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jzwm_germanabstract_v37n2_2006

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 37(2) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 97-101, 2006.

Titel: Messung der Flusseigenschaften der A. iliaca communis bei Froscharten mit Doppler-Ultraschall 

Autoren:  Scott Willens, D.V.M., Ph.D., Sloan H. Dupree, D.V.M., Michael K. Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Gregory A. Lewbart, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M. 

College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough St., Raleigh, North Carolina 27606, USA. Aktuelle Adresse (Willens): USAMRICD, 3100 Ricketts Point Road, Aberdeen Proving Ground, Maryland 21010-5400, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Willens. 

Zusammenfassung: Farbdoppler-Ultraschall wurde bei Nordamerikanischen Ochsenfröschen (Rana catesbeiana) und Aga-Kröten (Bufo marinus) verwendet, um die mittlere gewichtete Flussgeschwindigkeit und die Fläche des Querschnitts der A. iliaca communis zu messen. Volumetrischer Blutfluss und Blutflusswerte pro kg Körpergewicht wurden aus diesen Messwerten errechnet. Volumetrische Flussgeschwindigkeiten bei den Fröschen (31,8 ml/min) und den Kröten (23,6 ml/min) waren nicht statistisch unterschiedlich. Wurden die Geschwindigkeitswerte allerdings durch das Körpergewicht geteilt, zeigten die Kröten eine signifikant höhere Flussgeschwindigkeit von 238,1 ml/min/kg im Vergleich zu 114,4 ml/min/kg bei den Fröschen.  
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 102-107, 2006.

Titel: Bakterielle und toxikologische Untersuchung von gespendetem Kadaverfleisch für die Fütterung an Fleischfresser 

Autoren: Tara M. Harrison, D.V.M., M.P.V.M., Scott H. Harrison, B.S., Wilson K. Rumbeiha, B.V.M., Ph.D., James Sikarskie, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M. und Modesto McClean, D.V.M. 

Wildlife Safari, 1790 Safari Road, Winston, Oregon 97496, USA (T. M. Harrison, McClean); Department of Microbiology and Molecular Genetics, Michigan State University, 6173 Biomedical and Physical Sciences Building, East Lansing, Michigan 48824, USA (S. Harrison); Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University, 4125 Beaumont Road, East Lansing, Michigan 48910, USA (Rumbeiha); Michigan State University College of Veterinary Medicine, East Lansing, Michigan 48824, USA (T. M. Harrison, Sikarskie). Aktuelle Adresse (T. Harrison): Potter Park Zoological Gardens, 1301 South Pennsylvania Avenue, Lansing, Michigan 48912, USA. Korrespondenz bitte an Dr. T. M. Harrison. 

Zusammenfassung: Wildlife Safari, eine zoologische Einrichtung in Winston, Oregon, füttert seit über 30 Jahren gespendetes Kadaverfleisch an Fleischfresser. Kadaverfleisch ist eine Alternative zu kommerziell vorbereitetem Fleisch. Gespendetes Fleisch wird als vollständiger Tierkörper an Wildlife Safari geliefert. Rinder (Bos taurus), Pferde (Equus caballus), Maultierhirsche (Odocoileus hemionus) und Roosevelt-Wapiti (Cervus elaphus roosevelti) wurden bisher abgegeben. Bakterielle Untersuchung wurde vor Ort mit dem Neogen Reveal® Immunosorbent Assay durchgeführt. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Salmonella spp., Listeria spp. und Escherichia coli O157:H7. Von den 50 Fleischproben wurden 25 Proben für die weitere Untersuchung zufällig ausgesucht. Bei 28 % der Fleischproben (n = 25) konnte Salmonella spp. isoliert werden. Eine Probe war positiv für Listeria spp.  Escherichia coli O157:H7 wurde von keiner der Fleischproben (n = 25) isoliert. Fleischproben von 32 Kadavern wurden vom Michigan State University Diagnostic Center for Population and Animal Health auf organische Kontaminierung mit Hilfe von Gaschromatographie/Massenspektrometrie untersucht. Kontaminierung mit Barbituraten, Phenylbutazon, Flunixin-Meglumin und Xylazin wurde geprüft. Bei der Untersuchung der Fleischproben konnte die Kontaminierung mit diesen oder anderen häufig vorkommenden organischen Toxinen nicht nachgewiesen werden. Mit einer solchen Überprüfung scheint Kadaverfleisch eine relativ sichere Futterquelle für Fleischfresser zu sein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 108-115, 2006.

Titel: Qualität der Innenluft in einem Alligator (Alligator mississippiensis)-Gehege 

Autoren:  S. C. Wilson, Ph.D., H. W. Holder, J. M. Martin, T. L. Brasel, Ph.D., L. A. Andriychuk, Ph.D., C. Wu, Ph.D., D. C. Straus, Ph.D. und R. Aguilar, D.V.M.  

Center for Indoor Air Research, Department of Microbiology and Immunology, Texas Tech University Health Sciences Center, Lubbock, Texas 79430, USA (Wilson, Martin, Brasel, Andriychuk, Wu, Straus); the Audubon Zoo—Audubon Nature Institute, New Orleans, Louisiana 70118, USA (Aguilar); Assured Indoor Air Quality LP, 6616 Forest Park Road, Dallas, Texas 75235, USA (Holder). Aktuelle Adresse (Aguilar): The Phoenix Zoo, 455 N. Galvin Parkway, Phoenix, Arizona 85008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wilson. 

Zusammenfassung: Eine mikrobiologische Untersuchung des Innenraumes wurde in einem Alligator (Alligator mississippiensis)-Gehege in einem zoologischen Garten im Südosten der USA durchgeführt. Fünf Alligatoren lebten zwischen März 1999 und Februar 2005 in der Einrichtung. Ein Alligator starb, und alle Tiere zeigten einen schlechten Gesundheitszustand, während sie im Gehege gehalten wurden. Es wurde die Hypothese aufgestellt, daß diese Probleme mit der mikrobischen Umweltkontaminierung zusammenhingen. Proben zur Pilzidentifizierung und Quantifizierung, Mikrozystinanalyse und luftübertragenen Mykotoxinmessung wurden gesammelt. Luft- und Wasseranalysen wurden durchgeführt, und die Heiz- und Belüftungssysteme, sowie die Klimaanlage wurden auf Konstruktion, Instandhaltung und Betriebsprobleme geprüft. Zwei Kontrollorte, ein Gehege für Sunda-Gaviale (Tomistoma schlegelii) und ein getrenntes Zuchtgehege für Alligatoren, wurden ebenfalls geprüft. Daten über die Morbidität und Mortalität wurden für alle Orte untersucht. Die Ergebnisse zeigten, daß das Alligator-Gehege und dessen Belüftungssystem, im Vergleich zu den Kontrollorten, stark mit mehreren Pilzarten kontaminiert war. Fast alle geprüften Flächen zeigten Pilzwachstum. Signifikant höhere Sporenzahlen von Penicillium/Aspergillus-ähnlichen und Chrysosporium-ähnlichen Pilzarten wurden in der Luft gefunden (P < 0,004). Die Konstruktion, Instandhaltung und der Betrieb des Belüftungssystems waren unzureichend und hatten schlecht klimatisierte und Schimmel-kontaminierte Luft im Gehege zur Folge. Die Untersuchung der Daten über Morbidität zeigte, daß drei der Alligatoren zeitweise Lungenerkrankungen während der Studie entwickelten, die in einem Fall zum Tode des Tieres führte. Die anderen zwei Alligatoren zeigten schlechtes Allgemeinbefinden und andere unspezifische Symptome. Weder Morbidität noch Mortalität wurde bei den Tieren, die in den zwei Kontrollorten gehalten wurden, nachgewiesen. Obwohl eine kausale Verbindung zwischen den allgemeinen Krankheitssymptomen und den Umweltbefunden nicht gestellt werden konnte, schien die Schimmelkontaminierung des Geheges mit der Morbidität und Mortalität des Alligator-Geheges im Zusammenhang zu stehen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 116-125, 2006.

Titel: Lebensfähigkeit nach Auftauen des Samens vom Wisent (Bison bonasus), der mit Eidotter- oder pflanzlichem Lipide-Verdünner tiefgefroren wurde und mit einem heterologen in vitro Befruchtungssassay geprüft wurde 

Autoren: S. S. Pérez-Garnelo, Ph.D Veterinary, M. Oter, Veterinary, C. Borque, Ph.D. Chemistry, C. Talavera, Veterinary, M. Delclaux, Veterinary, E. Martínez-Nevado, Veterinary, A. T. Palasz, Ph.D. Physiology und J. De la Fuente, Ph.D. Veterinary 

Departamento de Reproducción Animal y Conservación de Recursos Zoogenéticos, Subdirección General de Investigación y Tecnología, Instituto Nacional de Investigación y Tecnología Agraria y Alimentaria (INIA), Crta. Coruña, Km 5.9, 28040-Madrid, Spanien (Pérez-Garnelo, Borque, Oter, De la Fuente); Zoo Aquarium de Madrid, Zoo de la Casa de Campo, 28011 Madrid, Spanien (Talavera, Delclaux, Martínez-Nevado); Department of Herd Medicine and Theriogenology, Western College of Veterinary Medicine, University of Saskatchewan, Saskatoon, Saskatchewan, S7N 5B4, Kanada (Palasz). Korrespondenz bitte an Dr. Pérez-Garnelo. 

Zusammenfassung: Die Grundeigenschaften des Wisent-Samens (Bison bonasus) werden beschrieben, und die Wirksamkeit der folgenden zwei Verdünner wurde für die Kryokonservierung vom Samen untersucht: Triladyl mit Eidotter und ein synthetischer Verdünner mit Soyalipiden. Sieben Ejakulate wurden mit Elektroejakulation von einem 10 Jahre alten Wisentbullen gesammelt. Jedes Ejakulat wurde bei 37˚ C auf eine Endkonzentration von 200 x 106 Spermien/ml mit Triladyl oder dem synthetischen Produkt verdünnt. Nach der Verdünnung wurden die Samenproben nach einem standardisierten Bullenprotokoll tiefgefroren. Nach zwei Wochen wurde eine Paillette von jeder Verdünnungsgruppe entnommen, und das Ejakulat wurde aufgetaut. Qualität nach dem Auftauen wurde mit den folgenden Untersuchungen beurteilt: Motilität und Geschwindigkeit der einzelnen Spermien, Anzahl der Spermien mit morphologischen Veränderungen und unvollständigen Akrosomen, funktionelle Integrität der Spermienmembranen mit Hilfe des hypoosmotischen Schwelltests (HOST), Lebensfähigkeit (lebend-tot; Eosin-Nigrosin-Färbung) und das  heterologe in vitro Spermienpenetrationsassay (SPA). Insgesamt 600 in vitro gereifte Rinderoozyten wurden mit 1 x 106 Spermatozoen von schwarzbunten Rindersamen befruchtet, der in Triladyl tiefgefroren und aufgetaut wurde (Kontrolle), oder von Wisentsamen, der in Triladyl oder dem synthetischen Verdünner tiefgefroren wurde. Kernstatus der Oozyten wurde nach 18 h Spermien-Oozyten-Bebrütung  bestimmt. Der Verdünner zeigte Auswirkungen auf keinen der untersuchten Samenparameter nach Verdünnung und Abkühlung (4 h bei 5˚ C). Einzelmotilität nach dem Auftauen, Bewegungsqualität und Spermienmorphologie waren ebenfalls unverändert. Allerdings konnte eine signifikant (P < 0,05) höhere Anzahl von Spermatozoen mit vollständigen Akrosomen und intakten Membranen (HOST) sowie mehr lebensfähige Spermien (P < 0,01) bei dem Samen festgestellt werden, der in Triladyl statt in dem synthetischen Verdünner tiefgefroren wurde. Mittelwerte für heterologe SPA für Bullen- (Kontrolle) und Wisentsamen, der im synthetischen Verdünner tiefgefroren wurden, waren sehr ähnlich: 63,3 ± 10,6% bzw. 63,1 ± 15,9%. Der Mittelwert für Wisentsamen, der in Triladyl eingefroren wurde, war niedriger: 43,0 ± 24,2%, obwohl die Werte sich nicht signifikant unterschieden. Kumulative Ergebnisse einer Vielzahl von Lebensfähigkeitsuntersuchungen von verdünnt-gekühltem und tiefgefroren-aufgetautem Samen, darunter auch das heterologe SPA, deuten an, daß Wisentsamen in beiden Verdünnern in dieser Studie erfolgreich eingefroren werden kann. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 126-129, 2006.

Titel: Vorläufige Untersuchung der Blutlipidprofile bei Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut 

Autoren: Eric J. Baitchman, D.V.M., Paul P. Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Tracy L. Clippinger, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Stephanie B. James, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Bonnie L. Raphael, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Robert A. Cook, V.M.D., M.P.A. 

Department of Clinical Care, Wildlife Health Sciences, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA. Aktuelle Adressen (Baitchman): Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA; (Clippinger): Zoological Society of San Diego, San Diego Zoo, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112, USA; (Deem): Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20008-2598, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Baitchman. 

Zusammenfassung: Serumcholesterinwerte für Westliche Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) in menschlicher Obhut in der Literatur sind wesentlich höher als die für Menschen; der landesweite Mittelwert bei Gorillas beträgt 7,36 mmol/l (284 mg/dl, n = 863). Vollständige Blutlipidprofile wurden bei 15 Gorillas in menschlicher Obhut bestimmt. High-density Lipoprotein (HDL) nahm schneller mit dem Alter ab als Gesamtcholesterin und der Quotient aus Cholesterin und HDL wurde mit zunehmendem Alter größer.  Der Quotient aus Apolipoprotein B und Apolipoprotein A1 wurde ebenfalls mit steigendem Alter größer. Die Erstellung einer Datenbank für Blutlipidwerte von Gorillas in menschlicher Obhut mit Hilfe einer Korrelationsanlyse der Tiere mit bekanntem Artherosklerose-Status könnte die Bestimmung empfindlicher Vorhersagewerte für das Risiko von Herzgefäßerkrankungen begünstigen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 130-134, 2006.

Titel: Parasiten von freilebenden Wildhunde- und Kleinkatzenarten im bolivianischen Chaco 

Autoren: Christine V. Fiorello, D.V.M., Ph.D., Richard G. Robbins, Ph.D., Leonardo Maffei, M.S. und Susan E. Wade, Ph.D. 

Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA (Fiorello); Armed Forces Pest Management Board, Walter Reed Army Medical Center, Washington, D.C. 20307, USA (Robbins); Wildlife Conservation Society/Capitanía del Alto y Bajo Isoso, Casilla 6272, Santa Cruz, Bolivia (Maffei); New York State Animal Health Diagnostic Laboratory, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Wade). Aktuelle Adresse  (Fiorello): Department of Small Animal Clinical Sciences, University of Florida, College of Veterinary Medicine, P.O. Box 100126, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fiorello. 

Zusammenfassung: Parasitenstudien von wildlebenden Tierarten liefern wichtige Information für die Überwachung der Gesundheit von Populationen. Zwischen März 2001 und März 2003 wurden 10 Ozelote (Leopardus pardalis), acht Kleinfleckkatzen (Oncifelis geoffroyi), ein Jaguarundi (Herpailurus yaguarondi), fünf Pampasfüchse (Pseudalopex gymnocercus) und drei Maikongs (Cerdocyon thous) an drei Orten im bolivianischen Chaco untersucht. Das Ziel der Studie war es, die Parasitenfauna dieser Fleischfresser zu untersuchen und die Prävalenzen der drei Studienorte zu vergleichen. Die Parasitenvielfalt der untersuchten Fleischfresser war groß, und Parasiten von acht Nematodengattungen, zwei Zestodenfamilien, zwei Protozoenarten und sechs Arthropodenarten waren vertreten. Parasiten im Kot konnten bei 12 der 13 Kleinkatzen und fünf der sechs Hundearten vorgefunden werden, darunter Aelurostrongylus abstrusus, Ancylostoma tubaeforme, Uncinaria sp., Crenosoma sp., Toxocara cati, Spirurida, Capillaria aerophila, Spirometra sp., Taeniidae und Cystoisospora sp. Vier Zeckenarten, Amblyomma parvum, A. tigrinum, A. ovale und A. cajennense, und zwei Floharten, Pulex irritans und Delostichus phyllotis, wurden identifiziert. Zwei Maikongs testeten serologisch positiv für die Herzwurmkrankheit. Antikörper gegen Toxoplasma gondii wurden bei 15 der 26 Tiere festgestellt. Obwohl die Herzwurmkrankheit nur bei Hundearten innerhalb des Nationalparks festgestellt wurde, schien die Parasitenprävalenz zwischen den verschiedenen Orten sich nicht zu unterscheiden, und Zeichen von Parasitenübertragung von domestizierten auf wilde Fleischfresserarten wurden nicht festgestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 135-140, 2006.

 

Titel: Beurteilung der Wirkung von Xylazin, Medetomidin, Detomidin und Diazepam auf Narkosetiefe, Herz- und Atemfrequenz sowie Kloakentemperatur beim Steinhuhn (Alectoris graeca) 

Autoren: Metehan Uzun, D.V.M., Ph.D., Feyyaz Onder, D.V.M., Ph.D., Gultekin Atalan, D.V.M., Ph.D., Metin Cenesiz, D.V.M., Ph.D., Mehmet Kaya, D.V.M., Ph.D. und Sedat Yildiz, D.V.M., Ph.D. 

Departments of Physiology (Uzun, Onder, Cenesiz, Kaya, Yildiz) and Surgery (Atalan), Faculty of Veterinary Sciences, University of Kafkas, 36040 Kars, Turkei. Korrespondenz bitte an Dr. Uzun. 

Zusammenfassung: Herz- und Atemfrequenz, Kloakentemperatur und Narkosequalität wurden vor (0 min) und nach (10, 20 und 30 min) i.m.-Verabreichung von Xylazin (10 mg/kg; n = 7), Medetomidin (75 µl; n = 6), Detomidin (0,3 mg/kg; n = 6) oder Diazepam (6 mg/kg; n = 7) beim Steinhuhn (Alectoris graeca) untersucht.  Alle Steinhühner erholten sich ohne Zwischenfälle nach der Narkose. Xylazin- und Diazepamverabreichung verursachte keine signfikanten Veränderungen der Herzfrequenz, die jedoch nach Medetomidin- und Detomidinverabreichung signifikant abnahm (P < 0,001). Die mittlere Atemfrequenz nahm 20 und 30 Minuten nach Xylazin (P < 0,001) und Medetomidinverabreichung (P < 0,005) dramatisch ab, ebenso zu allen gemessenen Zeitpunkten nach der Verabreichung von Detomidin (P < 0,001), zeigte jedoch keine signifikanten Veränderungen nach Diazepaminjektion. Die Kloakentemperatur zeigte in allen Gruppen nach 10, 20 und 30 Minuten eine abnehmende Tendenz im Vergleich zu den Basiswerten. Narkosewirkung begann innerhalb von 2,1 ± 0,2 Minuten für Detomidin, 2,6 ± 0,4 Minuten für Diazepam, 3,1 ± 0,4 Minuten für Xylazin und 4,8 ± 0,8 Minuten für Medetomidinverabreichung. Die Erholungszeit war äußerst variabel zwischen den Narkosemitteln: 205 ± 22,2 Minuten für Xylazin, 95 ± 12,2 Minuten für Medetomidin, 260 ± 17,6 Minuten für Detomidin und 149 ± 8,3 Minuten für Diazepam. Xylazin, Medetomidin, Detomidin und Diazepam erzeugten eine Sedierung, die für ausgewählte klinische Untersuchungen wie allgemeine und röntgenologische Untersuchungen der Steinhühner ausreichend war. Von den vier Narkosemitteln erzeugte Xylazin die stärkere und wirksamere Narkose im Vergleich zu den anderen Mitteln, die nur kleinere Eingriffe erlaubten. Die Überwachung der Herz- und Atemfrequenz sowie der Kloakentemperatur könnte je nach verwendetem Narkosemittel notwendig sein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 141-144, 2006.

 

Titel: Identifizierung von Giardia- und Cryptosporidium-Arten und –Genotypen bei Kojoten (Canis latrans) 

Autoren: James M. Trout, Ph.D., Mónica Santín, DVM, Ph.D. und Ronald Fayer, Ph.D. 

Environmental Microbial Safety Laboratory, Animal and Natural Resources Institute, Agricultural Research Service, U.S. Department of Agriculture, Building 173, BARC-East, 10300 Baltimore Avenue, Beltsville, Maryland, USA, 20705. Korrespondenz bitte an Dr.  Trout. 

Zusammenfassung: Kotproben und Duodenumabstriche wurden von 22 Kojoten (Canis latrans) gesammelt, die bei der organisierten Jagd im nordöstlichen Pennsylvania erschossen wurden. Polymerase Chain Reaction (PCR) wurde für die Feststellung von Giardia und Cryptosporidium spp. verwendet. PCR-amplifizierte Fragmente von SSU-rRNA-Genen von Giardia und Cryptosporidium spp. wurden der DNA-Sequenzanalyse für Art- oder Genotypbestimmung unterzogen. Sieben Kojoten (32 %) testeten positiv für G. duodenalis: drei für Gruppe C, drei für Gruppe D und einer für Gruppe B. Sechs Kojoten (27 %) testeten positiv für Cryptosporidium spp. Ein Isolat zeigte 99,7 % Homologie mit C. muris; fünf andere Isolate (23 %) zeigten Homologie mit C. canis, Kojotengenotyp. Diese Studie stellt den ersten Bericht über die Feststellung mehrerer Giardia-Genotypen und über die Prävalenz von Cryptosprodium spp.-Genotypen bei Kojoten dar. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 145-150, 2006.

 

Titel: Pharmakokinetik von Enrofloxacin nach einer intravenösen oder oralen Einzeldosis beim Goral (Nemorhaedus goral arnouxianus) 

Autoren: A. Rae Gandolf, D.V.M., Mark G. Papich, D.V.M., M.S., Amy B. Bringardner, M.S. und Mark W. Atkinson, B.V.Sc. 

Department of Wildlife and Conservation Medicine, the Wilds, 14000 International Road, Cumberland, Ohio 43727, USA (Gandolf, Atkinson); Department of Molecular Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Papich); College of Medicine and Public Health, The Ohio State University, Columbus, Ohio 43210, USA (Bringardner). Aktuelle Adressen (Gandolf): Pittsburgh Zoo & PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA; (Atkinson): Montana Department of Fish, Wildlife and Parks, 1400 South 19th, Bozeman, Montana 59718, USA. Korrespondenz bitte an Dr.  Gandolf. 

Zusammenfassung: Diese Studie beschreibt die Pharmakokinetik von Enrofloxacin nach oraler oder intravenöser Verabreichung beim Goral (Nemorhaedus goral arnouxianus). Das Ziel dieser Studie war es, die bisherigen antimikrobiellen Behandlungsmöglichkeiten beim Goral zu erweitern, indem die Plasmakonzentrationen und die Pharmakokinetik von Enrofloxacin bei dieser Tierart festgestellt wurden. Enrofloxacin wurde in zwei Einzeldosen bei vier Goralen als Crossover-Studie verabreicht. Die Einzeldosen wurden entweder i.v. als Injektionslösung (5 mg/kg) oder p.o. als Tabletten (136 mg Kautabletten) verabreicht, die in einem Brei mit Konzentratfutter aufgelöst (10 mg/kg) wurden. Plasmakonzentrationen von Enrofloxacin und dessen Stoffwechselprodukt Ciprofloxacin wurden mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit UV-Detektoren gemessen. Plasmaverteilungsvolumen für i.v. Enrofloxacin betrug 2,15 ± 1,01 l/kg mit einer mittleren Ausscheidungshalbwertszeit von 13,3 h und einer Gesamtkörperclearance von 0,19 ± 0,14 l/kg/h. Die Höchstplasmakonzentration für p.o. Enrofloxacin betrug 2,77 µg/ml mit einer mittleren Halbwertszeit von 5,2 h und einer systemischen Verfügbarkeit von 14,6%. Die Fläche unter der Plasmakonzentration-über-Zeit-Kurve für p.o. Enrofloxacin betrug 21,06 μg/h/ml. Das Verhältnis zwischen der Fläche unter der Plasmakonzentration-über-Zeit-Kurve und der minimalen Hemmkonzentration beträgt >100 für viele gram-positive sowie gram-negative bakterielle Erreger, die bei kleinen Widerkäuern häufig vorgefunden werden. Aufgrund dieser Ergebnisse sollte die klinische Anwendung gegen empfindliche Erreger von p.o. Enrofloxacin beim Goral untersucht werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 151-159, 2006.

 

Titel: Vergleich diagnostischer Methoden zur Feststellung von allgemeinen entzündlichen Prozessen  bei Florida-Manatis (Trichechus manatus latirostris) 

Autoren: Kendal Harr, D.V.M, Dipl. A.C.V.P., John Harvey, D.V.M, Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Robert Bonde, David Murphy, D.V.M., Mark Lowe, D.V.M., Maya Menchaca, D.V.M., Elsa Haubold, Ph.D. und Ruth Francis-Floyd, D.V.M., M.S., Dipl, A.C.Z.M. 

College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Harr, Harvey, Francis-Floyd); Sirenia Project, United States Geologic Survey, 412 Northeast 16th Avenue, Gainesville, Florida 32601, USA (Bonde); Lowry Park Zoo, 1101 West Sligh Avenue, Tampa, Florida 33604, USA (Murphy); Homosassa Springs Wildlife State Park, 4150 South Suncoast Boulevard, Homosassa, Florida, 34446 USA (Lowe); Miami Seaquarium, 4400 Rickenbacker Causeway, Miami, Florida 33149, USA (Menchaca); Florida Fish and Wildlife Conservation Commission, Florida Marine Research Institute, 100 Eighth Avenue Southeast, St. Petersburg, Florida 33701, USA (Haubold). Korrespondenz bitte an Dr.  Harr. 

Zusammenfassung: Florida-Manatis (Trichechus manatus latirostris) leiden unter entzündlichen und infektiösen Erkrankungen, die durch menschliche Einwirkung verursacht werden. Die Tiere werden von Booten angefahren, in Fischernetzen gefangen und leiden weiterhin an „Kältestress-Syndrom“ sowie Lungenentzündungen. Die wichtigsten Anzeiger von systemischen Entzündungen bei den meisten Tierarten, nämlich Leukozytenzahl und Fieber, sind für die Diagnose von Entzündungen bei Manatis nicht ausreichend empfindlich. Akute Phasenproteine, u.a. Haptoglobin und Serumamyloid A, dienen als empfindliche Messwerte von Entzündungen und Infektionen bei domestizierten Großtierarten. Diese Studie beurteilt diagnostische Verfahren von allgemeinen Entzündungsprozessen durch die Messung verschiedener Werte: Leukozytenzahl, das Albumin:Globulin-Verhältnis, Gelelektrophorese-Analyse, C-reaktives Protein, alpha1-Glykoprotein, Haptoglobin, Fibrinogen und Serumamyloid A. Proben wurden von 71 anscheinend gesunden und 27 erkrankten Manatis während einer diagnostischen Untersuchung genommen. Serumamyloid A, durch ELISA gemessen, und darauffolgend das Albumin:Globulin-Verhältnis, durch Plasma-Gelelektrophorese gemessen, waren für die Diagnose von entzündlichen Erkrankungen mit einer diagnostischen Sensitivität und Spezifizität von ca. 90% am empfindlichsten. Der Referenzbereich für Serumamyloid A beträgt <10-50 μg/ml mit einem Verdachtsbereich von 51-70 μg/ml. Der Referenzbereich für das Albumin:Globulin-Verhältnis durch Plasma-Gelelektrophorese gemessen beträgt 0,7-1,1. Das Albumin:Globulin-Verhältnis durch biochemische Methoden errechnet war nicht präzise, weil die Albuminmenge mit dem Bromkresolgrün-Farbtest zu hoch geschätzt wird. Das Albumin:Globulin-Verhältnis durch Serum-Gelelektrophorese zeigte wegen des Fehlens von Fibrinogen nur eine Sensitivität von 15%. Haptoglobin, durch Hämoglobintitration gemessen,  zeigte einen Referenzbereich von 0,4-2,4 mg/ml, eine diagnostische Sensitivität von 60% und eine diagnostische Spezifität von 93%. Die Messung von Haptoglobin wurde signifikant durch Hämolyse beeinflusst. Fibrinogen durch Hitze-Präzipitation gemessen zeigte einen Referenzbereich von 100-400 mg/dl, eine diagnostische Sensitivität von 40% und eine diagnostische Spezifität von 95%. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 160-164, 2006.

 

Titel: Narkose von Afrikanischen Wildhunden (Lycaon pictus) in menschlicher Obhut mit einer Medetomidin-Ketamin-Atropin-Kombination 

Autoren: David G. Ward, B.V.M.S, B.Sc.Agr., M.Sc.V.S, David Blyde, B.V.Sc., M.B.A., Dip. Wildl. Mgt., John Lemon, M. Wildl. Mgt. und Steve Johnston, B.Sc.(Hons)., Ph.D 

Western Plains Zoo, P.O. Box 831, Obley Road, Dubbo, New South Wales 2830, Australien (Ward, Blyde, Lemon); School of Animal Studies, The University of Queensland, Gatton, Queensland 4343, Australien (Johnston); Aktuelle Adressen (Ward): VetMed, 148 Sailors Bay Road, Northbridge, New South Wales 2063, Australien; (Blyde): Sea World, Southport, Queensland 4215, Australien; (Lemon): Perth Zoo, South Perth, Western Australia 6151, Australien. Korrespondenz bitte an Dr. Ward. 

Zusammenfassung: Sieben männliche Afrikanische Wildhunde (Lycaon pictus) in menschlicher Obhut mit einem Körpergewicht von 25-32 kg wurden mit einer i.m.-Handinjektion mit einer Kombination aus 1,2 mg/kg Ketamin, 40 μg/kg Medetomidin und 0,05 mg/kg Atropin narkotisiert. Nachdem die Tiere intubiert wurden, wurde ein Bain-geschlossenes System mit 1,5% Isofluran und 2 l/Min. Sauerstoff angeschlossen. Atipamezol (0,1 mg/kg i.v.; 0,1 mg/kg i.m.) wurde am Ende der Narkose verabreicht (60 Min. nach der Medetomid-Ketamin-Atropin-Injektion). Die Zeit, bis das Tier in Brustlage war, betrug 5-8 Min. Die Zeit nach der Atipamezol-Verabreichung, bis das Tier stand, betrug 8-20 Min. Dieses Narkoseprotokoll wurde dreimal zu verschiedenen Zeitpunkten (September 2000, Februar 2002 und Oktober 2002) bei jedem männlichen Tier zur Durchführung der Elektroejakulation angewendet. Jede Narkose dauerte < 80 Min. vom Zeitpunkt der Injektion bis das Tier stehen konnte. Die Tiere zeigten ausgezeichnete Muskelentspannung während der Narkose. Arterielle Blutproben wurden in 10-Minuten Abständen bei einer der Narkosen (September 2000) für Blutgasbestimmung gesammelt. Blutproben wurden bei jeder Narkose genommen, und Blutbild sowie biochemische Untersuchung wurden durchgeführt; alle Werte waren innerhalb der physiologischen Grenzen für diese Tierart. Arterielle Hämoglobin-Sauerstoffsättigung (SpO2) und Herzfrequenz (HR), sowie Atemfrequenz (RR), kapilläre Füllungszeit, Blinkreflex, Pupillenstellung und Schmerzreaktion, wurden fortlaufend bestimmt. Alle Tiere zeigten relativ stabile SpO2-Werte während der Überwachungszeit mit einem Mittelwert (± SD) von 92 % ± 5,4 %. Die anderen gemessenen Werte für HR, RR, Körpertemperatur und Blutdruck waren innerhalb der physiologischen Grenzwerte. Nach jeder Narkose wurde normales Verhalten bei allen Tieren beobachtet. Die Tiere wurden nach der Narkose wieder mit dem Rudel vereint. Eine Medetomidin-Ketamin-Atropin-Kombination mit Isofluran-Gasnarkose in Sauerstoff liefert eine preiswerte, sichere Narkose bei Afrikanischen Wildhunden in menschlicher Obhut. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 165-173, 2006.

 

Titel: Pharmakokinetik von Florfenicol nach einer intramuskulären Einzeldosis  beim Weißgepunkteten Bambushai (Chiloscyllium plagiosum) 

Autoren: Dawn M. Zimmerman, D.V.M., M.S., Douglas L. Armstrong, D.V.M., Thomas G. Curro, D.V.M., M.S., Sarah M. Dankoff, Kathleen W. Vires, B.S., Kimberly K. Cook, B.S., Nathan D. Jaros, B.S. und Mark G. Papich, D.V.M., M.S. 

Henry Doorly Zoo, 3701 South 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA (Zimmerman, Armstrong, Curro, Dankoff, Vires, Cook, Jaros); Department of Molecular Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Papich). Aktuelle Adresse (Zimmerman): Memphis Zoo, 2000 Prentiss Place, Memphis, Tennessee 38112, USA. Korrespondenz bitte an Dr.  Zimmerman. 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht die Pharmakokinetik von Florfenicol beim Weißgepunkteten Bambushai (Chiloscyllium plagiosum). Zusätzlich wurde die potentielle Anwendung zur Behandlung der bakteriellen Meningitis untersucht. Eine Vorstudie verglich die folgenden Dosen: 30, 40 und 50 mg/kg. Nach dieser Voruntersuchung wurde eine intramuskuläre Einzeldosis von 40 mg/kg verabreicht. Plasma und Rückenmarksflüssigkeit wurden gesammelt, und Florfenicolkonzentrationen wurden durch die sensitive und spezifische Hochdruckflüssigkeitschromatographie-Methode gemessen. Pharmakokinetische Analyse wurde mit einem Nicht-Kompartiment- und einem Kompartiment-Model durchgeführt. Die Resorption zeigte einen durchschnittlichen Höchstwert 54 (± 19) h nach der i.m.-Verabreichung, und die Halbwertszeit war lang mit einem Mittelwert von 269,79 h (± 135,87). Florfenicol-Plasmakonzentrationen  erreichten mit einem Mittelwert von 11,85 μg/ml (± 1,45) ihren Höchstwert und blieben mindestens 120 h lang oberhalb der erzielten minimalen Hemmkonzentration von 4-8 μg/ml. Konzentrationen in der Rückenmarksflüssigkeit erreichten bei ca. 9 μg/ml nach 48 h ihren Höchstwert und übertrafen damit die erzielte minimale Hemmstoffkonzentration mindestens 72 h lang.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 174-181, 2006.

 

Titel: Proliferative Dermatitis bei einem Großen Tümmler (Tursiops truncatus) einhergehend mit einem neuen Alphaherpesvirus  

Autoren: Charles A. Manire, D.V.M., Kara A. Smolarek, B.A., Carlos H. Romero, D.V.M., Ph.D., Michael J. Kinsel, D.V.M., Tonya M. Clauss, D.V.M., M.S. und Lynne Byrd, B.A., C.V.T. 

Dolphin and Whale Hospital, Mote Marine Laboratory and Aquarium, 1600 Ken Thompson Parkway, Sarasota, Florida 34236, USA (Manire, Clauss, Byrd); Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Smolarek, Romero); University of Illinois, Zoological Pathology Program, LUMC, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Kinsel). Korrespondenz bitte an Dr.  Manire. 

Zusammenfassung: Herpesviren und Herpes-ähnliche Viren wurden bis jetzt nur bei einer kleinen Anzahl von Walarten beschrieben. Die klinischen Symptome zeigen sich entweder als eine lebensbedrohliche, disseminierte Infektion oder als eine nicht lebensbedrohliche Dermatitis. Ein gestrandeter, nicht ausgewachsener Großer Tümmler (Tursiops truncatus) wurde in das Dolphin and Whale Hospital zur Behandlung aufgenommen. Bei der ersten klinischen Untersuchung zeigte die rostrale Haut multifokale Hyperplasie, und die Haut der dorsalen Körperstellen zeigte viele kleine Papeln. Bei der histologischen Untersuchung war Hyperplasie des Epithels vorhanden, und Epithelzellanhäufungen enthielten 5-15 μm intranukleäre Einschlußkörperchen. Transmissionselektronenmikroskopie zeigte zahlreiche 170-190 nm Virione mit Proteinhülle sowohl im intrazellulären Raum als auch im Zytoplasma der Epithelzellen. Zahlreiche Nukleokapside wurden in den Epithelzellkernen festgestellt. Consensus-Primer-Polymerase Chain Reaction wies das Vorhandensein eines neuen Herpesvirus in Verbindung mit den Hautveränderungen nach. Phylogenetische Untersuchung der abgeleiteten Aminosäurensequenzen des Herpesvirus-DNA-Polymerase-Genfragments zeigte, daß das Virus mit den Alphaherpesvirus-Sequenzen von Menschen und domstizierten Tieren verwandt ist. Obwohl deutlich verschieden, war das Virus mit den beschriebenen Alphaherpesviren von Delphinen am nächsten verwandt. Dieser Bericht ist die erste Beschreibung einer Herpesvirus-Dermatitis bei einem Großen Tümmler. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 182-185, 2006.

 

Titel: Leptospirose bei Schwarzohrbüschelaffen (Callithrix kuhlii) 

Autoren: Eric J. Baitchman, D.V.M., Paul P. Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Stephanie B. James, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Michael J. Linn, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Bonnie L. Raphael, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

Department of Clinical Care (Baitchman, Calle, James, Raphael) and Pathology (Linn), Wildlife Conservation Society, Bronx, New York 10460, USA. Aktuelle Adressen  (Baitchman): Zoo New England, Boston, Massachusetts 02121, USA; (Linn): Hoffmann LaRoche Inc., Nutley, New Jersey 07110, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Baitchman. 

Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene Schwarzohrbüschelaffen (Callithrix kuhlii) wurden mit Gelbsucht, Anämie und Gewichtsverlust vorgestellt.  Die Todesursache von einem der Äffchen war tubuläre Nekrose der Niere; die Leber und Niere zeigten positive Ergebnisse bei der immunohistochemischen Untersuchung (IHC) auf Leptospira-Antigen. Ein zweites Tier zeigte negative Ergebnisse bei der IHC-Untersuchung auf Antigen, obwohl die serologische Untersuchung von zwei verschiedenen Proben eine achtfache Zunahme des Titers für Leptospira borgpetersenii Serovar ballum ergab. Das Tier wurde eingeschläfert, weil es nicht auf die Behandlung ansprach. Kontaminierung der Umgebung mit Mäusen war die vermutete Quelle des Erregers. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 186-189, 2006.

 

Titel: Pythiose der Bauchhöhle beim Bengaltiger (Panthera tigris tigris) 

Autoren: Claus Buergelt, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Joshua Powe, B.V.Sc. und Tamara White, D.V.M. 

Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Buergelt. 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener Bengaltiger (Panthera tigris tigris) in einem Außengehege in Florida zeigte Erbrechen, Durchfall und Gewichtsabnahme. Die Ursache der klinischen Symptome konnte bei einer vollständigen Untersuchung nicht festgestellt werden, und das Tier sprach nicht auf Antibiotika an. Röntgenaufnahmen zeigten ein Gewächs in der Bauchhöhle. Der Tiger starb während der Narkose bei einer späteren Untersuchung. Eine Sektion wurde unternommen, und Gewebsproben vom Darm und den Lnn. mesenterici wurden für die histopathologischen Untersuchung gesammelt. Das Vorfinden einer pyogranulomatöse Panenteritis sowie Lymphadenitis mit Hyphen in den veränderten Geweben führte zu einer vermutlichen ätiologischen Diagnose einer intestinalen/abdominalen Pythiose. Die Diagnose von Pythiose wurde mit Serologie und Immunoblot bestätigt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 190-192, 2006.

 

Titel: Tracheitis im Zusammenhang mit Bordetella bronchiseptica bei einem Eisbären (Ursus maritimus) 

Autoren: Claude Lacasse, D.V.M. und Kathryn C. Gamble, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M. 

Veterinary Department, Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lacasse. 

Zusammenfassung: Tracheitis im Zusammenhang mit Bordetella bronchiseptica, das aus dem dickflüssigen, mukopurulenten, endotrachealen Exudat isoliert wurde, wurde bei einem männlichen Eisbären (Ursus maritimus) festgestellt. Das Tier sprach auf eine orale Behandlung mit Amoxicillin/Clavulanat an, und die klinischen Symptome von Inappetenz, Depression, Dysphagie und Husten verschwanden. Eine Woche nachdem dieser Fall beobachtet wurde, zeigte der weibliche Eisbär ähnliche Symptome. Das Vorkommen dieser Fälle deutet darauf hin, daß die Erkrankung übertragbar war oder daß die Tiere der gleichen Infektionsquelle ausgesetzt waren. Die Infektionsquelle bleibt unbekannt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 193-196, 2006.

 

Titel: Papillomavirus-assoziiertes Plattenepithelkarzinom bei einem Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) 

Autoren: Christy A. McKnight, D.V.M., Annabel G. Wise, D.V.M., Ph.D., Roger K. Maes, D.V.M., Ph.D., Christopher Howe, D.V.M., Annabel Rector, M.S., Ph.D., Marc Van Ranst, M.D., Ph.D. und Matti Kiupel, D.V.M., M. S., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. 

Diagnostic Centers for Population and Animal Health (McKnight, Kiupel) und Population and Animal Health (Wise, Maes), Michigan State University, 4125 Beaumont Road, Lansing, Michigan, USA 48910; Department of Microbiology and Molecular Genetics, 2215 Biomedical Physical Sciences, Michigan State University, East Lansing, Michigan 48824, USA (Maes); Crossroads Animal Hospital, 3232 N. Dettman Road, Jackson, Michigan 49201, USA (Howe); Laboratorium Klinische en Epidemiologische Virologie, Departement Microbiologie en Immunologie, Rega Instituut, Katholieke Unviversiteit Leuven, Minderbroederstraat 10 B-3000 Leuven, Belgien (Rector, Van Ranst). Korrespondenz bitte an Dr. Kiupel. 

Zusammenfassung: Eine kleine, erhobene, pigmentierte Geschwulst wurde von der linken lateralen Lidspalte eines 5 Jahre alten, weiblichen Nilflughundes (Rousettus aegyptiacus) entfernt. Sechs zusätzliche, verschieden große, erhobene, glatte bis blumenkohlartige Hautgeschwulste wurden diffus verteilt auf der linken Flugmembran beobachtet. Vier der Tumore wurden entfernt und mikroskopisch als Plattenpithelkarzinome und Papillome diagnostiziert. Zusätzliche Tumore wurden 6 Monate und 1 Jahr später entfernt und zeigten Knocheninvasion und Differenzierung zum Plattenepithelgewebe. Immunohistochemische Untersuchung stellte positive intranukleäre Färbung für Antikörper gegen das Papillomavirus des Rindes in allen untersuchten Proben. Polymerase Chain Raction mit DNA-Extrakten aus Formalin-fixiertem und in Paraffin eingebettetem Tumorgewebe zeigte Amplifizierung des 450-Basenpaar-Segmentes, das analog zur L1-Region der menschlichen Papillomavirustypen 96 und 5 ist. Basic Local Alignment Search Tool-Analyse des sequenzierten Amplikons deutet auf ein neues Papillomavirus bei Fledermäusen. Dieser Bericht stellt unseres Wissens die erste Beschreibung von einem Papillomavirus-assoziierten Karzinom bei einer Fledermaus dar. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 197-201, 2006.

 

Titel: Nicht-bakterielle thrombotische Endokarditis bei einem Frettchen (Mustela putorius furo) 

Autoren: Jack J. Kottwitz, D.V.M., Virginia Luis-Fuentes, M.R.C.V.S., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M. (cardiology) und Bindu Micheal, D.V.M, M.Sc., M.S. 

Department of Veterinary Clinical Sciences, The Ohio State University, College of Veterinary Medicine, 601 Vernon L. Tharpe Street, Columbus, Ohio 43210, USA. Aktuelle Adresse (Kottwitz): Underwood Animal Hospital, 1176 Hebron Road, Heath, Ohio 43056, USA; (Luis-Fuentes): Department of Veterinary Clinical Sciences, Royal Veterinary College, Hawkshead Lane, North Mymms, Hatfield,  
Großbritannien, AL9 7TA. Korrespondenz bitte an Dr. Kottwitz.
 

Zusammenfassung: Ein 4 Jahre altes, männliches Frettchen (Mustela putorius furo) zeigte 3 Tage lang Ataxie und Schwäche der Hintergliedmaßen. Cellulitis im Zusammenhang mit einer tiefen Bisswunde wurde vorgefunden und mit Antibiotika und Antiphlogistika behandelt. Zwei Wochen später zeigte das Tier ein IV/VI Herzgeräusch bei der klinischen Untersuchung. Echokardiographie zeigte unregelmäßige Verdickung der Aorta-Taschenklappen ohne Abweichungen der Herzkammermessungen oder systolischen Funktionswerte. Der klinische Zustand des Frettchens verschlechterte sich, und es wurde eingeschläfert. Bei der Sektion wurde myxomatöse Degeneration der Taschenklappen der Aortenklappe mit Ulzerierung und vegetativen Veränderungen sowie Infarkten in mehreren Organen festgestellt. Die Veränderungen stimmen mit einer nicht-bakteriellen thrombotischen Endokarditis überein, die bislang nicht beim Frettchen beschrieben ist. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 202-205, 2006.

 

Titel: Narkose mit Verwendung einer Schlinge für die transvaginale Laparoskopie beim Südlichen Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis minor) 

Autoren: Timothy J. Portas, B.V.Sc., M.A.C.V.Sc., Robert Hermes, Dr. Med. Vet., Benn R. Bryant, B.V.Sc., M.V.S., Frank Göritz, Dr. Med. Vet., Andrew R. Thorne, B.R.Sc., M.Sc. und Thomas B. Hildebrandt, Dr. Med. Vet. 

Western Plains Zoo, Obley Road, Dubbo, New South Wales 2830, Australien (Portas, Bryant, Thorne); Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin, Deutschland (Hermes, Göritz, Hildebrandt). Korrespondenz bitte an Dr. Portas. 

Zusammenfassung: Transvaginale Laparoskopie, die der Beurteilung von Eierstockveränderungen und der Gewinnung von Oozyten dient, wurde bei einem weiblichen Südlichen Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis minor) mit Hilfe einer Schlinge zu zwei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt. Nach Einleitung der Narkose mit einer opioid-basierten Kombination wurde das Nashorn intubiert, und die Narkose wurde mit Isofluran in Sauerstoff aufrechterhalten. Die Verwendung einer Schlinge sowie Volumen-regulierte Inhalationsnarkose ermöglichte die Beibehaltung der korrekten anatomischen Lage, ausreichende Analgesie sowie Insufflation der Bauchhöhle für die Laparoskopie während der beiden Eingriffe. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(2): 206-208, 2006.

 

Titel: In vitro-Empfindlichkeit von Mycoplasma iguanae sp. nov., das von Wirbelveränderungen bei Grünen Leguanen (Iguana iguana) isoliert wurde 

Autoren: Megan E. Westfall, B.S., D.V.M., Dina L. Demcovitz, B.S., Daisy R. Plourdé, A.A., David S. Rotstein, M.S., D.V.M. und Daniel R. Brown, M.S., Ph.D. 

Department of Pathobiology, University of Florida, Gainesville, Florida 32611-0880, USA (Westfall, Demcovitz, Plourde′, Brown); Department of Pathobiology, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Rotstein). Korrespondenz bitte an Dr. Brown. 

Zusammenfassung: Mycoplasma iguanae sp. nov. wurde aus Wirbelabszessen von zwei verwilderten Leguanen (Iguana iguana) in Florida isoliert. Drei Stämme wurden auf antibiotische Empfindlichkeit geprüft. Die minimalen Hemmkonzentrationen für M. iguanae wurden durch Brühe-Verdünnungsmethoden bestimmt; die Werte für Clindamycin, Doxycyclin, Enrofloxacin, Oxytetracyclin und Tylosin (alle < 1 μg/ml) waren niedriger als die für Chloramphenicol (32 μg/ml) und Erythromycin (64 μg/ml). Das Profil war identisch mit dem von Mycoplasma alligatoris, das von Mississippi-Alligatoren (Alligator mississippiensis) isoliert wurde. M. iguanae Stamm 2327T wurde ohne Antibiotika-Zusatz subkultiviert, um die mykoplasmazide Aktivität zu bestimmen. Clindamycin, Doxycyclin, Oxytetracyclin und Tylosin zeigten bei 0,1 – 0,5 μg/ml bakterizide Wirkung und Enrofloxacin bei 20 ng/ml. Enrofloxacin mit einer Dosis von 5 - 10 mg/kg erreichte Höchstplasmakonzentrationen von > 1 μg/ml mit einer Ausscheidungshalbwertszeit von 6 – 20 h bei Alligatoren. Obwohl Konzentrationen in den Wirbeln nach i.m.- oder i.v.-Verabreichung wahrscheinlich niedriger als die im Plasma sind, deuten diese Ergebnisse darauf hin, daß Enrofloxacin für die Behandlung von M. iguanae-Infektionen bei Leguanen nützlich sein könnte.

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