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ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 37(3) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 219-233, 2006.

Titel: Der Einfluss von Affen-Retroviren auf die Haltung von Primatenpopulationen in menschlicher Obhut sowie auf die Sicherheit am Arbeitsplatz 

Autoren: Hayley Weston Murphy, D.V.M., Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Jan Ramer, D.V.M., Dominic Travis, D.V.M., M.S., Robyn Barbiers, D.V.M., Nathan D. Wolfe, D.Sc. und William M. Switzer, M.P.H. 

Zoo New England, 1 Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA (Murphy); Department of Veterinary Services, Disney's Animal Programs, P.O. Box 10000, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA (Miller); Davee Center for Veterinary Epidemiology (Travis) and Collections Department (Barbiers), Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA; Indianapolis Zoo, 1200 West Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA (Ramer); Department of Epidemiology, Bloomberg School of Public Health, Johns Hopkins University, 615 North Wolfe Street, #E7132, Baltimore, Maryland 21205, USA (Wolfe); Laboratory Branch, Division of HIV/ AIDS Prevention, Centers for Disease Control and Prevention, 1600 Clifton Road, MS G19, Atlanta, Georgia 30333, USA (Switzer). Korrespondenz bitte an Dr. Murphy. 

Zusammenfassung: Nichtmenschliche Affen können natürlicherweise mit einer Vielzahl von Viren mit zoonotischem Potential infiziert sein, u.a. Retroviren. Diese Viren der Affen stellen Risiken für sowohl den nichtmenschlichen Affen in menschlicher Obhut, als auch für Menschen dar, die Kontakt mit Affen haben. Affen-Retroviren, u.a. Simian Immunodeficiency Virus, Typ D-Retrovirus der Affen, T-Lymphotropisches Virus der Affen und Leukämie-Virus des Gibbons, können klinische Symptome bei nichtmenschlichen Affen hervorrufen. Im Gegensatz dazu wurde das Foamy-Virus der Affen, ein Retrovirus, das eine sehr hohe Prävalenz bei den meisten nichtmenschlichen Affen zeigt, bis jetzt nicht mit klinischen Krankheitserscheinungen in natürlich infizierten Primaten in Zusammenhang gebracht. Obwohl nachgewiesen wurde, daß das menschliche T-lymphotropische Virus und das Human Immunodeficiency Virus durch mehrere unabhängige Einschleppungen der Affen-Retroviren in menschliche Populationen eingebracht wurden und sich anschließend weltweit verbreiteten, ist sehr wenig über die Häufigkeit solcher zoonotischer Ereignisse bekannt. In diesem Artikel werden die exogenen Affen-Retroviren diskutiert, welche als Risikofaktor für Zoo- und Wildtierärzte, Affenpfleger, andere Personen in direktem Kontakt mit nichtmenschlichen Affen sowie andere nichtmenschliche Affen angesehen werden. Die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Einzeltiere sowie auf gut geführte Zoo- und Forschungspopulationen werden diskutiert. Die Übertragung von solchen Infektionskrankheiten zwischen Tierarten und das zoonotische Potential der Affen-Retroviren werden beschrieben, sowie Empfehlungen für die sichere Arbeit mit nichtmenschlichen Affen werden gegeben. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 234-244, 2006.

Titel: Glukokortikoide und ihre Stoffwechselprodukte im Kot als Stress-Indikatoren bei verschiedenen Säugetierarten: Ein Literatur-Review 

Autoren: Jessica M. Keay, B.S., Jatinder Singh, Ph.D., Matthew C. Gaunt, B.S. und Taranjit Kaur, V.M.D., M.P.H., Dipl. A.C.L.A.M. 

Department of Biomedical Sciences and Pathobiology, Virginia–Maryland Regional College of Veterinary Medicine, Virginia Tech, 0442 Duck Pond Drive, Blacksburg, Virginia 24061, USA (Keay, Gaunt, Singh, and Kaur). Korrespondenz bitte an Dr. Kaur. 

Zusammenfassung: In der Wildtiermedizin untersuchen Forscher und Biologen die dynamischen Zusammenhänge zwischen Tieren, Menschen und der Umwelt. Tierarten begegnen Stressfaktoren aus einer Vielzahl von Quellen. Mit der raschen Zunahme der Weltbevölkerung steigt der Bedarf an Nahrung, Brennstoffen und Unterkunft, sowie die Zerstörung des Lebensraumes und die Konkurrenz um die natürlichen Ressourcen. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Wildtierpopulationen sind zunehmend Krankheiten und anderen Gefahren ausgesetzt. Wissenschaftliche Daten werden benötigt, um die Auswirkungen der menschlichen Eingriffe auf die Wildtiere zu messen. Objektive biometrische Daten bieten ein Mittel, um den Stress, den die Menschen, die Umwelt und andere Tiere auf die Wildtiere ausüben, quantitativ zu messen. Die Stressreaktion von Tieren kommt durch den Glukokortikoid-Stoffwechsel zustande und wird durch die Hypothalamus-Adenohypophyse-Nebennierendrüse gesteuert. Die Messung der Glukokortikoide im Kot kann eine sehr nützliche biometrische Analyse darstellen, da die Sammlung der Proben nicht invasiv erfolgt. Es treten dadurch keine weiteren Variablen auf, die die Assay-Ergebnisse beeinflussen könnten. Deshalb verwenden heute viele Forscher Glukokortikoidwerte im Kot, um den Stress verschiedener Tierarten zu messen. Dieser Artikel fasst die Literatur über die Analyse von Glukokortikoiden und deren Stoffwechselprodukten im Kot zur Messung von Stress bei verschiedenen Säugetierarten zusammen. Die Unterschiede bei den verschiedenen Studien ist der Schwerpunkt dieses Artikels. Die Sammlung, Aufbewahrung, Versendung von Proben, sowie die Labormethoden von verschiedenen Forschern werden diskutiert. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 245-248, 2006.

Titel: Vergleich biochemischer Blutparameter im Serum oder Plasma beim Kalong (Pteropus vampyrus) 

Autoren: Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., D.A.C.Z.M., Michele M. Ruiz, D.V.M. und Kendal E. Harr, D.V.M., M.S., D.A.C.V.P. 

Departments of Small (Heard, Ruiz) and Large (Harr) Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610-0126, USA. Aktuelle Adresse (Ruiz): 200 West Rosemary Lane, Falls Church, Virginia 22046-3842, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Heard. 

Zusammenfassung: Die Wirkung des Gerinnungshemmers Heparin-Natrium und der Zeit bis zum Zentrifugieren der Probe auf 20 biochemische Parameter wurde im Blut vom Kalong (Pteropus vampyrus) untersucht. Plasma- und Serumproben wurde paarweise 1 oder 6 h nach der Blutentnahme zentrifugiert. Die Zeit bis zum Zentrifugieren und die Verwendung von Heparin hatten keine signifikante Wirkung auf die folgenden Blutwerte: Albumin, Cholesterin, Triglyzeride, Amylase, Harnstoff, Kreatinin, Alaninaminotransferase, Aspartataminotransferase, Alkalische Phosphatase, Calcium, Natrium und Gesamtkohlenstoffdioxid. Plasma zeigte höhere Globulin- und niedrigere Kaliumwerte. Glukose- und Chloridwerte nahmen signifikant mit der Zeit ab, wobei Phosphorwerte mit der Zeit zunahmen. Kreatinkinase-Aktivität im Serum 6 h nach der Blutentnahme war signifikant höher als in allen anderen Proben. Die Natriumwerte wurden nicht signifikant durch die Verwendung des Gerinnungshemmers Heparin-Natrium beeinflusst. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 249-254, 2006.

Titel: Ausscheidung von Nematodeneiern des Magen-Darm-Traktes im Kot von Gazellen (Gazella dama mhorr, Gazella cuvieri und Gazella dorcas neglecta) in menschlicher Obhut in einer halbtrockenen Region im Südosten Spaniens 

Autoren: Juana Ortiz, Ph.D., Rocío Ruiz de Ybáñez, Ph.D., Teresa Abaigar, Ph.D.,a Marina Goyena, Ph.D., Magdalena Garijo, Ph.D., Gerardo Espeso, D.V.M. und Mar Cano, Ph.D. 

Estación Experimental de Zonas Áridas (CSIC), General Segura 1, 04001 Almería, Spanien (Abaigar, Espeso, Cano); Departamento de Sanidad Animal, Facultad de Veterinaria, 30100 Murcia, Spanien (Ortiz, Ruiz de Ybáñez, Goyena, Garijo). Korrespondenz bitte an Dr. Ybáñez. 

Zusammenfassung: Kotproben von 62 afrikanischen Gazellen in menschlicher Obhut, darunter Mhorrgazellen (Gazella dama mhorr), Cuviergazellen (Gazella cuvieri) und Dorkasgazellen (Gazella dorcas neglecta), wurden im Laufe eines Jahres untersucht, um die Ausscheidung von Nematodeneiern zu quantifizieren und analysieren. Eier von Strongyloides sp. waren nur bei G. dama in der Regenzeit vorzufinden. Die Ausscheidung von Trichostrongyliden-Eiern zeigte eine starke saisonale Variation mit sehr niedrigen Mengen während der trockenen und warmen Jahreszeit. Dieses Merkmal ist wahrscheinlich durch die Hypobiose der häufigsten Art (Camelostrongylus mentulatus) zu erklären. Eier von Nematodirus sp., vorwiegend Nematodirus spathiger, wurden während des gesamten Jahres ausgeschieden. Saisonale Unterschiede wurden bei der Eierausscheidung von Trichuris sp. nicht beobachtet. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 255-261, 2006.

Titel: Untersuchung von Kotproben auf Progesteron bei Netzgiraffen (Giraffa camelopardalis reticulata) in menschlicher Obhut 

Autoren: Genevieve A. Dumonceaux, D.V.M., Joan E. Bauman, Ph.D. und Gerardo R. Camilo, Ph.D. 

Busch Gardens Tampa Bay, 3605 E. Bougainvillea Avenue, Tampa, Florida 33612, USA (Dumonceaux); Saint Louis Zoo, Research Department, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Bauman); Department of Biology, Saint Louis University, St. Louis, Missouri 63103, USA (Camilo). Korrespondenz bitte an Dr. Dumonceaux. 

Zusammenfassung: Frische Kotproben wurden von sieben ausgewachsenen, weiblichen Netzgiraffen (Giraffa camelopardalis reticulata) mehrere Wochen vor, während und einige Wochen nach der Trächtigkeit gesammelt. Progesteronwerte wurden mit Radioimmunoassay aus den Kotproben bestimmt. Die Progesteronwerte unterschieden sich vor und während der Trächtigkeit sowie während und nach der Trächtigkeit signifikant voneinander. Diese Ergebnisse zeigen, daß Progesteronwerte im Kot verwendet werden können, die Trächtigkeit bei Netzgiraffen zu diagnostizieren. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 262-275, 2006.

Titel: Sektionsmethoden zur Feststellung von durch Wasserfahrzeuge verursachte Mortalität beim Florida-Manati (Trichechus manatus latirostris) 

Autoren: Jessica D. Lightsey, B.Vet.Med., M.R.C.V.S., Sentiel A. Rommel, M.S., Ph.D., Alexander M. Costidis, B.S. und Thomas D. Pitchford, B.S. 

Florida Fish and Wildlife Conservation Commission, Fish and Wildlife Research Institute, Marine Mammal Pathobiology Laboratory, 3700 54th Avenue South, St. Petersburg, Florida 33711, USA (Lightsey, Rommel, Costidis, Pitchford); Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32608, USA (Lightsey). Korrespondenz bitte an Dr. Rommel. 

Zusammenfassung: Von 1993 bis 2003 sind 713 von 2940 (24%) im Gewässer von Florida tot aufgefunde und untersuchte Florida-Manatis (Trichechus manatus latirostris) an Verletzungen gestorben, die durch Wasserfahrzeuge verursacht wurden. Die Diagnose tödlicher Verletzungen durch Wasserfahrzeuge kann anhand der äußeren Wunde und inneren Befunde während der Sektion gestellt werden, die erkennbar und spezifisch sind. Diese Studie beschreibt die Methoden zur Feststellung von Wasserfahrzeug-verursachter Mortalität bei der Sektion und zeigt, daß diese Befunde zur Diagnose beitragen. Wasserfahrzeuge können sowohl scharfes als auch stumpfes Trauma bei Manatis verursachen; beide Traumaarten können zu tödlichen Verletzungen führen. Diese Verletzungen können unmittelbar durch die scharfen oder stumpfen Einwirkungen oder durch chronische Folgen beider Traumaarten verursacht werden. Wenn chronische Wunden zum Tode des Tieres führen, wird das ursprüngliche Ereignis als Todesursache betrachtet. Nachdem die Todesursache festgestellt wird, wird sie in eine unfangreiche Datenbank eingetragen, die von staatlichen und bundesstaatlichen Angestellten verwendet wird, um Strategien zum besseren Schutz der Manatis zu entwickeln. Häufige Folgen von Wasserfahrzeug-verursachtem Trauma sind: Hautverletzungen, Muskelrisse, Knochenfrakturen, Luxationen, Risse der inneren Organe, Hämothorax, Pneumothorax, Pyothorax, Hydrothorax, innere Blutungen, Ascites und Pyoperitoneum. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 276-280, 2006.

Titel: Die Verwendung von verschiedenen diagnostischen Tests zur Feststellung von Toxoplasmose in einer Kolonie von Braunen Wollaffen (Lagothrix lagotricha) 

Autoren: Zoltan S. Gyimesi, D.V.M., Michael R. Lappin, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M. und J. P. Dubey, M.V.Sc., Ph.D. 

Louisville Zoological Garden, 1100 Trevilian Way, Louisville, Kentucky 40213, USA (Gyimesi); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523, USA (Lappin); U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service, ANRI, Animal Parasitic Diseases Laboratory, BARC-East, Building 1001, 10300 Baltimore Avenue, Beltsville, Maryland 20705, USA (Dubey). Korrespondenz bitte an Dr. Gyimesi. 

Zusammenfassung: Toxoplasma gondii-Infektion ist eine häufige Ursache der Morbidität und Mortalität von Neuweltaffen. Klinische Abweichungen sind oft unspezifisch, wodurch eine sichere Diagnose vor dem Tod und die Einleitung einer angemessenen Behandlung erschwert werden. Toxoplasmose kann einen schnellen klinischen Verlauf bei Neuweltaffen zeigen, wodurch der Wert solcher diagnostischer Tests vor dem Tod weiter vermindert werden kann. Obwohl es eine Vielzahl T. gondii-Serum-Antikörpertests und Polymerase-Chain-Reaction (PCR)-Assays gibt, die nicht artspezifisch sind, wurden diese Tests noch nicht bei Neuweltaffen verglichen. Der Braune Wollaffe (Lagothrix lagotricha), eine Neuweltaffenart, ist für tödliche Toxoplasmose sehr anfällig. Eingefrorene Serumproben von 15 noch lebenden und gestorbenen Wollaffen, die im Loiusville Zoological Garden (Louisville, Kentucky) gehalten wurden, wurden auf Antikörper von T. gondii durch einen komerziellen Latex-Agglutinationstest, einen komerziellen indirekten Hämagglutinationstest und einen modifizierten Agglutinationtest untersucht. Zusätzlich wurden Serumproben auf T. gondii-DNA mit einem PCR-Assay untersucht. Beide Wollaffen, die an disseminierter Toxoplasmose gestorben sind, zeigten bei allen vier Tests positive Ergebnisse. Diese Ergebnisse zeigen, daß jeder dieser Tests bei der Diagnose von Toxoplasmose bei dieser Tierart behilflich sein kann. Wir vermuten außerdem, daß diese Tests bei anderen Neuweltaffen angewendet werden können. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 281-291, 2006.

Titel: Aerobe bakterielle Isolate von gestrandeten Seehunden (Phoca vitulina) im US-Bundesstaat Washington von 1992-2003  

Autoren: Serena K. Lockwood, B.S., Judith L. Chovan, B.A., M.L.A. und Joseph K. Gaydos, V.M.D., Ph.D. 

Wolf Hollow Wildlife Rehabilitation Center, 284 Boyce Road, P.O. Box 391, Friday Harbor, Washington 98250, USA (Lockwood, Chovan); University of California at Davis Wildlife Health Center—Orcas Island Office, 1016 Deer Harbor Road, Eastsound, Washington 98245, USA (Gaydos). Korrespondenz bitte an Dr. Lockwood. 

Zusammenfassung: Bakterielle Kulturen wurden über 12 Jahre von gestrandeten Seehunden (Phoca vitulina) im Saug- und Absatzalter genommen, die in den Regionen North Puget Sound und San Juan Islands im US-Bundesstaat Washington aufgefunden wurden. Die Proben wurden retrospektiv untersucht, um die häufigsten pathogenen Isolate zu bestimmen und ihre antimikrobielle Resistenzmerkmale zu beschreiben. Kulturen (n = 58) von Wunden, Nabel, Ohren, Bindehaut, Nase, oralen Veränderungen und Kot wurden untersucht. Aus diesen Proben wurden 134 pathogene Isolate aus 17 Gattungen nachgewiesen. Die Mehrzahl der Isolate waren gram-negativ (n = 87; 65 %); die untersuchten Isolate zeigten gegen Amikacin (n = 76; 99 %) und Gentamicin (n = 76; 97 %) die größte Empfindlichkeit, und gegen Ampicillin (n = 76; 26 %) die geringste. Die untersuchten gram-positiven Bakterien (n = 29) waren alle gegen Amoxicillin-Clavulanat empfindlich. Die am häufigsten isolierten Bakterien waren Escherichia coli (17 %), β-hämolytische Streptococcus spp. (15 %), Enterococcus spp. (11 %) und Pseudomonas aeruginosa (11 %); alle diese Bakterien zeigten Resistenzen gegen mehr als 50 % der geprüften Antibiotika. Die Vielfalt der isolierten Bakterien, der Wechsel zwischen vorherrschend gram-negativen oder gram-positiven Bakterien sowie die mehrfachen Antibiotika-Resistenzen deuten darauf hin, daß Kultur und Antibiotika-Empfindlichkeiten bei der Behandlung von gestrandeten Seehunden durchgeführt werden sollten, und daß die Auswahl des angewendeten Antibiotikums auf den Ergebnissen solcher Untersuchungen basieren sollten. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 292-300, 2006.

Titel: Cholesterinwerte von freilebenden Gorillas (Gorilla gorilla gorilla und Gorilla beringei) und Borneo-Orang-utans (Pongo pygmaeus) 

Autoren: Debra A. Schmidt, Ph.D., Mark R. Ellersieck, Ph.D., Michael R. Cranfield, D.V.M. und William B. Karesh, D.V.M. 

Lincoln Park Zoo, Chicago, Illinois 60614, USA (Schmidt); University of Missouri, Experiment Station Statistics, Columbia, Missouri 65211, USA (Ellersieck); Mountain Gorilla Veterinary Project, Maryland Zoo in Baltimore, Baltimore, Maryland 21217, USA, und Division of Comparative Medicine, School of Medicine, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland 21205, USA (Cranfield); Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, Bronx, New York 10460, USA (Karesh). Aktuelle Adresse: (Schmidt): Zoological Society of San Diego, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Schmidt. 

Zusammenfassung: Cholesterinwerte von Gorillas und Orang-Utans in menschlicher Obhut variieren stark innerhalb der Tierarten und betragen aus frühreren Veröffentlichungen durchschnittlich 244 mg/dl für Gorillas und 169 mg/dl für Orang-Utans. Das International Species Inventory System zeigt höhere Konzentrationen von 275 bzw. 199 mg/dl für Gorillas und Orang-Utans. Ob diese Werte typisch sind, ob sie durch die Haltung in menschlicher Obhut beeinflusst werden oder ob beides zutrifft, ist unbekannt. Um diese Frage zu beantworten, wurden Serumproben von freilebenden Berggorillas (Gorilla beringei), Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) und Borneo-Orang-utans (Pongo pygmaeus) auf Gesamtcholesterin, Triglyzeride, High-Density-Lipoprotein-Cholesterin und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin untersucht. Die Konzentrationen von Gesamtcholesterin, Triglyzeriden, High-Density-Lipoprotein-Cholesterin und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin bei Berggorillas unterschieden sich nicht signifikant von denen der freilebenden Westlichen Flachlandgorillas. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß Bergorillawerte als ein Modell für Westliche Flachlandgorillas dienen können. Konzentrationen von Gesamtcholesterin und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin bei Gorillas in menschlicher Obhut waren signifikant höher (P < 0,05) als die der freilebenden Gruppen. Triglyzeridkonzentrationen für Gorillas in menschlicher Obhut waren signifikant höher (P < 0,05) als die der männlichen Berg- und Westlichen Flachlandgorillas, aber nicht signifikant anders als die der weiblichen Berggorillas. Gesamtcholesterinkonzentrationen von Orang-Utans in menschlicher Obhut waren nur höher (P < 0,05) als die der weiblichen freilebenden Orang-Utans, wobei die Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin-konzentrationen von Orang-Utans in menschlicher Obhut signifikant höher (P < 0,05) als sowohl der männlichen als auch der weiblichen freilebenden Orang-Utans. Errechnete und gemessene Konzentrationen von Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin wurden bei allen freilebenden Tieren verglichen, und alle Gruppen unterschieden sich signifikant (P < 0,05) voneinander. Dieses Ergebnis zeigt, daß die Anwendung der Friedewald-Gleichung zur Berechnung des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins für nicht gefastete Menschenaffen nicht angemessen ist. Die höheren Cholesterin- und Low-Density-Lipoprotein-Cholesterinkonzentrationen von Menschenaffen in menschlicher Obhut könnten sie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anfällig machen und könnte der Ernährung, begrenzten Energie-Aufwand und genetischen Faktoren zugrunde liegen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 301-305, 2006.

Titel: Beurteilung eines vaginal implantierten Funksenders beim Rocky-Mountain-Wapiti (Cervus elaphus nelsoni) 

Autoren: Bruce K. Johnson, Ph.D., Terrance McCoy, D.V.M., Christopher O. Kochanny, M.S. und Rachel C. Cook, M.S. 

Oregon Department of Fish and Wildlife, 1401 Gekeler Lane, La Grande, Oregon 98750, USA (Johnson); Animal Health Center, 10302 Wallowa Lake Highway, Island City, Oregon 97850, USA (McCoy); Advanced Telemetry Systems, Inc., 470 First Avenue N., Isanti, Minnesota 55040, USA (Kochanny); National Council for Air and Stream Improvement, 1401 Gekeler Lane, La Grande, Oregon 97850, USA (Cook). Korrespondenz bitte an Dr. Johnson. 

Zusammenfassung: Die Auswirkungen eines vaginal implantierten Funksenders auf das Gewebe wurde nach 11 Wochen in 13 ausgewachsenen Rocky-Mountain-Wapitis (Cervus elaphus nelsoni) in menschlicher Obhut untersucht, und die Fortpflanzungsleistung bei 38 freilebenden Wapiti wurde ebenfalls nach Einpflanzung verfolgt. Vaginal implantierte Funksender sollen bei der Geburt ausgeschieden werden und werden zur Feststellung des Geburtsortes von wilden Huftieren verwendet. Potentielle Nebenwirkungen dieser Funksender auf das Gewebe der Scheidenwänder und auf die Fortpflanzungsfähigkeit wurde bislang nicht beurteilt. Vaginal implantierte Funksender bestehen aus einem Sender, der in inertem Akryl eingebettet ist und mit einer Antenne ausgestattet ist, die sich distal vom Sender erstreckt und proximal Flügel zur Festhaltung des Funksenders in der Vaginalhöhle besitzt. Mit einem Laparoskop wurden die Wapitis in menschlicher Obhut unter Narkose auf Nekrose oder meßbare Unterschiede der Gewebstrauma bei den Flügelbreiten von 80 mm und 150 mm über einen Zeitraum von 11 Wochen untersucht; Unterschiede wurden zwischen den beiden Flügelbreiten nicht festgestellt. Nach dieser Voruntersuchung wurden bei den Wapitis in menschlicher Obhut vaginal implantierte Funksender mit 80 mm Flügeln in 38 trächtige, freilebende Wapitis eingesetzt, und 31 Lebendgeburten wurden nachgewiesen. Das Schicksal von sieben Kälbern konnte nicht festgestellt werden, weil die Sender am Geburtsort nicht ausgeschieden wurden. Sechsundreißig der Wapiti-Weibchen wurden ein weiteres Mal im Herbst 2003 oder Frühling 2004 eingefangen, und 32 der Tiere waren trächtig. Diese Studie zeigt, daß die vaginal implantierte Funksender keine kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit von weiblichen Wapitis in menschlicher Obhut oder in freier Wildbahn haben.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 306-312, 2006.

Titel: Salmonella-Überwachung in einer Klapperschlangen-Sammlung (Crotalus spp.) 

Autoren: Lisa M. Grupka, B.S., Edward C. Ramsay, D.V.M. und David A. Bemis, Ph.D. 

Departments of Comparative Medicine (Grupka, Bemis) and Small Animal Clinical Sciences (Ramsay), College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996-4544, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bemis. 

Zusammenfassung: Salmonella enterica spp. arizonae (IIIa)56:z4,z23:- wurde in den letzten 15 Jahren wiederholt von einzelnen Crotalus willardi-Klapperschlangen in den Knoxville Zoological Gardens isoliert und mit fortschreitend schwerwiegender Osteomyelitis assoziiert. Der Serotyp wurde im April 2004 mit einem tödlichen Fall von Septikämie in einer anderen Crotalus-Art in dieser Sammlung verbunden. Obwohl die Verbindung zwischen IIIa 56:z4,z23:- und den Erkrankungen in dieser Gruppe von C. willardi bewiesen war, wurden weder weitere klinische Fälle noch Isolierung dieses Serotyps von außerhalb der C. willardi-Gruppe vorab dokumentiert, und das Vorkommen des Serotyps in der restlichen Crotalus-Sammlung war nicht bekannt. Insgesamt 41 Kotproben wurden von Einzeltieren (n = 36) oder Gruppen (n = 5) von Klapperschlangen aus neun Arten, die im Zoo gehalten wurden, genommen. Salmonella spp. wurden von jeder Probe isoliert, und 21 verschiedenen Serotypen waren vertreten. Die Serotypen stammten aus den S. enterica spp. I (24%), IIIa (9%) und IIIb (67%). Obwohl S. arizonae IIIa 56:z4,z23:- nicht in der Studie isoliert wurde, wurde der Serotyp aus zusätzlichen Kotproben von zwei C. willardi willardi isoliert. Obwohl die Häufigkeit der Isolierung dieses Serotyps aus dem Kot allgemein niedrig ist, scheint das Vorkommen in der Crotalus-Sammlung des Knoxville Zoological Gardens sich weitgehend auf die C. willardi zu beschränken. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 313-317, 2006.

Titel: Vorläufige Studie über eine neue reversible männliche Verhütungsmethode beim Waldhund (Speothos venaticus): Open-ended-Vasektomie und mikrochirurgische Vasovasostomie 

Autoren: Karen DeMatteo, Ph.D., Sherman Silber, M.D., Ingrid Porton, M.S., Kathy Lenahan, Randall Junge, D.V.M. und Cheryl Asa, Ph.D. 

Saint Louis Zoo, St. Louis, Missouri 63110, USA (DeMatteo, Porton, Junge, Asa); the Department of Biology, Saint Louis University, St. Louis, Missouri 63103, USA (DeMatteo); and the Infertility Center of St. Louis, St. Luke's Hospital, Chesterfield, Missouri 63107, USA (Silber, Lenahan). Current address (De Matteo): Department of Biology, University of Missouri–St. Louis, One University Blvd., St. Louis, Missouri 63121, USA. Korrespondenz bitte an Dr. DeMatteo. 

Zusammenfassung: Open-ended-Vasektomie wurde bei vier männlichen Waldhunden (Speothos venaticus) durchgeführt; bei drei der Tiere wurde die ursprüngliche Operation durch einen mikrochirurgischen Eingriff (Vasovasostomie) 10 bis 20 Monate nach der Vasektomie rückgängig gemacht. Der entscheidende Schritt für die leichte Rückgängigmachung ist das Offenlassen des distalen (testikulären) Endes, damit Flüssigkeit abfließen kann und sich ein Druck-ablassendes Granulom bildet. Das proximale (abdominale) Ende wird kauterisiert, um einen dichten Verschluss zu schaffen. Diese Methode verhindert einen Druckaufbau im Nebenhoden, wodurch die Fortpflanzungsfähigkeit des männlichen Tieres nicht gemindert wird. Der genaue Ablauf der chirurgischen Methoden für beide Operationen wird hier beschrieben. Eines der drei männlichen Tiere hat nach der Vasovasostomie seinen weiblichen Artgenossen erfolgreich befruchtet. Diese Studie zeigt, daß diese Methoden erfolreich bei Tieren eingesetzt werden können. Bei den beiden anderen Paaren war keines der vier Einzeltiere vor der Studie als fruchtbar nachgewiesen; deshalb kann man die Möglichkeit einer vorher existierenden Unfruchtbarkeit nicht ausschließen. Diese Methode könnte eine begrenzte Anwendung bei Fleischfressern haben, weil die Vasektomie nicht die potentiellen Nebenwirkungen beim Weibchen verhindert, die von anhaltendem, zyklischem, endogenem Progesteron verursacht werden. Diese reversible Sterilisationsmethode beim Männchen könnte bei anderen taxonomischen Gruppen (z.B. Affen, Huftiere, Beuteltiere und Nager), die häufig mehrere Männchen pro Gruppe haben, brauchbar sein, um die Bestimmung der Männchen zu ermöglichen, die paaren dürfen, ohne daß die zukünftige Fortpflanzungsfähigkeit sowie die sozialen Beziehungen der Tiere unterbunden werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 318-326, 2006.

Titel: Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Carfentanil und Naltrexon bei weiblichen Elenantilopen (Taurotragus oryx) 

Autoren: Alexander Cole, D.V.M., Adrian Mutlow, Vet.M.B., M.Sc., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., David E. Koch, M.S., Robert P. Hunter, M.S., Ph.D. und Betsy L. Dresser, Ph.D. 

Audubon Nature Institute Center for Research of Endangered Species, 14001 River Road, New Orleans, Louisiana 70131, USA (Cole, Dresser); Departments of Clinical Sciences (Mutlow, Carpenter) and Anatomy and Physiology (Koch, Hunter), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza). Aktuelle Adresse (Hunter): Elanco Animal Health, Eli Lilly and Company, 2001 West Main Street, Greenfield, Indiana 46140, USA.  Korrespondenz bitte an Dr. Cole. 

Zusammenfassung: Die pharmokokinetischen Parameter von Carfentanil und Naltrexon wurden bei der Elenantilope (Taurotragus oryx) durchgeführt. Sechs ausgewachsene weibliche Antilopen wurden mit Xylazine (0,23 ± 0,03 mg/kg i.m.) und Carfentanil (0,0169 ± 0,0005 mg/kg i.m.) für 45 Minuten unter Narkose gelegt, und routinemäßige Untersuchungen und Behandlungen wurden durchgeführt. Herz- und Atemfrequenzen sowie Körpertemperaturen wurden während der Narkoseperiode gemessen. Eine einmalige intramuskuläre Injektion von Naltrexon (1,66 ± 0,08 mg/kg i.m.) war für die Aufhebung der Narkose ausreichend. Serielle Blutproben wurden von der V. jugularis während der Narkose und in regelmäßigen Abständen bis 48 Stunden nach der Narkose in einem hydraulischen Zwangskäfig abgenommen. Die Messung von Carfentanil und Naltrexon im Plasma wurde mit Flüssigkeitschromatographie und Massenspektroskopie durchgeführt. Carfentanil wurde nach Verabreichung schnell resorbiert und zeigte eine Höchstplasmakonzentration (Cmax) von 13,8 Minuten. Naltrexon wurde schnell resorbiert und erreichte Cmax 23,4 ± 16,8 Minuten nach der Verabreichung. Alle Tiere konnten 2,7 ± 2,2 Minuten nach der Naltrexon-Verabreichung stehen. Carfentanil hatte eine Halbwertszeit von 7,7 h; Naltrexon hatte eine wesentlich kürzere Halbwertszeit von 3,7 h. Obwohl die Atemfrequenzen bei den Einzeltieren stark schwankten, blieben Herzfrequenzen und Körpertemperaturen während der Narkose stabil. Renarkotisation wurde nicht als schwerwiegende Komplikation festgestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 327-335, 2006.

Titel: Naturwissenschaft im Zeitalter von Terrorismus: Der Einfluss der Flughafensicherheitskontrolle auf die Lebensfähigkeit und DNA-Integrität von eingefrorenen Spermatozoen verschiedener Katzenarten 

Autoren: Kayleen T. Gloor, Doug Winget, Ph.D. und William F. Swanson, D.V.M., Ph.D. 

Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife, Cincinnati Zoo and Botanical Garden, 3400 Vine Street, Cincinnati, Ohio 45220-1399, USA. Aktuelle Adresse (Gloor): 1050 Red Leaf Court, Christiansburg, Virginia 24073, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Swanson. 

Zusammenfassung: Auf Grund wachsender Sicherheitsbedenken erfordert die Transportation Security Administration (TSA), daß jedes abgegebene Gepäckstück in Flughäfen der USA mit einem Röntgengerät untersucht wird, wodurch das Risiko der Beschädigung von biologischen Proben und anderem empfindlichem genetischem Material erhöht wird. Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen dieser neuen Flughafensicherheitsmaßnahmen auf die Lebensfähigkeit und DNA-Integrität von eingefrorenen Spermatozoen verschiedener Katzenarten zu bestimmen. Samen wurden von zwei Hauskatzen (Felis silvestris catus) und einer Fischkatze (Prionailurus viverrinus) gesammelt, in Straws eingefroren und in Flüssigstickstoffbehältern transportiert. Proben von jedem Männchen wurden einmal bzw. dreimal durch ein TSA-Röntgensystem geschickt. Die negative Kontrolle bestand aus Proben, die Röntgenstrahlen nicht ausgesetzt wurden. Die positive Kontrolle waren Proben, die dreimal durch das Röntgengerät geschickt wurden, und die zusätzlich hoch-intensiven, kurzanhaltenden Röntgenstrahlen ausgesetzt wurden. Dosimeter wurden in die leeren Flüssigstickstoffbehälter gelegt, um die Strahlung zu messen, der sie ausgesetzt waren. Nach der Bestrahlung wurden die Straws aufgetaut und die Spermatozoen auf Motilität (Anteil der motilen Spermatozoen und Grad der Vorwärtsbewegung), Akrosomenstatus und DNA-Integrität mit Hilfe der Einzelzell-Gelelektrophorese (d. h. Comet-Assay) untersucht. Dosimeter-Messungen zeigten, daß jede Untersuchung mit dem Flughafen-Röntgengerät ca. 16 mrem Bestrahlung erzeugt. Bei jeder Bestrahlungsmenge in dieser Studie war die Spermienmotilität nach dem Auftauen negativ beeinflusst (P < 0,05), obwohl der Anteil der Spermatozoen mit intakten Akrosomen sich zwischen den Gruppen nicht änderte (P > 0,05). Die Menge der doppelstrangigen DNA-Schäden war größer (P < 0,05) bei den Proben von beiden Katzenarten, die dreimal durch das Röntgengerät geschickt wurden, im Vergleich zu den Proben die einmal geröntgt wurden oder zu den negativen Kontrollen. Diese Ergebnisse zeigen, daß neue Flughafensicherheitsmaßnahmen strahlungsbedingte Schäden bei eingefrorenen Spermatozoen und anderen wertvollen biologischen Proben hervorrufen können, die mit Linienflügen transportiert werden. Andere Transportwege sollten für solche Proben, wenn möglich, gefunden werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 336-346, 2006.

Titel: Untersuchung auf das Vorkommen von Viren in Samenproben sowie die Beurteilung der Fortpflanzungsfähigkeit der aufgetauten Spermatozoen von Manulen (Otocolobus manul), die mit Herpesvirus der Katzen infiziert sind 

Autoren: William F. Swanson, D.V.M., Ph.D., David J. Maggs, B.V.Sc., Dipl. A.C.V.O., Heather E. Clarke, B.S., Annie E. Newell, D.V.M., Jennifer B. Bond, B.S., Helen L. Bateman, M.Sc. und Suzanne Kennedy-Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. 

Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife, Cincinnati Zoo & Botanical Garden, Cincinnati, Ohio 45220, USA (Swanson, Bond, Bateman); Department of Surgical and Radiological Sciences, School of Veterinary Medicine, University of California– Davis, Davis, California 95616, USA (Maggs, Clarke); Department of Population Health and Pathobiology, School of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Newell, Kennedy-Stoskopf). Korrespondenz bitte an Dr. Swanson. 

Zusammenfassung: Obwohl Herpesviren Samenproben von mehreren Säugetierarten kontaminieren können, gibt es keine Information über das Vorkommen des Herpesvirus Typ 1 der Katzen (FHV-1) in den Samen von infizierten Katzen. Die Ziele dieser Studie waren zweifach: das Vorkommen von FHV-1-DNA in der Samenflüssigkeit sowie in aufgetauten Spermatozoen von FHV-1-infizierten Manulen (Otocolobus manul) zu bestimmen, sowie die Funktionsfähigkeit der aufgetauten Spermatozoen in vitro festzustellen. Samenproben (n = 33 Ejakulate) wurden über drei Jahre mit Hilfe der Elektroejakulation von vier Manulen gesammelt, die mit FHV-1 chronisch infiziert waren. Die Samenproben wurden als Pellet auf Trockeneis eingefroren und in Flüssigstickstoff aufbewahrt. Nach dem Auftauen wurde die Motilität und der Akrosomenstatus des Samens in der in vitro-Kultur über einen gewissen Zeitraum bestimmt. Für die In Vitro-Fertilisation (IVF) wurden lebende Oozyten von Hauskatzen (Felis silvestris catus) mit aufgetauten Spermatozoen der Manulen befruchtet und auf Furchung des Embryos untersucht. Um die FHV-1 Polymerase Chain Reaction (PCR)-Analyse durchzuführen, wurde DNA aus Samenflüssigkeit, aufgetauten Spermatozoen, befruchteten Oozyten, heterologen IVF-Embryonen und Bindehautbiopsien gewonnen und auf das Vorkommen einer 322-Basenpaarregion des FHV-1-Thymidinkinasegens untersucht. Samenmotilität sowie der Anteil unversehrter Akrosomen waren unmittelbar nach dem Auftauen kleiner (P < 0,05) als bei den frisch entnommenen Proben, und die Werte nahmen bei der Kultur noch weiter ab (P < 0,05). Allerdings war es mit allen aufgetauten IVF-Proben möglich, die Hauskatzenoozyten zu befruchten (46,1 ±6,0 % Furchung insgesamt). FHV-1-DNA konnte bei keiner Probe aus dem Geschlechtstrakt mit PCR-Analyse nachgewiesen werden, obwohl FHV-1-DNA wiederholt in den Bindehautbiopsien festgestellt werden konnte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß Samenproben von Manulen, die mit FHV-1 infiziert sind, nicht zellgebundenes oder nicht-zellgebundenes Virus enthalten, und daß aufgetaute Spermatozoen ausreichende Funktion zur potentiellen genetischen Rettung dieser Tierart mit minimalem Risiko der FHV-1-Übertragung zeigen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 347-353, 2006.

Titel: Die Wirkung von Ketamin auf Carfentanil-Xylazin bei der Narkose von Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) 

Autoren: Timothy N. Storms, D.V.M., Juergen Schumacher, Dr. Med. Vet., Dipl. A.C.Z.M., David A. Osborn, M.S., Karl V. Miller, M.S., Ph.D. und Edward C. Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, The University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996-4544, USA (Storms, Schumacher, Ramsay); Warnell School of Forest Resources, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Miller, Osborn). Aktuelle Adresse (Storms): Dallas Zoo, 650 South R.L. Thornton Freeway, Dallas, Texas 75203, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Storms. 

Zusammenfassung: Mit einer Crossoverstudie wurde die Wirkung von einer Hinzugabe von Ketamin auf eine vorher bestimmte, optimale, mit der Hand injizierte Narkosedosis von Carfentanil-Xylazin bei 11 ausgewachsenen Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) beurteilt. Zwei i.m.-Ketamindosen wurden untersucht: 0,15 mg/kg (niedrige Ketamindosis) und 0,30 mg/kg (hohe Ketamindosis). Jeder Hirsch wurde zweimal in zweiwöchigem Abstand narkotisiert. Die Einleitung der Narkose wurde mit Videokamera aufgenommen und von Beobachtern bewertet. Die Beobachter haben qualitative Bewertungen durchgeführt und kannten weder die Narkosemittel noch die Dosen, die verwendet wurden. Signifikante (P < 0,05), dosisabhängige Abhnamen der Herzfrequenz, SaO2, des arteriellen pH-Wertes, sowie dosisabhängige Zunahme des PaCO2 wurden festgestellt. Die Einleitungszeit mit beiden Ketamindosen war kürzer (2,3 ± 0,9 Min. für die niedrige Ketamindosis und 2,3 ± 0,6 Min. für die hohe Ketamindosis) als die bei der Carfentanil-Xylazin-Narkose ohne Ketamin. Die durchschnittliche Qualitätsbeurteilung war „nicht wünschenswert“ für beide Ketamindosen, obwohl sie besser war als die bei der Carfentanil-Xylazin-Narkose. Hyperthermie (Körpertemperatur > 41˚ C) wurde bei 13 der 22 Narkosen festgestellt. Arterieller pH-Wert und PaCO2 stiegen signifikant von 10 bis 20 Min. nachdem das Tier zu Boden ging, aber Azidose (pH < 7,3) war zu allen Messzeiten während der Narkose bei sämtlichen Hirschen feststellbar. Es gab Ketamin-dosisabhängige Zunahmen der respiratorischen Komponenten der Azidose im Vergleich zu den Werten bei der Carfentanil-Xylazin-Narkose ohne Ketamin. Mögliche Hypoxämie war zu beiden Messzeiten bei beiden Dosen vorhanden, wobei Hyperkapnie (PaCO2 > 60 mm Hg) nur bei der hohen Ketamingruppe feststellbar war. Erholungszeiten nach der Verabreichung der Antagonisten Naltrexon und Yohimbin waren kurz (Mittelwert 2,9 ± 0,7 Min. für die niedrige Ketamindosis und 3,3 ± 0,8 Min. für die hohe Ketamingruppe), und Renarkotisierung wurde nicht festgestellt. Obwohl der Zusatz von Ketamin zu der Carfenanil-Xylazin-Kombination zu einer schnelleren und qualitativ besser eingestuften Einleitung führte, verursachte er ebenfalls ein erhöhtes Vorkommen von Hyperthermie, Azidose, Hypoxämie und Hyperkapnie. Die Gabe von Sauerstoff und sorgfältige Narkoseüberwachung der Körpertemperatur werden bei der Verwendung dieser Narkosekombination empfohlen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 354-360, 2006.

Titel: Chirurgische Methoden zur Tubensterilisation beim Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) 

Autoren: Robert A. MacLean, D.V.M., Nancy E. Mathews, Ph.D., Daniel M. Grove, D.V.M., Elizabeth S. Frank, M.A. und Joanne Paul-Murphy, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.  

University of Wisconsin–Madison, Department of Wildlife Ecology, 1630 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (MacLean); Gaylord Nelson Institute for Environmental Studies, University of Wisconsin–Madison, 70 Science Hall, 550 North Park Street, Madison, Wisconsin 53706, USA (Mathews, Grove); The Milwaukee County Zoo, 10001 West Bluemound Road, Milwaukee, Wisconsin 53226, USA (Frank); University of Wisconsin, School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (Paul-Murphy); Aktuelle Adresse (MacLean): Environmental Medicine Consortium, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Paul-Murphy. 

Zusammenfassung: Chirurgische Tubensterilisation wurde bei wildlebenden Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) innerhalb eines Stadtgebietes als Teil einer umfassenden Studie durchgeführt, die den Einfluß von sterilisierten weiblichen Tieren auf die Populationsdynamik und das Verhalten untersucht. Hirsche wurden in Fallen (n = 55) gefangen und mit einer i.m.-Injektion von Xylazin und Tiletamin-Zolazepam narkotisiert, oder mit dieser Kombination mit einem Blasrohr narkotisiert, anschließend intubiert, und es wurde Isofluran im Sauerstoff unter Narkose verabreicht. Weibliche Hirsche (n = 103) wurden in einem Zeitraum von 3 Jahren in Highland Park, Illinois, USA gefangen, und Tubensterilisation wurde bei einem Teil der Weibchen durch Laparotomie in Rückenlage (n = 63) durchgeführt. Weitere Sterilisationsmethoden wurden ebenfalls verwendet: Tubendurchtrennung mit Laparoskopie in Rückenlage (n = 1) oder rechter Seitenlage (n = 2) oder Ovariohysterektomie mit Laparotomie in Rückenlage (n = 1). Ein Weibchen (1/67; 1,5%) in spätem Stadium der Trächtigkeit ist gestorben; die Ursache war vermutlich die lange laparoskopische Operation in rechter Seitenlage, die dann in eine Laparotomie in rechter Seitenlage überging. Die ursprüngliche laparoskopische Methode wurde im Laufe des Projektes geändert, und die Laparotomie in Rückenlage wurde wegen der einfacheren Durchführung und des besseren chirurgischen Zugangs bei sehr graviden Weibchen bevorzugt. Die folgenden Laparotomie-Methoden wurden verwendet: Eileiterligatur und Durchtrennung (n = 14), Verwendung eines mechanischen Clips am Eileiter (n = 9), Ligatur und Teilsalpingektomie (n = 40) und Ovariohysterektomie (n = 1). Zwei Jahre nach der Sterilisierung wurde keines der Weibchen mit Nachkommen beobachtet. Diese Tatsache deutet darauf hin, daß diese Methoden die Sterilisierung mit geringer Mortalität bei Weißwedelhirschen innerhalb von Stadtgebieten ermöglichen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 361-365, 2006.

Titel: Messung von Bleikonzentrationen im Blut von freilebenden Scheck- (Polysticta stelleri) und Trauerenten (Melanitta nigra) in Alaska mit Hilfe eines tragbaren Blutmeßgerätes 

Autoren: Corrine S. Brown, D.V.M., Joanne Luebbert, M.A., Daniel Mulcahy, Ph.D., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Jason Schamber, M.S. und Daniel H. Rosenberg 

Wild Waterbird Conservancy, Inc., P.O. Box 277, Grand Cane, Louisiana 71032, USA (Brown, Luebbert); United States Geological Survey, Alaska Biological Sciences Center, 1011 East Tudor Road, Anchorage, Alaska 99503, USA (Mulcahy, Schamber); State of Alaska Department of Fish and Game, Division of Wildlife Conservation, 525 West 67th Avenue, Anchorage, Alaska 99518, USA (Rosenberg). Korrespondenz bitte an Dr. Brown. 

Zusammenfassung: Meeresentenpopulationen nehmen in Alaska ab. Der Grund für diese Abnahme ist unbekannt; Umwelteinflüsse wie Blei werden als eine der möglichen Ursachen vermutet. Bleikonzentrationen im Blut wurden mit einem tragbaren Blutmeßgerät (LeadCare®; ESA, Inc., Chelmsford, Massachusetts 01824, USA) bei 30 freilebenden Scheckenten (Polysticta stelleri) und 40 Trauerenten (Melanitta nigra) gemessen. 67,1% der Meeresenten zeigten keine meßbare Bleikonzentration, 30,0% hatten Konzentrationen, die auf physiologische oder Hintergrundmengen deuteten und 2,9% zeigten Werte, die darauf hin deuteten, daß die Enten Blei in der Umwelt ausgesetzt wurden. Keine der Enten zeigte Werte, die auf Bleivergiftung deuteten, und keiner der Vögel zeigte Symptome einer Bleivergiftung. Enten aus Regionen mit höherer menschlicher Populationsdichte hatten höhere Bleikonzentrationen im Blut als solche aus Regionenen mit niedrigerer menschlicher Populationsdichte. Zum ersten Mal ist ein tragbares Blutmeßgerät für Bleikonzentrationen bei freilebenden Meeresenten eingesetzt worden. Da das Gerät sofort Ergebnisse bereitstellt, wäre es für Forscher bei chirurgischen Vorgängen bei Tieren in freier Wildbahn sowie für die Feststellung von Basisblutwerten für Blei bei Meeresenten brauchbar. Freilebende Meeresenten sind Blei ausgesetzt, und diese Studie zeigt, daß weitere Untersuchungen nötig sind, um die Rolle von Blei in der Umwelt bei der Abnahme der Meeresentenpopulationen zu ermitteln. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 366-372, 2006.

Titel: Die Wirkung des Futters auf die Qualität des Kots beim Schwarzen Haubenlangur (Trachypithecus auratus auratus) 

Autoren: Joeke Nijboer, B.Sc., Marcus Clauss, M.Sc, Dr. Med. Vet., Moniek Olsthoorn, B.Sc., Wendy Noordermeer, Tjalling R. Huisman, B.Sc., Celine Verheyen, M.Sc., Jan van der Kuilen, W. Jürgen Streich, Dr. rer. Nat., B.Sc. und Anton C. Beynen, Prof. Dr. Ir. 

Veterinary Department, Rotterdam Zoo, P.O. Box 532, 3000 AM Rotterdam, Niederlanden (Nijboer); Division of Zoo Animals, Exotic Pets and Wildlife, Vetsuisse Faculty, University of Zurich, Winterthurerstr. 260, CH-8057 Zurich, Schweiz (Clauss); Department of Animal Management, Van Hall Institute, Agora 1, 8934 CJ Leeuwarden, Niederlanden (Olsthoorn, Noordermeer, Huisman, Verheyen); Department of Nutrition, Faculty of Veterinary Medicine, Utrecht University, P.O. Box 80152, Niederlanden (van der Kuilen, Beynen); Institut für Zoo- und Wildtierforschung, P.O. Box 601103, D-10252 Berlin, Deutschland (Streich). Korrespondenz bitte an Dr. Nijboer. 

Zusammenfassung: Die Einnahme von erheblichen Mengen leicht gärender Kohlenhydrate und die Einnahme geringer Mengen Rohfaserstoffe werden als die Hauptfaktoren angesehen, welche die Gesundheit von Languren in menschlicher Obhut beeinflussen. Die Wirkung des Futters auf die Qualität des Kots wurde bei Schwarzen Haubenlanguren (Trachypithecus auratus auratus) untersucht, indem man Obst und Gemüse aus der Nahrung entfernte. Eine Crossover-Studie wurde im Rotterdam Zoo und im Apenheul Zoo in den Niederlanden durchgeführt. Während der ersten und dritten Fütterungsperiode bekamen die Languren ihre gewöhnliche Nahrung, die aus Obst, Gemüse, Languren-Pellets und Laub bestand. Während der zweiten Fütterungsperiode wurden Obst und Gemüse herausgenommen, und das Futter bestand aus Pellets und Laub. Kotqualität wurde mit Hilfe einer Tabelle mit Qualitätsstufen eingeschätzt, die für Languren entwickelt wurde. Während der zweiten Fütterungsperiode ist eine signifikante Verbesserung der Kotkonsistenz bei den Tieren in beiden zoologischen Gärten bemerkt worden. Bei allen Versuchsreihen gab es eine Korrelation zwischen festerer Kotkonsistenz und einer Kombination aus einer Erhöhung der Zellwandkomponenten (gemessen als Neutral Detergent Fiber [NDF]) und einer Verringerung des Wasseranteils im Futter. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß die Kombination aus einer Verringung des löslichen Zuckers, einer Erhöhung des Faseranteils und einer Verringerung des Wasseranteils im Futter festeren Kot zur Folge hatte. Diese Ergebnisse zeigen, daß eine NDF-Menge von ca. 46% der Trockenmasse eine Kotkonsistenz zur Folge hat, die auf störungsfreie Darmfunktion hinweist. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 373-380, 2006.

Titel: Anwendung einer implantierten osmotischen Pumpe für die Verabreichung von Amikacin bei der Kornnatter (Elaphe guttata guttata) 

Autoren: John M. Sykes, IV, D.V.M., Edward C. Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Juergen Schumacher, Dr. med. vet., Dipl. A.C.Z.M., Gregory B. Daniel, D.V.M., Dipl. A.C.V.R., Sherry Cox, Ph.D. und Mark Papich, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.C.P. 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Sykes, Ramsay, Schumacher, Daniel); Department of Comparative Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Cox); Department of Molecular Biomedical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Papich). Korrespondenz bitte an Dr. Sykes. 

Zusammenfassung: Das Risiko einer Vergiftung von einer Giftschlange beim Festhalten bei der Verabreichung von Medikamenten schränkt die Behandlung dieser Tiere ein. Handelsübliche osmotische Pumpen sind kleine, in sich geschlossene, zylindrische Implantate, deren Funktion auf den osmotischen Druckunterschieden zwischen der extrazellulären Flüssigkeit und dem Mittel in der Pumpe basiert. Osmotische Pumpen mit Amikacin wurden in das Zölom von fünf ausgewachsenen Kornnattern (Elaphe guttata guttata) chirugisch implantiert (Gruppe A). Vier Nattern wurden mit einer intramuskulären Dosis Amikacin von 5 mg/kg und dann 2,5 mg/kg alle 3 Tage für insgesamt vier Injektionen behandelt (Gruppe B). Plasmakonzentrationen von Amikacin wurden bei beiden Gruppen gemessen. Nierenfunktion wurde vor und nach der Behandlung mit Szintigraphie mit 99mTc-Mercaptoacetyltriglycerin (99mTc-MAG3) sowie mit Harnsäure-Konzentrationen im Plasma geprüft. Die mittlere Steady-State-Amikacinkonzentration für Gruppe A betrug 6,9 ± 1,7 μg/ml (erwartet = 8,0 μg/ml), und die gemessene Pumpenrate betrug 0,134 ± 0,017 μl/h (erwartet = 0,130 μl/h). Die mittlere Höchst- und Niedrigstkonzentration für Amikacin für Gruppe B betrug 22,7 ± 8,5 μg/ml bzw. 14,3 ± 7,0 μg/ml. Obwohl Anzeichen von Nierenerkrankungen, die auf eine Toxizität hinweisen, weder durch Szintigraphie noch durch Harnsäuremessungen für beide Gruppen nachgewiesen werden konnten, könnte die kontinuierliche Verabreichung von Aminoglykosiden nephrotoxisch sein. Es ist weiterhin unbekannt, ob die Verabreichung von Amikacin mit einer Pumpe wirksam gegen bakterielle Infektionen bei Schlangen ist. Da die Abwanderung einer der Pumpen in die Trachea Asphyxie und Tod bei einer der Schlangen zur Folge hatte, könnten diese Pumpen für die Implantation in das Zölom bei Kornnattern nicht geeignet sein. Nichtsdestoweniger haben die Pumpen das Medikament mit einer vorhersehbaren Rate verabreicht, und konstante Plasmakonzentrationen von Amikacin wurden von der erwarteten Menge erreicht. Osmotische Pumpen bieten eine Alternative zu intramuskulären Injektionen von Medikamenten bei giftigen oder aggressiven Schlangen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 381-386, 2006.

Titel: Operative und postoperative Erfahrungen bei der Durchführung einer perinealen Urethrostomie beim Schimpansen (Pan troglodytes) 

Autoren: Adrian G. Mutlow, Vet. M.B., M.Sc., William D. Mauch, M.D., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Todd Smith, R.N., B.S.N. 

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Mutlow, Carpenter); Salina Urology Associates, P. A., Santa Fe Medical Plaza, 501 South Santa Fe, Suite 380, Salina, Kansas 67401, USA (Mauch, Smith); Rolling Hills Wildlife Adventure, 625 North Hedville Road, Salina, Kansas 67401, USA (Mutlow). Korrespondenz bitte an Dr. Mutlow. 

Zusammenfassung: Ein Schimpanse (Pan troglodytes) mit traumatischem Verlust des distalen Penis entwickelte eine langsam wachsende Schwellung der ventralen Harnröhre und zunehmender Dysurie. Endoskopie zeigte ein Divertikel der Harnröhre, und die endoskopische Entfernung der Divertikelwand wurde durchgeführt. Eine postoperative Infektion führte zur umfangreichen Nekrose des Penis, und eine perineale Urethrostomie wurde benötigt. Es gab mehrere Komplikationen bei der Urethrostomie, u.a. Harnröhrenobstruktion durch rezividierende Urethrastriktur. Die Striktur wurde mit regelmäßigen Dilatieren durch urethrale Bougies behandelt. Wegen der erheblichen postoperativen Anschwellung mußte sowohl nach der Entfernung des Divertikels als auch nach der Polypenentfernung ein Harnkatheter in die Harnröhre gelegt werden, um den Harnabsatz zu ermöglichen. Ein verkürzter Katheter wurde an die Haut genäht und bis zu 10 Tage lang vom Tier geduldet. Vier Jahre nach der Urethrostomie ist das Tier gesund und zeigt keine Symptome. Endoskopische Untersuchungen werden alle 12 Monate durchgeführt. Dieser Fall zeigt, daß die perineale Urethrostomie eine nützliche Methode zur Behandlung von chronischer Verstopfung der distalen Harnröhre beim Schimpansen und wahrscheinlich bei andere Primatenarten ist, wenn die richtige postoperative Pflege und Überwachung angewendet wird. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 387-392, 2006.

Titel: Mehrfache Narkosen zur Behandlung eines Dekubitus bei zwei neugeborenen Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum) 

Autoren: A. Rae Gandolf, D.V.M., Tiffany M. Wolf, D.V.M. und Robin W. Radcliffe, D.V.M, Dipl. A.C.Z.M. 

The Wilds, 14000 International Road, Cumberland, Ohio 43701, USA (Gandolf, Wolf); Fossil Rim Wildlife Center, 2155 CR 2008 Glen Rose, Texas 76043, USA (Radcliffe). Aktuelle Adresse (Gandolf): The Pittsburgh Zoo and PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Gandolf. 

Zusammenfassung: Zwei neugeborene Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) in zwei zoologischen Einrichtungen wurden wegen Wunden behandelt, die sich als umfangreiche, multifokale Nekrose der Haut und Subkutis äußerten und mit Dekubitus-Geschwüren am ganzen Körper assoziiert waren. Die Wunden wurden durch langes Liegen verursacht, weil das Tier in einem Fall nicht stehen konnte. Das andere Tier zeigte ähnliche Symptome und langes Liegen aus unbekannter Ursache. Beide Kälber wurden in Ställen aus Zement im Winter geboren. Die Tiere wurden entweder mit Butorphanol (i.v. oder i.m.) allein oder zusammen mit Detomidin (i.m.) über einen Zeitraum von 6 Wochen zur Behandlung der Wunden wiederholt narkotisiert. Die Narkose wurde von beiden Kälbern gut vertragen, und die Hautveränderungen sprachen auf konservative Therapie an. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 393-396, 2006.

Titel: Verdacht auf Gefäßanomalie des Rückenmarks der Halswirbelsäule bei einem Warzenschwein (Phacochoerus africanus) 

Autoren: Douglas P. Whiteside, D.V.M., D.V.Sc., Todd K. Shury, D.V.M., Sandra R. Black, D.V.M., Path Dip. und Stephen Raverty, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. 

Calgary Zoo, 1300 Zoo Road NE, Calgary, Alberta, Kanada T2E 7V6 (Whiteside, Shury, Black); Animal Health Centre, British Columbia Ministry of Agriculture and Food, 1767 Angus Campbell Road, Abbotsford, British Columbia V3G 2M3, Kanada (Raverty). Korrespondenz bitte an Dr. Whiteside. 

Zusammenfassung: Gefäßmyelopathien des Rückenmarkes wurden bislang nicht bei Schweinearten beschrieben und sind auch seltene Erkrankungen bei Haustierarten. Ein 8,5 Jahre altes, weibliches Warzenschwein (Phacochoerus africanus) zeigte akute Tetraparese. Auf Grund der neurologischen Befunde wurde eine Rückmarkserkrankung der Halswirbelsäule auf der Höhe von C7-T2 angenommen. Magnetresonanztomographie zeigte erhebliche intrameduläre Blutung mit abweichend erscheinenden Rückenmarksgefäßen auf der Höhe des 7. Halswirbels. Die akuten Symptome und schnelle Verschlechterung des neurologischen Zustands schloß eine chirurgische Behandlung des Tieres aus. Eine Gefäßanomalie wurde anhand der pathologischen Befunde vermutet. Ein spontanes, intrameduläres Hämatom wurde durch Immunohistochemie nachgewiesen. Spontan intrameduläre Hämatomyelie sollte bei der Differentialdiagnose bei akuter Parese bei Schweinearten in Betracht gezogen werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 397-400, 2006.

Titel: Behandlung eines Abszesses des Hornhautstromas bei einem weiblichen Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) 

Autoren: Ellen B. Wiedner, V.M.D., Dipl. A.C.V.I.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Laurence E. Galle, D.V.M., Dipl. A.C.V.O., Kathleen Barrie, D.V.M., Dipl. A.C.V.O. und William A. Lindsay, D.V.M., Dipl. A.C.V.S. 

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA (Wiedner, Lindsay); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza, Barrie); Veterinary Medicine and Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Missouri-Columbia, Columbia, Missouri 65211, USA (Galle). Korrespondenz bitte an Dr. Wiedner. 

Zusammenfassung: Ein 47 Jahre alter, weiblicher Asiatischer Elefant (Elephas maximus) zeigte einen Abszess des Hornhautstromas des rechten Auges. Der Elefant wurde konditioniert, das Auge zu öffnen, um die Behandlung mit topischer Augensalbe zu ermöglichen. Das Tier wurde sechs mal täglich mit antibiotischer sowie antifungaler Augensalbe für knapp 2 Monate behandelt. Antiphlogistika wurden zur Schmerzlösung verabreicht, und Atropin wurde als Salbe verabreicht, um die Pupille zu erweitern und zusätzlich die Schmerzen zu lindern. Vakularisation des Abszesses begann kurz nach Einleitung der Therapie, und das Auge war 7 Wochen nach Behandlungebeginn vollständig geheilt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 401-404, 2006.

Titel: Epitheliotropes Lymphom bei einem Buntbock (Damaliscus pygargus) in menschlicher Obhut 

Autoren: Rob L. Coke, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Gary D. West, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., John P. Hoover, M.S., D.V.M., Dipl. A.B.V.P, Dipl. A.C.V.I.M und Brian Murphy, D.V.M. 

Oklahoma City Zoological Park, 2101 Northeast 50th Street, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA (Coke, West); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner); Department of Veterinary Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA (Hoover); Washington Animal Disease Diagnostic Laboratory, College of Veterinary Medicine, Washington State University, P.O. Box 2037, College Station, Pullman, Washington 99165, USA (Murphy). Aktuelle Adresse (Coke): San Antonio Zoo, 3,903 North Saint Mary's Street, San Antonio, Texas 78212, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Coke. 

Zusammenfassung: Ein 16 Jahre alter, weiblicher, in menschlicher Obhut geborener Buntbock (Damaliscus pygargus), der ca. 75 kg wog, zeigte 1 Monat lang Durchfall und Gewichtsverlust. Die Ursache des sich verschlechternden Zustandes konnte vor dem Tod nicht festgestellt werden; weil das Tier nicht auf die Therapie ansprach, wurde es eingeschläfert. Bei der anatomisch-pathologischen Untersuchung wurden mehrere Knoten auf der Pleura und im Lungenparenchym gefunden, und das Pankreas erschien entzündet und fibrotisch. Bei der histologischen Untersuchung wurde Lymphom der Lnn. mesenterici, des Magen-Darm- und Genitaltraktes, und der Leber festgestellt. Die neoplastischen Zellen waren epitheliotrop im Dünn- und Dickdarm, Rumen, Ösophagus, Gallengang und in der Vagina. Die neoplastischen Zellen im Epithel und Subepithel des Magen-Darm-Traktes färbten CD3+ und stimmen deshalb mit T-Zellen-Lymphom überein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 405-408, 2006.

Titel: Verwendung eines Nervenstimulators des N. mandibularis für die Durchführung einer Nervenblockade bei Krokodilen 

Autoren: James F. X. Wellehan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., M.S., Cornelia I. Gunkel, Dr.Med.Vet., David Kledzik, Sheilah A. Robertson, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.V.A. und Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. 

Departments of Small Animal Clinical Sciences (Wellehan, Heard), and Large Animal Clinical Sciences (Gunkel, Robertson), College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA; Saint Augustine Alligator Farm, 999 Anastasia Boulevard, Saint Augustine, Florida 32080, USA (Kledzik). Aktuelle Adresse (Gunkel): College of Veterinary Medicine, Oregon State University, Corvallis, Oregon 97331, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wellehan. 

Zusammenfassung: Nervenblockaden des N. mandibularis wurden als Teil einer klinischen Untersuchung für Zahnerkrankungen in einer großen Krokodilsammlung durchgeführt. Ein Nervenstimulator wurde zur Ermittlung der richtigen Ansatzstelle für die Nervenblockade bei Mississippi-Alligatoren (Alligator mississippiensis), Brillenkaimanen (Caiman yacare) und Stumpfkrokodilen (Osteolaemus tetraspis) verwendet. Die Analgesie findet bei der medizinischen Behandlung von Reptilien wenig Verwendung. Die Benutzung eines Nervenstimulators bietet eine objektive Messung der Nervenleitungsblockade und könnte für exotische Tierarten nützlich sein, wenn anatomische Verhältnisse für die Durchführung einer Nervenblockade nicht ausreichend bekannt sind. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 409-412, 2006.

Titel: Medizinische Behandlung von Toxoplasma-Meningitis bei einem Weißgesicht-Kapuzineraffen (Cebus capucinus) 

Autoren: Christine V. Fiorello, D.V.M., Ph.D., Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Heidi L. Barnes Heller, D.V.M. und Kathy Russell, B.S. 

Departments of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610-0126, USA (Fiorello, Heard, Barnes Heller); Santa Fe Community College Teaching Zoo, 3000 NW 83rd Street, Gainesville, Florida 32606, USA (Russell). Aktuelle Adresse (Barnes Heller): VCA Aurora Animal Referral Hospital 2600 W. Galena Boulevard, Aurora, Illinois 60506, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fiorello. 

Zusammenfassung: Ein 32 Jahre alter Weißgesicht-Kapuzineraffe (Cebus capucinus) wurde wegen Paraparese vorgestellt. Die Diagnose einer parasitären Meningitis wurde auf Grund einer lymphozytischen Pleozytose mit erhöhtem Protein in der Rückenmarksflüssigkeit und eines positiven Serumtiters gegen Toxoplasma gondii von 131.072 mit einem indirekten Hämagglutinationtest gestellt.  Behandlung mit Clindamycin und Trimethaprim-Sulfamethoxazol führte zu einer Verbesserung der Symptome in 3 Tagen, und das Tier war 2 Wochen später symptomlos. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 413-415, 2006.

Titel: Mycobacterium asiaticum-Infektion bei einem Rothandtamarin (Saguinus midas) 

Autoren: Jessica Siegal-Willott, D.V.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Christine Fiorello, D.V.M., Ph.D. und Mary Reinhard, D .V.M., Dipl. A.C.V.P., Dipl. A.C.L.A.M. 

Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Siegal-Willott, Isaza, Fiorello); Department of Pathobiology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Reinhard). Korrespondenz bitte an Dr. Siegal-Willott. 

Zusammenfassung: Ein 4 Jahre alter, männlicher Rothandtamarin (Saguinus midas) wurde wegen eines Gewächses in der Achselgegend vorgestellt, das seit 6 Monaten vorhanden war und langsam an Größe zunahm. Befunde der klinischen Untersuchung waren ein positiver intradermaler Tuberkulintest, eine anhaltende, hochgradige Leukozytose und Hyperglobulinämie. Ein nicht-tuberkulöses Mycobacterium sp. wurde aus dem Gewächs mit 16s-DNA-Sequenzierung und Hochleistungsflüssigkeitschromatographie isoliert.  
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 416-419, 2006.

Titel: Meloxicam und chirurgische Denervation des Hüftgelenks für die Behandlung von degenerativer Osteoarthritis bei einem Bengaltiger (Panthera tigris tigris) 

Autoren: Douglas P. Whiteside, D.V.M., D.V.Sc., Audrey M. Remedios, D.V.M., Dipl. A.C.V.S., Sandra R. Black, D.V.M., Dipl. Path. und Susan T. Finn-Bodner, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.R. 

Calgary Zoo, 1300 Zoo Road NE, Calgary, Alberta T2E 7V6, Kanada (Whiteside, Black); Western Veterinary Specialists Centre, 1635-17th Avenue SW, Calgary, Alberta T2T 0E5, Kanada (Remedios, Finn-Bodner). Korrespondenz bitte an Dr. Whiteside. 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, männlicher, weißer Bengaltiger (Panthera tigris tigris) mit ausgeprägter Atrophie der Hintergliedsmuskulatur wurde mit degenerativer Osteoarthritis der Hüftgelenke diagnostiziert. Erste Behandlungsversuche mit dem Antiphlogistikum Meloxicam und einem halbsynthetischem Natriumpentosanpolysulfat führten zur klinischen Verbesserung und radiographischen Stabilisierung des arthritischen Zustands für mehrere Monate. Da das Tier auch nach der konservativen Behandlung noch Schmerzen zu haben schien, wurde eine bilaterale Denervation der Hüftgelenke durchgeführt, die zur erfolgreichen Aufhebung der Symptome der Schmerzen durch Osteoarthritis führte. Meloxicam wurde für die Behandlung von Osteoarthritis und anderen schmerzhaften Prozessen bei Großkatzen bereits als klinisch wirksam bewiesen. Hüftgelenksdenervation bietet viele Vorteile zur Behandlung von Osteoarthritis bei exotischen Fleischfressern, und sollte als eine durchführbare Behandlungsmethode angesehen werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 420-423, 2006.

Titel: Klossiella equi-Infektion bei einem Hartmann-Bergzebra (Equus zebra hartmannae) 

Autoren: Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Eva Restis, D.V.M. und Brenda T. Beerntsen, Ph.D. 

Kansas City Zoo, 6700 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Suedmeyer, Restis); Department of Veterinary Pathobiology, University of Missouri–College of Veterinary Medicine, 201 Connaway Hall, Columbia, Missouri 65211, USA (Beerntsen). Korrespondenz bitte an Dr. Suedmeyer. 

Zusammenfassung: Ein 18 Monate altes, weibliches Hartmann-Bergzebra (Equus zebra hartmannae) starb nach einer traumatisch bedingten Halsfraktur. Mikroskopische Untersuchung des Nierengewebes zeigte gelegentlich Kokzidiensporozysten und sich teilende Sporonten, die Sporoblasten innerhalb einer doppelschichtigen Zellmembran enthielten. Dieser Befund stimmt mit einer morphologischen Diagnose von Klossiella equi überein, die eine Kokzidie des Nierenparenchyms der Equiden ist. Wiederholte Urinanalysen von mehreren Hartmann-Bergzebras zeigten keine Sporozysten, die als das infektiöse Stadium des Parasiten angesehen wird. Der Lebenszyklus von K. equi ist nicht vollständig geklärt, aber die Übertragung ist wahrscheinlich durch orale Aufnahme von Sporozysten, die im Harn ausgeschieden werden. Obwohl das Vorkommen dieses Parasiten meist als ein Zufallsbefund gilt, kann K. equi zur Nephrose und Nephritis bei immun geschwächten Pferden führen und sollte bei der Untersuchung auf Nierenerkranungen bei Equiden, darunter auch Zebras, einbezogen werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 424-426, 2006.

Titel: Intraepitheliale Neoplasie der Binde- und Hornhaut bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) 

Autoren: F. T. Fraunfelder, M.D., Mitch Finnegan, D.V.M. und David J. Wilson, M.D. 

Casey Eye Institute, 3375 S. W. Terwilliger Boulevard, Portland, Oregon 97239, USA (Fraunfelder, Wilson); Oregon Zoo, 4001 S. W. Canyon Road, Portland, Oregon 97221, USA (Finnegan). Korrespondenz bitte an Dr. Fraunfelder. 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, weiblicher Asiatischer Elefant (Elephas maximus) zeigte ein Gewächs am nasalen Rand des linken Auges, das mit der Zeit an Größe zunahm. Das Gewächs wurde entfernt und die Stelle mit Flüssigstickstoff-Kryotherapie behandelt. Die histopathologische Untersuchung des entfernten Gewebes zeigte eine oberflächliche, dysplastische Augenveränderung, oder eine intraepitheliale Neoplasie der Bindehaut. Fünf Jahre nach der Entfernung zeigte das Tier weder Komplikationen noch eine Rückkehr des Gewächses, was darauf hindeutet, daß wie bei Menschen (Homo sapiens), die chirurgische Entfernung und Kryotherapie effektive Behandlungsmethoden für diese Veränderung bei Elefanten sind. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Augenneoplasie bei Elefanten dar. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 37(3): 427-429, 2006.

Titel: Flohbefall (Pulex simulans) bei Großen Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) in menschlicher Obhut 

Autoren: Adrian G. Mutlow, Vet.M.B., M.Sc., Michael W. Dryden, D.V.M., Ph.D. und Patricia A. Payne, D.V.M., Ph.D. 

Rolling Hills Wildlife Adventure, 625 North Hedville Road, Salina, Kansas 67401, USA (Mutlow); Department of Diagnostic Medicine and Pathobiology, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Dryden, Payne). Korrespondenz bitte an Dr. Mutlow. 

Zusammenfassung: Ein Paar ausgewachsene Große Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) in menschlicher Obhut zeigten einen starken Befall mit einer Flohart (Pulex simulans), die häufig beim Virginia-Oppossum (Didelphis virginiana) und Waschbären (Procyon lotor) im zentralen Regionen der USA vorgefunden werden. In dem beschriebenen Fall wurde nachgewiesen, daß der Floh seinen vollständigen Lebenszyklus auf den Ameiseinbären ausführen konnte. Eine einmalige Behandlung mit topischem Imidacloprid, verbunden mit der Entfernung und dem Ersetzen der Streu im Gehege, zeigte eine schnelle Wirksamkeit bei der Entfernung des Parasiten. Nebenwirkungen wurden bei der Anwendung des Medikaments nicht festgestellt. Die Entfernung des Flohbefalls bei den Ameisenbären führte zu einer gleichzeitigen Entfernung der Flöhe bei den Erdferkeln, die im gleichen Gebäude untergebracht waren.

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