S., Susan M. Moore, M.T.(A.S.C.P.)S.B.B., Deborah J. Briggs, M.S., Ph.D.

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Peters); Department of Diagnostic Medicine and Pathobiology, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Davis, Moore); Department of Small Animal Clinical Sciences, P.O. Box 100126, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32615, USA (Heard, Isaza); Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, Georgia 30333, USA (Briggs). Korrespondenz bitte an Dr. Isaza.

Zusammenfassung: Das Vorkommen neutralisierender Antikörper gegen das Tollwutvirus wurde mit dem Rapid Fluorescent Focus Inhibition Test bei 26 ausgewachsenen, in menschlicher Obhut lebenden Nilflughunden (Rousettus aegyptiacus) vor und nach der Impfung gemessen. Die Flughunde wurden einer von drei Gruppen zufällig zugeordnet. Gruppe A (n = 10) wurde einmal mit 0,1 ml der monovalenten inaktivierten Tollwutvakzine geimpft. Gruppe B (n = 10) wurde zweimal mit Abstand von 30 Tagen mit 0,1 ml der Vakzine geimpft. Gruppe C (n = 6) wurde nicht geimpft. Plasma wurde von allen Flughunden vor der Impfung und 14, 30, 60 und 360 Tage nach der Impfung abgenommen. Alle Flughunde waren vor der Impfung seronegativ, und alle nicht geimpften Tiere blieben während der Studie negativ. Neutralisierende Tollwutvirustiter betrugen bei beiden geimfpten Gruppen A und B mehr als 0,5 IU/ml vom 30. bis zum 360. Tag. Gruppe B hatte signifikant höhere Titer am Tag 60. Diese Studie demonstriert eine messbare humorale Immunantwort nach Impfung mit einer inaktivierten Tollwutvakzine, wobei zwei Dosen einen höheren Titer hervorriefen. Diese Studie bestätigt die Ausführbarkeit eines Tollwutimpfprogrammes für Nilflughunde.

Schlüsselwörter: Nilflughund, Rousettus aegyptiacus, Tollwut, Impfung, neutralisierende Tollwutvirus-Antikörper.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 60-64, 2004.

Titel: Das Vorkommen von Haemoproteus spp., Trichomonas gallinae, Chlamydophila psittaci und Salmonella spp. bei Taubenvögeln auf den Galapagos-Inseln

Autoren: Luis R. Padilla, D.V.M., Diego Santiago-Alarcon, B. S., Jane Merkel, L.V.T., R. Eric Miller, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Patricia G. Parker, Ph.D.

Saint Louis Zoological  Park, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Padilla, Merkel, Miller, Parker); College of Veterinary Medicine, University of Missouri-Columbia, 203 Veterinary Medicine Building, Columbia, Missouri 65211, USA (Padilla, Miller); Department of Biology, University of Missouri-Saint Louis, 8001 Natural Bridge Road, St. Louis, Missouri 63121, USA (Santiago-Alarcon, Parker). Korrespondenz bitte an Dr. Padilla.

Zusammenfassung: Das Vorkommen von Hämoparasiten, Trichomonas gallinae, Chlamydophila psittaci und Salmonella spp. wurde bei einheimischen, wildlebenden Galapagos-Tauben (Zenaida galapagoensis) und eingeführten Felsentauben (Columba livea) auf mehreren Inseln des Galapagos-Archipels untersucht. Eine Art Haemoproteus, der einzige Blutparasit, wurde bei 89% der Galapagos-Tauben, aber nicht bei den Felsentauben, festgestellt. Trichomonas gallinae wurde mit PCR bei 44% der Felsentauben auf San Cristobal aber bei keiner der Galapagos-Tauben gefunden. Chlamydophila psittaci wurde mit Kloakenabstrichen bei 6% der Galapagos-Tauben und bei keiner der Felsentauben festgestellt. Alle Tauben mit positivem C. psittaci Befund waren auf der Insel Española; dort betrug die Prävalenz der Rohwerte 24%. Ein PCR-Test für Salmonella konnte diesen Erreger bei keinem der untersuchten Vögel nachweisen.

Schlüsselwörter: Columba livea, Zenaida galapagoensis, Chlamydophila psittaci, Trichomonas gallinae, Haemoproteus sp., Galapagos-Inseln.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 65-69, 2004.

Titel: Reversible Narkose mit Medetomidin, Midazolam, Butorphenol und Isofluran bei Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) in menschlicher Obhut

Autoren: Lucy H. Spelman

Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20016, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Spelman.

Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene Kalifornische Seelöwen (Zalophus californianus) wurden 13 mal mit Medetomidin (0,010 – 0,013 mg/kg), Midazolam (0,2 – 0,26 mg/kg) und Butorphanol (0,2 – 0,4 mg/kg) mit i.m. Handinjektion oder Injektionsstab narkotisiert. Atropin (0,02 mg/kg, i.m.) wurde jedes Mal 6-20 Minuten nach der Erstinjektion verabreicht, und Sauerstoff wurde mit Maske oder Nasensonde zur gleichen Zeit gegeben. Nach 8-22 Minuten wurde eine leichte Narkose eingeleitet, die 13-78 Minuten andauerte. Isofluran (0,5-2,0 %) wurde mit Maske oder Tubus acht mal für 30-120 Minuten zusätzlich verabreicht, um längere Untersuchungen oder Operationen zu ermöglichen. Atipamezol (0,05-0,06 mg/kg) und Naltrexon (0,1 mg/kg) wurden sieben mal als Antagonisten verwendet, und sechs mal wurde Flumazenil (0,0002-0,002 mg/kg) zusätzlich gegeben. Die Antagonisten wurden i.m. 42-149 Minuten nach der Erstinjektion verabreicht. Alle Seelöwen waren 4-17 Minuten nach Verabreichung der Antagonisten leicht sediert.

Schlüsselwörter: Zalophus californianus, Narkose, Medetomidin, Midazolam, Butorphenol .

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 70-76, 2004.

Titel: Steuerung der Musth mit Leuprolidacetat bei einem Asiatischen Elephantenbullen (Elephas maximus)

Autoren: Claudio A. de Oliveira, D.V.M., Ph.D., Gary D. West, D.V.M., Richard Houck, D.V.M.,  Michelle Leblanc, D.V.M.

Department of Large Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (de Oliveira, Leblanc); Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA (Houck, West). Aktuelle Adresse (West): Oklahoma City Zoo, 2101 NE 50th Street, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA. Korrespondenz bitte an  Dr. West.

Zusammenfassung: Ergebnisse über die Langzeit-Verabreichung von Leuprolidacetat(LA)-Depot zur Musth-Steuerung bei einem 52-jährigen Asiatischen Elefantenbullen liegen vor. Zwölf Injektionen wurden über einen Zeitraum von 6 Jahren während der von uns bestimmte frühen Musth- oder „Vormusth“-phase verabreicht. Die Zeitabstände zwischen Musthperioden während der Studie variierten zwischen 2 und 34 Monaten. Wöchentlich wurden Testosteronkonzentrationen im Serum gemessen. Mittlere Konzentrationen betrugen 11,78 ± 1,97 nmol/l während der ersten 26 Monate der Studie, 7,28 ± 1,28 nmol/l in den folgenden 21 Monaten und 0,45 ± 0,035 nmol/l in den letzten 34 Monaten. Frühe Zeichen der Musth verschwanden innerhalb von 3 Tagen nach Verabreichung nach 10 von 12 Injektionen. Die mittlere Serumtestosteronkonzentrationen waren in den letzten 34 Monaten der Studie signifikant reduziert.
Diese Ergebnisse deuten an, daß Leuprolid eine geeignete Alternative zur Steuerung und/oder Verhinderung der Musth bei Asiatischen Elefanten in menschlicher Obhut ist, obwohl langfristige Fortpflanzungsstörungen vorkommen können. Die Verwendung von LA beim Asiatischen Elefantenbullen könnte Zoologischen Gärten und Artenschutzorganisationen zugute kommen, weil die Anzahl von Bullen in menschlicher Obhut zunehmen würde und die genetische Vielfältigkeit und Aufrechterhaltung dieser Tierart dadurch gewährleistet werden könnten.

Schlüsselwörter: Asiatischer Elefant, Elephas maximus, Musth, Testosteron, Leuprolidacetat, GnRH-Analog.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 77-81, 2004.

Titel: Reparatur einer Tibiotarsus-fraktur mit Marknagelsystem mit Verriegelung bei einem Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus)

Autoren: Simon Hollamby, B.V.Sc., M.S., Loic M. Dejardin, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., James G. Sikarskie, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Jennifer Haeger, D.V.M.

Department of Small Animal Clinical Sciences, Veterinary Medical Center, Michigan State University, East Lansing, Michigan 48824-1314, USA. Aktuelle Adresse (Haeger): Platz Animal Hospital, 15310 Mack Avenue, Grosse Pointe Park, Michigan 48230, USA; (Hollamby): 15 Logan Street, Loftus, New South Wales 2232, Australia. Korrespondenz bitte an Dr. Hollamby.

 Zusammenfassung: Ein 14-jähriger, 5,13 kg schwerer Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus) wurde von einem Auto angefahren und der Michigan State University Small Animal Clinic vorgestellt. Eine offene, transverse, Winquist-Hansen-Typ-II Splitterfraktur 2. Grades der Diaphyse des linken Tibiotarsus wurde festgestellt. Die Fraktur wurde in anatomische Stellung gebracht und mit einem 4-Loch-Veterinär-Marknagel mit 4,7 mm Durchmesser und 112 mm Länge stabilisiert. Das Marknagelsystem wurde mit einzelnen 2 mm transkortikalen Schrauben im proximalen und distalen Hauptfragment fixiert. Der Vogel stand auf dem verbundenen Bein 48 Stunden nach der Operation. Vier Wochen nach der Operation zeigten Röntgenaufnahmen überbrückende Kallusbildung bei dreien der vier Stellen des Kortex. Der Adler konnte nach 5 Monaten bei einer Wildtierpflegestation ausgewildert.

Schlüsselwörter: Verriegeltes Marknagelsystem, Weißkopfseeadler, Haliaeetus leucocephalus, Auswilderungsstation.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 82-87, 2004.

Titel: Schilddrüsen-Zystadenom, Kolloidkropf und Hypothyreose beim Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus)

Autoren: Timothy N. Storms, D.V.M., Shelley L. Beazley, D.V.M., Juergen Schumacher, Dr. med. vet., Dipl. A.C.Z.M., and Edward C. Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, The University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996-4544, USA. Aktuelle Adresse (Storms): Dallas Zoo, 650 South R.L. Thornton Freeway, Dallas, Texas 75203 USA. Korrespondenz bitte an Dr. Storms.

Zusammenfassung: Ein 178-kg, 14-jähriger, weiblicher Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus) in menschlicher Obhut wurde wegen Apathie, Inappetenz, Übergewicht und Alopezie untersucht. Blutbild und chemische Blutwerte waren unauffällig. Hypothyreose wurde anhand von Serumkonzentrationen des Gesamtthyroxins (T4), des freien Thyroxins durch Equilibrium-Dialyse-Verfahren (fT4ED) und Thyroidea stimulierendes Hormons (TSH) des Hundes vermutet. Alle Tests waren für domestizierte Hunde validiert. Therapie mit Levothyroxin natrium (0,022 mg/kg p.o. zweimal täglich) wurde initiiert. Fellqualität, Körpergewicht, Appetit und Aktivität verbesserten sich innerhalb von 30 Tagen. Die Levothyroxindose wurde zweimal während des Krankheitsverlaufs wegen erhöhter T4 und fT4ED-Konzentrationen auf 0,018 mg/kg p.o. zweimal täglich und später auf 0,011 mg/kg p.o. zweimal täglich herabgesetzt. Der Bär wurde wegen schwerer Lahmheit eingeschläfert, die nicht auf Therapie ansprach. Die pathologische Untersuchung ergab bilaterale Vergrößerung der Schilddrüsenlappen und eine Flüssigkeit-gefüllte Zyste im rechten Lappen. Histologisch war Kolloidkropf in beiden Lappen vorhanden, und ein follikuläres Zystadenom nahm ein Drittel des kranialen Pols des rechten Lappens ein. Der Kropf und das Adenom haben vermutlich zur Schilddrüsenunterfunktion bei diesem Bären beigetragen. fT4ED war ein empfindlicherer Indikator für Hypothyreose als T4. Die empfohlene Levothyroxindose beim Hund kann für die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion beim Amerikanischen Schwarzbär zu hoch sein; 0,011 mg/kg p.o. zweimal täglich ist vermutlich eine angemessenere Dosis.

Schlüsselwörter: Hypothyreose, Kropf, Amerikanischer Schwarzbär, Ursus americanus, Levothyroxin, freies Thyroxin mit Equilibrium-Dialyse-Verfahren.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 88-93, 2004.

Titel: Pasteurella-ähnliches Bakterium als Ursache für Pneumonie bei Flughunden in menschlicher Obhut

Autoren: Kelly E. Helmick, M.S., D.V.M., Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Lauren Richey, D.V.M., Mitch Finnegan, D.V.M., Georgeann A. Ellis, B.S., S.M. (ASCP), An Nguyen, B.S., Linda Tucker, M.S., Robbin S. Weyant, Ph.D.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32601, USA (Helmick, Heard); Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32601, USA (Richey, Ellis, Nguyen); Oregon Zoo, 4001 S.W. Canyon Road, Portland, Oregon 97221, USA (Finnegan) ; National Veterinary Services Laboratories, 1800 Dayton Avenue, Ames, Iowa 50010, USA (Tucker) ; Special Bacteriology Reference Laboratory, Centers for Disease Control and Prevention, 1600 Clifton Road, Atlanta, Georgia 30333, USA (Weyant). Aktuelle Adresse (Helmick) : El Paso Zoo, 4001 E. Paisano, El Paso, Texas 79905, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Helmick.

 

Zusammenfassung: Ein neuer Pasteurella-ähnlicher Organismus wurde postmortal vom Lungengewebe zweier Wahlberg-Epaulettenflughunde (Epomophorus wahlbergi) in menschlicher Obhut gefunden, die schwere einseitige Pneumonie hatten. Die Flughunde wurden vorher von einem anderen Standort transportiert und starben kurz nach der 30-tägigen Quarantäne. Einer der Flughunde zeigte Anorexie und Apathie vor dem Tod; der andere starb ohne klinische Symptome. Der gleiche Pasteurella-ähnliche Organismus wurde von subkutanen Abszessen von zwei lebenden Kleinen Goldmantel-Flughunden (Pteropus pumilus) isoliert, die mit weiteren E. wahlbergi gehalten wurden. Das Bakterium wurde auch aus der Kultur vom Trachealsekret eines Kalongs (Pteropus vampyrus) und eines anderen E. wahlbergi isoliert, die beide klinische Symptome einer Lungenentzündung zeigten. Alle Isolate waren den ursrünglichen Isolaten morphologisch und biochemisch ähnlich und wurden weiter als entweder ein Pasteurella- oder Actinobacillus-Organismus aufgrund der biochemischen und zellulären Fettsäuren-Profile charakterisiert. Rachenabstriche wurden bei allen Individuen der Sammlung genommen, und dieses Bakterium konnte von 12 von 15 E. wahlbergi, 2 von 3 P. vampyrus, 1 von 26 Pteropus hypomelanus und 1 von 9 Rodrigues-Flughunden (Pteropus rodricensis) isoliert werden.  Der Organismus konnte nicht aus der Rachenkultur von 8 Indischen Riesenflughunden (Pteropus giganteus), 9 Nilflughunden (Rousettus aegyptiacus) oder 16 weiteren P. pumilus isoliert werden.

Schlüsselwörter: Wahlberg-Epaulettenflughund, Epomophorus wahlbergi, Fledertiere, Bakterium, Pneumonie, Pasteurella-ähnlicher Organismus.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 94-96, 2004.

Titel: Chlamydiose-Ausbruch bei Blaustirnamazonen (Amazona aestiva) in menschlicher Obhut in Brasilien

Autoren: Tânia de Freitas Raso, D.V.M., Sílvia Nery Godoy, D.V.M., Liliane Milanelo, D.V.M., Cláudia Almeida Igayara de Souza, D.V.M., Eliana Reiko Matuschima, D.V.M., Ph.D., João Pessoa Araújo, Jr., D.V.M., Ph.D., Aramis Augusto Pinto, D.V.M., Ph.D.

Zusammenfassung: 58 Blaustirnamazon-Nestlinge (Amazona aestiva), die wegen illegalen Handels beschlagnahmt wurden, erkrankten in einer Wildtierrettungsstation in São Paulo, Brasilien. Klinische Symptome waren unspezifisch, und die Mortalität betrug 96,5% trotz Behandlung mit Norfloxacin. Postmortale Untersuchung wurde bei 10 Tieren durchgeführt. Bei vier Vögeln zeigten Leber- und Nierenausstriche Strukturen, die auf Chlamydophila psittaci hinwiesen. Die Diagnose wurde mit seminested Polymerase Chain Reaction von Gewebeproben bestätigt. Andere Vögel in der gleichen Station zeigten keine Symptome, obwohl hohe Complement Fixation Titer gegen C. psittaci bei 10 ausgewachsenen Papageien vorgefunden wurden. Alle Vögel an diesem Standort wurden mit Doxycyclin behandelt. Schlechte Haltungsbedingungen und Verzögerungen bei der Diagnose und Behandlung der Tiere trugen zu der hohen Mortalität während des Ausbruchs bei.

Schlüsselwörter: Blaustirnamazone, Amazona aestiva, Chlamydiose, Chlamydophila psittaci, Brasilien.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 97-103, 2004.

Titel: Kongenitale Neuropathie und Federmelaninverdünnung bei Habicht-Nestlingen (Acipiter gentilis) in einer Großstadt

Autoren: Christian Rutz, Dipl.-Biol., Axel Zinke, D.V.M., Thomas Bartels, Priv.-Doz., Dr.rer.nat., Peter Wohlsein, D.V.M.

Department of Zoology, University of Oxford, South Parks Road, Oxford OX1 3PS, United Kingdom (Rutz); Zier- und Wildvogelklinik der Klinik für Geflügel, Tierärztliche Hochschule Hannover, Bischofsholer Damm 15, 30173 Hannover, Germany (Zinke); Institut für Vogelkrankheiten, Klinik für Kleintiere, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 17, 04103 Leipzig, Germany (Bartels); Institut für Pathologie, Tierärztliche Hochscule Hannover, Bünteweg 17, 30559 Hannover, Germany, (Wohlsein). Korrespondenz bitte an C. Rutz.

Zusammenfassung: Ein Habichtpaar (Acipiter gentilis) in einem öffentlichen Park im Zentrum von Hamburg, Deutschland hat zwischen 1996 und 2000 12 gesunde und fünf anomale Nachkommen aufgezogen. Anomale Nestlinge (drei Männchen und zwei Weibchen) zeigten blaß-silberblaues Federkleid und schwere Bewegungsstörungen. Bei der histopathologischen Untersuchung waren adendritische Federmelanozyten und milde Degeneration der weißen Substanz des Kleinhirns vorhanden. Epidemiologische Untersuchungen ließen einen hereditären autosomal rezessiven Defekt vermuten, der durch Inzucht bei der Gründung der städtischen Population der Habichte in Hamburg entstanden sein könnte.

Schlüsselwörter: Habicht, Acipiter gentilis, adendritische Melanozyten, kongenitale Neuropathie, hereditäre Krankheit, Inzuchtdepression.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 104-106, 2004.

Titel: Vasektomie-Methode beim Nilflughund (Rousettus aegyptiacus)

Autoren: Maud Lafortune, D.M.V., M.Sc., Sherman O. Canapp, Jr., D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., Darryl Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M, Lisa L. Farina, D.V.M.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610-0126, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lafortune.

Zusammenfassung:  Flughunde, die in menschlicher Obhut leben, pflanzen sich erfolgreich fort, und Verhütungsmittel sind deshalb oft notwendig. Bei ursprünglichen präskrotalen Vasektomie-Versuchen war es oft schwierig, den Mesoductus deferens zu identifizieren. Die hier beschriebene Methode verwendet einen skrotalen Zugang mit Vorlagerung des Hodens, wobei der Mesoductus deferens leicht gefunden und Ligatur angelegt werden kann. Neun Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus) wurden in dieser Studie vasektomiert. Keine postoperative Komplikationen wurden beobachtet (n =  18 Testes), obwohl einige Testes (5/18, 27%), die voher zwischen Skrotum und Abdomen frei beweglich waren, 14 Monate nach der OP noch mit dem Hodensack verwachsen waren. Diese Methode war sicher, schnell und relativ leicht auszuführen.

Schlüsselwörter: Vasektomie, fortplanzungshemmende Operation, Rousettus aegyptiacus, Nilflughund, Verhütung.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 107-109, 2004.

Titel: Fibrosarkom im Brutbeutel eines Linien-Seepferdchens (Hippocampus erectus) in einem Aquarium

Autoren: Scott Willens, D.V.M., J. Lawrence Dunn, V.M.D., and Salvatore Frasca, Jr., V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Mystic Aquarium, 55 Coogan Boulevard, Mystic, Connecticut 06355, USA (Willens, Dunn); Department of Pathobiology and Veterinary Science, U-3089, University of Connecticut, 61 North Eagleville Road, Storrs, Connecticut 06269, USA (Frasca). Aktuelle Adresse (Willens): Department of Clinical Studies, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Dunn.

Zusammenfassung: Ein ausgewachsenes männliches Linien-Seepferdchen (Hippocampus erectus), das in menschlicher Obhut lebte, zeigte Gewichtsabnahme, Anorexie und Brutbeutelerweiterung. Als ursprüngliche Therapie wurde der Brutbeutel mit leichtem Druck entleert und mit Kochsalzlösung gespült und Enrofloxacin infundiert. Bei der Untersuchung und auf Röntgenaufnahmen konnte eine noduläre Schwellung der Brutbeutelwand festgestellt werden. Das Geschwulst wurde chirurgisch entfernt, aber das Seepferdchen starb. Bei der pathologischen Untersuchung konnte ein bösartiges Mesenchymaltumor mit kollagenem Stroma festgestellt und ein Brutbeutel-Fibrosarkom wurde diagnostiert.

Schlüsselwörter: Brutbeutel, Fibrosarkom, Hippocampus erectus, Seepferdchen, Tumor.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 110-112, 2004.

Titel: Bilaterale Phakofragmentation bei einer Neuseeländischen Pelzrobbe (Arctocephalus forsteri)

Autoren: Julie A. Barnes, B.V.Sc., M.Sc., Jeffrey S. Smith, B.V.Sc., F.A.C.V.Sc., Dipl. A.C.V.O.

 

Veterinary and Quarantine Centre, Taronga Zoo, P.O. Box 20, Mosman, New South Wales 2088, Australia (Barnes); Eye Clinic for Animals, 64 Atchison Street, Crows Nest, New South Wales 2065, Australia (Smith). Korrespondenz bitte an Dr. Barnes.

Zusammenfassung: Bei der ophthalmologischen Untersuchung einer narkotisierten 5-jährigen, männlichen, in menschlicher Obhut lebenden Neuseeländischen Pelzrobbe (Arctocephalus forsteri), die reduzierte Sehkapazität hatte, wurden bilaterale Katarakte festgestellt. Beide Linsen wurden durch Phakofragmentation chirurgisch entfernt. Präoperative Mydriase konnte mit üblichen topischen Mydriatika nicht ausgelöst werden. Minimale Pupillenerweiterung konnte mit einer intraoperativen intrakameralen Injektion von 1:10.000 Epinephrin erreicht werden, aber ausgezeichnete Erweiterung konnte mit einer intrakameralen Injektion mit 1:1000 Epinephrin ausgelöst werden. Postoperative Uveitis wurde mit oralen Prednisolon behandelt. Generalisiertes Hornhautödem eine Woche postoperativ und Hornhautgeschwür durch die lateralen Kanthotomie-Fäden waren die einzigen postoperativen Komplikationen. Sehkraft konnte für beide Augen wieder hergestellt werden.

Schlüsselwörter: Pelzrobbe, Arctocephalus forsteri, Katarakt, Phakofragmentation, Wasserraubtier.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 113-115, 2004.

Titel: Systemische Toxoplasmose bei einem 5 Monate alten Kanadischen Biber (Castor canadensis)

Autoren: María J. Forzán, M.V.Z., M.Sc., and Salvatore Frasca, Jr., V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.P..

Department of Pathobiology and Veterinary Science, University of Connecticut, U-3089, 61 North Eagleville Road, Storrs, Connecticut 06269, USA. Aktuelle Adresse (Forzán): Department of Pathology and Microbiology, Atlantic Veterinary College, 550 University Avenue, Charlottetown, Prince Edward Island, C1A 4P3, Canada. Korrespondenz bitte an Dr. Forzán.

Zusammenfassung: Ein 5 Monate alter verwaister Kanadischer Biber (Castor canadensis) starb nach der Aufnahme in eine Wildtierpflegestation an schwerer systemischer Toxoplasmose. Bei der histologischen Untersuchung konnte lymphohistiozytäre Encephalitis, Myokarditis und interstitiale Pneumonie mit multinucleären Zellen festgestellt werden. Intrazytoplasmische Zysten mit Tachyzoiten und Bradyzoiten in Makrophagen, Typ II Pneumozyten und Endothelzellen konnten durch immunohistochemische Untersuchungen als Toxoplasma gondii identifiert werden. Eine gleichzeitige Paramyxovirus-Infektion, die bei Fleischfressern mit Toxoplasmose häufig vorkommt, konnte mit Immunohistochemie mit polyklonalen Morbillivirus-Antikörpern und Transmissionselektronenmikroskopie der Lunge nicht festgestellt werden. Toxoplasmose kann junge Biber in Wildtierpflegestationen sowie in zoologischen Gärten befallen.

Schlüsselwörter: Kanadischer Biber, Castor canadensis, Encephalitis, Myokarditis, Pneumonie, Toxoplasma gondii.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(1): 116-118, 2004.

Titel: Beurteilung der Ultraschalldiagnostik als nicht-invasive Methode zur Messung der Speckschicht bei Wasserraubtieren

Autoren: Jo-Ann E. Mellish, Ph.D., Pamela A. Tuomi, D.V.M., Markus Horning, Ph.D.

School of Fisheries and Ocean Sciences, University of Alaska Fairbanks, Fairbanks, Alaska 99775, USA (Mellish); Alaska SeaLife Center, 301 Railway Avenue, P.O. Box 1329, Seward, Alaska 99664, USA (Mellish, Tuomi); Department of Marine Biology, Texas A&M University at Galveston, Galveston, Texas 77551, USA (Horning). Korrespondenz bitte an Dr. Mellish.

Zusammenfassung: Tragbare Ultraschalldianostik wurde als eine nicht-invasive Messmethode der Hautdicke inklusive Speckschicht bei subadulten Stellerschen Seelöwen (Eumetopias jubatus) und adulten gemeinen Seehunden (Phoca vitulina) beurteilt, die in menschlicher Obhut lebten. Diese Methode wurde durch Vergleich mit Speckschichtbiopsie validiert. Ultraschallaufnahmen haben Messungen ergeben, die zu 99,8% mit den echten Werten übereinstimmten. Diese Methode ermöglicht klare, schnelle Aufnahmen der Epidermis, Dermis und Speckschicht mit minimalem Festhalten der Tiere und zeigte weiterhin die Differenzierung der Speckschichtstruktur zwischen Robben und Seelöwen.

Schlüsselwörter: Wasserraubtiere, Speckschicht, Ultraschall, Eumetopias jubatus, Phoca vitulina.

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