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jzwm_germanabstract_v35n4_2004

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 35(4)

-Zusammenfassungen-

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 435-446, 2004.

Titel: Vergleichende Untersuchung der mitogen- und antigen-induzierten Lymphozytenproliferation von vier Nashornarten in menschlicher Obhut

Autoren: Carrie K. Vance, M.S., Ph.D., Suzanne Kennedy-Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Amy R. Obringer, Ph.D. und Terri L. Roth, M.S., Ph.D.

Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife, Cincinnati Zoo and Botanical Garden, 3400 Vine Street, Cincinnati, Ohio 45220, USA (Vance, Roth); Department of Population Health and Pathobiology and Environmental Medicine Consortium, North Carolina State University, College of Veterinary Medicine, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Kennedy-Stoskopf); Department of Biology, University of St. Francis, Ft. Wayne, Indiana 46808, USA (Obringer). Aktuelle Adresse (Vance): 146 Val Halla Cove, Cordova, Tennessee 38018, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Roth.

Zusammenfassung: Zelluläre Immunfunktion von vier Nashornarten wurde mit Hilfe von in-vitro Lymphozytenproliferationreaktionen auf mitogene und antigene Reize untersucht, um normative Daten der Aktivität der weißen Blutkörperchen der einzelnen Arten festzulegen und artenspezifische Unterschiede zu identifizieren, die die Prädisposition des Spitzmaulnashorns (Diceros bicornis) zu Krankheiten erklären könnte. Ein Querschnitt der US-Nashornpopulation, die alle vier Arten einschließt, wurde untersucht, darunter das Sumatranashorn (Dicerorhinus sumatrensis) (n = 3), das Panzernashorn (Rhinoceros unicornis) (n = 4), das Afrikanische Spitzmaulnashorn (n = 16) und das Afrikanische Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum) (n = 10). Von den vier untersuchten Nashornarten zeigte das Afrikanische Spitzmaulnashorn die schwächste Lymphozytenproliferationsreaktion (P < 0,05) auf die folgenden Mitogene: Kermesbeere (0,1 µg/ml), Phytohämagglutinin (0,3 µg/ml) und Konkanavalin A (5,0 µg/ml). Die Gesamtzelldichte am Ende der Isolierung betrug nur 70% der erreichten Dichte mit Lymphozyten, die vom Afrikanischen Breitmaulnashorn, Panzernashorn und Sumatranashorn isoliert wurden. Lymphozytenreaktion auf bakterielles Endotoxin-Lipopolysaccharid war aber bei allen Arten ähnlich (P > 0,05). Antigene Stimulierung produzierte viel schwächere Reaktionen als mitogene Stimulierung. Unterschiede konnten bei der Reaktion auf 1 und 10 µg/ml  Leptospira icterohemorrhagiae oder Leptospira gryppotyphosa bei den Nashornarten nicht festgestellt werden (P > 0,05). Lymphozyten von Afrikanischen Breitmaulnashörnern proliferierten beim Aspergillus fumigatus-Filtrat schwach, wobei Lymphozyten der südlichen Spitzmaulnashornunterart bei zunehmenden Dosen (0,1, 1 und 10 µg/ml) des Aspergillus-Filtrates leicht unterdrückt wurden. Diese vergleichenden Daten, die Lymphozytenproliferation beim Nashorn charakterisieren, zeigen viele Unterschiede in der Immunzellreaktion unter den Nashornarten und geben Indizien dafür, daß Lymphozyten von Afrikanischen Spitzmaulnashörnern in menschlicher Obhut schwächer reagieren als die der anderen Nashornarten.

Schlüsselwörter: Spitzmaulnashorn, Breitmaulnashorn, Panzernashorn, Sumatranashorn, Immunologie, Krankheit, Streß, Kortikoide.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 447-458, 2004.

Titel: Samengewinnung und künstliche Besamung beim Blaukehlguan (Pipile cumanensis cumanensis): potentielle Anwendungen für die Familie der Hokkohühner (Ordnung Hühnervögel)

Autoren: Karen E. DeMatteo, Ph.D., Kate L. Karagiannis, B.S., Cheryl S. Asa, Ph.D., Michael S. Macek, B.S., Timothy L. Snyder, Anne M. Tieber, B.S. und Patricia G. Parker, Ph.D.

 

Saint Louis Zoo, Forest Park, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (DeMatteo, Karagiannis, Asa, Macek, Snyder, Tieber, Parker); Saint Louis University, St. Louis, Missouri 63128, USA (DeMatteo); University of Missouri–St. Louis, St. Louis, Missouri 63121-4499, USA (Parker). Korrespondenz bitte an Dr. DeMatteo.

Zusammenfassung: Der Blaukehlguan oder Schakutinga (Pipile cumanensis cumanensis) dient als Modell für die assistierte Reproduktion der Familie der Hokkohühner (Ordnung Hühnervögel). Manuelle Gewinnungsmethoden, die bei domestizierten Vögeln und anderen exotischen Tierarten verwendet werden, wurden modifiziert, um die Qualität und Quantität der frischen Samenproben zu optimieren. Zusätzlich wurde eine Methode entwickelt, um subjektiv die Samenqualität aufgrund der Farbe, Klarheit und Konsistenz zu beurteilen. Diese Methode kann eingesetzt werden, wenn Laborgeräte nicht zur Verfügung stehen. Bei einer Tierart, für die nur zwei Eier pro Gelege typisch sind, ist die Vorhersehbarkeit des Legedatums des ersten Eis kritisch, um rechtzeitige Besamungen vor der Eiablage zu gewährleisten. Die zunehmende Entfernung zwischen den Schambeinknochen des Weibchens sowie der Grad der Abdominalschwellung zeigten den optimalen Zeitpunkt an, um die künstliche Besamung (KB) zu beginnen und erlaubten eine Minimierung der Anzahl der Samenproben, die für die Befruchtung des ersten Eis im Gelege verwendet werden mußte, sicherte aber gleichzeitig die Fruchtbarkeit der Samen. Vier fruchtbare Eier wurden mit drei einzelnen KB-Versuchen produziert - erstmals bei einem Hokkovogel. Aus zweien der vier fruchtbaren Eier schlüpften erfolgreich Küken, deren Abstammung mit DNA-Fingerprinting bestätigt wurde. Diese Studie ist die erste Beschreibung der assistierten Reproduktion bei Hokkohühnern und bildet eine Basis für weitere Entwicklungen (z.B. KB mit eingefrorenen und aufgetauten Samen), die das genetische Management der ex situ Hokkohühner optimieren könnte.

Schlüsselwörter: Künstliche Besamung, Hokkohühner, ex situ, genetisches Management, Pipile, Samengewinnung.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 459-470, 2004.

Titel: Endoskopische Geschlechtsbestimmung und Gonadenmanipulation beim Golfstör (Acipenser oxyrihchus desotoi)

Autoren: Stephen J. Hernandez-Divers, B.Sc., B.Vet.Med., Dipl. R.C.V.S. Zoo.Med., M.R.C.V.S., Dipl. A.C.V.M.,  Robert S. Bakal, D.V.M., M.S., Brian H. Hickson, B.S., Clarence A. Rawlings, D.V.M., M.S., Ph.D., Dipl. A.C.V.S., Heather G. Wilson, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (avian), MaryAnn Radlinsky D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., Sonia M. Hernandez-Divers, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., und Samuel R. Dover, D.V.M.

Department of Small Animal Medicine & Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602-7390, USA (S. J. Hernandez-Divers, Rawlings, Wilson, Radlinsky, S. M. Hernandez-Divers); United States Fish and Wildlife Service, Warm Springs Regional Fisheries Center, 5308 Spring Street, Warm Springs, Georgia 31830, USA (Bakal, Hickson); Channel Islands Marine and Wildlife Institute, Santa Barbara, California 93117, USA (Dover). Korrespondenz bitte an Dr. S. J. Hernandez-Divers.

Zusammenfassung: Endoskopische Geschlechtsbestimmung, Gonadenbiopsie und verschiedene Operationen des Fortpflanzungstraktes wurden als Teil eines Arterhaltungsplans bei 17 Golfstören (Acipenser oxyrihchus desotoi) durchgeführt. Die Fische wurden mit Tricain-Methansulfonat (MS-222), das mit Natriumbicarbonat gepuffert wurde, in einem rezirkulierenden Wasserbad narkotisiert. Ein 6-mm Ternamian-EndoTip-Trokar wurde durch die mediane Bauchlinie auf halber Strecke zwischen Brust- und Bauchflosse eingestochen, und ein 5-mm Teleskop wurde durch das Trokar geführt. Schwimmblasenaspiration und CO2-Insufflation des Zöloms sorgten für ausgezeichnete Sicht. Eine zweite und dritte Kanüle wurden unter direkter Sichtkontrolle lateral und entweder kranial oder kaudal der Teleskopkanüle gesetzt. Geschlechtsbestimmung wurde bei allen Fischen durchgeführt; allerdings mußte endoskopische Gonadenbiopsie bei 5 der 17 Stören (29%) eingesetzt werden, um das Geschlecht zu bestätigen. Bilaterale Orchidektomie oder Ovariektomie wurde bei 3 Männchen und 4 Weibchen erfolgreich durchgeführt. Unilaterale Ovariektomie und bilaterales Abbinden der Müllerschen Gänge mit Hilfe einer extrakorporalen Nahtmethode wurden zusätzlich bei 3 Weibchen durchgeführt. Morbidität konnte weder bei der Narkose noch bei der endoskopischen Operation bei den Fischen festgestellt werden. Die Fähigkeit, minimal invasive Fortpflanzungsmanipulationen durchzuführen, könnte beim Management und Artenschutz von Fischen wichtige Vorteile zeigen.

Schlüsselwörter: Golfstör, Acipenser oxyrihchus desotoi, Endoskopie, Orchidektomie, Ovariektomie, Sterilization.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 471-476, 2004.

Titel: Biochemische Plasma-Referenzwerte bei wildgefangenen Amerikanischen Stechrochen (Dasyatis americana)

Autoren: Danielle K. Cain, D.V.M., Craig A. Harms, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Al Segars, M.S., D.V.M.

Department of Clinical Sciences and the Environmental Consortium, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Cain, Harms); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Center for Marine Sciences and Technology, North Carolina State University, 303 College Circle, Morehead City, North Carolina 28557, USA (Harms); South Carolina Department of Natural Resources, 32 Fiddler Drive, Beaufort, South Carolina 29902, USA (Segars). Aktuelle Adresse (Cain): VCA Emergency Animal Hospital and Referral Center, 2317 Hotel Circle South, San Diego, California 92108, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Harms.

Zusammenfassung: Stechrochen sind markante Meerestiere; allerdings gibt es wenig veröffentlichte Informationen über ihre biochemischen und hämatologischen Referenzblutwerte. 28 Amerikanische Stechrochen (Dasyatis americana) wurden mit Schleppnetz auf dem Meeresboden während der Monate Juni und Juli 2002 von Winyah Bay, South Carolina bis St. Augustine,  Florida mit Fischerei-unabhängigen Booten gefangen, die vom South Carolina Department of Natural Resources betrieben wurden. Die folgenden Medianwerte wurden für Blut und Plasma von lebenden Tieren sofort nach dem Fang gemessen: Hämatokrit = 0,22 L/L (22%), Gesamtplasmaprotein (TS) = 56,5 g/L (5,65 g/dl), Gesamtserumprotein (TP) = 26 g/L (2,6 g/dl), Natrium = 315 mmol/L, Kalium = 4,95 mmol/L, Chlorid = 342 mmol/L, Calcium = 4,12 mmol/L (16,5 mg/dl), Phophor = 1,5 mmol/L (4,7 mg/dl), Harnstoff = 444 mmol/L (1243 mg/dl), Glucose = 1,69 mmol/L (30 mg/dl), Aspartat-Aminotransferase = 14,5 U/L, Kreatinphosphokinase = 80,5 U/L, Osmolalität = 1065 mOsm/kg und Laktat = 3,1 mmol/L. Bikarbonat war unter der unteren Meßschwelle der Geräte (5 mmol/L) in allen außer drei Proben. Anion gap war bei allen Proben negativ. Albumin war unter der unteren Meßschwelle der Geräte (1 g/dl) in allen Proben außer einer. Osmolalität war signifikant höher in den Rochen, die in der südlichen Region gefangen wurden. TS- und TP-Werte waren linear proportional, und die Gleichung für die angepaßte Zeile lautet TS = (11,61 × TP) + 25,4 (in g/L) [oder TS = (1,161 × TP) + 2,54 (in g/dl)]. Die Referenzwerte, die in dieser Studie festgestellt wurden, können dem Management von Stechrochen in Aquarien sowie als Basis der Gesundheitsüberwachung von wilden Dasyatis spp. dienen.

Schlüsselwörter: Dasyatis americana, biochemische Plasmawerte, Amerikanischer Stechrochen, Referenzbereich.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 477-488, 2004.

Titel: Pharmakokinetik von Oxytetracyclin bei der unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) nach einmaliger intravenöser und intramuskulärer Injektion

Autoren: Craig A. Harms, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Mark G. Papich, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.C.P., M. Andrew Stamper, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Patricia M. Ross, D.V.M., Mauricio X. Rodriguez und Aleta A. Hohn, Ph.D.

Environmental Medicine Consortium, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Harms, Papich); Departments of Clinical Sciences (Harms, Ross) and Molecular and Biomedical Sciences (Papich), College of Veterinary Medicine, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA; North Carolina State University Center for Marine Sciences and Technology, 303 College Circle, Morehead City, North Carolina 28557, USA (Harms); Animal Programs, Disney's Epcot The Living Seas, EC Trl. W-251, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA (Stamper); National Marine Fisheries Service, National Oceanic and Atmospheric Administration Galveston Laboratory, Galveston, Texas 77551, USA (Rodriguez); National Marine Fisheries Service, National Oceanographic and Atmospheric Administration Beaufort Laboratory, 101 Pivers Island Road, Beaufort, North Carolina 28516, USA (Hohn). Aktuelle Adresse (Ross): Ocean State Veterinary Specialists, 3307 South Country Trail, East Greenwich, Rhode Island 02818, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Harms.

Zusammenfassung: Die Pharmakokinetik von Oxytetracyclin bei 2-jährigen unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) nach einmaliger i.v.- und i.m.-Injektion wurde für biologische Markierung und therapeutische Anwendung untersucht. 20 junge Schildkröten wurden zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. 10 Tiere bekamen 25 mg/kg Oxytetracyclin i.v., und 10 weitere Schildkröten bekamen die gleiche Dose i.m. Plasma-Oxytetracyclinkonzentrationen wurden mit Umkehrphasen-Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie analysiert. Die Ergebnisse der i.v.-Verabreichung stimmten am besten mit einem Dreikompartment-Modell überein. Das Nicht-Kompartment-Modell wurde für den Vergleich der i.v.- und i.m.-Daten verwendet. Für die i.v.-Verabreichung sind die Mittelwerte für die maximale Plasmakonzentration, Endphasenhalbwertzeit, systemische Clearance und scheinbares Verteilungsvolumen beim Gleichgewicht 6,6 µg/ml, 66,1 h, 290,7 ml/h/kg bzw. 18,4 l. Für die i.m.-Verabreichung sind die Mittelwerte für systemische Verfügbarkeit, maximale Plasmakonzentration und Ausscheidungshalbwertszeit 91,8%, 1,6 µg/ml bzw. 61,9 h. Das bemerkenswert hohe scheinbare Verteilungsvolumen könnte mit einem tiefen Kompartment der Medikamentenablagerung zusammenhängen, z.B. Knochenablagerung wegen der großen Knochenmasse von Schildkröten, sowie der Tatsache, daß diese Individuen gutgenährte, wachsende Jungtiere waren. Obwohl die maximale Plasmakonzentration bei i.m.-Verabreichung kleiner war als bei i.v.-Verabreichung, deutet die lange Ausscheidungszeit an, daß ein langes Dosierungsintervall für empfindliche Bakterien effektiv sein könnte.

Schlüsselwörter: Biologischer Marker, Caretta caretta, unechte Karettschildkröte, Oxytetracyclin, Pharmakokinetik .

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 489-496, 2004.

Titel: Pharmakokinetik von Carfentanil und Naltrexon bei der domestizierten Ziege (Capra hircus)

Autoren: Adrian Mutlow, Vet.M.B., M.Sc., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., David E. Koch, M.S. und Robert P. Hunter, M.S., Ph.D.

Zoological Pharmacology Laboratory, Departments of Clinical Sciences, (Mutlow, Isaza, Carpenter) und Anatomy and Physiology, (Hunter, Koch), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Rolling Hills Zoo, 625 North Hedville Road, Salina, Kansas 67401, USA (Mutlow). Aktuelle Adresse (Isaza): Department of Small Animal Clinical Science, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mutlow.

Zusammenfassung: Die Pharmakokinetik von Carfentanil und Naltrexon nach i.v.-, i.m.- und s.c.-Verabreichung wurde mit einer Crossover-Design-Studie bei acht domestizierten Ziegen (Capra hircus) untersucht. Serielle Blutproben wurden bis zu 120 Stunden nach Verabreichung von Carfentenil genommen, und die Plasmakonzentrationen wurden mit Flüssigkeits-Chromatographie und Massenspektroskopie bestimmt. Alle Ziegen wurden mit 40 µg/kg Carfentenil i.m. narkotisiert, obwohl die daraus folgenden neurologischen Auswirkungen stark variierten. Plasmaprofile zeigten schnelle Carfentanil-Resorption und eine einfache biphasische Senkung 12-48 h nach Verabreichung. Naltrexon wurde mit 100 mg Naltrexon/mg Carfentanil 30 Minuten nach Carfentanil-Gabe verabreicht und rief eine schnelle Antagonisierung der Narkose nach allen Verabreichungsmethoden hervor. Variable Schwankungen der Naltrexon-Plasmakonzentrationen wurden in den ersten 2,5-3,5 h beobachtet. Danach folgte eine gleichmäßigere biphasische Konzentrationssenkung. Die Zeit, bis das Tier aufstand, war signifikant kürzer nach i.v.- im Vergleich mit s.c.-Verabreichung von Naltrexon, obwohl die Zeitdifferenz (1 Minute) wenig klinische Relevanz hat. Statistisch signifikante Unterschiede konnten bei den pharmakokinetischen Parametern Naltrexons zwischen den drei Verabreichungsmethoden nicht festgestellt werden, obwohl das Aufwachen nach der i.m.-Verabreichung subjektiv am ruhigsten schien. Die Halbwertszeit von Carfentanil wich bei den drei Verabreichungsmethoden des Naltrexons nicht signifikant ab. Obwohl die derzeitig empfohlene Methode für Naltrexongabe teils s.c. und teils i.v. lautet, scheint diese Methode keinen offensichtlichen Vorteil zu haben.

Schlüsselwörter: Carfentanil, Naltrexon, Pharmakokinetik, Narkose, Renarkotisieren, Ziege.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 497-502, 2004.

Titel: Vier pränarkotische orale Sedierungsmethoden beim Rhesusaffen (Macaca mulatta)

Autoren: Astrid C. S. Pulley, D.V.M., Jeffrey A. Roberts, D.V.M., Dipl., A.C.L.A.M. und Nicholas W. Lerche, D.V.M., M.P.V.M.

California National Primate Research Center, University of California, Davis, California 95616-8542, USA. Aktuelle Adresse (Pulley): Cincinnati Zoo and Botanical Garden, 3400 Vine Street, Cincinnati, Ohio 45220-1333, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Pulley.

Zusammenfassung: Die Wirksamkeit und Durchführbarkeit von vier oralen pränarkotischen Sedierungsprotokollen wurden bei 18 ausgewachsenen, männlichen Rhesusaffen (Macaca mulatta) mit dem Ziel untersucht, tiefe Sedierung hervorzurufen und Angst, Aufregung und mögliches Trauma zu vermeiden, die mit Narkoseeinleitung mit Blasrohr, Injektionsstab, usw. einhergehen können. Die Affen hatten ein Durchschnittsalter von 10 Jahren und wogen durchschnittlich 12,5 kg. Sie wurden zufällig in vier Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 bekam 10 mg/kg Tiletamin-Zolazepam und 0,05 mg/kg Medetomidin p.o.; Gruppe 2 bekam 1 mg/kg Midazolam und 20 mg/kg Ketamin p.o.; Gruppe 3 bekam 20 mg/kg Ketamin und 0,05 mg/kg Medetomidin p.o.; Gruppe 4 bekam 3 mg/kg Midazolam p.o. Alle vier Methoden zeigten Wirkungen, die von milder Sedierung bis zum Fehlen von Reizreaktionen reichten, wobei die Tiefe der Sedierung vom Erfolg der Verabreichung abhing. Das durchschnittliche Zeitintervall bis zur maximalen Wirkung betrug 27-43 Minuten bei allen Gruppen. Ketamin und Medetomidin produzierten signifikant bessere Sedierung als lediglich Midazolam. Es gab keine weiteren signifikanten Unterschiede zwischen den vier Protokollen. Orales Tiletamin-Zolazepam und Medetomidin lieferten eine gleichmäßige, gering- bis mittelgradige Sedierung mit wenigen Nebenwirkungen. Die Midazolam-Ketamin-Kombination ergab schwere Ataxie. Orales Ketamin-Medetomidin lieferte eine gleichmäßige, leicht reversible, tiefe Sedierung, die zu fehlenden Reizreaktionen führte. Midazolam als einziges Medikament verursachte nur geringfügige Sedierung. Statistisch signifikante Unterschiede der Schmackhaftigkeit der vier Protokolle konnten nicht festgestellt werden. Oral verabreichtes Ketamin-Medetomidin (Gruppe 3) lieferte am konsistentesten eine tiefe Sedierung. Eine Spezialapotheke könnte eventuell die Schmackhaftigkeit und Akzeptanz dieser Kombinationen verbessern. Eine weitere Alternative ist orales Midazolam-Sirup, das von manchen Tieren gut akzeptiert wird und geringgradige Sedierung und Beruhigungseffekte hervorruft, die den Streß reduzieren könnten, der mit Narkoseeinleitung mit Hilfe vom Blasrohr, Injektionsstab, usw. einhergehen kann.

Schlüsselwörter: Narkose, Ketamin, Medetomidin, Midazolam, nichtmenschlicher Primat, Tiletamin-Zolazepam, Rhesusaffe.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 503-509, 2004.

Titel: Molekularer und serologischer Nachweis für das Vorkommen von Ehrlichiae durch Zecken übertragen bei drei Lemurenarten von St. Catherines Island, Georgia, USA

Autoren: Michael J. Yabsley, M.S., Ph.D., Terry M. Norton, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Malcolm R. Powell, Ph.D. und William R. Davidson, Ph.D.

Southeastern Cooperative Wildlife Disease Study, Wildlife Health Building, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Yabsley, Davidson); Wildlife Conservation Society, St. Catherines Island Wildlife Survival Center, 182 Camellia Road, Midway, Georgia 31320, USA (Norton); Department of Biology, Western Carolina University, Cullowhee, North Carolina 28723, USA (Powell). Korrespondenz bitte an Dr. Yabsley.

Zusammenfassung: Verschiedene Ehrlichiosen wurden als Ursache von wichtigen tier- und humanmedizinischen Vektorenkrankheiten in den letzten Jahren erkannt. Klinisch asymptomatische Lemuren, die auf St. Catherines Island, Georgia freileben oder –lebten, darunter 46 Katta (Lemur catta), 6 Blauaugenlemuren (Eulemur macaco flavifrons) und 4 Schwarzweiße Vari (Varecia variegata variegata), wurden auf das Vorkommen von Ehrlichiosen untersucht. Alle 52 ausgewachsene Lemuren wurden serologisch auf Ehrlichia chaffeensis und Anaplasma phagocytophilum untersucht. Polymerase Chain Reaction (PCR)-Untersuchungen für E. chaffeensis, A. phagocytophilum, Ehrlichia ewingii und Ehrlichia canis wurden anhand von Blutproben von allen 56 Lemuren durchgeführt. Zwei DH82- Zellkulturen für E. chaffeensis-Isolierung wurden mit dem Blut von allen Lemuren angelegt. 20 (38,5%) und 16 (30,8%) von den ausgewachsenen Lemuren wiesen Antikörper (≥1:128) gegen E. chaffeensis bzw. A. phagocytophilum auf. Zwei Katta zeigten positive PCR- und Kulturergebnisse für E. chaffeensis. Molekulare Charakterisierung der zwei E. chaffeensis-Isolate ergab bei beiden die gleichen 5-Repeat-Varianten der Variable-Length-PCR-Target(VLPT)-Antigen-Gene und die 3-Repeat-Varianten der 120-kDa Antigen-Gene. Sequenzierung der VLPT-Gene ergab eine neue Aminosäure-Repeat-Einheit (Typ 9). Ein Lemur, der mit E. chaffeensis infeziert war, zeigte eine geringradige Hypoproteinämie und mittelgradige Erhöhung der Serum-Alaninaminotransferase (ALT). Diese Lemuren von St. Catherines Island waren entweder von Zecken übertragenden Ehrlichiosen ausgesetzt, damit infiziert, oder beides, zeigten aber keine klinischen Symptome.

Schlüsselwörter: Ehrlichia chaffeensis, Anaplasma phagocytophilum, Ehrlichiose, Lemuren, Vektorenkrankheit, Antikörper, Isolierung.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 510-514, 2004.

Titel: Elektrokardiographie beim Steinhuhn (Alectoris graeca) und Chukarhuhn (Alectoris chukar)

Autoren: Metehan Uzun, D.V.M., Ph.D.,a Sedat Yildiz, D.V.M., Ph.D.,a and Feyyaz Onder, D.V.M., Ph.D.

Department of Physiology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Kafkas, 3611 Kars, Türkei. Korrespondenz bitte an Dr. Uzun.

Zusammenfassung: Standard-Extremitäten-Elektrokardiogramme (EKG) mit sechs Ableitungen (I, II, III, aVR, aVL und aVF) wurden bei 10 wachen, ausgewachsenen Steinhühnern (Alectoris graeca) und 10 Chukarhühnern (Alectoris chukar) durchgeführt. Dauer und Amplitude der P- und T-Wellen und des QRS-Komplexes, Dauer der P-Q- und Q-T-Intervalle und mittlere Herzfrequenz wurden anhand der zweiten EKG-Ableitung errechnet. Alle beobachteten P- und T-Wellen waren bei den aVR- und aVL-Ableitungen negativ und bei allen anderen Ableitungen positiv. Der QRS-Komplex kam am häufigsten als r-s (r-S) und q-r (q-R) vor. Eine Q-Welle konnte bei allen aVR- und aVL-Ableitungen bei beiden Vogelarten beobachtet werden. Chukarhühner zeigten signfikant höhere Amplituden der P- und T-Wellen sowie des QRS-Komplexes im Vergleich zu den Steinhühnern. Mittlere Herzfrequenzen betrugen 310 ± 15 Schläge pro Minute für Chukarhühner und 317 ± 15 Schläge pro Minute für Steinhühner. Die mittlere elektrische Herzachse, die aus den Ableitungen II und III berechnet wird, betrug –99 ± 6.3º für Chukarhühner und –95 ± 1.7º für Steinhühner. Gute EKGs konnten ohne Narkose oder Sedierung leicht durchgeführt werden.

Schlüsselwörter: Elektrokardiogramm, Alectoris graeca, Alectoris chukar, Steinhuhn.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 515-519, 2004.

Titel: Wirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit nach der chirurgischen Implantation von Temperaturdatenloggern beim Streifenskunk (Mephitis mephitis) in menschlicher Obhut

Autoren: Yeen Ten Hwang, B.Sc.(Hon), Marie-Line Gentes, D.V.M., Dennilyn L. Parker, D.V.M., Serge Larivière, Ph.D., François Messier, Ph.D.

Department of Biology, University of Saskatchewan, 112 Science Place, Saskatoon, Saskatchewan S7N 5E2, Kanada (Hwang, Messier, Larivière); Departments of Veterinary Pathology (Gentes) and Small Animal Clinical Sciences (Parker), Western College of Veterinary Medicine, 52 Campus Drive, Saskatoon, Saskatchewan S7N 5B6, Kanada; Delta Waterfowl Foundation, R.R. #1, P.O. Box 1, Site 1, Portage la Prairie, Manitoba R1N 3A1, Kanada (Larivière).. Korrespondenz bitte an Yeen Ten Hwang .

Zusammenfassung: Kleine Temperaturdatenlogger wurden frei in die Bauchhöhle von insgesamt 20 (14 Weibchen, 6 Männchen) Streifenskunks (Mephitis mephitis) in menschlicher Obhut implantiert. Die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere und pathologische Veränderungen, die durch die Implantate verursacht wurden, wurden untersucht. Elf der 12 weiblichen Skunks pflanzten sich  45,9 ± 3,7 Tage nach der Entfernung der implantierten Datenlogger erfolgreich fort. Eine Trächtigkeitsrate von 91,7% (11/12) ist wesentlich höher als die anderer Studien von Tieren in menschlicher Obhut und ähnelte eher Daten wildlebender Skunks. Acht Streifenskunks (6 Männchen, 2 Weibchen), die die Implantate 5 Monate lang in der Bauchhöhle hatten, wurden eingeschläfert und pathologisch untersucht. Pathologische Veränderungen schienen nicht mit den Implantaten einherzugehen. Implantation von intraperitonealen Geräten führte zu keinen pathologischen Veränderungen der Bauchhöhlenorgane. Weder das Implantat noch die Operation hatte einen Einfluß auf die Fortpflanzung. Eingepflanzte Datenlogger können für physiologische Studien beim Streifenskunk und eventuell bei anderen kleinen Fleischfressern in menschlicher Obhut oder auch für Feldstudien ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden.

Schlüsselwörter: Fortpflanzungsfähigkeit, Implantation, Operation, Narkose, Mephitis mephitis, Streifenskunk.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 515-519, 2004.

Titel: Chirurgische Kataraktentfernung mit Anwendung faltbarer intraokulärer Linsenimplantate bei Flachland-Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut

Autoren: J.-T. H. N. de Faber, M.D., J. H. Pameijer, M.D. und W. Schaftenaar, D.V.M.

Rotterdam Eye Hospital, 180 Schiedamse vest, 3011 BH Rotterdam, Niederlande; (de Faber, Pameijer); Rotterdam Zoo, van Aerssenlaan 49, 3039 KE Rotterdam, Niederlande (Schaftenaar). Korrespondenz bitte an Dr. Schaftenaar.

Zusammenfassung: Zwei jugendliche, männliche Flachland-Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut mit dem gleichen Vater aber verschiedenen Müttern haben bilaterale Katarakte entwickelt.  Die Katarakte wurden innerhalb von 6 Jahren nach der Diagnose bei Gorilla A und 3 Monaten bei Gorilla B entfernt, und faltbare intraokuläre Linsen wurden eingesetzt. Obwohl Sehvermögen in einem Auge bei dem reifen, 6 Jahre alten Katarakt bei Gorilla A nicht wiederhergestellt werden konnte, wurde die Operation am anderen Auge noch vor der vollständigen Entwicklung des Katarakts durchgeführt, und das Sehvermögen wurde vollständig wiederhergestellt. Gorilla B wurde im Alter von 17 Monaten behandelt, und normale Entwicklung des Sehvermögen in beiden Augen folgte. Dieses Tier bekam bilaterale sekundäre Katarakte und benötigte deswegen eine zweite Behandlung für beide Augen mit einem Nd:YAG-Laser. Die genetische Komponente des juvenilen Katarakts sollte bei Zuchtprogrammen berücksichtigt werden.

Schlüsselwörter: Katarakt, Flachland-Gorilla, Gorilla gorilla gorilla, Operation, Phakoemulsifikation, Linsenimplantation, Nd:YAG-Laser, sekundärer Katarakt.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 525-529, 2004.

Titel: Obstipation des Muskelmagens durch ein Phytobezoar bei drei Mikronesien-Liesten (Halcyon cinnamomina cinnamomina)

Autoren: Michael J. Kinsel, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Michael B. Briggs, D.V.M., M.S., Richard F. E. Crang, Ph.D. und Robert D. Murnane, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Zoological Pathology Program, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Building 101, Room 0745, Loyola University Medical Center, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Kinsel, Murnane); Veterinary Services, Chicago Zoological Society Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Briggs); Department of Plant Biology, College of Life Sciences, University of Illinois, 265 Morrill Hall, 505 South Goodwin Avenue, Urbana, Illinois 61801, USA (Crang). Korrespondenz bitte an Dr. Kinsel.

Zusammenfassung: Drei junge männliche Mikronesien-Lieste (Halcyon cinnamomina cinnamomina), die zusammen in einem Gehege gehalten wurden, zeigten schnelle Gewichtszunahme und Vergrößerung des Zöloms. Die klinisiche und röntgenologische Untersuchung ergab erhebliche Vergrößerung des Muskelmagens und einen großen Fremdkörper im Muskelmagen bei jedem der drei Vögel. Chirurgische Entfernung durch Ventrikulotomie wurde bei einem Vogel versucht, jedoch verstarb das Tier während der Operation. Der zweite Vogel wurde mit 0,5 ml natürlicher Erdnußbutter p.o. zweimal täglich 14 Tage lang behandelt und hat den Fremdkörper erfolgreich ausgeschieden. Der dritte Vogel hat mit einer ähnlichen Behandlung den Fremdkörper nicht ausgeschieden und starb beim Versuch, ihn mittels Endoskopie zu entfernen. Ein Phytobezoar wurde in allen drei Fällen nachgewiesen. Es konnte beobachtet werden, daß die Vögel Blätterstücke der lebenden Drachenbäume (Dracaena fragrans) in ihrem Gehege abgestreift haben. Pflanzenfasern der Phytobezoare wurden mit D. fragrans-Blätter verglichen und waren identisch. Medizinische Behandlung der Phytobezoare mit Erdnußbutter oder ähnlichen Öl-erhaltenden Substanzen sollten als Alternative zur chirurgischen Entfernung beim Vogel in Betracht gezogen werden.

Schlüsselwörter: Mikronesien-Liest, Halcyon cinnamomina cinnamomina, Muskelmagen-Obstipation, Phytobezoar.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 530-533, 2004.

Titel: Toxoplasmose bei Nilgau-Antilopen (Boselaphus tragocamelus) und einer Saiga (Saiga tatarica)

Autoren: Kamil Sedlák, M.V.Dr., Ph.D., Eva Bártová, M.V.Dr., Ph.D., Ivan Literák, Prof., M.V.Dr., C.Sc., Roman Vodi ka, M.V.Dr. und J. P. Dubey, M.V.Sc., Ph.D.

Department of Virology and Serology, State Veterinary Institute, Sídlištní 136/24, 165 03 Prague, Tschechische Republik (Sedlák); Department of Biology and Wildlife Diseases, Faculty of Veterinary Hygiene and Ecology, University of Veterinary and Pharmaceutical Science, Palackého 1-3, 612 42 Brno Tschechische Republik (Bártová, Literák); Zoologischer Garten in Prag, U Trojského zámku 3/120, 171 00 Prag , Tschechische Republik (Vodička); Animal Parasitic Diseases Laboratory, Animal and Natural Resources Institute, Agricultural Research Service, United States Department of Agriculture, BARC-East, Building 1001, Beltsville, Maryland 20705-2350, USA (Dubey). Korrespondenz bitte an Dr. Bártová.

Zusammenfassung: Drei weibliche Nilgau-Antilopen (Boselaphus tragocamelus) in menschlicher Obhut zeigten entweder Spätabort, oder die neugeborenen Kälber starben innerhalb von 2 Tagen nach der Geburt. Toxoplasma gondii-DNA wurde im Gehirn und in der Leber von allen Föten und von einem der zwei neugeborenen Kälber durch einstufige Polymerase Chain Reaction (PCR) mit TGR1E und mit seminested-PCR mit dem B1-Gen nachgewiesen. T. gondii-Antiköpertiter ≥640, durch indirekte Fluoreszenz gemessen, konnten im Serum von allen der drei weiblichen und in einem der männlichen Nilgau-Antilopen retrospektiv nachgewiesen werden. Andere Ursachen der Aborte konnten nicht festgestellt werden. Tödliche Toxoplasmose wurde auch bei einer ausgewachsenen weiblichen Saiga (Saiga tatarica) in menschlicher Obhut festgestellt, die plötzlich starb. Toxoplasma gondii konnte in Leber, Lunge, Milz, Niere und Darm nachgewiesen werden. Ein untypischer Befund stellte das Vorkommen von zahlreichen Gewebezysten in der Leber dieser Saiga dar. Toxoplasmose wurde mit PCR mit TGR1E und Immunohistochemie diagnostiziert. Die toxoplasmotische Hepatitis und Pneumonie wurden als primäre Todesursache betrachtet.

Schlüsselwörter: Abort, Boselaphus tragocamelus, Rinderartige, PCR, Saiga tatarica, Toxoplasma gondii.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 534-543, 2004.

Titel: Ranavirus-assoziierte Morbidität und Mortalität bei einer Gruppe Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) in menschlicher Obhut

Autoren: Ryan De Voe, D.V.M., Kyleigh Geissler, D.V.M., Susan Elmore, M.S., D.V.M., David Rotstein, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P., Greg Lewbart, M.S., V.M.D., Dipl. A.C.Z.M. und James Guy, D.V.M., Ph.D.

Departments of Clinical Sciences (De Voe, Lewbart) and Population Health and Pathobiology (Geissler, Elmore, Rotstein, Guy), College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA. Korrespondenz bitte an Dr. De Voe.

Zusammenfassung: Sieben Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) in menschlicher Obhut aus einer großen Sammlung nordamerikanischer Schildkröten im Bundesstaat North Carolina zeigten akute Beschwerden im Herbst 2002. Fünf der Schildkröten starben. Sie zeigten Hautabszesse, Mundgeschwüre und/oder –abszesse, Atemnot, Inappetenz und Apathie. Der vorwiegende postmortale Befund war fibrinoide Vaskulitis verschiedener Organe, darunter der Haut, Schleimhäute, Lunge und Leber. Einschlußkörperchen konnten mit Histopathologie oder Elektronenmikroskopie aus den in Formalin eingelegten Geweben nicht festgestellt werden. Ein Iridovirus wurde aus Gewebe von der pathologischen Untersuchung von zwei der verstorbenen Schildkröten isoliert. Das Virus wurde durch Elektronenmikroskopie, Polymerase Chain Reaction und Sequenzanalyse von einem Teil des Hauptkapsidproteins als ein Mitglied der Gattung Ranavirus charakterisiert.

Schlüsselwörter: Carolina-Dosenschildkröten, Terrapene carolina carolina, Iridovirus, Ranavirus, Vaskulitis.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 544-545, 2004.

Titel: Injektionsnarkose beim Erdferkel (Orycteropus afer) in menschlicher Obhut

Autoren: Roman Vodička, M.V.Dr.

ZOO Prague, U Trojskeho zamku 3/120, 171 00, Prague 7-Troja, Tschechische Republik. Korrespondenz bitte an Dr. Vodička.

Zusammenfassung: Vier Erdferkel (Orycteropus afer) wurden innerhalb von 6 Jahren narkotisiert. Sie wurden mit Detomidin (0,13 ± 0,025 mg/kg i.m.; 0,12-0,14 mg/kg) sediert und mit Detomidin (0,12 ±  0,025 mg/kg i.m.; 0,09-0,18 mg/kg) und dann Ketamin (6,3 ± 1,68 mg/kg i.m.; 4,3-8,2 mg/kg) narkotisiert. Die Narkose wurde mit Atipamezol (0,065 ± 0,013 mg/kg i.m.; 0,05-0,09 mg/kg) antagonisiert. Die Detomidin-Ketamin-Kombination ergab eine gute Narkose, ausgezeichnete Muskelentspannung und war für routinemäßige diagnostische und therapeutische Eingriffe (Blutabnahme, Röntgenaufnahmen, kleine Operationen) ausreichend.

Schlüsselwörter: Erdferkel, Orycteropus afer, Narkose.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 546-548, 2004.

Titel: Ebstein-Anomalie bei einem Erdmännchen (Suricata suricatta)

Autoren: Norin Chai, D.V.M., M.Sc., M.Sc.V., Valérie Chetboul, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.I.M.-CA (Kardiologie), Carolina Carlos, D.V.M., Audrey Nicolle, D.V.M., Jean-Louis Pouchelon, D.V.M., Ph.D. und Marie Claude Bomsel, D.V.M., M.Sc.

Menagerie Du Jardin Des Plantes, Muséum National d'Histoire Naturelle, 57 rue Cuvier, 75005 Paris, Frankreich (Chai, Bomsel); Unité de Cardiologie, Ecole Nationale Vétérinaire d'Alfort, 7 Avenue du Général de Gaulle, 94704 Maisons-Alfort Cedex, Frankreich (Chetboul, Carlos, Nicolle, Pouchelon). Korrespondenz bitte an Dr. Chai.

Zusammenfassung: Ein 8 Jahre altes, männliches Erdmännchen (Suricata suricatta) zeigte plötzliche Apathie. Ein kugelförmiges Herz mit Pleuraerguss war auf thorakalen Röntgenaufnahmen zu sehen und deutete auf Herzinsuffienz hin. Echokardiographie wurde unter Vollnarkose durchgeführt. Eine Ebstein-Anomalie mit geringgradigem perikardialen Erguss und hochgradiger Vergrößerung des rechten Herzen wurde festgestellt. Das Tier wurde mit Imidapril-HCl behandelt. Nach vier Monaten zeigten die Röntgenaufnahmen des Thorax zwar immer noch Kardiomegalie des rechten Herzen, aber das Tier zeigte keine klinischen Symptome.

Schlüsselwörter: Suricata suricatta, Ebstein-Anomalie, Herz, Echokardiographie, Erdmännchen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 549-552, 2004.

Titel: Lawsonia intracellularis-assoziierte proliferative Enteritis beim Japanmakaken (Macaca fuscata)

Autoren: Maud Lafortune, D.M.V., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M.a James F. X. Wellehan, D.V.M., M.S., Elliott R. Jacobson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., J. Mitchell Troutman, D.V.M., Connie J. Gebhart, Ph.D. und Margaret S. Thompson, M.Ed., D.V.M., Dipl. A.C.V.R.

Departments of Small Animal Clinical Sciences (Lafortune, Wellehan, Jacobson, Thompson) and Pathology (Troutman), College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610-0126, USA; Department of Veterinary Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Minnesota, Saint Paul, Minnesota 55108, USA (Gebhart). Aktuelle Adresse (Lafortune): Department of Veterinary Services, Disney's Animal Kingdom, P.O. Box 10000, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lafortune.

Zusammenfassung: Ein verdicktes Ileum wurde während einer Probelaparotomie bei einem 2,5 Jahre alten, männlichen Japanmakaken (Macaca fuscata) festgestellt. Lawsonia intracellularis-assoziierte proliferative Enteritis wurde mit Histopathologie (Warthin-Starry-Färbung), Immunohistochemie und Polymerase Chain Reaction-Analyse von der Ileumbiopsie diagnostiziert. 16 Tage nach der Operation zeigte das Tier vorübergehenden Durchfall und hochgradige Hypoproteinämie, aber es erholte sich nach intensiver Behandlung mit Azithromycin. Da sehr spezifische diagnostische Mittel für die Identifizierung dieses Organismus notwendig sind, könnte L. intracellularis bei nicht-menschlichen Primaten unterdiagnostiziert werden.

Schlüsselwörter: Macaca fuscata, Lawsonia intracellularis, proliferative Enteropathie, nicht-menschlicher Primat, Japanmakak, Durchfall.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 553-556, 2004.

Titel: Dermatophilus chelonae bei einer Königskobra (Ophiophagus hannah)

Autoren: James F. X. Wellehan, D.V.M., M.S., Christine Turenne, M.Sc., Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl.A.C.Z.M., Carol J. Detrisac, D.V.M., Ph.D., Dipl.A.C.V.P. und Jeffrey J. O'Kelley, M.(A.S.C.P.)

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Wellehan, Heard); National Microbiology Laboratory, Health Canada, Winnipeg, Manitoba R3E 3R2, Canada (Turenne); Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Detrisac, O'Kelley). Aktuelle Adresse (Wellehan): White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wellehan.

Zusammenfassung: Eine Geschwulst wurde von der linken Körperwand einer 10 Jahre alten, männlichen Königskobra (Ophiophagus hannah) entfernt. Die histologische Untersuchung zeigte eine granulomatöse Dermatitis mit intraläsionalen grampositiven Kokken und filamentösen Bakterien. 14 Monate später wurde eine histologisch ähnliche subkutane Hautveränderung an einer weiteren Stelle entfernt. Ein Jahr später wurde eine große, subkutane Geschwulst von der ersten Operationsstelle entfernt, und die histopathologische Untersuchung zeigte multilokuläre Granulome mit intraläsionalen grampositiven Kokken. Ein Organismus wurde isoliert und mit 16S-ribosomaler RNA-Gensequenzierung als Dermatophilus cheolonae identifiziert. Nach Antiobiotika-Behandlung sind 5 Monate lang keine neuen Stellen aufgetreten.

Schlüsselwörter: Dermatophilose, Dermatophilus chelonae, Kobra, Ophiophagus hannah, Dermatitis, Haut.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 557-561, 2004.

Titel: Haut- und Lungenmykose bei grünen Anakondas (Eunectes murinus)

Autoren: Debra L. Miller, D.V.M., Ph.D., Zaher A. Radi, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Shane L. Stiver, D.V.M., Dipl., A.B.V.P., Dipl. A.C.V.P. und Timothy D. Thornhill, D.V.M.

Veterinary Diagnostic and Investigational Laboratory, College of Veterinary Medicine, The University of Georgia, 43 Brighton Road, Tifton, Georgia 31793-1389, USA (Miller, Radi, Stiver); Veterinary Care of Valdosta, Valdosta, Georgia 31601, USA (Thornhill). Korrespondenz bitte an Dr. Miller.

Zusammenfassung: Zwei, in menschlicher Obhut lebende, grüne Anakondas (Eunectes murinus), ein Weibchen und ein Männchen, wurden zur pathologischen Untersuchung eingereicht. Sie waren in schlechtem Ernährungszustand mit multiplen, zerstreuten, dunkelroten Stellen an den Hautschuppen, und marmorierter Lunge. Das Männchen wies auch eine mykotische Stomatitis und das Weibchen eine mykotische Pneumonie auf. Trichophyton sp., Verticillium sp. und Alternaria sp. wurden aus den Hautveränderungen isoliert. Die Lungenveränderungen stimmten morphologisch mit Aspergillus sp. überein. Chryseobacterium meningosepticum, Stenotrophomonas maltophilia, Aeromonas hydrophila, und Providencia rettgeri wurden außerdem von der Haut isoliert. Pilzinfektionen können für Reptilien verheerende Folgen haben, und suboptimale Haltungsbedingungen und Gefangenschaft waren wahrscheinlich prädisponierende Faktoren, die zu opportunistischer Entzündung bei den Schlangen führten.

Schlüsselwörter: Anakonda, Eunectes murinus, Reptil, Pilzerkrankung.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 562-563, 2004.

Titel: Das Fehlen von nachweisbarer Kloakenausscheidung von Salmonella bei freilebenden Reptilien zum Zeitpunkt der Aufnahme in das Wildlife Center of Virginia

Autoren: Jean M. Richards, B.A., Justin D. Brown, D.V.M., Terra R. Kelly, D.V.M., Andrea L. Fountain, M.T. (A.S.C.P.), C.L.S. (N.C.A.) und Jonathan M. Sleeman, Vet.M.B., M.R.C.V.S., Dipl.A.C.Z.M.

Virginia–Maryland Regional College of Veterinary Medicine, Virginia Polytechnic and State University, Blacksburg, Virginia 24061, USA (Richards, Brown); Environmental Medicine Consortium and Department of Clinical Sciences, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Kelly); Augusta Medical Center, 78 Medical Center Drive, P.O. Box 1000, Fishersville, Virginia 22939, USA (Fountain); Wildlife Center of Virginia, P.O. Box 1557, Waynesboro, Virginia 22980, USA (Sleeman). Korrespondenz bitte an Dr. Sleeman.

Zusammenfassung: Salmonellose ist eine wichtige Reptilien-assoziierte, zoonotische Infektion in den Vereinigten Staaten. Kloakenabstriche wurden von Reptilien entnommen, als sie in das Wildlife Center of Virginia, Waynesboro, Virginia, aufgenommen wurden. Eine Kultur zum Nachweis von Salmonellen wurde mit Hilfe vom Hektoen- und Xylose-Lysin-Deoxycholatagar angelegt, sowie mit Selenitbrühe angereichert. Alle drei wurden bei 37 º C für 18-24 Stunden inkubiert. 75 Tiere von 8 Tierarten wurden in die Studie einbezogen, darunter 34 Carolina-Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina), 14 östliche Zierschildkröten (Chrysemys picta picta), 14 amerikanische Schnappschildkröten (Chelydra serpentina), 6 schwarze Rattennattern (Elaphe obsoleta obsoleta), 2 Rotbauch-Schmuckschildkröten (Pseudemys rubriventris), 2 Gelbwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta scripta), 2 östliche Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis sirtalis) und 1 Hieroglyphen-Schmuckschildkröte (Pseudemys concinna concinna). Alle Salmonellenkulturen waren negativ. Diese Ergebnisse stehen in starkem Kontrast zu Studien, in denen ein hohes Vorkommen von Kloakenausscheidung von Salmonellen bei Reptilien in menschlicher Obhut festgestellt wird. Allerdings  ähneln die Ergebnisse den bisherigen Berichten für freilebende nordamerikanische Reptilien. Dennoch empfehlen wir angemessene Hygienemaßnahmen für die Haltung und den Kontakt  mit allen Reptilien.

Schlüsselwörter: Bakterielle Kultur, Reptilien, Salmonella spp., Virginia.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 564-568, 2004.

Titel: Pythiose bei einem Dromedar (Camelus dromedarius)

Autoren: James F. X. Wellehan, D.V.M., M.S., Lisa L. Farina, D.V.M., Curry G. Keoughan, D.V.M., Maud Lafortune, D.V.M, M.Sc., Amy M. Grooters, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Leonel Mendoza, M.Sc., Ph.D., Murray Brown, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., Scott P. Terrell, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Elliott R. Jacobson, D.V.M, Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

Departments of Small Animal Clinical Sciences (Wellehan, Lafortune, Jacobson, Heard), Pathobiology (Farina, Terrell) und Large Animal Clinical Sciences (Keoughan, Brown), College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA; Department of Veterinary Clinical Sciences, School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA (Grooters); Medical Technology Program, Michigan State University, 322 N. Kedzie Hall, East Lansing, Michigan 48824-1031, USA (Mendoza). Aktuelle Adressen (Farina): University of Illinois, Zoological Pathology Program, Loyola University Medical Center, Building 101, Room 0745, 2160 S. First Avenue, Maywood, Illinois 60180, USA; (Jim Wellehan): Zoological Medicine Service, Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA.. Korrespondenz bitte an Dr. Wellehan.

Zusammenfassung: Ein 4,5-jähriges männliches Dromedar (Camelus dromedarius) wurde aufgrund einer Schwellung auf der rechten Gesichtsseite untersucht. Das Blutbild sowie die biochemische Blutuntersuchung ergaben Anämie und Hypoproteinämie. Röntgenaufnahmen zeigten keine Knochenveränderungen. Das Geschwulst wurde entfernt, und Pythium insidiosum wurde isoliert. Das Dromedar wurde mit einer experimentellen immunotherapeutischen Vakzine, sowie mit Natriumjodid und Ceftiofur behandelt. Das Dromedar zeigte post-operativ Gewichtsverlust und verstarb 6 Monate später. Bei der pathologischen Untersuchung zeigte das Tier Gastritis der dritten Magenabteilung mit intraläsionalen Hyphen dieser pathogenen Oomycetenart.

Schlüsselwörter: Dromedar, Kamel, Camelus dromedarius, Pythiose, Pythium insidiosum, Phykomykose.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 569-571, 2004.

Titel: Hüftgelenksluxation bei einem Waldmurmeltier (Marmota monax): erfolgreiche Behandlung mit geschlossener Reposition und einer modifizierten Ehmerschen Schlinge

Autoren: Jonathan N. Chambers, D.V.M., Christopher S. Hanley, D.V.M. und Steven S. Hernandez-Divers, B.Vet.Med., D.Zoo.Med., M.R.C.V.S.

Department of Small Animal Medicine and Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602-7390, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Chambers.

Zusammenfassung: Die Reposition einer kraniodorsalen rechten Hüftgelenksluxation wurde mit einer Schlinge aus elastischem Band erfolgreich bei einem Waldmurmeltier (Marmota monax) behandelt. Komplikationen wurden in der 14-tägigen Behandlungszeit mit der Schlinge nicht festgestellt. Das Tier war in den folgenden 8 Monaten klinisch gesund.

Schlüsselwörter: Marmota monax, Waldmurmeltier, Luxation, Hüftgelenk.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 572-575, 2004.

Titel: Primäre Lymphangiektasie beim Dingo (Canis familiaris dingo)

Autoren: Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl.A.C.Z.M., Chris Ludlow, D.V.M., Dipl.A.C.V.I.M., Candace Layton, D.V.M., Dipl.A.C.V.S., Jeff Dennis, D.V.M., Dipl.A.C.V.I.M. und Margaret Miller, D.V.M., Ph.D., Dipl.A.C.V.P.

Kansas City Zoo, 6700 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Suedmeyer); Veterinary Specialty & Emergency Center, 11950 West 110th Street, Overland Park, Kansas 66202, USA (Ludlow, Layton, Dennis); University of Missouri–Columbia College of Veterinary Medicine, Veterinary Medical Diagnostic Laboratory, 1600 East Rollins, Columbia, Missouri 65211, USA (Miller). Aktuelle Adresse (Miller): Purdue University, 405 South University Street, West Lafayette, Indiana 47907, USA.. Korrespondenz bitte an Dr. Suedmeyer.

Zusammenfassung: Ein 3-jähriger, männlicher, nicht kastrierter Dingo (Canis familiaris dingo) zeigte seit 3 Monaten Durchfall, der sich nicht durch die Behandlung mit Antibiotika oder Darmprotektiva verbesserte. Kotuntersuchung auf Parasiten, bakterielle Kultur des Kotes, klinische Untersuchung und Röntgenaufnahmen waren unauffällig. Enteroskopische Duodenumbiopsien zeigten dilatierte Lymphgefäße ohne das Vorkommen von Entzündung. Werte für Serumfolsäure, Cobalamin und Trypsin-like Immunoreactivity waren im physiologischen Bereich. Niedrige Werte für Serumgesamtprotein und ‑albumin, sowie erhöhte Werte für alpha-1-Proteasehemmer im Kot deuteten auf eine Diagnose von Lymphangiektasie hin. Darmbiopsien durch alle Schichten vom Duodenum, Jejunum und Ileum zeigten dilatierte Lymphgefäße der Mukosa und Submukosa ohne Anzeichen von Entzündung, wodurch die Diagnose von primärer Lymphangiektasie gemacht werden konnte. Der Dingo wird zur Zeit mit einer spezifischen Diät behandelt.

Schlüsselwörter: Lymphangiektasie, Dingo, Canis familiaris dingo, alpha-1-Proteasehemmer.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 35(4): 576-579, 2004.

Titel: Gleichzeitiges Vorkommen von Trikuspidalklappendysplasie und ventrikulärem Septumdefekt bei einem jungen Husarenaffen (Erythrocebus patas)

Autoren: Liang Sao-Ling, B.V.M., M.V.M., Yu Jane-Fang, B.V.M., M.V.M., Cheng Chian-Ren, B.V.M., Ph.D. und Chin Shih-Chien, B.V.M., M.V.M.

Veterinary Hospital, National Taiwan University, #153, Section 3, Keelung Road, Taipei 106, Taiwan, ROC (Sao-Ling); Animal Medical Center, Taipei City Zoo, Taipei 116, Taiwan, Volksrepublik China (Jane-Fang, Shih-Chien); Department of Veterinary Medicine, National Taiwan University, Taipei 106, Taiwan, Volksrepublik China (Chian-Ren). Korrespondenz bitte an Dr. Sao-Ling.

Zusammenfassung: Ein 1,5-kg schwerer, 6 Monate alter, männlicher Husarenaffe (Erythrocebus patas) zeigte Zyanose und Hecheln. Die kardiologische Untersuchung mit Hilfe von Elektrokardiographie, thorakalen Röntgenaufnahmen, zweidimensionaler und Farbdopplerechokardiographie ergaben einen vetrikulären Septumdefekt (VSD) mit einem Rechts-Links-Shunt, sowie eine Trikuspidalklappendysplasie mit dilatiertem Annulus des Trikuspidalringes, einem erweiterten rechten Atrium und Ventrikel, und einer Deformierung der Trikuspidalklappe. Wegen des Schweregrads der Herzerkrankung, zeigte der Husarenaffe Komplikationen beim Aufwachen aus der Narkose und starb 3 Tage danach. Die anatomisch-pathologische Untersuchung zeigte VSD, Trikuspidaldysplasie und Großhirnblutung.

Schlüsselwörter: Husarenaffe, Erythrocebus patas, kongenitaler Herzdefekt, vetrikulärer Septumdefekt, Trikuspidalklappendysplasie.

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