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jzwm_germanabstract_v38n1_2007

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 38(1) ZUSAMMENFASSUNGEN 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 1-6, 2007.

Titel: Überwachung der Atmung von narkotisierten Vögeln durch Messung des endexspiratorischen Kohlendioxids mit einem Microstream-Kapnometer 

Autoren: Marion Desmarchelier, D.V.M., Yves Rondenay, D.M.V., Cert. Res. (Anesthesiology), Guy Fitzgerald, D.M.V., M.Sc. und Stéphane Lair, D.M.V., D.E.S., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M. 

Service de médecine zoologique, Département de sciences cliniques, Faculté de médecine vétérinaire, Université de Montréal, 3200 rue Sicotte, Saint-Hyacinthe, Québec, J2S 7C6, Kanada. Korrespondenz bitte an Dr. Lair. 

Zusammenfassung: Die Zusammenhänge zwischen dem endexspiratorischen Kohlendioxidpartialdruck (PETCO2), dem arteriellen Kohlendioxiddruck (PaCO2) und dem pH des Blutes wurden bei Greifvögeln unter Narkose mit Isofluran untersucht. PaCO2 und pH wurden durch serielle arterielle Blutproben von narkotisierten Vögeln gemessen und mit dem endexspiratorischen Kohlendioxidpartialdruck verglichen, der mit einem Microstream-Nebenstrom-Kapnographen gleichzeitig gemessen wurde. 48 gepaarte Proben von elf Greifvögeln (Körpergewicht 415-2062 g) wurden zur Bestimmung der Korrelationskoeffizienten zwischen PaCO2 und PETCO2, sowie zwischen PETCO2 und pH verwendet. Grenzen der Übereinstimmung zwischen PaCO2 und PETCO2 wurden ebenfalls errechnet. Starke Korrelationen wurden zwischen PaCO2 und PETCO2 (r = 0,94; P < 0,0001) sowie zwischen PETCO2 und pH (r = −0,90; P < 0,0001) vorgefunden, obwohl der Grad der Übereinstimmung zwischen PaCO2 und PETCO2 beträchtliche Variabilität zeigte. Niedrige PETCO2-Werte (18-29 mm Hg) waren durchschnittlich 6,0 mm Hg (6,0 ± 1,9 mm Hg; Mittelwert ± Standardabweichung) höher als die gleichzeitig gemessenen PaCO2-Werte. Hohe PETCO2-Werte (50-63 mm Hg) waren durchschnittlich 7,6 mm Hg (7,6 ± 9,8 mm Hg) niedriger als die PaCO2-Werte. Für PETCO2-Werte zwischen 30-49 mm Hg, betrug die Differenz zwichen PETCO2 und PaCO2 durchschnittlich 1,0 mm Hg (1,0 ± 8,5 mm Hg). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß der Kapnograph eine ausreichend genaue Einschätzung des arteriellen Kohlendioxidpartialdrucks für Vögel > 400 g bietet, die mit einem Bain-System manuell positiv beatmet werden. Die lineare Beziehung zwischen pH und dem endexspiratorischen Kohlendioxidpartialdruck in dieser Studie deutet weiterhin darauf hin, daß die Überwachung des endexspiratorischen Kohlendioxidpartialdrucks für die Verhinderung der respiratorischen Azidose nützlich sein könnte. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 7-12, 2007.

Titel: Die Eigenschaften und Konservierungsmethoden von Samen der Kornnatter (Elaphe gutatta) 

Autoren: Brooke M. Fahrig, M.S., Mark A. Mitchell, D.V.M., M.S., Ph.D., Bruce E. Eilts, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.T. und Dale L. Paccamonti, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.T.  

Department of Veterinary Clinical Sciences, School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Skip Bertman Drive, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mitchell. 

Zusammenfassung: Viele Mitglieder der phylogenetischen Ordnung Squamata könnten von der Samenkonservierung als Methode des assistierten Artenschutzes profitieren. Es gibt wenige Studien über die Besamung und Samenkonservierung von Schlangen. Die Ziele dieser Studie waren, die Sameneigenschaften der Kornnatter (Elaphe guttata) zu beschreiben, darunter Aussehen, Volumen, Konzentration, Motilität und Morphologie der Spermien, sowie die Dauer der Spermienmotilität bei Aufbewahrung bei 4°C. Einzelne Samenproben wurden von 22 ausgewachsenen Kornnattern gesammelt. Die Proben waren meist trüb, und die Farbe war weiß bis hellbraun. Die Spermatozoen zeigten anfangs eine mittlere Motilität von 92,5%. Die Nattern produzierten kleine Ejakulatvolumen (durchschnittlich 0,01 ml), obwohl die Konzentration des Ejakulates hoch war (Your browser may not support display of this image. = 852 × 106 ± 585 × 106 Spermatozoen/ml). Bei der morphologischen Untersuchung wurden durchschnittlich 75,7 ± 9,3% der Spermatozoen als normal eingestuft. Ejakulate mit weißer Farbe zeigten signifikant höhere Konzentrationen (Your browser may not support display of this image. = 1859 × 106 ± 1008 × 106 Spermatozoen/ml; F = 15,74, P = 0,001) als hellbraune Ejakulate (Your browser may not support display of this image. = 601 × 106 ± 439 × 106 Spermatozoen/ml). Die Motilität nahm nach mehr als 48 Stunden Aufbewahrung bei 4°C in einem Kühlschrank oder Equitainer I signifikant ab. Diese Studie beschreibt zum ersten Mal die Sameneigenschaften, darunter Volumen, Aussehen und Konzentration, sowie die Samenmotilität und –morphologie bei Kornnattern in menschlicher Obhut. Diese Information kann als ein Modell für Projekte für die Besamung, das Einfrieren sowie das Versenden von Samen von bedrohten Schlangen in menschlicher Obhut oder freier Wildbahn verwendet werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 13-17, 2007.

Titel: Samengewinnung und Sameneigenschaften beim Felsenpinguin (Eudyptes chrysocome chrysocome) 

Autoren: Jennifer Waldoch, D.V.M., Tammy Root, B.S., Jan Ramer, D.V.M. und Jeffry Proudfoot, D.V.M.

Indianapolis Zoo, 1200 West Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA. Aktuelle Adressen (Waldoch): Zoological Medicine Service, UC Davis School of Vet Med, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Waldoch. 

Zusammenfassung: Niedrige Fruchtbarkeit und Schlupfrate werden oft bei Felsenpinguinen (Eudyptes chrysocome chrysocome) in menschlicher Obhut beobachtet und beinträchtigen die erfolgreiche Zucht dieser Tiere. Eine Methode zur Samengewinnung und –untersuchung von Felsenpinguinen wurde entwickelt, um die niedrige Fruchtbarkeitsrate der Eier in einer Population in menschlicher Obhut zu beurteilen. Samen von sechs ausgewachsenen männlichen desensibilisierten Felsenpinguinen wurden gewonnen, und zwar wöchentlich vom Anfang der Paarungssaison bis die Ejakulate keine Spermien enthielten. Insgesamt 59 Ejakulate wurden zwischen dem 17. September und dem 31. Dezember 2004 gesammelt. 45 der Proben wurden auf Volumen, pH, Spermienkonzentration und Spermienqualität (Motilität, Lebensfähigkeit und Morphologie) untersucht. Befunde einzelner Tiere sowie einzelne Proben des gleichen Tieres variierten stark. Die mittlere Motilität betrug 34,5% (±22%). Das mittlere Ejakulatvolumen betrug 0,23 ml (±0,31 ml). Die mittlere Konzentration betrug 16,9 × 106 Spermien/ml (±48,7 × 106 Spermien/ml). Die mittlere Spermienzahl pro Probe betrug 1,7 × 106 (±4,2 × 106). Der mittlere Prozentsatz lebensfähiger Spermien betrug 82,9% (±18,1%). Der mittlere Prozentsatz von Spermien mit physiologischer Morphologie betrug 82,1% (±18,8%). Der mittlere pH betrug 6,47 (±0,49). Während der Testsaison paarte sich nur eines dieser Männchen mit einem Weibchen; dieses Paar hat ein fruchtbares Ei erzeugt, obwohl der Embryo in der frühen Brutzeit gestorben ist. Männliche Felsenpinguine zeigten niedrige Spermienkonzentrationen und niedrige Motilität; diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß die niedrige männliche Fruchtbarkeit bei der schlechten Fruchtbarkeitsrate eine Rolle spielt. Diese Studie ist ein erster Schritt zur Verbesserung der Zucht von Felsenpinguinen in menschlicher Obhut.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 18-26, 2007.

Titel: Serologische Untersuchung auf Viren und Leptospira spp. bei einer Waschbärpopulation in einem großen zoologischen Garten 

Autoren: Randall E. Junge, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M, Karen Bauman, B.S., Melanie King, B.S. und Matthew E. Gompper, Ph.D.  

Saint Louis Zoo, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Junge, Bauman, King); Department of Fisheries and Wildlife Sciences, University of Missouri, Columbia, Missouri 65211, USA (Gompper).

Korrespondenz bitte an Dr. Junge. 

Zusammenfassung: In Ballungsgebieten können Waschbären (Procyon lotor) Träger einer Vielzahl von Infektionskrankheiten sein, die auf Menschen, domestizierte Tiere und Wildtiere in menschlicher Obhut übertragen werden können. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden 159 Waschbären aus einer Population mit hoher Dichte in St. Louis, Missouri (USA) auf Antikörper gegen Hundestaupe, Adenovirus-1 des Hundes, Parvovirose der Katze (Katzenseuche) und mehrere Serovaren von Leptospira interrogans untersucht. Antikörper wurden gegen jedes der Viren und zwei der Leptospira-Serovaren (L. grippotyphosa und L. icterohemorrhagiae) nachgewiesen (Prävalenz von Hundestaupe = 54,1 %; Katzenseuche = 49,7 %; Adenovirus-1 des Hundes = 6,9 %; L. interrogans icterohemorrhagiae = 8,9 %; L. interrogans grippotyphosa = 6,3 %). 80 % der Waschbären hatten Antikörper gegen mindestens einen der Erreger; 39 % zeigten Antikörper gegen mehrere Erreger. Von den Viren zeigten Hundestaupe und Adenovirus-1 des Hundes ein signifikantes gleichzeitiges Vorkommen. Eine Langzeitstudie einer Untergruppe der Waschbären zeigte, daß 33-100% der Tiere, die bei der ersten Untersuchung seropositiv waren, später gegen den gleichen Erreger seronegativ wurden. Freilebende Waschbären in dieser Studie waren mehreren Infektionskrankheiten ausgesetzt, die teilweise Risiken für Menschen und ungeimpfte domestizierte und in menschlicher Obhut lebende Tierpopulationen darstellen können. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 27-31, 2007.

Titel: Beurteilung verschiedener Behandlungsprotokolle gegen Gongylonema spp.-Infektionen bei Krallenaffen 

Autoren: Michael J. Adkesson, D.V.M., Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Allan Paul, D.V.M., M.S.  

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 2001 S. Lincoln Avenue Urbana, Illinois 61802, USA (Adkesson, Langan, Paul); Chicago Zoological Society/Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan). Aktuelle Adresse (Adkesson): Saint Louis Zoological Park, One Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110. Korrespondenz bitte an Dr. Adkesson. 

Zusammenfassung: Mehrere Fälle von Gongylonema spp.-Infektion, die mit pathologischen Befunden und klinischen Symptomen einhergingen, wurden bei einer Gruppe von Springtamarinen (Callimico goeldii) in einem zoologischen Garten über einen Zeitraum von 3 Jahren vorgefunden. Eine Zunahme des Vorkommens von entsprechenden klinischen Symptomen bei den Springtamarinen und bei anderen Krallenaffenarten war die Anregung für diese Studie, die das Vorkommen der Infektion bei diesen Tierarten sowie die entsprechenden Behandlungen untersuchte. 21 Krallenaffen [9 Springtamarine, 4 Goldgelbe Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia), 6 Lisztaffen (Saguinus oedipus) und 2 Goldkopflöwenäffchen (Leontopithecus chrysomelas)] wurden in dieser Studie erfasst. Viele der Tiere wurden bereits bei früheren Untersuchungen als positiv eingestuft. Wiederholte zytologische Untersuchungen von Abschabungen der Zungenschleimhaut wurden durchgeführt, um die Infektion zu diagnostizieren. Die Tiere wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt und entweder mit Ivermectin (290 μg/kg p.o., einmal wöchentlich x 4) oder mit Mebendazol (70 mg/kg p.o. einmal täglich x 3 Tage) behandelt. Wiederholte Abschabungen der Zungenschleimhaut wurden 35, 64 und 156 Tage nach der Behandlung durchgeführt. Klinische Symptome (Juckreiz im Gesicht, Entzündungen, Ptyalismus) wurden bei mehreren Tieren vor und während der Studie beobachtet, obwohl Gongylonema spp.-Infektion durch Zungenabschabung nur bei zwei Tieren bestätigt werden konnte. Flotation  mit Natriumnitratlösung wurde ebenfalls durchgeführt, um Spirurideneier im Kot nachzuweisen; positive Ergebnisse wurden nicht durch diese Methode erbracht. Die kleine Anzahl von bestätigt positiven Fällen verhinderte einen Vergleich der Wirksamkeit der verschiedenen Behandlungsprotokolle. Trotzdem zeigten beide Gruppen subjektiv eine ähnliche Abnahme der klinischen Symptome und keinerlei Nebenwirkungen. Die Diagnose von Gongylonema spp.-Infektion ist sogar beim Vorkommen von schwerwiegenden klinischen Symptomen schwierig. Diese Studie verdeutlicht, daß ein zuverlässiger diagnostischer Test vor dem Tod zur Zeit fehlt, und betont die Wichtigkeit der Behandlung von klinischen Symptomen bei empfindlichen Tierarten. Bis ein diagnostischer Test mit besserer Sensitivität entwickelt wird, ist der Vergleich von Behandlungsmethoden schwierig und nicht lohnend. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 32-41, 2007.

 

Titel: Amyloidose beim Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) 

Autoren: Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., James T. Raymond, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.P., Timothy D. O'Brien, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Robert W. Nordhausen, M.A. und William C. Russell, Ph.D.  

Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Wasington 98272, USA (Garner, Raymond); Department of Veterinary Population Medicine, College of Veterinary Medicine, Veterinary Diagnostic Laboratory, University of Minnesota, 1333 Gortner Avenue, St. Paul, Minnesota 55108, USA (O'Brien); The Animal Health and Food Safety Laboratory, University of California, Davis, California 95616, USA (Nordhausen); Department of Animal Science, University of Wyoming, Laramie, Wyoming 82071, USA (Russell). Korrespondenz bitte an Dr. Garner. 

Zusammenfassung: Diese Studie beschreibt die klinischen, histologischen, immunohistochemischen und elektronenmikroskopischen Merkmale der Amyloid-A-Amyloidose bei Schwarzfußiltissen (Mustela nigripes) aus acht zoologischen Einrichtungen in den USA. Die Iltisse zeigten klinisch eine nicht regenerative Anämie, chemische Blutanalysewerte, die mit chronischer Niereninsuffizienz einhergehen, und Proteinurie. Amyloid wurde in einer Vielzahl von Geweben vorgefunden, darunter waren die Veränderungen in der Glomeruli der Niere am schwerwiegendsten, und gingen mit tubulärem Proteinverlust und Gewichtsabnahme einher. Kongorot/Kaliumpermanganat (KMnO4) und immunhistochemische Färbungen wiesen Amyloid des AA-Types nach. Gleichzeitige Erkrankungen und genetische Prädisposition wurden als die wichtigsten Faktoren angesehen, die eine Rolle bei der Entwicklung der Amyloidose spielten. Analyse der genetischen Herkunft der Tiere ergab keine überzeugenden Beweise für ein gemeinsames Stammtier bei den betroffenen Iltissen. Trotzdem ist eine genetische Prädisposition wahrscheinlich, da alle Schwarzfußiltisse in menschlicher Obhut miteinander verwandt sind. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 42-50, 2007. 

Titel: Serologische Untersuchung auf Infektionskrankheiten der Fleischfresser bei Kleinen Pandas (Ailurus fulgens) in menschlicher Obhut in China 

Autoren: Qin Qin, M.S., Fuwen Wei, Ph.D., Ming Li, Ph.D., Edward J. Dubovi, Ph.D. und I. Kati Loeffler, D.V.M., Ph.D.  

Institute of Zoology, Chinese Academy of Sciences, Beijing 100080, China (Qin, Wei, Li); Animal Health Diagnostic Center, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Dubovi); Smithsonian's National Zoological Park, Washington D.C. 20008, USA (Loeffler). Aktuelle Adresse (Loeffler): 2828 Regent Street, Madison WI 53705, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Loeffler. 

Zusammenfassung: Das Überleben des bedrohten Kleinen Pandas (Ailurus fulgens) hängt zum Teil davon ab, ob die Tiere ausreichenden Schutz gegen Infektionskrankheiten entwickeln können. Diese Studie untersucht die Infektionskrankheiten dieser Tierart in ihren einheimischen Regionen. Serumproben wurden von 73 Kleinen Pandas in 10 Einrichtungen in den südwestlichen, östlichen und nordöstlichen Regionen Chinas von Oktober bis Dezember 2004 gesammelt  und auf Antikörper gegen neun häufige Erreger von Fleischfressern untersucht. Antikörpertiter gegen Hundestaupe, Parvovirose des Hundes, und Adenovirus des Hundes variierten in den drei Einrichtungen stark, in der Kleine Pandas geimpft werden. Der Titer gegen Adenovirus war bei einem geimpften Kleinen Panda ausreichend hoch, um die Infektion mit einem Feldvirus nach Impfung vermuten zu können. Diese Ergebnisse, sowie Einzelberichte von Morbidität und Mortalität nach der Impfung, führen zu der Schlußfolgerung, daß dieser chinesische Impfstoff nicht bei dieser Tierart verabreicht werden soll. Bei den sieben nicht geimpften Gruppen waren die Titer gegen Hundestaupe niedrig und bei 20-100% der Tiere vorzufinden. Antikörpertiter gegen Parvovirose wurden in sieben der acht Standorte nachgewiesen. Nur 1 von 61 bzw. 2 von 61 nicht geimpften Pandas zeigten Titer gegen Adenovirose bzw. Coronavirus des Hundes; diese Titer waren niedrig. Titer gegen Toxoplasma gondii wurden in vier der Standorte vorgefunden (33-94% seropositiv); die Titer in 52% der seropositiven Tiere waren ausreichend hoch, um bei anderen Tierarten auf aktive Infektion hinzudeuten (1:1,024 to ≥ 1:4,096). Ein Panda in jeder der drei Testregionen zeigte einen positiven Titer gegen Neospora caninum. Antikörper gegen Herpesvirus des Hundes und Brucella canis wurden nicht nachgewiesen. Nur einer der 73 Kleinen Pandas zeigte einen schwach positiven Titer gegen Influenza A. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, daß weitere Untersuchungen über Infektionskrankheiten sowie Schutz gegen diese Krankheiten bei Kleinen Pandas und anderen bedrohten Tierarten Chinas notwendig sind. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 51-54, 2007. 

Titel: Pharmakokinetik von Selamectin im Plasma nach einer einmaligen Verabreichung beim Amerikanischen Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) 

Autoren: Jennifer J. D'Agostino, D.V.M., Gary West, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dawn M. Boothe, M.S., D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M., Dipl. A.C.V.C.P., Prashanth K. Jayanna, D.V.M., Timothy Snider, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und John P. Hoover, M.S., D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Dipl. A.C.V.I.M.  

Oklahoma City Zoo, 2101 N.E. 50th Street, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA (D'Agostino, West); Department of Anatomy, Physiology, and Pharmacology, College of Veterinary Medicine, Auburn University, Auburn, Alabama 36849, USA (Boothe, Jayanna); Center for Veterinary Health Sciences (D'Agostino, West, Hoover) und Department of Pathobiology (Snider), College of Veterinary Medicine, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA. Korrespondenz bitte an Dr. D'Agostino in Oklahoma City Zoo. 

Zusammenfassung: Obwohl Parasiteninfektionen bei freilebenden sowie gehaltenen Amphibien häufig vorzufinden sind, fehlen pharmakologische Studien über Anthelminthika für diese Tierarten. Diese Studie wurde durchgeführt, um die Phamakokinetik von Selamectin im Plasma nach der topischen Verabreichung bei Ochsenfröschen zu bestimmen. 32 ausgewachsene Amerikanische Ochsenfrösche (Rana catesbeiana) wurden in acht Gruppen zu jeweils vier Fröschen zufällig eingeteilt; jede Gruppe stellte einen unterschiedlichen Zeitpunkt der Datensammlung dar. Selemectin (6 mg/kg) wurde bei sieben der Gruppen topisch verabreicht; die achte Gruppe diente als unbehandelte Kontrollgruppe. Die Frösche jeder Gruppe wurden nach der Verabreichung eingeschläfert, und Blutproben wurden sofort nach dem Tod am Tag 0 (Kontrolle), 1, 5, 10,15, 20, 25 und 30 gesammelt. Selemectin wurde im Plasma mit Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit Fluoreszenz-Detektion gemessen. Einzelne Proben wurden analysiert, und die Daten wurden als Mittelwert der Ergebnisse der vier Frösche von jedem Zeitpunkt angegeben. Die Lunge, Leber, Niere und Haut wurde histologisch untersucht; Zeichen einer toxischen Wirkung des Selemectins wurden nicht vorgefunden. Die mittlere maximale Plasmakonzentration betrug 162,5 ± 42,3 ng/ml, Fläche unter der Kurve (AUC) betrug 2856 ng d/ml, mittlere Residenzzeit betrug 12,2 d und die Eliminationshalbwertszeit betrug 1,87 d. Auf Grund der Pharmakokinetik kann man folgendes behaupten: Ochsenfrösche scheinen Selamectin sehr effektiv absorbieren zu können, hohe Konzentrationen werden im Plasma erreicht, und histologische Nebenwirkungen sind nach einer Einzeldosis nicht festzustellen. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 55-61, 2007. 

Titel: Untersuchungen über die passive Immunisierung bei jungen Moschusochsen (Ovibos moschatus) 

Autoren: Cheryl Rosa, D.V.M., Ph.D., Debra Miller, D.V.M., Ph.D., Matthew J. Gray, Ph.D., Anita Merrill, Tammie Vann und John Blake, D.V.M., M.Vet. Sc.  

University of Alaska Fairbanks, Institute of Arctic Biology, Fairbanks, Alaska 99775, USA (Rosa, Blake); The University of Georgia, College of Veterinary Medicine, Tifton Veterinary Diagnostic and Investigational Laboratory, Tifton, Georgia 31793, USA (Miller, Merrill, Vann); Department of Forestry, Wildlife and Fisheries, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Gray). Korrespondenz bitte an Dr. Rosa. 

Zusammenfassung: Schlechte Kälberproduktion und schlechter Allgemeinzustand von 3-4 Monate alten Kälbern sind häufig die limitierenden Faktoren bei der Aufzucht und Haltung von Moschusochsen (Ovibos moschatus) in menschlicher Obhut. Akutes Auftreten einer rasch fortschreitenden Enteritis und Septikämie bei neugeborenen Kälbern (2-7 Tage alt) ist ein beträchtliches Problem in vielen Institutionen mit Moschusochsen und wird durch das Bakterium Escherichia coli verursacht, das meist nicht als obligat pathogener Erreger bei domestizierten Tieren gilt. Immunoglobulin G- (IgG), Gesamtprotein-, Albumin- und Globulinwerte im Serum wurden bei perinatalen Moschusochsen und deren neugeborenen Kälbern gemessen und mit Werten von anderen Tierarten verglichen, in denen diese Messwerte gut beschrieben sind. Die Ergebnisse zeigen, daß IgG im Serum aller Weibchen in dieser Studie messbar war (Mittelwert = 1232,14 mg/dl, Standardabweichung = 178,34 mg/dl, mit radialer Immunodiffusion gemessen). Die Moschusochsenkälber werden wahrscheinlich a- oder hypogammaglobulinämisch geboren. Die IgG-Werte steigen schnell nach der Einnahme des Erstkolostrums der Kälber und ähneln dem Verlauf bei domestizierten Wiederkäuern. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, daß die passive Immunität bei Moschusochsen der von domestizierten Wiederkäuern ähnelt, und daß Referenzbereiche für domestizierte Rinder zur Interpretation der IgG Serumwerte bei Moschusochsen verwendet werden können. Das positive Verhältnis zwischen Gesamtprotein- und Globulinwerte mit IgG-Werte im Serum ähnelt dem für Schwarzbunte Rinder und ist deshalb ein praktischer Indikator der passiven Immunität  bei Moschusochsen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 62-66, 2007.

 

Titel: Morbidität und Mortalität von Weißkopfseeadlern (Haliaeetus leucocephalus) und Wanderfalken (Falco peregrinus), die im Wildlife Center of Virginia 1993-2003 vorgestellt wurden 

Autoren:  M. Camille Harris, D.V.M., M.S. und Jonathan M. Sleeman, Vet.M.B., Dipl. A.C.Z.M., M.R.C.V.S.  

Wildlife Center of Virginia, P.O. Box 1557, Waynesboro, Virginia 22980, USA (Harris, Sleeman). Aktuelle Adressen (Sleeman): Virginia Department of Game and Inland Fisheries, 4010 West Broad Street, Richmond, Virginia 23230, USA; (Harris): National Zoological Park, Department of Animal Health, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, DC 20008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Harris. 

Zusammenfassung: Medizinische Akten von 111 bedrohten Weißkopfseeadlern (86%; Haliaeetus leucocephalus) und Wanderfalken (14%; Falco peregrinus), die im Wildlife Center of Virginia 1993-2003 vorgestellt wurden, wurden untersucht. Die abgebende Person, die Morbiditäts- und Mortalitätsursachen und der Ausgang der Fälle wurden registriert. Die Hälfte der Patienten wurde von bundesstaatlichen Mitarbeitern des Virginia Department of Game and Inland Fisheries in die Wildtierrettungsstation gebracht. Trauma war die häufigste Ursache für die Aufnahme von Weißkopfseeadlern (70%) und Wanderfalken (81%). Zusätzliche Ursachen der Morbidität und Mortalität von Weißkopfseeadlern waren Intoxikationen (10%), Infektionskrankheiten (8%) und verwaiste Jungvögel (1%). Neoplasmen wurden bei zwei Fällen mit Trauma festgestellt; die Fälle deuteten auf die Möglichkeit hin, daß eine vorher existierende Erkrankung die Anfälligkeit für akute traumatische Verletzungen erhöhte. Wanderfalken wurden ebenfalls wegen Infektionskrankheiten vorgestellt (19%). Die häufigste Infektionskrankheit bei beiden Vogelarten war Infektion mit Westnilvirus. 39% der Vögel wurden wieder freigesetzt, 28% wurden eingeschläfert, 20% sind verstorben, und 13% verblieben in menschlicher Obhut. Die Vögel wurden nach der Freisetzung nicht weiter verfolgt, deshalb kann anhand dieser Studie nicht festgestellt werden, ob die rehabilitierten Vögel zum Überleben von bedrohten Populationen beigetragen haben. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 67-76, 2007.

 

Titel: Biomedizinische Untersuchung von schwarzen Makis (Eulemur macaco macaco) in Lokobe-Naturreservat, Madagaskar 

Autoren: Randall E. Junge, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. Und Edward E. Louis, D.V.M., Ph.D.  

Saint Louis Zoo, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Junge); Omaha's Henry Doorly Zoo, 3701 S 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA (Louis). Korrespondenz bitte an Dr. Junge. 

Zusammenfassung: 25 freilebende schwarze Makis (Eulemur macaco macaco) im Lokobe-Naturreservat  im nordwestlichen Madagaskar wurden medizinisch untersucht. Eine Allgemeinuntersuchung wurde bei jedem Tier durchgeführt, und Körpergewicht, Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz wurden notiert. Blutproben wurden gesammelt, und Gesamt- und Differentialblutbild, Hämoparasitenuntersuchung, biochemische Serumuntersuchung, fettlösliche Vitaminanalyse, Spurenelementanalyse, sowie Serologie für Toxoplasma gondii und Viren wurden durchgeführt. Kotproben wurden gesammelt, und bakterielle Kultur und Endoparasitenuntersuchung wurden durchgeführt. Ektoparasiten wurden ebenfalls gesammelt und identifiziert. Ergebnisse wurden mit bekannten Referenzbereichen für schwarze Makis in nordamerikanischen zoologischen Gärten verglichen. Signifikante Unterschiede zwischen freilebenden und in menschlicher Obhut lebenden Makis wurden für die folgenden Parameter festgestellt: Gesamtleukozytenzahl, Zahl der segmentkernigen und stabkernigen Neutrophilen, Eosinophilen, Monozyten und Basophilen, und Serumwerte für Aspartataminotransferase, Alaninaminotransferase, Gesamtbilirubin, Alkalinphosphatase, Gesamtprotein, Kreatinin, Phosphor, Calcium, Natrium, Kalium und Kreatinphosphokinase. Ein Tier zeigte positive Titer gegen Toxoplasma. Die beiden Endoparasiten Lemuricola und Callistroura wurden nachgewiesen. Zwei Ektoparasiten wurden nachgewiesen, nämlich Milben der Psorpotes-Gattung und eine der Laelapidae-Familie. Die bakterielle Kotkultur ergab die folgenden Organismen: Enterococcus sp., Staphylococcus sp., Escherichia coli, Streptococcus sp., Klebsiella ozaenae und Bacillus cereus. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 77-84, 2007.

 

Titel: Altersbedingte Veränderungen im Blutbild und biochemische Plasmawerte bei jungen Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) 

Autoren: Yuka Kakizoe, D.V.M., Ken Sakaoka, Futoshi Kakizoe, Makoto Yoshii, Hitoshi Nakamura, Yoshihiko Kanou, D.V.M. und Itaru Uchida, Ph.D.  

Port of Nagoya Public Aquarium, 1-3, Minato-machi, Minato-ku, Nagoya, Aichi, 455-0033, Japan. Korrespondenz bitte an Dr. Kakizoe. 

Zusammenfassung: Hämatologische und biochemische Werte wurden bei jungen Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) im Alter von 1 Monat bis 3 Jahre gemessen, um Basiswerte zu bestimmen. Fünf klinisch gesunde Schildkröten wurden aus einem Gelege entnommen und auf einem künstlichen Niststrand in einem Innengehege aufgezogen. Blutproben wurden insgesamt 15 Mal entnommen und untersucht. Die folgenden hämatologischen Werte wurden bestimmt: Hämatokrit, Leukozytenzahl und Differentialblutbild. Die folgenden biochemischen Plasmawerte wurden gemessen: Gesamtbilirubin, Gesamtprotein, Albumin, Glutamatoxalacetattransaminase (GOT=AST), Glutamatpyruvattransaminase (GPT=ALT), γ-Glutamyltransaminase (GGT), Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Alkalinphosphatase, Amylase, Triglyceride, Gesamtcholesterin und ionisiertes Natrium, Kalium und Chlor. Die Ergebnisse dieser Studie wurden verwendet, um hämatologische und biochemische Basisblutwerte für junge Unechte Karettschildkröten in menschlicher Obhut zu bestimmen und werden zur medizinischen Versorgung dieser Tiere beitragen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 85-92, 2007.

Titel: Metabolische Knochenerkrankung bei jungen Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti): Messung von ionisiertem Calcium, Parathormon und Vitamin D3 als diagnostische Parameter

Autoren: Michael J. Adkesson, D.V.M. und Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Adkesson, Langan); Chicago Zoological Society/Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan). Aktuelle Adresse (Adkesson): Saint Louis Zoological Park, One Government Drive, Saint Louis, Missouri, 63110-1395, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Adkesson.

Zusammenfassung: Drei Fälle von einer metabolischen Knochenerkrankung wurden bei jungen Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti) in einer zoologischen Einrichtung identifiziert. Die Diagnose, Überwachung und Behandlung waren erschwert, weil Röntgenaufnahmen und traditionell verwendete biochemische Serumwerte nicht ausreichend Information boten, um die klinische Behandlung zu leiten. Referenzbereiche für ionisiertes Calcium (iCa), 25-Hydroxy-Vitamin D3 [25-(OH) D3] und Parathormon (PTH) existieren für keine der Vogelarten der Ordnung Sphenisciformes in der Literatur. Diese Studie legt Referenzbereiche für diese Werte fest, um eine Methode zur Diagnose von klinischen Fällen einer solchen metabolischen Knochenerkrankung und ähnlichen Krankheiten zu bieten. iCa wurde bei 33 gesunden, ausgewachsenen Pinguinen in zwei zoologischen Gärten mit einem tragbaren Gerät gemessen. iCa wurde auch von 14 dieser Vögel in einem kommerziellen Labor gemessen. Der Mittelwert und die Standardabweichung für die beiden Meßmethoden betrugen 1,21 ± 0,09 bzw. 1,29 ± 0,10 mmol/L. Referenzwerte für iCa sind für wenige Vogelarten bekannt. Die Ergebnisse dieser Studie stimmen mit den anderen wenigen Studien bei Vögeln überein und schienen klinisch nützlich zu sein. PTH und  25-(OH) D3 wurden von 14 gesunden, ausgewachsenen Pinguinen aus einem zoologischen Garten in einem kommerziellen Labor gemessen. Der Mittelwert und die Standardabweichung für PTH und 25-(OH) D3 betrugen 0,8 ± 0,3 pmol/L bzw. 3,7 ± 2,4 nmol/L. Diese Werte befinden sich nahe des meßbaren Mindestwertes des Assays; deshalb ist die Gültigkeit und Brauchbarkeit der vorhandenen Labortests für PTH und 25-(OH) D3 für diese Vogelart fragwürdig.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 93-96, 2007.

Titel: Ausbruch von Infektiöser Pleuropneumonie der Ziege bei exotischen Huftieren in menschlicher Obhut im Al Wabra Wildlife Preservation, Katar

Autoren: Abdi Arif, B.V.Sc., M.Sc., Julia Schulz, D.V.M., François Thiaucourt, D.V.M., Ph.D., Abid Taha, B.Sc. und Sven Hammer, D.V.M.

Al Wabra Wildlife Preservation, P.O. Box 44069, Doha, Katar (Arif, Schulz, Taha, Hammer); Reference Laboratory, Cirad Animal Health Department, Campus International De Baillarguet, 34398 Montpellier Cedex 05, Frankreich (Thiaucourt). Korrespondenz bitte an Dr. Arif.

Zusammenfassung: Infektiöse Pleuropneumonie der Ziege, die durch Mycoplasma capricolum subsp. capripneumoniae verursacht wird, ist eine hoch ansteckende und schwerwiegende Atemwegserkrankung von domestizierten Ziegen, die durch Husten, schwerwiegende Atemnot und hohe Mortalität gekennzeichnet ist. Fibrinöse Pleuropneumonie mit strohfarbener Pleuraflüssigkeit wird bei der pathologischen Untersuchung vorgefunden. Ein Ausbruch dieser Infektionskrankheit fand bei Bezoarziegen (Capra aegagrus), Nubischen Steinböcken (Capra ibex nubiana), Laristan-Mufflons (Ovis orientalis laristanica) und Giraffengazellen (Litocranius walleri) im Al Wabra Wildlife Preservation in Katar statt. Die Krankheit wurde anhand der klinischen Symptome und pathologischen Befunde vermutet und durch Isolierung und Identifizierung des Organismus bestätigt. Das Vorkommen dieser Krankheit bei diesen neuen Huftierarten zeigt, daß die Infektiöse Pleuropneumonie der Ziege eine potentielle Gefahr für Wildtiere ist und den Artenschutz bedrohter Wildwiederkäuer gefährdet, besonders im Nahen Osten, da die Krankheit durch das Vorkommen von chronischen Trägern dort enzootisch ist. Empfängliche, importierte Tiere sollten unter Quarantäne gestellt und geimpft werden. Die optimalen Proben zur Diagnose sind Pleuraflüssigkeit, die eine hohe Anzahl von Mykoplasmen enthält, sowie hepatisierte Lungenabschnitte, vorzugsweise an der Grenze zwischen unverändertem und erkranktem Gewebe. Proben müssen möglichst schnell und unter angemessener Kühlung zum diagnostischen Labor geschickt werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 97-100, 2007.

Titel: Trypanosoma evansi Infektion bei Kragenbären (Selenarctos thibetanus)

Autoren: G. Muhammad, D.V.M., M.Sc. (Hons.), Ph.D., M. Saqib, D.V.M., M.Sc. (Hons.), M. S. Sajid, D.V.M., M.Sc. (Hons.) und A. Naureen, D.V.M., M.Sc. (Hons.)

Department of Clinical Medicine and Surgery, Faculty of Veterinary Science, University of Agriculture, Faisalabad 38040, Pakistan (Muhammad, Saqib, Naureen); Department of Veterinary Parasitology, Faculty of Veterinary Science, University of Agriculture, Faisalabad 38040, Pakistan (Sajid). Korrespondenz bitte an Dr. Sajid.

Zusammenfassung: Der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär (Selenarctos thibetanus) ist eine bedrohte Tierart. Gezähmte Kragenbären werden in südostasiatischen Ländern häufig von wandernden Bärenbändigern gehalten zur Unterhaltung der Einwohner. Diese Tiere sind in menschlicher Obhut psychischen und körperlichen Traumata ausgesetzt, sowie Infektionskrankheiten, die ebenfalls bei domestizierten Tieren vorkommen. Dieser Bericht beschreibt die Infektion mit Trypanosoma evansi bei vier gezähmten Kragenbären aus den Faisalabad- und Jhang-Regionen Pakistans. Die Tiere zeigten Fieber, beschleunigte Pulsfrequenz, Tachypnoe, Apathie, anämische Schleimhäute und Ataxie (n = 3). Die mikroskopische Untersuchung von Blutausstrichen zeigte eine mittlere (n = 2) oder hohe (n = 2) Anzahl von T. evansi. Die vier Bären wurden zweimal täglich alle 3 Tage mit Suramin mit der fast zweifachen Dosis von domestizierten Tieren (10 mg/kg) behandelt. Blutausstriche der Bären 5, 7 und 10 Tage nach der Behandlung zeigten keine Blutparasiten. Nebenwirkungen wurden bei den vier Bären nicht festgestellt, und alle Tiere waren 3-7 Tage nach Abschluß der zweiten Behandlungsrunde symptomfrei. Ein Bär starb 8 Tage nach der zweiten Behandlung (11. Tag). Dieser Bericht stellt die erste bekannte Infektion von T. evansi bei Bären dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 101-107, 2007.

Titel: Atypische Mykobakteriose durch Mycobacterium szulgai mit tödlichem Ausgang bei zwei Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) in menschlicher Obhut

Autoren: Claude Lacasse, D.V.M., Karen Terio, D.V.M, Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Michael J. Kinsel, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Lisa L. Farina, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Dominic A. Travis, D.V.M., M.S., Rena Greenwald, M.D., Konstantin P. Lyashchenko, Ph.D., Michele Miller, D.V.M., Ph.D. und Kathryn C. Gamble, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M.

Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA (Lacasse, Travis, Gamble); University of Illinois Zoological Pathology Program, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Terio, Kinsel, Farina); Chembio Diagnostic Systems Inc., 3661 Horseblock Road, Medford, New York 11763, USA (Greenwald, Lyashchenko); Disney's Animal Programs, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA (Miller). Aktuelle Adresse (Farina): University of Florida, College of Veterinary Medicine, Department of Infectious Diseases and Pathology, P.O. Box 100880, Gainesville, Florida 32611, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lacasse.

Zusammenfassung: Mycobacterium szulgai verursachte den Tod von zwei Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) im Lincoln Park Zoo. Der erste Elefant zeigte hochgradige, akute Lahmheit der linken Hintergliedmaße. Trotz unfangreicher Behandlungen ist das Tier zusammengebrochen und starb 13 Monate nach den ersten Symptomen. Bei der pathologischen Untersuchung wurde Osteomyelitis mit Verlust des Femurkopfes und des Acetabulums sowie Lungengranulome mit M. szulgai vorgefunden. Der zweite Elefant brach während des Transports zu einem anderen zoologischen Garten ohne vorherige klinische Symptome zusammen. Dieses Tier mußte eingeschläfert werden, da es selbst nach geraumer Zeit nicht wieder aufstand. Granulomatöse Pneumonie mit M. szulgai wurde bei der pathologischen Untersuchung vorgefunden. Zwei neue Immunoassays wurden mit eingefrorenem Serum durchgeführt, und Antikörper gegen Mycobacterium-Antigene konnten bei beiden infizierten Elefanten nachgewiesen werden. Der Zeitpunkt oder die Pathogenese der Infizierung konnte nicht festgestellt werden. Nach Durchsicht der humanmedizinischen Literatur über die Epidemiologie dieses Erregers bei Menschen wird ersichtlich, daß die Übertragung zwischen Elefanten unwahrscheinlich ist, da die Übertragung dieses Erregers zwischen zwei Menschen nicht vorkommt und ein dritter Elefant der Herde nicht infiziert wurde. Zusätzlich zu Mycobacterium bovis und Mycobacterium tuberculosis, müssen atypische Mykobakterien als potentielle pathogene Erreger für Elefanten angesehen werdern.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 108-113, 2007.

Titel: Amyloidose bei zwei gestrandeten Stejnegeri-Schnabelwalen (Mesoplodon stejnegeri) im Japanischen Meer

Autoren: Yuko Tajima, D.V.M., Ph.D., Akinori Shimada, D.V.M., Ph.D., Tadasu K. Yamada, Ph.D. und Daniel F. Cowan, M.D.,C.M.

University of Texas Medical Branch, Galveston, Texas 77555-0555, USA (Tajima, Cowan); Tottori University, Tottori-city, Tottori prefecture, 680-8553, Japan (Shimada); National Science Museum, Shinjuku-ku, Tokyo, 169-0073, Japan (Yamada); Texas Marine Mammal Stranding Network, Galveston, Texas 77551, USA (Cowan). Aktuelle Adresse (Tajima): National Science Museum, Shinjuku-ku, Tokyo, 169-0073, Japan. Korrespondenz bitte an Dr. Tajima.

Zusammenfassung: Amyloidose wird durch Ablagerung von autologen, extrazellulären, fibrillären Proteinen im Gewebe verursacht, die zu Schädigung naheliegenden Gewebes führen kann. Amyloidose ist bei einer Vielzahl von Tieren ausführlich beschrieben, darunter Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Die Erkrankung wurde bis jetzt nur einmal zuvor bei Walen beschrieben. In den Jahren 1999 und 2000 strandeten 12 Stejnegeri-Schnabelwale (Mesoplodon stejnegeri) an der Küste des Japanischen Meeres. Amyloidose wurde bei zwei der Tiere festgestellt (Fall 1: 498 cm, Männchen; Fall 2: 520 cm Weibchen). Die Prävalenz von Amyloidose bei dieser Gruppe betrug ca. 17%. Die beiden betroffenen Wale waren nach folgenden körperlichen und reproduktiven Kriterien ausgewachsen: Körperlänge, äußerliche Eigenschaften, Skelett- sowie Gonadenmerkmale. Bei der pathologischen Untersuchung war die Leber merklich geschwollen, bröckelig und blaß (braun-gelb). Eine signifikante Menge Amyloid war im Disseschen Raum der Leber abgelagert, und hochgradige Atrophie der Leberzellen war ebenfalls vorhanden. Zahlreiche Granulome, die zum Teil Nematoden (Crassicauda sp.) enthielten, wurden zusammen mit Amyloidablagerung in der Niere vorgefunden. Amyloid wurde auch im Herzen, in der Milz, in der Nebenniere und im Pankreas festgestellt. Amyloid wurde bei beiden Fällen durch seine typische Morphologie mit der HE- und Kongorotfärbung festgestellt. Elektronenmikroskopische Untersuchung ergab ein typisches Netzwerk von dünnen Fibrillen mit 11 nm Durchmesser. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Amyloidose bei zwei gestrandeten Stejnegeri-Schnabelwalen (Mesoplodon stejnegeri) an der Küste des Japanischen Meeres dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 114-120, 2007.

Titel: Urat-Nephrolithiasis bei einem Nördlichen See-Elefanten (Mirounga angustirostris) und einem Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus)

Autoren: Sophie Dennison, B.V.M.&S., M.R.C.V.S., Frances Gulland, Vet.M.B., Ph.D., M.R.C.V.S., Martin Haulena, D.V.M., M.Sc., Helio De Morais, D.V.M., Ph.D., Dip. A.C.V.I.M. und Kathleen Colegrove, D.V.M., Dip. A.C.V.P.

Marine Mammal Center, 1065 Fort Cronkhite, Marin Headlands, Sausalito, California 94965, USA (Dennison, Gulland, Haulena); School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin 53706, USA (De Morais); The Department of Pathology, Microbiology and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA (Colegrove). Aktuelle Adressen (Dennison): Radiology Department, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, Wisconsin 53706, USA; (Haulena): Vancouver Aquarium, P.O. Box 3232, Vancouver, British Columbia, V6B 3X8, Kanada. Korrespondenz bitte an Dr. Dennison.

Zusammenfassung: Urat-Nephrolithiasis wird selten bei Meeressäugetieren beschrieben. In den Jahren 2004 und 2005 wurden zwei Fälle von Nephrolithiasis bei der pathologischen Untersuchung eines Nördlichen See-Elefanten (Mirounga angustirostris) sowie eines Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) festgestellt. Nierensteine wurden an mehreren Stellen in beiden Nieren jedes Tieres bei der Sektion gefunden, und variierten von 1-10 mm Durchmesser beim See-Elefanten und von 1-15 mm beim Seelöwen. Pathoanatomische und -histologische Untersuchungen zeigten zusätzlich assoziierte Erweiterung des Nierenbeckens und Pyelonephritis bei beiden Tieren. Hydronephrose wurde außerdem beim Seelöwen festgestellt. Die Nierensteine bestanden aus Harnsäure und Ammoniumurat beim See-Elefanten und nur aus Ammoniumurat beim Seelöwen. Die zugrunde liegende Krankheit der Nierensteinbildung konnte nicht festgestellt werden, obwohl vermutet wird, daß eine unbekannte metabolische Störung aufgrund morphologischer oder physiologischer Abweichungen eine Rolle gespielt haben könnte. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung der Urat-Nephrolithiasis bei einem Kalifornischen Seelöwen und einem Nördlichen See-Elefanten dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 121-124, 2007.

Titel: Embryonales Rhabdomyosarkom bei einem jungen Mittelamerikanischen Tapir (Tapirus bairdii)

Autoren: Christopher J. Bonar, V.M.D., Albert H. Lewandowski, D.V.M. und Anthony J. Skowronek, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Cleveland Metroparks Zoo, 3900 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109, USA (Bonar, Lewandowski); Battelle Toxicology, 505 King Avenue, Columbus, Ohio 43201, USA (Skowronek). Korrespondenz bitte an Dr. Bonar.

Zusammenfassung: Ein junger Mittelamerikanischer Tapir (Tapirus bairdii), der eine Vorgeschichte von Anfällen hatte, entwickelte Symptome einer Atemwegserkrankung. Eine Lungenentzündung wurde zunächst vermutet, und Antibiose wurde eingeleitet. Das Tier zeigte nach 14 Tagen keine Besserung und entwickelte einseitigen blutigen Nasenausfluss. Endoskopische und röntgenologische Untersuchung zeigte ein Weichteilgewächs im Nasopharynx, das den weichen Gaumen herunterdrückte. Der Tapir starb 32 Tage nach den ersten respiratorischen Symptomen. Die histologische Untersuchung des Gewächses zeigte einen Tumor des Mesenchyms aus Spindelzellen mit länglichen Kernen, die dicht gepackte Faszikel bildeten. Die neoplastischen Spindelzellen zeigten ausgeprägte Querstreifen. Bei der immunohistochemischen Untersuchung reagierten die Zellen mit Desmin und Myoglobin, aber nicht mit Aktin der glatten Muskeln; dadurch wurde die Diagnose eines Rhabdomyosarkoms bestätigt. Das embryonale Rhabdomyosarkom ist der häufigste Weichteiltumor des Nasopharynx des Menschen und wird bei Hunden, Pferden und Schweinen selten vorgefunden. Neoplasie sollte als Differentialdiagnose bei einseitigem Nasenausfluss und inspriatorischem Stridor in Betracht gezogen werden, auch bei Jungtieren.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 125-126, 2007.

Titel: Messung der Schilddrüsenhormone (Thyroxin, T4; Trijodthyronin, T3) bei nicht-domestizierten Katzenarten in menschlicher Obhut

Autoren: Débora Cattaruzzi Rodini, M.S., D.V.M., Erika Cristiane Gutierrez Felippe, BIO. und Cláudio Alvarenga Oliveira, D.V.M., M.S., Ph.D.

Departamento de Reprodução Animal da Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia da Universidade de São Paulo, Av. Prof. Dr. Orlando Marques de Paiva, n. 87. Cidade Universitária-Butantã, São Paulo–SP, 05508-000, Brasilien. Korrespondenz bitte an Dr. Cattaruzzi Rodini.

Zusammenfassung: Diese Studie liefert die Basiswerte der Schilddrüsenfunktionstests bei nicht domestizierten Katzenarten. Konzentrationen von Schilddrüsenhormonen im Serum (Thyroxin, T4; Trijodthyronin, T3) wurden mit Radioimmunoassay bei 145 Tieren aus neun Wildkatzenarten in menschlicher Obhut gemessen: Jaguar (Panthera onca), n = 49; Puma (Puma concolor), n = 10; Ozelot (Leopardus pardalis), n = 22; Onzille (Leopardus tigrinus), n = 12; Kleinfleckkatze (Oncifelis geoffroyi), n = 4; Jaguarundi (Herpailurus yaguarondi), n = 8; Langschwanzkatze (Leopardus wiedii), n = 7; Löwe (Panthera leo), n = 26; und Tiger (Panthera tigris), n = 7. Für jede Katzenart betrug der Mittelwert ± Standardfehler des Mittelwertes (SEM) von T3 und T4: Jaguar, 0,56 ± 0,03 und 9,7 ± 0,8 ng/ml; Puma, 0,67 ± 0,04 und 11,2 ± 1,2 ng/ml; Ozelot, 0,48 ± 0,03 und 13,8 ± 1,5 ng/ml; Onzille, 0,43 ± 0,03 und 10,0 ± 1,6 ng/ml; Kleinfleckkatze, 0,44 ± 0,04 und 8,0 ± 0,16 ng/ml; Jaguarundi, 0,7 ± 0,03 und 5,0 ± 1,0 ng/ml; Landschwanzkatze, 0,48 ± 0,04 und 12,2 ± 2,3 ng/ml; Löwe, 0,43 ± 0,02 und 5,7 ± 2,6 ng/ml; und Tiger, 0,66 ± 0,03 und 12,6 ± 0,9 ng/ml. Innerhalb jeder Tierart variierten die Konzentrationen von T3 and T4 nicht signifikant (P > 0,05) zwischen weiblichen und männlichen Tieren.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 127-130, 2007.

Titel: Diagnose und Behandlung von mehrfachen Chromatophoromen bei einer Schwarznatter (Coluber constrictor flaviventris)

Autoren: Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Jeffrey N. Bryan, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.I.M. (Oncology), Gayle Johnson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und April Freeman, D.V.M.

Kansas City Zoo, 6800 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Suedmeyer); University of Missouri–Columbia, College of Veterinary Medicine, Clydesdale Hall, Columbia, Missouri 65211, USA (Bryan); Veterinary Medical Diagnostic Laboratory, University of Missouri–Columbia College of Veterinary Medicine, 1600 East Rollins, Columbia, Missouri 65211, USA (Johnson); University of Florida College of Veterinary Medicine, Gainesville, Florida 32610, USA (Freeman). Korrespondenz bitte an Dr. Suedmeyer.

Zusammenfassung: Eine wildgefangene, subadulte Schwarznatter (Coluber constrictor flaviventris) zeigte drei erhabene, lokal begrenzte, bewegliche subkutane Gewächse über die dorsale und rechte epaxiale Muskulatur. Chromatophorome wurden mit mikroskopischer Untersuchung mit Spezialfärbungen der chirurgisch entfernten Tumore diagnostiziert. Metastasen konnte nicht mit Röntgenaufnahmen oder Computertomographie des gesamten Körpers festgestellt werden. Zusätzliche Biopsien der betroffenen Stellen wurden 13 Wochen nach dem ersten chirurgischen Eingriff entnommen und zeigten normale Haut und Subkutis. Die Schlange erholte sich ohne Komplikationen und war 18 Monate später noch klinisch unauffällig. Chirurgische Entfernung von Chromatophoromen bleibt Behandlung erster Wahl bei Schlangen. Subkutane Gewächse bei Schlangen sollten ausführlich untersucht werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 131-134, 2007.

Titel: Tödliche Infektion mit Ozolaimus megatyphlon bei einem Grünen Leguan (Iguana iguana rhinolopa)

Autoren: Panayiotis Loukopoulos, D.V.M., Dip.V.St., Ph.D., Anastasia Komnenou, D.V.M., Dr.Med.Vet., Elias Papadopoulos, D.V.M., M.Sc., Dr.Med.Vet., Dipl. E.V.P.C. und Vassilios Psychas, D.V.M., Dr.Med.Vet.

Pathology Laboratory (Loukopoulos, Psychas); Companion Animal Clinic (Komnenou); and Parasitology Laboratory (Papadopoulos), Faculty of Veterinary Medicine, Aristotle University of Thessaloniki, 54124 Griechenland. Korrespondenz bitte an Dr. Loukopoulos.

Zusammenfassung: Ein importierter, 2,5 Jahre alter, weiblicher Grüner Leguan (Iguana iguana rhinolopa), der in Griechenland gehalten wurde, zeigte seit einem Monat Inappetenz und Allotriophagie. Bei der klinischen Untersuchung zeigte das Tier Kachexie, hochgradige Bauchdehnung und fibröse Osteodystrophie. Trotz Behandlung starb das Tier ein Monat später. Bei der pathologischen Untersuchung wurde eine hochgradige Ansammlung von fadenförmigen Nematoden im Dickdarm vorgefunden. Die Parasiten wurden als Ozolaimus megatyphlon identifiziert, die der Familie Oxyuridae der Pharyngodonidae gehören, die normalerweise nicht pathogene Darmparasiten von Leguanen darstellen. Das Vorkommen dieses Parasiten wurde bislang in Europa nicht beschrieben; eine pathogene Infektion wurde in Japan bereits beschrieben. Der Leguan wurde vermutlich vor dem Import infiziert. Die unmittelbare Todesursache war der starke Parasitenbefall, obwohl die unzureichende Ernährung des Tieres, die schlechte Hygiene des Terrariums sowie das Fehlen eines anthelminthischen Behandlungsprogrammes sicherlich zum Abbau des Allgemeinzustandes beitrugen. Erkennung dieser parasitären Infektion, die wahrscheinlich in Europa neu ist oder zu selten erkannt wird, könnte die medizinische Versorgung und Handelsstandards dieser Tierart verbessern.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 135-138, 2007.

Titel: Bandscheibenvorfall und operative Dekompression bei einem Binturong (Arctictis binturong)

Autoren: Maria Spriggs, D.V.M., Jason Arble, D.V.M. und Gwen Myers, D.V.M.

The Ohio State University College of Veterinary Medicine, 601 Vernon L. Tharp Street, Columbus, Ohio 43210, USA (Spriggs, Arble); Columbus Zoo and Aquarium, 9990 Riverside Drive, Powell, Ohio 43065, USA (Myers). Aktuelle Adresse (Spriggs): Florida Veterinary Specialists, 3000 Busch Lake Boulevard, Tampa, Florida 33614, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Spriggs.

Zusammenfassung: Ein 10 Jahre alter Binturong (Arctictis binturong) zeigte akute Hinterhandlähmung. Die neurologische Untersuchung zeigte sensorische sowie motorische Paraplegie. Myelographie und Computertomographie zeigte ventrolaterale extradurale Kompression des Rückenmarks auf der Höhe des L3-L4 Zwischenwirbelraums. Chirurgische Dekompression mit Hemilaminektomie und Entfernung  des degenerativen Nucleus pulposus wurde durchgeführt und durch histopathologische Untersuchung des Gewebes bestätigt. Die motorische Funktion verbesserte sich geringfügig 8 Tage nach der Operation, aber der Binturong starb 19 Tage nach der  Operation an Pankreatitis.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 139-142, 2007.

Titel: Infektion mit Hundestaupe und Verdacht auf vorausgehende, Parvovirus-verursachte, Myokarditis bei einem Dachs (Meles meles)

Autoren: Hugo Burtscher, D.V.M., Dipl. E.C.V.P. und Angelika Url, D.V.M.

Department für Pathobiology, Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin, Veterinärmedizinische Universität, Wien, Veterinärplatz 1, A-1210, Wien, Österreich. Korrespondenz bitte an Dr. Url.

Zusammenfassung: Ein ca. 1,5 Jahre alter, wildlebender, männlicher Dachs (Meles meles) im östlichen Teil Österreichs zeigte bei der Sektion makroskopische und mikroskopische Veränderungen, die mit Hundestaupe einhergehen: nichteitrige Meningoencephalitis, interstitiale Pneumonie mit einer Ansammlung von Makrophagen in den Alveolen mit intranukleären Einschlußkörperchen,vesikuläres Exanthem des ventralen Abdomens, und Atrophie des Lymphgewebes. Hundestaupe-Antigene wurden in zahlreichen Organen mit Immunohistochemie nachgewiesen. Zusätzlich war weit verbreitete, kollagenreiche und paucizelluläre Fibrose des Myokards vorhanden. Diese Veränderungen stimmen mit Nachfolgen der akuten Herzform von Parvovirose des Hundes überein. Es wurde vermutet, daß der Dachs eine Parvovirose verursachte Myokarditis als Jungtier erlitt, und daß das entsprechende Antigen oder Virus-DNA wegen Abschluß der Erkrankung nicht mehr nachweisbar war.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 143-145, 2007.

Titel: Schilddrüsenunterfunktion bei einem Afrikanischen Waldbüffel (Syncerus caffer nanus)

Autoren: Matthew C. Allender, D.V.M., M.S., Michael Briggs, D.V.M., M.S. und Clifford F. Shipley, D.V.M.

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 2001 South Lincoln Avenue, Urbana, Illinois 61802, USA (Allender, Shipley); African Predator Conservation Research Organization, 289 Butte View Drive, Bolingbrook, Illinois 60490, USA (Briggs). Aktuelle Adresse (Allender): University of Tennessee, College of Veterinary Medicine, 2704 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Allender.

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, weiblicher Afrikanischer Waldbüffel (Syncerus caffer nanus) unbekannten Alters zeigte rezidivierend übermäßiges Hufwachstum, anhaltenden Anöstrus, Übergewicht, mattes Haarkleid und verringerte Aktivität. Blutbild und biochemische Serumanalyse ergaben keine Abweichungen. Die Gesamttrijodthyronin- und –thyroxinkonzentrationen waren niedriger als Werte für gesunde, domestizierte Rinder und für einen gesunden Afrikanischen Waldbüffel. Das Tier wurde oral mit Levothyroxin behandelt, und Blutkonzentrationen von Gesamttrijodthyronin- und –thyroxin stiegen. Das Tier zeigte nach Beginn der Behandlung eine Gewichtszunahme, Haarwachstum und regelmäßige Fortpflanzungszyklen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 146-149, 2007.

Titel: Rezidivierende Zungenspitzenkonstriktion bei einem Großen Armeisenbär (Myrmecophaga tridactyla) in menschlicher Obhut

Autoren: Hanspeter W. Steinmetz, Dr. med. vet., M.Sc., Marcus Clauss, Dr. med. vet., Dipl. E.C.V.C.N., Karsten Feige, Prof. Dr. med vet., Tanja Thio, Dr. med. vet., Ewald Isenbügel, Prof. Dr. med. vet. und Jean-Michel Hatt, Prof. Dr. med. vet., M.Sc.

Abteilung für Zoo-, Heim- und Wildtiere (Steinmetz, Clauss, Hatt), Pferdeklinik, Abteilung Innere Medizin (Feige), und das Institut für Veterinärpathologie (Thio), Vetsuisse-Faculty, Universität Zürich, 8057 Zürich, Schweiz; Zoo Zürich, 8044 Zürich, Schweiz (Isenbügel). Korrespondenz bitte an Dr. Steinmetz.

Zusammenfassung: Ein männlicher Großer Armeisenbär (Myrmecophaga tridactyla) wurde wegen Zungenspitzenkonstriktion zweimal behandelt; er zeigte verminderte Futteraufnahme, weichen Kot, orale Blutungen und intermittierende Zungenschmerzen. Beim ersten Vorfall wurden Holzfasern als Ursache der Einschnürung der distalen Zunge durch Endoskopie identifiziert und entfernt. Bei der zweiten Episode wurden Bänder kollagener Fasern vorgefunden und entfernt. Beide Vorfälle wurden durch Ernährungsfaktoren verursacht: die langen Holzfasern waren Bestandteil des Torfes, der zur Verbesserung der Kotkonsistenz zugefügt wurde, und die Kollagenfasern waren Faszien mageren Fleisches, das als Proteinquelle diente. Um solchen Vorfällen vorzubeugen, wurde der Torf vorher durchsiebt, um lange Fasern zu trennen, und das Fleisch wurde zerkleinert. Ein homogenes Futtermittel aus Zellulose statt Torf und mit Katzentrockenfutter statt Fleisch kann die beschriebene Zungenkonstriktionen ebenfalls vermeiden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(1): 150-153, 2007.

Titel: Dysgerminom des Eierstocks bei zwei Antillen-Ochsenfröschen (Leptodactylus fallax)

Autoren: Scott D. Fitzgerald, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Ann E. Duncan, D.V.M., Chris Tabaka, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., April Dieter, L.V.T., und Matti Kiupel, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University, 4125 Beaumont Road, Lansing, Michigan 48910, USA (Fitzgerald, Kiupel); Detroit Zoological Institute, P.O. Box 39, Royal Oak, Michigan 48068, USA (Duncan, Tabaka, Dieter); Northwest ZooPath, 645 W. Main Street, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Korrespondenz bitte an Dr. Fitzgerald.

Zusammenfassung: Die pathoanatomischen und -histologischen sowie immunohistochemischen Eigenschaften eines Dysgerminoms des Eierstocks wird bei zwei ausgewachsenen Antillen-Ochsenfröschen (Leptodactylus fallax) von der gleichen zoologischen Einrichtung beschrieben. Ein Frosch wurde tot aufgefunden; der andere Frosch zeigte mehrere Tage lang einen aufgeblähten Bauch und Apathie. Bei der Sektion war der linke Eierstock beider Frösche durch große, blasse, multilobuläre Tumore ersetzt. Zahlreiche kleinere Knoten waren zusätzlich bei einem der Frösche in mehreren Organen im Zölom verteilt. Bei der histologischen Untersuchung bestanden die Tumore aus vielflächigen Keimzellen in Schichten und Strängen angeordnet; sie stimmten mit einer Diagnose von Dysgerminom überein. Die neoplastischen Zellen färbten sich bei der immunohistochemischen Untersuchung mit Oct4 positiv; diese Färbung zeigt Stammzellen, darunter Keimzellen, bei vielen Tierarten und Menschen an. Eierstocktumore werden bei Reptilien und Amphibien selten nachgewiesen; dieser Bericht stellt die erste Beschreibung eines Dysgerminoms bei Amphibien dar.

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