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jzwm_germanabstract_v35n2_2004

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 137-141, 2004.

Titel: Validierung eines 13C-Harnstoff-Atemtests bei Geparden (Acinonyx jubatus) mit Helicobacter

Autoren: Jenifer Chatfield, D.V.M., Scott Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Linda Munson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Stanley Konopka, Ph.D.

Gladys Porter Zoo, 500 Ringgold Street, Brownsville, Texas 78520, USA (Chatfield); White Oak Conservation Center, 3823 Owens Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino); Department of Veterinary Pathology Microbiology and Immunology, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616 (Munson); Advanced Breath Diagnostics, 105 Westpark Dr, Brentwood, Tennessee 37027-5010, USA (Konopka). Korrespondenz bitte an Dr. Chatfield.

Zusammenfassung: Die therapeutische Überwachung einer medikamentellen Helicobacter-Eradikations-Behandlung mit assozierter Gastritis beim Gepard (Acinonyx jubatus) wurde historisch lediglich durch endoskopisch gewonnene Biopsien ausgeführt. Der 13C-Harnstoff-Atemtest bietet eine Alternative zu wiederholten Biopsien für die Überwachung des therapeutischen Verlaufs. Fünf männliche und fünf weibliche Geparde sowie ein männlicher Sumatratiger (Panthera tigris) wurden untersucht. Alle Tiere waren vor und nach dieser Studie klinisch gesund. Endexpiratorische Atemproben wurden vor und nach der Verabreichung einer 13C-angereicherten Harnstofflösung per Magenschlundsonde entnommen. 20 ml Atemproben wurden 10, 20, 30 und 40 Minuten nach Gabe der Harnstofflösung entnommen. Die Ergebnisse der Atemanalyse wurden mit denen des Urease-Schnelltests, der histopathologischen Untersuchung und Abklatschzytologie der Magenbiopsien verglichen, die zur Zeit des Atemtests entnommen wurden. Die Sensitivität und Spezifizität des 13C-Harnstoff-Atemtests bei dieser Studie betrugen 100%. Die positiv und negativ prädiktiven Werte betrugen ebenfalls 100%. Obwohl der 13C-Harnstoff-Atemtest ein gutes, nicht invasives diagnostisches Mittel ist, um das Vorhandensein von Helicobacter sp. in der Magenschleimhaut festzustellen, sollte Endoskopie trotzdem für die ursprüngliche Diagnose und Feststellung des Entzündungsgrades sowie die Überwachung des Fortschreitens der Erkrankung beim Gepard verwendet werden. Der 13C-Harnstoff-Atemtest ist ein wertvolles, einfaches, genaues, und empfindliches Mittel für die Überwachung der Helicobacter-Eradikations-Behandlung bei klinischer Gastritis.

Schlüsselwörter: Gepard, Harnstoff-Atemtest, Gastritis, Helicobacter, Acinonyx jubatus.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 142-146, 2004.

Titel: Rekombiniertes F1-V Fusionprotein schützt den Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) gegen virulente Yersinia pestis-Infektion

Autoren: Tonie E. Rocke, M.S., Ph.D., Jordan Mencher, D.V.M., M.S., Susan R. Smith, B.S., Arthur M. Friedlander, M.D., Gerard P. Andrews, Ph.D., Laurie A. Baeten, D.V.M.

U.S. Geological Survey, Biological Resources Division, National Wildlife Health Center, 6006 Schroeder Road, Madison, Wisconsin 53711, USA (Rocke, Mencher, Smith, Baeten); U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases, Bacteriology Division, Fort Detrick, Frederick, Maryland 21702, USA (Friedlander, Andrews). Aktuelle Adresse (Baeten): Laboratory Animal Resources, Painter Center, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80525, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Rocke.

Zusammenfassung: Der Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) ist hochgradig empfänglich für die silvatische Form der Pest, die durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht wird. Diese Krankheit hat Wiederauswilderungsversuche in den historischen Ausbreitungsgebieten stark beeinträchtigt. Diese Studie hat die Wirksamkeit der Impfung von Schwarzfußiltissen mit dem rekombinierten Protein F1-V gegen die Pest untersucht. Der Impfstoff wurde durch Wissenschaftler des U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases entwickelt. Sieben postreproduktive Schwarzfußiltisse wurden mit der Vakzine geimpft, und zwei Booster wurden am Tag 23 und 154 verabreicht; drei Schwarzfußiltisse dienten als Kontrollen und haben ein Placebo bekommen. Nach der zweiten Impfung waren die Antikörpertiter gegen die F1- und V-Antigene bei den geimpften Tieren signifikant höher als bei den Kontrolltieren. Beim Challenge mit 7800-Kolonie-bildenden Einheiten des virulenten Pesterregers durch subkutane Injektion starben die drei Kontrolltieren innerhalb von drei Tagen, aber sechs der sieben geimpften Tiere überlebten ohne Folgen. Ein geimpfter Iltis starb am Tag 8. Diese Ergebnisse zeigen, daß Schwarzfußiltisse gegen die Pest mit einer subkutanen Injektion, die einen Flohbiß ähnelt, geimpft werden können.

Schlüsselwörter: Schwarzfußiltis, Mustela nigripes, Pest, Impfung, Yersinia pestis.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 147-153, 2004.

Titel: Serumkonzentrationen von ioniziertem Calcium, Vitamin D3 und Parathormon beim Arasittich (Rhynchopsitta pachyrhyncha) in menschlicher Obhut

Autoren Lauren L. Howard, D.V.M., Philip H. Kass, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.M., Nadine Lamberski, D.V.M., Ray F. Wack, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112, USA (Howard); San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA (Lamberski); Sacramento Zoological Park, 3930 West Land Park Drive, Sacramento, California 95822, USA (Wack); Zoological Medicine Clinical Services, (Howard, Wack); Department of Population Health and Reproduction, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA (Kass). Korrespondenz bitte an Dr. Howard.

Zusammenfassung: Serum wurde von 68 Arasittichen (Rhynchopsitta pachyrhyncha) von 15 Institutionen genommen, und ioniziertes Ca (iCa), Gesamt-Ca (tCa), P, Gesamtprotein (TP), Albumin (Alb), Parathormon (PTH) und Vitamin D3 wurden gemessen. Ergebnisse waren nicht normal verteilt.  Die 95%-Frequenzintervalle waren: iCa (0,82–1,3 mmol/L), tCa (1,37–2,09 mmol/L,), P (0,35–1,75 mmol/L), TP (21–39 g/L), Alb (9–13 g/L), PTH (0–65,68 pmol/L) und vitamin D3 (5,2–51 nmol/L). 60% (±7,5%) des tCa lag ioniziert vor. Der mittlere iCa-Wert (1,11 mmol/L, n = 22) war beim weiblichen Arasittich signifikant höher als beim männlichen Tier (1,05 mmol/L, n = 32). tCa- und iCa-Werte beim Arasittich waren niedriger als veröffentlichte Werte anderer Papageiarten. Eine signifikant positive lineare Beziehung existierte zwischen den Alb-TP- und iCa-tCa-Verhältnissen. Eine signifikant invers lineare Beziehung konnte zwischen dem tCa-P-Verhältnis und PTH festgestellt werden. Diese Ergebnisse stimmen mit denen der schon bekannten Physiologie von domestizierten Vögeln überein.

Schlüsselwörter: Arasittich, Rhynchopsitta pachyrhyncha, ioniziertes Calcium, Parathormon, Vitamin D3.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 154-161, 2004.

Titel: Vorläufige Ergebnisse einer Anticircumsporozoit-DNS-Impfstudie für den Schutz gegen Vogelmalaria bei Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) in menschlicher Obhut

Autoren: K. Christiana Grim, D.V.M., Thomas McCutchan, Ph.D., Jun Li, M.D., Ph.D., Margery Sullivan, B.A., Thaddeus K. Graczyk, Ph.D., Glenn McConkey, Ph.D., Michael Cranfield, D.V.M.

National Institute for Allergy and Infectious Diseases, the National Institutes of Health, 4 Center Drive, Bethesda, Maryland 20892, USA (Grim, Sullivan, McCutchan); Pathology Department, St. Clare's Hospital, Denville, New Jersey 07884, USA (Li); Medical Department, The Baltimore Zoo, Druid Hill Park, Baltimore, Maryland 21217, USA (Cranfield, Graczyk); School of Biology, University of Leeds, Leeds LS2 9JT, United Kingdom (McConkey); Division of Comparative Medicine, Department of Pathology, School of Medicine, The Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland 21205, USA (Cranfield, Graczyk). Korrespondenz bitte an Dr. Cranfield.

Zusammenfassung: Junge Brillenpinguine (Spheniscus demersus), die in einem Außengehege im Baltimore Zoo gehalten werden, weisen eine durchschnittliche Mortalität von 50% durch die Infektion mit Vogelmalaria (Plasmodium sp.) jedes Jahr ohne intensive gesundheitliche Überwachung und chemotherapeutische Einlenkung auf. Während der Infektionssaison 1996 wurden die Sicherheit und Wirksamkeit eines Anticircumsporozoit(CSP)-DNS-Impfstoffes, der das Plasmodium gallinaceum-CSP-Protein kodiert, gegen P. relictum untersucht. Das Ziel der Impfung war es, die Rate der an Vogelmalaria klinisch erkrankten und gestorbenen Tiere zu reduzieren, ohne sterile Immunität auszulösen, nachdem man sie einer stabilen Vogelmalaria-endemischen Umgebung aussetzt. Mögliche Nebenwirkungen der Vakzine, Stimulierung einer Anti-CSP-Antikörperantwort und Schutz durch den Impfstoff wurden untersucht. Das Vorkommen von P. relictum in gefangenen Culex spp.-Mücken im Pinguingehege wurde ebenfalls untersucht, um den Parasitendruck zu messen. Bei den geimpften Pinguinen fiel die Parasitämie-Rate von ca. 50% auf ca. 17% trotz intensivem Parasitendruck, der durch Infektionsrate der Mücken gemessen wurde. Während des Jahres dieser Impfstudie sind keine der Pinguine an Malaria gestorben. Nebenwirkungen des Impfstoffes konnten ebenfalls nicht festgestellt werden. Diese Studie ist der erste Anti-Malaria-Impfversuch bei einer Pinguinkolonie in menschlicher Obhut.

Schlüsselwörter: Vogelmalaria, Plasmodium relictum, Circumsporozoit, DNA-Impfstoff, Spheniscus demersus, Brillenpinguin.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 162-166, 2004.

Titel: Klinische Wirkung und Plasmakonzentrationen von Fentanyl nach transmukosaler Verabreichung bei  drei Menschenaffenarten

Autoren: Robert P. Hunter, M.S., Ph.D., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., David E. Koch, M.S.

Zoological Pharmacology Laboratory, Department of Anatomy & Physiology (Hunter, Koch) und Department of Clinical Sciences (Isaza, Carpenter), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, 129 Coles Hall, Manhattan, Kansas 66506-5802, USA. Aktuelle Adresse (Isaza): Department of Small Animal Clinical Science, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hunter.

Zusammenfassung: Fentanyl ist für transmukosale Anwendung als Narkoseprämedikation für Kinder und als Schmerzmittel für menschliche Krebspatienten in den Vereinigten Staaten zugelassen. Diese Verabreichungsform wurde transmukosal mit einer beabsichtigten Dosis von 10-15 mg/kg des eingeschätzten Körpergewichtes drei Menschenaffenarten gegeben. Acht Orang-Utan (Pongo pygmaeus), neun Schimpansen (Pan troglodytes) und zwei Gorillas (Gorilla gorilla) wurden bei dieser Studie untersucht. Den Tieren wurde angewöhnt, als Belohnung Placebo-Bonbons anzunehmen und langsam zu lutschen, nachdem sie über Nacht gefastet hatten. Am Tag des Experiments haben die Tiere den Fentanyl-Lutscher bekommen. Die resultierenden Plasmakonzentrationen unterstützten die These der transmukosalen Absorption und ähneln Ergebnissen bei Menschen. Diese Studie bietet eine alternative Sedierungsmethode beim Menschenaffen und stellt Halbzeitwerte für die transmukosale Absorption von Fentanyl fest. Obwohl transmukosales Fentanyl eine brauchbare Sedierungsmethode beim Orang-Utan und Gorilla darstellt, ist die Akzeptanz beim Schimpansen vor einer chemischen Narkose suboptimal und nicht vorhersehbar.

Schlüsselwörter: Fentanyl, transmukosal, Orang-Utan (Pongo pygmaeus), Schimpanse (Pan troglodytes), Gorilla (Gorilla gorilla).

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 167-174, 2004.

Titel: Studie über den Transport und Umweltbedingungen von Zirkustigern (Panthera tigris)

Autoren: Christian H. Nevill, M.S., Ted H. Friend, Ph.D., Dipl. A.C.A.A.B.S., Michael J. Toscano, M.S.

Department of Animal Science, Texas A & M University, 2471 TAMU, College Station, Texas 77843-2471, USA. Aktuelle Adressen (Nevill): Department of Comparative Medicine, Southwest Foundation for Biomedical Research, P.O. Box 760549, San Antonio, Texas 78245, USA; (Toscano): Livestock Behavior Research Unit, 216 Poultry Science Building, Purdue University, West Lafayette, Indiana 47907, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Friend.

Zusammenfassung: Die angewendeten Transporteinrichtungen, Umweltfaktoren während des Transports und resultierende Körpertemperaturen wurden bei warmen und kalten Wetterbedingungen bei Tigern von sechs verschiedenen Zirkusunternehmen untersucht. Datenaufnahmegeräte maßen innere und äußere Temperaturen, relative Luftfeuchtigkeit und Strahlungswärme in 5-Minuten-Intervallen während des Transportes. Mikro-Datenaufnahmegeräte, die die Körpertemperatur maßen, wurden den Tigern gefüttert und konnten von acht Bengal- (Panthera tigris tigris), Sibirischen (P. t. altaica) oder Bengal-Sumatra-Hybrid-Tigern (P. t. tigris/P. t. sumatrae) von vier Zirkussen wieder eingesammelt werden. Drei allgemeine Transportsysteme wurden von den Zirkussen für Tiger verwendet: freistehende Käfige auf Rädern, die in einen Transport-LKW hineingezogen oder –geschoben wurden; fest in LKW eingebaute Käfige; und wetterresistente Einheiten, die auf flachen Güterwagons oder LKW transportiert werden. Die höchste Termperatur, die innerhalb eines Transportwagens registriert werden konnte, war 37,3° C bei warmen Wetterbedingungen, aber im allgemeinen lagen die Temperaturen zwischen 21,1 und 26,7° C. Die Temperatur innerhalb des Wagens wurde anscheinend nicht durch Bewegung verändert und hat im allgemeinen nicht die Außentemperaturen überschritten. Dies deutet an, daß die Isolierung und passive Belüftung ausreichend war. Bei Reisen bei kaltem Wetter betrug die tiefste Temperatur innerhalb des Wagens –1,1° C und wurde registriert, als der Wagen über Nacht anhielt. Innentemperaturen bei Transporten bei kaltem Wetter waren 2-6° C wärmer als die Außentemperatur. Die Körpertemperaturen der Tiger wurden nicht durch extreme Temperaturen beeinflusst. Die einzige Veränderung in der Körpertemperatur waren Erhöhungen um 1-2° C, die mit Aktivität und Aufregung während des Aufladens bei mehreren Tigergruppen zusammenhingen, und unabhängig vom Wetter waren. Kohlenmonoxid und Ammoniak wurden teilweise gemessen und waren immer unter bestimmbaren Konzentrationen von 10 und 1 ppm, ggf. Im allgemeinen schien der Transport keine negative Wirkungen auf die Tiger und ihre thermoregulatorische Fähigkeiten zu haben.

Schlüsselwörter: Körpertemperatur, Zirkus, Datenaufnahmegerät, Panthera tigris, Tiger, Transport.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 175-178, 2004.

Titel: Messung der glomerulären Filtrationsrate, des renalen Plasmafluß und der endogenen Kreatinin-Clearance beim Gepard (Acinonyx jubatus jubatus)

Autoren: Erin Hall Holder D.V.M., Scott B. Citino D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Nancy Businga R.V.T., Leslie Cartier B.S. und Scott A. Brown V.M.D., Ph.D.

White Oak Conservation Center, 3823 Owens Road, Yulee, Florida 32097, USA (Holder, Citino, Businga);  Department of Physiology and Pharmacology, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Cartier, Brown). Aktuelle Adresse (Holder): 332 S Alabama Avenue, DeLand, FL 32724, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Holder.

Zusammenfassung: Glomeruläre Filtrationsrate, renaler Plasmafluß und endogene Kreatinin-Clearance wurden bei 13 Geparden (Acinonyx jubatus jubatus) in menschlicher Obhut unter Vollnarkose mit  Telazol® durch Messung der Urinclearance von Inulin, para-Aminohippursäure und endogenem Kreatinin, ggf. bestimmt (sieben Weibchen und sechs Männchen, 1,5 – 7,5 Jahre alt, x = 5,02 Jahre). Die Meßmethoden der glomerulären Filtrationsrate, des renalen Plasmafluß und der endogenen Kreatinin-Clearance wurden für Geparden in menschlicher Obhut beurteilt, und das Verhältnis zwischen glomerulärer Filtrationsrate und Kreatinin-Clearance wurde für diese Tierart bestimmt. Die glomeruläre Filtrationsrate und der renale Plasmafluß blieben während der Studie stabil; die Mittelwerte waren 1,59 ± 0,17 ml/min/kg Körpergewicht und 5,12 ± 1,15 ml/min/kg Körpergewicht, ggf. Obwohl der Mittelwert der Kreatinin-Clearance (1,47 ± 0,20 ml/min/kg Körpergewicht) signifikant kleiner war als der entsprechende Mittelwert der glomerulären Filtrationsrate, war die mittlere Differenz (0,11 ± 0,02 ml/min/kg Körpergewicht) zwischen den beiden Meßwerten klein, und die Werte korrelierten stark miteinander (R2 = 0,928; P<0,0001). Die Messung der Kreatinin-Clearance beim Gepard soll eine zuverlässige Einschätzung der glomerulären Filtrationsrate ermöglichen, die zu der frühen Diagnose von Nierenversagen bei dieser Tierart beitragen kann.

Schlüsselwörter: Acinonyx jubatus jubatus, Gepard, Nierenversagen, glomeruläre Filtrationsrate, renaler Plasmafluß, endogene Kreatinin-Clearance.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 179-184, 2004.

Titel: Vergleich der Amikacin-Pharmakokinetik beim Schwertwal (Orcinus orca) und Beluga (Delphinapterus leucas)

Autoren: Butch KuKanich, D.V.M., Mark Papich, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.C.P., David Huff, D.V.M., Michael Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

Department of Molecular Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (KuKanich, Papich); Vancouver Aquarium Marine Science Centre, 845 Avison Way, Vancouver, British Columbia V6B3X8, Canada (Huff); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Stoskopf). Korrespondenz bitte an Dr. KuKanich.

Zusammenfassung: Amikacin, ein Aminoglykosid-Antibiotikum, wurde einem Schwertwal (Orcinus orca) und einem  Beluga (Delphinapterus leucas) verabreicht für die Behandlung von klinischen Symptomen, die eine Gram-negative aerobe bakterielle Infektion nahelegten. Die Dosen wurden so gewählt, daß die maximale Plasmakonzentration 8-10 mal größer als die minimalen inhibitorischen Konzentrationen des Keimes war aber gleichzeitig das Risiko der Aminoglykosidintoxikation niedrig war. Allometrische Analyse der veröffentlichten pharmakokinetischen Parameter bei ausgewachsenen Tieren ergaben eine Beziehung für das Verteilungsvolumen von Amikacin in ml, die durch die folgende Gleichung ausgedrückt werden kann: Vd = 151,058(BW)1,043. Eine Anfangsdosis wurde durch die Berechung des Verteilungsvolumen und der gezielten Maximalkonzentration geschätzt. Mit dieser Information wurden Dosen für intramuskuläre Verabreichung bei einem Schwertwal und einem Beluga errechnet. Therapeutische Überwachung wurde bei jedem Wal durchgeführt, um die individuellen pharmokokinetischen Parameter zu bestimmen. Die Eliminierunghalbzeit (5,99 h), das Verteilungsvolumen pro Bioverfügbarkeit (319 ml/kg) und die Clearance pro Bioverfügbarkeit (0,61 ml/min/kg) wurden für den Schwertwal berechnet. Die Eliminierungshalbzeit (5,03 h), das Verteilungsvolumen pro Bioverfügbarkeit (229 ml/kg) und die Clearance pro Bioverfügbarkeit (0,53 ml/min/kg) wurden auch für den Beluga berechnet. Das Verteilungsvolumen, das durch die allometrische Gleichung ausgerechnet wurde, ähnelte dem berechneten pharmokokinetischen Parameter für beide Wale. Beide Tiere zeigten verlängerte Eliminierungshalbzeiten und verminderte Clearance im Vergleich mit anderen Tierarten trotz physiologischen Nierenwerten bei der biochemischen Analyse. Allometrische Prinzipien und therapeutische pharmakokinetische Überwachung wurden in diesen beiden Fällen erfolgreich eingesetzt, um die Dosen genau zu bestimmen und Toxizität zu vermeiden.

 

Schlüsselwörter:Aminoglykosid, Amikacin, Delphinapterus leucas, Pharmokokinetik, Wal, Orcinus orca.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 185-196, 2004

Titel: Aneurysmatische Knochenzysten durch Trauma verursacht bei zwei Papageiarten (Cacatua alba und Nymphicus hollandicus)

Autoren: J. Jill Heatley D.V.M., M.S., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Thomas N. Tully, Jr., D.V.M., M.S. Dipl. A.B.V.P. (Avian), Dipl. E.C.A.M.S., Mark A. Mitchell, D.V.M., Ph.D., Beth P. Partington, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.R., H. Wayne Taylor, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Departments of Clinical Sciences (Heatley, Tully, Mitchell, Partington) und Pathobiology (Taylor), School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803-8410, USA. Aktuelle Adresse (Heatley): Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Auburn University, Alabama 36849, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Heatley.

Zusammenfassung: Ein Weißhaubenkakadu (Cacatua alba) und zwei Nymphensittiche (Nymphicus hollandicus) wurden mit tumorartigen Veränderungen am Kopf oder an den Flügelgelenken vorgestellt, die schnell an Umfang zunahmen. Trauma konnte historisch in zwei Fällen bestätigt werden. Alle Vögel waren älter als zwei Jahre, und zwei der drei waren Weibchen. Zytologische Untersuchung der aspirierten Flüssigkeit von den veränderten Stellen in zwei Fällen wurden als serosanguinös eingestuft aber zeigte keine Anzeichen von Entzündung, Neoplasie oder Mikroorganismen. Röntgenologische Untersuchung dieser veränderten Stellen zeigte Proliferation und Lyse des Knochens und deutete auf einem neoplastischen Prozess. Histopathologische Untersuchung des chirurgisch entfernten Gewebes ergab Knochenproliferation und das Fehlen von neoplastischem Gewebe in allen Fällen. Diese Ergebnisse stimmen mit aneurysmatischer Knochenzystenbildung überein. Trotz der schlechten Prognose bei anderen Tierarten deuten die Ergebnisse bei diesen Fällen auf eine gute Prognose für aneurysmatische Knochenzysten bei Papageien hin. Vollständige chirurgische Entfernung und histopathologische Untersuchung ist für die definitive Diagnose einer aneurysmatischen Knochenzyste zu empfehlen. Angezeigt sind postoperative Verbände, um exzessive Bewegung zu verhindern und die rationale Anwendung von Antibiotika.

 

Schlüsselwörter:Cacatua alba, Nymphicus hollandicus, Trauma, aneurysmatische Knochenzyste, Papageien.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 197-202, 2004

Titel: Reparatur einer traumatischen Ellbogenluxation bei einem Totenkopfaffen (Saimiri sciureus) und einem Indischen Hutaffen (Macaca radiata)

Autoren: James F. X. Wellehan, D.V.M., M.S., Maud Lafortune, D.V.M., M.Sc., Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

Zoological Medicine Service, Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wellehan.

Zusammenfassung: Traumatische Ellbogenluxation wurde bei einem Totenkopfaffen (Saimiri sciureus) und einem Indischen Hutaffen (Macaca radiata) diagnostiziert. Beim Totenkopfaffen war die Luxation zusätzlich durch eine Ulnafraktur kompliziert und konnte nach Versuchen einer geschlossenen Reduktion nicht in normaler Stellung gehalten werden. Die Luxation wurde chirurgisch reduziert und durch eine transartikuläre Typ I Fixateur externe stabilisiert. Bei dem Hutaffen wurde eine geschlossene Reduktion durchgeführt und der Ellbogen durch einen Gipsverband stabilisiert. Beide Affen haben gute Funktion der verletzten Ellbogengelenke wiedererlangt.

 

Schlüsselwörter: Ellbogen, Articulatio cubiti, Luxation, Affe, Saimiri sciureus, Macaca radiata.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 203-207, 2004

Titel: Diagnose und Behandlung eines cerebralen Infarktes bei einem Schimpansen (Pan troglodytes)

Autoren: Pilar H. Fish, D.V.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Susan Kraft, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.R.

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Fish, Carpenter, Kraft). Aktuelle Adressen (Fish): the National Aviary, Allegheny Commons West, Pittsburgh, Pennsylvania 15212, USA; (Kraft): Department of Environmental and Radiological Health Sciences, College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fish.

Zusammenfassung: Ein 29-jähriger Schimpanse (Pan troglodytes) wurde nach akutem Vorkommen von Parese der rechten Gesichtsseite und des rechten Vorderarmes vorgestellt, die sich innerhalb von 24 Stunden zu Paralyse mit Parese des rechten Beines entwickelte. Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) des Kopfes zeigte eine abnormale Region mit erhöhter Signalintensität in den linken Frontal-, Parietal- und Temporallappen des Großhirns. Diese Befunde stimmen mit der Gefäßversorgung der Arteria cerebri medialis überein, und führte zu Kompression des linken lateralen Ventrikels. Diese Ergebnisse deuten auf einen cerebralen Infarkt (Schlaganfall) hin. MRT  ist der Test mit der höchsten Sensitivität für frühe Feststellung von cerebralen Veränderungen durch Ischämie und war in diesem Fall essentiell für die Diagnose. Dieser Schimpanze hat auf die Behandlung mit dem langfristigen Gerinnungshemmer Aspirin sowie auf eine kurze, abnehmende Dosis Prednison gut angesprochen und hat vollständige motorische Funktion wiedererlangt.

 

Schlüsselwörter: Schimpanse, Pan troglodytes, cerebraler Infarkt, Magnet-Resonanz-Tomographie, Arteria cerebri medialis.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 208-215, 2004

Titel: Extradurales Hämatom mit sekundärer Parese bei einem Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae)

Autoren: Cornelia J. Ketz-Riley, D.V.M., David S. Galloway, D.V.M., John P. Hoover, D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Dipl. A.C.V.I.M., Mark C. Rochat, D.V.M., Dipl. A.C.V.S., Robert J. Bahr, D.V.M., Dipl. A.C.V.R., Jerry W. Ritchey, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., David L. Caudell, D.V.M.

Oklahoma City Zoological Park, 2101 NE 50th, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA (Ketz-Riley); Departments of Veterinary Clinical Sciences (Galloway, Hoover, Rochat, Bahr) und Veterinary Pathobiology (Ritchey, Caudell), College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74048, USA. Aktuelle Adresse (Ketz-Riley): Topeka Zoological Park, 635 SW Gage Boulevard, Topeka, Kansas 66606, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Ketz-Riley.

Zusammenfassung: Ein 15-jähriger, weiblicher Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae) wurde dem Boren Veterinary Medical Teaching Hospital der Oklahoma State University nach drei Wochen progressiver Hinterhandschwäche vorgestellt. Die neurologische Untersuchung konnte nur anhand einer Videoaufnahme gemacht werden, in der Schwäche und Ataxie mit bewußt propriozeptiven Defiziten der Hintergliedmaßen festgestellt werden konnte. Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule zeigten Verschmälerung der Zwischenwirbelräume. Myelographie zeigte eine große extradurale kompressive Stelle bei L2-3. Bei der Computertomographie konnte festgestellt werden, daß Knochen nicht beteiligt waren. Es wurde entschieden, chirurgisch vorzugehen, um die Dekompression des Rückenmarks zu ermöglichen und eine Enddiagnose vornehmen zu können. Eine rechte Hemilaminektomie mit dorsalem Zugang der Lendenwirbelsäule wurde durchgeführt. Histologische Untersuchung des veränderten Gewebes zeigte ein konsolidiertes extradurales Hämatom, vermutlich als sekundäre Veränderung nach einem Bandscheibenvorfall. Trotz der unvollständigen Entfernung des Hämatoms und der plastischen Deformierung der Wirbelsäule zeigte der Tiger drei Wochen nach der Operation normalen Bewegungsablauf.

 

Schlüsselwörter: Sumatratiger, Panthera tigris sumatrae, Parese, Bandscheibenvorfall, Myelographie, Computertomographie, Hemilaminektomie.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 216-220, 2004

Titel: Spontane proliferative Veränderungen und Tumore des Uterus beim Afrikanischen Zwergigel (Atelerix albiventris) in menschlicher Obhut

Autoren: Igor Mikaelian, D.V.M., M.Sc., Dipl. A.C.V.P., Drury R. Reavill, D.V.M., Dipl. A.B.V.P.-Avian Practice, Dipl. A.C.V.P.

IDEXX Veterinary Services (Mikaelian) und Zoo/ Exotic Pathology Service (Reavill), 2825 KOVR Drive, West Sacramento, California 95605, USA. Aktuelle Adresse (Mikaelian): The Jackson Laboratory, Bar Harbor, Maine 04609, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mikaelian.

Zusammenfassung: Fünfzehn 3-5-jährige, weibliche Afrikanische Zwergigel (Atelerix albiventris) in menschlicher Obhut wurden mit proliferativen Uterusveränderungen diagnostiziert (n = 28). Die Veränderungen gingen in allen Fällen mit Blutungen, in 11 von 13 Fällen mit Hämaturie und in 7 von 12 Fällen mit Gewichtsverlust einher. In acht Fällen gab es multiple und in sieben Fällen einzelne Tumore. Histologisch wurden 13 Adenosarkome, 7 Sarkome des Stromas des Endometriums, 6 Polypen des Endometriums, 1 Adenoleiomyosarkom und 1 Adenoleiomyom festgestellt. Bei einem Tier mit Adenosarkom wurden Metastasen am Peritoneum bei der Hysterektomie beobachtet. Durchschittliche Überlebensdauer betrug 303 Tage (n = 10). Ovariohysterektomie ermöglichte eine Verlängerung der Überlebensdauer bei Afrikanischen Zwergigeln mit Uterustumoren.

 

Schlüsselwörter: Atelerix albiventris, Igel, Endometrium, Neoplasie, Tumor, Uterus.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 221-225, 2004

Titel: Nabel-Herniorrhaphie bei einem jungen Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

Autoren: Noha Abou-Madi, D.M.V., M.Sc., George V. Kollias, Ph.D., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.,  Richard P.  Hackett, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S.,  Norm G.  Ducharme, D.M.V., M.Sc., Dipl. A.C.V.S., Robin D. Gleed, B.V.Sc., Dipl. A.C.V.A., and John P. Moakler. 

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853 USA (Abou-Madi, Kollias, Hackett, Ducharme, Gleed); Rosamond Gifford Zoo at Burnet Park, Syracuse, New York 13204, USA (Moakler). Korrespondenz bitte an Dr. Abou-Madi.

Zusammenfassung: Ein Nabelbruch wurde bei einem 2-Wochen alten Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) bei der klinischen Untersuchung und mit Ultraschall festgestellt. Nabel-Herniorrhaphie wurde als Behandlungsmethode gewählt, weil der Defekt groß war (Länge ca. 7 cm und Tiefe ca. 10 cm) und die Möglichkeit einer Darmschlingeneinklemmung bestand. Vollnarkose wurde mit einer Kombination aus Ketamin, Xylazin und Diazepam eingeleitet und mit Isofluran im Sauerstoff aufrechterhalten. Der Bruchsack wurde untersucht und enthielt Bindegewebe, Fett und eine Darmschlinge, aber keine Verklebungen. Der Bruchsack wurde entfernt, und die Körperwand wurde mit einer einfachen Appositionsmethode geschlossen. Nach einer oberflächlichen Hautenzündung ist die OP-Wunde ohne weitere Komplikationen verheilt.

Schlüsselwörter: Elephas maximus, Asiatischer Elefant, Nabelbruch, Operation, Narkose.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 226--231, 2004

Titel: Die Verwendung von Computertomographie zur Diagnose von Skelettverletzungen bei Schildkröten

Autoren: Noha Abou-Madi, D.M.V., M.Sc., Peter V. Scrivani, D.V.M., Dipl. A.C.V.R., George V. Kollias, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., and Sonia M. Hernandez-Divers, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA. Aktuelle Adresse (Hernandez-Divers): Small Animal Department, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Abou-Madi.

Zusammenfassung: Computertomographie (CT) wurde für die Diagnose von Lahmheiten bei einer Strahlenschildkröte (Geochelone radiata) und für die Feststellung der Ausdehnung von Panzer- und Skeletttraumata bei zwei Schnappschildkröten (Chelydra serpentina) verwendet. Die Lahmheit der Strahlenschildkröte wurde durch eine Luxation des rechten Schultergelenks verursacht und konnte nicht bei den Röntgenaufnahmen beobachtet werden. Frakturen des Achsen- und Gliedmaßenskeletts konnten bei einer der Schnappschildkröten diagnostiziert werden, die ebenfalls bei den normalen Röntgenaufnahmen zu sehen waren. Bei jedem Patienten hat CT wichtige diagnostische, therapeutische und prognostische Information geliefert.

Schlüsselwörter: Schildkröten, Computertomographie.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 232-241, 2004

Titel: Die Verwendung von Laser-Rhinoskopie für die Behandlung einer nasalen Obstruktion bei einem Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) in menschlicher Obhut

Autoren: Johanna Sherrill, D.V.M., M.S., George M. Peavy, D.V.M., D.A.B.V.P., Mark J. Kopit, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., D.A.C.V.P., Chris H. Gardiner, Ph.D.,  Lance M. Adams, D.V.M.

Department of Husbandry, Aquarium of the Pacific, 100 Aquarium Way, Long Beach, California 90802, USA (Sherrill, Adams); Beckman Laser Institute, College of Medicine, University of California, 1002 Health Science Road East, Irvine, California 92612, USA (Peavy); Veterinary Diagnostic Service, 10066 San Pablo Court, Fountain Valley, California 92708, USA (Kopit); Northwest ZooPath, 18210 Waverly Drive, Snohomish, Washington 98296, USA (Garner); Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C. 20306, USA (Gardiner). Aktuelle Adresse (Sherrill): Veterinary Innovations West, PMB 349 P.O. Box 7000, Redondo Beach, California 90277, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Sherill.

Zusammenfassung: Laser-Rhinoskopie wurde für die Behandlung einer Nasenobstruktion bei einem Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) in menschlicher Obhut verwendet. Der ausgewachsene, weibliche Seelöwe bekam mukopurulenten, intermittierenden, bilateralen Nasenausfluß und funktionelle Nasenobstruktion 20 Monate nachdem das Aquarium of the Pacific in Long Beach, Kalifornien ihn von einer Wildtierrettungsstation bekam. Eine 3-mm dicke Weichteilstruktur, die die Region zwischen dem weichen und harten Gaumen einnahm, eine Abweichung der Nasenscheidewand und mehrere nasopharyngealen Polypen wurden festgestellt. Biopsien und Kulturen der netzförmigen Obstruktion zeigten ulzeratives Granulationsgewebe mit eitriger Entzündung, bakterieller Infektion und einem Teilschnitt einer Arthropodenlarve (nicht weiter identifiziert). Laser-Rhinoskopie wurde durchgeführt, um die caudale nasopharyngeale Obstruktion und Polypen zu entfernen. Der Seelöwe schien 6 Wochen nach der Lasertherapie durch die Nase zu atmen, und der Nasenausfluß war ebenfalls reduziert, aber innerhalb von 8 Wochen kehrte der mukopurulente Nasenausfluß zurück, die Obstruktion bildete sich ebenfalls wieder, und der Seelöwe wurde eingeschläfert. Die pathologische Untersuchung bestätigte die Diagnose der caudalen nasopharyngealen Obstruktion sekundär durch das Entzündungsgewebe, aber weitere Arthropoden konnten mikroskopisch nicht gefunden werden.

Schlüsselwörter: Zalophus californianus, Seelöwe, Nasenausfluß, nasopharyngeale Veränderung, Nasenmyiase, Laser-Rhinoskopie.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 242-244, 2004

Titel: Fibrocartilaginöser Infarkt bei einem Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae)

Autoren: John M. Adaska, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P., and Susan Lynch, D.V.M.

California Animal Health and Food Safety Laberatory System–Tulare, 18830 Road 112, Tulare, California 93274, USA (Adaska); Chaffee Zoological Garden, 894 West Belmont Avenue, Fresno, California 93728, USA (Lynch). Korrespondenz bitte an Dr. Adaska.

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae), der in menschlicher Obhut aufgezogen wurde, hatte ca. 3 Monate lang Ataxie und hat nach einer akuten Episode unilateraler Parese und Horner-Syndrom Selbstzerstörungssymptome gezeigt. Histologische Veränderungen in der Halswirbelsäule stimmten mit einem fibrocartilaginösen Infarkt überein, nämlich Knorpelzellen verstopften die Wirbelsäulengefäße. Dieser Fall ist die erste Veröffentlichung eines fibrocartilaginösen Infarktes bei Großkatzen, und genauer beim Sumatratiger.

Schlüsselwörter Fibrocartilaginöser Infarkt, Panthera tigris sumatrae, Tiger.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 245-247, 2004

Titel: Chirurgische Behandlung eines Mastdarmvorfalles bei einem Indischen Panzernashorn (Rhinoceros unicornis)

Autoren: Mads F. Bertelsen, D.V.M., D.V.Sc., Rolf-Arne Ølberg, D.V.M., Kay G. Mehren, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dale A. Smith, D.V.M., D.V.Sc., and Graham J. Crawshaw, B.Vet.Med., Dipl. A.C.Z.M.

Toronto Zoo, 361A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Canada (Bertelsen, Ølberg, Mehren, Crawshaw); Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario NIG 2W1, Canada (Bertelsen, Ølberg, Smith). Aktuelle Adresse (Bertelsen): Copenhagen Zoo, Søndre Fasanvej 79, DK-2000 Frederiksberg, Denmark. Korrespondenz bitte an Dr. Bertelsen.

Zusammenfassung: Ein akuter Vorfall der Mastdarmmukosa bei einem 26-jährigen Indischen Panzernashorn wurde chirurgisch durch Schleimhautresektion repariert. Zwei Tage nach der OP ist die Dehiszenz der Schnittlinie mit erheblicher Blutung eingetreten und wurde durch Ligierung und Hämostase während einer zweiten Narkose unter Kontrolle gebracht. Medizinische Therapie mit einem nicht steroidalem Antiphlogistikum und Diuretika reduzierten das Schleimhautödem und verhinderte einen weiteren Prolaps. Eine Kombination aus Butorphanol und Detomidin lieferte eine ausgezeichnete chemische Sedierung für dieses Tier.

Schlüsselwörter: Indisches Panzernashorn, Rhinoceros unicornis, Mastdarmvorfall, Schleimhautresektion.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(2): 248-249, 2004

Titel: Behandlung eines Komodowarangeheges (Varanus komodoensis) beim Befall mit einer exotischen Zeckenart (Aponomma komodoense) in einem zoologischen Garten in Florida

Autoren: Michael J. Burridge, B.V.M.&S., Ph.D., Leigh-Anne Simmons, B.S., Thomas Condie

Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, P.O. Box 110880, Gainesville, Florida 32611-0880, USA (Burridge, Simmons); Miami Metro Zoo, 12400 SW 152 Street, Miami, Florida 33177, USA (Condie). Korrespondenz bitte an Dr. M.J. Burridge.

Zusammenfassung: Ein Protokoll zur Behandlung eines Befalls mit einer exotischen Zeckenart (Aponomma komodoense) bei drei Komodowaranen (Veranus komodoensis) in einem zoologischen Garten in Florida ohne direktes Auftragen des Akarazids auf die Echsen wurde entwickelt. Die Komodowarane wurden in ihren Innengehegen eingeschlossen, während das Außengehege mit einer Permethrinformulierung besprüht wurde, die spezifisch für die Verwendung bei Reptilien hergestellt wird. Nachdem das Akarazid getrocknet war, durften die Warane in ihr Außengehege, während die Innenräume geschlossen und mit dem gleichen Mittel gesprüht wurden. Diese Behandlungsweise wurde alle zwei bzw. alle 8-10 Wochen für 6 Monate wiederholt. Die ursprüngliche Anzahl der gesammelten Zecken von den Tieren und aus den Gehegen betrug 301 Zecken und fiel nach 6 Monaten auf null. Nebenwirkungenen der Zeckenbehandlung konnten bei den Echsen bei täglicher Überwachung nicht festgestellt werden.

Schlüsselwörter: Komodowaran, Varanus komodoensis, exotische Zecken, Aponomma komodoense, Zeckenbehandlung, Permethrin, zoologischer Garten.

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