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jzwm_germanabstract_v36n2_2005

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 36(2) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 155-168, 2005.

 

Titel: ­­Nierenuntersuchung beim gesunden Grünen Leguan (Iguana iguana): Beurteilung der biochemischen Plasmawerte, glomerulären Filtrationsrate und endoskopischen Biopsien

Autoren:  Stephen J. Hernandez-Divers, B. Vet. Med., Dipl. R.C.V.S. Zoo. Med., M.R.C.V.S., Scott J. Stahl, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Nancy L. Stedman, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Sonia M. Hernandez-Divers, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Juergen Schumacher, Dr. Med. Vet., Dipl. A.C.Z.M., Christopher S. Hanley, D.V.M., Heather Wilson, D.V.M., Dipl. A.B.V.P.(Avian), Anand N. Vidyashankar, Ph.D., Ying Zhao, M.S. und Wilson K. Rumbeiha B.V.M., Ph.D., D.A.B.V.T.

 

Exotic Animal, Wildlife and Zoological Medicine Service, Department of Small Animal Medicine & Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (S.J. Hernandez-Divers, S.M. Hernandez-Divers, Hanley, Wilson); Stahl Exotic Animal Veterinary Services, 111A Center Street South, Vienna, Virginia 22180, USA (Stahl); Department of Veterinary Pathology, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Stedman); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Schumacher); Statistical Consulting Center, Department of Statistics, University of Georgia, Athens, Georgia 30605, USA (Vidyashankar, Zhao); Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University, East Lansing, Michigan 48824, USA (Rumbeiha). Aktuelle Adresse (Hanley): Special Species Service, Department of Surgical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin 53706, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Stephen Hernandez-Divers.

 

Zusammenfassung: Biochemische Plasmauntersuchungen, Iohexol-Clearance und endoskopische Untersuchung der Niere mit Biopsie wurden bei 23 klinisch gesunden, 2 Jahre alten Grünen Leguanen (Iguana iguana) durchgeführt. Mittelwerte (± SD) des Hämatokrits (30 ± 3 %), Gesamtproteins (62 ± 7 g/L; 6,2 ± 0,7 g/dL), Albumins (25 ± 2 g/L; 2,5 ± 0,2 g/dL), Globulins (37 ± 6 g/L; 3,7 ± 0,6 g/dL), Gesamtcalciums (3,0 ± 0,2 mmol/L; 12,0 ± 0,7 mg/dL), ionisierten Calciums (1,38 ± 0,1 mmol/L), Phosphors (1,32 ± 0,28 mmol/L; 4,1 ± 0,9 mg/dL), Harnsäure (222 ± 100 μmol/L; 3,8 ± 1,7 mg/dL), Natriums (148 ± 3 mmol/L oder mEq/L) und Kaliums (2,6 ± 0,4 mmol/L oder mEq/L) wurden als innerhalb des physiologischen Bereichs bewertet. Harnstoffwerte waren niedrig (< 1,4 mmol/L, < 4 mg/dL), wobei 70% der Proben unterhalb der nachweisbaren Grenze des Messgerätes lagen. Nach der i.v.-Injektion mit 75 mg/kg Iohexol in die V. coccygealis ventralis wurden mehrere Blutproben über die folgenden 32 Stunden entnommen. Graphen der Plasma-Iohexol-Clearance wurden für jedes Tier mit einem Iohexol-Assay mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie erstellt. Ein Dreikompartmentmodell wurde für die Fläche unter der Kurve und für die Berechnung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) mit Hilfe der Regressionsanalyse verwendet. Die mittlere GFR (SD) betrug 16,56 ± 3,90 ml/kg/h mit einem 95% Konfidenzintervall von 14,78 – 18,34 ml/kg/h. Bilaterale endoskopische Nierenuntersuchung und ‑biopsie lieferten Gewebsproben mit ausgezeichneter diagnostischer Qualität, die mit Gewebe übereinstimmten, das bei der postmortalen Untersuchung histologisch analysiert wurde. Nebenwirkungen konnten bei der Iohexol-Clearance oder Endoskopie bei den 23 Tieren nicht festegestellt werden. Biochemische Plasmauntersuchung, Iohexol-Clearance, endoskopische Untersuchung und Nierenbiopsie werden für die Beurteilung der Nierenfunktion und Feststellung von Nierenerkrankungen beim Grünen Leguan empfohlen.

 

Schlüsselwörter: Grüner Leguan, Iguana iguana, Niere, glomeruläre Filtrationsrate, Iohexol, Endoskopie.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 169-175, 2005.

 

Titel: Vergleich von der Narkose mit Isofluran und Sevofluran nach Prämedikation mit Butorphanol beim Grünen Leguan (Iguana iguana)

Autoren: Sonia M. Hernandez-Divers, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Juergen Schumacher, Dr.Med.Vet., Dipl. A.C.Z.M., Scott Stahl, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian) und Stephen J. Hernandez-Divers, B.Vet.Med., D.Zoo.Med. (Reptilian), M.R.C.V.S., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Small Animal Medicine and Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (S. M. Hernandez-Divers, S. J. Hernandez-Divers); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, The University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Schumacher); Eastern Exotics Center, 4001 Legato Road, Fairfax, Virginia 22033, USA (Stahl). Aktuelle Adresse (S. M. Hernandez-Divers): The Institute of Ecology, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA.  Korrespondenz bitte an Dr. Sonia Hernandez-Divers.

 

Zusammenfassung: Die narkotischen und kardiopulmonalen Wirkungen von Sevofluran oder Isofluran nach Verabreichung von Butorphanol wurden bei 23 männlichen Grünen Leguanen (Iguana iguana) verglichen. Herz- und Atemfrequenz wurden vor und 30 Minuten nach der Prämedikation mit Butorphanol (2 mg/kg i.m.) gemessen. Die Narkose wurde bei 12 Grünen Leguanen (Gruppe 1) mit Isofluran (5%) und bei 11 Grünen Leguanen (Gruppe 2) mit Sevofluran (7%) eingeleitet. Herzfrequenz, relative arterielle Sauerstoffsättigung (SpO2) und endexspiratorische CO2-Konzentrationen (EtCO2) wurden jede Minute während der ersten fünf Minuten und alle fünf Minuten danach gemessen. Arterielle Blutgasparameter wurden 10 und 40 Minuten nach Einleitung festgestellt. Herz- und Atemfrquenzen wichen 30 Minuten nach Butorphanol-Verabreichung nicht signifikant von den Basiswerten ab. Die Qualität und Einleitungszeit waren mit Butorphanol-Sevofluran (6 ± 3 min) besser als mit Butorphanol-Isofluran (9 ± 4 min). Verdampfereinstellungen während der Aufrechterhaltung der Narkose betrugen 1 - 3% bzw. 2 - 4%. Signifikante Abweichungen der Herzfrequenz konnten zwischen den beiden Gruppen nicht festgestellt werden. SpO2–Werte in der Sevoflurangruppe waren >90% während der gesamten Narkosezeit. Obwohl SpO2–Werte in der Isoflurangruppe 20, 25 und 30 Minuten nach der Einleitung <90% fielen, konnten signifikante Abweichungen der SpO2–Werte während der gesamten Narkoseperiode und zwischen den Gruppen nicht festgestellt werden. Ein signifikanter Abfall der EtCO2–Werte wurde über die Dauer des Experiments bei beiden Gruppen festgestellt; es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Arterielle Sauerstoffsättigung 10 und 40 Minuten nach der Einleitung betrug > 90% in beiden Gruppen; es gab keine signifikanten Unterschiede über die Dauer des Experiments oder zwischen den Gruppen. Erholungszeit war in der Butorphanol-Iosflurangruppe signifikant länger als in der Butorphanol-Sevoflurangruppe (35 ± 27 min bzw. 7 ± 4 min). Die kardiopulmonalen Wirkungen von Butorphanol-Isofluran und Butorphanol-Sevofluran waren in dieser Studie ähnlich, und beide Inhalationsmittel scheinen sicher und effektiv für die Narkoseeinleitung und –aufrechterhaltung beim Grünen Leguan zu sein.

 

Schlüsselwörter: Iguana iguana, Isofluran, Sevofluran, Butorphanol, Narkose.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 176-187, 2005.

 

Titel: Gesundheitsbeurteilung einer freilebenden Population Mittelamerikanischer Tapire (Tapirus bairdii) in Costa Rica

Autoren: Sonia M. Hernandez-Divers, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Roberto Aguilar, D.V.M., Danilo Leandro-Loria, D.V.M. und Charles R. Foerster, M.S.

 

Institute of Ecology, University of Georgia, Athens, Georgia 30602-7390, USA (Hernandez-Divers); Audubon Zoo, 6500 Magazine Street, New Orleans, Louisiana 70118, USA (Aguilar); Simon Bolivar Zoo, San Jose, Costa Rica (Leandro-Loria); Proyecto Danta, Corcovado National Park, Costa Rica (Foerster).  Korrespondenz bitte an Dr. Hernandez-Divers.

 

Zusammenfassung: Die Gesundheit einer freilebenden Population Mittelamerikanischer Tapire (Tapirus bairdii), die sich in Corcovado Nationalpark, Costa Rica, befinden, wurde als Teil einer ökologischen Studie beurteilt. Neunzehn Tapire wurden zwischen März 1997 und Februar 2000 narkotisiert, und Blut, Hautbiopsien und Ektoparasiten wurden entnommen. Zecken wurden als Amblyomma oblongoguttatum oder A. coelebs identifiziert.  Die Ergebnisse der hämatologischen und biochemischen Blutuntersuchung deuten auf statistisch signifikante Unterschiede zwischen freilebeneden und in menschlicher Obhut gehaltenen Populationen. Diese Abweichungen sollten jedoch vorsichtig interpretiert werden, da sie auf inhärenten Unterschieden der Umweltfaktoren der beiden Populationen beruhen könnten. Fünf der 17 Tiere testeten positiv für Leptospira bratislava, und 12 der Tiere zeigten positive Testergebnisse für venezolanische Pferdeenzephalitis. Eine der neun untersuchten Hautbiopsien zeigte Abweichungen, und Leukoderm wurde diagnostiziert. Diese Studie stellt die erste gesundheitliche Beurteilung von freilebenden Tapiren dar.

 

Schlüsselwörter: freilebend, Gesundheit, Serologie, Tapirus bairdii, Tapir.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 188-191, 2005.

 

Titel: Vitamin-D-Messungen bei wildlebenden Hispaniola-Leguanen (Cyclura ricordii) und wildlebenden und in menschlicher Obhut lebenden Nashornleguanen (Cyclura cornuta cornuta) in der Dominikanischen Republik

Autoren: Jan C. Ramer, D.V.M., Roberto Maria, Dr. Med. Vet., Tim Reichard, M.S., D.V.M., Peter J. Tolson, Ph.D., Tai C. Chen, Ph.D. und Michael F. Holick, Ph.D., M.D.

 

Indianapolis Zoo, 1200 West Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA (Ramer); Parque Zoológico Nacional, Apartado Postal 2449, Santo Domingo, Dominikanische Republik (Maria); Toledo Zoo, P.O. Box 140130, Toledo, Ohio 43614, USA (Reichard, Tolson); Boston University School of Medicine, Boston, Massachusetts 02118, USA (Chen, Holick).  Korrespondenz bitte an Dr. Ramer.

 

Zusammenfassung: Calcidiolwerte (25-Hydroxy-Vitamin-D) wurden bei 22 wildlebenden Hispaniola-Leguanen (Cyclura ricordii) und sieben wildlebenden Nashornleguanen (Cyclura cornuta cornuta) gemessen. Calcitriolwerte (1,25-Hydroxy-Vitamin-D) wurden bei 12 wildlebenden Hispaniola-Leguanen und sieben wildlebenden Nashornleguanen gemessen. Die Tiere wurden als Teil einer größeren gesundheitlichen Studie der Hispaniola-Leguane in Isla Cabritos Nationalpark, Dominikanische Republik, gefangen. Insgesamt 13 in menschlicher Obhut lebende Nashornleguane, die in einem Außengehege im Parque Zoológico Nacional gehalten wurden, wurden zum Vergleich ebenfalls untersucht. Mittlere Konzentration von 25-Hydroxy-Vitamin-D betrug 554 nmol/l (222 ng/ml) mit einer Spannweite von 250-1118 nmol/l (100-448 ng/ml) für wildlebende Hispaniola-Leguane, 332 nmol/L (133 ng/ml) mit einer Spannweite von 260–369 nmol/L (104–148 ng/ml) für wildlebende Nashornleguane und 317 nmol/L (127 ng/ml) mit einer Spannweite von 220–519 nmol/L (88–208 ng/ml) für Nashornleguane in menschlicher Obhut. Aufgrund dieser Ergebnisse sind mindestens 325 nmol/l (130 ng/ml) für 25-OH-Vitamin-D für gesunde Hispaniola- und Nashornleguane als physiologisch zu bewerten.

 

Schlüsselwörter: Vitamin D, Hispaniola-Leguan, Nashornleguan, Cyclura.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 192-197, 2005.

 

Titel: Die Exposition freilebender Mähnenwölfe (Chrysocyon brachurus) gegenüber infektiösen und parasitischen Krankheitserregern im Noël Kempff Mercado Nationalpark, Bolivien

Autoren: Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Louise H. Emmons, Ph.D.

 

Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA (Deem); Department of Systematic Biology, NHB 390, MRC 108, Smithsonian Institution, P.O. Box 37012, Washington, D.C. 20013-70128, USA (Emmons). Aktuelle Adresse (Deem): Department of Animal Health, Smithsonian's National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue, Washington, D.C. 20008, USA.  Korrespondenz bitte an Dr. Deem.

 

Zusammenfassung: Mähnenwölfe (Chrysocyon brachurus) sind neotropische Säugetiere, die im Anhang II des CITES vertreten sind. Sie befinden sich südlich des Amazon-Regenwaldes in Bolivien, im nördlichen Argentinien und Paraguay bis in das östliche Brasilien und das nördliche Uruguay. Sie werden vorrangig durch Zerstörung ihrer Lebensräume, Autounfälle und Erschießen durch Bauern bedroht. Eine zusätzliche Bedrohung für den Schutz der Mähnenwölfe stellen Morbidität und Mortalität durch infektiöse und parasitische Erkrankungen dar. Mähnenwölfe in menschlicher Obhut sind anfällig und sterben an häufig vorkommenden Infektionskrankheiten des Hundes (Canis familiaris), u.a. Hundestaupe, Parvovirose des Hundes, Tollwut und Adenovirus des Hundes. Die Ergebnisse dieser Studie ziegen, daß freilebende Mähnenwölfe in einer abgelegenen Region Boliviens mehreren infektiösen und parasitischen Krankheitserregern domestizierter Fleischfresser ausgesetzt sind, darunter Adenovirus des Hundes, Hundestaupe, Parvovirus des Hundes, Coronavirus des Hundes, Tollwut, Leptospira interrogans spp., Toxoplasma gondii und Dirofilaria immitis, und daß das Risiko, daß sie an diesen Infektionen erkranken, erhöht sein könnte.

 

Schlüsselwörter: Bolivien, Chrysocyon brachurus, Infektionskrankheiten, Mähnenwolf, parasitische Erkrankungen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 198-203 2005.

 

Titel: Retrospektive Studie über das Vorhandensein von Masern-Antikörpern bei geimpften Gorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut

Autoren: Megan W. Blasier, D.V.M., Dominic A. Travis, D.V.M., M.S. und Robyn Barbiers, D.V.M.

 

University of Georgia College of Veterinary Medicine, Athens, Georgia 30602, USA (Blasier); Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA (Travis, Barbiers).  Korrespondenz bitte an Dr. Blasier.

 

Zusammenfassung: Retrospektive Analyse von Proben aus einer Serumbank und medizinischen Akten von Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) in Lincoln Park Zoo zeigte, daß die Impfung von Gorillas mit einer menschlichen Vakzine Antikörperproduktion hervorrief. Eine signifikante Beziehung zwischen den Gruppen, die eine, zwei oder drei Impfungen bekamen und der Wahrscheinlichkeit der Serokonversion konnte nicht festgestellt werden. Diese Daten deuten ebenfalls darauf hin, daß Antikörper bei Westlichen Flachlandgorillas mindestens 11 Jahre lang fortbestehen. Diese Informationen werden bei der Beurteilung von Impfprotokollen für Gorillas in menschlicher Obhut und für die Einführung vorbeugender Maßnahmen für freilebende Gorillapopulationen von Nutzen sein.

 

Schlüsselwörter: Gorilla gorilla gorilla, Westlicher Flachlandgorilla, Gorilla gorilla beringei, Berggorilla, Masern, Impfstoff.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 204-211, 2005.

 

Titel: Verdaulichkeit von Faserstoff beim Mohrenmaki (Eulemur macaco macaco)

Autoren: Debra A. Schmidt, Ph.D., Monty S. Kerley, Ph.D., Ingrid J. Porton, M.S., James H. Porter, Janet L. Dempsey, M.S., Mark E. Griffin, Ph.D., Mark R. Ellersieck, Ph.D. und William C. Sadler, Ph.D.

 

University of Missouri, 111 Animal Sciences Research Center, Columbia, Missouri 65211, USA (Schmidt, Kerley, Porter); Saint Louis Zoo, Saint Louis, Missouri 63110, USA (Porton, Dempsey); Purina Mills, LLC, Saint Louis, Missouri 63166, USA (Griffin, Sadler); University of Missouri, Experiment Station Statistics, Columbia, Missouri 65211, USA (Ellersieck). Aktuelle Adressen (Schmidt): Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA; (Dempsey): Nestlé Purina Pet Care Company, 2N Checkerboard Square, Saint Louis, Missouri 63164, USA; (Griffin, Sadler): Purina Mills, LLC, 555 Maryville University Drive, Saint Louis, Missouri 63141, USA.  Korrespondenz bitte an Dr. Schmidt.

 

Zusammenfassung: Die Futteraufnahme des Mohrenmakis (Eulemur macaco macaco) wird als „generalist feeder“ eingestuft. Sie fressen Obst und Blätter, die mit saisonaler Verfügbarkeit variieren. Es besteht die Hypothese, daß der Mohrenmaki Neutral Detergent Fiber (NDF) als Energiequelle durch Faserstoffgärung im Caecum und Dickdarm nutzen kann. Ihre Ernährung in menschlicher Obhut besteht typischerweise aus kommerziellen „primate biscuits“ und häufig vorkommenden Obst- und Gemüsesorten. Beide Bestandteile haben einen begrenzten NDF-Gehalt. Verdaulichkeitsversuche wurden mit 14 Mohrenmakis durchgeführt. Zwölf wurden in Gruppen (4, 3, 3 und 2) und zwei allein gehalten. Den Makis wurden vier hergestellte Futtermittel mit verschiedenen Faserstoffsorten und -gehalten angeboten. Ein kommerziell käufliches Primatenfutter mit ca. 27% NDF diente als Kontrolldiät. Die zweite Diät bestand aus den beschriebenen „primate biscuits“, die gemahlen und in eine Gelmatrix auf Faserstoffbasis eingelassen wurden. Die dritte und vierte Diät bestand aus Soyabohnenhülsen oder gemahlenen Maiskolben als Faserstoffquelle mit 53 bzw. 47% NDF. 36% der Diäten (Trockengewicht) bestand aus frischen Obst- und Gemüsesorten. Trockenmasse-Verdaulichkeit unterschied sich signifikant unter den vier Diäten. NDF-Verdaulichkeit war für die gemahlenen „primate biscuits“ im Gel am höchsten und für die zwei Geldiäten mit hohem Faserstoffgehalt am niedrigsten, und Verdaulichkeitswerte für die Biscuits war zwischen diesen beiden Extremwerten. Die Geldiäten mit hohem Faserstoffgehalt haben die NDF-Konzentrationen der Primatendiäten erfolgreich erhöht, obwohl Mohrenmakis nur begrenzte Faserstoffverdauung zeigten.

 

Schlüsselwörter: Mohrenmaki, Eulemur macaco macaco, Neutral Detergent Fiber (NDF), Faserstoffverdaulichkeit, Primatenernährung, Geldiäten.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 212-221 2005.

 

Titel: Eisenspeicherkrankheit beim Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) in menschlicher Obhut: Beziehung zwischen Blutparameter und Eisenkonzentrationen sowie histopathologischen Veränderungen der Leber

Autoren: Lisa L. Farina D.V.M. Dipl. A.C.V.P., Darryl J. Heard B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Dana M. LeBlanc B.S., Jeffery O. Hall D.V.M., Ph.D., Dipl. A.B.V.T., Gary Stevens Ph.D., James F. X. Wellehan D.V.M., M.S. und Carol J. Detrisac D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Departments of Pathobiology (Farina, Detrisac) und Small Animal Clinical Sciences (Heard, Wellehan), College of Veterinary Medicine, University of Florida, 2015 SW 16 Avenue, Gainesville, Florida 32610, USA; Lubee Bat Conservancy, 1309 NW 192 Avenue, Gainesville, Florida 32609, USA (LeBlanc); Utah State University, Utah Veterinary Diagnostic Laboratory, 950 East 1400 North, Logan, Utah 84322-5700, USA (Hall); Biostatistics, Department of Statistics in the College of Medicine, University of Florida, P.O. Box 100212, Gainesville, Florida 32610-0212, USA (Stevens). Aktuelle Adressen (Farina): University of Illinois, Zoological Pathology Program, LUMC, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA; (Detrisac): Pathology Associates, 10 West 35th Street, Chicago, Illinois 60616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Farina.

 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht die Beziehung zwischen Eisenparametern im Blut und Eisenkonzentrationen der Leber sowie die Korrelation der pathohistologischen Befunde mit Eisenkonzentrationen der Leber beim Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) und Insel-Flughund (Pteropus hyomelanus) in menschlicher Obhut. Vollständiges Blutbild, biochemische Plasmauntersuchung, Eisenkonzentrationen im Serum, Gesamteisenbindungskapazität, Bleikonzentrationen im Blut und Ferritin im Plasma wurden gemessen. Leberproben wurden durch Laparotomie gesammelt und in zwei Gruppen geteilt. Die eine Hälfte wurde für die histologische Untersuchung verwendet und die andere Hälfte eingefroren und für die Mineralanalyse benutzt. Die histologischen Proben wurden von zwei blinden Untersuchern auf Eisenablagerung, Nekrose und Fibrose eingestuft. Die Nilflughunde zeigten signifikant höhere Eisen- (Mittelwert = 3669 ± 1823 ppm) und Bleikonzentrationen (Mittelwert = 8,9 ± 5,8 ppm) als die Insel-Flughunde (Mittelwert [Fe] = 174 ± 173 ppm, Mittelwert [Pb] = 1,9 ± 0,5 ppm). Eisenkonzentrationen der Leber korrelierten signifikant mit der des Gewebes, mit der histologischen Einstufung für Eisengehalt und Nekrose, sowie mit der Eisenkonzentration im Serum, Transferrinsättigung und Ferritin im Plasma (P < 0,001). Bleikonzentrationen im Blut zeigten eine negative Beziehung mit denen des Gewebes (P < 0,001). Wenn das Produkt aus Transferrinsättigung und Eisenkonzentration im Serum größer als 51 war, zeigte das Tier mit hoher Wahrscheinlichkeit Eisenüberschuß. Wenn das Produkt aus diesen beiden Variablen größer als 90 war, zeigte das einzelne Tier mit hoher Wahrscheinlichkeit Hämochromatose. Diese Studie deutet darauf hin, daß die Bestimmung der Serumeisenkonzentration, Trasferrinsättigung und des Ferritins im Plasma nützliche und nicht invasive Methoden zur Diagnose der Hämochromatose beim Nilflughund sind.

 

Schlüsselwörter: Rousettus aegyptiacus, Nilflughund, Hämochromatose, Eisenspeicherkrankheit, Blei.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 222-228, 2005.

 

Titel: Eine retrospektive Studie über Anamnese, Signalement, Behandlung und Behandlungserfolg von freilebenden Greifvögeln in Griechenland (1997-2000)

Autoren: A. Th. Komnenou, D.V.M., Ph.D., I. Georgopoulou, D.V.M., Ph.D., I. Savvas, D.V.M., Ph.D. und A. Dessiris, D.V.M., Ph.D.

 

Departments of Clinical Studies, Clinic of Surgery (Komnenou, Savvas, Dessiris) und Clinic of Avian Medicine (Georgopoulou), School of Veterinary Medicine, Aristotle University of Thessaloniki, St. Voutyra 11, Thessaloniki 546-27, Griechenland.  Korrespondenz bitte an Dr. Komnenou.

 

Zusammenfassung: Eine retrospektive Studie über freilebende Greifvögel, die der tiermedizinischen Uniklinik, Tiermedizinisches Institut, Aristoteles Universität von Thessaloniki, Griechenland über drei Jahre (1997-2000) vorgestellt wurden (n = 402), wurde unternommen. Vögel aus 19 Arten aus den Ordnungen Accipitriformes (n = 295), Falconiformes (n = 35) und Stringiformes (n = 72) waren bei der Studie vertreten. Traumatische Verletzungen (n = 305; 75,8%) war der häufigste Grund für das Vorstellen in der Klinik bei allen Greifvögeln. Abmagerung (n = 38 Vögel; 9,4%) war der zweithäufigste Grund, wobei Intoxikationen (n = 28; 6,9%) bei einer begrenzten Zahl von Vögeln vermutet wurden. Während der Brutsaison wurden verwaiste Jungvögel (n = 31; 7,7%) vorgestellt, die meist wegen unangebrachten menschlichen Einschreitens in die Klinik kamen. Alle Vögel wurden nach Bedarf chirurgisch und medizinisch behandelt. Insgesamt konnten 229 (56,9%) der vorgestellten Greifvögel erfolgreich behandelt und freigelassen werden. 121 (30%) wurden behandelt, konnten aber nicht freigelassen werden, und 52 (12,9%) der Vögel starben trotz Behandlung. Menschliches Eingreifen spielt die bedeutendste Rolle bei der Morbität und Mortalität von Greifvögeln.

 

Schlüsselwörter: freilebende Greifvögel, Griechenland, Krankheiten, Morbidität, Mortalität.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 229-238, 2005.

 

Titel: Dermatologische Studie über Alopezie beim Rhesusaffen (Macaca mulatta)

Autoren: Hanspeter W. Steinmetz, Dr. med. vet., M.Sc., Werner Kaumanns, Dr. rer. soc., Ilona Dix, Dipl. agrar. ing., Karl-Albrecht Neimeier, Dr. med. und Franz-Josef Kaup, Prof., Dr. med. vet.

 

Division of Zoo Animals and Exotic Pets, University of Zürich, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz (Steinmetz); Department of Veterinary Medicine & Primate Husbandry, German Primate Center, 37077 Göttingen, Deutschland (Dix, Kaup); Zoological Garden Köln, 50735 Köln, Deutschland (Kaumanns); Dermatology Clinic and Out-Patient Unit, Saarland University, 66421 Homburg/Saar, Deutschland (Neimeier).  Korrespondenz bitte an Dr. Steinmetz.

 

Zusammenfassung: Haarveränderungen werden beim Rhesusaffen in menschlicher Obhut häufig dokumentiert und sind eine wichtige gesundheitliche Beeinträchtigung, da das Haarkleid als anatomische und physiologische Schranke zwischen dem Tier und der Umwelt dient. Der Zweck dieser Studie war es, die Pathogenese der Haarveränderungen bei dieser Tierart zu identifizieren und die häufigsten Ursachen der Alopezie auszuschließen. Die Studie bestand aus klinischer, hämatologischer, bakteriologischer, mykologischer, parasitologischer und histopathologischer Untersuchung. Eine weitreichende systemische dermatologische Untersuchung wurde bei 156 Rhesusaffen durchgeführt, die unter unterschiedlichen Umweltbedingungen im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen gehalten wurden. 27 zusätzliche Tiere aus anderen Einrichtungen mit Primaten wurden ebenfalls im Rahmen der Studie untersucht. Bei der klinischen Untersuchung zeigten 126 Tiere unvollständige Alopezie mit unterschiedlichem Schweregrad, die in den schlimmsten Fällen bis zum vollständigem Haarausfall reichte. Die Veränderungen waren in 88% der Fälle bilateral symmetrisch. Der Rücken und die Extremitäten waren am häufigsten betroffen. Klinische Veränderungen der Hautoberfläche wurden nicht festgestellt. Die histologische Untersuchung zeigte vorwiegend geringgradige epidermale Hyperkeratose und perivaskuläre Dermatitis. Das Vorkommen und der Grad der histologischen Veränderungen korrelierten nicht mit den Haarveränderungen. Parasitäre, bakterielle und mykotische Ursachen der Alopezie konnten ausgeschlossen werden. Nach Überprüfung der Ergebnisse könnten Umweltbedingungen und Verhaltensmuster, die Haarwuchs regulieren oder beeinflussen, Haarausfall beim Rhesusaffen verursachen. Zukünftige Studien sollten Veränderungen von extrinsischen und intrinsischen Faktoren untersuchen, die Haarfollikelaktivität beeinflussen.

 

Schlüsselwörter: Rhesusaffe, Macaca mulatta, Haarausfall, Alopezie.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 239-244, 2005.

 

Titel: Serum-Gamma-Glutamyltransferase als prognostischer Indikator neonataler Lebensfähigkeit bei nicht domestizierten Wiederkäuern

Autoren: Lauren L. Howard, D.V.M., Leslie M. Turner, M.A., Ilse H. Stalis, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Patrick J. Morris, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Zoological Society of San Diego, San Diego Zoo, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112, USA (Howard, Stalis, Morris); San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA (Howard); Ecology, Behavior, Evolution Section, Division of Biological Sciences, University of California, San Diego, La Jolla, California 92093, USA (Turner). Aktuelle Adresse (Howard): Houston Zoo Veterinary Services, 1513 North MacGregor, Houston, TX 77030, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Howard.

 

Zusammenfassung: Schnelle Beurteilung des Immunstatus neugeborener Wiederkäuer in Einrichtungen mit bedrohten Tieren ermöglicht das frühe Einschreiten bei Fällen mit unzureichenden mütterlichen Immunoglobulinen. Gamma-Glutamyltransferase (GGT) im Serum wurde für die Beurteilung vermuteter passiver Übertragung bei 25 Nordindischen Muntjaks (Muntiacus muntjak vaginalis), 45 Kretischen Wildziegen (Capra aegagrus cretica), 20 Weißlippenhirschen (Cervus albirostris), 25 Mhorrgazellen (Gazella dama mhorr) und 31 Sömmeringgazellen (Gazella soemmerringi soemmerringi) gemessen. GGT im Serum wurde innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt gemessen und mit dem klinischen Zustand fünf Tage nach der Geburt verglichen. Neugeborene Sömmerring- und Mhorrgazellen mit GGT > 600 U/l überlebten mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne medizinisches Einschreiten, wobei GGT < 400 U/l ein guter Indikator dafür war, daß bei der neugeborene Gazelle medizinisch eingegriffen werden mußte. Neugeborene Muntjaks mit GGT > 200 U/l  überlebten ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne medizinisches Einschreiten. Da es keinen Goldstandard für die Beurteilung passiver Übertragung bei neugeborenen nicht domestizierten Wiederkäuern gibt, wird empfohlen, die Ergebnisse von mehr als einem diagnostischen Test sowie den klinischen Zustand des Tieres in Betracht zu ziehen, wenn man den Gesundheitsstand und weitere Haltungsentscheidungen neugeborener Wiederkäuer bedrohter Tierarten beurteilt.

 

Schlüsselwörter: Störung der passiven Übertragung, Gamma-Glutamyltransferase, Wiederkäuer, Neugeborenes Tier.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 245-249, 2005.

 

Titel: Studie über ausgewählte parasitische und virale Erreger bei vier mexikanischen Papageienarten, Amazona autumnalis, Amazona oratrix, Amazona viridigenalis und Rhynchopsitta pachyrhyncha

Autoren: Elizabeth Gordon Stone, D.V.M., M.S., Griselda Montiel-Parra, Ph.D. und Tila Maria Pérez, Ph.D.

 

Department of Environmental and Population Health, Tufts University School of Veterinary Medicine, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Stone); Instituto de Biología, Universidad Nacional Autónoma de México, 70-153, México, D. F. 04510, Mexiko (Montiel-Parra, Pérez). Aktuelle Adresse (Stone): Center for Wildlife Health Research, Pownal, Maine 04069, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Stone.

 

Zusammenfassung: Isolierte Populationen von vier mexikanischen Papageienarten wurden auf Exposition gegenüber ausgewählten Erregern untersucht, die für lateinamerikanische Vögel von Bedeutung sind. Daten wurden zwischen Juni und September 1997 gesammelt, und Ektoparasiten wurden bei Rhynchopsitta pachyrhyncha zusätzlich im September 2000 gesammelt. Serumproben von Küken von neun Amazona oratrix, zehn Amazona viridigenalis, sechs Amazona autumnalis und 25 Rhynchopsitta pachyrhyncha wurden auf neutralisierende Antikörper gegen Herpesvirus der Papageien, Vogelgrippe und auf Antikörper gegen Paramyxovirus Serotypen 1 und 3 untersucht. Küken wurden ebenfalls auf Parasiten im Kot und auf Ektoparasiten untersucht. Die serologischen und Kotuntersuchungen waren alle negativ. Folgende Ektoparasiten wurden vorgefunden: Zecken: Ixodidae; Milben:Ornithonyssus sylviarum; Flöhe: Psyttopsylla mexicana; Läuse: Paragoniocotes mexicanus, Heteromenopon sp. und Psittacobrosus sp.; und die Arthropoden Ornithocoris sp. Diese Studie liefert grundlegende Informationen für zukünftige Gesundheitsstudien.

 

Schlüsselwörter: Amazona autumnalis, Amazona oratrix, Amazona viridigenalis, Rhynchopsitta pachyrhyncha.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 250-256, 2005.

 

Titel: Sedierung im Stehen beim Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) mit Detomidin-Butorphanol-Kombinationen

Autoren: Donald L. Neiffer, V.M.D., Michele A. Miller, D.V.M., Ph.D., Martha Weber, D.V.M., Mark Stetter, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Deidre K. Fontenot, D.V.M., P. K. Robbins, M.R.C.V.S. und Geoffrey W. Pye, B.V.Sc., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M.

 

Disney's Animal Programs, Walt Disney World, P.O. Box 10000, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA. Aktuelle Adressen (Weber): Saint Louis Zoo, One Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA; (Pye): Werribee Open Range Zoo, P.O. Box 460, Werribee, Victoria 3030, Australien.  Korrespondenz bitte an Dr. Neiffer.

 

Zusammenfassung: Sedierung im Stehen wurde für 14 klinische Behandlungen bei drei Afrikanischen Elephanten (Loxodonta africana) durchgeführt, die mit einer Mischung aus geschütztem und modifiziert-geschütztem Kontakt gehalten wurden und durch operante Konditionierung trainiert wurden. Die ursprüngliche Handinjektion mit Detomidin Hydrocholorid und Butorphanol Tartrat mit einem Verhältnis von 1:1 auf µg:µg-Basis wurde intramuskulär mit einer Dosis von 50-70 mg (12,9-19,7 µg/kg) für jedes Narkosemittel verabreicht. Diese erste Injektion verursachte ausreichende Sedierung für Beginn und Ausführung von acht Behandlungen, wobei zusätzliche Dosen für die restlichen Behandlungen notwendig waren. Die Dosen für die zusätzliche Injektion jedes Medikaments betrugen 4,0-7,3 µg/kg. Erste Wirkung wurde innerhalb von 3,0-25 min (Mittelwert = 11,6 min, SD ± 5,9 min) beobachtet, und maximale Wirkung setzte nach 25-30 min für die Narkosen ohne zusätzliche Verabreichung ein. Diese Wirkung bestand in allen Fällen außer bei einem Tier bis zum Ende der Behandlung fort; sie reichte von 47-98 min (Mittelwert = 74,7 min, SD ± 18,8 min). Kardiologische oder respiratorische Depression wurde nicht festgestellt. Erholung nach Verabreichung der Antidote war schnell und vollständig und reichte von 2 bis 20 min (Mittelwert = 9,0 min, SD ± 7,0 min). Nach den Erfahrungen der Autoren werden folgende Dosen für die Antidote empfohlen: Yohimbin (73,4 – 98,5 µg/kg) intravenös, Naltrexon (48,9 - 98,5 µg/kg) intramuskulär. Circa ⅓ - ½ der Gesamt-Naltrexondosis sollte intravenös verabreicht werden. Geringe Nebenwirkungen wurden bei fünf Behandlungen beobachtet, die sich alle auf das Magen-Darm-System beschränkten, darunter Bauchdehnung, zum Teil mit vorübergehender Anorexie. Das Abklingen der Symptome wurde durch Verabreichung der Antidote, Bewegung, Förderung der Wasseraufnahme und die Verabreichung von Flunixin Meglumin gefördert. Außer Nebenwirkungen des Magen-Darm-Trakts wurde geringgradige Ataxie vor Beginn der chrirugischen Stimulierung während einer Behandlung mit 19,7 µg/kg jedes Narkosemittels beobachtet. Aufgrund der Behandlungen, bei denen keine zusätzliche Verabreichung für die Einleitung der Behandlung notwendig war und wegen der möglichen Ataxie bei höheren Dosen, wird eine Anfangsdosis von 14,7-16,2 µg/kg für Detomidin und Butorphanol mit einem Verhältnis von 1:1 auf µg:µg-Basis für die gleichzeitige i.m.-Verabreichung empfohlen.

 

Schlüsselwörter: Afrikanischer Elefant, Loxodonta africana, Sedierung, Detomidin Hydrocholorid,  Butorphanol Tartrat.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 257-264, 2005.

 

Titel: Entwicklung von Westnilvirustiter beim Vogel nach Umwidmung eines Impfstoffs für Pferde

Autoren: Sharmie Johnson, D.V.M.

 

Wildlife World Zoo, 16501 West Northern Avenue, Litchfield Park, Arizona 85345, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Johnson.

 

Zusammenfassung: Westnilvirus befällt viele Tierarten, aber die höchste Prävalenz von Morbidität und Mortalität wird bei Vögeln, Pferden und Menschen beobachtet. Der Zweck dieser Studie war es, ein Impfprotokoll für Greif- und Rabenvögel mit einer Vakzine zu entwerfen, die für Pferde entwickelt wurde. Die Vögel wurden fünf Gruppen zugeteilt. Gruppen 1-4 wurden 0,25 ml, 0,5 ml, 0,75 ml bzw. 1,0 ml verabreicht; Gruppe 5 diente als Kontrolle. Der höchste Prozentsatz von Serokonvertierung (58,3%) wurde in der Impfgruppe festegestellt, die 1,0 ml dreimal alle 3 Wochen bekam. Diese Studie zeigt, daß eine Vakzine, die für Pferde gegen Westnilvirus entwickelt wurde, bei Vögeln verwendet werden kann.

 

Schlüsselwörter: Westnilvirus, Greifvögel, Rabenvögel, Vakzine, Titer, Serokonvertierung.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 265-272, 2005.

 

Titel: Atoxoplasmose bei Prachtmeisen

Autoren: Michael J. Adkesson, D.V.M., Jacqueline M. Zdziarski, D.V.M. und Susan E. Little, D.V.M., Ph.D.

 

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Adkesson); Chicago Zoological Society/ Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Zdziarski); Department of Medical Microbiology and Parasitology, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Little). Korrespondenz bitte an Dr. Adkesson.

 

Zusammenfassung: Atoxoplasma spp. (extraintestinale Isospora spp.) sind Kokzidien, die eine Vielzahl von Sperlingsvogelarten infizieren können. Die Diagnose der Atoxoplasmose ist mit Untersuchung der Leukozytenschicht, der Organklatschpräparate oder der histopathologischen Proben von der Sektion schwierig. Das Vorkommen dieses Parsiten wurde bei einer Prachtmeisensammlung in einem zoologischen Garten untersucht, nachdem mehrere Prachtmeisen mit bestätigter oder vermuteter Infektion starben. Ein Polymerase Chain Reaction Assay wurde für die Untersuchung von Blut, Kot oder Gewebsproben (oder allen) von 88 Tieren aus 18 Arten verwendet. 23 von 60 (38,3%) der Blutproben von klinisch gesunden Vögeln testeten positiv. Neunzehn von 32 (59,4%) der Gewebsproben verstorbener Prachtmeisen waren positiv. Insgesamt 57 andere Einrichtungen wurden nach dem Vorkommen von Atoxoplasma befragt. Eine hohe Zahl Atoxoplasma-positiver, klinisch gesunder Vögel deutet an, daß der Parasit in Prachtmeisensammlungen subklinisch vorherrscht und daß Jungvögel und Erwachsene unter Stress am häufigsten klinische Symptome entwickeln. Ausführliche Desinfektion von Gehegen, gute Gehegeplanung und Verhinderung der Kontaminierung von Futtermittel und Wasser mit Kot sind wichtige Methoden, um die Krankheitsübertragung zu reduzieren. Gezielte Zuchtprogramme und regelmäßiges Testen von Zuchtpaaren könnten ebenfalls indiziert werden, um die Übertragung der Erkrankung auf empfängliche Nachkommen zu reduzieren. Vorsicht ist ebenfalls bei der Behausung von Prachtmeisen in Gehegen mit mehreren Vogelarten oder in Außengehegen angebracht, da die Übertragungsrisiken zwischen den Vogelarten noch nicht ausreichend definiert sind.

 

Schlüsselwörter: Atoxoplasma, Atoxoplasmose, Kokzidien, Isospora, Sperlingsvogel, Prachtmeise.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 273-285, 2005.

 

Titel: Pathologische Befunde bei wiederausgewilderten Przewalski-Pferden (Equus caballus przewalskii) im Südwesten der Mongolei

Autoren: Nadia Robert, Dr. med. vet., Dipl. A.C.V.P., Christian Walzer, Dr. med. vet. Univ. Prof., Simon R. Rüegg, Dr. med. vet., Petra Kaczensky, Dipl. Biol., Dr., Oyunsaikhan Ganbaatar, MSc. und Christian Stauffer, Dipl. Biol.

 

Center for Fish and Wildlife Health, Institute of Animal Pathology, University of Berne, Länggass-Strasse 122, CH-3001 Bern, Schweiz (Robert, Rüegg); Zoo Salzburg, Hellbrunnerstrasse 1, A-5081 Anif, Österreich (Walzer, Kaczensky); International Takhi Group, c/o Waldamt der Stadt Zürich, Amtshaus V, Werdmühleplatz 3, CH-8023 Zürich, Schweiz (Walzer, Kaczensky, Ganbataar, Stauffer). Aktuelle Adresse (Walzer): Research Institute of Wildlife Ecology, Univ. of Vienna, Savoyen Strasse 1, 1160 Wien, Österreich. Korrespondenz bitte an Dr. Robert.

 

Zusammenfassung: Das Przewalski-Pferd (Equus caballus przewalskii) ist Mitte der 60er Jahre in freier Wildbahn ausgestorben. Diese Tierart überlebte nur durch Zuchtprogramme in menschlicher Obhut. Das Takhin-Tal-Wiederauswilderungsprojekt wird von der International Takhi Group betrieben; es ist eines von zwei Projekten, die diese Pferde in freier Wildbahn wiederansiedeln. Die erste Haremsgruppe wurde 1997 ausgewildert. Die ersten Fohlen wurden 1999 in freier Wildbahn erfolgreich von der Herde aufgezogen. Zur Zeit leben 63 Przewalski-Pferde im Takhin-Tal. Vor Einführung eines Krankheits­überwachungs­programmes 1998 gab es nur wenig Informationen über die Todesursachen der Pferde. Seit 1999 wurden alle tot aufgefundene Pferde (n = 28) untersucht und Proben für weitere Diagnostik gesammelt. Piroplasmose des Pferdes, eine von Zecken übertragene Krankheit, wird durch Babesia caballi oder Theileria equi verursacht und ist im Takhin-Tal endemisch. Sie wurde als Todesursache von vier Hengsten und einem stillgeborenen Fohlen identifiziert. Im Dezember 2000 wurde Prädation durch Wölfe als Todesursache mehrerer Przewalski-Pferde festgestellt. Ausführliche klinische, pathologische und bakteriologische Untersuchungen verstorbener und überlebender Pferde dieser Gruppe zeigten allerdings Veränderungen, die mit Druse übereinstimmten. Der extreme mongolische Winter 2000-2001 hat vermutlich die Pferde geschwächt und sie für opportunistische Infektionen und anschließende Prädation durch Wölfe anfälliger gemacht. Andere vereinzelte Todesursachen seit 1999 waren Trauma, Erschöpfung, Abmagerung, Urolithiasis, Pneumonie, Abort und Stillgeburt. Die pathologische Untersuchung der Przewalski-Pferde ergab nicht in jedem Fall eine endgültige Diagnose. Viele Krankheitsfaktoren wurden als wichtig für die Anfangsphase der Auswilderung eingestuft, die möglicherweise die Begründung einer sich aufrechthaltende Population gefährden könnten.

 

Schlüsselwörter: Przewalski-Pferd, Equus caballus przewalskii, Wiederansiedlung, Druse, Prädation, Piroplasmose.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 286-289, 2005.

 

Titel: Morbidität und Mortalität einer Hirschziegenantilopenherde (Antilope cervicapra) in menschlicher Obhut durch Arcanobacterium pyogenes

Autoren: Timothy J. Portas, B.V.Sc., M.A.C.V.Sc. und Benn R. Bryant, B.V.Sc., M.V.S.

 

Western Plains Zoo, P.O. Box 831, Dubbo, New South Wales 2830, Australien.  Korrespondenz bitte an Dr. Portas.

 

Zusammenfassung: Arcanobacterium pyogenes wurde mit nekrotisierender Pneumonie, mandibulärer Osteomyelitis, Peritonitis und Abszessen der Leber, Lunge, Niere und Subkutis bei einer Hirschziegenantilopenherde (Antilope cervicapra) in menschlicher Obhut assoziiert. Männchen wurden häufiger (73,3%) als Weibchen betroffen. Die Infektion mit A. pyogenes war tödlich oder bedurfte der Einschläferung des Tieres in 15 der 16 Fälle (93,7%). Todesfälle, die mit A. pyogenes zusammenhingen, traten am häufigsten im Winter auf.

 

Schlüsselwörter:  Arcanobacterium pyogenes, Antilope cervicapra, Hirschziegenantilope.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 290-294, 2005.

 

Titel: Versetzung der Sehne des M. biceps für die Reposition der lateralen Schultergelenksluxation bei drei nicht domestizierten Wiederkäuerarten

Autoren: Lauren L. Howard, D.V.M. und G. Lynn Richardson, D.V.M., Dipl. A.C.V.S.

 

Paul Harter Veterinary Medical Center, San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA (Howard); Helen Woodward Equine Hospital, P.O. Box 9083, Rancho Santa Fe, California 92067, USA (Richardson). Aktuelle Adresse (Howard): Houston Zoo Veterinary Services, 1513 North MacGregor, Houston, Texas 77030, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Howard.

 

Zusammenfassung: Offene Reposition einer lateralen Schultergelenksluxation wurde bei einer Mhorrgazelle (Gazella dama mhorr), einem Südlichen Pudu (Pudu puda) und einem Steinbock (Capra ibex ibex) durch Versetzung der Sehne des M. biceps brachii vom Tuberculus majus des Humerus durchgeführt. Der Steinbock besaß einen sehr großen Tuberculus majus und benötigte eine zweite Osteotomie, um die Sehne erfolgreich lateral zu versetzen. Obwohl alle drei der Tiere in den ersten 2-3 Wochen nach der Operation das betroffene Bein nicht aufsetzten, verbesserte sich die Lahmheit nach drei Wochen und war sechs Wochen postoperativ fast nicht mehr feststellbar. Postoperative Untersuchungen nach acht Jahren, sieben Monaten und drei Monaten bei der Gazelle, dem Pudu bzw. dem Steinbock zeigten physiologische Bewegungsabläufe und keine Gangveränderungen. Die Gazelle wurde acht Jahre nach der Operation aus anderen Gründen eingeschläfert, und die postmortale Untersuchung zeigte gering- bis mittelgradige degenerative Gelenksveränderungen. Ähnliche laterale Schulterluxationen bei vergleichbar großen, nicht domestizierten Wiederkäuern ohne gleichzeitige Frakturen oder signifikante Gelenksveränderungen haben eine gute Prognose für Funktionsrückkehr nach chirurgischer Reposition mit der Versetzung der Sehne des M. biceps.

 

Schlüsselwörter: Pudu puda, Gazella dama mhorr, Capra ibex ibex, Schultergelenksluxation, Versetzung der Sehne des M. biceps.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 295-300, 2005.

 

Titel: Isolierung eines Ranavirus von einem Gecko (Uroplatus fimbriatus)

Autoren: Rachel E. Marschang, Dr. med. vet., Sabine Braun, Dr. med. vet. und Paul Becher, Dr. med. vet., PD

 

Institut für Umwelt- und Tierhygiene, Universität Hohenheim, Garbenstr. 30, 70599 Stuttgart, Deutschland (Marschang); Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische, Justus Liebig University Giessen, Frankfurter Str. 91, 35392 Giessen, Deutschland (Braun); Institut für Virologie (FB Veterinärmedizin), Justus Liebig University Giessen, Frankfurter Str. 107, 35392 Giessen, Deutschland (Becher). Aktuelle Adresse (Braun): Tierklinik, Stankeitstr. 11, 45326 Essen, Deutschland.  Korrespondenz bitte an Dr. Marschang.

 

Zusammenfassung: Ein Virus wurde aus dem Leber- und Magengewebe eines Madagassischen Plattschwanzgeckos (Uroplatus fimbriatus) isoliert, der granulomatöse Veränderungen der Zunge und Hepatitis bei der postmortalen Untersuchung aufwies. Das Virus wurde auf Grund der Morphologie bei der Elektronenmikroskopie, des Restriktionsendonuklease-Assays und der Sequenzierung eines großen Teils des Gens des Hauptkapsidproteins als ein Iridovirus identifiziert. Vergleichende Analyse zeigte, daß das Isolat mit dem Froschvirus-3 aus der Gattung Ranavirus verwandt ist.

 

Schlüsselwörter: Iridovirus, Ranavirus, Gecko, Uroplatus fimbriatus, Virusisolierung.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 301-307, 2005.

 

Titel: Mortalität von Giraffen (Giraffa camelopardalis) in menschlicher Obhut durch seröse Fettatrophie: Fünf Fälle im Auckland Zoo

Autoren: John S. Potter, B.V.Sc. und Marcus Clauss, M.Sc., Dr. med. vet.

 

Auckland Zoo, Private Bag, Grey Lynn, Auckland, Neuseeland (Potter); Institute of Animal Physiology, Physiological Chemistry and Animal Nutrition, Munich/Oberschleissheim, Deutschland (Clauss). Aktuelle Adresse (Clauss): Department of Zoo Animals, Exotic Pets and Wildlife, University of Zürich, Winterthurerstr. 260, CH-8057, Zürich, Schweiz.  Korrespondenz bitte an Dr. Potter.

 

Zusammenfassung: Fünf Giraffen (Giraffa camelopardalis) starben innerhalb eines achtjährigen Zeitraums perakut. Die Giraffen wurden tagsüber in einem Außengehege gehalten und nachts in ein überdachtes Gehege gebracht. Alle Todesfälle fanden im Winter statt. Alle verstorbenen Giraffen zeigten seröse Fettatrophie bei der postmortalen Untersuchung. Den Giraffen wurden nicht geringe Mengen Laub und Äste zusammen mit Luzernenheu und kommerziellen Ergänzungsmitteln gefüttert. Retrospektive Analyse der Futterinhaltsstoffe zeigte, daß die Rationen energiearm waren. Später verabreichte, zusätzliche, energiereiche Futtermittel verursachten eine hochgradige Gewichtszunahme der überlebenden Giraffen, obwohl die eingenommenen Energiemengen immer noch am unteren Ende der empfohlenen Mengen waren. Die Hypothese der Autoren lautet, daß die Pathogenese der Giraffentodesfälle wahrscheinlich durch die Beziehung zwischen niedrigen Energiereserven, hohen Energiebedürfnissen bei kälteren Temperaturen und einer möglichen Hypoglykämie als glaubhafte Ursache des Zusammenbrechens in diesen Fällen begründet ist, die in früheren Berichten unter dem Allgemeinbegriff „perakutes Mortalitätssyndrom“ bekannt waren.

 

Schlüsselwörter: Giraffe, Giraffa camelopardalis, Ernährung, perakutes Mortalitätssyndrom, seröse Fettatrophie, Kälte, Energie, Hypoglykämie.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 308-312, 2005.

 

Titel: Sarkomatoides Nierenzellkarzinom bei einem Binturong (Arctictis binturong)

Autoren: Sara E. Childs-Sanford, D.V.M., M.S., Rachel M. Peters, D.V.M., James K. Morrisey, D.V.M. und Ana Alcaraz, D.V.M., Ph.D.

 

Section of Wildlife Health (Childs-Sanford, Morrisey) und Department of Biomedical Sciences (Peters, Alcaraz), College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Childs-Sanford.

 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, weiblicher Binturong (Arctictis binturong) wurde wegen Apathie, Inappetenz und eines Abdominalgewächses vorgestellt. Diagnostische Untersuchungen, darunter Röntgenaufnahmen, Ultraschall des Abdomens, klinische Laborbefunde und eine Aspiration des Tumors deuteten auf ein Sarkom mit Metastasen. Pathoanatomische und –histologische Untersuchungen bestätigten eine weit verteilte, sarkomatoide Variante eines Nierenzellkarzinoms, das wahrscheinlich von der linken Niere stammte. Metastasen waren in der rechten Niere, Milz, Leber, dem Pankreas, den Lnn. mesenterici und der Lunge. Dieser Fall stellt den ersten Bericht dieser Neoplasie bei einem Binturong und den lediglich zweiten in der gesamten Veterinärliteratur dar. Sarkomatoides Nierenzellkarzinom ist eine seltene histologische Variante des Nierenzellkarzinoms und ist aggressiv, häufig metastasierend und mit einer sehr schlechten Prognose beim Menschen verbunden. Genaue Diagnose vor dem Tod kann bei dieser Tumorart durch die biphasische Morphologie kompliziert sein, da sie einem Karzinom oder Sarkom (oder beiden) ähneln kann, so daß häufig immunohistochemische Methoden angewendet werden müssen.

 

Schlüsselwörter: Binturong, Arctictis binturong, Sarkomatoides Nierenzellkarzinom, Metastase.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 313-315, 2005.

 

Titel: Rückenmarkgliom bei einer Kantenkopfklapperschlange (Crotalus willardi)

Autoren: Linden E. Craig, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Jeffrey C. Wolf, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Edward C. Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Craig.

 

Zusammenfassung: Eine elf Jahre alte weibliche Kantenkopfklapperschlange (Crotalus willardi) zeigte Eiretention seit einem Jahr und verminderte Beweglichkeit im caudalen Zweidrittel des Körpers. Als die Schlange sich nicht mehr umdrehen konnte, wurde sie eingeschläfert. Bei der Sektion war der caudale Teil des Rückenmarks vergrößert, weich und durchsichtig blaßgrau. Mikroskopisch war der caudale Teil des Rückenmarks segmentär durch neoplastisches Gewebe aus Glia-ähnliche Zellen (Oligodendrozyten und Astrozyten) ersetzt. Immunohistochemische Untersuchung auf Glial Fibrillary Acidic Protein war in den Atrozyten-förmigen neoplastischen Zellen positiv. Die pathoanatomischen und histologischen sowie immunohistochemischen Befunde stimmten mit einem Rückenmarkgliom überein. Dieser Bericht stellt das erste Tumor des zentralen Nervensystems bei einem Reptil dar.

 

Schlüsselwörter: Crotalus willardi, Klapperschlange, Neoplasie, Rückenmark, Gliom.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 316-320, 2005.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung vermuteter stressbedingter Myopathie bei einem Nandu (Rhea americana)

Autoren: Kristine M. Smith, D.V.M., Suzan Murray, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., und Carlos Sanchez, D.V.M.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Smith.

 

Zusammenfassung: Ein 7 Jahre alter, ausgewachsener, weiblicher Nandu (Rhea americana) im National Zoological Park zeigte hochgradige Lahmheit auf dem linken Bein für 24 Stunden, die sich verschlimmerte bis der Vogel nicht stehen konnte. Blutuntersuchung ergab Creatinphosphokinase (CPK) über 50.000 U/l und eine Erhöhung der Laktatdehydrogenase. Der klinische Zustand des Vogels verschlechterte sich weiter in der folgenden Woche. Der CPK-Wert erhöhte sich weiter auf über 208.400 U/l. Aggressive Behandlung mit intravenöser Infusion und Physiotherapie sowie einem oralen Anxiolytikum und Muskelrelaxantien wurde eingeleitet. Nach zwei Wochen intensiver Behandlung zeite der Vogel erste Zeichen einer Besserung. Am 28. Tag konnte der Vogel ohne Hilfe und ohne feststellbare Lahmheit laufen. Dieser Fall stellt einen der wenigen Berichte über eine erfolgreiche Behandlung einer vermuteten stressbedingten Myopathie beim Straußvogel dar. Es wird vermutet, daß der Erfolg in diesem Fall auf der beharrlichen, aggressiven Physiotherapie, Muskelrelaxantien und Anxiolytika beruht, die der leicht erregbaren Art dieser Vogelart entgegenwirken sollten.

 

Schlüsselwörter: Anxiolytika, Erregbarkeit, Myopathie, Phyiotherapie, Rhea americana.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 321-322, 2005.

 

Titel: Röntgenologische Nierenmessungen bei Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut

Autoren: Nicole C. Hackendahl, D.V.M. und Scott B. Citino, D.V.M., Dipl A.C.Z.M.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Hackendahl

 

Zusammenfassung:  Das Vorkommen chronischer Niereninsuffizienz ist bei Geparden (Acinonyx jubatus) in menschlicher Obhut erheblich. Der Zweck dieser Studie war es, die Nierenmessungen aus Röntgenaufnahmen von Geparden (n = 15) in menschlicher Obhut mit normaler Nierenfunktion zu bestimmen. Das Verhältnis zwischen Nierenlänge und Länge des zweiten Lendenwirbelkörpers ist für domestizierte Katzen mit normaler Nierenfunktion bekannt. Das mittlere Verhältnis zwischen Nierenlänge und Länge des zweiten Lendenwirbels betrug 1,81 ± 0,14 bei Geparden. Diese Basiswerte können die objektive Beurteilung der röntgenologischen Nierenlänge bei Geparden ermöglichen, obwohl die Untersuchung einer kleinen Anzahl von Geparden mit bestätigter Niereninsuffizienz ähnliche Werte zeigte.

 

Schlüsselwörter: Gepard, Acinonyx jubatus, Röntgenologie, Niere, Nierenaufnahme.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 323-325, 2005.

 

Titel: Kongenitale erythropoietische Porphyrie bei einem Afrikanischen Zwergigel (Atelerix albiventris)

Autoren: Carlos Wolff F., Paulina Corradini R., M.V. und Galaxia Cortés, L.M.V.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Corradini.

 

Zusammenfassung: Ein sechs Monate alter, männlicher Afrikanischer Zwergigel (Atelerix albiventris) wurde wegen rosafarbenen Urins vorgestellt und zeigte rosafarbene Zähne sowie geringgradige Lebervergrößerung bei der klinischen Untersuchung. Urinanalyse zeigte keine physischen, chemischen oder zellulären Abweichungen außer einer rosa Farbe und einer Fluoreszenz unter ultraviolettem Licht (UV). Unter UV-Licht fluoreszierten ebenfalls die Zähne, Füße und Stacheln intensiv. Porphyrie war die vorläufige Diagnose. Spektrophotometrische Untersuchung des Urins zeigte hochgradig erhöhte Copro- und Uroporphyrinmengen. Analyse des Urins mit der Dünnschichtchromatographie zeigte ein abweichendes Muster für die ausgeschiedenen Porphyrinzwischenprodukte. Hochleistungs­dünn­schicht­chromatographie zeigte, daß die ausgeschiedenen Porphyrine zu 90-95% aus dem Typ-1-Isomer bestanden; diese deutet auf die kongenitale erythropoietische Porphyrie.

 

Schlüsselwörter: Atelerix albiventris, kongenitale erythropoietische Porphyrie, Igel, Porphyrie.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 326-330, 2005.

 

Titel: Serologische Reaktion nach der Impfung mit einer Canarypox-Hundestaupevirus-Vakzine beim Fennek (Vulpes zerda) und Erdmännchen (Suricata suricatta)

Autoren: Rob L. Coke, D.V.M., Kay A. Backues, D.V.M, Dipl. A.C.Z.M., John P. Hoover, M.S., D.V.M., Dipl. A.B.V.P, Dipl. A.C.V.I.M., Jeremiah T. Saliki, D.V.M., Ph.D, Dipl. A.C.V.M., Jerry W. Ritchey, D.V.M, Ph.D, Dipl. A.C.V.P. und Gary D. West, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Coke.

 

Zusammenfassung: Es wird angenommen, daß der Fennek (Vulpes zerda) und das Erdmännchen (Suricata suricatta) für die Infektion mit Hundestaupevirus (CDV) anfällig sind. Obwohl bewiesene klinische Fälle natürlicher CDV-Infektion nicht vorliegen, werden Todesfälle durch CDV vermutet und sind in nahverwandten Tierarten bekannt. Eine kommerziell vorhandene Canarypox-Vektor-CDV-Lebendvakzine produzierte neutralisierende Antikörpertiter für mindestens ein Jahr beim Fennek und Erdmännchen.

 

Schlüsselwörter: Canarypox-CDV-Vakzine, Hundestaupevirus, Fennek, Erdmännchen, Suricata suricatta, Vulpes zerda.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 331-335, 2005.

 

Titel: Reihenuntersuchung über das Vorkommen von Cryptosporidium spp.- und Giardia spp.-Infektionen bei verschiedenen Tierarten in einem zoologischen Garten in Japan

Autoren: M. Matsubayashi, D.V.M., K. Takami, D.V.M., Ph.D., Isao Kimata, Ph.D., Teruo Nakanishi, Ph.D., Hiroyuki Tani, D.V.M., Ph.D., Kazumi Sasai, D.V.M., Ph.D. und Eiichiroh Baba, D.V.M., Ph.D.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Sasai.

 

Zusammenfassung: Insgesamt 284 Kotproben von 89 Tierarten (43 Säugetier- und 46 Vogelarten) wurden auf Cryptosporidium-Oozysten und Giardia-Zysten von 1999-2002 untersucht. Die Proben wurden in einem zoologischen Garten in Osaka, Japan gesammelt und mit Mikroskopie nach Durchführung der Zucker-Flotationsmethode sowie mit zwei Immunofluoreszenz-Assays auf das Vorkommen von Cryptosporidium-Oozysten und Giardia-Zysten untersucht. Cryptosporidium spp. wurden lediglich bei einem Marderhund (Nyctereutes procyonoides) identifiziert, und Giardia spp. wurden bei einer Mandarinente (Aix galericulata) und zwei Rostgänsen (Tadorna ferruginea) nachgewiesen. Die Prävalenzen dieser Parasiten waren in dieser Studie niedrig, obwohl diese Ergebnisse darauf hindeuten, daß die infizierten Tiere als Kontaminierungsquelle für Gewässer dienen könnten. Dieser Bericht stellt die erste Reihenuntersuchung über Cryptosporidium spp. und Giardia spp. in einem zoologischen Garten in Japan dar.

 

Schlüsselwörter: Cryptosporidium, Giardia, Japan, Studie, zoologischer Garten.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 336-339, 2005.

 

Titel: Chirurgische Behandlung einer Hornhautperforation bei einem Alpaka (Lama pacos)

Autoren: Alfonso Rodriguez-Alvaro, D.V.M., Ph.D., Elisa M. Gonzalez-Alonso-Alegre, D.V.M., Ph.D., Maria Delclaux-Real del Asua, D.V.M. , Eva Martinez-Nevado, D.V.M. und Covadonga Talavera-Cañete, D.V.M.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Rodriguez-Alvaro.

 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsenes Alpaka (Lama pacos) wurde mit einer Hornhautperforation mit Irisvorfall vorgestellt, die wahrscheinlich durch Trauma verursacht wurde. Wegen des Schweregrades der Veränderung wurde eine Hornhauttransplantation mit Bindehautgewebe (pedicle graft) durchgeführt. Die Perforation konnte geschlossen und die Struktur der Hornhaut wiederhergestellt werden. Zehn Monate nach der Operation zeigte das betroffene Auge gute Sehfähigkeit, und nur eine kleine Narbe verblieb auf der Hornhaut.

 

Schlüsselwörter: Alpaka, Lama pacos, Hornhauttransplantation mit Bindehautgewebe, Hornhautperforation.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 340-341, 2005.

 

Titel: Seroprävalenz von Mycoplasma alligatoris bei freilebenden Mississippi-Alligatoren (Alligator mississippiensis) in Florida – 2003

Autoren: Daniel R. Brown, M.S., Ph.D., Laurie A. Zacher, M.S., D.V.M. und Dwayne A. Carbonneau, B.S., M.S.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Brown.

 

Zusammenfassung: Mycoplasma alligatoris verursacht eine akute tödliche Infektion bei Alligatoren (Alligator mississippiensis). Der Zweck dieser Studie war die Messung der aktuellen Seroprävalenz mit M. alligatoris bei freilebenden Jungtieren und subadulten Alligatoren in Florida. 32 von 592 (5,4%) Plasmaproben von Alligatoren von 12 der 20 Testorte (60%) im April und Oktober 2003 zeigten seropositive Ergebnisse (Titer 1:≥32) mit Enzyme-linked Immunosorbent Assay für Anti-M. alligatoris-Antikörper. Diese Ergebnisse zeigen, daß Alligatoren an mehreren Orten Floridas dem Erreger M. alligatoris vor kurzem ausgesetzt wurden und deuten an, daß Kontakt mit freilebenden Alligatoren ein tödliches Infektionsrisiko für empfängliche Krokodilarten darstellen könnte.

 

Schlüsselwörter: Alligator mississippiensis, Mykoplasma, Krokodile, Immunoassay, Florida.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 342-345, 2005.

 

Titel: Gongylonema pulchrum-Infektion und Plattenepithelkarzinom des Ösophagus bei einem Vari (Lemur macaco variegata; Kehr 1792)

Autoren: T. Bleier, Dr. med. vet., U. Hetzel Dr. med. vet., Dr. rer. nat., C. Bauer, Dr. med. vet., O. Behlert, Dr. med. vet. und E. Burkhardt, Prof. Dr. med. vet.

Korrespondenz bitte an Dr. Bleier.

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt die morphologischen und histologischen Befunde bei einem 17 Jahre alten weiblichen Vari (Lemur macaco variegata) mit Gongylonema pulchrum-Infektion und Plattenepithelkarzinom des Ösophagus. Der Vari lebte in einem deutschen zoologischen Garten und zeigte Dyspnoe, Erbrechen und Inappetenz. Bei der Sektion wurde ein weißer, weicher, knotenförmiger, zentral nekrotischer Tumor im caudalen Drittel des Ösophagus gefunden. Zusätzlich wurden viele intraepitheliale Nematoden (G. pulchrum) im gesamten Ösophagus festgestellt. Die Befunde deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Infektion mit G. pulchrum und der Entwicklung eines Platten­epithelkarzinoms des Ösophagus.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 346-348, 2005.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung eines Plattenepithelkarzinoms des Unterkiefers bei einem Malaienbär (Helarctos malayanus)

Autoren: Natalie D. Mylniczenko, M.S., D.V.M., Ann L. Manharth, D.V.M., Leigh Ann Clayton, D.V.M., Rhonda Feinmehl, D.V.M. und Mitch Robbins, D.V.M., Dipl. A.C.V.S.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Mylniczenko.

 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, weiblicher Malaienbär (Helarctos malayanus) wurde mit Plattenepithelkarzinom des rostralen Unterkiefers diagnostiziert. Ursprüngliche Behandlung bestand aus bilateraler Mandibulektomie rostral vom Frenulum der Zunge und Cisplatininjektionen in und um das übrig gebliebene Gewebe nach der Operation. Der Malaienbär erholte sich postoperativ und gewöhnte sich an den verkürzten Unterkiefer. Histopathologische Unteruschung des entfernten Unterkiefergewebes zeigte unvollständige chirurgische Entfernung des Tumors. Daraufhin wurde Bestrahlungstherapie wöchentlich für vier Behandlungen mit 2 Gy in parallel gegenüberliegenden Feldern (insgesamt 4 Gy pro Behandlung) und eine zusätzliche Cisplatinbehandlung durchgeführt. Zwei Jahre nach der ursprünglichen Diagnose zeigt das Tier keine Anzeichen eines Rezidivs.

 

Schlüsselwörter: Malaienbär, Helarctos malayanus, Plattenepithelkarzinom, Mandibulektomie, Bestrahlungstherapie, Cisplatin.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(2): 349-352, 2005.

 

Titel: Entzündlicher myofibroblastischer Peritonealtumor bei einem Langschwanz-Quastenstachler (Atherurus macrourus)

Autoren: Chen-Hsuan Liu, D.V.M., Ph.D., I-Ping Chen, D.V.M., M.S., An Chen, M.D., Ph.D., and Chih-Hua Chang, D.V.M., M.S.

 

Korrespondenz bitte an Dr. Liu.

 

Zusammenfassung: Eine pathologische Untersuchung bei einem acht Jahre alten, männlichen Langschwanz-Quastenstachler (Atherurus macrourus) in gutem Ernährungszustand wurde durchgeführt. Das Tier wurde ein Jahr vorher wegen Strongylus spp.-Infektion behandelt und zeigte zwei Tage vor dem Tod Durchfall. Bei der Sektion wurden disseminierte, unterschiedlich diskrete, weich bis feste, weißgraue Knötchen auf der Serosa des Netzes, Mesenteriums, Darms und der Leber festgestellt. Histologisch bestanden die Tumoren hauptsächlich aus proliferierenden Spindelzellen, die in flechtenförmigen Faszikeln oder einem storiformen Muster angeordnet und mit strangförmigem Kollagenstroma und Vaskularisation assoziiert waren. Entzündungszellen, darunter Lymphozyten, Plasmazellen und Makrophagen infiltrierten das Gewebe zwischen den Tumorzellen. Zytoplasmische Immunoreaktivität der Antikörper gegen α-glattes Muskelaktin und –vimentin wurde bei den Tumorzellen festgestellt. Antidesmin-Immunoreaktivität war in verschiedenen Regionen unterschiedlich. Die morphologischen Befunde, das Vorkommen von Infiltraten aus Entzündungszellen und die immunohistologischen Reaktionen stimmen mit der Diagnose eines entzündlichen myofibroblastischen Tumors überein, der beim Menschen, Pferd und der Katze beschrieben ist.

 

Schlüsselwörter: Atherurus macrourus, Langschwanz-Quastenstachler, Entzündlicher myofibroblastischer Peritonealtumor, Pathologie, Immunohistochemie.

 

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