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jzwm_germanabstract_v36n4_2005

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 36(4) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 571-580, 2005.

 

Titel: Rohfaserverdaulichkeit beim Orang-Utan (Pongo abelii): In vitro und in vivo
Autoren:  Debra A. Schmidt, Ph.D., Monty S. Kerley, Ph.D., Janet L. Dempsey, M.S., Ingrid J. Porton, M.S., James H. Porter, Mark E. Griffin, Ph.D., Mark R. Ellersieck, Ph.D. und William C. Sadler, Ph.D.
University of Missouri, 111 Animal Sciences and Research Center, Columbia, Missouri 65211, USA (Schmidt, Kerley, Porter); Saint Louis Zoo, One Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110, USA (Dempsey, Porton); Purina Mills, LLC, 555 Maryville University Drive, Saint Louis, Missouri 63141, USA (Griffin, Sadler); University of Missouri, Experiment Station Statistics, 146 Middlebush Hall, Columbia, Missouri 65211, USA (Ellersieck). Aktuelle Adressen (Schmidt): Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA; (Dempsey): Nestlé Purina Pet Care Company, 2N Checkerboard Square, Saint Louis, Missouri 63164, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Schmidt.

Zusammenfassung: Informationen über die Ernährungsweise freilebender Orang-Utans Pongo abelii und P. pygmaeus sind begrenzt. Obwohl sie als Fruchtfresser eingeteilt werden, deutet die chemische Zusammensetzung ihrer Ernährung und die Anatomie ihres Magen-Darm-Trakts darauf hin, daß sie auf Rohfaserverdauung für einen erheblichen Teil ihrer Energieeinnahmen angewiesen sind. Das Ausmaß der Rohfaserverdauung bei diesen Tierarten ist allerdings unbekannt. Kontinuierliche Kultursysteme, die mit Bakterien aus dem Kot von Orang-Utans inokuliert wurden, wurden aufgestellt, um die Rohfaserverdauungskapazität der Dickdarm-Mikroflora des Orang-Utans zu bestimmen. Die Kulturen wurden mit einer der folgenden Zutaten behandelt: Sojabohnenhülsen, gemahlenen Maiskolben, Maisstärke oder keinen Futterzutaten. Weder Trockenmasse- noch Neutral Detergent Fiber (NDF)-Verdaulichkeit waren bei den verschiedenen Behandlungen signifikant unterschiedlich. Die NDF-Verdaulichkeit war aber für die Behandlungen mit den Sojabohnenhülsen (88,4%) und den gemahlenen Maiskolben (86,1%) hoch und zeigt, daß die Mikroflora eine starke fibrolytische Fähigkeit besitzt. Einem jungen und zwei ausgewachsenen Orang-Utans wurden vier Gel-Matrix-Futtermittel mit Sojabohnenhülsen, gemahlenen Maiskolben oder gemahlenen Primatenkeksen gegeben, um festzustellen, ob die gleiche Rohfaser-abbauende Kapazität in vivo vorkommt. Die NDF-Konzentration (auf Trockenmassebasis) der Gel-Matrizen betrug 52,9% mit den Sojabohnenhülsen, 46,8% und 63,7% mit den gemahlenen Maiskolben und 31,3% mit den gemahlenen Primatenkeksen. Ein fünftes Futtermittel bestand aus Primatenkeksen mit 27,3% NDF (auf Trockenmassebasis) und wurde als das Basis-Futtermittel betrachtet. NDF-Verdaulichkeit (74,5%) war am größten (P < 0,05) für das Sojabohnenhülsen-Gel-Futtermittel und am niedrigsten (57,5% und 45,0%; P < 0,05) für das Maiskolben-Gel-Futtermittel mit 63,7%-NDF (auf Trockenmassebasis) und für das Primatenkeks-Basisfuttermittel. Die Gesamtkonzentration der freien Fettsäuren im Kot von Orang-Utans war bei den Futtermitteln nicht signifikant unterschiedlich, obwohl molare Verhältnisse zwischen Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure bei den verschiedenen Futtermitteln  unterschiedlich waren (P < 0,05). Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen zeigen, daß Orang-Utans die Fähigkeit zur erheblichen Rohfaserverdauung besitzen.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 581-589, 2005.

 

Titel: Biomedizinische Untersuchung zwei sympatrischer Lemurenarten (Propithecus verreauxi deckeni und Eulemur fulvus rufus) in Tsiombokibo Classified Forest, Madagaskar

Autoren:  Randall E. Junge, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Edward E. Louis, D.V.M., Ph.D.
Saint Louis Zoological Park, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Junge); Omaha's Henry Doorly Zoological Park, 3701 S. 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA (Louis). Korrespondenz bitte an Dr. Junge.

Zusammenfassung: Vollständige medizinische Untersuchungen wurden bei 20 freilebenden Larvensifaka (Propithecus verreauxi deckeni) und 20 freilebenden Rotstirnmakis (Eulemur fulvus rufus) im westlichen Madagaskar durchgeführt. Eine vollständige Untersuchung wurde bei jedem Tier durchgeführt, Körpergewicht, Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz wurden aufgenommen und Ektoparasiten wurden gesammelt. Blutproben wurden entnommen, und vollständiges Blutbild mit Differentialblutbild, Hämoparasitenuntersuchung, biochemische Untersuchung des Serums, fettlösliche Vitaminanalyse, Spurenelementenanalyse und serologische Untersuchung auf Toxoplasmose und Viren wurden durchgeführt. Kotproben wurden für die bakteriologische Kultur und Endoparasitenuntersuchung gesammelt. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Lemurenarten wurden für die folgenden biochemischen Serumwerte festgestellt: Kreatinphosphokinase, Glukose, Gesamtprotein, Albumin, Globulin, Harnstoff, Kreatinin, Phosphor, Kalium und Chlorid; sowie für die folgenden fettlöslichen Vitamine: 25-Hydroxycholecalciferol, Retinol, Retinylpalmitat, γ-Tocopherol, α-Tocopherol und Lutein + Zeaxanthin; und für Kupferwerte im Serum. Die folgenden Endoparasiten wurden gefunden: Lemurostrongylus spp., Lemuricola spp., Trichurus spp., sowie die Ektoparasiten Haemaphysalis lemuris, Psoroptes und Milben aus der Familie Laelapidae. Die folgenden Bakterien wurden aus dem Kot isoliert: Escherichia coli, Citrobacter ssp., Enterococcus faecalis, Bacillus cereus, Klebsiella ozaenae, Acinetobacter lwofii und Enterobacter amnigenus.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 590-597, 2005.

 

Titel: Hämatologische und biochemische Referenzbereiche für den Kalifonien-Kondor (Gymnogyps californianus) in menschlicher Obhut

Autoren: Mauricio Dujowich, D.V.M., Jonna K. Mazet, D.V.M., M.P.V.M., Ph.D. und Jeffery R. Zuba, D.V.M.
Wildlife Health Center, School of Veterinary Medicine, University of California Davis, Davis, California 95616, USA (Dujowich, Mazet); San Diego Wild Animal Park, Zoological Society of San Diego, Escondido, California 92027, USA (Zuba). Korrespondenz bitte an Dr. Zuba.

Zusammenfassung: Tierärzte benötigen genaue hämatologische und biochemische Referenzbereiche, um angemessene medizinische Beurteilungen und Behandlungen für den bedrohten Kalifonien-Kondor (Gymnogyps californianus) durchführen zu können. Eine retrospektive Untersuchung von Blutproben von Kalifornien-Kondoren, die in San Diego Wild Animal Park gehalten wurden, wurde vorgenommen. Die Studie untersuchte die Proben nach Geschlecht und Alter der Vögel, um biochemische und hämatologische Referenzbereiche, darunter auch Blei- und Zinkwerte, festzustellen. Kondore wurden nach Alter in die folgenden Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 mit Vögeln unter 30 Tagen; Gruppe 2 mit Vögeln zwischen 30 Tagen und 6 Mo.; Gruppe 3 mit Vögeln zwischen 6 mo. und 5 Jahren; Gruppe 4 mit Vögeln älter als 5 Jahre. Signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern konnten festgestellt werden. Chlorid-, Cholesterin- und Gesamtplasmaproteinkonzentrationen waren bei den Männchen höher als bei den Weibchen (P < 0,05). Signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen konnten für Glukose-, Kalium-, Phosphor-, Calcium-, Albumin-, Gesamtplasmaprotein-, Globulin-, Cholesterin-, Gallensäuren- und Zinkkonzentrationen, sowie Aspartataminotransferase- Alkalinphosphatase-, Laktatdehydrogenase- und Kreatinphosphokinaseaktivitäten festgestellt werden (P < 0,05). Signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtsgruppen wurden ebenfalls bei Hämatokrit, Leukozyten-, Heterophilen-, Lymphozyten- und Eosinophilenzahlen festgestellt (P < 0,05). Eine gleichmäßige Zunahme der Glukosemenge und Abnahme der Alkalinphosphatase- und Laktatdehydrogenaseaktivitäten, sowie Cholesterin-, Gallensäure-, Calcium- und Phosphorkonzentrationen wurden mit dem Alter korreliert (P < 0,05). Nach Anwendung der statistischen Analyse wurde festgestellt, daß Kondore unter 6 Mo. andere Werte als ihre älteren Artgenossen aufwiesen, und zwei Referenzbereiche werden durch Berechnung des 90%-Vertrauensbereiches festgestellt. Referenzbereiche von anderen veröffentlichten Vogelstudien, u. a. für Papageienvögel, Straußvögel, Hühnervögel, Entenvögel und Greifvögel, ähnelten der der Kondore dieser Studie.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 598-605, 2005.

 

Titel: Gesundheitsbeurteilung bei wildlebenden und von Menschen gehaltenen Blaustirnamazonen (Amazona aestiva) in Gran Chaco, Bolivien

Autoren: Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Andrew J. Noss, Ph.D., Rosa Leny Cuéllar, M.S. und William B. Karesh, D.V.M.

Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA (Deem, Karesh); WCS-Bolivia, Casilla 6272, Santa Cruz, Bolivien (Noss, Cuéllar). Aktuelle Adresse (Deem): Department of Animal Health, Smithsonian's National Zoological Park, Washington, D.C. 20008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Deem.

Zusammenfassung: In Bolivien leben 47 Papageienarten,  wobei sieben davon im halbtrockenen Gran Chaco der Isoso vorkommen, in dem wir unsere Studie durchgeführt haben. Eine Papageienart, die Blaustirnamazone (Amazona aestiva), wird oft von den einheimischen Isoseño-Guaraní-Indianer für den nationalen und internationalen Handel gefangen. Diese Vögel werden oft vorübergehend in den kleinen Dörfern unter unhygenischen Bedingungen mit Geflügel und anderen domestizierten Tieren gehalten. Gelegentlich entkommen diese Papageien und kehren in die freie Wildbahn zurück. Diese Vögel werden oft als Haustiere gehalten oder als Köder für den Fang wilder Papageien verwendet, die angelockt und mit Steinschleudern angeschossen werden. In dieser Studie beurteilten wir die Gesundheit der wildgefangenen und dann in menschlicher Obhut gehaltenen Vögel sowie die der wildlebenden Vögel. Es wurde weiterhin untersucht, welchen infektiösen Krankheiten die Vögel ausgesetzt werden. 54 lebende Vögel wurden untersucht und Blut wurde entnommen (20 gehaltene und 34 wildlebende Vögel). Kot wurde von 15 Vögeln gesammelt (sieben gehaltene und acht wildlebende Vögel). Sektionen wurden zusätzlich bei vier wildlebenden Vögeln durchgeführt, die kurz zuvor gestorben waren. Bei der serologischen Untersuchung wurden Antikörper gegen Vogelgrippe, Chlamydophila psittaci, Infektiöses Bronchitisvirus, Infektiöses Bursitisvirus, Infektiöses Laryngotracheitisvirus, Mareksche Krankheit, Paramyxovirus-1, Paramyxovirus-2, Paramyxovirus-3, Polyomavirus, Östliches Pferdeencephalomyelitisvirus, Westliches Pferdeencephalomyelitisvirus oder Venezuelische Pferdeencephalomyelitisvirus bei den Vögeln nicht vorgefunden. Positive Antikörpertititer wurden gegen Herpesvirus der Papageien (8/44; 18,2%), Aspergillus spp. (3/51; 5,9%) und Salmonella pullorum (33/49; 67,3%) vorgefunden. Die drei Vögel, die Antikörper gegen Aspergillus spp. besaßen, lebten in menschlicher Obhut. Sechs der acht Vögel, die Antikörper gegen Herpesvirus hatten, sowie 15 der 33 Vögel, die Antikörper gegen S. pullorum hatten, waren wildlebende Vögel.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 606-609, 2005.

 

Titel: Pharmakokinetische Untersuchung von Azithromycin nach intravenöser und oraler Verabreichung beim Gelbbrustara (Ara ararauna)

Autoren: James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., John H. Olsen, D.V.M., Mary Randle-Port, C.V.T., David E. Koch, M.S., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M. und Robert P. Hunter, M.S., Ph.D.

Department of Clinical Sciences (Carpenter, Isaza), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Zoological Pharmacology Laboratory, Department of Anatomy & Physiology (Koch, Hunter), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Busch Gardens Tampa Bay, Tampa, Florida 33674, USA (Olsen, Randle-Port). Aktuelle Adressen (Isaza): Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainsville, Florida 32610, USA; (Hunter): Elanco Animal Health, 2001 West Main Street, P.O. Box 708, Greenfield, Indiana 46140, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Carpenter.

Zusammenfassung: Azithromycin gehört zu den Azalid-Antibiotika, die eine Untergruppe der Makrolid-Antibiotika sind und ein breites Aktivitätsspektrum in vitro gegen viele potentiell pathogene Bakterien hat, u. a. Spirocheten, anaerobe Bakterien und Chlamydia trachomatis. Wegen der begrenzten Information über die Anwendung von Azithromycin beim Vogel wurde diese Studie durchgeführt, um die Pharmakokinetik von Azithromycin beim Gelbbrustara (Ara ararauna) festzustellen, der eine häufig behandelte Vogelart in der Praxis darstellt. Azithromycin (10 mg/kg) wurde direkt in den Kropf bei fünf Vögeln und intravenös bei fünf weiteren Vögeln verabreicht. Blutproben wurden 0, 0,5, 1, 3, 6, 12, 24, 48, 72 und 96 h nach der Azithromycin-Verabreichung gesammelt. Nach einer vierwöchigen Auswaschzeit wurde eine vollständige Crossover-Studie durchgeführt. Die Azithromycin-Konzentration in den Plasmaproben wurde mit einer validierten Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie-Assay gemessen. Die pharmakokinetischen Parameter wurden mit einer Nicht-Kompartiment-Analyse festgestellt. Auf Grund der pharmakokinetischen Ergebnisse dieser Studie wird eine Anfangsdosis für Azithromycin von 10 mg/kg p.o. alle 48 Stunden für empfindliche bakterielle Infektionen beim Gelbbrustara empfohlen.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 610-616, 2005.

 

Titel: Vergleich zwischen Freundschem komplettem und modifiziertem Adjuvans zusammen mit einem kontrazeptiven Impfstoff bei wildlebenden Pferden (Equus caballus)

Autoren: Robin O. Lyda, B.S., J. Ron Hall, B.S. und Jay F. Kirkpatrick, Ph.D.

Science and Conservation Center, 2100 South Shiloh Road, Billings, Montana 59106, USA (Lyda, Kirkpatrick); Bureau of Land Management, 1320 Financial Blvd, Reno, Nevada 89502, USA (Hall). Korrespondenz bitte an Dr. Kirkpatrick.

Zusammenfassung: Fünfzehn gefangene, weibliche, verwilderte Pferde (Equus caballus) wurden mit einem porcine Zona pellucida (ZP)-Impfstoff zur Kontrazeption mit entweder Freundschem komplettem Adjuvans (n = 7) oder Freundschem modifiziertem Adjuvans (n = 8) behandelt. Alle Stuten bekamen einen Monat später eine Wiederholungsdosis mit ZP plus Freundschem inkomplettem Adjuvans. Anti-ZP-Antikörper wurden 10 Monate lang nach der ersten Injektion gemessen. Signifikante Unterschiede der Antikörpertiter konnten zu keinem Zeitpunkt in den 10 Monaten festgestellt werden. Sieben der acht Stuten in der Gruppe mit dem Freundschen modifizierten Adjuvans waren oberhalb der 60%- Marke am Ende der Untersuchung, die als die kontrazeptive Schranke bei Pferden angesehen wird. Signifikante Unterschiede der Antikörpertiter konnten zwischen den trächtigen und nicht-trächtigen Stuten nicht festgestellt werden, und eine signifikante Korrelierung zwischen Alter und Titern gab es ebenfalls nicht. Eine einzige lokale Reaktion bei der Injektionsstelle bei der Wiederholungsdosis mit dem Freundschem inkompletten Adjuvans konnte festgestellt werden. Elf gesunde Fohlen wurden im Verlauf der Studie geboren. Diese Daten deuten an, daß das Freundsche modifizierte Adjuvans als angemessener Ersatz für das Freundsche komplette Adjuvans bei bestimmten wildlebenden und in menschlicher Obhut lebenden Tierarten dienen kann.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 617-627, 2005.

 

Titel: Samengewinnung beim Nashorn (Rhinoceros unicornis, Diceros bicornis, Ceratotherium simum) mit Elekroejakulation mit einer speziellen Sonde

Autoren: Terri L. Roth, M.S., Ph.D., Monica A. Stoops, M.S., Ph.D., Mark W. Atkinson, B.V.Sc., M.R.C.V.S, Evan S. Blumer, M.S., V.M.D., Mark K. Campbell, D.V.M., Ken N. Cameron, D.V.M., Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Adolf K. Maas, D.V.M.

Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife, Cincinnati Zoo and Botanical Garden, 3400 Vine Street, Cincinnati, Ohio 45220, USA (Roth, Stoops, Campbell, Cameron); The Wilds, 14000 International Rd., Cumberland, Ohio 43732, USA (Atkinson, Blumer); White Oak Conservation Center, 3823 Owens Rd., Yulee, Florida 32097, USA (Citino); Exotic and Companion Animal Veterinary Services, 4621 E. Viola Dr., Mooresville, Indiana 46198, USA (Maas). Korrespondenz bitte an Dr. Roth.

Zusammenfassung: Elektroejakulation beim Nashorn war historisch inkonsistent, und die Gewinnung von hochqualitativen, samenreichen Proben war selten. Das Ziel dieser Studie war es, eine bewährte Methode für die Elektroejakulation beim Nashorn zu entwickeln, indem das Verfahren verfeinert und eine spezielle Rektalsonde angefertigt wurde, die der Anatomie dieser Tiergruppe angepaßt ist. Ein gebogener Henkel mit einem abgeflachten, ellipsoiden Kopf wurde aus handelsüblichem Material gebaut. Eine Kombination aus Rektalmassage, Penismassage und elektrischer Stimulierung mit der speziellen Sonde wurde angewendet, um bei 14 Versuchen Samen beim Panzernashorn (Rhinoceros unicornis; n = 4), Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis; n = 2) und bei einem Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum; n = 1) zu gewinnen. Ejakulate mit mehreren Fraktionen wurden bei 13 der 14 Versuchen gesammelt. Zwölf dieser Ejakulate enthielten Spermatozoen, und sieben Ejakulate zeigten Samenfraktionen mit guter Qualität (≥ 60 % Spermienmotilität; ≥ 20 × 106 Spermatozoen/ml), womit sie sich für Aufbewahrung in einer Samenbank oder Anwendung bei der assistierten Fortpflanzung eigneten. Die Mittelwerte (± SEM) von Volumen, pH, Osmolalität und Gesamtspermienzahl von Ejakulaten mit Samenfraktionen guter Qualität (98,2 ± 21,8 ml; 8,5 ± 0,1; 290,4 ± 6,7 mOsm bzw. 37,1 ± 12,0 × 109) waren nicht signifikant anders (P > 0,05) als die Mittelwerte von Samenfraktionen schlechter Qualität. Harn- und/oder Erythrozytenkontaminierung war bei den Fraktionen beider Ejakulatensorten nicht selten. Männchen, die Proben mit guter Qualität lieferten, waren 7 bis 34 Jahre alt. Keine der Proben enthielt ≥ 75 % morphologisch normale Spermatozoen. Elektroejakulation mit einer speziell angefertigten Sonde ergab konsistent Ejakulate beim Nashorn. Der Erhalt hoch qualitativer Proben zeigte sich jedoch weiterhin als schwierig und wurde nur in 50 % der Samengewinnungsversuche erreicht. Dennoch ist die Methode so weit fortgeschritten, daß Samenproben guter Qualität für die Aufbewahrung in einer Samenbank oder für die Anwendung bei der assistierten Fortpflanzung gesammelt werden können. Dabei kann sie in die intensiven Haltungsstrategien der Nashörner integriert werden, um das endgültige Überleben dieses Taxons zu gewährleisten.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 628-634, 2005.

 

Titel: Plasmakonzentrationen von Enrofloxacin nach Verabreichung einer Einzeldosis bei der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta)

Autoren: Elliott Jacobson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Ronald Gronwall, D.V.M., Ph.D., Lara Maxwell, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.C.P, Kelly Merrit, B.S. und Glenn Harman, B.S.

College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Jacobson, Gronwall, Merrit); College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA (Maxwell); Clearwater Marine Aquarium, 249 Windward Passage, Clearwater, Florida 33767, USA (Harman). Korrespondenz bitte an Dr. Jacobson.

Zusammenfassung: Plasmakonzentrationen und Pharmakokinetik des Enrofloxacins wurden bei 12 Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) nach oraler Verabreichung bestimmt. Sechs Schildkröten in Gruppe 1 und Gruppe 2 wurde Enrofloxacin mit 10 mg/kg bzw. 20 mg/kg Körpergewicht verabreicht. Blut wurde vom Sinus cervicalis vor der Verabreichung des Medikaments und zu gemessenen Intervallen bis zu 168 h nach der Verabreichung abgenommen. Plasmakonzentrationen des Enrofloxacins wurden mit einem mikrobiologischen Assay gemessen. Die mittleren Höchstplasmakonzentrationen (Cmax) betrugen 4,07 μg/ml und 21,30 μg/ml für Gruppe 1 bzw. Gruppe 2. Plasmakonzentrationen konnten 168 h nach der Verabreichung mit den folgenden Mittelwerten festgestellt werden: 0,380 μg/ml für Gruppe 1 und 2,769 μg/ml für Gruppe 2.  Die mittlere Ausscheidungshalbwertszeit für Enrofloxacin betrug 37,80 h für Gruppe 1 und 54,42 h für Gruppe 2. Diese Ergebnisse zeigen, daß Enrofloxacin nach der oralen Verabreichung bei der Unechten Karettschildkröte resorbiert wird, und daß Blutkonzentrationen bis zu 168 h nach der Verabreichung aufrechterhalten werden.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 635-641, 2005.

 

Titel: Beziehung zwischen epibiotischem Seepockenbewuchs und hämatologischen Parametern bei Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta); ein Vergleich zwischen wandernden und ortsfesten Schildkröten im Pimlico Sound, North Carolina

Autoren: M. Andrew Stamper, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Craig Harms, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Sheryan P. Epperly, B.S., M.Sc., Joanne Braun-McNeill, B.S., M.A., Larisa Avens, B.S., Ph.D. und Michael K. Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

North Carolina State College of Veterinary Medicine, Department of Clinical Sciences, 4700 Hillsborough Street Raleigh, North Carolina 27606, USA, Environmental Medicine Consortium North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Stamper, Harms, Stoskopf); National Marine Fisheries Service, 101 Pivers Island Road Beaufort, North Carolina 28516-9722, USA (Epperly, Braun-McNeill, Avens). Aktuelle Adressen (Stamper): The Living Seas, Epcot®, Walt Disney World® Resort, 2016 N. Avenue of the Stars, EC Trl.W-251, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA; (Epperly): National Marine Fisheries Service, 75 Virginia Beach Dr., Miami, Florida 33149-1003, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Stamper.

Zusammenfassung: Gesundheitsstatus wurde bei insgesamt 57 Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta; 42 wandernden und 15 ortsfesten Schildkröten) durch Bestimmung des Ernährungszustandes und der hämatologischen Parameter festgestellt. Eine Untergruppe von 18 jungen wandernden Unechten Karettschildkröten im Herbst 1997 und 15 ortsfesten Schildkröten im Sommer 2000 wurden auf epibiotischen Seepockenbewuchs untersucht. Die wandernden Schildkröten zeigten signifikant höhere Erythrozytenzahlen und relative Heterophilenzahlen sowie signifikant niedrigere relative Lymphozytenzahlen und absolute Eosinophilenzahlen, weiterhin signifikant niedrigere Plasmakonzentrationen von Calcium, Natrium, Chlorid, Kalium, Glukose, Alkalinphosphatase und Anionenlücke. Die Abweichungen dieser Werte können in vielen Fällen durch die Physiologie der Wanderung erklärt werden. Eine positive Beziehung zwischen Körpergewicht und Hämatokrit konnte festgestellt werden und kann möglicherweise dadurch erklärt werden, daß größere Schildkröten für längere Zeitabstände tauchen. Epibiotischer Bewuchs, allgemeiner Gesundheitszustand und Ernährungszustand waren nicht signifikant anders bei den Tieren, die zu den zwei Zeitpunkten gefangen wurden.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 642-647, 2005.

 

Titel: Säure-Base-, Blutgas- und physiologische Parameter während Laparoskopie in Schräglage mit gesenktem Kopf beim Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus)

Autoren: Lysa P. Posner, D.V.M., Dipl. A.C.V.A., J. Brett Woodie, D.V.M., Dipl. A.C.V.S., Paul D. Curtis, Ph.D., Hollis N. Erb, D.V.M., Ph.D., Robert Gilbert, B.V.Sc., Dipl. A.C.T., Wendy A. Adams, B.V.Sc., Ph.D und Robin D. Gleed, M.R.C.V.S., Dipl. A.C.V.A.

Departments of Clinical Sciences (Posner, Woodie, Gilbert, Adams, Gleed), Population Medicine and Diagnostic Sciences (Erb), and Natural Resources (Curtis), Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA. Aktuelle Adresse (Posner): 4700 Hillsboro St., College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27606, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Posner.

Zusammenfassung: Diese Studie wurde unternommen, um die Säure-Base-, Blutgas- und physiologische Parameter beim Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) während der Laparoskopie in Schräglage mit gesenktem Kopf zu untersuchen. Elf weibliche Weißwedelhirsche wurden gefangen und mit Xylazin (6 mg/kg i.m.) und Ketamin (7 mg/kg i.m.) immobilisiert. Die Hirsche wurden orotracheal intubiert, und die Narkose wurde mit Isofluran im Sauerstoff aufrechterhalten. Die Hirsche wurden in Rückenlage gelegt und mit positivem endexspiratorischem Druck beatmet. Herzfrequenz (HR), arterieller Blutdruck, endexspiratorische Kohlendioxidkonzentration (FE/CO2) und CO2-Insufflationsdruck wurden gemessen: unmittelbar bevor das Tier in Schräglage (45–55°) gebracht wurde, nach 5 min in Schräglage sowie unmittelbar vor dem Ende der Narkose (noch in Schräglage). Butorphanol (0,05 mg/kg i.m.) wurde am Ende der Narkose verabreicht. Yohimbine (0,2 mg/kg i.v.) wurde vor der Freilassung verabreicht. Die Hirsche wogen 52 kg (28-70 kg) [Medianwert (Minimum-Maximum)]. Der Höchstwert des inspiratorischen Drucks in horizontaler Rückenlage betrug 25 cm H2O (16–28 cm H2O) und erhöhte sich, nachdem das Tier in Schräglage gebracht wurde, auf 29 cm H2O (18–46 cm H2O) (P = 0,02). PaO2, PaCO2, FE/CO2 und pH änderten sich weder nachdem das Tier in Schräglage gebracht wurde noch nach der Insufflation. HR änderte sich während der Narkose nicht. Der mittlere arterielle Druck änderte sich weder nach dem Kippen noch nach der abdominalen Insufflation, erhöhte sich jedoch bis zum Ende der Narkose (ca. 1 h). Die Zeit vom Intubieren bis zum Extubieren betrug 117 min (72-170 min) (n = 5), und die Operationszeit betrug 31 min (17–60 min; n = 10). Wir schließen daraus, daß gefangene Weißwedelhirsche minimale Änderungen der Säure-Base-, Blutgas- und physiologischen Parameter während der Laparoskopie in Schräglage mit gesenktem Kopf und mit abdominaler Insufflation zeigen, und daß dieses Verfahren bei ventilierten Weißwedelhirschen sicher durchgeführt werden kann.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 648-652, 2005.

 

Titel: Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) für die quantitative Messung des Ferritins im Serum beim  Schwarzweißen Vari (Varecia variegata variegata)

Autoren: Gordon A. Andrews, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Patricia Sue Chavey, B.S., M.T. (A.S.C.P.) und Graham Crawford, D.V.M., M.P.V.M.

Department of Diagnostic Medicine/Pathobiology, Kansas State University College of Veterinary Medicine, Manhattan, Kansas 66506-5601, USA (Andrews, Chavey); San Francisco Zoo Veterinary Department, San Francisco, CA 94132, USA (Crawford).Korrespondenz bitte an Dr. Andrews.

Zusammenfassung: Lemurenarten in menschlicher Obhut entwickeln im Laufe ihres Lebens eine fortschreitende Anreicherung vom Eisen in mehreren Organen (Hämosiderose), u.a. in Duodenum, Leber und Milz. Wenn sich exzessive Eisenmengen ansammeln, kann das intrazelluläre Eisen toxische Wirkungen auf die Parenchymzellen ausüben, vor allem die der Leber, und kann zu klinischen Symptomen und zum Tod führen. Die Pathogenese der Eisenüberladung bei diesen Tierarten wurde bislang mit Ernährungsfaktoren in Zusammenhang gebracht, die mit den in menschlicher Obhut verwendeten Futtermitteln zusammenhängen. Eisenmengen im Gewebe können durch Biopsie des Gewebes und histologische Untersuchung direkt oder durch Quantifizierung mittels chemischer Analyse der Biopsie gemessen werden. Kostenfaktoren sowie Narkose- und Operationsrisiken verhindern die routinemäßige Anwendung der Gewebsbiopsie für die Bestimmung der Eisenüberladung. Eine nicht-invasive Methode für die Beurteilung der gesamten gespeicherten Eisenmenge im Körper wird benötigt, um die Eisenspeicherung bei Lemurenarten zu beurteilen und zu bestimmen, ob Änderungen der Fütterungsmethoden die Eisenüberladung verhindern und ob potentielle Behandlungsmethoden, z. B. Aderlass oder Chelatbildner, wirksam sind. Ferritinkonzentration im Serum korreliert mit Eisenspeicherung im Gewebe bei Menschen, Pferden, Kälbern, Hunden, Katzen und Schweinen. Ferritin im Serum wird als das beste Serumanalyt angesehen, um die gesamte gespeicherte Eisenmenge im Körper bei diesen Tierarten vorherzusagen. Die Messung von Ferritin ist außerdem zuverlässiger als die Serum-Eisenkonzentration oder die Gesamteisenbindungskapazität, die durch andere Erkrankungen beeinflußt werden können, welche mit physiologischen oder krankhaften Eisenmengen nicht in Verbindung stehen, u.a. Hypoproteinämie, chronische Infektionen, hämolytische Anämie, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen und Verabreichung von betimmten Medikamenten. Wir haben ein Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) entwickelt, um die Ferritinkonzentration im Serum von Lemurenarten zu messen. Dieses Assay verwendet polyklonale Kaninchen-Ferritinantikörper gegen das menschliche Antigen in einer Sandwich-Anordnung. Ferritin aus der Leber und Milz eines Schwarzweißen Varis (Varecia variegata variegata) wurde als Standard verwendet. Ferritinstandards waren vom 0-50 μg/l linear. Die Gewinnung des gereinigten Ferritins aus dem Lemuren-Serum schwankte zwischen 95% und 110%. Die Variabilität innerhalb des Assays betrug 4,5%, und die Variabilität zwischen den Assays bei drei Einzelproben schwankte zwischen 10% und 17%. Das Assay maß auch Ferritin im Serum von weiteren Lemurenarten.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 653-660, 2005.

 

Titel: Klinische Anwendung von Serum-Eisenkonzentration, Gesamteisenbindungskapazität, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentration bei Schwarzweißen Varis (Varecia variegata variegata) in menschlicher Obhut

Autoren: Graham C. Crawford, D.V.M., M.P.V.M., Gordon A. Andrews, D.V.M., Ph.D., Patricia S. Chavey, B.S., Freeland H. Dunker, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M. und Eva L. Sargent, Ph.D.

San Francisco Zoo, One Zoo Road, San Francisco, California 94132, USA (Crawford, Dunker, Sargent); Department of Diagnostic Medicine/Pathobiology, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, 1800 Denison Avenue, Manhattan, Kansas 66506, USA (Andrews, Chavey); Northwest ZooPath, 654 W. Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Korrespondenz bitte an Dr. Crawford.

Zusammenfassung: Serum-Eisenkonzentration, Gesamteisenbindungskapazität, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentration wurden aus Serumproben von 63 klinisch gesunden Schwarzweißen Varis (Varecia variegata variegata) in menschlicher Obhut gemessen. Es gab keine Unterschiede bei den gemessenen Analyten zwischen den Geschlechtern, obwohl signifikant höhere Serum-Eisenkonzentrationen, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentrationen bei älteren Tieren vorgefunden wurden. Diese Studie wurde aufgrund zweier Fälle von Eisenüberladung bei Schwarzweißen Varis unternommen, die mit regelmäßigem Aderlass behandelt wurden. Vor der Behandlung zeigten beide Tiere exzessive Eisenablagerung in der Leber, obwohl Serum-Eisenkonzentration, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentration bei beiden Tieren unterhalb der Höchstgrenze der klinisch gesunden Lemuren lagen. Dieses Ergebnis könnte darauf hindeuten, daß einige der klinisch gesunden Varis in der Studie exzessive Eisenablagerung zeigten. Regelmäßiger Aderlass reduzierte die Serum-Eisenkonzentration, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentration bei beiden Tieren. Drei Jahre nach Beendigung der Therapie in einem der Fälle sind Serum-Eisenkonzentration und Transferrinsättigung wieder deutlich angestiegen, wobei die Ferritinkonzentration nur leicht angestiegen ist. Serum-Eisenkonzentration, Transferrinsättigung und Serum-Ferritinkonzentration können als Prädiktoren für die systemische Eisenspeicherung dienen, obwohl die Korrelierung zwichen diesen Parameter und den systemisch gespeicherten Eisenmengen noch bewiesen werden muß.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 661-672, 2005.

 

Titel: Hämatologische und biochemische Veränderungen im Zusammenhang mit Fenbendazol-Verabreichung bei der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni)

Autoren: Donald L. Neiffer, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Dianna Lydick, R.V.T., Kyle Burks, Ph.D. und Donna Doherty, B.A.

Disney's Animal Programs, Walt Disney World, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA (Neiffer, Lydick, Burks, Doherty). Aktuelle Adresse (Lydick): Toledo Zoo, 2700 Broadway, Toledo, Ohio 43614, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Neiffer.

Zusammenfassung: Intoxikationen im Zusammenhang mit Benzimadazol-Anthelminthika werden mit zunehmender Häufigkeit in zoologischen Sammlungen beobachtet. Klinische Symptome, klinikopathologische Abweichungen und pathoanatomische und –histologische Veränderungen werden in erster Linie durch Schädigung des Verdauungs- sowie des hämatopoetischen Systems erklärt. Hochgradige Leukopenie, insbesonders Granulozytopenie, ist die häufigste und schwerwiegendste Veränderung der klinikopathologischen Parameter, die mit Benzimidazol-Verabreichung einhergeht. Der Tod wird meist durch eine überwältigende systemische bakterielle und/oder mykotische Infektion verursacht, die sekundär zu einer schwerwiegenden Immunosuppression auftritt. In dieser 125 d Studie wurden sechs männliche Griechische Landschildkröten (Testudo hermanni) mit zwei 5 d langen Behandlungen alle 2 Wochen oral mit Fenbendazol mit einer Dosis von 50 mg/kg behandelt. Serielle Blutproben wurden entnommen, um die hämatologischen und biochemischen Veränderungen vor, während und nach den Behandlungsperioden zu untersuchen. Obwohl die Schildkröten gesund blieben, zeigten die Blutergebnisse eine anhaltende Heteropenie mit vorübergehender Hypoglykämie, Hyperurikämie, Hyperphosphatämie sowie eine nicht eindeutige Hyperproteinämie/Hyperglobulinämie, die alle als Folgen der Fenbendazol-Verabreichung angesehen wurden. Veränderungen mehrerer anderer klinikopathologischer Parameter schienen ebenfalls mit Fenbendazol-Verabreichung zu korrelieren. Die hämatologischen und biochemischen Veränderungen der gesunden Tiere in dieser Studie sollten bei der Behandlung mit Fenbendazol bei Schildkröten mit kompromittierter Gesundheit in Betracht gezogen werden. Hämatologische und biochemische Werte von Schildkröten/Reptilien sollten vor und während der Behandlung überwacht werden. Das Mortalitätsrisiko eines Einzeltiers für eine Nematodeninfektion sollte mit dem Potential für metabolische Veränderungen und sekundäre Septikämie nach Schädigung des hämatopoetischen und Verdauungssystems nach Fenbendazol abgewogen werden.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 673-676, 2005.

 

Titel: Klinische und kardiopulmonale Wirkungen vom Propofol beim Weißgepunkteten Bambushai (Chylloscyllium plagiosum)

Autoren: S. M. Miller, D.V.M., M. A. Mitchell, D.V.M., M.S., Ph.D., J. J. Heatley, D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Avian, T. Wolf, D.V.M., F. Lapuz, D.V.M., M. Lafortune, D.M.V., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M. und J. A. Smith, D.V.M., Dipl. A.C.V.A.

Audubon Aquarium of the Americas, 1 Canal Street, New Orleans, Louisiana 70130, USA (Miller); Louisiana State University School of Veterinary Medicine, Department of Veterinary Clinical Sciences, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA (Mitchell, Heatley, Wolf, Lapuz, Lafortune, Smith). Korrespondenz bitte an Dr. Miller.

Zusammenfassung: Haie sind wichtige Ausstellungstiere in Aquarien und zoologischen Gärten weltweit. Obwohl Tierärzte diesen Tierarten immer häufiger in solchen Institutionen begegnen, ist unser Wissen über sicheres Festhalten und Narkose begrenzt. Es gibt bis heute nur wenige, meist anekdotenhafte Berichte oder Studien über die Wirkungen von Tricain-Methansulfonat (MS-222), Ketamin-Hydrochlorid sowie Tiletamin und Zolazepam (Telazol/Zolatil) beim Hai. Das Ziel dieser Studie war es, die klinischen und kardiopulmonalen Wirkungen vom Propofol beim Weißgepunkteten Bambushai (Chylloscyllium plagiosum) zu untersuchen. Neun wildgefangene, ausgewachsene, weibliche Weißgepunktete Bambushaie (durchschnittliches Gewicht 2,4 kg ± SD 1,45 kg) wurden in dieser Studie untersucht. Propofol (2,5 mg/kg) wurde über einen Zeitraum von 30 sec in die kaudale Schwanzvene verabreicht. Herzfrequenz, Atemfrequenz, Zeit bis zur Muskelentspannung, Fluchtreaktion, Verlust des Drehreflexes und Reaktion auf schmerzhafte Reize (Kneifen der Flosse) wurden vor der Narkose und 5, 10, 15, 30, 45, 60 und 75 min nach Verabreichung des Propofols eingetragen. Eine für chirurgische Eingriffe ausreichende Narkosetiefe wurde erreicht, wenn der Hai den Drehreflex verlor, wenn er keine Reaktion auf schmerzhafte Reize zeigte und sich nicht gegen das Festhalten wehrte. Der Drehreflex wurde 5 min nach Verabreichung des Propofols nicht mehr beobachtet. Eine Narkosetiefe, die für chirurgische Eingriffe ausreichend war, wurde bei den neun Haien erreicht. Herz- (P = 0,5) und Atemfrequenz (P = 0,5) änderten sich nicht signifikant während der Narkosezeit. Der Drehreflex kehrte bei 44% (4/9) der Haie innerhalb von 60 min, bei 22% (2/9) innerhalb von 75 min und nach über 200 min bei 33% (3/9) der Haie wieder. Alle Tiere erholten sich ohne Zwischenfälle nach der Narkose. Propofol erwies sich als sicheres Narkosemittel bei Weißgepunkteten Bambushaien.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 677-683, 2005.

 

Titel: Die Elefanten aus Zoba Gash Barka, Eritrea: Teil 4. Cholelithiasis bei einem wildlebenden Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana)

Autoren: Dalen W. Agnew, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Lee Hagey, Ph.D. und Jeheskel Shoshani, Ph.D.

Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA (Agnew); Department of Medicine, University of California, San Diego, California 92103, USA (Hagey); Department of Biology, University of Asmara, P.O. Box 1220, Asmara, Eritrea (Shoshani); Elephant Research Foundation, 106 East Hickory Grove Road, Bloomfield Hills, Michigan 48304, USA (Agnew, Shoshani). Korrespondenz bitte an Dr. Agnew.

Zusammenfassung: Ein 4,0 kg Cholelith wurde in der Bauchhöhle eines verstorbenen, wildlebenden Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) in Eritrea gefunden. Analyse des Gallensteins durch Histochemie, Elektronenmikroskopie, Elektrospray-Massenspektroskopie und energiedispersive Röntgenspektroskopie zeigte, daß er aus Gallenalkohole bestand und kein Calcium, Bilirubin und Cholesterol enthielt. Bakterien wurden ebenfalls im Cholelith gefunden. Ähnliche, aber kleinere Gallensteine wurden früheren Berichten zufolge bei anderen wildlebenden Afrikanischen Elefanten und einem ausgegrabenen Mammut (Mammuthus columbi) nachgewiesen. Gallensteine wurden nur einmal bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in menschlicher Obhut beschrieben. Elefanten, sowie Klippschliefer (Procavia capensis) und Nagel-Manati (Trichechus manatus), sind die einzigen Tiere die nur Gallenalkohole und keine Gallensäuren produzieren. Deshalb sind solche Tiere zu Cholelithiasis, vor allem im Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen, prädisponiert. Ernährungsfaktoren können ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gallensteinbildung spielen.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 684-688, 2005.

 

Titel: Chronische Sohlengeschwüre im Zusammenhang mit degenerativen Knochenerkrankungen bei zwei Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

Autoren: Kimberly A. Luikart, D.V.M. und Susan M. Stover, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.S.

J. D. Wheat Veterinary Orthopedic Research Laboratory, Department of Anatomy, Physiology, and Cell Biology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA. Aktuelle Adresse (Luikart): All About Pets, 6104 San Juan Avenue, Citrus Heights, California 95610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Luikart.

Zusammenfassung: Chronische Fuß- und degenerative Gelenkerkrankungen  sind häufige Ursachen der Morbidität bei Elefanten. Veränderungen sprechen oft trotz intensiver Behandlung nach einiger Zeit nicht auf die Therapie an und sind fortschreitend. Die Vordergliedmaßen zweier Asiatischer Elefanten (Elephas maximus) mit chronischen, nicht heilenden Sohlengeschwüren wurden mit manueller Sezierung und Computertomographie untersucht. Beide Elefanten hatten abweichende Gliedmaßenstellung vor der Entwicklung der Sohlengeschwüre. In beiden Fällen waren die Sohlengeschwüre mit Knochenumbau und Degeneration der darunterliegenden Zehknochen verbunden. Abweichende Gliedmaßenstellung könnte die Gewichtsverteilung dieser Individuen verändert und die kompensierende Knochendegeneration und sekundäre Geschwürbildung verursacht haben. Sohlengeschwüre, die mit Zehknochenveränderungen einhergehen, haben möglicherweise eine schlechte Prognose für die vollständige Heilung, selbst mit aggressiver Behandlung. Da abweichende Gliedmaßenstellungen die Tiere zu chronischen Zeherkrankungen prädisponieren könnten, oder durch solche Zeherkrankungen verursacht sein können, haben Elefanten mit Konformationsänderungen möglicherweise eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von chronischen Sohlengeschwüren.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 689-697, 2005.

 

Titel: Chirurgische Korrektur einer Valgusfehlstellung mit einer transphysealen Überbrückungsmethode bei zwei Flamingo-Unterarten (Phoenicopterus ruber)

Autoren: Tawnia J. Zollinger, D.V.M., Kay A. Backues, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Armando G. Burgos-Rodriguez, D.V.M.

Tulsa Zoo and Living Museum, 5701 North 37th Avenue, Tulsa, Oklahoma 74115, USA; College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, 1 BVMTH, Stillwater, Oklahoma 74078, USA. Aktuelle Adresse (Zollinger): Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA; (Burgos-Rodriguez): Angell Memorial Hospital, 350 South Huntington Avenue, Boston, Massachusetts 02130, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Zollinger.

Zusammenfassung: Drei hand-aufgezogene Rosaflamingoküken (Phoenicopterus ruber) und ein hand-aufgezogener Chileflamingo (Phoenicopterus ruber chilensis) entwickelten eine Valgusfehlstellung des proximalen Tarsometatarsusknochens. Eine chirurgische Korrektur wurde bei allen Flamingos unternommen, um mit einer transphysealen Überbrückungsmethode die Epiphysenfuge ungleichmäßig zu verzögern. Nägel mit positivem Profil (positive profile pins) wurden in die proximale Epiphyse und distal der Epiphysenfuge in die Metaphyse auf der konvexen Seite des betroffenen Tarsometatarsus gesetzt. Verschiedene Verbandsmethoden wurden bei den Flamingos eingesetzt, um Spannung zu erzeugen. Drei der vier Flamingos sprach in 7-14 Tagen auf die Therapie an; sie zeigten eine Korrektur bzw. leichte Überkorrektur der Valgusfehlstellung. Die Fehlstellung beim vierten Flamingo konnte wegen wahscheinlicher Fehlsetzung der Implantate nicht korrigiert werden. Wachstumsverzögerung der Epiphysenfuge durch transphyseale Überbrückung zeigte sich als eine erfolgreiche Methode zur Korrektur einer Valgusfehlstellung des proximalen Tarsometatarsus bei Flamingos, die weniger als 90-120 Tage alt sind.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 698-701, 2005.

 

Titel: Paraphimose und Amputation bei einem Nilkrokodil (Crocodylus niloticus)

Autoren: Felix Lankester, M.Sc. M.R.C.V.S und Stephen J. Hernandez-Divers, B.Vet.Med., C.Biol., M.I.Biol., M.R.C.V.S., D.Zoo.Med.(Reptilian), Dipl. A.C.Z.M.

The Limbe Wildlife Centre, P.O. Box 878, Limbe, SWP, Kamerun (Lankester); Exotic Animal, Wildlife and Zoological Medicine Service, Department of Small Animal Medicine and Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Hernandez-Divers). Korrespondenz bitte an Dr. Lankester.

Zusammenfassung: Ein Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) in menschlicher Obhut zeigte wiederkehrende Episoden einer Paraphimose über einen Zeitraum von 2 Jahren. Diese führten letztendlich zur Blutung und Entzündung. Zwei Monate nach der Operation war das Krokodil klinisch unauffällig.                          

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 702-705, 2005.

 

Titel: Beurteilung des Hornhautendothels beim Magellanpinguin (Spheniscus magellanicus) mit Rasterelektronenmikroskopie

Autoren: João A. T. Pigatto, D.V.M., Ph.D., José L. Laus, D.V.M., Ph.D., Jaime M. Santos, Agr.E., Ph.D., Cristine Cerva, D.V.M., M.S., Luciana S. Cunha, D.V.M., Valéria Ruoppolo, D.V.M., M.S. und Paulo S. M. Barros, D.V.M., Ph.D.

Department of Animal Medicine, College of Veterinary Medicine, Federal University of Rio Grande do Sul, Avenida Bento Gonçalves, 9090, Porto Alegre, Rio Grande do Sul 91540-000, Brasilien (Pigatto, Cerva); College of Agricultural and Veterinarian Sciences, São Paulo State University, Campus of Jaboticabal, São Paulo, Brasilien (Laus, Santos); School of Veterinary Medicine, University of São Paulo, São Paulo, Brasilien (Cunha, Ruoppolo, Barros). Korrespondenz bitte an Dr. Pigatto.

Zusammenfassung: Das Hornhautendothel ist für die Aufrechterhaltung der Durchsichtigkeit der Hornhaut notwendig. Ziel dieser Studie war es, die Morphologie der Endotheloberfläche zu untersuchen und eine morphometrische Analyse der physiologischen Hornhautendothelzellen beim Magellanpinguin (Spheniscus magellanicus) mit Rasterelektronenmikroskopie durchzuführen. Diese Studie zeigt, daß das Hornhautendothel beim Magellanpinguin dem anderer Wirbeltiere ähnelt.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 706-708, 2005.

 

Titel: Multiple Trichoepitheliome beim Alpaka (Lama pacos)

Autoren: Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Fred Williams, III, D.V.M.

Kansas City Zoo, 6700 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Suedmeyer); Veterinary Medical Diagnostic Laboratory, University of Missouri-Columbia, 1600 East Rollins, Columbia, Missouri 65205, USA (Williams). Korrespondenz bitte an Dr. Suedmeyer.

Zusammenfassung: Ein 13-Jahre altes Alpaka (Lama pacos) wurde mit multiplen ovoiden, gut umschriebenen, nicht-ulzerierten, intradermalen Gewächsen vorgestellt. Das Durchmesser der einzelnen Gewächse war 1-4 cm, und die darüberliegende Haut zeigte Alopezie. Mehrere Gewächse wurden chirurgisch entfernt und mikroskopisch untersucht. Histopathologische Untersuchung zeigte multiple Hautzysten, die mit neoplastischem follikulärem Epithel ausgekleidet waren. Die Zysten waren mit mehreren lamellären Keratinschichten gefüllt und mit einer abortiven inneren und äußeren Wurzelscheide mit zellulärer Atypie ausgekleidet. Diese Befunde deuten auf die Diagnose von Trichoepitheliome. Keine weitere Therapie wurde angewendet, und das Alpaka ist weiterhin gesund.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 709-711, 2005.

 

Titel: Gebärmutterleiomyome bei drei Östlichen Bongos (Tragelaphus eurycerus isaaci) in menschlicher Obhut

Autoren: Julia E. Napier, D.V.M., Suzan Murray, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Tabitha Viner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Hayley Murphy, D.V.M.

Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA (Napier, Murphy); Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20008, USA (Murray, Viner); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Napier): Potawatomi Zoo, 500 South Greenlawn Avenue, South Bend, Indiana 46615, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Napier.

Zusammenfassung: Gebärmutterleiomyome wurden bei drei 10-, 15- und 16-Jahre alten Östlichen Bongos (Tragelaphus eurycerus isaaci) in drei zoologischen Gärten beobachtet. Zwei Tiere waren nullipar, ein Tier hatte 14 Kälber erzeugt. Zwei der Leiomyome enstanden im Zervix. Der dritte Tumor entstand von der Gebärmutterwand unter Einbezug des Gebärmutterkörpers und der beiden Eileiter. Die Tumore bei den nulliparen Tieren waren groß und konnten chirurgisch nicht entfernt werden. Sie gingen mit Symptomen des Verdauungssystems einher, d.h. Durchfall, Inappetenz und Unfähigkeit, Kot abzusetzen. Der Tumor bei dem multiparen Tier wurde zufällig bei der Sektion gefunden. Gebärmutterleiomyome wurden bis jetzt beim Östlichen Bongo in der Literatur nicht beschrieben.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 712-715, 2005.

 

Titel: Chirurgische Implantierung eines permanenten intrazölomischen Peilsenders beim Anegada-Leguan (Cyclura pinguis)

Autoren: Shannon T. Ferrell, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Dipl. A.C.Z.M., Annajane B. Marlar, D.V.M., Dipl. A.C.V.O, Allison C. Alberts, Ph.D., Lee A. Young, D.V.M., Kelly Bradley, Sandra L. Hurlbut, M.S. und Nancy P. Lung, V.M.D., M.S.

Animal Health Department, Fort Worth Zoo, 1989 Colonial Parkway, Fort Worth, Texas 76110, USA (Ferrell, Marlar, Hurlbut, Lung); Departments of Applied Conservation, (Alberts) and Veterinary Services (Young), Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112, USA; Reptile Department, Dallas Zoo, 650 South R. L. Thornton Freeway, Dallas, Texas 75203, USA (Bradley). Korrespondenz bitte an Dr. Ferrell.

Zusammenfassung: Vierundzwanzig junge bis subadulte Anegada-Leguane (Cyclura pinguis), die in einer Fortpflanzungseinrichtung von Menschenhand aufgezogen wurden, wurden durch ein koordiniertes Auswilderungsprogramm zur Freisetzung im Sommer 2003 bestimmt. Um die Überwachung der Tiere nach der Auswilderung zu gewährleisten, wurde ein Peilsender in das Zölom jedes Tiers unter Vollnarkose vor der Freisetzung eingesetzt. Die Sterilisationsmethode der Geräte sowie die Anheftungsmethode der Sender an die Körperwand des Zöloms ergaben niedrige, akzeptable Mortalitätsraten.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 716-718, 2005.

 

Titel: Nachgeburtsverhalten bei einem Goldgelben Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia)

Autoren: Ellen Bronson, Med. Vet., Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Carlos Sanchez, D.V.M., M.Sc. und Suzan Murray, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

Smithsonian's National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue, NW, Washington, D.C. 20008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bronson.

Zusammenfassung: Ein 4-Jahre altes, weibliches Goldgelbes Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) zeigte Nachgeburtsverhalten nach einer Stillgeburt. Konservative Therapie mit Oxytocin und Dinoprost-Tromethamin führten nicht zum Abgang der Nachgeburt; Ovariohysterektomie wurde anschließend durchgeführt. Nachgeburtsverhalten kommt bei Menschen selten vor und ist in der Literatur bei nicht-menschlichen Primaten ebenfalls nicht ausführlich beschrieben.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 719-723, 2005.

 

Titel: Phäochromozytom bei einem älteren weiblichen Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana)

Autoren: Christopher J. Bonar, V.M.D., Albert H. Lewandowski, D.V.M., Baha Arafah, M.D. und Charles C. Capen, D.V.M., Ph.D.

Cleveland Metroparks Zoo, 3900 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109, USA (Lewandowski and Bonar); University Hospitals of Cleveland, Lakeside Building 8107, 1100 Euclid Avenue, Cleveland, Ohio 44109, USA (Arafah); College of Veterinary Medicine, The Ohio State University, 1925 Coffey Road, Columbus, Ohio 43210, USA (Bonar, Capen, Lewandowski). Korrespondenz bitte an Dr. Bonar.

Zusammenfassung: Ein 43-Jahre alter, weiblicher Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) brach akut und fatal zusammen. Bei der Sektion wurde festgestellt, daß das rechte Nebennierenmark vergrößert war. Die Befunde der histologischen Untersuchung sprachen für ein Phäochromozytom. Spezielle Färbungen und Elektronenmikroskopie zeigten chromaffine Granula, die darauf hindeuten, daß der Tumor aus den Markzellen stammte, die Katecholamine ausscheiden, und daß diese Zellen die Substanzen funktionell ausgeschieden haben. Serumkonzentrationen von Noradrenalin und Adrenalin waren zum Zeitpunkt des Todes erhöht. Diese Ergebnisse unterstützen die These, daß der Tumor funktionelle Ausscheidung dieser Stoffe zeigte. Bei der histologischen Untersuchung wurden außerdem Sklerose der Arteriolen sowie Hyperplasie der glatten Muskelzellen vorgefunden, die auf eine chronische, systemische Blutdruckerhöhung deuten können. Phäochromozytome sollten bei der Differentialdiagnose bei Elefanten mit vermutetem hohem Blutdruck und akutem Tod berücksichtigt werden.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 724-726, 2005.

 

Titel: Zytopathische Herpesvirus-Infektion bei einem Grünen Leguan (Iguana iguana)

Autoren: Michele Wilkinson, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.L.A.M., Mark Cline, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und W. Gray Jerome, Ph.D.

Department of Pathology, Wake Forest University School of Medicine, Medical Center Boulevard, Winston-Salem, North Carolina 27157, USA. Aktuelle Adressen (Wilkinson): 433 Hanover Street, Burleson, Texas 76028, USA; (Jerome): Department of Pathology, Vanderbilt University Medical Center, B-2101 MCN, 1161 21st Avenue South, Nashville, Tennessee 37232, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wilkinson.

Zusammenfassung: Ein junger, männlicher Grüner Leguan (Iguana iguana) starb 5 Tage, nachdem er in einem Raum untergebracht wurde, der 3-5º C kühler als seine voherige Behausung war. Bei der Sektion wurde lediglich der schlechte Ernährungszustand des Tieres festgestellt. Bei der histologischen Untersuchung zeigte das Tier multifokale, zufällige, mittel- bis hochgradige, akute Leberzellnekrose mit intranukleären Einschlußkörperchen an der Peripherie der nekrotischen Stellen. Elektronenmikroskopie der Leber zeigte ikosahedrale Viruspartikel mit ca. 100 nm Durchmesser, die mit einer Herpesvirus-Infektion übereinstimmten. Eigenschaften des Herpesvirus ähneln denen, die für Iguanides Herpesvirus-I beschrieben sind.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 36(4): 727-729, 2005.

 

Titel: Multizentrisches T-Zell-Lymphom beim Dromedar (Camelus dromedarius)

Autoren: Heather A. Simmons, D.V.M., Scott D. Fitzgerald, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Matti Kiupel, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., David R. Rost, D.V.M. und Robert W. Emery, D.V.M.

Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University, P.O. Box 30076, Lansing, Michigan 48909, USA (Simmons, Fitzgerald, Kiupel); Binder Park Zoo, 7500 Division Drive, Battle Creek, Michigan 49014, USA (Rost); Beadle Lake Large Animal Hospital, 7115 Tower Road, Battle Creek, Michigan 49014, USA (Emery). Aktuelle Adresse (Simmons): Department of Pathobiological Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin–Madison, 2015 Linden Drive West, Madison, Wisconsin 53706, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Simmons.

Zusammenfassung: Ein 7-Jahre altes, weibliches Dromedar (Camelus dromedarius) wurde wegen Inappetenz, Gewichtsverlust, Polyurie und Polydipsie vorgestellt. Das Tier sprach nicht auf antibiotische oder unterstützende Behandlung an, konnte anschließend nicht aufstehen und verstarb. Die Sektion zeigte Knötchen in der Leber, in den Lymphknoten des Gekröses und der perirenalen Region und in beiden Nieren. Der Dünndarm zeigte segmentale Verdickung. Histopathologische Untersuchung ergab multifokales Lymphom mit mittelgradiger mitotischer Aktivität. Immunohistochemische Färbung der neoplastischen Zellen war gleichmäßig CD-3-positiv und deutet deshalb auf T-Zell-Lymphom.

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