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jzwm_germanabstract_v39n1_2008

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 39(1) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 1-5, 2008.

Titel: Verteilung von Gewebsenzymen bei drei Robbenarten

Autoren: Deborah A. Fauquier, D.V.M., M.P.V.M., Jonna A. K. Mazet, D.V.M., Ph.D., Frances M. D. Gulland, M.R.C.V.S., Ph.D., Terry R. Spraker, Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Mary M. Christopher, Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

The Marine Mammal Center, 1065 Fort Cronkhite, Marin Headlands, Sausalito, California 94965, USA (Fauquier, Gulland); School of Veterinary Medicine, Department of Pathology, Microbiology and Immunology and Wildlife Health Center, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Fauquier, Mazet, Christopher); Pathology Department, College of Veterinary Medicine, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523-1671, USA (Spraker). Aktuelle Adresse (Fauquier): Mote Marine Laboratory, 1600 Ken Thompson Parkway, Sarasota, Florida 34236, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fauquier (E-mail: dfauquier@mote.org).

Zusammenfassung: Bei domestizierten Tieren werden Änderungen der Enzymkonzentrationen im Serum regelmäßig zur Diagnose von Lebererkrankungen verwendet. Lebererkrankungen treten bei Robben auf, jedoch sind Daten über die Gewebeverteilung von Serumenzymen bei Meeressäugetieren begrenzt. Das Ziel dieser Studie war es, die Gewebeverteilung von sieben Serumenzymen bei drei Robbenarten zu messen. Die folgenden Enzyme wurden im Gewebe von Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) (n = 5), Seehunden (Phoca vitulina) (n = 5) und Nördlichen See-Elefanten (Mirounga angustirostris) (n = 5) gemessen, die gestrandet waren und später in einer Rettungsstation starben: Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST), Sorbitoldehydrogenase (SDH), Lactatdehydrogenase (LDH), Creatinkinase (CK), Alkalinphosphatase (ALP) und Gamma-Glutamyltransferase (GGT). Gewebeproben wurden doppelt von den folgenden Organen entnommen: Leber, Skelett- und Herzmuskel, Niere, Nebenniere, Milz, Pankreas, Lunge, Lymphknoten und Darm. Die Verteilung der Gewebsenzyme war bei allen Robbenarten ähnlich; SDH-Aktivität war in der Leber und Niere am höchsten, CK-Aktivität war im Skelett- und Herzmuskel am höchsten, ALP-Aktivität war in der Nebenniere am höchsten und GGT-Aktivität war in der Niere am höchsten. Aspartataminotransferase- und LDH-Aktivität waren weniger spezifisch mit hoher Aktivität in zahlreichen Geweben. Hohe ALT-Aktivität wurde in der Leber bei allen untersuchten Robbenarten gefunden, sowie im Herzmuskel bei Kalifornischen Seelöwen, im Skelettmuskel bei Seehunden und in der Niere bei See-Elefanten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß die gleichzeitige Messung von SDH-, ALT- und CK-Aktivitäten hohe Spezifizität und Sensitivität zur Feststellung von Lebererkrankungen zeigen und zur Unterscheidung zwischen Leber- und Skelettmuskelerkrankungen bei Robbenarten verwendet werden können.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 6-12, 2008.

Titel: Blutgas- und Säure-Basen-Werte bei nicht narkotisierten Arabischen Oryx (Oryx leucoryx) in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Autoren: Conor Kilgallon, M.V.B., M.Sc., Tom Bailey, B.V.Sc., Dip. E.C.A.M.S., Barbara Arca-Ruibal, Lic. en Vet., M.Sc., Martha Misheff, D.V.M. und Declan O'Donovan, B.Sc., M.Sc.

University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616 (Kilgallon), Dubai Falcon Hospital, P.O. Box 23919, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Bailey, Arca-Ruibal), Dubai Equine Hospital, P.O. Box 9373, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Misheff), Wadi Al Safa Wildlife Park, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (O'Donovan). Korrespondenz bitte an Dr. Kilgallon (E-mail: conchubhair2001@yahoo.co.uk).

Zusammenfassung: Arterielle und venöse Blutgas- und Säure-Basen-Werte wurden bei einer Herde (n = 19; 14 Bullen, 5 Kühe) von in großen Freigehegen lebenden Arabischen Oryx (Oryx leucoryx) in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemessen. Die Tiere wurden durch eine modifizierte Laufbahn geführt, die in einem handelsüblichen Zwangskäfig eingebaut war, festgehalten. Statistisch signifikante Unterschiede wurden zwischen arteriellen und venösen Messwerten für PO2 (p < 0,001), PCO2 (p = 0,0141), SO2 (p < 0,001), pH (p = 0,0494) und Glukose (p < 0,0001) festgestellt. Die Ergebnisse ähneln den Messwerten für diese Antilopenart unter Narkose, sowie den Ergebnissen für andere wilde Tierarten der Familie Bovidae, die mit Narkose oder ohne Narkose durch Methoden wie in dieser Studie erzielt wurden. Bland-Altman-Analyse zeigte zusätzlich ausreichende klinische Übereinstimmung zwischen venösen und arteriellen pH-Werten, aber nicht zwischen venösen und arteriellen PCO2-Werten.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 13-20, 2008.

Titel: Untersuchung von gefangenen Nordamerikanischen Fischottern (Lontra canadensis) in einer bewirtschafteten Marschlandschaft

Autoren: Natalia M. Belfiore, M.S., Ph.D

Department of Animal Science, 1 Shields Avenue, University of California, Davis, California 95616, USA. Aktuelle Adresse: Museum of Vertebrate Zoology, 3101 VLSB No. 3160, University of California, Berkeley, California 94720, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Belfiore (E-mail: nmb@berkeley.edu).

Zusammenfassung: Nordamerikanische Fischotter (Lontra canadensis) wurden in dieser Studie in einer bewirtschafteten Marschlandschaft im nördlichen Kalifornien von Juli bis November 1998 gefangen. Fünf Fallentypen in verschiedenen Aufstellungsweisen wurden verwendet. Die Otter wurden mit sehr wenigen Verletzungen und einer relativ hohen Fangrate (1 Fang pro 48 Fangnächten) mit Raubtierfalle mit doppelter Spiralfeder (Victor® Nr 1,5 und 1,75), sowie mit doppelt langen Fallen mit Feder (Sleepy Creek Nr. 11) gefangen, die mit kurzen Ketten in blinden Wegen oder an Uferstellen mit Einwegkabeln, die mit Stangen in der Erde befestigt waren, aufgestellt waren. Nur 3 der 14 gefangenen Otter zeigten mehr als minimale Verletzungen, und diese 3 Tiere wurden mit Fallen mit langen Ketten gefangen. Die Otter wurden zu jeder Tageszeit gefangen, obwohl ihre Aktivität von 9:00-19:00 verringert zu sein schien. Die Otter wurden anschließend narkotisiert. Die Narkoseüberwachung und –komplikationen wurden bei 14 Tieren beschrieben. Ketamin (15 mg/kg) und Midazolam (0,5 mg/kg) lieferten eine große therapeutische Breite, schnelle Einleitung mit kleinen Injektionsvolumen, gute Narkosequalität, Narkosezeit von 30 Minuten und wenige Komplikationen. Die Leukozytenzahlen wurden gemessen und waren höher als bei anderen ähnlichen Studien. Dieses Ergebnis könnte dadurch erklärt werden, daß die Blutabnahme sofort durchgeführt wurde, nachdem das Tier mehrere Stunden in der Falle verbracht hatte; bei anderen Studien wurde Blut nach mehreren Tagen bis Wochen in menschlicher Obhut abgenommen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 21-27, 2008.

Titel: Hämatologische und biochemische Blutparameter sowie bakteriologische Untersuchung von wildlebenden Skorpion-Krustenechsen (Heloderma horridum) 

Autoren: David Espinosa-Avilés, M.V.Z., M.Sc., Víctor Manuel Salomón-Soto, Biol. M.C. und Socorro Morales-Martínez, Q.F.B.

Zoológico Guadalajara, Avenida Paseo del Zoológico 600, Guadalajara, Jalisco 44390, Mexiko (Espinosa-Avilés, Morales-Martínez) und Universidad Autónoma de Sinaloa, Escuela de Biología, Laboratorio de Zoología, Ciudad Universitaria S/N, Culiacán, Sinaloa 80010, Mexiko (Salomón-Soto). Korrespondenz bitte an Dr. Espinosa-Avilés (E-mail: despinosa@zooguadalajara.com.mx).

Zusammenfassung: Differentialblutbild und biochemische Serumuntersuchung wurden von Blutproben von 16 ausgewachsenen, wildlebenden Skorpion-Krustenechsen (Heloderma horridum) durchgeführt. Zusätzlich wurden orale und kloakale Proben entnommen, und eine bakteriologische Kultur durchgeführt. Diese Studie bietet die ersten hämatologischen und bakteriologischen Daten von wildlebenden Skorpion-Krustenechsen. Diese Referenzwerte stehen für zukünftige Studien über die Gesundheit dieser Tierart in freier Wildbahn, in menschlicher Obhut sowie in der Forschung zur Verfügung.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 28-36, 2008.

Titel: Serologische Untersuchung von domestizierten Hunden nahe der Grenze des Nationalparks Noël Kempff Mercado, Bolivien 

Autoren: Ellen Bronson, Med. Vet., Louise H. Emmons, Ph.D., Suzan Murray, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Edward J. Dubovi, Ph.D. und Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. 

Department of Animal Health, Smithsonian's National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue, NW, Washington, DC 20008, USA (Bronson, Murray, Deem); Department of Zoology, NHB 390, MRC 108, Smithsonian Institution, P.O. Box 37012, Washington, D.C. 20013-7012, USA (Emmons); Department of Population Medicine and Diagnostic Science, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, NY 14853, USA (Dubovi). Aktuelle Adresse (Bronson): Maryland Zoo in Baltimore, Druid Hill Park, Baltimore, Maryland 21217, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bronson (E-mail: ellen.bronson@marylandzoo.org).  

Zusammenfassung: Das Risiko der Krankheitsübertragung von domestizierten Tieren auf Wildtiere wird zunehmend in der Wildtierbiologie wahrgenommen. Domestizierte Hunde stellen ein wichtiges Reservoir für Infektionskrankheiten, insbesondere für wildlebende Hundearten, dar. Als Teil einer vielseitigen ökologischen Studie von Mähnenwölfen und anderen Hundearten im großflächigen, entlegenen Nationalpark Noël Kempff Mercado (NKMNP) im nordöstlichen Bolivien wurden 40 domestizierte Hunde aus zwei Dörfern und zwei kleineren Siedlungen nahe der Grenze des Nationalparks zum Nachweis von Hundekrankheiten untersucht. Hohe Antikörpertiter wurden gegen Hundestaupe und Parvovirose des Hundes festgestellt. Diese Viruserkrankungen können Mortalität bei Mähnenwölfen und anderen Fleischfressern verursachen. Mittlere bis hohe Antikörpertiter gegen Tollwut, Ehrlichia canis und Toxoplasma gondii, sowie signifikante Antigenkonzentrationen für Dirofilaria immitis wurden nachgewiesen. Diese Studie beweist, daß domestizierte Hunde nahe der Parkgrenze mehreren Infektionskrankheiten ausgesetzt sind. Der Kontakt zwischen Wildhundearten und Haushunden wurde in den Dörfern beobachtet, so daß die Hunde wahrscheinlich ein beträchtliches Risiko für die Fleischfresser innerhalb und nahe des NKMNP darstellen. Weitere Maßnahmen sollten unternommen werden, um das Risiko einer Übertragung von Infektionskrankheiten von domestizierten Tieren auf Wildtiere dieser Region zu verringern.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 37-55, 2008.

Titel: Anatomisch- und histopathologischer Nachweis von spitzen und stumpfen Trauma durch Schiffe bei Atlantischen Nordkapern (Eubalaena glacialis)  

Autoren: Regina Campbell-Malone, B.S., Ph.D., Susan G. Barco, B.S., M.S., Pierre-Yves Daoust, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Amy R. Knowlton, B.A., M.M.A., William A. McLellan, B.A., David S. Rotstein, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Michael J. Moore, Vet. M.B., Ph.D. 

Brown University, Providence, Rhode Island 02912, USA (Campbell-Malone); Woods Hole Oceanographic Institution, Woods Hole, Massachusetts 02543, USA (Campbell-Malone, Moore); Virginia Aquarium and Marine Science Center, Virginia Beach, Virginia 23451, USA (Barco); University of Prince Edward Island, Charlottetown, Prince Edward Island C1A 4P3, Kanada (Daoust); New England Aquarium, Boston, Massachusetts 02110, USA (Knowlton); University of North Carolina Wilmington, Wilmington, North Carolina 28403, USA (McLellan); University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Rotstein). Korrespondenz bitte an Dr. Campbell-Malone (E-mail: regina@whoi.edu).  

Zusammenfassung: Zusammenprall mit Schiffen war die Todesursache bei 21 (52%) von 40 Atlantischen Nordkapern (Eubalaena glacialis), die von 1970 bis Dezember 2006 pathologisch untersucht wurden. Die feststellbaren Verletzungen dieser Wale kann man in zwei Katogorien einteilen: 1) spitzes Trauma, oft durch Kontakt mit der Schiffsschraube verursacht, und 2) stumpfes Trauma, wahrscheinlich durch den Zusammenprall mit dem Schiffsrumpf verursacht. Diese Studie analysiert vier Fälle von Trauma, die durch Zusammenprall mit Schiffen hervorgerufen wurden. Diese vier Fälle dienen als Rahmen zum besseren Verständnis von tödlichen stumpfen und spitzen Trauma verursacht durch den Zusammenprall von Schiffen und Atlantischen Nordkapern. Im ersten Fall wurden drei tiefe Schnittwunden festgestellt, die vom Kontakt mit der Schiffsschraube verursacht wurden. Der Wal überlebte die akute Verletzung, verstarb aber 14 Jahre später, als die Wundränder wieder auseinanderklafften und die Wunde sich infizierte. Der zweite Fall zeigte Durchschneiden der großen Arterien der Schwanzflosse sowie histologischen Nachweis von perimortalem Trauma an der Stelle einer Knochenfraktur.  
Anekdotenhafte Berichte brachten die Verletzungen mit einem Zusammenprall mit einem Schiff in Verbindung. Der dritte Fall zeigte eine Schnittwunde der Rete der Mundhöhle und eine Fraktur des Rostrums. Beide Organe zeigten histologische Anzeichen vom perimortalen, stumpfen Trauma. Im vierten Fall wurden ante mortal eine Unterkieferfraktur, zwei weitere Schädelfrakturen und ausgedehnte Blutungen festgestellt, die mit schwerwiegendem stumpfen Trauma übereinstimmten. Nachweise, darunter der Zeitpunkt der Verletzung im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt des Todes, werden für jeden Fall präsentiert. Bislang gab es keine ausführliche vergleichende Analyse der Pathologie von Trauma durch tödliche Zusammenstöße zwischen Schiffen und Atlantischen Nordkapern. Diese Studie unterstreicht die Wichtigkeit einer ausführlichen pathologischen Untersuchung, um signifikante Verletzungen und Zeitintervalle seit dem traumatischen Ereignis zu bestimmen. Dieser Bericht bietet ein neues Modell für tödliches spitzes und stumpfes Trauma bei Atlantischen Nordkapern bei Zusammenstößen mit Schiffen und erweitert das Wissen über Auswirkungen von anthropogener Mortalität dieser hoch bedrohten Tierart.
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 56-60, 2008.

Titel: Untersuchung der Prävalenz von Salmonella spp. mit Kotkultur und PCR bei einer Herde asymptomatischer Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis) in menschlicher Obhut  

Autoren: Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Beth Schille, A.A. und Crystal Pancake, A.H.T.  

Department of Veterinary Services, Disney's Animal Kingdom, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Miller (E-mail: Michele.Miller@disney.com). 

Zusammenfassung: Kotproben wurden von Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) in Disney’s Animal Kingdom

gesammelt, um die Häufigkeit von Salmonella-Ausscheidung bei asymptomatischen Tieren mit Hilfe von angereicherter Kultur, Bouillon-Kultur und Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zu bestimmen. Drei Proben pro Nashorn wurden während der ersten Woche jeden Monats von Februar 2001 bis Dezember 2003 gesammelt. Während der Studie wurden sechs Einzeltiere, darunter zwei heranwachsende Kälber, aus einer Herde untersucht. Insgesamt 550 Kulturen, die zu je 2 Labors geschickt wurden, und 464 PCR-Tests wurden durchgeführt. Ähnliche Herdenprävalenz wurde festgestellt, wenn Kultur- und PCR-Ergebnisse vom gleichen Labor verglichen wurden (2,4% positive Kulturergebnisse verglichen mit 2,6% positiven PCR-Ergebnissen). Obwohl die Tests mit wiederholten Proben durchgeführt wurden, war nicht jede positive Probe mit Kultur auch mit PCR positiv und umgekehrt.  Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß die Verwendung von mehreren diagnostischen Methoden und erhöhten Probenanzahlen die Wahrscheinlichkeit für das Auffinden von asymptomatischen Salmonella-Ausscheidern erhöhen kann. Obwohl die Nashörner das gleiche Gehege während der gesamten Studie bewohnten, schieden nur vier der sechs Nashörner Salmonella spp. aus, obwohl mindestens 37 Kotproben von jedem negativen Tier untersucht wurden. Obwohl nur eine kleine Anzahl von Nashörnern in dieser Studie untersucht wurde, kommt die  asymptomatische Ausscheidung bei Spitzmaulnashörnern in menschlicher Obhut wahrscheinlich häufiger vor als bislang vermutet. Die Prävalenz ähnelt der von anderen domestizierten Huftieren. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 61-68, 2008.

Titel: Hüftgelenksdysplasie beim Koala (Phascolarctos cinereus) im San Diego Zoo

Autoren: Geoffrey W. Pye, B.V.Sc., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Chris Hamlin-Andrus und Jennifer Moll

Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92101, USA (Pye, Hamlin-Andrus, Moll). Korrespondenz bitte an Dr. Pye (E-mail: gpye@sandiegozoo.org).

Zusammenfassung: Eine retrospektive/prospektive röntgenologische Studie dokumentierte 55 Fälle von mittel- bis hochgradiger Hüftgelenksdysplasie (HD) mit unterschiedlichem Grad von Abflachung des Acetabulums, Abflachung oder Verlust des Femurkopfes, Erweiterung oder Verlust des Schenkelhalses sowie Änderungen der Diaphyse des Femurs beim Nördlichen Koala (Phascolarctos cinereus) im San Diego Zoo (San Diego, Kalifornien, USA). Bei der retrospektiven Studie wurden historische Röntgenaufnahmen, soweit vorhanden, untersucht. Bei der prospektiven Studie wurden drei Standardaufnahmen (ventrodorsal und lateral mit gestreckten Hintergliedmaßen sowie ventrodorsal mit gebeugten Hintergliedmaßen) durchgeführt. Ein Klassifizierungssystem wurde angewendet, das die vier betroffenen Stellen (Acetabulum, Femurkopf, Schenkelhals und Femur) jeweils mit 0 bis 5 (0 = nicht betroffen bis 5 = hochgradig verändert) einstuften, so daß eine Gesamtpunktzahl von höchstens 40 erreicht werden konnte. Die Gesamtpunktzahlen wurden folgendermaßen beurteilt: 0-2 = klinisch unauffällig; 3-6 = geringgradige Dysplasie; 10-19 = mittelgradige Dysplasie; 20-40 = hochgradige Dysplasie. 30 Koalas zeigten Veränderungen, die als hochgradig eingestuft wurden, 25 wurden als mittelgradig und 38 als gerringgradig oder klinisch unauffällig eingestuft. Einige betroffene Koalas zeigten Gangveränderungen, und andere betroffene Tiere zeigten keine Symptome. Gering- bis schwergradige degenerative Gelenksveränderungen können sich entwickeln, und Symptome können mit Glukosamin/Chondroitinsulfat und Antiphlogistika gelindert warden. Die Ätiologie von HD bei Koalas ist bislang nicht eindeutig geklärt. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 69-75, 2008.

Titel: Unregelmäßige Zahnabnutzung und Lebensdauer von Wildwiederkäuerarten in menschlicher Obhut:

Eine Voruntersuchung pathologischer Befunde

Autoren: Olga Martin Jurado, med.vet., Marcus Clauss, M.Sc., Dr.med.vet., Dipl. E.C.V.C.N., W. Jürgen Streich, Dr.rer.nat. und Jean-Michel Hatt, M.Sc., Prof. Dr.med.vet., Dipl. E.C.A.M.S., Dipl. A.C.Z.M.

Abteilung für Heim-, Zoo- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, 8057 Zürich, Schweiz (Jurado, Clauss, Hatt); Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin, Deutschland (Streich). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss (E-mail: mclauss@vetclinics.uzh.ch).

Zusammenfassung: Zahnabnutzung wird oft als wichtiger Faktor zur Limitierung der Lebensdauer bei wildlebenden Tieren diskutiert. Da das Vorkommen schlechter Zahngesundheit bei Tieren in menschlicher Obhut in der Literatur häufig ist, wird die Zahngesundheit als möglicher limitierender Faktor in Gefangenschaft ebenfalls vermutet. Zusätzlich wird vermutet, daß brachydonte (laubfressende) Tiere anfälliger für Zahnerkrankungen als hypsodonte (grasfressende) Tiere sind, auch wegen der Andeutungen für systematisch erhöhte Zahnabnutzung bei manchen laubfressenden Tierarten. Eine Voruntersuchung pathologischer Berichte von ausgewachsenen Wildwiederkäuern in menschlicher Obhut (n = 294, 12 Tierarten) in einer zoologischen Einrichtung wurde durchgeführt, um diese Hypothesen zu testen und die Inzidenz unregelmäßiger Zahnabnutzung zu berechnen. Die Gesamtinzidenz unregelmäßiger Zahnabnutzung betrug 20%, obwohl eine sehr hohe Anzahl der Berichte die Zähne nicht erwähnten. Im Gegensatz zu den aufgestellten Hypothesen waren die Tiere mit unregelmäßiger Zahnabnutzung älter als die Tiere, die andere Todesursachen hatten. Dieses Ergebnis deutet darauf, daß die Erreichung eines überdurchschnittlichen Alters eine Voraussetzung für die Entwicklung der beschriebenen Zahnveränderungen in dieser Studie war. Die grasfressenden Tierarten (Hirschziegenantilope, Antilope cervicapra) waren am stärksten betroffen, wobei zwei laubfressende Wiederkäuerarten nicht betroffen waren. Betroffene Tierarten wurden regelmäßig auf sandigem Boden gefüttert, wobei laubfressende Arten aus einer Futterraufe gefüttert wurden. Dieser Befund deutet darauf hin, daß Haltungsbedingungen für Zahngesundheit wichtig sind. Ein großer Teil der Fälle mit seröser Fettatrophie waren Tiere mit unregelmäßiger Zahnabnutzung; dieser Befund deutet auf die klinische Bedeutung dieses Problems hin. Im Durchschnitt erreichten 41% der untersuchten ausgewachsenen Tiere die maximale Lebensdauer aus der Literatur. Obwohl diese Zahlen gering erscheinen, verhindert das Fehlen vergleichender Daten aus anderen Einrichtungen endgültige Aussagen darüber, ob die Haltungsbedingungen dieser Tierarten angemessen sind. 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 76-85, 2008.

Titel: Biomedizinische Untersuchung wildlebender Roter Varis (Varecia rubra) im Masoala Nationalpark, Madagaskar

Autoren: Christopher J. Dutton, M.Sc., M.R.C.V.S., Dipl. A.C.Z.M., Randall E. Junge, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Edward E. Louis, D.V.M., Ph.D.

Toronto Zoo, 361A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Kanada (Dutton); Saint Louis Zoo, 1 Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110, USA (Junge); Henry Doorly Zoo, 3701 South 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA (Louis). Korrespondenz bitte an Christopher J. Dutton (E-mail: cdutton@torontozoo.ca).

Zusammenfassung: Vollständige Gesundheitsuntersuchungen wurden bei 22 ausgewachsenen Roten Varis (Varecia rubra), darunter 9 Männchen und 13 Weibchen, im Masoala Nationalpark im Nordosten Madagaskars durchgeführt. Jedes Tier wurde mit Tiletamin und Zolazepam narkotisiert, und eine gründliche klinische Untersuchung mit Messung des Körpergewichts und der Vitalzeichen wurde durchgeführt. Blut wurde gesammelt und die folgenden Untersuchungen durchgeführt: Gesamtblutbild, Gesamtplasmaprotein, chemische Serumwerte, fettlösliche Vitamine, Spurenelemente, Eisenmesswerte, Toxoplasma-Serologie, Virusserologie und Blutparasiten. Kot wurde mit bakterieller Kultur und Parasitenuntersuchung analysiert, und eine repräsentative Anzahl von Ektoparasiten wurde gesammelt und identifiziert. Die Blutmesswerte wurden mit denen von Varis in menschlicher Obhut verglichen. Mehrere signifikante Unterschiede wurden festgestellt, die mit physiologischen Zuständen (z.B. Fortpflanzungsstatus und Stress), Hydrierung und Nahrung im Zusammenhang gebracht werden können. Hinweise auf ernstzunehmende Infektionskrankheiten oder Blutparasitenerkrankungen wurden nicht festgestellt. Die Darmflora erschien nicht weiter bemerkenswert, obwohl kälte-tolerante Bakterien unverhältnismäßig stark repräsentiert sein könnten. Kotparasitenzahlen waren niedrig. Lemurostrongylus spp. wurden bei zwei der Varis identifiziert, und mittelgradiger Befall von Laelapidae-Milben wurde bei etwa einem Drittel der Varis festgestellt. Diese Studie demonstriert die beträchtliche Menge von Daten, die von wildlebenden Populationen gesammelt werden können, die von unschätzbarem Wert für die optimale Haltung von Populationen in menschlicher Obhut, zur Reduzierung von Krankheiten, die mit Gefangenschaft einhergehen, und bei der Risikobewertung für Wiederauswilderungsprogramme, sind.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 86-91, 2008.

Titel: Jungtiermortalität beim Kleinen Kudu (Tragelaphus imberbis) in Zoo Basel und Zusammenhänge mit Nahrung und Haltungsbedingungen

Autoren: Dorothea Besselmann, Dr. med. vet., Daniela Schaub, Dr. med. vet., Christian Wenker, Dr. med. vet., Jürg Völlm, Dr. med. vet., Nadia Robert, Dr. med. vet., Claude Schelling, P.D., Dr. med. vet., Hanspeter Steinmetz, M.Sc., Dr. med. vet. und Marcus Clauss, M.Sc., Dr. med. vet., Dipl. E.C.V.C.N.

Abteilung für Heim-, Zoo- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstraße 260, CH-8057 Zürich, Schweiz (Besselmann, Schaub, Steinmetz, Clauss); Zoo Basel, Binningerstraße 40, CH-4054, Basel, Schweiz (Wenker, Völlm); Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin, Institut für Tierpathologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern, Länggass-Straße 122, CH-3012, Bern, Schweiz (Robert); Klinisches Labor, Vetsuisse-Fakultät, Universität Zürich, ETH Zürich, Tannenstraße 1, 8092 Zürich, Schweiz (Schelling). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss (E-mail: mclauss@vetclinics.uzh.ch).

Zusammenfassung: Seit 1956, als der Zoo Basel die Zucht mit Kleinen Kudu (Tragelaphus imberbis) einführte, sind 43% der Jungtiere vor dem Erreichen des sechsten Lebensmonats gestorben. Das Ziel dieser Studie war es, die pathologischen Befunde und Information über Nahrung und Herkunft zu untersuchen, um den Einfluß der Haltung auf die Jungtiermortalität dieser Tierart zu beurteilen. Die häufigste Todesursache war Weißmuskelkrankheit (WMK), die in 14 Fällen (26%) festgestellt wurde. Obwohl die Gehegegröße gleich blieb und die Zugänglichkeit der Tiere zu Besuchern konsistent hoch war, stieg von 1956 bis 2004 sowohl die Herdengröße als auch die Jungtiermortalität. Die Nahrung der gesamten Herde im Jahre 2004 zeigte mangelhafte Konzentrationen von Vitamin E und Selen. Der lineare Anstieg der Mortalitätsrate seit den 60er Jahren war signifikant, und eine signifikante Korrelation zwischen Herdengröße und allgemeiner Jungtiermortalität wurde festgestellt. Im Gegensatz dazu wurde keine Beziehung zwischen Herdengröße und Jungtiermortalität verursacht durch WMK gefunden. Weitere untersuchte Faktoren (Geschlecht, Inzucht und Jahreszeit) zeigten ebenfalls keine Auswirkung auf die Gesamtmortalität von Tieren unter 6 Monaten oder auf die Mortalität verursacht durch WMK. Diese Ergebnisse beschreiben sowohl ein ernährungs- als auch ein haltungsbedingtes Problem und werden durch das Fehlen ähnlicher Jungtiermortalität in einer anderen Einrichtung unterstützt. In dieser Einrichtung wurde die Nahrung mit Vitamin E ergänzt, die Herdengröße klein gehalten, und den Tieren wurden mehr Rückzugsmöglichkeiten  in den Gehegen geboten.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 92-98, 2008.

Titel: Lungenwurmbefall bei drei Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta)

Autoren: Charles A. Manire, D.V.M., Michael J. Kinsel, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Eric T. Anderson, D.V.M., Tonya M. Clauss, D.V.M., M.S. und Lynne Byrd, C.V.T.

Sea Turtle Rehabilitation Hospital, Mote Marine Laboratory and Aquarium, 1600 Ken Thompson Parkway, Sarasota, Florida 34236, USA (Manire, Anderson, Clauss, Byrd); University of Illinois, Zoological Pathology Program, LUMC, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Kinsel). Aktuelle Adresse (Clauss): Georgia Aquarium, 225 Baker Street, Atlanta, Georgia 30313, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Manire (E-mail: cmanire@mote.org).

Zusammenfassung: Obwohl Lungenwurmbefall bei vielen Säugetierarten und einigen Schlangen, Echsen und Vögeln bekannt ist, ist der Befall bei Schildkröten bislang nicht beschrieben. Diese Studie beschreibt die ersten drei Fälle vom Lungenwurmbefall bei Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta). Der Lungenwurmbefall war wahrscheinlich nicht die primäre Erkrankungsursache in den drei Fällen; er könnte beitragend sogar zufällig aufgetreten sein. Die zwei verstorbenen Schildkröten zeigten Hyperplasie des Epithels der Trachea und Bronchien sowie der Becherzellen. Die Veränderungen, die durch die Parasiten direkt verursacht wurden, beschränkten sich auf die oberen Luftwege (Trachea und Hauptbronchien), obwohl Veränderungen in der Lunge durch Schleim, der durch das Vorkommen der Würmer produziert wurde, entstanden sein könnten. Obwohl zwei der Fälle nicht erfolgreich behandelt werden konnten, könnte Oxfendazol ein wirksames Therapeutikum sein und wird beim noch unter Behandlung stehenden dritten Fall angewendet.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 99-102, 2008.

Titel: Behandlung einer Horn- und Stirnbeinavulsion mit einem Verband aus Polymethylmethacrylat bei einem Waldbüffel (Syncerus caffer nanus)

Autoren: Patrick J. Morris, D.V.M., D.A.C.Z.M., Beth Bicknese, D.V.M., M.P.V.M. und Meg Sutherland-Smith, D.V.M., D.A.C.Z.M.

Department of Veterinary Services, San Diego Zoo, P.O. Box 120-551, San Diego, California 92112-0551, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Morris (E-mail: pmorris@sandiegozoo.org).

Zusammenfassung: Ein 2 Jahre alter, weiblicher Waldbüffel (Syncerus caffer nanus) zeigte akutes Trauma des rechten Horns nach einem Kampf mit einem anderen Büffel, das zu einer Fraktur und Avulsion des Stirnbeins, Hornzapfens, Horns und der angrenzenden Haut führte. Das Tier wurde sediert, um die Wunde zu behandeln und um die Wundränder zu säubern. Danach wurde ein antibiotisch imprägnierter Polymethylmethacrylat (PMMA)-Verband angelegt. Das Verband war am Tag 7 nach der Verletzung noch vorhanden, fiel dann aber ab und mußte am Tag 11 nach der Verletzung ersetzt werden. Der zweite Verband fiel am Tag 68 nach der Verletzung ab; es verblieb eine verheilte, kreisförmige Narbe. Die Verwendung von PMMA in diesem Fall bot optimale Wundbehandlung. In den sechs Jahren nach der Verletzung ist ein fast normales Horn nachgewachsen. Dieser Fall deutet darauf hin, daß die naheliegende Haut und verbundene Schädelstrukturen die Fähigkeit behalten können, sich in fast normales Horngewebe zu differenzieren, da das gesamte Horn mit anliegenden Strukturen bei diesem Tier abgerissen war.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 103-106, 2008.

Titel: Zystadenom des Tränenapparats bei einer Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata)

Autoren: Jack Kottwitz, D.V.M., Ashley M. Zehnder, D.V.M., Nicole Wyre, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian) und Susette Aquino, D.V.M., Dipl. A.C.V.O.

Department of Medicine, The Animal Medical Center, Elmer and Mamdouha Bobst Hospital, 510 East 62nd Street, New York, New York 10021, USA. Aktuelle Adressen: (Kottwitz): The Montgomery Zoo, 2301 Coliseum Parkway, Montgomery, AL 36110, USA; (Zehnder): Department of Medicine and Epidemiology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA; (Wyre): Department of Clinical Studies, School of Veterinary Medicine, University of Pennsylvania, 3900 Delancey Street, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Kottwitz. (E-mail: jack_kottwitz@hotmail.com).

Zusammenfassung: Eine ausgewachsene, männliche Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata) wurde dem Avian and Exotic Pet Service des Animal Medical Center wegen periorbitaler Schwellung des rechten Auges vorgestellt. Die Schwellung sprach nicht auf die Verabreichung vom Vitamin A im Futter oder durch parenterale Injektion an. Die periorbitale Schwellung entwickelte sich zu einem Gewächs ventral von der Augenhöhle, das das Sehvermögen beeinträchtigte und durch Bewegungen der Vordergliedmaße der Schildkröte verletzt wurde. Sechsundzwanzig Monate nach der ersten Untersuchung wurde die Schildkröte narkotisiert, und der Tumor wurde größtenteils chirurgisch entfernt. Die histopathologische Untersuchung des Tumors zeigte ein gutartiges Zystadenom des Tränenapparats.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 107-110, 2008.

Titel: Chronische Endometritis bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

Autoren: Heike Aupperle, D.V.M., Anne Reischauer, D.V.M, Franz Bach, D.V.M., Thomas Hildebrandt, D.V.M., Frank Göritz, D.V.M., Kathrin Jäger, D.V.M., Regina Scheller, D.V.M., Hans-Jörg Klaue, D.V.M. und H.-A. Schoon, D.V.M., Ph.D.

Institut für Veterinär-Pathologie, An den Tierkliniken 33, 04103 Leipzig, Deutschland (Aupperle, Reischauer, Jäger, Schoon); Tierarztpraxis Bach, Friedrichstraße 22, 69198 Schriesheim, Deutschland (Bach); Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin, Deutschland (Hildebrandt, Görtiz); Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen Standort Leipzig-Wiederitzsch, Bahnhofstraße 58-60, 04158 Leipzig, Deutschland (Scheller); Landratsamt Riesa-Grossenhain, Hermannstraße 30-34, 01558 Grossenhain, Deutschland (Klaue). Korrespondenz bitte an Dr. Aupperle (E-mail: aupperle@rz.uni-leipzig.de).

Zusammenfassung: Ein 48 Jahre alter, weiblicher Asiatischer Elefant (Elephas maximus), der historisch Pododermatitis zeigte, hatte wiederkehrende Hämaturie seit 2002. Transrektale Sonographie und endoskopische Untersuchung im Jahre 2004 bestimmte den Uterus als Quelle der Hämaturie und schloss eine hämorrhagische Zystitis aus. Behandlung mit Deslorelin-Implantaten, Antibiotika und homöopathischen Medikamenten verbesserten den Allgemeinzustand des Elefanten. Im Juli 2005 wurde der Elefant plötzlich tot aufgefunden. Bei der pathologischen Untersuchung wurde ein hochgradig vergrößerter Uterus mit ca. 250 l eitriger Flüssigkeit gefunden, und die histopathologische Untersuchung zeigte ulzerative, eitrige Endometritis mit einer hohen Anzahl von Streptococcus equi spp. zooepidemicus und Escherichia coli bei der aeroben Kultur. Zusätzlich wurden bei der Sektion folgende Veränderungen gefunden: multifokale, hochgradige Pododermatitis, Leiomyom des Uterus und zahlreiche, große, kalzifizierte Stellen mit Nekrose des Abdominalfetts. Mikrobiologische Kultur der Pododermatitisveränderungen ergaben Isolierung von Streptococcus agalactiae, Streptococcus equi ssp. zooepidemicus, Staphylococcus sp., Corynebacterium sp. und Entercoccus sp.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 111-114, 2008.

Titel: Osteochondrosis dissecans bei einer jungen Pferdeantilope (Hippotragus equinus)

Autoren: Sharmie Johnson, D.V.M., Bradley S. Houser, D.V.M., Howard Frederick, Ph.D. und Beryl Patterson, C.V.T.

Wildlife World Zoo, 16501 W. Northern Avenue, Litchfield Park, Arizona 85340, USA (Johnson, Houser, and Patterson); Zoos World Wide, 6202 West Ina Road, Tucson, Arizona 85743, USA (Frederick). Aktuelle Adresse  (Johnson): 8502 N. 94th Avenue, Peoria, Arizona 85345, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Johnson (E-mail: Sdjwcj@aol.com).

Zusammenfassung: Eine 4 Monate alte Pferdeantilope (Hippotragus equinus) wurde wegen einer akuten und fortschreitenden Lahmheit der linken Hintergliedmaße vorgestellt, die nicht auf Antiphlogistika ansprach. Die Antilope wurde narkotisiert, und eine klinische Untersuchung, Röntgenaufnahmen und Laboruntersuchungen wurden durchgeführt. Röntgenaufnahmen zeigten eine Ausdünnung der Kortikalis des linken distalen Femurs und der proximalen Tibia, sowie mehrere lytische Stellen am Kondylus. Wegen des Schweregrads der Veränderungen und des schlechten Allgemeinzustandes des Tieres wurde die Antilope eingeschläfert. Bei der pathologischen Untersuchung wurde Parasitenbefall im Magen-Darm-Trakt festgestellt. Knorpelerosionen zusammen mit fibrotischem Bindegewebe und visköser Gelenksflüssigkeit wurden in jedem Gelenk der Gliedmaßen vorgefunden. Perimortale Blutwerte zeigten Anämie und Hypoproteinämie. Die Gelenksflüssigkeit zeigte Entzündung, aber nicht Infektion, und aerobe Kultur ergab keine pathogenen Bakterien. Die histologische Untersuchung zeigte fokale, transmurale Nekrose des Gelenkknorpels mit Knorpelrissen. Osteochondrosis dissecans wurde diagnostiziert, und eine Untersuchung der Ernährungs- und Haltungsbedingungen der Herde wurde unternommen. Dieser Bericht gilt als der erste dokumentierte Fall von Osteochondrosis dissecans bei einer Pferdeantilope.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 115-117, 2008.

Titel: Anwendung eines Retard-Präparates mit Clotrimazol für die Behandlung von Dermatomykose bei einem Siamang (Hylobates syndactylus)

Autoren: Nili Avni-Magen, D.V.M., Daniel Elad, D.V.M., Ph.D., Michael Friedman, Ph.D., Irith Gati, B.Sc., Elizabeth Kaufman, D.V.M. und Eran Lavy, M.Sc., D.V.M.

The Tisch Family Zoological Gardens in Jerusalem, Box 898, Manhat, Jerusalem 91008, Israel (Avni-Magen, Kaufman); The Kimron Veterinary Institute, Box 12, Bet Dagan, 50250 Israel (Elad); The School of Pharmacy, The Department of Pharmaceutics, The Hebrew University of Jerusalem Box 12065, Jerusalem, 91120 Israel (Friedman, Gati); and The Koret School of Veterinary Medicine, Faculty of Agricultural, Food and Environmental Quality Sciences, The Hebrew University of Jerusalem, Box 12, Rehovot 76100, Israel (Lavy). Korrespondenz bitte an Dr. Avni-Magen (E-mail: zoovets@jerusalemzoo.org.il).

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, männlicher Siamang (Hylobates syndactylus) wurde dem Tisch Family Zoologischen Garten des Jerusalem Biblical Zoos (Israel) im November 2004 mit Hautveränderungen an verschiedenen Körperstellen vorgestellt. Die Hautstellen zeigten Alopezie und trockene, verkrustete Stellen mit Hyperkeratose. Eine Diagnose von Dermatomykose, verursacht durch Microsporum canis, wurde durch Pilzkultur von einem Hautgeschabsel vom Rand mehrerer Veränderungen gestellt. Behandlung mit verschiedenen oralen und topischen antimykotischen Medikamenten, darunter Griseofulvin, Itraconazol und Lufenuron führte zum Rückgang an den meisten Stellen und zur Verkleinerung der einen verbliebenen Veränderung, die weiterhin kulturpositiv für M. canis blieb. Das Tier wurde narkotisiert, und ein experimentelles Retard-Präparat mit Clotrimazol wurde auf die betroffene Hautstelle mit einem Pinsel aufgetragen. Es gab zunächst keine Verbesserung, und nach 2 Monaten wurde ein leicht verändertes Präparat unter Narkose nochmals aufgetragen. Nach einem weiteren Monat begann die Hautstelle, sich zu verkleinern, und 3 Monate nach Beginn dieser Behandlung, aber 2 Jahre nach Auftreten der ersten Symptome, war die Haut klinisch unauffällig. Die Verringerung der Anzahl der Behandlungen ist immer bei exotischen Tieren oder Zootieren von Vorteil.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 118-120, 2008.

Titel: Hämangiosarkom bei einer Mähnenrobbe (Otaria byronia)

Autoren: Mi-Hyeon You, D.V.M., Il-Hong Bae, D.V.M., Hyang Jee, D.V.M., Mi-Jin Yoo, D.V.M., Nam-Shik Shin, D.V.M., Ph.D. und Dae-Yong Kim, D.V.M., Ph.D.

Laboratory of Veterinary Pathology, College of Veterinary Medicine, Seoul National University, Seoul 151-742, Korea (You, Bae, Jee, Kim); Laboratory of Veterinary Wildlife Diseases, College of Veterinary Medicine, Seoul National University, Seoul 151-742, Korea (Shin); Seoul Grand Park, Kwachun, Korea (Yoo). Korrespondenz bitte an Dr. Kim (E-mail: daeyong@snu.ac.kr).

Zusammenfassung: Eine 10 Jahre alte männliche Mähnenrobbe (Otaria byronia) starb nach mehreren Wochen Apathie, Anorexie, Gewichtsverlust und fortschreitender Atemnot. Bei der Sektion wurden drei konfluente, läppchenförmige, dunkelrote Tumore im Gekröse vorgefunden. Ähnliche Stellen wurden in der Lunge sowie in beiden Nieren gefunden. Auf Grund der anatomisch- und histopathologischen Befunde sowie der immunhistochemischen Untersuchung wurde Hämangiosarkom diagnostiziert. Dieser Fall stellt den ersten Bericht vom Hämangiosarkom bei einer Flossenfüßlerart dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 121-123, 2008.

Titel: Perikardiales Mesotheliom bei einem Bengaltiger (Panthera tigris)

Autoren: Ellen B. Wiedner, V.M.D., Dipl. A.C.V.I.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., William A. Lindsay, D.V.M., Dipl. A.C.V.S., Allison L. Case, D.V.M., Joshua Decker, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., and John Roberts, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA (Wiedner, Lindsay); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza); Point Defiance Zoo and Aquarium and Northwesttrek, Tacoma, Washington 98407, USA (Case); Gene Logic, Inc., Gaithersburg, Maryland 20878, USA (Decker); Department of Infectious Diseases and Pathology, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Roberts). Korrespondenz bitte an Dr. Wiedner (E-mail: EWiedner@feldinc.com).

Zusammenfassung: Ein 17 Jahre alter Bengaltiger (Panthera tigris) zeigte Dyspnoe und Tachypnoe. Röntgenaufnahmen zeigten hochgradigen Herzbeutel- und Pleuralerguß, aber kein eindeutiges Gewächs. Beim Versuch den Erguß under Narkose zu entfernen, entwickelte das Tier Herztamponade und starb. Bei der Sektion wurde ein knotenförmiges Gewächs an der Herzbasis festgestellt, das sich als perikardiales Mesotheliom herausstellte. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung eines solchen Tumors bei einer Großkatze dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(1): 124-127, 2008.

Titel: Experimentelle Superinfektion bei einem Kleinkantschil (Tragulus javanicus) mit Bovine Viral Diarrhea Virus persistent infiziert

Autoren: Antje Semrau, D.V.M., Gudrun Wibbelt, Dr.med.vet., Monika Hilbe, Dr.med.vet., Dipl. E.C.V.P., Dietmar Lieckfeldt, B.Sc., Robert Hermes, Dr.med.vet., Kerstin E. Müller, Prof. Dr.med.vet., Hans P. Heckert, Dr.med.vet., Mark J. Hoyer, D.V.M. und Kai Frölich, PD Dr.med.vet.

Leibniz Institute for Zoo- and Wildlife Research, Alfred-Kowalke-Strasse 17, 10315 Berlin, Deutschland (Semrau, Wibbelt, Lieckfeldt, Hermes, Frölich); Institut für Tierpathologie, Vetsuisse Fakultät, Winterthurerstraße 268, 8057 Zürich, Schweiz (Hilbe); ARTIS Zoo, Plantage Kerklaan 38-40, 1018 CZ Amsterdam, Niederlanden (Hoyer); Klinik für Klauentiere, FU Berlin, Königsweg 65, 14163 Berlin, Deutschland (Müller, Heckert). Aktuelle Adresse (Frölich): Tierpark Arche Warder, Langwedeler Weg 11, 24646 Warder, Deutschland. Korrespondenz bitte an Dr. Wibbelt (E-mail: wibbelt@izw-berlin.de).

Zusammenfassung: Ein Kleinkantschil (Tragulus javanicus), der mit nicht-zytopathogenem Bovine Viral Diarrhea Virus (BVDV) Typ 1f persistent infiziert war, wurde experimentell mit einem zytopathogenen Isolat von BVDV Typ 1c superinfiziert, dessen Antigenstruktur mit dem endogenen Stamm teilweise übereinstimmte. Innerhalb einer Beobachtungsperiode von 125 Tagen nach der Superinfektion zeigte das Tiere weder klinische Symptome der Krankheit noch signifikante Blutwertveränderungen. Neutralisierende Antikörper wurden 35 und 42 Tage nach der Infektion festgestellt. Das Isolat, das die Superinfektion verursachte, wurde im Kot, Nasenabstrichen und Speichel ab dem 29. Tag und zu verschiedenen Zeitpunkten nach dem Belastungsversuch nachgewiesen. Makroskopische und histologische Untersuchungen zeigten keine Mucosal Disease (MD)-ähnlichen Veränderungen, obwohl zytopathogene Isolate in der Speicheldrüse, Niere, im Pansen, Labmagen und in einem oberflächlichen präskapulären Lymphknoten nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß der zytopathogene BVDV-Stamm bei dieser Superinfektion im virämischen Tier persistierte aber keine Symptome in der Beobachtungszeit der Studie verursachte.

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