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jzwm_germanabstract_v38n3_2007

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 38(3) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 375-379, 2007.

Titel: Physiologische kardiorespiratorische Referenzwerte für stehende, nicht sedierte oder sonst festgehaltene Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) 

Autoren: Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Mitchell Bush, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.  

White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino); Conservation and Research Center, Smithsonian National Zoological Park, 1500 Remount Road, Front Royal, Virginia 22630, USA (Bush). Korrespondenz bitte an Dr. Citino (E-mail: scottc@wogilman.com). 

Zusammenfassung: Sedierung oder Narkose ist ein wichtiges Mittel für die adequate Haltung und medizinische Behandlung von wild sowie in menschlicher Obhut lebenden Nashörnern. Narkoseprotokolle für Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum) verursachen in verschiedenem Grade Bluthochdruck, Tachykardie, Muskelsteifheit und –zuckungen, Azidose, und vor allem Atemdepression, die zur Hypoventilation, Hypoxie und Hyperkapnie führt. Um neue und bessere Narkosemethoden bei Breitmaulnashörnern zu beurteilen und zu entwickeln, wurden die folgenden Herz- und Atemreferenzwerte für stehende, nicht sedierte oder sonst festgehaltene Breitmaulnashörner gemessen: (Mittelwert ± Standardabweichung [Mindestwert – Höchstwert]): Herzfrequenz = 39 ± 0,8 Herzschläge/Min (32–42), Atemfrequenz = 19 ± 0,6 Atemzüge/Min (16–23), korrigierter indirekter systolischer Blutdruck = 160 ± 2,9 mm Hg (146–183), korrigierter indirekter diastolischer Blutdruck = 104 ± 2,3 mm Hg (88–117), korrigierter indirekter mittlerer Blutdruck = 124 ± 2,2 mm Hg (108–135), endexspiratorisches CO2 = 45,1 ± 0,7 mm Hg (41,7–48,0), rektale Körpertemperatur = 36,8 ± 0,1°C (36,6–37,2), arterieller Blut pH = 7,391 ± 0,007 (7,346–7,431), arterieller Partialdruck des Sauerstoffs = 98,2 ± 1,4 mm Hg (90,2–108,6), arterieller Partialdruck des Kohlendioxids = 49,0 ± 0,9 mm Hg (44,4–53,7), Basenüberschuss = 3,5 ± 0,4 mmol/L (1,9–5,9), Bikarbonat = 29,3 ± 0,4 mmol/L (27,3–32,2) und arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2) = 97,2 ± 0,1% (96,6–98,0). 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 380-387, 2007.

Titel: Kardiorespiratorische Parameter bei der Narkose mit Etorphin, Azaperon, Detomidin und Butorphanol bei wildlebenden Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum)

Autoren: Sandra Wenger, D.V.M., Dipl. E.C.V.A., Wayne Boardman, B.Vet.Med., M.R.C.V.S., Peter Buss, B.V.Sc., M.Med.Vet. (Wildlife), Danny Govender, B.V.Sc. und Chris Foggin, B.V.Sc., Ph.D.

Royal Veterinary College, Royal College Street, London NW1 9LT, Großbritannien (Wenger); Veterinary Department, Zoological Society of London, Regent's Park, London NW1 4RY, Großbritannien (Boardman); Veterinary Wildlife Services, South African National Parks, Kruger National Park, Private Bag X402, Skukuza 1350, Südafrika (Buss and Govender); Wildlife Veterinary Unit, P/Bag BW 6238 Borrowdale, Harare, Zimbabwe (Foggin). Aktuelle Adresse (Boardman): Adelaide Zoo, Frome Road, Adelaide 5000, Australien. Korrespondenz bitte an Dr. Wenger (E-mail: sasywenger@cagmx.net).

Zusammenfassung: Breitmaulnashörner (Ceratotherium simum), die mit Kombinationen aus Etorphin narkotisiert werden, entwickeln häufig schwerwiegende Nebenwirkungen, darunter Hypoventilation, Hypoxämie und metabolische Azidose. Das Ziel dieser Studie war es, die kardiorespiratorischen Auswirkungen beim Zusatz von Butorphanol zur Narkosemischung bei wildlebenden Breitmaulnashörnern zu beurteilen, die aus einem Hubschrauber mit Narkosegewehr betäubt wurden. In der Kontrollgruppe (n = 15) wurden den Nashörnern Etorphin, Azaperon, Detomidin und Hyaluronidase intramuskulär verabreicht. In der Behandlungsgruppe (n = 16) wurde zusätzlich 10-20 mg Butorphanol verabreicht. Innerhalb der ersten 10 Minuten, nachdem das Tier sich nicht mehr bewegte, wurden die folgenden Parameter gemessen: Herzfrequenz, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Blutgaswerte. Die Messungen wurden nach 10 Minuten für die Behandlungsgruppe und nach 20 Minuten für die Kontrollgruppe wiederholt. Beide Gruppen zeigten respiratorische und metabolische Azidose, Hypoxämie und Hyperkapnie. Die Kontrollgruppe zeigte signifikant höheren arteriellen Partialdruck des Sauerstoffs und signifikant niedrigere alveolär-arterielle Sauerstoffdifferenz als die Butorphanolgruppe in allen Körperlagen. Die Sauerstoffsättigung des Hämoglobins war nur in Seitenlage höher in der Kontrollgruppe als in der Behandlungsgruppe. Alle Tiere zeigten bessere arterielle Sauerstoffkonzentrationen in Bauchlage. Die mittlere Einleitungszeit war zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich, obwohl die Entfernung, die die Tiere nach der Betäubung zurücklegten, bei der Butorphanolgruppe signifikant kürzer war als bei der Kontrollgruppe. Verbesserte Ventilation konnte durch den Zusatz von Butorphanol nicht nachgewiesen werden, obwohl die Größenunterschiede den Vergleich erschwerten. Es könnte jedoch von Vorteil sein, wenn die Tiere während der Einleitung kürzere Strecken zurücklegen, um schwerwiegende Störungen des Säure-Base-Gleichgewichtes und Stressmyopathie zu verhindern. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 388-399, 2007.

Titel: Eitrige Polyarthritis bei Streifenskunks (Mephitis mephitis) in Cape Cod, Massachusetts mit Nachweis von Mykoplasmen-DNA

Autoren: Lisa M. Ganley-Leal, M.S., Ph.D., Catherine Brown, D.V.M., M.Sc., M.P.H., Edan R. Tulman, M.S., Laurie Bergman, V.M.D., Dipl. A.C.V.B., Lynn Hinckley, B.S., Kenneth H. Johnson, Ph.D., Xiuping Liu, M.D., Herbert J. Van Kruiningen, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., M.D. und Salvatore Frasca Jr., V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

Division of Infectious Diseases, Boston University School of Medicine, Boston, Massachusetts 02118, USA (Ganley-Leal, Liu); Northeastern Research Center for Wildlife Diseases, Department of Pathobiology and Veterinary Science (Hinckley, Van Kruiningen, Frasca) and Center of Excellence for Vaccine Research (Tulman), U-3089, University of Connecticut, Storrs, Connecticut 06269, USA; Department of Veterinary Diagnostic Medicine, Veterinary Diagnostic Laboratory, College of Veterinary Medicine, University of Minnesota, St. Paul, Minnesota 55108, USA (Johnson); Cape Wildlife Center of the Humane Society of the United States, West Barnstable, Massachusetts 02668, USA (Brown, Bergman). Aktuelle Adressen (Bergman): University of California Veterinary Medical Center, San Diego Behavior Service, San Diego, California 92121, USA; (Brown): Massachusetts Department of Public Health, State Laboratory Institute, Jamaica Plain, Massachusetts 02130, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Frasca (E-mail: salvatore.frasca@uconn.edu).

Zusammenfassung: Streifenskunks (Mephitis mephitis) in Cape Cod, Massachusetts wurden pathologisch (n = 34; 1995-1997) oder klinisch (n = 25; 2002-2003) untersucht, um Lahmheit und Polyarthritis zu beurteilen. Betroffene Tiere wurden von Wildtierärzten und Wildtierstationarbeitern beobachtet und wurden mit Antibiotika nicht erfolgreich behandelt. Insgesamt zeigten 22 betroffene Skunks ein oder mehrere geschwollene Gelenke, geschwollene Pfoten oder subkutane Abszesse. Purulentes Exsudat wurde in den Gelenkspalten, im periartikulären Bindegewebe zwischen den Muskelfasern und Sehnen, sowie zwischen und entlang der Sehnen des Mm. flexores und Mm. extensores an den Pfoten vorgefunden. Die histologische Untersuchung zeigte eitrige Arthritis mit Nekrose und Erosion des Gelenkknorpels, sowie eitrige Osteomyelitis. Spezielle Färbungen zeigten keine Erreger in den betroffenen Gelenken. Bakteriologische Kulturen zeigten ebenfalls keinen Erreger, der mit signifikanter Häufigkeit oder Beständigkeit nachgewiesen werden konnte. Polymerase Kettenreaktion (PCR) wurde mit DNA aus archivierten, in Formalin fixierte Gelenkproben von 11 betroffenen Skunks durchgeführt. DNA von 7 der 11 Proben enthielten Amplikons, die Sequenzen von Mycoplasma fermentans innerhalb der Mycoplasma bovis Gruppe sehr ähnelten. Gelenkgewebe von 4 nicht betroffenen Skunks waren mit PCR negativ. Skunks aus Connecticut, USA (n = 21; 1995-2003) wurden auf ähnliche Weise untersucht und zeigten keine suppurative Polyarthritis. Diese Erkenntnis deutet darauf hin, daß diese Erkrankung geographisch begrenzt ist. Die folgenden Erkrankungen wurden zusätzlich bei den ausgewachsenen Skunks in Cape Cod und Connecticut vorgefunden: parasitäre Pneumonie, Nematodeninfektion des Magens, Ektoparasitenbefall und Hundestaupe. Amyloidose wurde bei Skunks mit und ohne eitrige Polyarthritis festgestellt; das Amyloid wurde durch Immunhistochemie als AA-Amyloid identifiziert. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von eitriger Polyarthritis bei wildlebenden Skunks mit Nachweis von Mykoplasmen als Ursache dar. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 400-408, 2007.

Titel: Seroepizootiologische Untersuchung auf ausgewählte Viren bei Asiatischen Löwen (Panthera leo persica) in menschlicher Obhut 

Autoren: Anand Ramanathan, B.V.Sc., M.Sc., Pradeep K. Malik, B.V.Sc., M.V.Sc. und Gaya Prasad, B.V.Sc., Ph.D.  

Wildlife Institute of India, P.O. Box 18, Chandrabani, Dehra Dun, Uttar Pradesh 248001, Indien (Ramanathan, Malik); Department of Veterinary Microbiology, C.C.S. Haryana Agricultural University, Hisar, Haryana 125004, Indien (Prasad). Korrespondenz bitte an Dr. Ramanathan (E-mail: ranand@ifaw.org).

Zusammenfassung: Infektionskrankheiten sind für erhebliche Populationsrückgänge bei vielen bedrohten Tierarten verantwortlich. Krankheitsausbrüche in kleinen Populationen führten wahrscheinlich bereits zum Aussterben bedrohter Tierarten in freier Wildbahn. Der bedrohte Asiatische Löwe (Panthera leo persica) könnte einer solchen Gefahr ebenfalls ausgesetzt sein. Diese Gefahr wurde in einer Studie im Westen Indiens demonstriert, bei welcher Asiatische Löwen in menschlicher Obhut von Dezember 1998 bis März 1999 untersucht wurden. 56 Asiatische Löwen, darunter 17 Hybriden (Afrikanisch-Asiatische Mischtiere) von sechs Institutionen im westlichen Indien wurden auf Antikörper gegen die folgenden Viruserkrankungen untersucht: Hundestaupe, Parvovirus der Katze, Feline Immunodeficiency Virus (FIV) und auf das Antigen von Katzenleukose. Agargelpräzipitation und Dot-Immunobinding-Assay wurden für die Antikörpermessung gegen Hundestaupe und Parvovirus verwendet. Kommerziell vorhandene Enyzme-linked Immunosorbent Assays wurden für die Messung von FIV-Antikörpern und Leukose-Antigenen verwendet. 49 der 56 Löwen (87,5%) zeigten Antikörper gegen Hundestaupevirus. Jeder der 56 Löwen (100%) zeigten Antikörper gegen Parvovirus der Katze. FIV-Antikörper und Katzenleukose-Antigen wurden bei den untersuchten Löwen nicht festgestellt. Hundestaupe und Parvovirus, die erhebliche Mortalität bei Fleischfressern in menschlicher Obhut verursachen können, waren bei diesen Asiatischen Löwen weit verbreitet. Es wird angenommen, daß diese seropositiven Tiere ein potentielles Infektionsrisiko für seronegative Tiere darstellen. Deswegen soll jede Umsiedlung, Transport oder Wiederaussiedlung in neue Regionen sorgfältig überlegt und geplant werden. Standardisierte Quarantäne und Untersuchungen auf Infektionskrankheiten sollen weiterhin durchgeführt werden. Das Fehlen von Antikörpern gegen FIV und Antigen von Katzenleukose könnte ebenfalls ein Risiko darstellen; deshalb sollten mögliche Infektionsreservoirs identifiziert und Tiere im Kontakt mit negativen Tieren getestet werden. Impfungen mit Totvakzinen oder anderen indizierten Impfstoffen, die bei bedrohten Katzenarten ungefährlich, wirksam und effektiv sind, sollen außerdem in Betracht gezogen werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 409-413, 2007.

Titel: Salmonella enterica aus Wildtieren in zwei Wildtierrettungstationen in Ohio isoliert

Autoren: Steffani Jijón, Amy Wetzel, B.S., Ph.D. und Jeffrey LeJeune, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.M.

Food Animal Health Research Program, Ohio Agricultural Research and Development Center, The Ohio State University, 1680 Madison Avenue, Wooster, Ohio 44691, USA. Korrespondenz bitte an Dr. LeJeune (E-mail: lejeune.3@osu.edu).

Zusammenfassung: Vom Mai bis September 2004 wurden Kotproben von verschiedenen Wildtierarten gesammelt, die in Wildtierstationen in Ohio aufgenommen wurden. Kulturen für Salmonella enterica und Escherichia coli O157:H7 wurden angelegt. Positive Ergebnisse für die Salmonella Serovare Braenderup, Senftenberg, Oranienburg und Kentucky wurden bei insgesamt 8 der 71 Proben (11%) bei den folgenden Tieren festgestellt: drei Virginia-Opossums (Didelphis virginiana), zwei Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), ein Waldmurmeltier (Marmota monax), ein Wüstenbussard (Parabuteo unicinctus) und eine Ost-Kreischeule (Otus asio). Salmonella Oranienburg-Isolate waren mit Pulsfeldgelelektrophorese nicht unterscheidbar. Die Isolate waren meist gegen häufig verwendete Antibiotika empfindlich, obwohl das Salmonella Kentucky-Isolat gegen mehrere Betalaktam-Antibiotika (Amoxicillin-Clavulansäure und Ampicillin), cefoxitin und ceftiofur (Cephalosporin der 3. Generation) resistent war. Escherichia coli O157:H7 wurde aus keiner Probe isoliert. Die Übertragung von Salmonella bei Wildtieren kann zwischen einzelnen Tieren in Wildtierrettungsstationen stattfinden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 414-419, 2007.

Titel: Biochemische Referenzintervalle und Darm-Mikroflora von freilebenden Ricord-Leguanen (Cyclura ricordii)

Autoren: Roberto Maria, Dr. Med.Vet., Jan Ramer, D.V.M., Tim Reichard, D.V.M., M.S., Peter J. Tolson, Ph.D. und Mary M. Christopher, D.V.M., Ph.D.

Parque Zoologico Nacional, Apartado Postal 2449, Santo Domingo, Dominikanische Republik (Maria); Indianapolis Zoo, 1200 West Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA (Ramer); Toledo Zoo, P.O. Box 140130, Toledo, Ohio 43614, USA (Reichard; Tolson); Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California–Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Christopher). Aktuelle Adresse (Reichard): 2156 Sherwood Avenue, Toledo, Ohio 43614, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Ramer (E-mail: JRamer@INDYZOO.com).

Zusammenfassung: Karibische Leguane, darunter der Ricord-Leguan (Cyclura ricordii) werden von der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als kritisch bedroht eingestuft. Dieses Taxon ist nur auf Hispaniola einheimisch, wo zwei getrennte Subpopulationen in der trockenen Flachebene in einer sehr begrenzten Region im Südwesten der Insel leben. Das Ziel dieser Studie war es, biochemische Plasmawerte und Darm-Mikroflora von Ricord-Leguanen in einer Subpopulation im Neiba-Tal im Nationalpark Isla Cabritos in der Dominikanischen Republik zu sammeln und biochemische Referenzintervalle aufzustellen. Insgesamt 23 Blutproben (16 Männchen, 7 Weibchen) und 14 Kotproben von klinisch gesunden Leguanen wurden untersucht. Ausgewachsene, weibliche Leguane zeigten höhere Konzentrationen von Cholesterin, Phosphor, Triglyzeriden, Harnstoff, Harnsäure und Aspartattransaminase-Aktivität als männliche Leguane, obwohl die Unterschiede nicht statistisch signifikant waren. 17 Bakterien wurden isoliert, darunter Salmonella sp. (Serogruppe B; Serogruppe D negativ) Escherichia coli, Brevibacterium sp., Enterobacter cloacae und Enterococcus durans. Diese Ergebnisse werden zum Schutz und zur Erholung der Populationen von Ricord-Leguanen beitragen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 420-424, 2007.

Titel: Hämatologische und biochemische Plasmawerte von gesunden Tilapia-Hybriden (Oreochromis aureus x Oreochromis nilotica) in einem rezirkulierenden System

Autoren: Michael J. Mauel, Ph.D., Debra L. Miller, D.V.M., Ph.D. und Anita L. Merrill, BS, MT (ASCP), CLS

Thad Cochran National Warmwater Aquaculture Center, College of Veterinary Medicine, Mississippi State University, P.O. Box 197, Stoneville, Mississippi 38776, USA (Mauel); Veterinary Diagnostic and Investigational Laboratory, The University of Georgia, P.O. Box 1389, Tifton, Georgia 31793, USA (Miller, Merrill). Korrespondenz bitte an Dr. Mauel (E-mail: mauel@cvm.msstate.edu).

Zusammenfassung: Tilapia werden weltweit in der Aquakultur gehalten und kommen immer häufiger in den USA vor, obwohl physiologische Information begrenzt verfügbar ist. Hämatologische und biochemische Plasmawerte von klinisch gesunden Tilapia sind selten in der Literatur, obwohl solche Informationen für das Krankheitsmanagement in rezirkulierenden Systemen entscheidend sind. Blut wurde von klinisch gesunden Tilapia-Hybriden (Oreochromis aureus x Oreochromis nilotica) gesammelt, die in rezirkulierenden Systemen gehalten wurden, um hämatologische und biochemische Referenzbereiche zu bestimmen. Die folgenden hämatologischen Werte wurden mit stardardisierten klinischen Methoden gemessen: Hämatokrit, Plasmaprotein, Leukozytenzahl, Differentialblutbild und Thrombozytenzahl. Die folgenden biochemischen Plasmawerte wurden gemessen: Albumin, Gesamtprotein, Globulin, Albumin-Globulin-Quotient, Aspartataminotransferase, Alkalinphosphatase, Glukose, Harnsäure, Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid, Harnstoff und Kreatinin. Es wurde ebenfalls notiert, ob die Probe lipämisch, hämolysiert oder ikterisch war. Die Referenzbereiche in dieser Studie können bei der Haltung von Tilapia in rezirkulierenden Systemen hilfreich sein.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 425-432, 2007.

Titel: Hämatologische und biochemische Plasmawerte von jungen, anfänglich aufgezogenen Nördlichen Rotbauch-Schmuckschildkröten (Pseudemys rubriventris)

Autoren: Charles J. Innis, V.M.D, Michael Tlusty, Ph.D. und Denise Wunn, D.V.M., D.A.C.V.P. (Clinical Pathology)

New England Aquarium, Central Wharf, Boston, Massachusetts 02110, USA (Innis, Tlusty); Idexx Laboratories, Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Wunn). Korrespondenz bite an Dr. Innis (E-mail: CLEMMYS@aol.com).

Zusammenfassung: Die Population der Nördlichen Rotbauch-Schmuckschildkröte (Pseudemys rubriventris) in Massachusetts wird wegen der sehr begrenzten Verbreitung und geringen Gesamtzahl der Schildkröten als bedroht angesehen. Ein Aufzuchtprogramm existiert seit 1984, um die wilde Population aufzustocken. Blut von 30 Jungtieren aus drei Institutionen wurde vor der Freisetzung der Schildkröten gesammelt, und hämatologische und biochemische Plasmawerte wurden analysiert. Ergebnisse stimmten allgemein mit bisher veröffentlichten Werten von anderen Schildkrötenarten der Familie Emydidae überein. Basophile Granulozyten waren die häufigste Leukozytenart. Die Ergebnisse einiger Werte variierten zwischen den einzelnen Institutionen signifikant und könnten auf noch unbekannte Unterschiede bei der Haltung der Schildkröten in den einzelnen Standorten zurückzuführen sein. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 433-445, 2007.

Titel: Zahnabnutzung bei Giraffen (Giraffa camelopardalis) in menschlicher Obhut: Meso-Analyse klassifiziert Giraffen in freier Wildbahn als Laubfresser und Giraffen in menschlicher Obhut als Grasfresser

Autoren: Marcus Clauss, M.Sc., Dr. med. vet., Dipl. E.C.V.C.N., Tamara A. Franz-Odendaal, Ph.D., Juliane Brasch, Johanna C. Castell, Dr. med. vet. und Thomas Kaiser, P.D. Dr. rer. nat.

Abteilung für Heim-, Zoo- und Wildtiere, Vetsuisse Faculty, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, 8057 Zürich, Schweiz (Clauss); Department of Biology, Dalhousie University, 1355 Oxford Street, Halifax, Nova Scotia B3H 4J1, Kanada (Franz-Odendaal); Institut für Tierphysiologie, physiologische Chemie und Tierernährung, Universität München, Schoenleutnerstr. 8, 85764 Oberschleissheim, Deutschland (Castell); Biozentrum Grindel und Zoologisches Museum, Universität Hamburg, Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg, Deutschland (Brasch, Kaiser). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss (E-mail: mclauss@vetclinics.unizh.ch).

Zusammenfassung: Giraffen (Giraffa camelopardalis) in menschlicher Obhut erreichen häufig nicht die für diese Tierart mögliche Lebensdauer und zeigen Erkrankungen, die mit niedriger Energieeinnahme und Fettmobilisierung einhergehen. Anormale Zahnabnutzung ist eine der vermuteten Ursachen dieser Erkrankung. Diese Studie verwendet eine Auswertungsmethode für Zahnabnutzung („Mesowear“), die in erster Linie in der Paläobiologie angewendet wird. Diese Auswertungsmethode wurde für Museumsexemplare von wildlebenden (n = 20) und in menschlicher Obhut lebenden Giraffen (n = 41) angewendet. Diese Methode kann zur Unterscheidung zwischen Attrition-dominierter Zahnabnutzung, die für Laubfresser typisch ist, da Blätter abrasive Silica enthalten, und Abrasion-dominierte Abnutzung, die für Grasfresser typisch ist, da Gras abrasive Silica enthält, verwendet werden. Das Abnutzungsprofil der wildlebenden Giraffen war durch Attrition geprägt und stimmte mit bereits veröffentlichter Information für wildlebende Giraffen überein und kann mit dem der anderen laubfressenden Pflanzenfresser durch vergleichende Analyse gruppiert werden. Im Gegensatz dazu ist das Abnutzungsprofil der Giraffen in menschlicher Obhut durch Abrasion geprägt und kann mit dem der grasfressenden Pflanzenfresser durch vergleichende Analyse gruppiert werden. Die Erklärung für diesen Unterschied  in der Zahnabnutzung ist wahrscheinlich auf die Zoofuttermittel zurückzuführen, die einen höheren Anteil an abrasiven Stoffen zeigen. Silica-Gehalt, der durch säureunlösliche Asche gemessen wird, ist im Luzernenheu und Blättern niedrig. Grasheu und die meisten pelletierten Futtermittel enthalten höhere Mengen an Silica. Es wird vermutet, daß das anormale Abnutzungsprofil bei Giraffen in menschlicher Obhut die Zahnfunktion beeinträchtigt und schädliche langfristige Konsequenzen zur Folge haben könnte.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 446-452, 2007.

Titel: Hämatologische und biochemische Plasmawerte für wildgefangene Flughunde (Pteropus giganteus) in Indien

Autoren: Amanda B. McLaughlin, D.V.M., Jonathan H. Epstein, D.V.M., M.P.H., Vibhu Prakash, Ph.D., Craig S. Smith, B.Sc., Peter Daszak, Ph.D, Hume E. Field, B.V.Sc., M.Sc., Ph.D., M.A.C.V.S und Andrew A. Cunningham, B.V.M.S, Ph.D., M.R.C.V.S.

Cummings School of Veterinary Medicine at Tufts University, Grafton, Massachusetts 01536, USA (McLaughlin); Consortium for Conservation Medicine, 460 West 34th Street, 17th Floor, New York, New York 10001, USA (Epstein, Daszak); Bombay Natural History Society, Hornbill House, Shaheed Bhagaat Singh Road, Mumbai 400 023, Indien (Prakash); Department of Primary Industries and Fisheries, Yeerongpilly, Queensland 4105, Australien (Smith, Field); Institute of Zoology, Zoological Society of London, London NW1 4RY, Großbritannien (Cunningham). Korrespondenz bitte an Dr. Epstein (E-mail: epstein@conservationmedicine.org).

Zusammenfassung: Obwohl Fledertiere der Gattung Pteropus ökologisch wichtig als Bestäuber und natürliche Wirte für zoonotische Erreger sind, ist wenig über die Physiologie dieser Tiere bekannt. Hämatologische und biochemische Plasmawerte wurden von wild gefangenen Indischen Riesenflughunden (Pteropus giganteus) im Norden von Indien bestimmt (n = 41). Die mittlere Lymphozytenzahl war höher bei Jungtieren als bei ausgewachsenen Flughunden. Die mittlere Blutplättchenzahl war niedriger als in früheren Studien. Hämoparasiten wurden nicht beobachtet. Unterschiede der biochemischen Plasmawerte konnten weder zwischen Männchen und Weibchen, noch zwischen Jungtieren und Adulten oder zwischen laktierenden und nicht laktierenden Tieren festgestellt werden. Abweichungen der Aspartataminotrasferase (AST)-Werte korrelierten mit Körperzustand. Harnstoff- und Cholesterinkonzentrationen waren niedriger bei P. giganteus als bei anderen Säugetierarten, aber ähneln denen des nahverwandten Pteropus vampyrus. Diese Studie liefert physiologische Informationen, die für zukünftige Studien über die Gesundheit Indischer Riesenflughunde hilfreich sein werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 453-459, 2007.

Titel: Ein adaptiertes subpalpebrales Lavagesystem bei Lamas (Lama glama) und einem Seehund (Phoca vitulina)

Autoren: Rose Borkowski, D.V.M., Phillip A. Moore, D.V.M., Dipl. A.C.V.O., Sonia Mumford, D.V.M., und Susan Carastro, D.V.M., Dipl. A.C.V.O.

Lion Country Safari, 2003 Lion Country Safari Road, Loxahatchee, Florida 33470, USA (Borkowski); Department of Clinical Sciences, Tufts University School of Veterinary Medicine, 200 Westboro Road, Grafton, Massachusetts 01536, USA (Borkowski, Moore); New England Aquarium, Central Wharf, Boston, Massachusetts 02110, USA (Mumford); Animal Eye Specialty Clinic, 3421 Forest Hill Boulevard, West Palm Beach, Florida 33406, USA (Carastro). Aktuelle Adressen (Borkowski): Department of Biology and Marine Science, Jacksonville University, 200 University Boulevard North, Jacksonville, Florida 32211, USA; (Moore): Department of Small Animal Medicine and Surgery, University of Georgia College of Veterinary Medicine, 501 DW Brooks Drive, Athens, Georgia 30602, USA; (Mumford): Olympia Fish Health Center, 3859 Martin Way East, Suite 101, Olympia, Washington, 98506 USA. Korrespondenz bitte an Dr. Borkowski (E-mail: rborkow@ju.edu).

Zusammenfassung: Subpalpebrale Lavagesysteme (SPLS) wurden bei Lamas (Lama glama) in einem Zoo und einem wilden Seehund (Phoca vitulina) für die Behandlung von Hornhautgeschwüren oder -perforation adaptiert und angewendet. Ein Lama zeigte ein einschmelzendes Hornhautgeschwür, verursacht durch Pseudomonas aeruginosa, und benötigte häufige Verabreichung von topischer Antibiotikasalbe. Das Lavagesystem wurde in regelmäßigen Abständen tagsüber und nachts mit einem verbundenen Balloninfusionskatheter zur kontinuierlichen Verabreichung von Medikamenten verwendet. Kurze Zeit nach dem zusätzlichen Einsatz des Infusionskatheters während der Nacht, heilte das Geschwür. Ein SPLS mit einem Balloninfusionskatheter wurde postoperativ bei einem zweiten Lama mit einer Hornhautperforation verwendet. Die zwei Lamas duldeten das Lavagesystem und erlangten ihr Sehvermögen wieder. Eines der Lamas zeigte geringgradige Bindehautreizung durch das SPLS, die ohne weitere Behandlung abklang. Beidseitige SPLS wurden bei einem wilden Seehund zur Behandlung einer schwerwiegenden ulzerativen Keratitis eingesetzt, die durch Infektion mit Candida albicans verursacht wurde. Der Seehund duldete 14 Wochen lang das Lavagesystem im Wasser mit anderen Seehunden. Das Lavagesystem löste sich mehrmals an einigen Stellen von der Haut während der Behandlungszeit und wurde problemlos wieder befestigt. Die hochgradige Keratitis heilte vollständig mit Verabreichung von Antibiotika durch das SPLS, und der Seehund wurde wieder freigesetzt. Die Verwendung von SPLS mit oder ohne ein Balloninfusionskatheter sollte als Behandlungsmethode für exotische, wilde oder für Meerestiere in Betracht gezogen werden, welche nicht die wiederholte Verabreichung von topischen Augensalben dulden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 460-464, 2007.

Titel: Steinbock-assoziiertes Bösartiges Katarrhalfieber bei einem Bongo (Tragelaphus euryceros)

Autoren: Danelle M. Okeson, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Naomi S. Taus, D.V.M., Ph.D., Hong Li, D.V.M., Ph.D. und Rob L. Coke, D.V.M.

San Antonio Zoo, 3903 North Saint Mary's Street, San Antonio, Texas 78212, USA (Okeson, Coke); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner); Animal Diseases Research Unit, United States Department of Agriculture–Agriculture Research Services, 3003 ADBF, Washington State University, Pullman, Washington 99164, USA (Taus, Li). Korrespondenz bitte an Dr. Okeson (E-mail: asczoovet@sazoo-aq.org).

Zusammenfassung: Ein 4 Jahre alter, männlicher Bongo (Tragelaphus euryceros) starb nach einem akuten klinischen Verlauf mit Fieber, Inappetenz, Apathie, geringgradigem Augen- und Nasenausfluss sowie Durchfall. Histologische Befunde stimmten mit denen eines bösartigen Katarrhalfieber (BKF) überein. Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zeigte eine amplifizierte Region einer Herpesvirus-DNA-Polymerase-Gensequenz, die mit einem bereits identifizierten BKF-Virus von einem Nubischen Steinbock (Capra nubiana) fast identisch war. Der Bongo wurde gegenüber von einem Gehege mit Nubischen Steinböcken gehalten, die positiv für BKF-Virus-Antikörper mit kompetitiver Inhibitions-ELISA testeten. Weitere Untersuchungen der Steinböcke mit PCR wiesen verglichen mit denen des Bongos fast identische DNA-Sequenzen nach.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 465-470, 2007.

Titel: Schnabelanschoppung bei einer Gruppe von Kuba-Flamingos (Phoenicopterus ruber ruber) in menschlicher Obhut

Autoren: Sven Hammer, Dr. Med. Vet., Cert. Zoo. Anim. Spec. (Germany), Simon Jensen, Raffy Borjal, D.V.M. und Marcus Clauss, M.Sc., Dr. Med. Vet., Dipl. E.C.V.C.N.

Al Wabra Wildlife Preservation, Sheik Saoud Bin Mohd. Bin Ali Al Thani, P.O. Box 44069, Al Wabra, Doha, Emirat Katar (Hammer, Jensen, Borjal); Abteilung für Zoo-, Heim- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, 8057 Zürich, Schweiz (Clauss). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss (E-mail: mclauss@vetclinics.unizh.ch).

Zusammenfassung: Flamingos filtern ihre Nahrung und fressen selten größere Stücke Nahrung. Die Anatomie des Schnabels ist für das Ansaugen, Filtrieren und Ausstoßen von Flüssigkeiten adaptiert. Dieser Bericht beschreibt einen seltenen Fall von Schnabelanschoppung bei einer Gruppe von Kuba-Flamingos (Phoenicopterus ruber ruber), die in einem Mischgehege mit Rosalöfflern (Platalea ajaja) und Scharlachsichlern (Eudocimus ruber) gehalten wurden. Die Scharlachsichler bekamen gehacktes Fleisch mit hohem Fettgehalt als Teil ihrer täglichen Diät, das auch für die Flamingos zugänglich war. Schwäche und schlechter Körperzustand wurden bei einem Flamingo festgestellt. Bei der klinischen Untersuchung zeigte das Tier Abmagerung, Hypoglykämie und hochgradige Anschoppung des Schnabels mit einer Mischung aus Fett, Schlamm und Sand. Die Mischung drückte die Zunge nach hinten und höchstwahrscheinlich verhinderte letzten Endes die Nahrungsaufnahme. Eine Erweiterung der Kehle wurde bei fünf weiteren Flamingos beobachtet, die der Erweiterung dieser Region während der Futteraufnahme durch den Rückzug der Zunge ähnelte. Die Erweiterung wurde bei den fünf Flamingos als Zeichen dafür gedeutet, daß die Zunge durch eine ähnliche Schnabelanschoppung verdrängt wurde. Die Flamingos wurden gefangen und untersucht, und die Anschoppungen wurden entfernt. Die Vögel fingen sofort wieder an zu fressen, und das abgemagerte Tier zeigte innerhalb kurzer Zeit einen verbesserten Körperzustand. Das angebotene Futter wurde anders verteilt, so daß die Futterschalen für die anderen Vögel den Flamingos nicht mehr zugänglich waren. Seit dieser Änderung traten keine weiteren Probleme dieser Art auf.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 471-474, 2007.

Titel: Profil einer pathogenen Entamoeba histolytica-ähnlichen Variante mit Abweichungen der Nukleotidsequenz der kleinen Untereinheit der ribosomalen RNA, die von einem Affen (Brazzameerkatze; Cercopithecus neglectus) isoliert wurde

Autoren: Jun Suzuki, Seiki Kobayashi, Ph.D., Rie Murata, Yoshitoki Yanagawa, D.V.M., Ph.D. und Tsutomu Takeuchi, M.D., Ph.D.

Division of Clinical Microbiology, Department of Microbiology, Tokyo Metropolitan Institute of Public Health, 3-24-1, Hyakunin-cho, Shinjuku-ku, Tokyo 169-0073, Japan (Suzuki, Murata, Yanagawa); Department of Tropical Medicine and Parasitology, School of Medicine, Keio University, 35 Shinanomachi, Shinjuku-ku, Tokyo 160-8582, Japan (Kobayashi, Takeuchi). Korrespondenz bitte an Dr. Seiki Kobayashi (E-mail: skobaya@sc.itc.keio.ac.jp).

Zusammenfassung: Eine pathogene Entamoeba histolytica-ähnliche Variante (JSK2004) mit genetischen Abweichungen und einem neuen Isoenzymmuster wurde von einer Brazzameerkatze (Cercopithecus neglectus) isoliert. Die Klone von E. histolytica (HM-1:IMSS) und die der neuen Variante (JSK2004) waren bei den 1893 Nukleotidbasen der kleinen Untereinheit des rRNA (SSU-rRNA)-Gens zu 99,1% homolog. Die DNA dieser pathogenen Amöbenart wurde ebenfalls bei zwei sterilen Leberabszessen bei der Sektion eines Mantelaffen (Colobus guereza) und eines Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) nachgewiesen, die aus der gleichen Einrichtung stammten, wie der Affe, von dem JSK2004 isoliert wurde. Die Homologie der Nukleotidsequenzen des SSU-rRNA-Gens der DNA war mit derjenigen von JSK2004 identisch.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 475-478, 2007.

Titel: Akute disseminierte Toxoplasmose bei einem jungen Geparden (Acinonyx jubatus)

Autoren: Christopher Lloyd, B.V.Sc., M.Sc., CertZooMed, M.R.C.V.S. und Mark F. Stidworthy, M.A., Vet.M.B., Ph.D., M.R.C.Path., M.R.C.V.S.

Nad Al Shiba Veterinary Hospital, P.O. Box 116345, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Lloyd); International Zoo Veterinary Group, Keighley Business Centre, South Street, Keighley, West Yorkshire, BD 21 1AG, Großbritannien (Stidworthy). Korrespondenz bitte an Dr. Lloyd (E-mail: chris@nadvethosp.com).

Zusammenfassung: Ein junger Gepard (Acinonyx jubatus) starb nach einem akuten, schnell fortschreitenden Krankheitsverlauf mit Fieber, Tachypnoe, Peritonealerguß und Lebervergrößerung. Die Befunde der pathologischen Untersuchung stimmten mit einer akuten, disseminierten Infektion mit Toxoplasma gondii überein. Der Erreger wurde in mehreren Organen mit Immunhistochemie und Polymerase-Kettenreaktion nachgewiesen. Unseres Wissens stellt dieser Bericht den ersten Fall von primärer, akuter, disseminierter Toxoplasmose bei einem Geparden dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 479-482, 2007.

Titel: Epitheliotropes Lymphom bei einem Eichhörnchen (Sciurus sp.)

Autoren: Shelley P. Honnold, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Iyampillai Arun, D.V.M., Greg Saturday, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., und Charles McLeod, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Building 54, Room G117, Washington, D.C. 20306, USA (Honnold, Saturday); Summit Boulevard Animal Hospital Laser Surgery and Pet Dental Center, 1000 B South Military Trail, West Palm Beach, Florida 33415, USA (Arun); Antech Diagnostics, 8831 Satyr Hill Road, Suite 104, Baltimore, Maryland 21234, USA (McLeod). Korrespondenz bitte an Dr. Honnold (E-mail: honnolds@afip.osd.mil). S. P. Honnold, and G. Saturday sind Majore bei der U.S. Army. Die Aussagen oder Behauptungen in diesem Artikel stellen die persönlichen Meinungen der Autoren dar und sollten nicht als offiziell oder als Meinung des US Department of the Army oder des Department of Defense angesehen werden.

Zusammenfassung: Ein 12 Jahre altes, unkastriertes, männliches Eichhörnchen (Sciurus sp.) zeigte eine 15 x 20 mm2 Stelle mit Alopezie und einer erhabenen, verdickten Lederhaut auf dem linken caudolateralen Thorax. Diagnostische Tests konnten häufigere Ursachen einer Alopezie (Dermatomykose und Milbenbefall) ausschließen. Eine Hautbiopsie wurde unter Narkose entnommen und histopathologisch untersucht. Epitheliotropes Lymphom wurde diagnostiziert, und das Gewächs wurde chirurgisch entfernt. Die histopathologische Untersuchung des entfernten Gewebes bestätigte die Diagnose eines epitheliotropen Lymphoms; immunhistochemische Untersuchung wies ein T-Zell-Lymphom nach. Der Tumor wuchs nicht wieder nach und zeigte keine Metastasen bis zu 10 Monate nach der Entfernung. Unseres Wissens stellt dieser Bericht die erste Beschreibung eines epitheliotropen Lymphoms bei einem Eichhörnchen dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 483-487, 2007.

Titel: Vergiftung eines Mähnenwolfs (Chrysocyon brachyurus) durch eine Gefleckte Schwarzotter (Pseudechis guttatus)

Autoren: Timothy J. Portas, B.V.Sc., M.A.C.V.Sc. und Richard J. Montali, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Dipl. A.C.Z.M.

Western Plains Zoo, P.O. Box 831, Dubbo, New South Wales 2830, Australien (Portas); Taronga Zoo, P.O. Box 20, Mosman, New South Wales 2088, Australien (Montali). Aktuelle Adresse (Montali): Department of Molecular and Comparative Pathobiology, Johns Hopkins University, 733 North Broadway, Baltimore, Maryland 21205, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Portas (E-mail: tportas@zoo.nsw.gov.au).

Zusammenfassung: Ein Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) in menschlicher Obhut wurde durch mehrere Bisse der Mundschleimhaut durch eine Gefleckte Schwarzotter (Pseudechis guttatus) vergiftet. Der Mähnenwolf zeigte Kollaps, Hämolyse, Rhabdomyolyse, lokale Gewebsnekrose, Leber- und Nierenversagen. Der Wolf starb trotz intensiver symptomatischer Behandlung, darunter Schlangengift-Antivenin-Verabreichung, intravenöse Flüssigkeit und Bluttransfusion. Bei der Sektion wurden Blutungen im Herzmuskel und Darm, Lungenstauung sowie Leber- und Milzvergrößerung festgestellt. Bei der histologischen Untersuchung wurden Blutungen der Lunge und der Abdominalorgane, akute Eiweißnephrose, multifokale Lebernekrose und Blutstauung der Milz festgestellt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 488-491, 2007.

Titel: Diagnose und Behandlung einer chronischen T-Zell-Leukämie bei einer Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)

Autoren: Cora L. Singleton, D.V.M., Raymund F. Wack, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Tanja S. Zabka, D.V.M., Michael S. Kent, D.V.M., Dip. A.C.V.I.M., Dipl., A.C.V.R. und R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M.

Zoological Medicine Service (Singleton, Wack, Larsen), the Pathology Service (Zabka), and the Department of Surgical and Radiological Sciences (Kent), School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA. Aktuelle Adresse (Singleton): Los Angeles Zoo, 5333 Zoo Drive, Los Angeles, California 90027, USA; (Zabka): Wildlife Health Center, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Singleton (E-mail: cora.singleton@lacity.org).

Zusammenfassung: Bei der klinischen Untersuchung einer 20 Jahre alten, unkastrierten, weiblichen Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta), die keine Symptome zeigte, wurde eine Vergrößerung im mittleren Abdomen palpiert. Eine peripherale Lymphozytose wurde bei der Untersuchung des Blutbildes festgestellt. Ultraschall und Laparoskopie des Abdomens bestätigte eine hochgradig vergrößerte Milz. Zytologische Untersuchung einer Knochenmarkbiopsie und histologische Untersuchung von Milz- und Leberbiopsien ergaben neoplastische kleine Lymphozyten. Immunhistochemische Färbung der Leber- und Milzproben mit leukozytenspezifischen, monoklonalen Antikörpern ergab, daß die neoplastischen Lymphozyten auf T-Zell-CD3-Rezeptoren immunreaktiv und auf B-Zell-CD79a-Rezeptoren immunnegativ waren. Die Morphologie und Verteilung der neoplastischen T-Lymphozyten in der Milz, der Leber, im peripheren Blut und Knochenmark entsprachen einer chronischen T-Zell-Leukämie. Behandlung mit Chlorambucil und Prednison verringerte die Lymphozytenzahl, obwohl die Medikamente eine Thrombozytopenie verursachten, die durch kurzfristiges Absetzen von Chlorambucil sich verbesserte. Chemotherapie wurde dann mit einer einmaligen Dosis von L-Asparaginase wieder eingeleitet, und mit einer geringeren Dosis Chlorambucil und der gleichen Dosis Prednison weitergeführt. Zwei Jahre nach der ursprünglichen Diagnose zeigte die Hyäne ein Hämoabdomen und wurde eingeschläfert. Neoplastische T-Lymphozyten wurden in den folgenden Organen festgestellt: Milz, Leber, viszerale und peripherale Lymphknoten, Lungen, Herz, Niere, Nebennieren, Gekröse, Darm, Pankreas, Gehirn und Knochenmark.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 38(3): 492-494, 2007.

Titel: Aortenaneurysma und -ruptur bei einem Kojote (Canis latrans) aus South Carolina, USA

Autoren: Debra Lee Miller, D.V.M., Ph.D., Joshua Schrecengost, B.S., John Kilgo, Ph.D., H. Scott Ray, M.S. und Karl V. Miller, Ph.D.

University of Georgia, College of Veterinary Medicine, Veterinary Diagnostic and Investigational Laboratory, Tifton, Georgia 31793, USA (D. Miller); U.S. Department of Agriculture (USDA) Forest Service-Savannah River Site, 1 Mile inside Aiken Barricade, New Ellenton, South Carolina 29809, USA (Schrecengost, Kilgo, Ray); The University of Georgia, Daniel B. Warnell School of Forestry and Natural Resources, Athens, Georgia 30602, USA (Schrecengost, K. Miller). Korrespondenz bitte an Dr. Debra Lee Miller (E-mail: millerdl@uga.edu).

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, weiblicher Kojote (Canis latrans) aus South Carolina, USA, mit einem Sendehalsband wurde ohne Anzeichen von Trauma oder Todeskampf tot aufgefunden. Bei der Sektion wurde eine Ruptur eines Aortenaneurysmas in der Brusthöhle, sowie eine schwerwiegende Herzwurminfektion mit Parasiten in der V. cava caudalis festgestellt. Bei der histologischen Untersuchung wurde ein entzündliches Infiltrat im  Aneurysma mit eosinophilen und neutrophilen Granulozyten, Lymphozyten, Plasmazellen und Makrophagen vorgefunden. Erreger, darunter Bakterien, Pilze oder Parasiten, wurden im Aneurysma nicht festgestellt. Der Tod wurde durch Ausbluten verursacht. Dieser Bericht stellt den ersten Fall eines Aneurysmas bei einem Kojoten dar.

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