Print Page | Contact Us | Report Abuse | Sign In | Join Today
jzwm_germanabstract_v40n2_2009

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 40(2) ZUSAMMENFASSUNGEN 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 245-256, 2009.

Titel: Gesundheitsuntersuchung des Südlichen Kugel- (Tolypeutes matacus) und Neunbinden-Gürteltiers (Dasypus novemcinctus) in Gran Chaco, Bolivien 

Autoren: Sharon L. Deem, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Andrew J. Noss, Ph.D., Christine V. Fiorello, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Ann L. Manharth, D.V.M., Richard G. Robbins, Ph.D. und William B. Karesh, D.V.M. 

Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York, 10460, USA (Deem, Fiorello, Noss, Karesh); Department of Ecology, Evolution, and Environmental Biology, Columbia University, 1200 Amsterdam Avenue, New York, New York, 10027, USA (Fiorello); Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois, 60614, USA (Manharth); Armed Forces Pest Management Board, Walter Reed Army Medical Center, Washington, D.C. 20307, USA (Robbins). Aktuelle Adresse (Deem): WildCare Institute, Saint Louis Zoo, One Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110, USA; (Fiorello): Department of Small Animal Medicine & Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA; (Manharth): 5457 S. Garrett Drive, Milford, Ohio 45150, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Deem (deem@stlzoo.org).

 

Zusammenfassung: Sieben Gürteltierarten sind in der Gran Chaco Region Boliviens zu finden; das Südliche Kugel- (Tolypeutes matacus) und das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus) werden vom einheimischen Isoseño-Guaraní-Volk am häufigsten gejagt. Gürteltiere dienen als Carrier für mehrere zoonotische Erreger, darunter Mycobacterium leprae, Toxoplasma gondii und Trypanosoma cruzi. Deshalb könnten der direkte Kontakt und Verzehr dieser Tierarten erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit dieser Menschen haben. Eine breitflächige Beurteilung der Gesundheit von Südlichen Kugel- und Neunbinden-Gürteltieren in Gran Chaco, Bolivien, mit den folgenden Bestandteilen wurde durchgeführt: klinische Untersuchung, Analyse des Blutbilds, biochemische Plasmauntersuchung, Analyse auf Antikörper gegen ausgewählte Infektionskrankheiten und Endo- sowie Ektoparasitenuntersuchung. Auf Grund der Ergebnisse wurde die allgemeine Gesundheit der Gürteltiere als gut eingestuft. Trotz dieser Befunde zeigten viele der Neunbinden-Gürteltiere (64 %) Abschürfungen und Wunden, die wahrscheinlich auf die Fangmethode zurückzuführen waren. Ergebnisse der Blutuntersuchungen einer Untergruppe dieser Gürteltiere stellen Basiswerte für wildlebende Populationen dieser zwei Tierarten in Bolivien dar. Serologische Antikörperuntersuchung gegen M. leprae war bei den Südlichen Kugel- (n = 8) und Neunbinden-Gürteltieren (n = 2) negativ. Südliche Kugelgürteltiere zeigten Antikörper gegen das Östliche Pferdeenzephalitis-Virus (8/8; 100 %) und Saint Louis-Enzephalitis-Virus (5/8; 62,5 %). Zwei der 12 (16,7 %) Südlichen Kugelgürteltiere testeten für das Dirofilaria immitis-Antigen positiv. Neunbinden-Gürteltiere zeigten Antikörper gegen T. gondii (3/9; 33,3 %), Östliches Pferdeenzephalitis-Virus (5/8; 62,5 %) und T. cruzi (2/9; 22,2 %). Zwei der 8 (25 %) Neunbinden-Gürteltiere testeten für das Dirofilaria immitis-Antigen positiv. Mehrere Endo- und Ektoparasiten wurden bei beiden Gürteltierarten identifiziert. Die Ergebnisse dieser Studie unterstützt die These, daß der direkte Kontakt und Verzehr dieser Tiere vom Isoseño-Guaraní-Volk gesundheitliche Folgen haben können. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 257-262, 2009.

Titel: Tularämie Typ-A bei Borneo-Orang-Utans (Pongo pygmaeus pygmaeus) in menschlicher Obhut 

Autoren: Cornelia J. Ketz-Riley, D.V.M., George A. Kennedy, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Nordin S. Zeidner, D.V.M., Ph.D. und Jeannine M. Petersen, Ph.D. 

Veterinary Medical Teaching Hospital (Ketz), the Department of Diagnostic Medicine/Pathobiology (Kennedy), and the Department of Clinical Sciences (Carpenter), College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Zoonotic, Vector-Borne, and Enteric Diseases, Division of Vector-Borne Infectious Diseases, Bacterial Diseases Branch, Foothills Campus, Fort Collins, Colorado 80522, USA (Zeidner, Petersen). Aktuelle Adresse (Ketz): Department of Veterinary Clinical Sciences, Center of Veterinary Health Sciences, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA. Korrespondenz bitte an Dr.Cornelia J. Ketz-Riley (cornelia.ketz-riley@okstate.edu).

 

Zusammenfassung: Tularämie wurde im Jahre 2003 als Ursache einer schwerwiegenden Erkrankung bei zweien und als Todesursache bei einem Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus pygmaeus) in einem städtischen zoologischen Garten vermutet. Die zwei erkrankten Orang-Utans wurden zweimal unter Narkose mit intravenösem Doxycyclin, intravenöser Flüssigkeit und Antiphlogistika und nach der Narkose längerfristig mit oralem Doxycyclin behandelt. Die übrigen Orang-Utans der Gruppe wurden prophylaktisch mit oralem Doxycyclin behandelt. Die Diagnose wurde nach dem Tod mit immunhistochemischer Untersuchung und bakterieller Isolierung gestellt; Francisella tularensis Biovar Typ A wurde festgestellt. Tularämie wurde ebenfalls bei zwei der überlebenden Orang-Utans durch gepaarte Serumuntersuchung festgestellt. Zusätzlich wurde F. tularensis bei zwei verstorbenen, wildlebenden Kaninchen während eines Kaninchensterbens identifiziert. Die Todesfälle bei den Kaninchen wurden mehrere Wochen vor der Erkrankung der Orang-Utans beobachtet und deutet darauf hin, daß die Kaninchen als mögliches Reservoir für Tularämie auf dem Gelände des Zoos dienten. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 263-271, 2009.

Titel: Pathogenität des Westnilvirus und Wirkung eines Totimpfstoffes beim Kanadakranich (Grus canadensis)  

Autoren: Glenn H. Olsen, D.V.M., Ph.D., Kimberli J. Miller, D.V.M., Douglas E. Docherty, B. S., Valerie S. Bochsler, D.V.M. und Louis Sileo, Ph.D. 

United States Geological Service (USGS) Patuxent Wildlife Research Center, 12302 Beech Forest Road, Laurel, Maryland 20708, USA (Olsen); USGS National Wildlife Health Center, 6006 Schroeder Road, Madison, Wisconsin, 53711, USA (Miller, Docherty, Bochsler, Sileo). Korrespondenz bitte an Dr. Olsen (golsen@usgs.gov).

 

Zusammenfassung: Westnilvirus trat das erste Mal in den USA im Jahre 1999 in der Nähe von New York City auf. Das Virus führte bei einer großen Anzahl von Vögeln landesweit zum Tode, insbesondere, aber nicht ausschließlich bei Amerikanerkrähen (Corvus brachyrhynchos). Ein Kanadakranich (Grus canadensis) im Bridgeport Zoo (Bridgeport, Connecticut, USA) starb an Westnilvirus; deshalb wurden Kanadakraniche sowie die bedrohten Schreikraniche (Grus americana), sowohl in freier Wildbahn als auch in Zuchtpopulationen im United States Geological Service (USGS) Patuxent Wildlife Research Center (Laurel, Maryland, USA) als gefährdet angesehen. Ein Totimpfstoff wurde bei Kanadakranichen beurteilt, indem die Vögel geimpft und dann mit lebendem Westnilvirus infiziert wurden. Keiner der geimpften Kanadakranichen entwickelte signifikante Titer im Vergleich zu den ungeimpften Kontrolltieren. Keiner der geimpften Kanadakranichen starb nach der Challenge-Infektion an Westnilvirus. Außerdem starb keiner der nicht geimpften Kontrollvögel nach der Challenge-Infektion. Zwei Tage nach der Challenge-Infektion zeigten die geimpften Vögel eine signifikant geringere Virämie (P < 0.05) als die der ungeimpften Kraniche. Sieben Tage nach der Challenge-Infektion zeigten die geimpften Kraniche signifikant geringere kloakale Virusausscheidung (P < 0.05) und signifikant geringeren Gewichtsverlust (P < 0.05) als die ungeimpften Kraniche. Die geimpften Kanadakraniche entwickten im Vergleich zu den ungeimpften Kontrollvögeln signifikant höhere Antikörpertiter 14 Tage nach der Challenge-Infektion und waren für einen kürzeren Zeitraum nach der Challenge-Infektion virämisch. Ungeimpfte Kranichen nach der Challenge-Infektion zeigten Gliazell-Aggregate im Gehirn und im Hirnstamm; diese Befunde wurden nicht bei geimpften Kraniche vor oder nach der Challenge-Infektion festgestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 272-275, 2009.

Titel: Parasiten bei ausgewählten Reptilien im Nationalen Zoologischen Garten, Sri Lanka 

Autoren: Saminda P. Fernando, B.Sc. und Preethi V. Udagama-Randeniya, M.Sc., Ph.D. 

Department of Zoology, University of Colombo, Colombo 03, Sri Lanka (Fernando and Udagama-Randeniya). Korrespondenz bitte an Dr. Udagama-Randeniya (dappvr@yahoo.com).  

Zusammenfassung: Der Nationale Zoologische Garten spielt eine wichtige Rolle beim Schutz von Reptilien in Sri Lanka. Da Parasitenbefall die Gesundheit von Reptilien in menschlicher Obhut beeinträchtigen kann, wurde eine Studie unternommen, Magen-Darm- und Ektoparasiten bei 19 ausgewählten Reptilienarten (14 Schlangen, 4 Schildkröten und einer Krokodilart) zu untersuchen, die im Nationalen Zoologischen Garten, Sri Lanka, gehalten wurden. 62 % der untersuchten Tiere (n = 139) waren von Parasiten befallen; 66 % waren nur mit Magen-Darm-Parasiten und 24 % nur mit Ektoparasiten befallen, und 10 % waren mit beiden Parasitenarten befallen. Drei Zeckenarten (Ixodidae), zwei adulte Bandwurmarten, Plerocercoidlarven- und vier Nematodenarten wurden bei der Studie identifiziert. Drei Arten von Nematodeneiern, eine Art digenetischer Wurmeier, Protozoenzysten, L3-Nematodenlarven und eine Protozoenart wurden im Kot festgestellt. Diese Studie stellt die erste Untersuchung von Parasiten bei Reptilien in Sri Lanka dar, und vier neue Wirt-Parasiten-Beziehungen wurden festgestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 276-288, 2009.

Titel: Referenzwerte und Kohortenanalyse der Blutbildwerte und biochemischen Serumkonzentrationen bei Kaninchenkängurus (Potorous gilbertii) 

Autoren: Rebecca J. Vaughan, B.V.M.S., Ph.D., Kristin S. Warren, B.V.M.S., Ph.D., Jennifer S. Mills, B.V.Sc., M.Sc., Dipl. Clin. Path., P.G. Dipl., Ed., Ph.D., Carly Palmer, B.Sc., B.V.M.S., Stan Fenwick, B.V.M.S., Ph.D., Cree L. Monaghan, B.V.M.S., M.Sc. und Antony J. Friend, B.Sc. (Hons.), Ph.D. 

School of Veterinary and Health Sciences, Murdoch University, South Street, Murdoch, Western Australia 6150, Australien (Vaughan, Warren, Mills, Palmer, Fenwick); Veterinary Department, Perth Zoo, 20 Labouchere Road, South Perth, Western Australia 6151, Australien (Vaughan, Monaghan); Western Australian Department of Environment and Conservation, Science Division, Albany Research, 120 Albany Highway, Albany, Western Australia 6330, Australien (Friend). Korrespondenz bitte an Dr. Vaughan (R.Vaughan@murdoch.edu.au).  

Zusammenfassung: Blutbildwerte und biochemische Serumkonzentrationen wurden für das bedrohteste Säugetier Australiens, das Kaninchenkänguru (Potorous gilbertii), berechnet. Signifikante Unterschiede wurden bei Tieren mit unterschiedlicher Herkunft (wildlebend oder in menschlicher Obhut gehalten) und unterschiedlichem Alter (Subadult oder Adult) festgestellt. Geschlecht und das Vorkommen von Treponema-Infektion zeigten minimalen Einfluß auf die Blutwerte. Typische Zellmorphologie wird diskutiert. Eine Untersuchung auf Blutparasiten ergab das Vorkommen von Theileria spp. und Breinlia spp. 80 Proben wurden von nur 35 Einzeltieren entnommen; diese Studie stellt eine Populationserhebung dar und ist nicht eine Studie mit statistisch signifikanter Extrapolation. Diese Referenzwerte und Befunde können bei der fortlaufenden medizinischen Behandlung dieser kritisch bedrohten Tierart hilfreich sein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 289-295, 2009.

Titel: Beurteilung der Wirkung von Naloxon auf die Aufwachzeit und –qualität nach der Narkose mit Ketamin-Medetomidin-Butorphanol bei Servalen (Leptailurus serval) 

Autoren: Anneke Moresco, D.V.M., M.S., R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M. und Angela J. Lassiter, D.V.M. 

Carnivore Preservation Trust, 1940 Hanks Chapel Road, Pittsboro, North Carolina 27312, USA (Moresco, Larsen, Lassiter). Aktuelle Adressen (Moresco): Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA; (Larsen): Wildlife Health Center and the Department of Medicine and Epidemiology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA; (Lassiter): After Hours Small Animal Clinic, 409 Vick Avenue, Raleigh, North Carolina 27612, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Moresco (amoresco@ucdavis.edu). 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht, ob die Verabreichung von Naloxon (NAL) eine Auswirkung auf die Aufwachzeit oder –qualität bei Servalen zeigt, die mit einer Kombination aus Ketamin-Medetomidin-Butorphanol narkotisiert worden waren. 22 klinisch gesunde Servale (Leptailurus serval) in menschlicher Obhut wurden für Routine-Untersuchungen mit Ketamin (3 mg/kg), Medetomidin (0,03 mg/kg) und Butorphanol (0,3 mg/kg) narkotisiert. Elf Tieren wurden anschließend Atipamezol (5 mg/mg Medetomidin) und NAL (0,1 mg/mg Butorphanol) verabreicht; den anderen 11 Tieren wurden Atipamezol (5 mg/mg Medetomidin) und sterile Kochsalzlösung (SAL) verabreicht. Signifikante Unterschiede bei der Aufwachzeit wurden bei den NAL- und SAL-Gruppen nicht festgestellt; Unterschiede wurden ebenfalls zu keinem Zeitpunkt für die Messwerte der Aufwachqualität festgestellt. Diese Studie konnte keinen klinisch signifikanten Unterschied in der Aufwachphase bei den narkotisierten Servalen finden, die NAL oder SAL bekamen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß der Antagonist von Butorphanol im Normalfall nicht bei Servalen in menschlicher Obhut nach Narkose mit den beschriebenen Dosen von Ketamin, Medetomidin und Butorphanol verabreicht werden muß. Die Verabreichung des Opioid-Antagonisten könnte bei wildlebenden Tieren wichtiger sein, wenn verbleibende Sedierung von Nachteil ist. In den hier beschriebenen Umständen könnte ein Antagonist mit längerer Wirkungsdauer, z.B. Naltrexon, angezeigt sein. Ein Opioid-Antagonist wie NAL oder Naltrexon sollte für Notfallsituationen immer vorhanden sein, wenn Opioide verabreicht werden. Diese Studie bietet außerdem physiologische Daten für Servale, die mit einer Kombination aus Ketamin-Medetomidin-Butorphanol narkotisiert wurden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 296-301, 2009.

Titel: Anwendung von Infrarot-Thermographie zur Feststellung von thermographischen Veränderungen bei Maultierhirschen (Odocoileus hemionus), die experimentell mit Maul- und Klauenseuche infiziert wurden 

Autoren: Mike R. Dunbar, M.S., D.V.M., Shylo R. Johnson, M.S., Jack C. Rhyan, D.V.M., M.S. und Matt McCollum, B.S. 

United States Department of Agriculture, Animal and Plant Health Inspection Service, Wildlife Services, National Wildlife Research Center, 4101 LaPorte Avenue, Fort Collins, Colorado 80521, USA (Dunbar, Johnson); United States Department of Agriculture, Animal and Plant Health Inspection Service, Veterinary Services, National Wildlife Research Center, 4101 LaPorte Avenue, Fort Collins, Colorado 80521, USA (Rhyan, McCollum). Korrespondenz bitte an Dr. Dunbar (mike.r.dunbar@aphis.usda.gov).  

Zusammenfassung: Infrarot-Thermographie (IRT) mißt die von einer Oberfläche abgestrahlte Wärme und wandelt die Daten in eine bildliche Darstellung um, die als Thermogramm bezeichnet wird. IRT ist eine nicht invasive Methode zur Untersuchung der Gesundheit eines Tieres, die aus der Ferne angewendet werden kann. Maul- und Klauenseuche (MKS) wird durch das MKS-Virus (MKSV) verursacht und ist eine schwerwiegende, hoch ansteckende Viruserkrankung der Paarhufer, darunter domestizierte und exotische Wiederkäuer. Die frühzeitige Feststellung der Infektion kann den ökonomischen Schaden und den Verlust empfänglicher Wildtiere begrenzen. Das Ziel dieser Studie war es zu testen, ob IRT Wärmeveränderungen feststellen kann, die mit MKSV-infizierten Körperstellen bei experimentell infizierten Maultierhirschen einhergehen. Die Hirsche wurden entweder durch direkte Inokulation mit MKSV oder durch Kontakt mit MKS-infizierten Tieren infiziert. Erste vesikuläre Veränderungen wurden innerhalb von 24 h nach der Inokulation oder 48-96 h nach dem Kontakt mit infizierten Herdentieren in der Mundhöhle und/oder an den Klauen festgestellt. Die Körpertemperatur wurde anhand interner Köpersensoren gemessen, und die infizierten Tiere zeigten signifikant erhöhte Körpertemperaturen im Vergleich zu Werten vor der Infizierung (38,8°C, P ≤ 0,002); die Erhöhung begann am Tag vor dem Auftreten jeglicher vesikulärer Veränderung. Gemessene Körpertemperaturen wichen nicht signifikant von gut fokusierten Thermogrammen des Auges ab. Bei Thermogrammen der Füße stieg der Mittelwert der täglichen Höchsttemperatur (MMAX) signifikant (P Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 0,017) von zwei Tagen vor (27,3°C ± 1,9°C SE) bis zur Messung des höchsten MMAX (33.0°C ± 2.0°C SE) zwei Tage nach dem Auftreten der ersten Klauenveränderungen. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, daß IRT eine schnelle, aus der Ferne anwendbare, nicht invasive Methode zur Untersuchung verdächtiger Tiere sein könnte, um weitere MKS-Tests während eines MKS-Ausbruches effektiv anzuwenden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 302-305, 2009.

Titel: Serumkonzentrationen von Calcium, Phosphor und 25-Hydroxy-Vitamin-D bei Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) in menschlicher Obhut 

Autoren: Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Tai C. Chen, Ph.D., Michael F. Holick, M.D., Ph.D., Susan Mikota, D.V.M. und Ellen Dierenfeld, Ph.D. 

Disney's Animal Kingdom®, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830, USA (Miller); Boston University of Medicine, 85 East Newton Street, Boston, Massachusetts 02118, USA (Chen, Holick); Elephant Care International, 166 Limo View Lane, Hohenwald, Tennessee 38462, USA (Mikota); St. Louis Zoological Park, Forest. Park, St. Louis, Missouri 63110, USA (Dierenfeld). Aktuelle Adresse (Miller): Palm Beach Zoo, 1301 Summit Boulevard, West Palm Beach, Florida 33405, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Miller (mmiller@palmbeachzoo.org).  

Zusammenfassung: 72 Serumproben wurden von 14 gesunden Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana), darunter drei Kälbern, gesammelt, und 25-Hydroxy-Vitamin-D [25(OH)D]-Konzentrationen sowie biochemische Blutwerte wurden gemessen. Blutproben wurden zwischen Juli 1997 und Januar 2008 gesammelt, um Normalwerte für 25(OH)D für diese Tierart festzustellen und den Einfluss von Jahres- und Tageszeit auf diese Werte zu untersuchen. Obwohl die Anzhl der Proben von den Kälbern gering war (n = 7), wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den 25(OH)D-Mittelwerten von ausgewachsenen Elefanten und Kälbern festgestellt (15,7 ± 7,7 ng/ml bzw. 17,1 ± 5,8 ng/ml; P > 0,05). Die Analyse der Mittelwerte sowie der Einzeltierwerte auf saisonale Unterschiede zeigten Abweichungen, die allerdings nicht statistisch signifikant waren; aus diesem Grund wurden alle Werte für die weitere Analyse zusammen berechnet. Der 25(OH)D-Mittelwert für alle Proben betrug 15,8 ± 7,5 ng/ml (n Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 72) mit einem 95% Konfidenzintervall von 14,0–17,6 ng/ml. Eine direkte Korrelation zwischen 25(OH)D-Werten und den Calcium- (Ca), Phosphorkonzentrationen (P) und dem Calcium-Phosphor-Quotient (Ca:P) war anhand einer Regressionsanalyse nicht offensichtlich (P < 0,05). Die Messwerte zeigten annähernde Normalverteilung. Der Mittelwert für Calcium betrug 10,5 ± 0,6 mg/dl (n Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 61); der Mittelwert für Phosphor betrug 5,2 ± 0,8 mg/dl (n Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 50); und der Mittelwert für das Ca:P betrug 2,06 ± 0,34. Da die Tiere während der Studie gesund erschienen, und die Knochendichte bei Röntgenaufnahmen der Füße als gut eingestuft wurde, werden die Ergebnisse dieser Studie als Normalwerte für diese Herde angesehen. Wegen des Vorkommens von Gelenkerkrankungen bei älteren Elefanten und metabolischen Knochenerkrankungen bei mit der Hand aufgezogenen Kälbern können diese Werte als Basis für weitere Studien des Calciumstoffwechsels bei Elefanten dienen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 306-315, 2009.

Titel: Untersuchung und Diagnose nicht-tuberkulöser Mykobakteriose bei einer Mähnenschaf-Herde (Ammotragus lervia) in menschlicher Obhut 

Autoren: Timothy J. Portas, B.V.Sc., M.A.C.V.Sc., Benn R. Bryant, B.V.Sc., M.V.S., Stephen L. Jones, B.Sc., Ph.D., Kaye Humphreys, B.Sc., Christopher M. Gilpin, B.App.Sc., Ph.D. und Karrie A. Rose, D.V.M., D.V.Sc. 

Taronga Western Plains Zoo, Obley Road, Dubbo, New South Wales 2830, Australien (Portas, Bryant); Taronga Zoo, Bradley's Head Road, Mosman, New South Wales 2088, Australien (Rose, Humphreys); CSL Limited, 45 Poplar Road, Parkville, Victoria 3052, Australien (Jones); Queensland Mycobacterium Reference Laboratory, Rode Road, Chermside, Queensland 4032, Australien (Gilpin). Aktuelle Adresse: (Portas) Australian Wildlife Hospital, 1638 Steve Irwin Way, Beerwah, Queensland 4519, Australien; (Jones) Cellestis Limited, 1046A Dandenong Road, Carnegie, Victoria 3163, Australien. Korrespondenz bitte an Dr. Portas (timp@wildlifewarriors.org.au).  

Zusammenfassung: Ein Ausbruch nicht-tuberkulöser Mykobakteriose fand in einer Mähnenschaf-Herde (Ammotragus lervia) in menschlicher Obhut in einem Zeitraum von 18 Monaten statt. Jedes der betroffenen Schafe wurde einer ausführlichen Sektion mit den folgenden Bestandteilen unterzogen: Histopathologische Untersuchung, Gewebekonzentration und säurefeste Färbung, aerobische und anaerobische bakterielle Kultur, Mykobakterienkultur und real-time-Polymerase-Kettenreaktion für Mycobacterium tuberculosis-DNA. Histopathologische Befunde stimmten mit pulmonaler Mykobakteriose überein, und säurefeste Bakterien wurden bei zwei der ausgewachsenen, männlichen Schafen identifiziert; M. avium wurde bei der Kultur des Lungenparenchyms isoliert. M. parafortuitum wurde aus einem Mesenteriallymphknoten eines dritten Tieres isoliert, eines ausgewachsenen Weibchens, das nach fortschreitender Dyspnoe und Tachypnoe eingeschläfert wurde. M. intracellulare wurde aus einem Bronchiallymphknoten eines vierten Tieres, ebenfalls ein ausgewachsenes Weibchen, das wegen chronischen Gewichtsverlusts eingeschläfert wurde. Die folgenden weiteren Untersuchungen wurden bei 34 Einzeltieren aus der Herde unternommen: Interferonassay des Blutes, intradermaler Tuberkulintest und radiometrische Kultur des Kotes für M. avium subsp. paratuberculosis. Auf Grund dieser Studie wurde Mykobakteriose durch M. bovis, M. tuberculosis und/oder M. avium subsp. paratuberculosis ausgeschlossen, und nicht-tuberkulöse Mykobakteriose in dieser Herde als Diagnose gestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 316-320, 2009.

Titel: Mykoplasmen bei Trielen (Burhinus oedicnemus) in der Falknerei in den Vereinigten Arabischen Emiraten verwendet 

Autoren: Volker Schmidt, Dr. med. vet., Dipl. E.C.A.M.S., Joachim Spergser, Dr. med. vet., Kerstin Cramer, med. vet., Res. E.C.A.M.S., Antonio Di Somma, Dr. med. vet., S.D.S.A., Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, Prof. Dr. med. vet., Dipl. E.C.A.M.S. und Tom Bailey, Dr. med. vet., Dipl. E.C.A.M.S. 

University of Leipzig, Klinik für Vögel und Reptilien, An den Tierkliniken 17, D-04103 Leipzig, Deutschland (Schmidt, Cramer, Krautwald-Junghanns); Veterinärmedizinische Universität Wien, Institut für Bakteriologie, Mykologie und Hygiene, Veterinärplatz 1, A-1210 Wien, Österreich (Spergser); Dubai Falcon Hospital, P.O. Box 23919 Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Di Somma, Bailey). Korrespondenz bitte an Dr. Schmidt (vschmidt@vogelklinik.uni-leipzig.de).

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, das Risko der Übertragung von Mycoplasma spp. von Beute auf Jagdvögel im Nahen Osten zu untersuchen. Gruppen aus 17 Kragentrappen (Chlamydotis undulata) und 29 Trielen (Burhinus oedicnemus) aus drei privaten Tiersammlungen in Dubai wurden auf das Vorkommen von Mycoplasma untersucht. Zehn zusätzliche Falken, die zur Jagd verwendet wurden, wurden als Vergleichstiere untersucht. Die Falken zeigten keine klinischen Symptome und wurden bei einer Routineuntersuchung beurteilt. Bindehaut- und Choanenabstriche wurden von allen Vögeln gesammelt und mit Polymerase-Kettenreaktion und Kultur getestet. Obwohl Mykoplasmen nicht aus den Abstrichen von den Trappen nachgewiesen werden konnten, wurden M. gypis und M. falconis aus der Mehrzahl (28/29; 97 %) der Abstriche der Triele isoliert. Die Vögel zeigten zum größten Teil keine assoziierten pathologischen Veränderungen. M. falconis wurde auch aus Proben von 2 der 10 getesteten Falken, und M. buteonis aus der Mehrzahl der Falken (6/10 Falken) aus den Choanen- (n = 5) und Bindehautabstrichen (n = 1) isoliert. M. gypis wurde ebenfalls aus Gewebeproben (Leber, Eileiter, Syrinx) eines gestorbenen Triels isoliert. Diese Studie weist die erste Isolierung von Mykoplasmen bei Trielen nach. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 321-327, 2009.

Titel: Biochemische Plasmawerte bei der Kaisergans (Chen canagica) aus Alaska und der Einfluss von Alter, Geschlecht, Brutzeit und Mauser 

Autoren: J. Christian Franson, D.V.M., David J. Hoffman, Ph.D. und Joel A. Schmutz, Ph.D. 

U.S. Geological Survey, National Wildlife Health Center, 6006 Schroeder Road, Madison, Wisconsin 53711, USA (Franson); U.S. Geological Survey, Patuxent Wildlife Research Center, 11510 American Holly Drive, Laurel, Maryland 20708, USA (Hoffman); U.S. Geological Survey, Alaska Science Center, 4210 University Drive, Anchorage, Alaska 99508, USA (Schmutz). Korrespondenz bitte an Dr. Franson (jfranson@usgs.gov).  

Zusammenfassung: Eine Reduzierung der Populationszahlen der Kaisergans (Chen canagica), die im Beringmeer einheimisch ist, war der Auslöser dieser Studie, die untersucht, ob biochemische Plasmawerte als Indikatoren für die Gesundheit der Population dienen können. Ein erster Schritt einer solchen Untersuchung ist es, Änderungen der biochemischen Plasmawerte auf Grund von Alter, Geschlecht und Fortpflanzungsstadium zu beurteilen. Plasma wurde von 63 Kaisergänsen in ihrem Brutgebiet im Yukon-Kuskokwim-Delta im westlichen Alaska, USA gesammelt. 18 brütende, ausgewachsene Weibchen, die Mitte Juni mit Klappnetzen auf ihren Nestern gefangen wurden, wurden in dieser Studie untersucht. Weiterhin wurden 30 ausgewachsene Gänse und 15 Küken untersucht, die Ende Juli bis Anfang August in einem Korral gefangen wurden,.als die ausgewachsenen Vögel ihre Schwungfedern mauserten und die Küken 5-6 Wo. alt waren. 15 biochemische Plasmawerte wurden untersucht, und die Ergebnisse wurden in Bezug auf Alter, Geschlecht und Jahreszeit (Brutzeit oder Mauser der Schwungfedern) verglichen. Zehn der 15 biochemischen Werte zeigten Abweichungen während der Brutzeit und Mauser bei ausgewachsenen Vögeln und während der Mauser bei Jungvögeln. Geschlecht war bei wenigen Parametern von Bedeutung. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 328-331, 2009.

Titel: Ösophagusstriktur beim Puma (Puma concolor) 

Autoren: Marion Desmarchelier, D.M.V., Stéphane Lair, D.M.V., D.E.S., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Alice Defarges, D.M.V., Manon Lécuyer, D.M.V., D.E.S., Dipl. A.C.V.I.M. und Isabelle Langlois, D.M.V., Dipl. A.B.V.P. (Avian) 

Service de Médecine Zoologique (Desmarchelier, Lair, Langlois) und Service de Médecine Interne (Defarges, Lécuyer), Département de Sciences Cliniques, Faculté de Médecine Vétérinaire, Université de Montréal, 3200 rue Sicotte, Saint-Hyacinthe, Québec, J2S 7C6, Kanada. Aktuelle Adresse (Lécuyer): Hôpital Vétérinaire Rive-Sud, 7415, bd Taschereau, Brossard, Québec J4Y 1A2, Kanada. Korresponenz bitte an Dr. Lair (stephane.lair@umontreal.ca).  

Zusammenfassung: Ein 7 Monate alter, weiblicher Puma (Puma concolor) zeigte seit 2 Wochen Inappetenz und seit einer Woche Erbrechen. Eine Kontrastmittelstudie der Speiseröhre mit Verabreichung vom Bariumsulfat sowie Gastro- und Ösophagoskopie zeigten eine segmentale, intraluminale Striktur im mittleren Drittel des Ösophagus. Die Striktur war möglicherweise die Folge einer früheren Narkose. Drei endoskopische Ballondilatationen ermöglichten die Erweiterung des Lumens. Der erweiterte Durchmesser des Ösophagus ermöglichte die Aufnahme von mit Wasser aufgeweichtem Futter ohne das Auftreten von Beschwerden oder Erbrechen. Zwei Monate nach der Entlassung zeigte der Puma Gewichtszunahme, und der Puma konnte mit Wasser aufgeweichtes Pferdefleisch fressen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 332-343, 2009.

Titel: Konservative und chirurgische Behandlung von Otitis beim Bongo (Tragelaphus eurycerus) in menschlicher Obhut 

Autoren: Michael J. Adkesson, D.V.M., Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Patricia M. Dennis, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Christine V. Fiorello, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Maud Lafortune, D.M.V., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M. und R. Avery Bennett, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S. 

University of Illinois, Department of Veterinary Clinical Medicine, College of Veterinary Medicine, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Adkesson, Bennett); University of Florida, Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Gainesville, Florida 32610, USA (Bennett, Dennis, Fiorello, Lafortune); White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino). Aktuelle Adressen (Adkesson): Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513 USA; (Fiorello): Department of Small Animal Medicine and Surgery, College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602 USA; (Lafortune): Houston Zoo, Inc., 1513 N. MacGregor, Houston, Texas 77030 USA; (Dennis): Cleveland Metroparks Zoo, 4200 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109 USA. Korrespondenz bitte an Dr. Adkesson (michael.adkesson@czs.org).  

Zusammenfassung: Schwerwiegende Otitis media/interna, eine seltene Erkrankung bei nicht domestizierten Wiederkäuern, wurde sechsmal bei fünf Bongo-Antilopen (Tragelaphus eurycerus) in menschlicher Obhut diagnostiziert. Die Fälle begrenzten sich geographisch auf zoologische Einrichtungen in Florida. Die folgenden Symptome wurden häufig beobachtet: sichtbar hängende Ohren, Kopfschütteln und Ohrausfluß. Die Tiere wurden mit langfristiger, systemischer und topischer antimikrobischer Therapie, zusammen mit wiederholter, manueller Entfernung des Ohrenschmalzes aus dem Gehörgang behandelt; zwei Tiere wurden damit erfolgreich behandelt, und ein drittes wurde mit dieser Therapie effektiv unter Kontrolle gehalten. Zwei Tiere konnten nicht erfolgreich mit dieser konservativen Therapie behandelt werden und benötigten einen chirurgischen Eingriff. Eine Bullaosteotomie und Ablation des gesamten Gehörgangs (TECA) wurden bei diesen Fällen unternommen (bei einem Bongo beidseitig). Die Operation war erfolgreich und führte zum vollständigen Verschwinden der klinischen Symptome und wird für schwerwiegende Fälle empfohlen, die nicht auf konservative, weniger invasive Therapie ansprechen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 344-346, 2009.

Titel: Die Messung von Vitamin-D3-Konzentrationen im Hämolymph bei Riesenvogelspinnen (Theraphosa blondi) 

Autoren: Trevor T. Zachariah, D.V.M., M.S. und Mark A. Mitchell, D.V.M., Ph.D. 

Department of Veterinary Clinical Sciences, School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA. Aktuelle Adressen (Mitchell): Department of Veterinary Clinical Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 61802, USA; (Zachariah): Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency, Brookfield, Illinois 60513, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Zachariah (zachariahdvm@yahoo.com).  

Zusammenfassung: Vitamin D3 ist ein wichtiges Vitamin bei der Ernährung von Wirbeltieren. Dieses fettlösliche Vitamin ist mit der Steuerung vieler physiologischer Prozesse assoziiert, vor allem mit dem Calciumstoffwechsel. Das Vorkommen und die Bedeutung von Vitamin D3 wurden bisher nur bei einer kleinen Zahl von wirbellosen Tierarten bestimmt. In dieser Studie wurde Hämolymph von 6 wildgefangenen, subadulten Riesenvogelspinnen (Theraphosa blondi) gesammelt und auf das Vorkommen von 25(OH)-Vitamin D3 untersucht, das Provitamin für die aktive Form von Vitamin D3. Der Metabolit 25(OH)-Vitamin D3 wurde bei allen untersuchten Spinnen nachgewiesen (Mittelwert: 5,7 nmol/L, Standardabweichung: 1,5 nmol/L, Spannweite: 3–7 nmol/L). Es ist nicht bekannt, wie die Spinnen das Vitamin erlangen. Es ist möglich, obwohl unwahrscheinlich, daß sie Vitamin D3 durch die Aufnahme von ultravioletter Strahlung synthetisieren. Viele wirbellose Tiere, die von Vogelspinnen gefressen werden, haben, soweit bekannt, keine hohen zirkulierenden Vitamin D3- oder Provitamin-Konzentrationen. Dennoch ist die Aufnahme von Beute eine mögliche Weise zur  Versorgung mit Vitamin-D3 bei den untersuchten Tieren. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 347-349, 2009.

Titel: Isofluran-Narkose bei wildgefangenen Riesenvogelspinnen (Theraphosa blondi) und Roten Chile-Vogelspinnen (Grammostola rosea) 

Autoren: Trevor T. Zachariah, D.V.M., M.S., Mark A. Mitchell, D.V.M., Ph.D., Clare M. Guichard, B.S. und Rimme S. Singh, D.V.M. 

Department of Veterinary Clinical Sciences, School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA. Aktuelle Adressen (Zachariah): Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency, Brookfield, Illinois 60513, USA; (Mitchell and Singh): Department of Veterinary Clinical Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 61802, USA; (Guichard): Royal (Dick) School of Veterinary Studies, University of Edinburgh, Edinburgh EH9 1QH, Scotland, Großbritannien. Korrespondenz bitte an Dr. Zachariah (zachariahdvm@ yahoo.com).  

Narkose wird bei Vogelspinnen zur Durchführung von medizinischen Verfahren (z.B. klinische Untersuchung, Probennahme, chirurgische Eingriffe) verwendet, obwohl fast ausschließlich anekdotische Informationen darüber bekannt sind. Diese Studie wurde unternommen, um Narkoseparameter bei wildgefangenen, subadulten Riesenvogelspinnen (Theraphosa blondi) (n = 11) und Roten Chile-Vogelspinnen (Grammostola rosea) (n = 12) systematisch zu untersuchen. Jede Spinne wurde in einen 3 l Kasten zur Einleitung der Gasnarkose mit 5 % Isofluran mit 1 l/Min Sauerstoff. Narkosetiefe wurde alle 5 Minuten bestimmt, indem beurteilt wurde, ob die Spinne sich umdrehen konnte. Die Spinnen wurden in 100 % Sauerstoff aufgewacht. Einleitungs- und Erholungszeit sowie Narkoseparameter wurden bestimmt. Nach einer 8-wöchigen Auswaschzeit wurde die Narkose wiederholt. Beide Spinnenarten zeigten eine Einleitungszeit von 10 Minuten. Die mittlere Erholungszeit betrug für T. blondi 30 Min. und für G. rosea 12,5 Min.  
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 350-353, 2009.

Titel: Behandlung eines retroperitonealen Abszesses durch Omentalisation bei einem Orang-Utan (Pongo pygmaeus pygmaeus) 

Autoren: Norin Chai, D.V.M., M.Sc., M.Sc.V., Ph.D, Thierry Hazan, D.V.M., Rudy Wedlarski, D.V.M. und Jacques Rigoulet, D.V.M. 

Muséum National d'Histoire Naturelle, Menagerie Du Jardin Des Plantes, 57 rue Cuvier, 75005 Paris, Frankreich (Chai, Wedlarski, Rigoulet); Véto34, Clinique vétérinaire, 17 Bd d'Alsace Lorraine, N34 94170 Le Perreux sur Marne, Frankreich (Hazan). Korrespondenz bitte an Dr. Chai (email: chai@mnhn.fr).  

Zusammenfassung: Ein 38 Jahre alter Orang-Utan (Pongo pygmaeus pygmaeus) zeigte chronische Apathie und Schwierigkeiten bei der Fortbewegung, die zu Schwäche, Inappetenz und anhaltender Rücken- und/oder Seitenlage fortschritten. Der Orang wurde mit Ketamin narkotisiert. Ultraschalluntersuchung des Abdomen zeigte ein Geschwulst im kaudalen Bereich des Abdomens. Probelaparotomie wurde durchgeführt, und es wurde festgestellt, daß das Gewächs nicht chirurgisch entfernt werden konnte. Stattdessen wurde Dränage und Omentalisation durchgeführt, um dauerhaften Abfluß nach der Operation zu gewährleisten. Die einzige Komplikation war eine Wundinfektion, die lokal mit einem antiseptischen Präparat und Dränage behandelt wurde, die alle 2 Tage unter Narkose ausgewechselt wurde. Omentalisation war zur anhaltenden Dränage vom Ausfluß aus dem retroperitonealen Abszess wirksam, und minimale postperative Nachbehandlungen waren für das Tier notwendig. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 354-359, 2009.

Titel: Tödliche Katzenseuche bei zwei Großkatzen (Panthera tigris und P. leo) in menschlicher Obhut 

Autoren: Margarida D. Duarte, D.V.M., Ph.D., Sílvia C. Barros, Ph.D., Margarida Henriques, Ph.D., Teresa Lobo Fernandes, D.V.M., Rui Bernardino, D.V.M., Madalena Monteiro, D.V.M. und Miguel Fevereiro, D.V.M., Ph.D. 

Department of Virology, Laboratório Nacional de Investigação Veterinária, Estrada de Benfica, 711, Lissabon, 1495-011 Lissabon, Portugal (Duarte, Barros, Henriques, Fevereiro); Department of Pathology, Laboratório Nacional de Investigação Veterinária, Estrada de Benfica, 711, Lissabon, 1495-011 Lissabon, Portugal (Monteiro); Zoo Lissabon, Estrada de Benfica, 158-160, Lissabon, 1549-004 Lissabon, Portugal (Fernandes, Bernardino). Korrespondenz bitte an Dr. Fevereiro (miguel.fevereiro@lniv.min-agricultura.pt).  

Zusammenfassung: Zwei Fälle einer tödlichen Parvovirusinfektion wurden bei einem weißen Tiger (Panthera tigris) und einem Afrikanischen Löwen (P. leo) im Zoo von Lissabon festgestellt. Bei der Sektion wurden katharralische Enteritis beim Tiger und schwerwiegende hemorrhagische Enteritis beim Löwen festgestellt. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden Nekrose der Darmkrypten und Lymphozyten-Depletion der Keimzentren der mesenterischen Lymphknoten bei beiden Tieren festgestellt. Bei der bakteriellen Kultur wurden häufig vorkommende pathogene Bakterien, darunter Salmonella, nicht isoliert. Das Parvovirus-VP2-Gen wurde in beiden Fällen amplifiziert, und die Sequenzanalyse identifizierte Katzenseuche (Panleukopenie)-Virus (FPLV). Die Nukleotidensequenzen dieser zwei Viren waren genetisch nicht unterscheidbar. Die phylogenetische Analyse der FPLV-Stämme von domestizierten Katzen aus Lissabon ergaben FPLV-Stämme, die denen des Tigers und Löwen stark ähnelten. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß streunende Katzen die Infektionsquelle hätten sein können. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 360-364, 2009.

Titel: Untersuchung von Katzenleukose-Virus und Coronavirus der Katze bei südamerikanischen Katzenarten in menschlicher Obhut im südlichen Brasilien 

Autoren: Ana M. S. Guimaraes, D.V.M., M.Sc., Paulo E. Brandão, D.V.M., Ph.D., Wanderlei de Moraes, D.V.M., Zalmir S. Cubas, D.V.M., M.Sc., Leonilda C. Santos, B.Sc., M.Sc., Laura Y. B. Villarreal, D.V.M., Ph.D., Rogério R. Robes, D.V.M., Ph.D., Fabiana M. Coelho, B.Sc., M.Sc., Ph.D., Mauricio Resende, D.V.M., Ph.D., Renata C. F. Santos, D.V.M., Rosangela C. Oliveira, D.V.M., M.Sc., Ph.D., Mauricio Yamaguti, D.V.M., M.Sc., Lucas M. Marques, B.Sc., M.Sc., Renata L. Neto, B.Sc., M.Sc., Melissa Buzinhani, D.V.M., Ph.D., Regina Marques, B.Sc., M.Sc., Ph.D., Joanne B. Messick, D.M.V., Ph.D., Alexander W. Biondo, D.V.M., Ph.D. und Jorge Timenetsky, B.Sc., Ph.D. 

Instituto de Ciências Biomédicas, USP, Av. Prof. Lineu Prestes, 1374, 05508900, São Paulo, Brasilien (Guimaraes, Yamaguti, Oliveira, L. M. Marques, Neto, Buzinhani, R. Marques, Timenetsky); Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, USP, Av. Prof. Orlando Marques de Paiva, 87, 05508270, São Paulo, Brasilien (Brandão, Villarreal); Refúgio Bela Vista, Rua Teresina, 62, 85868-120, Foz do Iguaçu, Brasilien (Moraes, Cubas, L. C. Santos); Instituto Ciências Biológicas, UFMG, Av. Antônio Carlos, 6627, 31270-910, Belo Horizonte, Brasilien (Coelho, Resende); Departamento de Medicina Veterinária, UFPR, Rua dos Funcionários, 1540, 80035050, Curitiba, Brasilien (Robes, R. C. F. Santos, Biondo); Department of Comparative Pathobiology, Purdue University, 625 Harrison Street, West Lafayette, Indiana 47907, USA (Messick). Korrespondenz bitte an Dr. Timenetsky (joti@usp.br).  

Zusammenfassung: Insgesamt 57 südamerikanische Katzen (1 Leopardus geoffroyi, 14 Leopardus pardalis, 17 Leopardus wiedii, 22 Leopardus tigrinus und 3 Puma yagouaroundi), die im Itaipu Binacional Wildlife Research Center (Refúgio Bela Vista, südliches Brasilien) gehalten wurden, wurden für Blutprobennahme narkotisiert. Kotproben wurden für 44 der Tiere ebenfalls gesammelt, darunter 1 L. geoffroyi, 8 L. pardalis, 14 L. wiedii, 20 L. tigrinus und 1 P. yagouaroundi. DNA wurde aus Blut- und RNA aus Kotproben mit handelsüblichen Methoden extrahiert. DNA aus Blutproben wurden mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR) auf das Vorkommen von Provirus-DNA des Katzenleukosevirus (FeLV) getestet; Kotproben wurden mit Reverse-Transkriptase-PCR auf das Vorkommen von Coronavirus-RNA untersucht. Coronavirus wurde aus keiner der Proben identifiziert. Ein männlicher L. pardalis und ein weiblicher L. tigrinis zeigten FeLV-Provirus-DNA, und PCR-Produkte wurden durch Sequenzierung nachgewiesen. Diese Studie weist erstmals das Vorkommen von FeLV-Provirus-DNA bei diesen Katzenarten im südlichen Brasilien nach. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 365-368, 2009.

Titel: Kokzidioidomykose beim Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) 

Autoren: Roberta S. Wallace, D.V.M., Victoria L. Clyde, D.V.M. und Howard Steinberg, V.M.D., Ph.D., D.A.C.V.P. 

Milwaukee County Zoo, 10001 West Blue Mound Road, Milwaukee, Wisconsin 53226, USA (Wallace, Clyde);  Department of Pathobiology, University of Wisconsin School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (Steinberg). Korrespondenz bitte an Dr. Wallace (rwallace@milwcnty.com).  

Zusammenfassung: Ein 5 Jahre altes, weibliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) wurde 11 Monate nach dem  Transport aus Glen Rose, Texas (USA) in den Milwaukee County Zoo (Milwaukee, Wisconsin, USA) wegen zunehmender, hochgradiger Hinterhandschwäche über einen Zeitraum von 6 Monaten eingeschläfert. Bei der Sektion wurde eine vollständige Ruptur des Ligamentum capitis des linken Femurkopfes mit Synovitis und Osteomyelitis festgestellt. Multifokale Lymphadenopathie mit chronischer eitriger Lymphadenitis der Lnn. tracheobronchales, Lnn. supramammarii (links) und Lnn. iliofemorales sowie granulomatöse Pneumonie mit einem fokalen Abszess waren bei der histologischen Untersuchung nachweisbar. Pilzelemente wurden in der Lunge, den Lymphknoten und in der Synovialmembran vorgefunden, und Coccidioides immitis wurde bei der Pilzkultur isoliert. Coccidioides immitis ist in Wisconsin nicht endemisch; deshalb muß das Tier sich vor dem Transport infiziert haben, obwohl es zur Zeit der Ankunft im Milwaukee County Zoo nicht symptomatisch war. Es ist nicht bekannt, ob die Erkrankung schon zur Zeit der Ankunft aktiv war, oder ob sie subklinisch war und erst mit dem Stress des Transports und der Verletzung aktiviert wurde. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 369-372, 2009.

Titel: Mit Bordetella bronchiseptica assoziierte Atemwegserkrankung beim Zweifinger-Faultier (Choloepus hoffmanni) 

Autoren: Elizabeth E. Hammond, D.V.M., Daniel Sosa, D.V.M., Robert Beckerman, M.D. und Roberto F. Aguilar, D.V.M. 

Audubon Nature Institute-Zoo, 6500 Magazine Street, New Orleans, Louisiana 70115, USA (Hammond, Sosa, Aguilar); and the Tulane University School of Medicine, 1430 Tulane Avenue, New Orleans, Louisiana 70112, USA (Beckerman). Aktuelle Adreesen (Hammond): Lion Country Safari, 2003 Lion Country Safari Road, Loxahatchee, Florida 33470, USA; (Sosa): Palm Beach Veterinary Referral & Critical Care Center, 3092 Forest Hill Boulevard, West Palm Beach, Florida 33406, USA; (Beckerman): Children's Mercy Hospital, 2401 Gillham Road, Kansas City, Missouri 64108, USA; (Aguilar): Institute of Veterinary, Animal and Biomedical Sciences, Massey University, Private Bag 11-222, Palmerston North 4442, Neuseeland. Korrespondenz bitte an Dr. Hammond (vet@lioncountrysafari.com).  

Zusammenfassung: Ein 2 Jahre altes Zweifinger-Faultier (Choloepus hoffmanni) zeigte eine Atemwegserkrankung mit schwerwiegender inspiratorischer Dyspnoe, nasaler Verstopfung, Mundatmung und bilateralem mukopurulentem Ausfluss. Trotz der Behandlung mit einem Breitspektrumantibiotikum, einem Antiphlogistikum und unterstützender Therapie blieb die Atemnot bestehen. Das Tier wurde zur Bronchoskopie narkotisiert, um tiefe tracheale Proben zu entnehmen. Auf Grund der Kulturergebnisse von Bordetella bronchiseptica und der Antibiotika-Empfindlichkeiten wurde die Therapie mit Enrofloxacin, Dexamethason, Coupage, Vernebelung mit Kochsalzlösung, Gentamicin und Albuterol und unterstützender Behandlung durchgeführt und führte nach 6 Wochen zur vollständigen Heilung. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 373-377, 2009.

Titel: Trachealstenose bei einem Blaulappenhokko (Crax alberti) 

Autoren: Alina Evans, D.V.M., M.P.H., Adrienne Atkins, D.V.M., M.S. und Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

University of Minnesota College of Veterinary Medicine, 1365 Gortner Avenue, St. Paul, Minnesota 55108, USA (Evans); White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Atkins, Citino). Korrespondenz bitte an Dr. Evans (alinaevans@gmail.com).  

Zusammenfassung: Ein Blaulappenhokko (Crax alberti) wurde für eine Untersuchung vor dem Transport zu einem anderen Zoo narkotisiert. 16 Tage nach der Untersuchung zeigte der Hokko akute Atemnot und respiratorischen Stridor. Der Vogel wurde durch Legen einer Luftsackkanüle stabilisiert. Stenose der Trachea wurde durch Röntgenaufnahmen diagnostiziert. Es wurde angenommen, daß die Stenose durch Trauma von der vorhergehenden Intubation entstanden war. Eine Resektion des betroffenen Trachea-Abschnitts und Anastomose wurden durchgeführt. Drei Tage nach der Operation wurde die Luftsackkanüle entfernt. Obwohl leicht erhöhte Atemgeräusche verblieben, ist eine vollständige Striktur nicht wieder aufgetreten. 10 Monate später zeigte der Hokko erneut Atemnot und starb kurz darauf. Mykotische Luftsackentzündung mit Aspergillus wurde festgestellt. Trachealstenose bei Vögeln als Folge der Intubation wird oft diskutiert aber selten in der Literatur beschrieben. Dieser Bericht beschreibt einen solchen Fall nach Intubierung sowie die chirurgische Behandlung und nachfolgende Komplikationen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 378-381, 2009.

Titel: Erfolgreiche Behandlung eines Karakals (Caracal caracal) nach dem Biß einer Südpazifischen Prärieklapperschlange (Crotalus viridis helleri) 

Autoren: Cora L. Singleton, D.V.M., James E. Oosterhuis, D.V.M., Karen Seibold, D.V.M., Dipl. A.C.V.E.C.C.S. und Nadine Lamberski, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

San Diego Zoo's Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027-7017, USA (Singleton, Oosterhuis, Lamberski); Animal Urgent Care, 2430A South Escondido Boulevard, Escondido, California 92025, USA (Seibold). Aktuelle Adresse (Singleton): Los Angeles Zoo, 5333 Zoo Drive, Los Angeles, California 90027, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Singleton (cora. singleton@lacity.org).  

Zusammenfassung: Ein Karakal (Caracal caracal) wurde an der Unterlippe von einer Südpazifischen Prärieklapperschlange (Crotalus viridis helleri) gebissen und entwickelte schnell fortschreitende, hochgradige  Schwellung und Prellung an der Stelle. Erste Laborwerte zeigten verlängerte Gerinnungszeiten in der ersten Stunde nach dem Biß. Danach entwickelte der Karakel Vaskulitis und Anämie. Das Tier wurde erfolgreich mit folgender Therapie behandelt: intravenöse kristalloide Infusion, vier Ampullen polyvalentes Crotaliden-Antidot und Transfusionen mit Rinder-Hämoglobin-Glutamer-200 (Oxyglobin®) und Vollblut. Die fortschreitende lokale Schwellung und Prellung kamen zum Stillstand, und die Gerinnungswerte verbesserten sich nach Verabreichung des Antidots. Der Karakel zeigte jedoch anhaltende neurologische Symptome, darunter Depression, Schwäche, Muskelzuckungen, Anisokorie und Ataxie. Die Verabreichung einer weiteren Ampulle des Antidots 72 Stunden nach dem Schlangenbiß führte zur Aufhebung der Schwäche und Muskelzuckungen; die Anisokorie und leichte Ataxie verblieben noch 24 Stunden. Der Karakel erholte sich vollständing und ist 3 Jahre nach dem Biß noch klinisch gesund. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 382-384, 2009.

Titel: Erster Nachweis einer entodiniomorphen Ciliatenart bei einem Fleischfresser, dem Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) 

Autoren: Carly Vynne und John M. Kinsella, Ph.D. 

Department of Biology, University of Washington, Box 351800, Seattle, Washington 98195-1800, USA (Vynne);  HelmWest Laboratory, 2108 Hilda Avenue, Missoula, Montana 59801, USA (Kinsella). Korrespondenz bitte an Carly Vynne (cvynne@u.washington.edu).  

Zusammenfassung: Die entodiniomorphen Ciliaten (Ciliophora: Entodiniomorphida) sind Endosymbioten, die im Darm von Pflanzenfressern weit verbreitet sind. Diese Kommensalen sind oft bei Paarhufern und Unpaarhufern vorzufinden, und auch bei Rüsseltieren, Primaten, Nagetieren und Diprotodontien (Beuteltiere) beschrieben. Dieser Bericht beschreibt den ersten Nachweis eines solchen Ciliaten bei einem Tier aus der Ordnung der Fleischfresser, nämlich bei einem Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus). Kotproben von wildlebenden und in menschlicher Obhut lebenden Mähnenwölfen wurden mit Ethylacetat-Sedimentation untersucht. Die Prävalenz in Kotproben von wildlebenden Mähnenwölfen in Brasilien betrug 40% (6/15). Kotproben von 2 der 4 Tiere im St. Louis Zoo zeigten ebenfalls diese Ciliatenart. Die Tatsache, daß die Ernährung des Mähnenwolfs zum großen Teil aus Früchten besteht, erklärt wahrscheinlich das Vorkommen dieser Endosymbiotenart, die normalerweise beim Pflanzenfresser vorkommt, bei dieser Fleischfresserart.  

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 385-388, 2009.

Titel: Gleichzeitige Fehlbildung des Os occipitale und Subluxation des Atlas-Axis-Gelenks bei einem neugeborenen Seehund (Phoca vitulina) 

Autoren: Sophie E. Dennison, B.V.M.&S., Lisa J. Forrest, V.M.D., Dipl. A.C.V.R., Michelle L. Fleetwood, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Frances M. D. Gulland, Vet.M.B., Ph.D. 

Department of Surgical Sciences (Radiology), School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (Dennison, Forrest); Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C. 20306, USA (Fleetwood); Marine Mammal Center, 1065 Fort Cronkhite, Sausalito, California 94965, USA (Gulland). Korrespondenz bitte an Dr. Dennison (dennison@svm.vetmed.wisc.edu).  

Zusammenfassung: Ein gestrandeter, männlicher, neugeborener Seehund (Phoca vitulina) mit fortschreitender Ataxie, Muskelzittern und zunehmendem Verlust des Bewußtseins wurde mit Magnetresonanztomographie (MRT) wegen Kleinhirnsymptome vor der Einschläferung wegen schlechter Prognose untersucht. Die MRT zeigte Dysplasie des Os occipitale mit Herniation des Kleinhirns und gleichzeitige Subluxation des Atlas-Axis-Gelenks mit Verengung des Wirbelkanals. Diese Veränderungen erklären die histopathologischen Befunde: Gliose des Kleinhirns, axonale Degeneration und Dilatation der Markscheiden des Dorsalstrangs der Wirbelsäule. Dysplasie des Os occipitale und/oder Subluxation des Atlas-Axis-Gelenks sollten als Differentialdiagnose für neugeborene Seehunde mit neurologischen Symptomen in Betracht gezogen werden. MRT ist eine wichtige Diagnostik für solche Fälle. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 389-392, 2009.

Titel: Angenommene durch Benzocain verursachte Methämoglobinämie bei einem Erdmännchen (Suricata suricatta) 

Autoren: Zoltan S. Gyimesi, D.V.M. und Roy B. Burns, D.V.M. 

Louisville Zoological Garden, 1100 Trevilian Way, Louisville, Kentucky 40213, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Gyimesi (zoli.gyimesi@louisvilleky.gov).  

Zusammenfassung: Ein 8 Jahre altes, kastriertes, männliches Erdmännchen (Suricata suricatta) wurde für eine Routine-Untersuchung und Zahnsäuberung narkotisiert. Um die Intubation zu erleichtern, wurde die Glottis mit Benzocain-Spray zweimal kurz besprüht. Kurz darauf entwickelte sich das Erdmännchen schmutzig blau-graue Schleimhäute und niedrige Sauerstoffsättigungswerte mit Pulsoximetrie. Trotz Überdruckbeatmung und Behandlung mit Doxapram verbesserten sich die Zyanose und Hypoxämie nicht. Eine Blutprobe zeigte eine braune Farbe, und die klinische Diagnose von Methämoglobinämie wurde gestellt. Die Zyanose dauerte während der verlängerten Aufwachphase an, und das Erdmännchen wurde deshalb nochmals narkotisiert, um die Methämoglobinämie mit einem langsamen intravenösen Bolus von Methylenblau und der subkutanen Verabreichung von Dextrose zu behandeln. Innerhalb von 20 Minuten verbesserte sich die Farbe der Zunge und des Zahnfleisches. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Methämoglobinämie bei dieser Tierart dar. Obwohl Benzocain-haltige Präparate in der Kleintiermedizin und bei manchen endoskopischen Untersuchungen bei Menschen häufig verwendet werden und in zahlreichen rezeptfreien Medikamenten vorkommen, ist das Risiko der Auslösung von Methämoglobinämie durch topische Anwendung von Benzocain in der Literatur ausführlich beschrieben. Die Verabreichung von topischem Benzocain bei Säugetieren, vor allem bei kleinen Patienten, sollte vorsichtig erfolgen. Die Anwendung von Benzocain bei Zootieren sollte vernünftig erfolgen, um eine Überdosierung zu vermeiden, und Zootierärzte sollten mit den Symptomen und der Behandlung von Methämoglobinämie vertraut sein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(2): 393-397, 2009.

Titel: Septikämie, Endokarditis und Großhirninfarkt bei einer Sattelrobbe (Phoca groenlandica) durch Staphylococcus aureus verursacht 

Autoren: Sathya K. Chinnadurai, D.V.M., M.S., Brigid V. Troan, D.V.M., Karen N. Wolf, M.S., D.V.M., Ryan S. DeVoe, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), C. J. J. Huijsmans, Mirjam H. A. Hermans, Ph.D. und Peter C. Wever, M.D. Ph.D. 

Departments of Clinical Sciences, North Carolina State University, College of Veterinary Medicine, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Chinnadurai, Wolf); North Carolina Zoological Park, 4401 Zoo Parkway, Asheboro, North Carolina 27203, USA (Chinnadurai, Troan, Wolf, DeVoe); Laboratory of Molecular Biology, Jeroen Bosch Hospital, ‘s-Hertogenbosch, Niederlanden (Huijsmans, Hermans, Wever). Korrespondenz bitte an Dr. Chinnadurai (Sathya_Chinnadurai@ncsu.edu).  

Zusammenfassung: Eine ausgewachsene, wildgeborene, männliche Sattelrobbe (Phoca groenlandica) wurde von einer Tierrettungsstation einem Zoo übergeben, da das Tier eine unilaterale Phthisis bulbi und verringerte Funktion der rechten Vordergliedmaße zeigte, die die Wiederfreilassung ausschloß. Während der Quarantäne-Periode zeigte das Tier beeinträchtigte Funktion der rechten Vordergliedmaße, welche akut zur vollständigen Nichtnutzung der Gliedmaße fortschritt; die Robbe zeigte ebenfalls intermittierende Apathie. Einen Monat nach der Ankunft im Zoo wurde die Robbe im Gehege tot aufgefunden. Bei der Sektion wurde septische Arthritis des rechten Schultergelenks, Endokarditis der Herzklappen mit systemischem bakteriellem Thromboembolismus sowie Infarkte im Großhirn und Myokard festgestellt. Blutkultur sowie Kultur des betroffenen Gelenks ergab Staphylococcus aureus. Bakterielle Polymerase-Kettenreaktion von in Formalin fixiertem Gewebe des Herzens und des Gehirns zeigte positive Ergebnisse für S. aureus. Infektion mit S. aureus sollte als eine weitere Ursache von Endokarditis und embolischer Enzephalitis bei Robben in Betracht gezogen werden.

Location

581705 White Oak Road
Yulee, FL 32097 USA

Contact Us

Local: (904) 225-3275
Fax: (904) 225-3289
Email:Admin@AAZV.org