Print Page | Contact Us | Report Abuse | Sign In | Join Today
jzwm_germanabstract_v36n3_2005

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 36(3) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 371-384, 2005.

 

Titel: Beurteilung des Schweregrades von Verletzungen sowie der hämatologischen und biochemischen Plasmawerte bei Nordamerikanischen Fischottern (Lontra canadensis) kurz nach dem Fang

Autoren:  Kevin Kimber, D.V.M., M.S. und George V. Kollias, II, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

Wildlife Health Laboratory, Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Kimber und Kollias). Aktuelle Adresse (Kimber): Department of Population Medicine and Diagnostic Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Kimber.

 

Zusammenfassung: Blut wurde kurze Zeit nach dem Fang als Teil eines Auswilderungsprogrammes von wildlebeneden Nordamerikanischen Fischottern (Lontra canadensis) abgenommen, die im Osten vom Bundesstaat New York gefangen wurden. Die Blutproben wurden analysiert, um hämatologische und biochemische Basiswerte für die Population festzulegen und zu bestimmen, ob diese Werte signifikante Indikatoren für Fallenverletzungen waren. Aufgrund der Untersuchungsbefunde wurden die einzelnen Otter als nicht, mittelgradig oder hochgradig verletzt eingestuft. Parameter der klinischen Pathologiebefunde wurden mit Geschlecht, Altersgruppe und Verletzungsgrad verglichen. Die Zunahme der Wahrscheinlichkeit einer Veränderung der einzelnen Parameter bei verletzten und unverletzten Ottern wurde mit logistischer Regression bestimmt. Hämatologische und biochemische Basiswerte wichen nicht von veröffentlichten Werten für Otter in zoologischen Gärten oder für die bei anderen Auswilderungsprogrammen signifikant ab. Aspartataminotransferasewerte im Plasma nahmen mit abnehmender Zeit zwischen Fang und Blutabnahme zu. Einige Otter in dieser Studie zeigten mit Streßmyopathie einhergehende Symptome, die die Berechnung von unseren Basiswerten beeinflusst haben könnten. Unsere Ergebnisse deuten an, daß die hämatologischen und biochemischen Werte in dieser vor kurzem gefangenen Otterpopulation im Allgemeinen keine guten Indikatoren für Fangverletzungen waren. Eine mögliche Erklärung dafür ist, daß potentiell vorhandene Krankheitsprozesse bei der klinischen Untersuchung nicht festgestellt werden konnten, oder daß Veränderungen dieser Werte mit Faktoren zusammenhängen, die unabhängig von Fangverletzungen sein könnten.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 385-390, 2005.

 

Titel: Hämatologische und physiologische Referenzbereiche für wildlebende, ausgewachsene und junge Eistaucher (Gavia immer)

 

Autoren:  Holly J. Haefele, D.V.M., Inga Sidor, D.V.M., David C. Evers, Ph.D., Darcy E. Hoyt, D.V.M.  und Mark A. Pokras, D.V.M.

 

Tufts University School of Veterinary Medicine, Wildlife Clinic, 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Haefele, Pokras, Sidor, Hoyt) und BioDiversity Research Institute, 19 Flaggy Meadow Road, Gorham, Maine 04038, USA (Evers). Aktuelle Adresse (Haefele): P.O. Box 2189, 2155 County Road 2008, Glen Rose, Texas 76043, USA; (Sidor): Department of Pathobiology, University of Connecticut, 61 North Eagleville Road, U-89, Storrs, Connecticut 06269-3089, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Holly Haefele, Fossil Rim Wildlife Center, P.O. Box 2189, 2155 County Road 2008, Glen Rose, Texas 76043, USA.

 

Zusammenfassung: Wildlebende Eistaucher (Gavia immer) wurden in weiten Teilen ihres südlichen Nordamerikanischen Ausbreitungsgebietes gefangen. Hämatologische und physiologische Daten wurden gesammelt, um Referenzbereiche für ausgewachsene und junge Vögel von vier geographischen Regionen zu bestimmen, nämlich Neuengland, den Kanadischen Atlantikprovinzen, dem zentralen Süd-Québec und den Oberen Großen Seen. Das mittlere Körpergewicht sowie der Blutzuckerspiegel der ausgewachsenen Eistaucher variierte in den verschiedenen geographischen Regionen. Die Küken zeigten niedrigere Hämatokrit- und Gesamtproteinwerte sowie höhere Herzfrequenzen und Blutzuckermengen als die ausgewachsenen Vögel. Obwohl das mittlere Körpergewicht bei Männchen konsistent höher war als bei Weibchen, gab es keine signifikanten Unterschiede bei den hämatologischen und physiologischen Referenzbereichswerten zwischen den Geschlechtern. Es gibt geographische und altersbedingte Unterschiede bei den hämatologischen und physiologischen Referenzbereichswerten beim Eistaucher, und man sollte sie bei der Beurteilung solcher Parameter beachten.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 391-400, 2005.

 

Titel: Wirksamkeit ausgewählter Kokzidiostatika beim Kanadakranich (Grus canadensis) nach Belastungsversuch

AutorenJames W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Meliton N. Novilla, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Jeff S. Hatfield, Ph.D.

 

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66505, USA (Carpenter); Department of Pathology, Lilly Research Laboratories, Eli Lilly and Co., Greenfield, Indiana 46140, USA (Novilla); USGS Patuxent Wildlife Research Center, Laurel, Maryland 20708, USA (Hatfield). Korrespondenz bitte an Dr. Carpenter.

 

Zusammenfassung: Die Wirksamkeit der Kokzidiostatika Amprolium, Clazuril und Monensin wurden bei Kanadakranichen (Grus canadensis) untersucht, die mit einer Mischprobe aus Eimeria spp.-Oozysten infiziert wurden. Fünf Gruppen mit vier je 1 Tag alten Kanadakranichküken wurden mit einer Ration von krümelartiger Konsistenz ohne Kokzidiostatikum, mit Amprolium 2,2 ppm, Clazuril 1,1 ppm, Clazuril 5,5 ppm oder Monensin 99 ppm gefüttert. Nach zwei Wochen mit dieser Fütterung wurden den Vögeln in jeder der fünf Gruppen Mischproben mit 25 x 103 sporulierten Eimeria spp.-Oozysten per os verabreicht. Anschließend wurden die Tiere noch drei Wochen lang beobachtet. Eine sechste Gruppe aus vier Küken diente als nicht behandelte, nicht infizierte Kontrollgruppe während der Studie. Klinische Symptome und Veränderungen, die mit disseminierter viszeraler Kokzidiose übereinstimmten, wurden bei allen infizierten Kontrollvögeln und bei denjenigen Vögeln beobachtet, denen Amprolium und Clazuril verabreicht wurde. Vögel in diesen Gruppen starben 9-10 Tage nach der Belastungsinfektion. Nur ein Vogel in der Monensingruppe zeigte Symptome der disseminierten viszeralen Kokzidiose und starb 13 Tage nach der Belastungsinfektion. Dieser Vogel sowie ein asymptomatischer Vogel wurden am Ende der Studie pathologisch untersucht. Pathoanatomische sowie –histologische Veränderungen der disseminierten viszeralen Kokzidiose waren weniger ausgeprägt. Zwei der drei Vögel, die mit Monensin behandelt wurden und die Belastunginfektion überlebten, schieden 50 bis 500 Kokzidienoozysten 11 bis 18 Tage nach der Infektion aus, aber waren am Ende der Studie negativ. Von allen geprüften Kokzidiostatika bot nur Monensin mit einer Dosis von 99 ppm im Futter Schutz gegen experimentell induzierte, disseminierte viszerale Kokzidiose beim Kanadakranich.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 401-416, 2005.

 

Titel: Wirksamkeit und langfristige Auswirkungen von Gastritisbehandlungen bei Geparden (Acinonyx jubatus)

Autoren:  Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Linda Munson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino) und Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, 1126 Haring Hall, 1 Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Munson). Korrespondenz bitte an Dr. Citino.

 

Zusammenfassung: Eine prospektive klinische Studie wurde über die Wirksamkeit und langfristige Auswirkungen von Behandlungen für lymphoplasmazytische Gastritis beim Geparden (Acinonyx jubatus) durchgeführt. Die Studie untersuchte die Wirksamkeit von 11 verschiedenen Behandlungsprotokollen mit Antibiotika und Entzündungshemmern bei 32 Geparden (19 Männchen, 13 Weibchen), die die Entzündung des Magens sowie die Kolonisierung mit Helicobacter reduzieren sollten. Der Verlauf der Erkrankung wurde durch histologische Einstufung von Magenbiopsien verfolgt. Biopsien wurden von allen Geparden bis zu einer Woche vor und innerhalb von einem Monat nach Beginn der Behandlung entnommen. Die meisten Tiere wurden einem zweiten Behandlungsregime innerhalb von 6 Monaten unterzogen. Jedes Tier wurde ein- bis dreimal während der Studie behandelt. Nach der Studie wurden Magenbiopsien von jedem Geparden jährlich bis zum Tod, bzw. bis er die Einrichtung verließ, entnommen, um den Krankheitsverlauf zu bewerten. Die Studie und die Nachuntersuchungszeit umfassten 10 Jahre. Zu Beginn der Studie hatte jeder der 32 Geparden Anzeichen von Gastritis, und 26 Geparden (81%) hatten Helicobacter. Entzündliche Veränderungen verschlimmerten sich unabhängig von der Behandlung oder dem Vorhandensein von Helicobacter. Keines der Behandlungsprotokolle zeigte eine signifikante Wirkung auf die entzündlichen Veränderungen; lediglich die Behandlungsgruppe mit Lansoprazol-Clarithromycin-Amoxicillin zeigte eine kurzfristige Abnahme der Entzündung im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Prednison zeigte keine Veränderung der Magenentzündung. Im Allgemeinen konnte die Kolonisierung mit Helicobacter von 65% der Geparden vorübergehend beseitigt werden. Kurzfristige Beseitigung des Erregers konnte in 100% der Geparden erreicht werden, die mit Omeprazol-Clarithromycin-Amoxicillin oder Tetracyclin-Metronidazol-Pepto-Bismol 28 Tage lang behandelt worden waren. Die Untersuchung des langfristigen Krankheitsverlaufs bei den behandelten Tieren zeigte deutlich, daß diese Behandlungen begrenzte Auswirkung auf das lebenslange Fortschreiten der Gastritis oder auf die Helicobacter-Kolonisierung der einzelnen Geparden hatten, obwohl einige der Behandlungen eine kurzfristige Besserung der Gastritis und Helicobacter-Kolonisierung mit sich brachten. Diese Ergebnisse zeigen, daß Helicobacter nicht allein die Gastritis bei Geparden verursacht, und sprechen nicht für die Anwendung antibakteriellen Behandlungen bei Geparden, es sei denn, signifikante klinische Symptome (z. B. häufiges Erbrechen, Gewichtsverlust) sind vorhanden.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 417-421, 2005.

 

Titel: Thiaminwerte im Blut bei ausgewachsenen Afrikanischen Löwen (Panthera leo) in menschlicher Obhut

Autoren:  John P. Hoover, M.S., D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Dipl. A.C.V.I.M. und Cynthia L. DiGesualdo, D.V.M.

 

Department of Veterinary Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA. Aktuelle Adresse (DiGesualdo): 10400 Lisa Jean, Crowley, Texas 76036, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hoover.

 

Zusammenfassung: Heparinisierte Vollblutproben wurden von 22 ausgewachsenen Afrikanischen Löwen (Panthera leo) für diese Studie verwendet. Die Löwen stammten aus 10 nordamerikanischen zoologischen Einrichtungen, die Mitglieder der American Zoo and Aquarium Association waren. Die Fütterung der Tiere wurde als angemessen bewertet. Thiaminwerte im Blut wurden mit einem mikrobiologischen Standard-Assay gemessen. Der Mittelwert ± die Standardabweichung der Thiaminwerte im Blut betrug 249,3 ± 43,5 nmol/l mit einem Meßbereich von 160 bis 350 nmol/l, nachdem ein einzelner abweichender Wert ausgeschlossen wurde. Die mittleren Thiaminwerte der männlichen und weiblichen Löwen, sowie die der Löwen unter und über 10 Jahre alt unterschieden sich nicht voneinander (P > 0,05). Dieser Bereich (160 – 350 nmol/l) wird als angemessene Schätzung des zu erwartenden Bereichs der Thiaminwerte im Blut für ausgewachsene Afrikanische Löwen bei den zur Zeit in nordamerikanischen zoologischen Einrichtungen angewendeten Fütterungsmethoden angesehen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 422-429, 2005.

 

Titel: Physiologische Werte des Blutbildes und der biochemischen Blutuntersuchung beim Beifußhuhn  (Centrocercus urophasianus) vor der Eiablage und deren Einfluß auf das Überleben der Küken

 

Autoren:  Mike R. Dunbar, M.S., D.V.M., Michael A. Gregg, M.S., John A. Crawford, Ph.D., Mark R. Giordano, M.S. und Susan J. Tornquist, D.V.M., Ph.D., D.A.C.V.P.

 

U.S. Fish and Wildlife Service, Sheldon/Hart Mountain National Wildlife Refuge Complex, P.O. Box 111, Lakeview, Oregon 97630, USA (Dunbar, Gregg, Giordano), Department of Fisheries and Wildlife, Oregon State University, Corvallis, Oregon 97331, USA (Crawford) und Department of Biomedical Sciences, Oregon State University, Corvallis, Oregon 97331, USA (Tornquist). Aktuelle Adressen (Dunbar): USDA/APHIS/ WS, National Wildlife Research Center, 4101 LaPorte Avenue, Fort Collins, Colorado 80521, USA; (Gregg): U.S. Fish and Wildlife Service, Hanford Reach National Monument and Saddle Mountain National Wildlife Refuge, 3250 Port of Benton Boulevard, Richland, Washington 99352, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Dunbar.

 

Zusammenfassung: Die Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit und Populationszahlen beim Beifußhuhn (Centrocercus urophasianus) in ihrem gesamten Lebensraum erfordert ein besseres Verständnis der ernährungsbedingten Einflüsse auf die Beifußhuhnpopulationen. Blutproben wurden im März und April 1999-2000 bei 158 freilebenden Weibchen (73 ausgewachsene Vögel, 85 Jährlinge) vor der Eiablage im nordwestlichen Nevada, USA und südöstlichen Oregon, USA abgenommen. Diese Blutproben wurden untersucht, um physiologische Blutwerte der Beifußhühner festzustellen. Außerdem wurde untersucht, ob bestimmte Blutparameter, die als Indikatoren des Ernährungszustandes dienen, nützlich sind, um voherzusagen, ob die Beifußhühner mindestens ein Küken bis zum 1. August aufziehen können. Die Ergebnisse der logistischen Regression zeigten, daß drei der sechs untersuchten Blutparameter, nämlich Blutzucker, Gesamtplasmaprotein und das Calcium-Phosphor-Verhältnis, die Wahrscheinlichkeit beeinflussten, daß ein Weibchen mindestens ein Küken bis zum Spätsommer aufzog. Ordnet man die standardisierten Schätzungen nach der Signifikanz, zeigen Blutzucker und Gesamtplasmaprotein den größten Einfluß auf die Wahscheinlichkeit, daß ein Weibchen Küken erfolgreich aufzieht. Der Odds-Ratio zeigt, daß eine Erhöhung des Blutzuckers um eine Einheit (1 mg/dl) oder des Gesamtplasmaproteins um eine Einheit (0.1 g/dl) eine Erhöhung von 4% bzw. 113% der Vorhersagewahrscheinlichkeit ergibt, daß ein Küken bis zum 1. August überlebt. Der Odds-Ratio für das Calcium-Phosphor-Verhältnis zeigt eine Senkung der Vorhersagewahrscheinlichkeit um 70%, daß ein Küken bis zum 1. August überlebt, wenn dieser Parameter um eine Einheit (z. B. 3:1 auf 4:1) erhöht wird. Aufgrund dieser Ergebnisse können einige Blutparameter, die als Indikatoren des Ernährungszustandes dienen, insbesondere Blutzucker, Gesamtplasmaprotein und das Calcium-Phosphor-Verhältnis, den Fortpflanzungserfolg des Beifußhuhns vorhersagen. Diese Parameter weisen nicht nur auf den Ernährungszustand der Hühner vor der Eiablage hin, sondern auch auf die Qualität der Ernährung in ihrem Lebensraum und können daher für den Schutz des Lebensraumes wichtig sein.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 430-433, 2005.

 

Titel: Ophthalmische Untersuchung bei Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut

 

Autoren:  David Liang, M.D., Thomas P. Alvarado, D.V.M., Deniz Oral, M.D., Jose M. Vargas, M.D., Melissa M Denena, M.S. und James P. McCulley, M.D.

 

University of Texas Southwestern Medical Center at Dallas, 5323 Harry Hines Boulevard, Dallas, Texas 75390-9057, USA (Liang, Oral, Vargas, Denena, McCulley) und Dallas Zoo, 650 South R. L. Thornton Freeway, Dallas, Texas 75203-3013, USA (Alvarado). Korrespondenz bitte an Dr. McCulley.

 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht das Auge des Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut im Vergleich mit dem des Menschen. Bilaterale ophthalmische Untersuchungen wurden bei Westlichen Flachlandgorillas (n = 5) opportunistisch unter Vollnarkose mit Spaltlampen-Biomikroskopie, Untersuchung des geweiterten Augenhintergrundes, zykloplegischer Retinoskopie, Schiotz-Tonometrie, Messung des Hornhautdurchmessers und der Hornhautdicke, A- und B-Scan-Ultrasonographie, Keratometrie und Kulturen der Lidränder und der bulbären Bindehaut durchgeführt. Der mittlere sphärisch vergleichbare Refraktionsfehler bei der zykloplegischen Retinoskopie betrug + 1,20 ± 0,59 Dioptrien. Der mittlere intraokuläre Druck durch Schiotz-Tonometrie betrug 12,0 ± 4,3 mm Hg. Das mittlere Verhältnis zwischen der Vertiefung und Scheibe auf den optischen Nervenkopfes betrug 0,42 ± 0,11. Der mittlere waagerechte Hornhautdurchmesser betrug 13,4 ± 0,8 mm, und der mittlere senkrechte Hornhautdurchmesser betrug 12,7 ± 0,8 mm. Die mittlere zentrale Hornhautdicke wurde mit Ultraschall-Pachymetrie gemessen und betrug 489 ± 52 µm. Die mittlere Längsachse des Auges, die durch A-Scan gemessen wurde, betrug 22,75 ± 0,71 mm. Die mittlere Linsendicke mit A-Scan-Ultraschall war 4,23 ± 0,34 mm. Die mittlere Tiefe der Augenvorderkammer mit A-Scan-Ultraschall betrug 4,00 ± 0,26 mm. Der mittlere Keratometrie-Wert war 44,38 ± 1,64 Dioptrien. Candida sp. (n = 5), Staphylococcus aureus (n = 4), Staphylococcus epidermidis (n = 3), Staphylococcus saccharolyticus (n = 3) und Micrococcus sp. (n = 3) wurden bei den Kulturen der Lidränder und bulbären Bindehaut isoliert. Diese Studie deutet auf wichtige Ähnlichkeiten der Augen bei Westlichen Flachlandgorillas und Menschen. Diese Ähnlichkeiten können die erfolgreiche Anwendung der Diagnostik sowie der Methoden und Geräte der menschlichen Augenchirurgie beim Gorilla ermöglichen, beispielsweise für die Kataraktentfernung und intraokuläre Linsenimplantation.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 434-439, 2005.

 

Titel: Biochemische Serumwerte bei Andenflamingos (Phoenicoparrus andinus) bei natürlicher und künstlicher Ernährung

 

AutorenM. Cecilia Norambuena, L.V., M.S. und Mario Parada, L.B.

 

Instituto de Ecología y Evolución, Universidad Austral de Chile, Casilla 567, Valdivia, Chile (Norambuena) und Departamento de Medio Ambiente, Minera Escondida Ltda., Avenida de la Minería 501, Antofagasta, Chile (Parada). Korrespondenz bitte an Dr. Norambuena.

 

Zusammenfassung: Zehn klinisch-pathologische Werte wurden bei vier Gruppen von Andenflamingoküken (Phoenicoparrus andinus) untersucht, um ein künstliches Aufzuchtprogramm in Chile zu bewerten. Drei Gruppen wurden kontrollierte Rationen (2000, 2001 und 2002) mit quantitativ unterschiedlichen Futterbestandtteilen verabreicht. Eine vierte Gruppe freilebender Andenflamingoküken diente als Kontrolltiere. Die Blutwerte für Gesamtprotein, Globulin, Albumin, Cholesterol, Harnstoff, Phosphor, Aspartataminotransferase (AST), Alaninaminotransferase (ALT), Kreatinin und Calcium bei der 2002-Gruppe ähnelten denen der freilebenden Küken. Zusätzlich wurden das Endgewicht, der körperliche Zustand und das Gefieder der Flamingoküken in der 2002-Gruppe als ausreichend bewertet, den örtlichen klimatischen Bedingungen und nomadischen Verhaltensweisen ausgesetzt zu werden. Diese Ergebnisse können als Referenzwerte dienen und den Schutz sowie die tiermedizinische Behandlung dieser Tierart verbessern.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 440-446, 2005.

 

Titel: Immunohistochemische Untersuchung der Retinol-bindenden Proteine (RBP) der Leber bei wildlebenden Eisbären (Ursus maritimus) in Ostgrönland

 

Autoren:  Annabelle Heier, D.V.M., Christian Sonne, D.V.M., M.V.Sc., Andrea Gröne, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Dipl. E.C.V.P., Pall S. Leifsson, D.V.M., Ph.D., Rune Dietz, M.Sc., Erik W. Born, M.Sc. und Luca N. Bacciarini, D.V.M., Dipl. E.C.V.P.

 

Institut für Tierpathologie, Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin, Universität Bern, Länggassstrasse 122, CH 3001 Bern, Schweiz (Heier, Gröne, Bacciarini), Department of Pharmacology and Pathobiology, the Royal Veterinary and Agricultural University, Bü lowsvej 17, DK 1870 Frederiksberg C, Dänemark (Leifsson), Department of Arctic Environment, National Environmental Research Institute, Frederiksborgvej 399, DK 4000 Roskilde, Dänemark (Sonne, Dietz) und Greenland Institute of Natural Resources, P.O. Box 570, DK 3900 Nuuk, Grönland (Born). Aktuelle Adresse (Bacciarini): Ufficio del veterinario cantonale, via Dogana 16, CH 6500 Bellinzona, Schweiz. Korrespondenz bitte an Dr. Bacciarini.

 

Zusammenfassung: Proben von 114 wildlebenden Eisbären (Ursus maritimus) wurden zwischen 1999 und 2002 in der Gemeinde Scoresby Sound, Ostgrönland, entnommen, um Organochlorinmengen sowie mögliche histopathologische Veränderungen festzustellen. Lebergewebe von 16 weiblichen Eisbären aus dieser Gruppe wurde histologisch und auf Retinol-bindendes Protein mit Immunohistochemie untersucht. Retinol-bindendes Protein ist das Haupttransportprotein des Retinols, das einen wichtigen Vitamin-A-Metabolit beim Eisbären darstellt. Nur geringgradige pathologische Veränderungen wurden bei der histologischen Untersuchung des Lebergewebes festgestellt. Geringgradige lymphozytische oder lymphohistiozytische Infiltrate waren bei allen Leberproben vorhanden. Kleine Fettgranulome, geringgradige periportale Fibrose und Gallengangsproliferation konnten bei mehreren Fällen festgestellt werden. Immunohistochemische Untersuchung auf Retinol-bindendes Protein des Lebergewebes der wildlebenden Eisbären zeigte keinen eindeutigen Unterschied der Färbungsintensität, wenn Alter, Saison (gefastet, nicht gefastet) oder Laktation als Kriterien herangezogen wurden. Die Färbung war diffus bis fein getüpfelt im Zytoplasma und unterschied sich bei den verschiedenen Tieren sehr wenig. Da makroskopische Veränderungen sowie hochgradige histologische Leberveränderungen fehlten, werden diese Eisbären als gesund angesehen. Die diffuse, zytoplasmatische Färbung des Retinol-bindenden Proteins der Leberzellen der wildlebenden Eisbären unterscheidet sich signifikant von der markant granulären, weniger intensiven Färbung der Leberzellen von bereits untersuchten Eisbären in menschlicher Obhut.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 447-450, 2005.

 

Titel: Neutralisierende Antikörper gegen das Feline Herpesvirus-Typ 1 bei wilden Katzenarten in menschlicher Obhut in Brasilien

 

Autoren:  Helena Beatriz de Carvalho Ruthner Batista, D.V.M., Franco Kindlein Vicentini, D.V.M., Ana Cláudia Franco, M.Sc., Ph.D., Fernando Rosado Spilki, D.V.M., M.Sc., Jean Carlos Ramos Silva, D.V.M., Cristina Harumi Adania, D.V.M., M.Sc. und Paulo Michel Roehe, M.Sc., Ph.D.

 

Virology Laboratory, Centro de Pesquisa Veterinária Desidério Finamor (CPVDF)—FEPAGRO Animal Health, Caixa Postal 2076, Porto Alegre, RS, Brasilien 90001-970 (Batista, Vicentini, Franco, Spilki, Roehe); und Associação Mata Ciliar, Jundiaí, São Paulo, Brasilien (Silva, Adania). Korrespondenz bitte an Dr. Roehe.

 

Zusammenfassung: Infektion mit Felinem Herpesvirus-Typ 1 befällt domestizierte Katzen und verursacht meist eine Erkrankung der oberen Luftwege. Obwohl Berichte dieser Infektion bei wilden Katzenarten in menschlicher Obhut sowie in freier Wildbahn in Europa, Asien, Nordamerika und Afrika existieren, fehlt Information über das Vorkommen dieses Virus bei wilden Katzenarten in Brasilien. In dieser Studie wurden 250 Serumproben von sechs brasilianischen Katzenarten in menschlicher Obhut (Leopardus tigrinus, Leopardus wiedii, Herpailurus yaguarondi, Puma concolor, Leopardus pardalis und Panthera onca) gesammelt und auf das Vorkommen von neutralisierenden Antikörpern gegen das Feline Herpesvirus-Typ 1 untersucht. Positive Serumproben wurden bei 72% der L. tigrinus, 15% der L. wiedii, 6% der L. pardalis, 8% der H. yaguarondi, 18% der P. concolor und 14% der P. onca nachgewiesen. Die relativ niedrigen Prozentsätze für seropositive Proben und die niedrigen Antikörpertiter bei den letzten fünf genannten Arten deuten darauf hin, daß das Feline Herpesvirus-Typ 1 nicht im großen Umfang bei diesen Tieren zirkuliert. Dennoch empfehlen wir angemessene Quarantäne, serologische Untersuchung und Impfung von neu eingebrachten Katzen in zoologischen Gärten, um Virusübertragung und Ausbrüchen dieser Erkrankung bei wilden Katzenarten in menschlicher Obhut vorzubeugen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 451-456, 2005.

 

Titel: Die Beziehung zwischen elektrischer Impedanz der Vagina und Hormonprofile während der Trächtigkeit und Geburt beim Südlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum)

 

AutorenSusan Bowers, M.S., Scott Gandy, M.S., Ken Paul, Lisa Woods, B.S., Denise D'Angelo, Carolyn Horton, Chris Tabaka, D.V.M. und Scott Willard, Ph.D.

 

Department of Animal and Dairy Sciences, Mississippi State University, Mississippi State, Mississippi 39762, USA (Bowers, Gandy, Willard); Memphis Zoo, Memphis, Tennessee 38112, USA (Paul, Woods, D'Angelo, Horton, Tabaka). Aktuelle Adresse (Tabaka): Detroit Zoological Institute, 8450 West Ten Mile Road, P.O. Box 39, Royal Oak, Michigan 48068-0039, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Willard.

 

Zusammenfassung: In dieser Studie wurde die elektrische Impedanz der Vagina untersucht, um die Geburt bei weiblichen Südlichen Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum simum) vorherzusagen und die Beziehung zwischen elektrischer Impedanz der Vagina und Hormonprofile während der Trächtigkeit zu bestimmen. Das Prinzip, das die elektrische Impedanz zu Grunde legt, ist, daß eine Änderung des Ionengleichgewichts der Vagina- und Cervixschleimhaut einer Änderung der Sexualhormone folgt. Die elektrischen Impedanzwerte der Vagina und Kotproben wurden dreimal in der Woche von Mitte der Trächtigkeit bis zum Abkalben (6 Monate lang) gesammelt. Die extrahierten Kotproben wurden auf immunoreaktive Östrogene, Progestagene und Kortikoide mit RIA untersucht. Elektrische Impedanzwerte der Vagina nahmen vor der Geburt nicht ab, sondern blieben während der letzten 140 Tage der Trächtigkeit konstant. Progestagene im Kot der Breitmaulnashörner nahmen zwischen Tag 17 und Tag 1 vor dem Abkalben ab, wobei Östrogene zwischen 4 und 2 Monaten vor dem Abkalben zunahmen, mit einer zusätzlichen Erhöhung 1 Monat vor dem Abkalben. Kortikoide im Kot nahmen 5 Monate vor dem Abkalben zu, nahmen danach langsam ab und erhöhten sich wieder 3 Wochen vor dem Abkalben.
Eine Abnahme der elektrischen Impedanz der Vagina wurde 168 Tage vor dem Abkalben festgestellt, und niedrige Werte konnten 4 Wochen lang gemessen werden. Zur Zeit dieser Abnahme zeigte das Weibchen Aggressivität gegenüber dem Männchen sowie Milchproduktion. Progestagene und Östrogene im Kot änderten sich allerdings nicht in diesem Zeitraum, obwohl Kortikoide im Kot sich erhöhten, als die elektrischen Impedanzwerte der Vagina wieder auf den Normalbereich sanken und das Verhalten sich normalisierte und Zeichen einer Laktation abklangen. Diese Studie zeigt, daß die elektrische Impedanz der Vagina nicht die Geburt beim Südlichen Breitmaulnashorn vorhersagen kann. Allerdings konnte eine Anomalie während der Trächtigkeit festgestellt werden, die durch elektrische Impedanzwerte der Vagina, eine Änderung des weiblichen Verhaltens, vorzeitige Laktation und eine anschließende Zunahme der Kortikoide im Kot unterstützt wird. Die Ätiologie deser physiologischen Anomalie ist nicht bekannt; die Trächtigkeit wurde allerdings nicht dadurch beeinträchtigt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 457-462, 2005.

 

Titel: Altersschätzung des Fötus mit transrektalen Ultraschallmessungen beim Mufflon (Ovis gmelini musimon)

 

Autoren: J. Santiago-Moreno, D.M.V., A. González-Bulnes, D.M.V., A. Gómez-Brunet, D.B.S., A. Toledano-Díaz, D.B.S. und A. López-Sebastián, D.M.V.

 

Departamento de Reproducción Animal, Instituto Nacional de Investigación y Tecnología Agraria y Alimentaria (INIA). Avenida Puerta de Hierro Km 5,9. 28040 Madrid, Spanien. Korrespondenz bitte an Dr. Santiago-Moreno.

 

Zusammenfassung: Transrektale Ultraschalluntersuchungen mit Messung verschiedener Strukturen wurden bei Mufflonföten (Ovis gmelini musimon) durchgeführt, um das Alter der Föten festzustellen. Daten wurden von 14 Mufflonweibchen erhoben, die nach Östrussynchronisierung trächtig wurden. Ab dem 25. Tag der Trächtigkeit wurden die Kopfrumpflänge und der Rumpfdurchmesser des Embryos geschätzt. Nachdem die fötalen Organe und Strukturen nicht mehr festgestellt werden konnten, wurden mehrere Messungen des Schädels (Occipito-Nasenlänge und Biparietal- und Orbitadurchmesser) des Rumpfes (Thoraxdurchmesser und Wirbelkörperbreite) und der Bauchhöhle (Längendurchmesser des Magens und der Niere) unternommen; Femurenlänge wurde ebenfalls gemessen. Alle fötalen Messungen korrelierten mit Trächtigkeitslänge (P < 0,001). Die Parameter, die am besten mit der Zeit korrelierten (R2 bis 0,94), waren Kopfrumpflänge und Occipito-Nasenlänge und Thorax- und Biparietaldurchmesser. Signifikante Unterschiede zwischen Trächtigkeiten mit einem oder zwei Föten konnten während der Studie nicht festgestellt werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 463-469, 2005.

 

Titel: Hämatologische Blutwerte bei freilebenden Sumpfhirschen (Blastocerus dichotomus) im Südosten Brasiliens

 

Autoren: Matias Pablo Juan Szabó, D.V.M., Ph.D., Eliana Reiko Matushima, D.V.M., Ph.D., Márcio Botelho de Castro, D.V.M., Ph.D., Danilo Álvaro Santana, D.V.M., Cátia Dejuste de Paula, D.V.M., M.Sc. und José Maurício Barbanti Duarte, D.V.M., Ph.D.

 

Faculdade de Medicina Veterinária da Universidade Federal de Uberlândia, Minas Gerais, 38400-902, Brasilien (Szabó); Departamento de Melhoramento Genético Animal, Faculdade de Ciências Agrárias e Veterinárias, Universidade Estadual Paulista, Jaboticabal, São Paulo, 14884-900, Brasilien (Duarte);  Departamento de Patologia Animal, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, USP, São Paulo, 05508-900, Brasilien, (Matushima, Dejuste); Curso de Medicina Veterinária, Universidade de Franca, Franca, São Paulo, 14404-600, Brasilien (Castro, Santana). Korrespondenz bitte an Dr. Szabó.

 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht die hämatologischen Blutwerte einer freilebenden Population von Sumpfhirschen (Blastocerus dichotomus), die in der Nähe des Paraná-Flusses im Südosten Brasiliens vorkommen. Hämatologische Werte sind für Männchen, Weibchen, Jungtiere, und für narkotisierte sowie nicht narkotisierte Tiere angegeben. Nicht narkotisierte Hirsche, die für die Blutentnahme festgehalten wurden, hatten signifikant höhere Erythrozytenparameter und Gesamtleukozytenzahlen. Wenn man die Blutwerte von narkotisierten Tieren in verschiedenen Alters- und Geschlechtsgruppen vergleicht, unterscheiden sich die Werte nur geringfügig; nur zwei signifikante Unterschiede konnten festgestellt werden: Jungtiere hatten signifikant höhere Erythrozytenzahlen im Vergleich zu ausgewachsenen Männchen und niedrigere Gesamtproteinwerte als ausgewachsene Weibchen. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, daß zwei Referenzbereiche für Blutwerte von Sumpfhirschen berücksichtigt werden sollten, nämlich für narkotisierte und für festgehaltene, nicht narkotisierte Tiere.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 470-478, 2005.

 

Titel: Eine Untersuchung der Magen-Darm-Helminthen über 12 Monate bei Hirschtieren in zwei zoologischen Gärten in Belgien

 

Autoren: Els Goossens, D.V.M., Jozef Vercruysse, D.V.M., Dipl. E.V.P.C., Joop Boomker, M.Sc., M.Med.Vet., D.V.Sc., Francis Vercammen, D.V.M. und Pierre Dorny, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.V.P.C.

 

Department of Virology, Parasitology and Immunology, Faculty of Veterinary Medicine, Ghent University, Salisburylaan 133, B9820 Merelbeke, Belgien (Goossens, Vercruysse, Dorny); Department of Animal Health, Prince Leopold Institute of Tropical Medicine, Nationalestraat 155, B2000 Antwerp, Belgien (Dorny); Center of Research and Conservation, Royal Zoological Society of Antwerp, Koningin Astridplein 26, B2018 Antwerp, Belgien (Goossens, Vercammen); Department of Veterinary Tropical Diseases, Faculty of Veterinary Science, University of Pretoria, Private Bag X04, Onderstepoort 0110, Südfrika (Boomker). Korrespondenz bitte an Dr. Goossens.

 

Zusammenfassung: Infektionen mit Helminthen stellen ein großes gesundheitliches Risiko für Hirscharten dar, die wildlebend oder in menschlicher Obhut leben. In dieser Studie wurden Eizahl im Kot sowie klinische Symptome, die durch Magen-Darm-Helminthen verursacht wurden, über 12 Monate bei neun Hirschherden untersucht, die unter verschiedenen Bedingungen und an zwei Standorten gehalten wurden. Der erste Standort war ein städtischer zoologischer Garten. Hier blieben die Eizahlen im Kot niedrig. Klinische Symptome, die mit einer parasitärischen Gastroenteritis einhergehen können, wurden bei Herden vom Damhirsch (Dama dama), Sikahirsch (Cervus nippon dybowski), Südpudu (Pudu pudu) und Rentier (Rangifer tarandus tarandus) nicht festgestellt. Die Helmintheninfektionen dieses Standortes könnten durch das tägliche Entfernen vom Kot von den kleinen, sandigen Gehegen erfolgreich verhindert worden sein;  die regelmäßige Verabreichung von Anthelminthika war nicht angezeigt. Der zweite Standort war ein Wildtierpark mit Rothirsch (Cervus elaphus hippelaphus), Wapiti (Cervus elaphus nelsoni), Davidshirsch (Elaphurus davidianus), Elch (Alces alces alces) und Rentier (Rangifer tarandus tarandus). Nematodeneier wurden oft in den Rotwild-, Wapiti- und Elchherden gefunden, die auf größeren, grasbedeckten Gehegen gehalten wurden, die nur in unregelmäßigen Abständen gesäubert wurden. Das trimodale Muster der Eizahlen im Kot der Herden aus dem Wildtierpark, nämlich eine geringe Zunahme im Frühling (Juni), ein Höchststand im Oktober und eine geringe Zunahme im Februar, zeigt, daß infektiöse Larven auf den Weiden die Hauptinfektionsquelle darstellen. Zusätzlich begrenzte die regelmäßige Anthelminthika-Behandlung mit Fenbendazol im April und Juli die Eiausscheidung, aber Reinfektion fand schnell wieder statt. Zunehmende Eizahlen im Kot von zwei Elchen und einem Rentier gingen mit einer Verschlechterung der Kotkonsistenz und der Appetenz einher. Drei Nematodengattungen und -arten  wurden bei der Sektion von einem Rothirsch und drei Wapitis vorgefunden, nämlich Spiculopteragia spiculoptera, Trichostrongylus spp., Nematodirus filicollis, Capillaria spp., Oesophagostomum radiatum und Trichuris spp.; Gesamtwurmzahlen lagen zwischen 950 und 8700.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 479-484, 2005.

 

Titel: Der Einfluss verwilderter Säugetiere auf die Prävalenz von infektiösen Wildtiererkrankungen in zwei Naturschutzgebieten innerhalb der Stadtgrenzen von Mexiko City

 

Autoren: Gerardo Suzán, D.V.M. und Gerardo Ceballos, Ph.D.

 

Museum of Southwestern Biology, Department of Biology, University of New Mexico, Albuquerque, New Mexico 87131-1091, USA (Suzán); Instituto de Ecología, Universidad Nacional Autónoma de México, Apartado Postal 70-275, Ciudad Universitaria CP, 04510, México, Distrito Federal, Mexiko (Ceballos). Korrespondenz bitte an Dr. Suzán.

 

Zusammenfassung: Wilde und verwilderte mittelgroße Säugetiere wurden in zwei Naturschutzgebieten innerhalb der Stadtgrenze von Mexiko City lebend in Fallen gefangen, um das Vorkommen von Antikörpern gegen die häufigsten Infektionskrankheiten von Hunden und Katzen (Tollwut, Toxoplasmose und Parvovirose des Hundes) zu bestimmen. Säugetiere wurden während der Trocken- (März-April) und Regenzeit (Juli-August) in den Jahren 1996 und 1997 gefangen. Insgesamt 68 Tiere aus acht Tierarten wurden gefangen: Virginia-Opossum (Didelphis virginiana), nordamerikanisches Katzenfrett (Bassariscus astutus), westlicher Fleckenskunk (Spilogale gracilis), Langschwanzwiesel (Mustela frenata),  Felsenhörnchen (Spermophilus variegatus), Rotbauchhörnchen (Sciurus aureogaster), verwilderte Katzen (Felis catus) und verwilderte Hunde (Canis familiaris). Hohe Seroprävalenz für Parvovirose (86,6%) und niedrigere Seroprävalenz für Toxoplasmose (23,9%) sowie Tollwut (17,9%) konnte festgestellt werden. Signifikante Unterschiede in Prävalenz bei Säugetieren in den beiden sehr verschiedenen Naturschutzgebieten (d.h. klein und isoliert oder groß und nicht isoliert) konnten nicht festgestellt werden. Wir behaupten, daß die hohe Seroprävalenz dieser drei Infektionskrankheiten bei wilden Säugetieren durch die hohe Dichte von verwilderten Hunden und Katzen in den zwei Gebieten verursacht wird. Verwilderte Hunde können die Erreger unabhängig von der Größe und Isolierung der Schutzgebiete aufrechterhalten. Außerdem sind die einheimischen Säugetiere in dem kleinen und isolierten Schutzgebiet durch die kleine Populationsgröße und der genetischen Verengung noch anfälliger für Infektionskrankheiten. Unsere Studie zeigt, daß die natürlichen Gebiete in und um Mexiko City ein Refugium für latente Infektionserreger, darunter viele zoonotische Erkrankungen, darstellen. Diese Ergebnisse deuten an, daß Schutzmaßnahmen in den Naturschutzgebieten und Umgebung, u.a. Entfernung von verwilderten Säugetieren und Einleitung von Impfprogrammen, nützlich sein können.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 485-488, 2005.

 

Titel: Abnehmende Prävalenz und saisonale Variation von Schußverletzungen bei Greifvögeln, die in das Wildlife Center of  Virginia von 1993 bis 2002 aufgenommen wurden

 

Autoren: Jean Richards, B.A., Adrienne Lickey, D.V.M. und Jonathan M. Sleeman, Vet.M.B., Dipl. A.C.Z.M., M.R.C.V.S.

 

Virginia-Maryland Regional College of Veterinary Medicine, Virginia Polytechnic and State University, Blacksburg, Virginia 24061, USA (Richards); College of Veterinary Medicine, The University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Lickey); Wildlife Center of Virginia, P.O. Box 1557, Waynesboro, Virginia 22980, USA (Sleeman). Korrespondenz bitte an Dr. Sleeman.

 

Zusammenfassung: Eine retrospektive Studie wurde vorgenommen, um die epidemiologischen Faktoren zu identifizieren, die mit Schußverletzungen bei Greifvögeln einhergehen, die in das Wildlife Center of Virginia von 1993 bis 2002 aufgenommen wurden. Von insgesamt 3156 Greifvögeln wurden 118 Greifvögel (3,7%) aus 15 Arten mit Schußverletzungen als Hauptursache der Morbidität und Mortalität in die Klinik aufgenommen. Am stärksten waren die folgenden vier Vogelarten vertreten: Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis; 47%), Rotschulterbussard (Buteo lineatus; 14%), Truthahngeier (Cathartes aura; 10%) und Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus; 8%). Bei den Vogelarten mit mehr als 40 aufgenommen Einzeltieren während der Untersuchungszeit betrug der Anteil der Schußverletzungen an den gesamten Morbitäts- und Mortalitätsfällen zwischen <1% und 11%. Erhöhte Anzahlen von Greifvögeln mit Schußverletzungen wurden während der Herbst- und Wintermonate (75%) im Vergleich mit den Frühlings- und Sommermonaten (25%) aufgenommen. Eine signifikante Abnahme der absoluten Zahl der Schußverletzungensfälle pro Jahr wurde während des Zeitraums der Studie beobachtet. Die Auswirkung der Schußverletzungen auf die Populationen dieser Tierarten ist nicht bekannt; sie scheint im Vergleich zu anderen Morbiditäts- und Mortalitätsursachen gering zu sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 489-497, 2005.

 

Titel: Stressmyopathie beim Schreikranich (Grus americana) mit prognostischen Richtlinien

 

Autoren: Christopher S. Hanley, D.V.M., Nancy J. Thomas, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.P., Joanne Paul-Murphy, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Barry K. Hartup, D.V.M., Ph.D.

 

Department of Surgical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin 53706, USA (Hanley, Paul-Murphy, Hartup); U.S. Geological Survey, National Wildlife Health Center, Madison, Wisconsin 53711, USA (Thomas); Department of Veterinary Services, International Crane Foundation, E-11376 Shady Lane Road, Baraboo, Wisconsin 53913, USA (Hartup). Korrespondenz bitte an Dr. Hartup.

 

Zusammenfassung: Stressmyopathie wurde bei drei Schreikranichen (Grus americana) nach routinemäßigem Fangen, Festhalten oder nach Trauma beobachtet. Die vermutliche Diagnose einer Stressmyopathie wurde auf Grund der Vorgeschichte, nämlich daß der Vogel vor kurzem gefangen oder traumatisiert wurde, sowie auf Grund klinischer Symptome und erhöhter Werte der Aspartataminotransferase, Alaninaminotransferase, Kreatinkinase, Laktatdehydrogenase und des Kaliums gestellt.  Behandlungen wurden in allen Fällen vorgenommen, waren aber letztendlich nicht erfolgreich. Anatomisch- und histopathologische Befunde bestätigten in jedem der Fälle die Diagnose, wobei die Beinmuskulatur am stärksten betroffen war. Diese Fälle sowie weitere aus der Literatur wurden analysiert, um prognostische Richtlinien für Stressmyopathie bei Kranichen vorzuschlagen. Feststellung der prädisponierenden Faktoren sowie Anwendung von sachgerechten Methoden für das Festhalten, die Immobilisierung und den Transport können der Entwicklung von Stressmyopathie bei Kranichen vorbeugen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 498-503, 2005.

 

Titel: XY-Pseudohermaphroditismus masculinus bei einer Arabischen Oryx (Oryx leucoryx) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Luis R. Padilla, D.V.M., Christopher J. Dutton, B.V.Sc., M.Sc., Joan Bauman, Ph.D. und Mary Duncan, B.V.M.S., Dipl. A.C.V.P.

 

Departments of Animal Health (Padilla, Dutton, Duncan) and Animal Research (Bauman), St. Louis Zoo, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA; College of Veterinary Medicine, University of Missouri–Columbia, 203 Veterinary Medicine Building, Columbia, Missouri 65211, USA (Padilla, Dutton, Duncan). Aktuelle Adressen (Padilla): Oklahoma City Zoo, 2101 NE 50th Street, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA; (Dutton): Toronto Zoo, 361A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Canada. Korrespondenz bitte an Dr. Padilla.

 

Zusammenfassung: Eine 2-Jahre alte Arabische Oryx (Oryx leucoryx) wurde wegen Abweichungen an den Genitalien und infantilen Verhaltens vorgestellt. Die Oryx besaß einen Penis und ein Skrotum, aber Hoden waren weder im Skrotum noch in der Leistengegend tastbar. Der Gesamttestosteronwert im Serum für dieses Tier war niedriger als für männliche, gleichalte Artgenossen. Bei der chirurgischen Untersuchung wurden hochgradig hypoplastische, intraabdominale Gonaden vorgefunden, die Hoden- sowie Gebärmuttergewebe bei der histologischen Untersuchung nachwiesen. Nach Karyotypanalyse wurde das Tier als ein XY-männlicher Pseudohermaphrodit bezeichnet. Dieser Zustand ähnelt zwei Intersex-Syndromen beim Menschen: dem embryonalen testikulären Regressionssyndrom und dem Teildysgenesesyndrom der Gonaden, die in Familienlinien vorkommen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 504-508, 2005.

 

Titel: Chirurgische Entfernung von Katarakten beim Golf-Stör (Acipenser oxyrinchus desotoi), welche durch Diplostomum sp. verursacht wurden

 

Autoren: Robert S. Bakal, D.V.M., M.S., Brian H. Hickson, B.S., Brian C. Gilger, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.O., Michael G. Levy, Ph.D., James R. Flowers, Ph.D. und Lester Khoo, V.M.D., Ph.D.

 

U.S. Fish and Wildlife Service, Warm Springs Fish Health Center, 5308 Spring Street, Warm Springs, Georgia 31830, USA (Bakal and Hickson); Departments of Clinical Sciences (Gilger) and Population Health and Pathobiology (Levy and Flowers), College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA; Department of Clinical Studies-New Bolton Center, School of Veterinary Medicine, University of Pennsylvania, 382 W. Street Road, Kennett Square, Pennsylvania 19348, USA (Khoo). Korrespondenz bitte an Dr. Bakal.

 

Zusammenfassung: Bilaterale Katarakte wurden bei 20 6-Jahre alten (1995 geboren) Golf-Stören (Acipenser oxyrinchus desotoi) festgestellt. Das Vorkommen von Diplostomid-Trematoden wurde bei der histopathologischen Untersuchung der Linsen von zweien der Fische festgestellt. Pharmakologische Behandlung der Trematoden kann die Abtötung der Parasiten bewirken, wobei die Linsenschädigung und die daraus resultierenden Katarakte irreversibel sind. Da diese Fische in einer nachfolgenden Untersuchung als Sentinel-Tiere im natürlichen Lebensraum dienen sollten, war die bestmögliche Wiederherstellung der Sehfähigkeit notwendig. Ein Elektroretinogramm wurde bei jedem Fisch erstellt, um normale Netzhautfunktion zu bestätigen. Katarakte wurden durch Phakoemulsifikation und Aspiration chirurgisch entfernt. Die Tiere überstanden den chirurgischen Eingriff ohne Komplikationen. Dieser Bericht stellt den ersten bekannten Fall einer chirurgischen Kataraktbehandlung bei einer Störart dar und ist der erste bekannte Fall der Behandlung einer Augenerkrankung bei Fischen, die anschließend freigelassen wurden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 509-511, 2005.

 

Titel: Clostridium septicum-Myositis bei einem Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla)

 

Autoren: Deidre K. Fontenot, D.V.M., Scott P. Terrell, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Patricia K. Robbins, M.R.C.V.S., Mark Stetter, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Martha Weber, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Walt Disney World Animal Programs, Disney's Animal Kingdom, 1200 North Savannah Circle East, Bay Lake, Florida 32830-1000, USA (Fontenot, Terrell, Miller, Robbins, Stetter, Weber). Akuelle Adresse  (Weber): Saint Louis Zoological Park, 1 Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110-1395, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fontenot.

 

Zusammenfassung: Ein 10-Jahre alter männlicher Gorilla (Gorilla gorilla gorilla), der Bißwunden durch einen Artgenossen erlitten hatte, wurde wegen akuter Apathie, Inappetenz und rechter Hemiparese untersucht. Das Tier wurde für eine diagnostische Untersuchung narkotisiert und für vermuteten toxischen Schock von einer nekrotisierenden, emphysematösen Wundinfektion behandelt. Das Tier wurde nach Komplikationen während des Aufwachens von der Narkose eingeschläfert. Anatomisch- und histopathologische Untersuchungen zeigten akute nekrotisierende Myositis, Fasciitis, Cellulitis und Emphysem in der Nähe der betroffenen Wunde mit einer großen Anzahl von großen, Gram-positiven Stäbchen in den nekrotischen Muskelfasern. Weitere Befunde waren hochgradiges Lungenödem mit Fibrin enthaltenden Luftwegen, akute Blutungen an mehreren Stellen, Thrombose der Blutgefäße des Skelettmuskels, der Leber und Lunge sowie Lymphknotenhyperplasie mit Nekrose und Blutung des Lymphgewebes. Immunohistochemische fluoreszierende Antikörperfärbung des Muskels aus der Wunde testete postiv für Clostridium septicum.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 512-514, 2005.

 

Titel: Vermuteter primärer Thiaminmangel bei einem jungen Afrikanischen Löwen (Panthera leo)

 

Autoren: Cynthia L. DiGesualdo, D.V.M., John P. Hoover, M.S., D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Dipl. A.C.V.I.M. und Michael D. Lorenz, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M.

 

Department of Veterinary Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA (Hoover, Lorenz). Aktuelle Adresse (DiGesualdo): 10400 Lisa Jean, Crowley, Texas 76036, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hoover.

 

Zusammenfassung: Ein 1-Jahr alter männlicher, unkastrierter Afrikanischer Löwe (Panthera leo), dem ausschließlich Muskelfleisch vom Rind gefüttert wurde, wurde wegen Episoden mit hypermetrischer Ataxie, allgemeiner Schwäche und tonisch-klonischen Vorderbeinbewegungen vorgestellt. Hämatologische und biochemische Blutwerte, Bleiwerte im Blut, Elektrokardiogramm, Röntgenaufnahmen und Computertomographie des Gehirns waren unauffällig. Analyse der Gehirn-Rückmark-Flüssigkeit deutete auf eine geringgradige Entzündung. Acetylcholin-Rezeptor-Antikörpertest und serologische Untersuchungen auf Infektionskrankheiten waren negativ. Klinische Symptome verschwanden 9 Tage nach der Einleitung vom oralen Thiamin (3 mg/kg/d) und einer ausgewogenen Ernährung. Der Thiaminwert im Blut vor der Behandlung (11 nmol/l) war deutlich kleiner als der eines gesunden Löwen (191 nmol/l) und der des vorgeschlagenen Referenzbereichs für ausgewachsene Afrikanische Löwen (160-350 nmol/l). Der Löwe war zwei Jahre später klinisch unauffällig und zeigte zu diesem Zeitpunkt einen Thiaminwert im Blut von 340 nmol/l. Afrikanische Löwen können klinischen, primären Thiaminmangel aufweisen und positiv auf die Behandlung ansprechen, wenn die Therapie sowie eine angemessene Ernährung eingeleitet werden, bevor irreversible Nervennekrose eintritt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 515-519, 2005.

 

Titel: Erythema multiforme bei einer Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)

 

Autoren: Christopher S. Hanley, D.V.M., Heather A. Simmons, D.V.M., Roberta S. Wallace, D.V.M. und Victoria L. Clyde, D.V.M.

 

Milwaukee County Zoo, Milwaukee, Wisconsin 53226, USA (Hanley, Wallace, Clyde) and the Department of Surgical Sciences (Hanley) and the Department of Pathobiological Sciences (Simmons), School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin 53706, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hanley, Department of Special Species.

 

Zusammenfassung: Neunzehn Tage nach der Verabreichung einer Canarypox-Vektor-Vakzine gegen Hundestaupe entwickelte eine 10,5-Jahre alte, männliche Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta) eine akute, hochgradige, erythematöse und ulzerative Dermatitis an Hintergliedmaßen, Füßen, Gesicht und Ohren. Biopsien der Veränderungen deuteten auf Erythema multiforme (EM), die eine Immunerkrankung ist, die Tage bis Monate nach einer Antigen-Stimulierung auftreten kann. Während der langen Erholung von der Erkrankung, entwickelte die Hyäne Reflux und daraus resultierende Geschwüre im Ösophagus, die entweder Komplikationen der Krankheit oder Folgen der Therapie waren. Die Ösophagusveränderungen wurden mit Metoclopromid, Sucralfat und Omeprazol sowie mit häufigen kleinen Mahlzeiten behandelt. Es wird vermutet, daß der Staupeimpfstoff der Auslöser der EM bei diesem Tier war.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 520-522, 2005.

 

Titel: Die Anwendung von Buspiron und Umweltbereicherung für abweichendes Verhalten bei einem Silberdachs (Taxidea taxus)

 

Autoren: Laurie J. Gage, D.V.M.

 

Coyote Point Museum, 1651 Coyote Point Drive, San Mateo, California 94401, USA. Aktuelle Adresse:  1131 Second Avenue, Napa, California 94558, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Gage.

 

Zusammenfassung: Ein erwachsener weiblicher Silberdachs (Taxidea taxus) in menschlicher Obhut litt unter periodischen Episoden von Beunruhigung und Selbstzerstörung über seine gesamte bisherige  Lebensdauer. Anfangs schränkte Umweltbereicherung die abweichenden Verhaltensweisen ein, obwohl zunehmend vestärkte Symptome die zeitweise Verabreichung von Diazepam benötigten. Nachdem die Behandlung mit Diazepam eine Reihe eskalierender Verhaltensweisen nicht mehr erfolgreich unter Kontrolle halten konnte, wurde die Behandlung mit Buspiron, einem Azaperon-Anxiolytikum, eingeführt. Dem Dachs wurden 10 mg Buspiron p.o. zweimal täglich mehr als 18 Monate lang verabreicht; in dieser Zeit wurden keine unerwünschten Verhaltensweisen oder auffällige Nebenwirkungen beobachtet.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 523-526, 2005.

 

Titel: Extraossäres Osteosarkom bei einem Mähnenwolf (Chrysocyon brachurus)

 

Autoren: Heather L. Reid, D.V.M., Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Canada (Reid); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Gainesville, Florida 32610-0126, USA (Deem); White Oak Conservation Center, Yulee, Florida 32097, USA (Citino). Aktuelle Adressen (Reid): Toronto Wildlife Centre, Toronto, Ontario M3K 2B8, Canada; (Deem): Department of Animal Health, Smithsonian's National Zoological Park, Washington, DC 20008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Deem.

 

Zusammenfassung: Ein extraossäres Osteosarkom wurde an der lateralen Seite des rechten Oberschenkels eines 6-Jahre alten Mähnenwolfs (Chrysocyon brachurus) festgestellt. Röntgenaufnahmen vor dem Tod zeigten ein verkalktes Gewächs, obwohl das Skelett des Tieres nicht betroffen war. Das Gewächs wurde chirurgisch entfernt, aber sichtbarer Neuwuchs des Tumors war innerhalb von 5 Wochen festzustellen. Histologische und immunohistochemische Untersuchungen sowie Färbung für p53-Tumorsuppressorprotein wurden bei dem entfernten Tumor durchgeführt. Der Mähnenwolf wurde 13 Wochen nach Feststellung des Tumors eingeschläfert. Das Gewächs war an einer Stelle, an der man oft intramuskuläre Injektionen, u.a. Impfstoffe, häufig verabreicht. Obwohl ein Zusammenhang nicht definitiv bewiesen werden kann, ist diese Beziehung bemerkenswert, da Impfstoff-Neoplasmen bei anderen Tierarten, vor allem bei der Hauskatze (Felis domesticus), bekannt sind.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 527-530, 2005.

 

Titel: Geographische Variation von Fibropapillomatosen bei Meeresschildkröten

 

Autoren: Rebecca J. Greenblatt, Ph.D., Thierry M. Work, M.S., D.V.M., M.P.V.M., Peter Dutton, Ph.D., Claudia A. Sutton, Ph.D., Terry R. Spraker, D.V.M., Ph.D., Rufina N. Casey, Carlos E. Diez, Denise Parker, Judy St. Leger, D.V.M., George H. Balazs, M.S. und James W. Casey, Ph.D.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine Department of Microbiology and Immunology, Ithaca, New York 14853, USA (Greenblatt, Sutton, Casey, Casey); United States Geological Survey, National Wildlife Health Center Honolulu Field Station, P.O. Box 50167, Honolulu, Hawaii 96850, USA (Work); National Marine Fisheries Service, Southwest Fisheries Science Center, La Jolla Laboratory, 8604 La Jolla Shores Drive, La Jolla, California 92037, USA (Dutton, Parker); Colorado State University Diagnostic Laboratory, College of Veterinary Medicine, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80526, USA (Spraker); Programa de Especies Protegidas, DRNA-PR, P.O. Box 9066600, San Juan 00906-6600, Puerto Rico (Diez); Veterinary Care Department, Sea World of San Diego, 500 Sea World Drive, San Diego, California 92019, USA (St. Leger); National Marine Fisheries Service, Pacific Islands Fisheries Science Center, 2570 Dole Street, Honolulu, Hawaii 96822, USA (Balazs). Aktuelle Adresse (Greenblatt): Department of Microbiology and Immunology, State University of New York Upstate Medical University, 750 East Adams Street, Syracuse, New York 13210, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Casey.

 

Zusammenfassung: Drei Beispiele von Fibropapillomatose werden mit histologischen Befunden, quantitativer Polymerase Chain Reaction (qPCR) und Sequenzanalyse von drei verschiedenen geographischen Orten beschrieben. Tumoren, die morphologisch mit Fibropapillomatose übereinstimmten, wurden bei Suppenschildkröten von Puerto Rico und San Diego (Kalifornien) und bei einem Hybrid aus Unechter und Echter Karettenschildkröte von Florida Bay (Florida) festgestellt. Die Tumore wurden als Fibropapillome durch Histologie benannt, obwohl Schweregrad der Erkrankung bei den Fällen variierte. PCR-Analyse zeigte Infektion mit dem Fibropapillom-assoziierten Herpesvirus der Schildkröten (FPTHV) in allen Fällen, allerdings mit stark variierenden Kopienzahlen pro Zelle. Das Alignment eines Teils des PCR-Gens von jedem FPTHV-Isolat zeigte geographische Sequenzvariationen. Diese Fälle zeigen, daß es geographische Variationen bei der Pathologie sowie bei der Virologie der Fibropapillomatose gibt.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 531-533, 2005.

 

Titel: Thymuskarzinoid bei einem Tiger (Panthera tigris)

 

Autoren: Joshua Powe, B.V.Sc., M.Vet.Stud., William Castleman, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Christine Fiorello, D.V.M., Ph.D.

 

Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, P.O. Box 110880, Gainesville, Florida 32611, USA (Castleman, Powe); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, P.O. Box 100126, Gainesville, Florida 32610, USA (Fiorello). Korrespondenz bitte an Dr. Powe.

 

Zusammenfassung: Ein  18-Jahre alter Tiger (Panthera tigris) wurde mit akuter Lähmung der Hinterhand vorgestellt. Röntgenologische und sonographische Untersuchungen deuteten auf eine Thrombose der caudalen Aorta sowie ein Gewächs im cranialen Mediastinum. Die Sektion bestätigte die Aortenthrombose. Nekrotisierende Enteritis sowie multifokale Nierenthrombosen wurden ebenfalls festgestellt. Ein zweilappiges Gewächs wurde im cranialen Mediastinum gefunden, das histologisch und elektronenmikroskopisch mit einem Karzinoid übereinstimmte.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 534-537, 2005.

 

Titel: Chronische Obstipation bei einem Leopard (Panthera pardus), verursacht durch Druck auf das distale Kolon durch ein Gebärmutterleiomyom in der Beckenhöhle

 

Autoren: Jessica L. Siegal-Willott, D.V.M., Todd Henrikson, D.V.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Gordon A. Andrews, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Department of Clinical Sciences (Siegal-Willott, Henrikson, Carpenter) and Diagnostic Medicine/ Pathobiology (Andrews), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA. Aktuelle Adresse (Siegal-Willott): Department of Small Animal Clinical Sciences, Veterinary Medical Teaching Hospital, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Siegel-Willott.

 

Zusammenfassung: Ein 6-Jahre alter weiblicher Leopard (Panthera pardus) zeigte 4 Monate lang chronische Verstopfung. Röntgenaufnahmen, Ultraschall und Computertomographie zeigten ein Gewächs in der Beckenhöhle, das auf das distale Kolon drückte. Der Besitzer entschied sich für die Einschläferung des Tieres, da die postoperative Behandlung des Tieres sich als schwierig erwiesen hätte. Bei der postmortalen Untersuchung wurde ein Gewächs (3 cm x 5 cm x 10 cm) vorgefunden, das vom Gebärmutterkörper hervorging. Bei der histopathologischen Untersuchung wurde das Gewächs als ein Leiomyom des Uterus identifiziert. Dieser Fall beschreibt einen Gebärmuttertumor bei einer Großkatze, der zur Verstopfung und Obstipation führte, sowie die Vor- und Nachteile der diagnostischen Mittel zur Feststellung der Diagnose, Prognose und Behandlung dieser Erkrankung.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 538-542, 2005.

 

Titel: Plattenepithelkarzinom der Mandel mit TP53 bei einem Polarwolf (Canis lupus arctos) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Jens P. Teifke, Dr. Med. Vet. Habil., P.D., Dipl. A.C.V.P., Christiane V. Löhr, Dr. Med. Vet., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Christoph Langner, D.V.M.

 

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Boddenblick 5A, 17493 Greifswald-Insel Riems, Deutschland (Teifke); Department of Biomedical Science, College of Veterinary Medicine, Oregon State University, Oregon 97331-4804, USA (Löhr); Tierpark Stralsund, 18437 Stralsund, Deutschland (Langner). Korrespondenz bitte an Dr. Teifke.

 

Zusammenfassung: Die anatomisch- und histopathologischen Befunde eines primären Plattenepithelkarzinoms der Mandel bei einem 11-Jahre alten Polarwolf (Canis lupus arctos) in menschlicher Obhut werden beschrieben. Das Karzinom metastasierte zu den regionalen Lymphknoten des Rachens, des präkardialen Mediastinums und der Lunge. Tumorsuppressorprotein TP53 wurde via Immunohistochemie in den Zellkernen der schlecht differenzierten, Zytokeratin-positiven Zellen des primären Tumors und der Metastasen festgestellt. DNA vom oralen Papillomavirus des Hundes wurde mit Polymerase Chain Reaction (PCR) nicht nachgewiesen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 543-545, 2005.

 

Titel: Plattenepithelkarzinom des Kehlkopfs bei einem Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus)

 

Autoren: David S. Rotstein, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P., Pamela Govett, D.V.M. und Barbara Wolfe, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

North Carolina State Zoological Park, 4401 Zoo Parkway, Asheboro, North Carolina 27203, USA (Rotstein, Govett, Wolfe); Environmental Medicine Consortium and Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Govett); Department of Population Health and Pathobiology (Rotstein), College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA. Aktuelle Adresse (Rotstein): Department of Pathology, University of Tennessee, 2407 River Road, Room A201, Knoxville, Tennessee 37996, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Rotstein.

 

Zusammenfassung: Ein 10-Jahre alter, weiblicher Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus) im North Carolina Zoological Park zeigte zwei Wochen lang intermittierendes Husten und Stertor. Der Bär wurde für eine Untersuchung narkotisiert. Beim Intubieren waren die Luftwege durch ein großes Gewächs blockiert, das mit den Mandeln und dem Kehlkopf assoziiert war. Herz-Kreislauf-Versagen trat während der Narkose auf, und Wiederbelebungsversuche waren nicht erfolgreich. Bei der Sektion wurde ein 8 cm x 6 cm x 5 cm Tumor im Kehlkopf festgestellt, der die Epiglottis infiltrierte und die Luftwege blockierte. Regionale Lymphknoten waren geringgradig vergrößert und waren mit einer hellbraunen eingedickten Substanz gefüllt. Bei der histologischen Untersuchung bestand der Tumor aus Nestern von keratinizierten Plattenepithelzellen mit Eindringen in die Lymphe und Metastasen in den regionalen Lymphknoten.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(3): 546-549, 2005.

 

Titel: Intrahepatischer portosystemischer Shunt bei einer neugeborenen Pferdeantilope (Hippotragus equinus cottoni)

 

Autoren: Brad A. Lock, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Audrey Pickup, C.V.T.

 

White Oak Conservation Center, White Oak Plantation, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Lock, Citino, Pickup). Aktuelle Adresse (Lock): Department of Herpetology, Zoo Atlanta, 800 Cherokee Avenue South East, Atlanta, Georgia 30315, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lock.

 

Zusammenfassung: Ein einziger intrahepatischer portosystemischer venöser Shunt wurde bei einer 6-Tage alten, weiblichen Pferdeantilope (Hippotragus equinus cottoni) bei der Sektion festgestellt. Klinisch zeigte das Tier Schwäche, Apathie, Hypothermie, Durchfall und einen schwachen Saugreflex. Mehrere Anfälle mit Vokalisation, Muskelfaszikulationen und Desorientierung wurden beobachtet, die mit Hypoglykämie einhergingen. Die hämatologische Untersuchung zeigte Anämie mit Hypochromasie, Anisozytose und Poikilozytose, sowie Leukopenie mit Neutropenie und Lymphopenie. Die biochemische Untersuchung des Serums zeigte Erhöhungen des Harnstoffwertes sowie der Gesamtgallensäurekonzentration. Eine portosystemische Gefäßanomalie sollte bei der Differentialdiagnose eines nicht gedeihenden Kalbs einer exotischen Wiederkäuerart mit auffälligen oder weniger auffälligen neurologischen Symptomen, anhaltender Hypoglykämie und/oder erhöhter Gallensäurekonzentration im Serum einbezogen werden. Bei sehr jungen Kälbern kann die Gallensäurekonzentration hilfreicher zur Stellung einer Diagnose sein als die Ammoniakkonzentration im Blut.

Location

581705 White Oak Road
Yulee, FL 32097 USA

Contact Us

Local: (904) 225-3275
Fax: (904) 225-3289
Email:Admin@AAZV.org