Print Page | Contact Us | Report Abuse | Sign In | Join Today
jzwm_germanabstract_v37n1_2006

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 37(1) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 6-10, 2006.

 

Titel: Vorläufige pharmakokinetische Werte nach einer einmaligen Marbofloxacindosis bei der Königspython (Python regius)

Autoren:  Rob L. Coke, D.V.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., David E. Koch, M.S., Marie A. Pellerin, B.A. und Robert P. Hunter, M.S., Ph.D.

Department of Clinical Sciences (Coke) and the Zoological Pharmacology Laboratory, Department of Anatomy & Physiology (Hunter, Koch, Pellerin), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza). Aktuelle Adressen (Coke): San Antonio Zoo, 3903 North St. Mary's Street, San Antonio, Texas 78212, USA; (Hunter) Elanco Animal Health, 2001 West Main Street, P.O. Box 708, Greenfield, Indiana 49140, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Coke.

Zusammenfassung: Die Pharmakokinetik von Marbofloxacin wurde bei zwei männlichen und vier weiblichen, ausgewachsenen Königspythons (Python regius) nach i.v.- und p.o.-Verabreichung einer Einzeldosis bestimmt. Mit einer Crossover-Studie wurde jeder Schlange eine Einzeldosis von 10 mg/kg Marbofloxacin i.v. und p.o. verabreicht. Blutproben wurden vor der Verabreichung sowie 0,5; 1; 1,5; 3; 6; 12 und 24 h nach Verabreichung von Marbofloxacin genommen. Marbofloxacin-Konzentrationen wurden mit Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie gemessen. Nach der oralen Verabreichung zeigte Marbofloxacin eine Höchstplasmakonzentration (Cmax) von 9,40 μg/ml; die Zeit bis Cmax (Tmax) betrug 9,0 h. Auf Grund der pharmakokinetischen Ergebnisse dieser Studie und abhängig von weiteren zukünftigen Studien über mögliche Toxizität und Pharmakokinetik einer Mehrfachdosis empfehlen wir eine Marbofloxacindosis von 10 mg/kg p.o. mindestens alle 48 h bei der Königspython, abhängig von der Sensitivität des Erregers. Diese Studie soll als Basis für weitere Studien dieses Arzneimittels dienen.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 11-19, 2006.

 

Titel: Neoplasie-Fälle bei Reptilien des Philadelphia Zoological Garden, 1901-2002

Autoren: John M. Sykes, IV, D.V.M. und John G. Trupkiewicz, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, C247 Veterinary Teaching Hospital, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Sykes); Philadelphia Zoological Garden, 3400 West Girard Avenue, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA (Trupkiewicz). Aktuelle Adresse (Trupkiewicz): 2146 Tome Highway, Port Deposit, Maryland 21904, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Sykes.

Zusammenfassung: Eine retrospektive Studie über Neoplasie-Fälle bei Reptilien des Philadelphia Zoological Garden wurde durchgeführt. Insgesamt 3684 Orginalberichte pathologischer Untersuchungen von 1901-2002 wurden untersucht und enthielten 86 Fälle von Neoplasie. Das Gewebe von den ursprünglichen Objektträgern wurde untersucht oder von den paraffin-eingebetten Gewebeblocks neugeschnitten und angesehen, um die ursprüngliche Diagnose eines neoplastischen Prozesses zu bestätigen. Bei der Sektion wurden insgesamt sechs Neoplasmen bei sechs der 490 Schildkröten (1,2%), 22 Neoplasmen bei 19 der 736 Echsen (3,0%) und 58 Neoplasmen bei 53 der 1835 Schlangen (2,9%) festgestellt.  Zwölf zusätzliche Tumore wurden in Biopsien von einer Schildkröte und 10 Schlangen vorgefunden. Bei den Schildkröten wurden alle Neoplasmen bei Wasserschildkröten festgestellt, vier der sechs Tumore waren bösartig (66%), und eine Organprädilektion wurde nicht festgestellt. Bei den Echsen war die Leber mit 7 der 22 primären Tumoren (31%) am häufigsten betroffen. Multiple Tumorenarten wurden bei drei Echsen (15%) festgestellt. Metastasen waren nur bei fünf Fällen (25%) festzustellen, und maligne Tumoren waren bei 16 der Fälle (73%) vorhanden. Bei den Schlangen war ebenfalls die Leber bei der Sektion mit 13 der 58 primären Tumoren am häufigsten betroffen. Multiple Tumorenarten wurden bei fünf Schlangen (10%) und Metastasen bei sechs Schlangen (9%) festgestellt. 42 der Tumoren bei Schlangen (80%) wurden als bösartig eingestuft. Wenn man die Biopsien bei Schlangen ebenfalls einbezieht, war die Haut das am häufigsten betroffene Organ, mit 17 der 69 Neoplasmen (24%). Eine der fünf Echsen (20%) und vier der sechs Schlangen (66%) mit Metastasen hatten auch sekundäre Tumorarten. Seit 1967 ist die Inzidenz der neoplastischen Fälle bei Echsen von 0,7% auf 5,9% und bei Schlangen von 2,6% auf 9,3% gestiegen.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 20-26, 2006.

 

Titel: Untersuchung von drei strategischen Parasitenkontrollprogrammen bei exotischen Wiederkäuerarten in menschlicher Obhut

Autoren:  Els Goossens, D.V.M., Jozef Vercruysse, D.V.M., Dipl. E.V.P.C, Francis Vercammen, D.V.M. und Pierre Dorny, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.V.P.C.
Department of Virology, Parasitology and Immunology, Faculty of Veterinary Medicine, Ghent University, Salisburylaan 133, B9820 Merelbeke, Belgien (Goossens, Vercruysse, Dorny); Department of Animal Health, Institute of Tropical Medicine Antwerp, Nationalestraat 155, B2000 Antwerpen, Belgien (Dorny); and Center of Research and Conservation, Royal Zoological Society of Antwerp, Koningin Astridplein 26, B2018 Antwerpen, Belgien (Goossens, Vercammen). Korrespondenz bitte an Dr. Goossens.
Zusammenfassung: Parasitenkontrolle bei wilden Wiederkäuern basiert hauptsächlich auf der Behandlung mit Anthelmintika. Das Ziel dieser Studie war es, drei Parasitenkontrollprogramme bei sieben Herden von wilden Wiederkäuerarten in menschlicher Obhut in drei aufeinander folgenden Jahren zu beurteilen.  Im ersten Jahr wurde eine zweimal jährliche (Frühling-Sommer) Behandlung mit Fenbendazol 7,5 mg/kg Körpergewicht p.o. für 3 Tage verwendet. Im nächsten Jahr wurde ein Frühjahrs-Behandlungsprogramm mit drei Behandlungen mit Fenbendazol mit der gleichen Dosis alle drei Wochen durchgeführt. Im dritten Jahr wurde ein Frühjahrs-Behandlungsprogramm mit Ivermectin (0,2 mg/kg p.o. für 3 Tage) dreimal alle 5 Wochen durchgeführt. Die Wirksamkeit dieser Kontrollprogramme wurde mit Eizahlen im Kot und mit Einschätzung des Körpergewichtes sowie der Kotkonsistenz wöchentlich beurteilt. Die folgenden Tierarten wurden bei dieser Studie untersucht: Arabische Oryx (Oryx leucoryx), Säbelantilope (Oryx dammah), Dünengazelle (Gazella leptoceros), Soay-Schaf (Ovis aries soay), Steinbock (Capra ibex), Rothirsch (Cervus elaphus hippelaphus) und Felsengebirgswapiti (Cervus elaphus nelsoni). Mit dem Frühling-Sommer-Behandlungsprogramm blieben die Eizahlen im Kot in den ersten 5 Mo. niedrig, obwohl sie ab September langsam anstiegen, bis sie signifikante Mengen in jeder der sieben Herden erreichten. Das Frühjahrs-Behandlungsprogramm mit Fenbendazol ergab Eizahlen nahe Null während des gesamten Jahres in vier Herden, aber signifikante Eierausscheidung ab August bei Arabischen Oryx, Säbelantilopen und Soay-Schafen wurde beobachtet. Das Frühjahrs-Behandlungsprogramm mit Ivermectin ergab sehr niedrige bis keine Eierausscheidung bei den Gazellen, ausgewachsenen Soay-Schafen, Steinböcken, Rothirschen und Felsengebirgswapiti während des gesamten Weidesaisons, obwohl es die hohe Ausscheidung im Oktober bei Arabischen Oryx und Säbelantilopen nicht verhindern konnte. Hohe Kontaminierung von Grasweiden mit infektiösen Larven und Eiern von der vorherigen Saison oder von vor der ersten Behandlung könnte den Mißerfolg der Behandlungsprogramme bei einigen Herden erklären.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 27-32, 2006.

 

Titel: Die Wirkung zwei Midazolam-Dosen für die Kurznarkose bei der Sattelrobbe (Phoca groenlandica)

Autoren: Daniel S. J. Pang, B.V.Sc., Yves Rondenay, D.M.V., Cert. Res. (anesthesiology), Lena Measures, Ph.D. und Stéphane Lair, D.V.M., D.E.S., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M.

Département de sciences cliniques, Faculté de médecine vétérinaire, Université de Montréal. 3200 rue Sicotte, Saint-Hyacinthe, Québec J2S 7C6, Kanada (Pang, Rondenay, Lair); and Maurice Lamontagne Institute, Fisheries and Oceans Canada, Mont. Joli, Québec G5H 3Z4, Kanada (Measures). Korrespondenz bitte an Dr. Lair.

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, eine sichere Narkose für die broncho-alveoläre Lavage zu gewährleisten sowie die Wirkung der Prämedikation mit i.m. Midazolam für eine Kurznarkose mit Isofluran bei der Sattelrobbe (Phoca groenlandica) zu beurteilen. Vierzehn Sattelrobben-Jährlinge wurden dreimal als Teil einer prospektiven, Cross-over Blindstudie narkotisiert. Jedem Tier wurde i.m. eine Prämedikation von Kochsalzlösung, niedrig dosiertem Midazolam oder hoch-dosiertem Midazolam (0,1 bzw. 0,2 mg/kg) verabreicht. Danach wurde die Narkose mit 4% Isofluran im Sauerstoff mit einer Gesichtsmaske und einem Bain-Nichtrückatemsystem eingeleitet. Die Zeit vom Ende der Vollnarkose bis zur ersten Kopfbewegung war in der hochdosierten Midazolamgruppe signifikant länger als in der Gruppe mit Kochsalzlösung (P = 0,002). Die Zeit vom Ende der Vollnarkose bis zum Beginn der Fortbewegung war in der hochdosierten Midazolamgruppe signifikant länger als in der Gruppe mit Kochsalzlösung (P = 0,006). Signifikante Unterschiede für die subjektive Beurteilung der Narkosequalität sowie für den Schwierigkeitsgrad der Intubierung konnten nicht festgestellt werden. Prämedikation mit i.m. Midazolam bei den verwendeten Dosen hat die Erholung von der Narkose verlängert, obwohl dieser Unterschied klinisch wahrscheinlich nicht signifikant ist.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 33-39, 2006.

 

Titel: Beurteilung eines Leihmutterschaftsprogrammes für das bedrohte Bürsten-Felskänguru (Petrogale penicillata) mit besonderem Bezug auf Tierhaltung und tiermedizinische Behandlung

Autoren:  David J. Schultz, B.V.Sc., Peter J. Whitehead und David A. Taggart, B.Sc., Ph.D.
Adelaide Zoological Gardens, Frome Road, Adelaide, South Australia 5000, Australien (Schultz, Whitehead, Taggart); School of Earth & Environmental Science and the Department of Anatomical Sciences, University of Adelaide, Adelaide, South Australia 5005, Australien (Taggart). Korrespondenz bitte an Dr. Schultz.
Zusammenfassung: Ein Leihmutterschaftsprogramm, das ursprünglich bei semi-freilebenden Tieren entwickelt wurde, wurde 1998 für Tiere in menschlicher Obhut im Adelaide Zoological Garden geschaffen, um die Fortpflanzungsrate des hoch bedrohten Bürsten-Felskängurus (Petrogale penicillata) zu verbessern.  Jungtiere im Beutel wurden am Gestationstag 8-20 bzw. 40-45 von ihren Müttern entfernt und auf eine Zitze eines Tammar-Kängurus (Macropus eugenii) oder eines Gelbfußfelskängurus (Petrogale xanthopus xanthopus) übertragen. In den ersten Jahren des Programmes war die Mortalität der Bürsten-Felskänguru-Jungtiere hoch (12/16, 75%), und zwar sowohl vor der Übertragung, als sie noch bei der Mutter waren (5/16), als auch nach der Übertragung zur Leihmutter (7/11). Die Mortalität der Bürsten-Felskänguru-Jungtiere konnte in den darauffolgenden Jahren des Programmes signifikant reduziert werden (8/29), indem die Methode der Übertragung der Jungtiere verändert wurde und der Gesundheitszustand der Leihmütter verbessert wurde. Mit der neuen Übertragungsmethode sank die Mortalität der Bürsten-Felskänguru-Jungtiere zwischen der Geburt und der Übertragung zur Leihmutter auf null (0/29). Nach der Übertragung betrug die Mortalität der Bürsten-Felskänguru-Jungtiere mit der neuen Methode 8/29 (28%). Die Faktoren, die in Zusammenhang mit dem erhöhten Erfolg gebracht wurden, waren: 1. frühe Übertragung (zwischen Tag 8-20) der Bürsten-Felskänguru-Jungtiere von der Mutter zur Leihmutter, 2. Prüfung der medizinischen Vorgeschichte und des allgemeinen Gesundheitszustands der Tiere, die als Leihmütter ausgewählt werden und 3. den Zugang zur Weide für die Leihmütter zu verbessern. Die Fortpflanzungsrate der Bürsten-Felskänguru-Weibchen war in den späteren Jahren des Zuchtprogrammes sechsmal höher als die natürliche Geburtsrate. Diese und andere Faktoren für die Begründung eines solchen Zuchtprogrammes werden diskutiert.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 40-43, 2006.

 

Titel: Perineale Urethrostomie beim Gehaubten Kapuzineraffen (Cebus apella)

Autoren:  Eyal Ranen, D.V.M., Tamar Freidman, M.A. und Izhac Aizenberg, D.V.M.
School of Veterinary Medicine, the Hebrew University of Jerusalem, P.O. Box 12, Rehovot, Israel 76100 (Ranen, Aizenberg); Israeli Primate Sanctuary Foundation, c/o Monkey Park, Kfar-Daniel, Israel 73125 (Freidman). Korrespondenz bitte an Dr. Ranen.

Zusammenfassung: Ein 14 Jahre alter Gehaubter Kapuzineraffe (Cebus apella) wurde in der Tierklinik der Hebräischen Universität in Jerusalem, Israel mit Harnzwang vorgestellt. Die Anamnese des Tieres wies einen distalen Harnröhrenverschluß sowie einen vorherigen chirurgischen Versuch auf, den Harnweg durch das Perineum umzulegen. Eine perineale Urethrostomie wurde durchgeführt. In den nachfolgenden 17 Monaten wurde weder Strangurie noch Dysurie beobachtet, und das soziale Verhalten des Affen schien unauffällig zu sein. Perineale Urothrostomie scheint eine einfache und praktische Operation bei Affen mit einer kompromittierten distalen Harnröhre zu sein.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 44-48, 2006.

 

Titel: Cholelithiase bei vier Krallenaffenarten (Leontopithecus, Callithrix)

Autoren:  Kristine M. Smith, D.V.M., Paul Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Bonnie L. Raphael, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Stephanie James, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Robert Moore, D.V.M., Denise McAloose, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Eric Baitchman, D.V.M.
Wildlife Conservation Society, Wildlife Health Sciences, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA. Aktuelle Adresse (Baitchman): Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Smith.
Zusammenfassung: Sechs Fälle von Cholelithiase, darunter drei männliche und drei weibliche Krallenaffen von vier Arten (Leontopithecus chrysopygus, Leontopithecus rosalia, Callithrix argentata argentata, Callithrix kuhlii), wurden untersucht. Das Alter der Tiere zur Zeit der Diagnose betrug 2-14 Jahre. Eine definitive Diagnose von Cholelithiase vor dem Tod wurde bei vier der sechs Fälle gestellt. Chronischer Gewichtsverlust, Apathie und Schwäche wurden in allen Fällen festgestellt. Chronischer intermittierender Durchfall wurde in drei Fällen festgestellt. Ikterus und abweichender Gang waren bei jeweils zwei Tieren vorhanden. Hämatologische und biochemische Blutuntersuchungen zeigten Leukozytose in fünf Fällen, erhöhtes Bilirubin (direkt sowie indirekt) in vier Fällen und Anämie in vier Fällen. Röntgenologischer Nachweis der Gallensteine konnte in drei Fällen gestellt werden. Chirurgische Entfernung der Gallensteine konnte bei zwei Tieren erfolgreich durchgeführt werden. Vollständige Sektionen wurden in allen Fällen durchgeführt, und es wurde in allen Fällen angenommen, daß die Gallensteine zum Tod des Tieres beigetragen haben. Dennoch war die primäre Ursache des Gewichtsverlusts und der Mortalität von mindestens drei Tieren eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Alle Gallensteine, die analysiert wurden, waren Pigmentsteine; zwei davon bestanden hauptsächlich aus Cystin.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 49-52, 2006.

 

Titel: Eisenspeicherkrankheit bei Tapiren

Autoren: Christopher J. Bonar, V.M.D., John G. Trupkiewicz, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Barbara Toddes  und Albert H. Lewandowski, D.V.M.

Cleveland Metroparks Zoo, 3900 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109, USA (Bonar, Lewandowski); Philadelphia Zoological Garden, 3400 West Girard Avenue, Philadelphia, Pennsylvania 19108, USA (Trupkiewicz, Toddes). Aktuelle Adresse (Trupkiewicz): 2146 Tome Highway, Port Deposit, Maryland 21904. Korrespondenz bitte an Dr. Bonar.

Zusammenfassung: Studien über Serumeisenkonzentrationen und Eisenbindungskapazität weisen darauf hin, daß Tapire zur Entwicklung der Eisenspeicherkrankheit neigen könnten. In neueren Studien über die pathologischen Veränderungen von Tapiren wurde die Hämochromatose allerdings nicht als eine Todesursache festgestellt. Diese Studie analysiert die pathologischen Befunde von drei Tapirarten (Mittelamerikanischer Tapir [Tapirus bairdii], Schabrackentapir [Tapirus indicus] und Flachlandtapir [Tapirus terrestris]) im Philadelphia Zoological Garden von 1902 bis 1994. Zwölf Fälle von Hämosiderose, darunter zwei Fälle von tödlicher Hämochromatose bei zwei Mittelamerikanischen Tapiren, wurden bei 19 histologisch untersuchten Fällen festgestellt. Hämochromatose ist beim Pferd, Nashorn und bei einem Flachlandtapir bereits beschrieben. Ernährungsfaktoren wurden untersucht, obwohl ihre Rolle beim Vorkommen der Hämosiderose und Hämochromatose bei den drei Tapirarten in Philadelphia Zoological Garden nicht bestätigt werden konnte.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 53-54, 2006.

 

Titel: Tödlich verlaufende Clostridium-Enterotoxämie (Clostridium glycolicum) bei einem Gefleckten Nilwaran (Varanus ornatus)

Autoren:  Mads F. Bertelsen, D.V.M., D.V.Sc. und J. Scott Weese, D.V.M., D.V.Sc., Dipl. A.C.V.I.M.

Toronto Zoo, 361A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Kanada (Bertelsen); Department of Clinical Studies, Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Kanada (Weese). Aktuelle Adresse (Bertelsen): Zoo Kopenhagen, Søndre Fasanvej 79, DK-2000 Frederiksberg, Dänemark. Korrespondenz bitte an Dr. Bertelsen.

Zusammenfassung: Enterotoxämie durch Clostridium glycolicum wurde als Ursache des Kreislaufkollapses und Todes eines weiblichen, 3 Jahre alten, in Menschenhand aufgezogenen Gefleckten Nilwaran (Varanus ornatus) festgestellt. Der Erreger konnte bei anaeroben Kotkulturen der 12 weiteren Warane im zoologischen Garten nicht identifiziert werden.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 55-58, 2006.

 

Titel: Mycobacterium szulgai-Infektion bei einer Gruppe von Krallenfröschen (Xenopus tropicalis) in menschlicher Obhut

Autoren:  Norin Chai, D.V.M., M.Sc., M.Sc.V., Lionel Deforges, D.M., Wladimir Sougakoff, Ph.D., Chantal Truffot-Pernot, D.M., Amaury De Luze, Ph.D., Barbara Demeneix, Ph.D., Marie Clément und Marie Claude Bomsel, D.V.M., M.Sc.

Muséum National d'Histoire Naturelle—Menagerie du Jardin des Plantes, 57 rue Cuvier, 75005 Paris, Frankreich (Chai, Clément, Bomsel); Service de Bactériologie-Virologie-Hygiène—Hôpital Henri Mondor, 51 avenue du Mal de Lattre de Tassigny, 94010 Créteil, Frankreich (Deforges); Service de Bactériologie-Hygiène, Hôpital Pitié-Salpêtrière, 47–83 boulevard de l'Hôpital, 75651 Paris, Frankreich (Sougakoff, Truffot-Pernot); Muséum National d'Histoire Naturelle, UMS 501/UMR CNRS 5166 Evolution des Régulations Endocriniennes, 57 rue Cuvier, 75231 Paris, Frankreich (De Luze, Demeneix). Korrespondenz bitte an Dr. Chai.

Zusammenfassung: Eine Gruppe von Xenopus tropicalis in menschlicher Obhut infizierte sich mit Mycobacterium szulgai. Klinische Symptome, wenn vorhanden, waren Apathie, Gewichtsverlust und Abmagerung. Viszerale Granulomata wurden häufig mit Laparoskopie und bei der Sektion der Tiere festgestellt. Die Diagnose von Mykobakteriose wurde anhand der histologischen Befunde sowie der Ziehl-Neelsen-Färbung der Gewebe gestellt. Identifizierung des M. szulgai-Erregers wurde durch den Vergleich von 16S rRNA Gensequenzen mit Hilfe von mehreren GenBank-Datenbanken erreicht. Dieser Erreger ist als Ursache von natürlichen Infektionen bei Amphibien nicht in der Literatur beschrieben.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 59-60, 2006.

 

Titel: Hämangiom der Haut bei einem Großen Panda (Ailuropoda melanoleuca)

Autoren:  Nathalie France Mauroo, D.V.M., CertZooMed, Natalie Louise Rourke, B.V.Sc. und Wai Kong Chan, M.B., B. Chir., M.R.C.Path.

Veterinary Hospital, Ocean Park, Wong Chuk Hang Road, Aberdeen, Hong Kong (Mauroo, Rourke); Department of Histopathology, Hong Kong Sanatorium and Hospital, Happy Valley, Hong Kong (Chan). Aktuelle Adresse (Rourke): Royal Melbourne Zoological Gardens, P.O. Box 74, Parkville, Victoria 3052, Australien. Korrespondenz bitte an Dr. Mauroo.

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, männlicher Großer Panda (Ailuropoda melanoleuca) zeigte ein Hautgewächs ventral vom Auge. Das Tier wurde narkotisiert, und das Gewächs wurde chirurgisch entfernt. Bei der histopathologischen Untersuchung wurde das Gewächs als ein gutartiges, kavernöses Hämangiom diagnostiziert. Dies ist der erste Bericht dieser Tumorart bei einem Großen Panda.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 61-63, 2006.

 

Titel: Die Anwendung von Altrenogest gegen Aggression bei einem männlichen Grant-Zebra (Equus burchelli boehmi)

Autoren:  Ashley M. Zehnder, D.V.M., Jan C. Ramer, D.V.M. und Jeff S. Proudfoot, D.V.M.

University of Florida, 2015 SW 16th Street, Gainesville, Florida 32610, USA (Zehnder); Indianapolis Zoo, 1200 W. Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA (Ramer, Proudfoot). Aktuelle Adresse (Zehnder): 320 E. 53rd Street, Apt 5E, New York, New York 10022, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Zehnder.

Zusammenfassung: Ein männliches Grant-Zebra (Equus burchelli boehmi) wurde mit zwei Stuten im Indianapolis Zoo gehalten und zeigte seit 9 Jahren intermittierendes aggressives Verhalten gegenüber den Stuten und anderen Tieren. Zeitweise wurde der Hengst von den Stuten getrennt, damit die oberflächlichen Bißwunden der Stuten heilen konnten. Am 26. März 2003 wurde die Verabreichung von 19,8 mg Altrenogest p.o. einmal täglich beim Hengst (890293) begonnen, um ihn wieder in die Gruppe zu integrieren. Die Dosis wurde verdoppelt (40 mg einmal täglich), weil keine Wirkung beobachtet werden konnte. Die Stuten wurden am 17. Mai 2003 mit dem Hengst zusammengebracht, und Aggressivität wurde nicht beobachtet. Die Dosis wurde wieder auf 19,8 mg p.o. einmal täglich reduziert und später abgesetzt. Altrenogest wurde zum späteren Zeitpunkt mit 39,5 mg p.o. einmal täglich verabreicht, weil die Integration einer weiteren Stute in die Gruppe geplant war. Aggressives Verhalten wurde mit dieser Altrenogestdose nicht festgestellt. Die Dosis wurde inzwischen nach der erfolgreichen Einfügung einer weiteren Stute wieder reduziert.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 64-67, 2006.

 

Titel: Blutgerinnungswerte und ausgewählte hämatologische Werte bei Spekegazellen (Gazella spekei) in menschlicher Obhut

Autoren:  Erika K. Travis, D.V.M. und Charles Eby, M.D.

Saint Louis Zoological Park, One Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Travis) und Department of Pathology and Immunology, Washington University School of Medicine, 660 S. Euclid Avenue, St. Louis, Missouri 63110, USA (Eby). Korrespondenz bitte an Dr. Travis.

Zusammenfassung: Achtzehn Spekegazellen (Gazella spekei) in menschlicher Obhut wurden für Blutabnahme von der V. jugularis festgehalten, um hämatologische und Blutgerinnungswerte zu untersuchen. Die Hämatokrit- und Hämoglobinwerte waren geringgradig höher bei Spekegazellen als bei domestizierten Wiederkäuern. Die Spekegazellen zeigten eine mittlere Prothrombinzeit von 15,1 s und eine mittlere aktivierte partielle Thromboplastinzeit von 24,2 s. Die trächtigen, weiblichen Spekegazellen zeigten kürzere aktivierte partielle Thromboplastinzeiten als die Männchen, obwohl der Unterschied nicht signifikant war. Im Idealfall würde man die Prothrombinzeit und aktivierte partielle Thromboplastinzeit bei einem Tier mit einer angenommenen akuten Blutgerinnungserkrankung mit den Werten eines gesunden Artgenossens vergleichen. Basiswerte für Prothrombin und aktiviertes partielles Thromboplastin für Spekegazellen wurden in dieser Studie untersucht, um das derzeit begrenzte Wissen über die Gerinnungswerte bei exotischen Huftieren zu erweitern.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 68-70, 2006.

 

Titel: Narkose bei freilebenden Mähnenwölfen (Chrysocyon brachurus) mit Tiletamin und Zolazepam in Zentralbrasilien

Autoren:  Mariana Malzoni Furtado, D.V.M., Cynthia Kayo Kashivakura, D.V.M., Claudia Ferro, Anah Tereza de Almeida Jácomo, Ph.D., Leandro Silveira, Ph.D. und Samuel Astete

Jaguar Conservation Fund, P.O. Box 193, Mineiros-GO, 75830-000, Brasilien (Furtado, Kashivakura, Ferro, Jácomo, Silveira, Astete) und Instituto Pró-carnívoros (Já como, Silveira) João Soares do Amaral, 112, Atibaia-SP, 12941-600 Brasilien. Korrespondenz bitte an Dr. Furtado.

Zusammenfassung: Siebenundzwanzig freilebende Mähnenwölfe (Chrysocyon brachurus) wurden mit einer Kombination aus Tiletamin-Hydrochlorid und Zolazepam-Hydrochlorid mit einer durchschnittlichen Dosis von 2,77 ± 0,56 (Mittelwert ± Standardabweichung) mg/kg erfolgreich narkotisiert. Die Einleitungszeit betrug zwischen 3 und 15 Minuten. Die Narkose dauerte durchschnittlich 48,56 ± 12,65 Minuten an. Zwanghaftes Lecken, gesteigerte Speichelproduktion, Muskelzuckungen und –zittern, Tachypnöe und Bradykardie wurden im Zusammenhang mit der Narkoseeinleitung bei 13 der 27 Mähnenwölfe beobachtet. Muskelzuckungen, Schmerzempfinden am Fuß, Muskelzittern und Ataxie wurden während der Aufwachperiode bei drei (11%) der Mähnenwölfe festgestellt. Herzfrequenz (P = 0,44), Atemfrequenz (P = 0,82) und Rektaltemperatur (P = 0,54) waren 5, 10, 15 und 25 nach der Einleitung der Narkose mit der angegebenen Dosierungen nicht signifikant unterschiedlich. Tiletamin-Hydrochlorid und Zolazepam-Hydrochlorid zeigten sich als eine wirksame und sichere Narkosekombination bei freilebenden Mähnenwölfen.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 71-74, 2006.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung einer atlanto-okzipitalen Luxation bei einem Alpaka (Lama pacos)

Autoren:  Eric J. Baitchman, D.V.M., Sean W. Aiken, D.V.M., Dipl. A.C.V.S. und Paul P. Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M.

Department of Clinical Care, Wildlife Health Sciences, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA (Baitchman, Calle); Department of Surgery of the Elmer and Mamdouha Bobst Hospital of The Animal Medical Center, 510 East 62nd Street, New York, New York 10021, USA (Aiken). Aktuelle Adresse (Baitchman): Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA.. Korrespondenz bitte an Dr. Baitchman.

Zusammenfassung: Ein 7 Monate altes, männliches Alpaka (Lama pacos) zeigte eine gesenkte Kopf- und Halshaltung und zeigte Unwilligkeit beim Laufen. Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule zeigten eine atlanto-okzipitale Luxation. Eine geschlossene Reposition wurde bei dem narkotisierten Tier erfolgreich durchgeführt, und das Tier zeigte eine vollständige Heilung mit physiologischem Bewegungsablauf und normaler Körperhaltung.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(1): 75-78, 2006.

 

Titel: Nicht-invasive Überwachung der Streßhormonkonzentrationen bei einem weiblichen Stellerschen Seelöwen-Jungtier (Eumetopias jubatus) während der Rehabilitation

Autoren:  L. Petrauskas, M.Sc., P. Tuomi, D.V.M. und S. Atkinson, Ph.D.

School of Fisheries and Ocean Sciences, University of Alaska Fairbanks, P.O. Box 1329, 301 Railway Avenue, Seward, Alaska 99664, USA (Petrauskas, Atkinson); Alaska SeaLife Center, P.O. Box 1329, Seward, Alaska 99664, USA (Petrauskas, Tuomi, Atkinson). Korrespondenz bitte an Dr. Atkinson.

Zusammenfassung: Stellersche Seelöwen (Eumetopias jubatus) werden selten in menschlicher Nähe gestrandet aufgefunden, und wenig veröffentliche Information existiert über ihre Erkrankungen, Parasiten, Ernährung und ihren Streß in freier Wildbahn. Im Mai 2002 wurde ein weibliches Stellersches Seelöwen-Jungtier (EJS-02-01) ohne Muttertier nach starken Stürmen in Südost-Alaska gesichtet. Nach einer 5-tägigen Beobachtungsperiode wurde EJS-02-01 eingesammelt und zum Alaska SeaLife Center (ASLC) in Seward, Alaska transportiert. Während der darauffolgenden 11 Monate in ASLC wurde das Körpergewicht überwacht, und opportunistische Kotproben (n =  86) wurden auf Kortikosteronkonzentration untersucht. Kortikosteronkonzentrationen im Kot betrugen 15-3805 ng/g für EJS-02-01. Die Kortikosteron-Höchstwerte stimmten mit bestimmten Streßsituationen während der Rehabilitierung überein. EJS-02-01 wurde im April 2003 am Gran Point, Alaska erfolgreich freigesetzt. Kortikosteronmessung im Kot war ein wertvolles Mittel für die Überwachung bestimmter Streßsituationen und ist für die Überwachung von langfristigen Situationen wie die Rehabilitierung brauchbar.

Location

581705 White Oak Road
Yulee, FL 32097 USA

Contact Us

Local: (904) 225-3275
Fax: (904) 225-3289
Email:Admin@AAZV.org