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jzwm_germanabstract_v39n2_2008

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 39(2) ZUSAMMENFASSUNGEN 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 145-147, 2008.

Titel: Nachweis von Rickettsien der Fleckfieber- und Typhusgruppen bei Marderhunden (Nyctereutes procyonoides koreensis) 

Autoren: Gerry Amor Camer, D.V.M., Ph.D. und Chae Woong Lim, D.V.M., Ph.D.  

College of Veterinary Medicine, University of Eastern Philippines, 6400, Catarman, Northern Samar, Philippinen (Camer); Bio-safety Research Institute, Chonbuk National University, Jeonju City, 561-756, Korea (Camer, Lim). Korrespondenz bitte an Dr. Camer (drcamer@yahoo.com).  

Zusammenfassung: Sowohl die Fleckfieber- als auch die Typhusgruppe der Rickettsien sind mögliche, neu auftretende, durch Arthropoden übertragene Infektionskrankheiten in Korea. Marderhunde (Nyctereutes procyonoides koreensis), die in der Korean Society for the Protection of Wild Animals, Chonbuk Branch, Korea behaust wurden, wurden auf das Vorkommen von pathogenen Rickettsien der Fleckfieber- und Typhusgruppen untersucht. Serumproben von 36 Marderhunden wurden mit indirekter Immunfluoreszenz auf Antikörper gegen den typ-spezifischen YH-Stamm von Rickettsia japonica (Rickettsien der Fleckfiebergruppe) und den Wilmington-Stamm von Rickettsia typhi (Rickettsien der Typhusgruppe) untersucht. Die Prävalenz der seropositiven Proben betrug 30,5% (11/36) für die Fleckfiebergruppe und 41,6% (15/36) für die Typhusgruppe. Fünf Proben waren gegen beide Antigene seropositiv. Diese Studie stellt den ersten Nachweis von Rickettsien-Antikörpern bei Marderhunden dar und bietet seroepidemiologische Nachweise von endemischen Rickettsienerregern in Korea.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 148-154, 2008.

Titel: Klinische Untersuchungsbefunde von Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in menschlicher Obhut in Indien

Autoren: Anand Ramanathan, B.V.Sc., M.Sc. und Avanti Mallapur, M.Sc., Ph.D.

International Fund for Animal Welfare, 1350 Connecticut Avenue NW, Suite 1220, Washington, D.C. 20036, USA (Ramanathan); Animal Behaviour and Welfare Group, Division of Veterinary Clinical Studies, Royal (Dick) School of Veterinary Studies, University of Edinburgh, Easter Bush Veterinary Centre, Easter Bush, Roslin, Midlothian, EH25 9RG, Großbritanien (Mallapur). Aktuelle Adresse (Mallapur): Department of Animal and Avian Sciences, University of Maryland, Animal Sciences Center, College Park, Maryland 20742-2311, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mallapur (mallapur@umd.edu).

Zusammenfassung: Eine klinische Untersuchung und Auswertung eines Fragebogens wurden bei 81 Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in 10  Einrichtungen in Indien von November 2004 bis Februar 2005 durchgeführt. Der Fragebogen bestand aus 10 Fragen über die allgemeine Gesundheit der Elefanten und wurde nach der Untersuchung der einzelnen Elefanten ausgefüllt. Die gesammelten Informationen wurden in eine Skala eingeordnet, um die Gesundheit der Einzeltiere statistisch auszuwerten. Die Studie ergab, daß 43,21% der untersuchten Elefanten Hyperkeratosen zeigten. Ein signifikanter Anteil der Elefanten, die Touristencamps gehörten, zeigten mehr Hautbefunde als die Elefanten aus zoologischen Gärten und Waldcamps. Einzeltiere, die in menschlicher Obhut geboren wurden, hatten weniger Hautveränderungen als wildgefangene Elefanten. 60 (74,1%) der Elefanten in menschlicher Obhut in dieser Studie zeigten Zerklüftungen der Fußsohlen, 20% davon waren schwerwiegende Veränderungen. Das Vorkommen von Sohlenzerklüftungen war bei Kühen signifikant häufiger. Ein größerer Anteil der Elefanten in Touristencamps zeigte senkrechte und waagerechte Hufnagelrisse im Vergleich zu den Tieren in den Waldcamps und zoologischen Gärten.76,9% der verwundeten Tiere und 80% der Tiere mit Abszessen wurden in Tempeln und Touristencamps gehalten. Etwa 8,5% der Elefantenpopulation in dieser Studie zeigten Augenerkrankungen; alle betroffenen Elefanten wurden in Tempeln und Touristencamps gehalten. Diese Studie wies nach, daß Elefanten, die in Tempeln oder Touristencamps gehalten wurden, Veränderungen der Haut mit Wunden und Abszessen zeigten. Diese Befunde deuten darauf hin, daß das Allgemeinbefinden der Elefanten in Touristencamps schlecht im Vergleich zu Elefanten in zoologischen Gärten und Waldcamps war.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 155-160, 2008.

Titel: Behandlungsfaktoren mit Einfluß auf die Verwendung von rekombiniertem Plättchenwachstumsfaktor (Regranex®) bei der Kopf- und Seitenlinienkrankheit (HLLES; Head and Lateral Line Erosion Syndrome) beim Ozean-Doktorfisch (Acanthurus bahianus) 

Autoren: Gregory J. Fleming, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Allison Corwin, B.Sc., A. Jeanene McCoy, B.Sc. und M. Andrew Stamper, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.  

Disney's Animal Programs, Walt Disney World® Resort, EC Trl. W-251, 2016 North Avenue of the Stars, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA (Fleming, McCoy, Corwin, Stamper). Korrespondenz bitte an Dr. Fleming (greg.fleming@disney.com). 

Zusammenfassung: Die klinische Wirksamkeit von Becaplermin (Regranex®, Ortho-McNeil Pharmaceutical, Inc., Raritan, New Jersey 08869) bei der Behandlung der Kopf- und Seitenlinienkrankheit (HLLES; Head and Lateral Line Erosion Syndrome) beim Ozean-Doktorfisch (Acanthurus bahianus) wurde in einer zweiteiligen Studie untersucht, um eine angemessene Behandlungsfrequenz für die Verabreichung des Medikaments sowie die Wirkungen von Umweltfaktoren auf den Behandlungserfolg herauszufinden. Im ersten Teil der Studie wurden 12 Ozean-Doktorfische mit vorherigem HLLES in drei Behandlungsgruppen gleichmäßig eingeteilt: 1) eine Anwendung, 2) zwei Anwendungen alle 3 Wochen und 3) keine Verabreichung des Medikaments. Nach 9 Wochen wurde mit Hilfe von Fotografien und Computeranalyse festgestellt, daß die Fische, die mit Becaplermin behandelt wurden, erheblich bessere Heilung zeigten als die unbehandelten Fische. Ein signifikanter Unterschied wurde zwischen den zwei Behandlungsverfahren nicht festgestellt; deshalb ist eine einmalige Behandlung mit Becaplermin genauso wirksam wie die dreimalige Verabreichung. Diese einmalige Verabreichung verringert Kosten, Arbeitszeit und Stress bei den Fischen. Beim zweiten Teil der Studie wurde der Einfluß der Wasserqualität auf die Entwicklung von HLLES vor und nach der einmaligen Verabreichung von Becaplermin untersucht. Die Fische, die nach der Behandlung in einem Becken gehalten wurden, das für die Entwicklung von HLLES bekannt war, zeigten keine Verlangsamung des Forschreitens von HLLES. Fische, die in einem Becken gehalten wurden, das HLLES nicht verursachte, zeigten eine signifikante Reduzierung der Erosionen nach der Behandlung. Dieses Ergebnis zeigt, daß die Behandlung von Fischen, die in einem HLLES verursachenden Becken gehalten wurden, nicht zur Heilung von HLLES führt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 161-169, 2008.

Titel: Ei-induzierte Peritonitis beim Fidschi Leguan (Brachylophus fasciatus) 

Autoren: Brian A. Stacy, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Lauren Howard, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., John Kinkaid, Justin D. Vidal, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. nd Rebecca Papendick, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

Zoological Society of San Diego, Wildlife Disease Laboratories (Papendick and Stacy), Veterinary Service (Howard), and Reptile Department (Kinkaid), San Diego, California 92102, USA; GlaxoSmithKline, King of Prussia, Pennsylvania, 19406 (Vidal). Aktuelle Adressen (Stacy): University of Florida, College of Veterinary Medicine, Small Animal Clinical Sciences, Gainesville, Florida 32610, USA; Houston Zoo, Inc., Houston, Texas 77030, USA. (Howard). Korrespondenz bitte an Dr. Stacy (StacyB@vetmed.ufl.edu).  

Zusammenfassung: Ei-induzierte Peritonitis ist eine häufige Todesursache bei geschlechtsreifen, weiblichen Fidschi Leguanen (Brachylophus fasciatus) bei der Zoological Society of San Diego. Medizinische Vorgeschichte, Fortpflanzungsinformation und pathologische Berichte wurden von dieser Gruppe von Leguanen untersucht, um diese Erkrankung besser zu verstehen. Neun von 21 ausgewachsenen Weibchen zwischen 1987 und 2004 starben an ei-induzierter Peritonitis. Die Mehrzahl der Leguane zeigte Fortpflanzungsstörungen, darunter Fortpflanzungsunfähigkeit, Episoden von Apathie im Zusammenhang mit Eierstockaktivität, Follikelstase, Ovostase und abweichendes Verhalten. Die Leguane wurden meist tot aufgefunden oder waren dem Tod nahe und starben kurz darauf oder wurden eingeschläfert. Klinische Symptome waren unspezifisch mit Apathie, Farbveränderungen der Haut und Zölomerguß. Ausgetretener Dotter war in den meisten Fällen mit dem Vorkommen von großen, dotterbildenden Follikeln mit Atresie assoziert und führte zu Peritonitis mit hochgradiger Mesothelproliferation.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 170-179, 2008.

Titel: Optimierung eines handelsüblichen Benchtop-Relaxin-Assays zur Trächtigkeitsdiagnose mittels Urin von Wildkatzenarten

Autoren: Laurie A. Harris, Bernard G. Steinetz, Ph.D., Jennifer B. Bond, B.S., Sally Lasano und William F. Swanson, D.V.M., Ph.D.

Center for Conservation and Research of Endangered Wildlife, Cincinnati Zoo & Botanical Garden, Cincinnati, Ohio 45220, USA (Harris, Swanson, Bond); Nelson Institute of Environmental Medicine, NYU School of Medicine, Tuxedo, New York 10987, USA (Steinetz, Lasano). Aktuelle Adresse (Harris): 401 Brunswick Drive, Apt. 7, Lafayette, Indiana 47909, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Swanson (william.swanson@cincinnatizoo.org).

Zusammenfassung: Relaxin ist ein 6-kDa-Polypeptidhormon, das während der Trächtigkeit bei mehreren Säugetierarten im Urin ausgeschieden wird. Eine neue Studie zeigt, daß der Nachweis von Relaxin im Urin mit einem Benchtop-Serumassay (Witness® Relaxin Kit, Synbiotics Corp., San Diego, Kalifornien 92127, USA) für die Trächtigkeitsdiagnose  bei domestizierten Katzen (Felis silvestris catus) verwendet werden kann. Es ist aber noch nicht bekannt, ob dieses Benchtop-Assay mit Urin von anderen Katzenarten ebenso verwendet werden kann. Die Ziele unserer Studie waren: 1. die Analyse von Modifikationen bei der Bearbeitung des Urins bei trächtigen Hauskatzen, um die Verlässlichkeit des Tests zu verbessern, 2. die Untersuchung des Einflusses der Urinkonzentrierung durch Filtrieren auf die Relaxinbestimmung, 3. Beurteilung des Einflusses von Einfrieren auf die Relaxinkonzentrationen und 4. die Quantifizierung der Relaxinkonzentration im Urin von Wildkatzenarten. Urin und Serum wurden von Hauskatzen und Wildkatzenarten (Manul, Otocolobus manul; Sandkatze, Felis margarita; Gepard, Acinonyx jubatus; Löwe, Panthera leo) zu mehreren Zeitpunkten nach der Paarung gesammelt. Urinproben wurden mit verschiedenen Bearbeitungsmethoden vorbereitet, und Relaxin wurde mit einem Benchtop-Assay gemessen und danach mit einem Radioimmunoassay quantifiziert. Für Hauskatzenurin führten Filtrierung und der Zusatz von Protein/Phosphatpuffer zur verbesserten Gleichmäßigkeit des Relaxinassays für die frühzeitige Trächtigkeitsdiagnose. Einfrieren von Urin führte zu einer geringen (~13%) aber signifikanten Reduzierung der Relaxinkonzentration, obwohl aufgetaute Proben dennoch mit dem Benchtop-Assay positiv waren. Die Urinrelaxin-Immunreaktivität während der Trächtigkeit war bei Wildkatzenarten ähnlich oder höher als bei trächtigen Hauskatzen; dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß Relaxin ein zuverlässiger Messwert bei mehreren Tierarten ist. Relaxin war mit dem Benchtop-Assay im Urin von trächtigen Manulen nachweisbar, obwohl Urinproben von anderen Wildkatzenarten negativ waren, auch unabhängig von der Bearbeitungsmethode. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß Urin-Relaxinmessung eine vielversprechende Methode zur nicht invasiven Trächtigkeitsdiagnose bei Wildkatzenarten darstellt, obwohl weitere Analysen der Urin-Relaxinprofile bei Katzenarten und Modifizierung  des Benchtop-Relaxin-Assays berechtigt sind, um die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zu optimieren.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 180-187, 2008.

Titel: Vergleich der Aminotransferase-Messmethoden zur Beurteilung von Myopathie und Hepatopathie beim Florida-Manati (Trichechus manatus latirostris)

Autoren: Kendal E. Harr, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.P., Kathryn Allison, D.V.M., Robert K. Bonde, David Murphy, D.V.M. und John W. Harvey, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

FVP Consultants, Inc., Bushnell, Florida 33513, USA (Harr); Longwood Veterinary Clinic, Longwood, Florida 32750, USA (Allison); Department of Physiological Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Harvey); United States Geological Survey, Sirenia Project, Gainesville, Florida 32605, USA (Bonde); Lowry Zoological Park, Tampa, Florida 33604, USA (Murphy). Aktuelle Adresse (Harr): 7805 SW 19th Place, Gainesville, Florida 32607, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Harr (drharr@fvpconsultants.com).

Zusammenfassung: Muskeltrauma wird beim Florida-Manati (Trichechus manatus latirostris) häufig festgestellt. Aspartataminotransferase (AST) wird häufig im Plasma gemessen, um Muskelschädigung durch Stressmyopathie oder traumatische Verletzungen zu beurteilen. Deshalb ist die genaue Messung von AST und Alaninaminotransferase (ALT) bei kontrollierten, wildlebenden Tieren sowie bei Tieren, die sich von Traumata erholen, sehr wichtig. Die Aktivitäten dieser Enzyme sind jedoch bei Manatis mit akuten oder chronischen Muskelverletzungen meist nicht erhöht, obwohl ein hochgradiger Anstieg der Creatinkinaseaktivität im Plasma gleichzeitig beobachtet wird. Die Hypothese wird aufgestellt, daß das Fehlen eines Anstieges dieser Enzymaktivitäten auf Apoenzyme im Blut zurückzuführen ist, die nicht durch häufig verwendete tiermedizinische Assays erfasst werden. Die zusätzliche Messung des Koenzyms Pyridoxal-5-Phosphat (P5P oder Vitamin B6) sollte deshalb zu höheren gemessenen Enzymaktivitäten führen. Das Ziel dieser Studie war es, die genaueste und diagnostisch nützlichste Methode zur Messung von Aminotransferase bei Manatis zur Anwendung in Tierarztpraxen und diagnostischen Labors zu finden. Geeignete Aufbewahrungsmethoden wurden zusätzlich untersucht. Die Verwendung eines optimierten, handelsüblichen nasschemischen Assays mit 100 µmol P5P ergab eine positive statistische Verzerrung der gemessenen Enzymaktivitäten bei gesunden Manatis. AST- und ALT-Werte waren jedoch erheblich niedriger als die, die bei domestizierten Tierarten meist beobachtet werden, und sollten nicht als alleinige Basis für die Diagnose von Stressmyopathie oder Muskeltrauma verwendet werden. Außerdem ergaben die trockenchemischen Messgeräte, die meist in Tierpraxen verwendet werden, signifikant höhere und ungenauere AST- und ALT-Aktivitäten, die schlecht mit den Werten nasschemischer Messgeräte, die normalerweise in diagnostischen Labors verwendet werden, korrelieren. Die Ergebnisse können deshalb nicht mit denen von diagnostischen Labors mit nasschemischen Messgeräten verglichen werden. Insgesamt erwies sich die optimierte nasschemische Methode als die genaueste und diagnostisch nützlichste Messmethode der Aminotransferase in den Blutproben. Zusätzlich gab es einen statistisch signifikanten Unterschied bei der gepaarten Messung von Serum und Plasma; dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß Referenzwerte für sowohl Serum als auch Plasma festgestellt werden sollten. Die Aufbewahrung dieser Proben bei -70º C für 1 Monat führte zu einer 25 prozentigen Verringerung der Enzymaktivität im Plasma von Manatis.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 188-200, 2008.

Titel: Pharmakokinetik von oral verabreichtem Phenylbutazon bei Afrikanischen und Asiatischen Elefanten (Loxodonta africana und Elephas maximus)

Autoren: Ursula Bechert, D.V.M., Ph.D., J. Mark Christensen, Ph.D., C. Nguyen, Ph.D., R. Neelkant, Ph.D. und E. Bendas, Ph.D.

Oregon State University, College of Science (Bechert) and College of Pharmacy (Christensen, Nguyen, Neelkant, Bendas), Corvallis, Oregon 97331, USA (Bechert). Korrespondenz bitte an Dr. Bechert (ursula.bechert@oregonstate.edu).

Zusammenfassung: Die pharmakokinetischen Parameter von Phenylbutazon wurden bei 18 Elefanten (Loxodonta africana und Elephas maximus) nach einer einmaligen oralen Verabreichung von 2, 3 und 4 mg/kg Phenylbutazon, sowie nach mehrmaliger Verabreichung mit einer 4-wöchigen Auswaschzeit, festgestellt. Nach der Verabreichung von 2 mg/kg Phenylbutazon betrug die mittlere Höchstserumkonzentration nach etwa 7,5 h 4,3 ± 2,02 μg/ml bei Afrikanischen Elefanten und nach 9,7 h 7,1 ± 2,36 μg/ml bei Asiatischen Elefanten. Nach der Verabreichung von 3 mg/kg betrug die mittlere Höchstserumkonzentration 7,2 ± 4,06 μg/ml nach 8,4 h bei Afrikanischen Elefanten und 12,1 ± 3,13 μg/ml nach 14 h bei Asiatischen Elefanten. Die harmonische mittlere Halbwertszeit war lang und betrug zwischen 1 und 15 h bzw. 39 und 45 h bei Afrikanischen bzw. Asiatischen Elefanten. Es wurde nachgewiesen, daß Phenylbutazon dem enterohepatischen Kreislauf bei Asiatischen Elefanten unterliegt. Signifikante Unterschiede (P < 0,0001) der pharmakokinetischen Werte wurden zwischen Afrikanischen und Asiatischen Elefanten für die folgenden Werte mit einer beispielhaften Dosis von 2 mg/kg festgestellt: Clearance (27,9 bzw. 7,6 ml/h/kg), terminale Halbwertszeit (15,0 bzw. 38,7 h) und mittlere Residenzzeit (22,5 bzw. 55,5 h). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß Asiatische und Afrikanische Elefanten unterschiedlicher Behandlungsdosen und -frequenzen bedürfen. Es gab keine Unterschiede im Geschlecht bei den beiden Elefantenarten für die gemessenen Parameter.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 201-207, 2008.

Titel: Entwicklung eines Polymerase-Kettenreaktion-Tests für Entamoeba invadens

Autoren: Carol M. Bradford, M.S., D.V.M., Mary C. Denver, D.V.M. und Michael R. Cranfield, D.V.M.

The Maryland Zoo in Baltimore, Druid Hill Park, Baltimore, Maryland 21217, USA (Bradford, Denver, Cranfield). Korrespondenz bitte an Dr. Bradford (drcarolbradford@yahoo.com).

Zusammenfassung: Entamoeba invadens ist eine Protozoeninfektion bei Reptilien, die zu Kolitis, Abszessen in der Leber und anderen Organen und teilweise zum akuten Tod führt. Der Erreger wird meist als kommensal bei Schildkröten angesehen, obwohl Kolitis, Durchfall und Tod bei Georgia-Gopherschildkröten (Gopherus polyphemus) und Pantherschildkröten (Geochelone pardalis) in Zusammenhang mit diesem Erreger gebracht wurde. Die Diagnose von E. invadens wurde bislang durch die Feststellung von Trophozoiten und/oder Zysten durch direkte koproskopische Untersuchung gestellt. Die Differentialdiagnose von E. invadens ist schwierig durch die ähnliche Morphologie von nicht pathogenen Amöben, darunter E. ranarum, E. insolita, E. barreti und E. terrapinae. Die endgültige Bestimmung der Amöbenart ist notwendig, um falsche Diagnosen oder unnötige Behandlungen von nicht pathogenen Protozoen zu vermeiden. Die Vermischung von Reptilienarten einer Tiersammlung sollte ebenfalls gut überlegt werden, um die Infektion bei Schlangen und Echsen zu vermeiden. In dieser Studie wurden Polymerase-Kettenreaktion (PCR)-Primers für E. invadens, E. ranarum, E. terrapinae und E. insolita entwickelt, und PCR-Amplifizierung von aufbereiteter DNA aus Zellkulturen sowie aus Kotproben, denen Trophozoiten von E. invadens hinzugefügt wurden, wurde durchgeführt. Diese Studie konnte eine natürlich vorkommende Infektion mit E. invadens bei einer Arrauschildkröte (Podocnemis expansa) bestätigen. Die erfolgreiche Entwicklung von PCR-Primers für vier Entamoeba-Arten wurde in dieser Studie erreicht. Diese Ergebnisse zeigen, daß PCR ein vielversprechendes diagnostisches Mittel für die endgültige Identifizierung von E. invadens ist.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 208-215, 2008.

Titel: Einfluß der Zeit bis zur Trennung von Plasma aus heparinisierten Blutproben auf die biochemischen Blutwerte bei Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta)

Autoren: Eliza Eisenhawer, D.V.M., Charles H. Courtney, D.V.M., Ph.D., Rose E. Raskin, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Elliott Jacobson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Eisenhawer, Courtney, Jacobson); Department of Comparative Pathobiology, School of Veterinary Medicine, Purdue University, West Lafayette, Indiana 47907, USA (Raskin). Korrespondenz bitte an Dr. Jacobson (JacobsonE@vetmed.ufl.edu).

Zusammenfassung: Die biochemischen Blutwerte von Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) wurden bei Plasmaproben bestimmt, die aus Gesamtblutproben stammten, die bis zu 96 Stunden nach der Blutabnahme in einem Kühlschrank aufbewahrt wurden. Das Blut stammte von sieben jungen Karettschildkröten in menschlicher Obhut; es wurde nach der Blutabnahme in Röhrchen mit Lithium-Heparin abgefüllt und auf Eis gelegt. Gleiche Mengen Gesamtblut aus dem Röhrchen mit Lithium-Heparin wurden auf weitere Plastikröhrchen verteilt und im Kühlschrank aufbewahrt, bis die Proben 0, 4, 24, 48 und 96 Stunden nach der Blutabnahme schließlich zentrifugiert wurden. Plasma wurde abgetrennt, und die folgenden Blutparameter wurden gemessen: Alkalinphosphatase (ALP), Aspartataminotransferase (AST), Gamma-Glutamyltransferase (GGT), Creatinkinase (CK), Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Cholesterin, Glukose, Harnstoff, Harnsäure, Gesamtprotein, Albumin und Globulin.Verglichen mit den Werten nach 0 Stunden, war GGT der einzige Messwert, der nach 24 Stunden signifikant verändert war (Aktivität um 25% reduziert). Verglichen mit den Werten nach 0 Stunden, veränderten sich nach 96 Stunden die folgenden Werte signifikant: AST (2% höher), GGT (25% niedriger), Glukose (7% niedriger) und Harnsäure (25% höher). Obwohl statistisch signifikante Unterschiede für Phosphor- und Cholesterinkonzentrationen während der Studie mit wiederholter Varianzanalyse (ANOVA) vorgefunden wurden, konnte durch mehrere spätere vergleichende Analysen kein spezifischer Zeitpunkt für diese Unterschiede festgestellt werden. Für die anderen Blutparameter wurden keine signifikanten Unterschiede im Verlauf der Studie gefunden. In diesen Fällen war die Aussagekraft der ANOVA ausreichend (≥ 0,80), um jegliche mathematischen Unterschiede klinischer Relevanz zu finden. Obwohl Plasma so bald wie möglich nach der Blutabnahme von den Blutzellbestandteilen getrennt werden sollte, können in Situation, in der keine Zentrifuge zur Verfügung steht, die Proben in einer tragbaren Kühltasche bis zu 24 Stunden lang ohne feststellbare Veränderung dieser ausgewählten biochemischen Parameter aufbewahrt werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 216-220, 2008.

Titel: Ein unidentifiziertes Plasmodium-spp. bei Trauerschwänen (Cygnus atratus), die in Nordamerika geschlüpft sind und aufgezogen wurden

Autoren: K. Christiana Grim, D.V.M., Thomas McCutchan, Ph.D., Margery Sullivan, B.A. und Michael R. Cranfield, D.V.M.

National Institute for Allergy and Infectious Diseases, the National Institutes of Health, Twinbrook III 3e28, 12735 Twinbrook Parkway, Rockville, Maryland 20822, USA (Grim, McCutchan, Sullivan); Medical Department, Maryland Zoo in Baltimore, Druid Hill Park, Baltimore, Maryland 21217, USA (Cranfield); Division of Comparative Medicine, Department of Pathology, School of Medicine, The Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland 21205, USA (Cranfield). Aktuelle Adresse (Grim): U.S. Environmental Protection Agency, 1200 Pennsylvania Avenue, NW, Ariel Rios (7203M), Washington, D.C. 20460. Korrespondenz bitte an Dr. Grim (grim.christiana@epa.gov).

Zusammenfassung: Ein Paar Trauerschwäne (Cygnus atratus) aus Wakefield, Virginia, USA, wurde in die Quarantänestation des Baltimore Zoo aufgenommen, um die Gesundheit zu überwachen, bevor sie in die Tiersammlung des zoologischen Gärtens aufgenommen wurden. Während der Quarantänezeit zeigten die Tiere keine klinischen Symptome, obwohl ein Blutausstrich intraerythrozytäre Parasiten zeigte, die zunächst als Haemoproteus spp. identifiziert wurden. Diagnostische Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Gensequenzierung zeigten, daß die Parasiten zur Gattung Plasmodium gehören. Subklinische Infektionen mit Plasmodium spp. bei Vögeln können die Haltung beeinflussen, und die Übertragung von refraktären Wirten auf empfängliche Wirte sollte bei Gehegen mit mehreren Tierarten in Betracht gezogen werden. Zusätzlich können Veränderungen der Wechselbeziehungen zwischen dem Wirt, Vektor und Parasiten erhebliche Auswirkungen auf freilebende oder domestizierte Vogelpopulationen haben.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 221-227, 2008.

Titel: Tödliche disseminierte Encephalitozoonose bei einem ausgewachsenen Springtamarin (Callimico goeldii) und nachfolgende Untersuchung der Artgenossen im Gehege

Autoren: Michelle R. Davis, D.V.M., Michael Kinsel, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Katherine Wasson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.L.A.M., Jennifer Boonstra, D.V.M., Mark Warneke, B.S. und Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency Program, University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Urbana, Illinois 61802, USA (Davis); University of Illinois Zoological Pathology Program, Loyola University Medical Center, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Kinsel); Comparative Pathology Laboratory, University of California, Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Wasson); Chicago Exotics Animal Hospital, 3735 W. Dempster, Skokie, Illinois 60076, USA (Boonstra); Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Warneke); College of Veterinary Medicine, University of Illinois and the Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan). Korrespondenz bitte an Dr. Davis (mrenees@uiuc.edu).

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener Springtamarin (Callimico goeldii) in menschlicher Obhut zeigte akute Atemnot 4 Jahre nach Import in die USA aus Europa. Röntgenaufnahmen und Elektrokardiogramm führten zu einer Diagnose von Herzversagen. Der Tamarin starb 24 Studen später. Bei der Sektion wurden multizentrische Arteritis und Aortitis festgestellt, sowie ein damit im Zusammenhang stehendes Aneurysma, das mit Mikrosporidien-Organismen assoziiert war, die morphologisch mit Encephalitozoon spp. übereinstimmten. Polymerase-Kettenreaktion identifizierte die Erreger als Encephalitozoon cuniculi. Sequenzanalyse des Amplikons, das durch Primer spezifisch für Polfadenproteine von E. caniculi generiert wurde, ergab, daß der Erreger dem Genotyp II angehörte. Weitere Untersuchungen der möglicherweise infizierten Artgenossen im Gehege, die etwa 40% der US-Population von Springtamarinen darstellte, wurden durchgeführt. Mehrere Einzeltiere, die aus Europa importiert wurden, testeten seropositiv für E. caniculi mit einem Immunfluoreszenz-Antikörper-Assay. Es gab mehrere Proben von drei Einzeltieren, die entweder Abnahme der  Titer oder Rückkehr zu negativem Ergebnis innerhalb von 3 Jahren nach dem ersten positiven Testergebnis zeigten. Die anderen Tamarine zeigten negative serologische Ergebnisse. Dieser Bericht ist aus den folgenden Gründen einzigartig: 1) der identifizierte Genotyp (Genotyp II) ist anders als der bisher bei Neuweltaffen festgestellte Genotyp (Genotyp III); 2) Die Merkmale der Arteritis unterschied sich von der typisch vorkommenden Vaskulitis bei Mikrosporidieninfektionen bei anderen Tierarten; 3) klinische Symptome wurden in diesem Fall bei einem ausgewachsenen Tier beobachtet. Die meisten Fälle mit klinischen Symptomen sekundär zu E. caniculi bei Neuweltaffen wurden bislang bei Neugeborenen und Jungtieren beobachtet.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 228-235, 2008.

Titel: Diagnose und Behandlung von Sarcocystis neurona bei einem Seehund (Phoca vitulina) in menschlicher Obhut

Autoren: Natalie D. Mylniczenko, M.S., D.V.M., Karen S. Kearns, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Ann C. Melli, B.A., B.S.

Brookfield Zoo, 3300 N. Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Mylniczenko and Kearns); Department of Veterinary Medicine: Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue VM3A, Davis, California 95616, USA (Melli). Aktuelle Adresse (Kearns): 509 Elgin Avenue, Forest Park, Illinois 60301, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mylniczenko (natalie.mylniczenko@CZS.org). 

Zusammenfassung: Ein Seehund (Phoca vitulina) in menschlicher Obhut zeigte verringerte Futteraufnahme, Ataxie und Auf- und Abschwingen des Kopfes. Die Symptome verschlimmerten sich wenige Tage später, bis vollständige Inappetenz, Apathie und anhaltendes Ganzkörperzittern beobachtet wurden. Besserung nach Behandlung mit Ponazuril, serologische Testergebnisse und Analyse von Zerebrospinalflüssigkeit unterstützen die Diagnose einer Infektion mit Sarcocystis neurona. Die Messung serologischer Konzentrationen von Ponazuril zeigte, daß therapeutische Konzentrationen mit einer Dosis von 5 mg/kg per oral einmal täglich erreicht werden könnten, wobei klinische Besserung bei einer Dosis von 10 mg/kg erreicht wurde. Mehrere Monate nach Beginn der Behandlung waren die neurologischen Symptome nicht mehr vorhanden, obwohl seltenes intermittierendes Muskelzittern nach erheblicher Anstrengung beobachtet wurde. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 236-243, 2008.

Titel: Parese bei einem Zwergotter (Aonyx cinereus) mit Osteolyse der Wirbelsäule und des Sitzbeins durch bösartiges Lymphangiosarkom verursacht

Autoren: Julie Swenson, D.V.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Kyathanahalli S. Janardhan, B.V.Sc., M.V.Sc., Ph.D., Cornelia Ketz-Riley, D.V.M. und Erin Brinkman, D.V.M.

Veterinary Medical Teaching Hospital (Swenson, Ketz, Brinkman), Department of Clinical Sciences (Carpenter),  und Department of Diagnostic Medicine/ Pathobiology (Janardhan), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA. Aktuelle Adresse (Swenson): The Phoenix Zoo, Animal Care Center, 455 N. Galvin Pkwy, Phoenix, Arizona 85008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Swenson (jswenson@thephxzoo.com).

Zusammenfassung: Ein 10 Jahre alter männlicher unkastrierter Zwergotter (Aonyx cinereus) wurde mit einem vermutlichen Lymphangiosarkom mit histopathologischer und immunhistochemischer Untersuchung diagnostiziert. Der Tumor verursachte lytische Knochenveränderungen des Sitzbeins und der Wirbelsäule, und das Tier zeigte fortschreitende Hinterhandschwäche und –lähmung, bis das Tier eingeschläfert werden mußte. Bei der Sektion war der primäre Tumor ein flockenartiges Gewächs unter den kaudalen Lendenwirbeln. Mehrere Nerven verliefen vom Rückenmark in die äußere Schicht des Tumors. Das Gewächs drang lokal in das umgebende Muskelgewebe, die Wirbelsäule und  das Rückenmark ein; diese Invasion verursachte die klinischen Symptome. Die Zerstörung des Knochens war weitreichend mit fast vollständiger Vernichtung des rechten Sitzbeins und Osteolyse von L6 mit Freilegung des darunterliegenden Rückenmarks. Das Gewächs zeigte Metastasen an mindestens zwei verschiedenen Stellen in der Milz. Immunhistochemische Färbung für Faktor VIII-assoziiertes Antigen wies nach, daß das abdominale Gewächs aus Endothelgewebe stammte. Es wurde weiterhin bestätigt, daß der Tumor aus lymphatischem und nicht aus vaskulärem Gewebe stammte, da keine Erythrozyten im Gefäßlumen zu finden waren. Die Zeit von den ersten Anzeichen einer Lahmheit bis zur Einschläferung wegen Hinterhandlähmung betrug 4 Monate. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung eines Lymphangiosarkoms bei einer Wieselart, sowie die erste Beschreibung einer neoplastischen Erkrankung bei einem Zwergotter dar. Diese Tumorart ist ein seltenes, bösartiges Gewächs lymphatischen Ursprungs. Zusätzlich verursachte das Lymphangiosarkom eine Hinterhandlähmung wegen Osteolyse von lokaler Tumorinvasion; dieser Fall stellt die erste Beschreibung eines solchen Krankheitsbilds im Zusammenhang mit dieser Tumorart bei Menschen, domestizierten oder nicht domestizierten Tieren dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 244-247, 2008.

Titel: Multizentrisches Plattenepithelkarzinom bei einer Paka (Agouti paca) mit Ähnlichkeit zur Bowenschen Krankheit

Autoren: Marcela M. Luppi, D.V.M., Marcelo C. C. Malta, D.V.M., M.S., Maria E. L. T. Costa, D.V.M., Rafael O. C. Motta, D.V.M., M.S. und Renato L. Santos, D.V.M., Ph.D.

Fundação Zoo-botânica de Belo Horizonte, Av. Otacílio Negrão de Lima, 8000 31365-450 Belo Horizonte, MG, Brasilien (Luppi, Malta, Costa, Motta); Departamento de Clínica e Cirurgia Veterinárias, Escola de Veterinária, Universidade Federal de Minas Gerais, Av. Antônio Carlos, 6627, 31270-901 Belo Horizonte, MG, Brasilien (Santos). Korrespondenz bitte an Dr. Santos (rsantos@vet.ufmg.br).

Zusammenfassung: Eine 8 Jahre alte Paka (Agouti paca) wurde den Tierärzten des Belo Horizonte Zoos (Brasilien) mit einem ulzerierten Hautknötchen mit etwa 1,5 cm Durchmesser am linken Ohr vorgestellt. Eine Woche später wurden weitere Hautknötchen an verschiedenen Körperstellen festgestellt. Das Tier starb während der chirurgischen Entfernung der Gewächse. Die Gewächse waren alle histologisch ähnlich und zeigten die Eigenschaften eines Plattenepithelkarzinoms. Die Eigenschaften der einzelnen Knötchen sowie das multizentrische Vorkommen der Knötchen ähneln den Beschreibungen der Bowenschen Krankheit, die bei Menschen beschrieben ist, als eine seltene neoplastische Krankheit bei Katzen angesehen wird und lediglich ein Mal bei einem Hund beschrieben wurde. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung einer neoplastischen Krankheit bei einer Paka dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 248-251, 2008.

Titel: Nicht-chirurgische Therapie eines Nabelbruchs bei zwei Asiatischen Elefantenkälbern (Elephas maximus)

Autoren: Ellen B. Wiedner, V.M.D., Dipl. A.C.V.I.M., Charlie Gray, Peter Rich, D.V.M., Gary L. Jacobson, Ramiro Isaza, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dennis Schmitt, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.T. und William A. Lindsay, D.V.M., Dipl. A.C.V.S.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA (Wiedner, Jacobson, Lindsay, Schmitt); African Lion Safari and Game Farm, Cambridge, Ontario N1R 552, Kanada (Gray, Rich); Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza). Korrespondenz bitte an Dr. Wiedner (EWiedner@feldinc.com).

Zusammenfassung: Ein Nabelbruch wurde bei zwei weiblichen Asiatischen Elefantenkälbern (Elephas maximus) mehrere Wochen nach der Geburt festgestellt. Tägliche manuelle Zurückverlagerung des Bruchsackinhaltes 5 Wochen lang im ersten Fall und 5 Monate lang im zweiten Fall führte zur vollständigen Schließung der Hernie. Die nicht-chirurgische Behandlung von unkomplizierten, vollständig zurückverlagerbaren Nabelbrüchen bei Asiatischen Elefanten kann als Alternative zur operativen Behandlung solcher Veränderungen angesehen werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 252-256, 2008.

Titel: Behandlung von Hautpapillomen mit einem Kohlendioxid (CO2)-Laser bei einer Amerikanischen  Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)

Autor: Paul Raiti, D.V.M.

Beverlie Animal Hospital, 17 West Grand Street, Mount Vernon, New York 10552, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Raiti (praiti@netzero.com).

Zusammenfassung: Ein Kohlendioxid (CO2)-Laser  wurde zur Entfernung von mehreren Hautpapillomen bei einemr ausgewachsenen, weiblichen Amerikanischen  Schnappschildkröte (Chelydra serpentina serpentina) verwendet. Eine Kombination aus Schneiden und Ablation lieferte ausgezeichnete intraoperative Sicht und postoperativen Erfolg durch die Fähigkeit des Lasers, das Gewebe gleichzeitig zu schneiden und zu verdampfen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 257-259, 2008.

Titel: Sarkoptesräude und Pelodera-Dermatitis bei einem Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus)

Autoren: Scott D. Fitzgerald, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Thomas M. Cooley, M.S. und Melinda K. Cosgrove, B.S.

Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University; Wildlife Disease Laboratory, Michigan Department of Natural Resources, 4125 Beaumont Road, Lansing, Michigan 48910-8104, USA (Fitzgerald, Cooley, Cosgrove). Korrespondenz bitte an Dr. Fitzgerald (fitzgerald@dcpah.msu.edu).

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener weiblicher, wildlebender Amerikanischer Schwarzbär (Ursus americanus) wurde mit schlechtem Körperzustand mit fortgeschrittenen Hautveränderungen vorgestellt. Die Haut zeigte Haarverlust, Lichenifikation, Verkrustung und fokale Erosionen. Hautgeschabsel und Biopsien zeigten zwei unterschiedliche Parasitenerkrankungen, die zur Dermatitis beitrugen. Eine große Anzahl von Larven, Nymphen und adulte Milben von Sarcoptes scabiei waren in der oberflächlichen Epidermis vorhanden, und Nematoden, die mit Pelodera strongyloides übereinstimmten, waren in den Haarfollikeln zahlreich. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Pelodera-Dermatitis bei einer Bärenart dar und sollte als neue Differentialdiagnose für Dermatitis bei Bären in Betracht gezogen werden. Die Sarkoptesräude und der schlechte Körperzustand dieses Tieres können als Faktoren zur Entwicklung eines opportunistischen Pelodera-Befalls beigetragen haben.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 260-262, 2008.

Titel: Kaiserschnitt und nachfolgende Haltung eines neugeborenen Erdferkels (Orycteropus afer)

Autoren: Adrian G. Mutlow, Vet.M.B., M.Sc. und Hisako Mutlow, B.V.Sc., M.Sc.

Rolling Hills Wildlife Adventure, 625 North Hedville Road, Salina, Kansas 67401, USA (A. Mutlow, H. Mutlow). Aktuelle Adresse (Mutlow): San Francisco Zoo, 1 Zoo Road, San Francisco, California 94132, USA. Korrespondenz bitte an Dr. A. Mutlow (adrianm@sfzoo.org).

Zusammenfassung: Ein 5 Jahre altes Erdferkel (Orycteropus afer) zeigte Geburtskomplikationen wegen eines zu großen Fötus. Ein Kaiserschnitt wurde mit der gleichen Methode wie bei Haushunden durchgeführt. Narkose wurde mit Medetomidin und Ketamin eingeleitet und mit Isofluran aufrechterhalten. Das Neugeborene konnte zunächst wegen Schwellung und Lähmung des Gesichts und der Zunge, die durch andauernden Druck bei der Geburt verursacht wurden, nicht saugen. Ein Haberman-Sauger wurde ab den 5. Tag nach der Geburt erfolgreich angewendet. Das Jungtier saugte nach 9 Tagen selbstständig und wurde von diesem Zeitpunkt an vom Muttertier aufgezogen. Die meisten Erdferkel in menschlicher Obhut werden bis heute von Hand aufgezogen. Die Strategie, bei der das Jungtier und Muttertier nachts getrennt werden, erlaubt ausreichende Erholung und verminderte Verletzungsgefahr für das neugeborene Erdferkel und reduziert die Notwendigkeit, junge Erdferkel aufzuziehen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 263-265, 2008.

Titel: Serologische Untersuchung über das Waldmurmeltier-Hepatitis-Virus bei Waldmurmeltieren (Marmota morax) in North Carolina, USA

Autoren: J. M. Cullen, V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., D. Lindsey-Pegram, D.V.M. und P. J. Cote, Ph.D.

College of Veterinary Medicine, NCSU, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Cullen, Lindsey-Pegram); Georgetown Medical Center, 3800 Reservoir Road NW, Washington, D.C. 20057, USA (Cote). Aktuelle Adresse (Lindsey-Pegram): Animal Hospital of East Davie, 5162 US Highway 158, Advance, North Carolina 27006, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Cullen (john_cullen@ncsu.edu).

Zusammenfassung: Das Vorkommen des Waldmurmeltier-Hepatitis-Virus (WHV) bei Wildtierpopulationen wurde bislang wenig erforscht. Obwohl die Viruserkrankung im Südosten von Pennsylvania und in den angrenzenden Bundesstaaten häufig vorkommt, fehlt die Erkrankung in New York und Neuengland nahezu vollständig. Serum wurde von wildlebenden Waldmurmultieren (Marmota morax) in Orange County, North Carolina, USA auf bestehende oder vorherige Infektion mit WHV untersucht. Von den 24 untersuchten Murmeltieren zeigten drei Tiere (12,5%) positive Ergebnisse für das WHV-Oberflächenantigen (HBsAg) sowie Antikörper gegen das WHV-Core-Antigen (HBcAK); diese Ergebnisse deuten auf aktive Infektion. Vier Tiere (17%) zeigten Antikörper gegen das WHV-Core-Antigen, obwohl das WHV-Oberflächenantigen nicht vorhanden war; diese Ergebnisse deuten auf vorherige Infektion. Die übrigen 17 Tiere testeten negativ für das Vorkommen von WNV-Hepatitis-Marker. Diese Ergebnisse weisen das Vorhandensein von WHV im zentralen North Carolina nach. Die Prävalenz der Erkrankung in dieser Studie in North Carolina ähnelt der anderer endemischer Regionen, z.B. von den mittelatlantischen Bundesstaaten der USA.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 266-269, 2008.

Titel: Teratom des Oropharynx bei einer neugeborenen Rappenantilope (Hippotragus niger)

Autoren: Holly J. Haefele, D.V.M., Amanda Guthrie, D.V.M., John G. Trupkiewicz, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

Fossil Rim Wildlife Center, 2155 County Road 2008, Glen Rose, Texas 76043, USA (Haefele, Guthrie); Northwest ZooPath, 654 West Main Street, Monroe, Washington 98272, USA (Trupkiewicz, Garner). Aktuelle Adresse (Guthrie): Gladys Porter Zoo, 500 Ringgold Street, Brownsville, Texas 78520, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Haefele (hollyh@fossilrim.org).

Zusammenfassung: Eine neugeborene männliche Rappenantilope (Hippotragus niger) wurde tot aufgefunden. Ein 5 cm x 12 cm läppchenförmiges Gewächs wurde in der Mundhöhle vorgefunden. Das Gewächs war mit dem kaudalen Rand des weichen Gaumens verbunden und bestand aus Haar, Knorpel, Knochen, Nervengewebe, Muskel und mehreren drüsenähnlichen Strukturen. Die histopathologische Untersuchung ergab, daß das Gewächs mit einem Teratom des Oropharynx übereinstimmte. Es wurde vermutet, daß der Mundrachen-Tumor einen Luftwegverschluß und den postnatalen Tod verursachte, da das Tier keine Abnutzung der fötalen Klauenkissen zeigte, die Lungen kollabiert waren und keine anderen anatomisch- oder histopathologischen Veränderungen vorgefunden wurden. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung eines Teratoms des Oropharynx in der veterinärmedizinischen Literatur dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 270-273, 2008.

Titel: Hemilaminektomie der Brust- und Lendenwirbeln und Dekompression des Rückenmarks bei einem Bartaffen (Macaca silenus)

Autoren: Matthew Capitanio, B.A., Dawn M. Zimmerman, D.V.M., M.S., Michael Douglass, D.V.M. und Terry Dew, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S.

Memphis Zoo and Aquarium, 2000 Prentiss Place, Memphis, Tennessee 38112, USA (Capitanio, Zimmerman, Douglass); Azzore Veterinary Specialists (Dew), 107 East Aspen Lane, Russellville, Arkansas 72802, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Zimmerman (dzimmerman@memphiszoo.org).

Zusammenfassung: Ein 16 Jahre alter, männlicher kastrierter Bartaffe (Macaca silenus) zeigte akute, bilaterale Hinterhandlähmung. Ein Myelogramm der zisternalen und Lendenregionen zeigte rechtsseitige Rückenmarkskompression von T13-L1. Während einer extraduralen Hemilaminektomie wurde Gewebe von einem chronischen Bandscheibenvorfall von T13-L1 entfernt und mittelgradige venöse Erweiterung kranial der Veränderungen beobachtet. Der Affe erholte sich und zeigte 2 Monate später keine klinischen Symptome.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 39(2): 274-278, 2008.

Titel: Sekundäre Amyloidose und Nierenversagen bei einem Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) in menschlicher Obhut

Autoren: Sathya K. Chinnadurai, D.V.M., M.S., Arnaud Van Wettere, D.V.M., M.S., Keith E. Linder, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Craig A. Harms, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. und Ryan S. DeVoe, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian)

Departments of Clinical Sciences (Chinnadurai, Harms) and Population Health and Pathobiology (Van Wettere, Linder) of North Carolina State University, College of Veterinary Medicine, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA; North Carolina Zoological Park (Chinnadurai, DeVoe), 4401 Zoo Parkway, Asheboro, North Carolina 27203, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Chinnadurai (schinnadurai@yahoo.com).

Zusammenfassung: Ein 16 Jahre alter, in menschlicher Obhut aufgewachsener, weiblicher Kalifornischer Seelöwe (Zalophus californianus) zeigte 2 Wochen lang intermittierende Apathie, schlechte Futteraufnahme und Polydipsie. Das Tier wurde narkotisiert, um eine vollständige klinische Untersuchung durchzuführen. Der Seelöwe zeigte einen schlechten Ernährungszustand mit multifokalen Schleimhautgeschwüren der kaudalen und ventralen Zunge. Blut wurde abgenommen, und ein vollständiges Blutbild, biochemische Serumuntersuchung und serologische Leptospirose-Untersuchung wurden durchgeführt. Die biochemische Serumuntersuchung zeigte hochgradige Urämie, geringgradige Hyperglykämie und hochgradige Hyperphosphatämie. Während der Aufwachung von der Narkose trat Herzversagen auf, und der Seelöwe starb. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden große Mengen amorphes, fein fibrilläres, eosinophiles Material in der Niere vorgefunden; kleinere Mengen des gleichen Materials wurden in den Gefäßen der Milz und des Pankreas festgestellt. Diese Befunde stimmen mit systemischer, sekundärer Amyloidose überein. Das Tier zeigte weiterhin chronische Nephritis, die zusammen mit der Amyloidose zum Nierenversagen und Tod des Seelöwen führte. Systemische Amyloidose sollte als zusätzliche Differentialdiagnose für Nierenversagen bei Kalifornischen Seelöwen in Betracht gezogen werden.

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