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jzwm_germanabstract_v40n3_2009

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 40(3) ZUSAMMENFASSUNGEN 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 409-413, 2009.

Titel: Blutbildwerte und das Nichtvorhandensein von Blutparasiten bei brütenden Flussseeschwalben (Sterna hirundo) in Cape Cod, Massachusetts, USA 

Autoren: Christine V. Fiorello, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Ian C. T. Nisbet, Ph.D., Jeremy J. Hatch, Ph.D., Carolyn Corsiglia und Mark A. Pokras, D.V.M. 

Department of Environmental and Population Health, Wildlife Medicine, Cummings School of Veterinary Medicine, Tufts University, 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Fiorello, Corsiglia, Pokras); I. C. T. Nisbet & Company, 150 Alder Lane, North Falmouth, Massachusetts 02556, USA (Nisbet); Department of Biology, University of Massachusetts, Harbor Campus, Boston, Massachusetts 02125, USA (Hatch). Aktuelle Adresse (Fiorello): Department of Small Animal Medicine & Surgery, 501 DW Brooks Drive, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA; (Hatch): Lower Dibbe, South Tawton, Devon EX20 2LQ, Großbritannien. Korrespondenz bitte an Dr. Fiorello (drfiorello@gmail.com).

 

Zusammenfassung: 98 brütende Flussseeschwalben (Sterna hirundo) wurden im Juni und Juli 1995 gefangen, Körpergewicht wurde gemessen und Blut abgenommen. Diese Studie war Teil eines laufenden Forschungsprojekts zur Untersuchung der Gesundheit der Population und Fortpflanzung dieser Vogelart. Die folgenden Blutbildwerte wurden gemessen: Hämatokrit, Gesamtleukozytenzahl, Differentialblutbild und Untersuchung des Blutausstriches. Blutausstriche von 75 Seeschwalben wurden untersucht. Blutparasiten wurden in keinem der Ausstriche festgestellt. Signifikante Unterschiede der Blutbildwerte konnten bei Vögeln von unterschiedlichen Inseln, sowie zwischen Vögeln, die früher bzw. später in der Saison nisteten, festgestellt werden. Signifikante Unterschiede konnten nicht bei Tieren mit unterschiedlichem Körpergewicht, Geschlecht oder Alter nachgewiesen werden. Das Nichtvorhandensein von Blutparasiten in Blutausstrichen der untersuchten Seeschwalben ist bemerkenswert, weil andere Studien bei Meeresvögeln (darunter besonders Wattvogelarten) eine niedrige Prävelenz von Blutparasiten nachwiesen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 414-420, 2009.

Titel: Standardisierung einiger elektrokardiographischer Parameter bei Tigerkatzen (Leopardus tigrinus) in menschlicher Obhut 

Autoren: Sam Goldy Shoyama Oda, D.V.M., M.Sc., Ronaldo Jun Yamato, D.V.M., M.Sc., José Daniel Luzes Fedullo, D.V.M., M.Sc., Moacir Leomil Neto, D.V.M., M.Sc., Ph.D. und Maria Helena Matiko Akao Larsson, D.V.M., M.Sc., Ph.D. 

Rua Maestro João Sepe, 145, São Paulo, São Paulo 04181-030, Brasilien (Oda); Fundação Parque Zoológico de São Paulo, Av. Miguel Stefano, 4241, São Paulo, São Paulo CEP 055-11-50730811, Brasilien (Fedullo); Departamento de Clínica Médica, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, Universidade de São Paulo, Av. Prof. Dr. Orlando Marques de Paiva, 87, São Paulo, São Paulo 055-11-30911262, Brasilien (Yamato, Neto, Larsson). Korrespondenz bitte an Dr. Oda (samoda@usp.br).

 

Zusammenfassung: 33 Tigerkatzen (Leopardus tigrinus) in menschlicher Obhut wurden mit Xylazin (1–2 mg/kg) und Ketamin (10 mg/kg) narkotisiert, und Elektrokardiographie (EKG) wurde durchgeführt. Alle Ableitungen zeigten eine Eichung von 1 cm Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 1 mV mit einer Schreibgeschwindigkeit von 25 mm/s; die DII-Ableitung wurde mit einer Schreibgeschwindigkeit von 50 mm/s mit der gleichen Eichung wiederholt. Mittelwerte mit Standardabweichungen wurden für alle Ergebnisse berechnet: Herzfrequenz (HR) Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 107 ± 17 (Herzschläge pro Minute); P-Welle Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 0,048 ± 0,072 (s) × 0,128 ± 0,048 (mV); PR-Intervall Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 0,101 ± 0,081 (s); QRS-Komplex Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 0,053 ± 0,012 (s) × 1,446 ± 0,602 (mV); QT-Intervall Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 0,231 ± 0,028 (s); R-Zacke (CV6LL) Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 1,574 ± 0,527 (mV); R-Zacke (CV6LU) Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 1,583 ± 0,818 (mV); Herzrhythmus: physiologischer Sinusrhythmus (15,2 %), Sinusrhythmus mit wanderndem Schrittmacher (WPM) (60,6 %), Sinusarrhythmie mit WPM (24,2%); elektrische Achse: zwischen +30° und +60° (6,1 %), +60 (6,1 %), zwischen +60° und +90° (57,6 %), +90° (9 %), zwischen +90° und +120° (21,2 %); ST-Strecke: physiologisch (75,7 %), erhöht (18,2 %), niedrig (6,1 %); T-Wellenpolarität (DII): positiv (100 %); T-Welle (V10): nicht vorhanden (6,1 %), negativ (63,6 %), positiv (18,2 %) und mit Interferenz (12,1 %). Im Vergleich mit EKG-Ergebnissen von anderen Tierarten fielen einige Besonderheiten bei den EKG-Parametern der Tigerkatzen in dieser Studie auf. Einige der untersuchten Tiere zeigten eine R-Wellenamplitude, die, verglichen mit Werten von gesunden domestizierten Hauskatzen (Felis cati), auf Volumenüberlastung des linken Ventrikels deutet. Echokardiographische Untersuchungen zeigten normale Funktion und Morphologie der Herzkammer. Das Ziel dieser Studie war es, einige elektrokardiographische Werte bei L. tigrinus in menschlicher Obhut festzulegen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 421-429, 2009.

Titel: Untersuchung der hämatologischen und biochemischen Blutwerte bei konvaleszierenden Seehunden (Phoca vitulina) von der Küste von Maine 

Autoren: Lee W. Morgan, D.V.M., Dipl. A.B.V.P., Jennifer L. Jakush, B.S., Asheley Simpson, B.S., Monica M. Norman, D.V.M., D. Ann Pabst, Ph.D. und Susan Simmons, Ph.D. 

Georgetown Veterinary Hospital, 2916 M Street NW, Washington, D.C. 20007, USA (Morgan); Marine Animal Lifeline, P.O. Box 621, Portland, Maine 04104, USA (Jakush, Simpson, Norman); University of North Carolina Wilmington, 601 S. College Road, Wilmington, North Carolina 28403, USA (Pabst, Simmons). Korrespondenz bitte an Dr. Morgan (leemorgan@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Forscher und Tierärzte, die mit Meeressäugetieren arbeiten, untersuchen die Gesundheit sowohl von Einzeltieren als auch von Populationen mit Hilfe von Blutwerten. Das Ziel dieser Studie war es, Blutwertbereiche für Seehunde (Phoca vitulina) im Säuglingsalter (0-4 Wochen) und für entwöhnte Welpen (> 4 Wochen) zu analysieren, die in die Wildtierstation Marine Animal Lifeline in Portland, Maine zwischen 1998 und 2003 aufgenommen wurden. Die Veränderungen der hämatologischen und biochemischen Blutwerte wurden während der Heilungszeit untersucht. Blut wurde bei der Aufnahme in die Wildtierstation und beim Abschluss der Rehabilitierung abgenommen, und beide Gruppen wurden zu beiden Zeitpunkten quantitativ verglichen. Insgesamt 29 Blutparameter wurden in dieser Studie gemessen; 14 der Parameter zeigten signifikante Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen, darunter Gesamtleukozytenzahl (WBC), Erythrozytenzahl (RBC), Hämoglobin (Hb), Hämatokrit (HCT), Thrombozyten-, Lymphozyten-, Monozytenzahl, Kalium, Chlorid, CO2, Gesamtbilirubin, Calcium, Alanintransaminase (ALT) und Alkalinphosphatase. 14 der Parameter zeigten signifikante Unterschiede zwischen den Blutwerten zur Zeit der Aufnahme und Freilassung bei Säuglingen, darunter RBC, Hb, HCT, mittleres korpuskuläres Volumen (MCV), mittlerer korpuskuläre Hämoglobingehalt (MCH), Thrombozyten-, Lymphozyten-, Monozytenzahl, Kalium, Harnstoff (BUN), Gesamtprotein, Gesamtbilirubin, Alkalinphosphatase und ALT. 14 der Parameter zeigten signifikante Unterschiede zwischen den Blutwerten zur Zeit der Aufnahme und Freilassung bei entwöhnten Welpen, darunter RBC, MCV, Neutrophilen-, Eosinophilenzahl, Kalium, Chlorid, Anionenlücke, Gesamtprotein, Gesamtbilirubin und Calcium. Zur Zeit der Freilassung zeigten sechs Parameter signifikante Unterschiede zwischen Welpen, die als Säuglinge oder im entwöhntem Alter aufgenommen wurden, darunter MCV, Neutrophilen-, Eosinophilenzahl, Gesamtprotein, Globulin und Albumin. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 430-436, 2009.

Titel: Bakterielle Flora des Auges, Tränenproduktion und intraokularer Druck bei einer Kolonie von Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti) in menschlicher Obhut 

Autoren: Robert L. Swinger, D.V.M., Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Ralph Hamor, D.V.M., Dipl. A.C.V.O. 

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, 1800 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Swinger); University of Illinois –  Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan); University of Illinois, Department of Veterinary Clinical Medicine, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Hamor). Aktuelle Adresse (Swinger): Animal Eye Specialty Clinic, 20290 NW 2nd Avenue, Miami, Florida 33169 USA. Korrespondenz bitte an Dr. Swinger (swingermiamieye@bellsouth.net).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die normale bakterielle Flora der Augenoberfläche, die Tränenproduktion und den intraokularen Druck bei einer Kolonie von Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti) zu bestimmen. 28 klinisch gesunde Pinguine wurden untersucht und zwei gleichgroßen Gruppen aus Frischwasser- und Salzwassergehegen zugeteilt. Die untersuchte Population bestand aus 15 weiblichen und 13 männlichen Pinguinen im Alter von 3-20 Jahren. Nach einer vollständigen Augenuntersuchung wurden 4 Vögel mit grauem Star aus der Studie ausgeschlossen. Acht Vögel aus jeder Gruppe wurden zufällig für die Durchführung einer aerobischen bakteriellen Kultur der Augenoberfläche ausgewählt. Corynebacterium spp. und Staphylococcus spp. wurden am häufigsten isoliert. 25 Organismen aus 17 Bakterienarten bzw. 15 Organismen aus 9 Bakterienarten wurden aus den Frisch- bzw. Salwassergruppen isoliert. Tränenproduktion und intraokularer Druck wurden bei 24 Pinguinen mit normalen Augenuntersuchungsergebnissen gemessen. Die Spannweite und der Mittelwert (± Standardabweichung) für die Tränenproduktion, die mit einem Schirmer-Tränentest gemessen wurde, betrugen 1-12 mm/min bzw. 6,45 mm/min ± 2,9. Die mittlere Tränenproduktion für Pinguine im Frischwasser war höher (8,5 mm/min) als für die im Salzwasser (4,8 mm/min). Die Spannweite und der Mittelwert (± Standardabweichung) für den intraokularen Druck, der mit Applanationstonometrie mit Hilfe eines Tono-Pen XL® Tonometers gemessen wurde, betrug 10-27 mmHg bzw. 20,36 mmHg ± 4,1. Diese Ergebnisse können als Referenzwerte für Tierärzte verwendet werden, die Vögel und Zootiere behandeln. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 437-444, 2009.

Titel: Proliferative Veränderungen des Endometriums bei einer Gruppe von Brillenblattnasenfledermäusen (Carollia perspicillata) 

Autoren: Julia E. Napier, D.V.M., Shawn Caron, D.V.M, Drury R. Reavill, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Hayley Murphy, D.V.M. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. 

Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA (Napier, Caron, Murphy); Zoo/Exotic Pathology Service, 2825 KOVR Drive, West Sacramento, California 95605, USA (Reavill); Northwest ZooPath, 654 W. Main, Monroe, Washington 09272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Napier): Omaha's Henry Doorly Zoo, 3701 S. 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Napier (julie.napier@omahazoo.com).

 

Zusammenfassung: Eine ungewöhnlich hohe Prävalenz von Gebärmutterveränderungen wurde bei der Sektion einer Gruppe von 169 weiblichen Brillenblattnasenfledermäusen (Carollia perspicillata) beobachtet. Aus dieser Gruppe zeigten 27 (16% der Gruppe) der Fledermäuse von 1997 bis 2007 solche Veränderungen. Das Alter der Fledermäuse war nicht bekannt; sie stammten aus einer einzigen Einrichtung, obwohl sie in drei zoologischen Gärten gehalten wurden. Die Todesfälle fanden zu jeder Jahreszeit statt. Die Tiere wurden zum größten Teil ohne vorherige klinische Symptome tot aufgefunden. Wenn klinische Symptome beobachtet wurden, zeigten die Tiere eine hochgradige Bauchdehnung, verlängertes Verbleiben auf dem Gehegeboden, Apathie und Inappetenz. Histologische Untersuchung zeigte segmentale oder diffuse Hyperplasie des Endometriums mit gelegentlichen Blutungen und Adenomyose. Die Ursache dieser Veränderungen ist bislang unbekannt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 445-452, 2009.

Titel: Gesundheitsstudie einer Population von Dornschwanzagamen (Uromastyx spp.) in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate 

Autoren: Jesus L. Naldo, D.V.M., Nelson L. Libanan, D.V.M. und Jaime H. Samour, M.V.Z., Ph.D., Dipl. E.C.A.M.S. 

Wrsan, Wildlife Division P.O. Box 77338, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Korrespondenz bitte an Dr. Naldo (jessnaldo@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Eine Studie wurde bei wildlebenden Dornschwanzagamen (Uromastyx spp.) in Wrsan, Al Ajban, Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate unternommen, um die Gesundheit der Population zu untersuchen. Insgesamt 90 Dornschwanzagamen (61 Männchen und 29 Weibchen) wurden zwischen Juni und August 2006 untersucht. Das mittlere Körpergewicht der männlichen und weiblichen Tiere betrug 1564,4 g bzw. 809,4 g. Die mittlere Körperlänge der männlichen und weiblichen Tiere betrug 62,1 cm bzw. 49,4 cm. 14 Echsen zeigten klinische Abweichungen, darunter Abszesse, Bisswunden und deformierte oder fehlende Schwanzspitzen, Zehen und Krallen. Röntgenologische Unteruschungen zeigten Osteomyelitis, Arthritis und verheilte Frakturen. Referenzbereiche für hämatologische und biochemische Werte wurden mit Blut von 76 klinisch gesunden Agamen festgestellt. Blutparasiten wurden festgestellt, darunter mögliche neue Arten Karyolysus und Hepatozoon. Die am häufigsten isolierten Organismen aus Mund-Rachen-Kulturen waren Escherichia coli, Providencia spp. und nicht hämolytische Staphylococcus; die am häufigsten isolierten Organismen aus der Kloake waren E. coli, Proteus spp., Providencia spp. und nicht hämolytische Staphylococcus. Askariden waren die einzigen festgestellten Endoparasiten. Diese Studie bietet die ersten biochemischen Daten für Dornschwanzagamen dar. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 453-457, 2009.

Titel: Schultergelenksdysplasie beim Koala (Phascolarctos cinereus) im San Diego Zoo 

Autoren: Geoffrey W. Pye, B.V.Sc., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M. 

Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92101, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Pye (gpye@sandiegozoo.org).

 

Zusammenfassung: Eine röntgenologische Studie dokumentierte Schultergelenksdysplasie bei Nördlichen Koalas (n = 43) im San Diego Zoo in San Diego, Kalifornien, USA mit den folgenden Veränderungen unterschiedlichen Ausmaßes: Mißbildung des Tuberculum supraglenoidale und T. infraglenoidale und Processus coracoideus, Abflachung oder Verlust des Cavitas glenoinalis und Caput humeri, Mißbildung des Tuberculum majus und T. minus, Verlust des Sulcus intertubercularis und Veränderungen der Diaphyse des Humerus. Historische Röntgenaufnahmen (n = 38) wurden retrospektiv untersucht, wenn vorhanden. Die folgenden Standardaufnahmen (n = 25) wurden prospektiv unternommen: lateral mit ausgestrecktem Arm, ventrodorsal mit Armen kranial gestreckt und ventrodorsal mit Armen kaudal gestreckt. Die Schultergelenke wurden bei den Röntgenaufnahmen folgendermaßen eingestuft: normal oder gering-, mittel- oder hochgradig dysplastisch. Obwohl die betroffenen Koalas in der Regel keine klinischen Symptome zeigten, entwickelte sich bei einigen Tieren degenerative Arthrose; klinische Symptome können mit Antiphlogistika behandelt werden. 92% der Einzeltiere, für die Schulter- und Hüftgelenkaufnahmen vorhanden waren (n = 60), zeigten eine Korrelation zwischen Grad der Schultergelenks- und Hüftgelenksdysplasie. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 458-465, 2009.

Titel: Biologische Validierung nicht-invasiver Androgenüberwachung beim männlichen Amazonasmanati (Trichechus inunguis) 

Autoren: Rodrigo de Souza Amaral, D.V.M., M.S., Fernando Cesar Weber Rosas, Ph.D., Priscila Viau, D.V.M., Ph.D., José Anselmo d'Affonsêca Neto, D.V.M., Vera Maria Ferreira da Silva, Ph.D. und Cláudio Alvarenga de Oliveira, D.V.M., Ph.D. 

Laboratory of Hormone Measurements, Department of Animal Reproduction, Faculty of Veterinary Medicine and Animal Sciences, University of São Paulo - USP, São Paulo, SP, 05508-900, Brasilien (Amaral, Viau, de Oliveira); Laboratory of Aquatic Mammals, National Institute of Amazonian Researches – INPA, Manaus, AM, 69060-001, Brasilien (Rosas, d'Affonsêca Neto, da Silva). Korrespondenz bitte an Dr. Amaral (rsamaral@usp.br).

 

Zusammenfassung: Der Amazonasmanati (Trichechus inunguis) bewohnt das Amazonasbecken und ist die einzige Seekuhart, die ausschließlich im Frischwasser lebt. Diese Tierart wurde historisch in umfangreichem Ausmaß bejagt, so daß sie jetzt als bedroht eingestuft wird. Studien über die Fortpflanzungsphysiologie sind für die Besserung der Fortpflanzungsfähigkeit der Manatis in menschlicher Obhut und freier Wildbahn wichtig. Das Ziel dieser Studie war es, die Durchführbarkeit der Androgenmessung in Speichel-, Tränenflüssigkeit-, Urin- und Kotproben von Amazonasmanatis durch einen Hormon-Challenge-Test zu bestätigen. Zwei ausgewachsene, männliche Manatis (A-1 und A-2) wurden einem zwölftägigen Versuchsprotokoll unterzogen (D1-D10). Den Manatis wurde am Tag 0 eine intramuskuläre Injektion eines Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Analogs verabreicht. Speichel-, Tränenflüssigkeit-, Urin- und Kotproben wurden täglich zwischen 8 und 9 Uhr gesammelt und bei -20º C bis zur Zeit des Assays aufbewahrt. Kotproben wurden lyophilisiert, mit 80% Methanol extrahiert und in Pufferlösung verdünnt; anschließend wurde ein Radioimmunassay (RIA) durchgeführt. Urinproben wurden mit Säurehydrolyse behandelt und mit abgereichertem Rinderserum verdünnt. Speichel- und Tränenproben wurden ohne Extraktion behandelt. Die Hormonassays wurden mit einem handelsüblichen Testosteron-RIA untersucht. Ein Androgen-Höchstwert (>Medianwert + 2 Interquartilbereiche [IQR]) wurde bei allen Matrizen für beide Tiere festgestellt, obwohl die Werte für die Tränenproben für A-2 geringer waren. Die Androgenhöchstwerte im Kot (A-1 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 293,78 ng/g getrockneter Kot, Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 143,58 [32,38] ng/g getrockneter Kot; A-2 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 686,72 ng/g getrockneter Kot, Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 243,82 [193,16] ng/g getrockneter Kot) waren später als die im Urin (A-1 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 648,16 ng/mg Kreatinine [Cr], Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 23,88 [30,44] ng/mg Cr; A-2 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 370,44 ng/mg Cr, Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 113,87 [117,73] ng/mg Cr) und Speichel (A-1 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 67889 pg/ml, Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 103,69 [119,86] pg/ml; A-2 Höchstwert Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 733,71 pg/ml, Median [IQR] Your browser may not support display of this image. =Your browser may not support display of this image. 262,92 [211,44] pg/ml). Diese Unterschiede scheinen mit der langen Darmpassagezeit dieser Tierart zusammenzuhängen. Die Höchstwerte für Speichel und Urin standen in enger Beziehung zueinander. Diese Ergebnisse zeigen, daß Androgenkonzentrationen im Speichel, Urin oder Kot die physiologischen Abläufe verlässlich widerspiegeln. Diese Studie kann wichtige Information zur besseren, nicht invasiven Fortpflanzungsüberwachung bei Amazonasmanatis beitragen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 466-473, 2009.

Titel: Elektrokardiographie beim Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) 

Autoren: Susan L. Bartlett, D.V.M., Noha Abou-Madi, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Marc S. Kraus, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M. (Cardiology), Ellen B. Wiedner, V.M.D., Dipl. A.C.V.I.M., Simon R. Starkey, B.V.Sc., Ph.D., Dipl. A.B.V.P. (Avian) und George V. Kollias, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. 

Section of Wildlife Health (Bartlett, Abou-Madi, Starkey, Kollias) and the Section of Cardiology (Kraus), Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA; Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA (Wiedner). Korrespondenz bitte an Dr. Bartlett (slb35@cornell.edu).

 

Zusammenfassung: Elektrokardiogramme (EKG) werden selten bei Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

durchgeführt, und es gibt wenige Studien darüber. Das Ziel dieser Studie war es, Referenzbereiche für EKG-Messwerte bei Asiatischen Elefanten zu bestimmen und den Einfluß von Alter, Körpergewicht und Körperlage des Elefanten auf das EKG zu untersuchen. EKGs wurden bei 27 unsedierten, anscheinend gesunden Asiatischen Elefanten in menschlicher Obhut in den folgenden Körperlagen durchgeführt: stehend (ST), rechte Seitenlage (RL) und/oder linke Seitenlage (LL). EKG mit sechs Ableitungen wurde mit dafür entwickelten Klammern und langen EKG-Kabeln (71 cm) durchgeführt. Aus der ersten Ableitung wurden die folgenden Standardmessungen analysiert: PR-Intervall, QT-Intervall, ST-Strecke, P-Welle, QRS-Komplex, T-Wellen sowie U-Wellen, wenn vorhanden. Bei einem Elefanten wurde eine noch nicht diagnostizierte Leitungsstörung festgestellt; das Tier wurde aus der Studie ausgeschlossen. Die meisten Elefanten zeigten eine Sinusarrhythmie in mindestens einer Körperlage. Mit zunehmendem Alter wurde eine Tendenz zu niedrigerer Herzfrequenz und signifikant längeren P-Wellen festgestellt. Zunehmendes Körpergewicht war signifikant mit einem längeren QT-Intervall und niedrigerer Amplitude der T-Welle korreliert. Im Vergleich mit Messwerten in ST, ergab LL folgendes: P-Wellen und QRS-Komplexe mit kleineren Amplituden, U-Wellen mit höherer Amplitude, PR-Intervalle mit kürzerer Dauer sowie erhöhte Herzfrequenz. Im Vergleich mit Messwerten in LL, zeigte RL größere QRS-Komplexe. U-Wellen wurden in RL und LL am häufigsten festgestellt. Die mittlere elektrische Herzachse in der Frontalebene wurde errechnet und ergab folgende Werte: ST-Spannweite: −125 bis +141°, Mittelwert −5°; LL-Spannweite −15 bis +104°, Mittelwert 27°; RL-Spannweite −16 bis +78°, Mittelwert 9°. Referenzbereiche in spezifischen Körperlagen sollten bei der Interpretation von EKGs verwendet werden, und Tierärzte sollen den Einfluss vom Alter und Körpergewicht auf das EKG in Betracht ziehen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 474-477, 2009.

Titel: Vorlagerung der A. carotis beim Braunmazama (Mazama gouazoubira) bei experimentellen Narkose-Studien 

Autoren: Marina Salles Munerato, D.V.M., M.S., José Maurício Barbanti Duarte, D.V.M., Ph.D. und José Antônio Marques, D.V.M., Ph.D. 

Department of Veterinary Clinic and Surgery (Munerato, Marques) und Department of Animal Sciences (Duarte) of Faculdade de Ciências Agrárias e Veterinárias – FCAV – UNESP, Via de Acesso Professor Paulo Donato Castellane s/n, Jaboticabal, São Paulo, 14884-900, Brasilien. Korrespondenz bitte an Marina S. Munerato (marinamunerato@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Diese Studie beschreibt eine Methode zur Vorlagerung der A. carotis zur wiederholten perkutanen arteriellen Katheterisierung, die bei sechs Braunmazamas (Mazama gouazoubira) durchgeführt wurde. Wiederholte perkutane arterielle Katheterisierung der A. carotis war für Zeiträume von jeweils 3 Monaten möglich, um arterielle Blutproben zu erlangen und arteriellen Blutdruck bei den Mazamas zu messen sowie das Risiko der arterieller Ruptur zu vermeiden. Der arterielle Puls war bis zu 15 Monate lang palpierbar. Postoperative Komplikationen und/oder arterielle Verletzungen wurden nicht festgestellt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 478-486, 2009.

Titel: Herzuntersuchungen bei klinisch gesunden Mähnenwölfen (Chrysocyon brachyurus) in menschlicher Obhut 

Autoren: Amara H. Estrada, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Trevor J. Gerlach, B.S., Mandi K. Schmidt, D.V.M., Jessica L. Siegal-Willott, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Adrienne L. Atkins, D.V.M., James Van Gilder, B.S., Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Luis R. Padilla, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, P.O. Box 100126 Gainesville, Florida 32610-0126, USA (Estrada, Gerlach, Siegal-Willott, Schmidt, Atkins, Van Gilder); White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino); Conservation and Research Center, Smithsonian National Zoological Park, Front Royal, Virginia 22630, USA (Padilla). Aktuelle Adresse (Siegal-Willott): Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington D.C. 20008 USA. Korresponenz bitte an Dr. Estrada (EstradaA@vetmed.ufl.edu).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die radiologische Herzgröße sowie elektrokardiographische (EKG) und echokardiographische Messungen bei gesunden, narkotisierten Mähnenwölfen (Chrysocyon brachyurus) festzustellen. Die Tiere wurden im White Oak Conservation Center und im Smithsonian National Zoo Conservation and Research Center gehalten und während der jährlichen Untersuchungen evaluiert. Unter Vollnarkose wurden Herzauskultation, Röntgenaufnahmen des Thorax, Standard-EKG mit sechs Ableitungen und Echokardiographie durchgeführt. 13 Mähnenwölfe wurden untersucht, darunter fünf Männchen und acht Weibchen. Das mittlere Alter betrug 6,4 ± 4,4 Jahre (Spannweite 2–13 Jahre). Das mittlere Körpergewicht betrug 26 ± 2,95 kg (Spannweite 22–32 kg). Geringgradige systolische Herzgeräusche wurden bei 3 der 13 Mähnenwölfe auskultiert. Beurteilung der EKGs zeigte einen Sinusrhythmus, sowie QRS-Morphologie und eine mittlere elektrische Achse, die denen domestizierter Hunde ähneln. Röntgenologische Untersuchung zeigte eine mittlere Herzsumme, gemessen an den Wirbelkörpern, von 8,27 ± 0,48 (Spannweite 7,9–8,6). Der Herzschatten wurde mit zunehmendem Alter länger und lag in größerem Ausmaß dem Stirnbein an. Echokardiographie zeigte, daß degenerative Veränderungen und Insuffizienz der Mitralklappen bei älteren Mähnenwölfen wahrscheinlich häufig auftreten. Physiologische, sichtbare Regurgitation bei den Mitral- und Pulmonalklappen war bei Mähnenwölfen in jedem Alter häufig. Die Messwerte der linken Herzkammer ähnelten denen gesunder Hunde; viele Werte zeigten eine Korrelation mit dem Körpergewicht. Zwei Mähnenwölfe hatten ein bis drei Herzwürmer in der A. pulmonalis dextra. Degenerative Mitralklappeninsuffizienz wurde bei Mähnenwölfen älter als 6 Jahre festgestellt. Herzwurmprophylaxe wurde bei jedem Tier in dieser Studie regelmäßig durchgeführt, und alle zeigten negative Ergebnisse für das Vorhandensein vom Herzwurmantigen bei der jährlichen Untersuchung. Die Ergebnisse dieser Studie bieten Referenzwerte für die Untersuchung des Herzens bei narkotisierten Mähnenwölfen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 487-494, 2009.

Titel: Untersuchung neuer Marker für Nierenerkrankungen bei Vögeln für die Feststellung experimenteller Nephrotoxikose bei Tauben (Columba livia) 

Autoren: Jeffrey Wimsatt, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.L.A.M., Nicole Canon, D.V.M., M.P.V.M., Roger D. Pearce, B.S., M.S., Linda M. Vap, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und David M. Getzy, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. 

Center for Comparative Medicine, University of Virginia Health System, and Department of Biology, University of Virginia, Charlottesville, Virginia 22908-0737, USA (Wimsatt); 1010 Gravenstein Highway S, Sebastopol, California 95472-4546, USA (Canon); Department of Clinical Sciences (Pearce), Clinical Pathology Section (Vap), Veterinary Teaching Hospital, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523, USA; Idexx Veterinary Services, Westminster, Colorado 80234, USA (Getzy). Korrespondenz bitte an Dr. Wimsatt (jhw5b@virginia.edu).

 

Zusammenfassung: Nierenerkrankungen sind eine Haupterkrankungsursache bei Vögeln in menschlicher Obhut und freier Wildbahn. Häufig untersuchte Marker für Niereninsuffizienz (z.B. Harnsäure, Harnstoff, Kreatinin) zeigen nicht ausreichend Empfindlichkeit. Zwei endogene Marker, Kreatin und N-Acetyl-β-D-Glukosaminidase (NAG), wurden für die Untersuchung bei der Felsentaube (Columba livia) ausgewählt. Repräsentative Organe von vier Tauben wurden untersucht, um die Organe mit der höchsten Konzentration jedes Markers zu bestimmen. In einer getrennten Studie wurden NAG und Kreatin aus Plasma und Urin vor und nach der Verabreichung von Gentamicin (50 mg/kg zweimal täglich) bis zu 9 Tage lang mit einem Assay untersucht. Beobachter-verblindete pathologische Einstufung (17 mit Gentamicin behandelte Vögel, 5 Kontrolltiere, die Kochsalzlösung bekamen) wurde für die Feststellung von denjenigen Nierenveränderungen durchgeführt, die mit erhöhten Markerkonzentrationen einhergingen. Die erste Studie ergab, daß Nierengewebe die höchste NAG-Aktivität zeigte (ca. sechsmal höher), und Brustmuskulatur die höchste Kreatinkonzentration (> 900 mal höher) zeigte. Nach der Verabreichung von Gentamicin stieg die Kreatinkonzentration (> 5 mal) sowie die NAG-Konzentration (ca. 6 mal) im Plasma proportional zur Erhöhung von Harnsäure (> 10 mal). Kreatin (ca. 60 mal) und NAG (ca. 50 mal) im Harn stiegen nach der Verabreichung von Gentamicin dramatisch an. Die Messung von NAG, insbesonders im Urin,  könnte eine wertvolle, nicht invasive Untersuchung zur Feststellung der Wirkung von Nierentoxinen und für die Überwachung bei der Gabe von möglichen nephrotoxischen Medikamenten sein. Außerdem könnte die Analyse für die Überprüfung von Harnproben frei fliegender Vögel in großen Volieren oder in freier Wildbahn wertvoll sein; solche Proben könnten bei Futterstationen gesammelt werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 495-500, 2009.

Titel: Bestimmung der Blei- und Zinkkonzentrationen im Blut und Lebergewebe beim Grünen Leguan (Iguana iguana) in menschlicher Obhut 

Autoren: Russell P. Burns, D.V.M. und Joanne Paul-Murphy, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. 

Department of Surgical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, 2015 Linden Drive West, Madison, Wisconsin 53706, USA. Aktuelle Adresse (Burns): San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA; (Paul-Murphy): University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Burns (rburns@sandiegozoo.org).

 

Zusammenfassung: Schwermetallintoxikation ist eine bekannte Erscheinung bei wildlebenden, in zoologischen Gärten gehaltenen und als Haustier gehaltenen Tieren. Solche Intoxikationen sind jedoch bei Reptilien nicht gut dokumentiert. Ein Grund dafür ist, daß Informationen über Normalwerte im Blut und Gewebe für Schwermetalle bei Reptilien weitgehend fehlen. Um Referenzwerte für Bleikonzentrationen im Blut, Zinkkonzentrationen im Plasma sowie Blei- und Zinkkonzentrationen in der Leber festzustellen, wurden Blut- und Leberproben von 4 ausgewachsenen und 16 jungen, gesunden Grünen Leguanen (Iguana iguana) gesammelt. Blei- und Zinkkonzentrationen wurden mit Atomabsorptionsspektroskopie gemessen. Die folgenden Referenzbereiche wurden durch Berechnung des Mittelwerts ± doppelte Standardabweichung für Grüne Leguane in menschlicher Obhut festgestellt: 1) Bleimengen im Vollblut: 0,06 ± 0,06 µg/ml; 2) Zinkmengen im Plasma: 2,68 ± 1,66 µg/ml; 3) Bleimengen in der Leber (Feuchtgewicht): <1,0 ± 0,0 µg/g; 4) Bleimengen in der Leber (Trockengewicht): <3,0 ± 0,0 µg/g; 5) Zinkmengen in der Leber (Feuchtgewicht): 24,9 ± 11,6 µg/g; und 6) Zinkmengen in der Leber (Trockengewicht): 83,4 ± 44,6 µg/g. Diese Werte stimmen relativ genau mit veröffentlichten Referenzbereichen bei Säugetieren und Vögeln überein. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 501-507, 2009.

Titel: Pharmakokinetik von Marbofloxacin bei der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) nach einer einmaligen intravenösen und intramuskulären Dosis 

Autoren: Olimpia R. Lai, D.V.M., Ph.D., Pedro Marín, D.V.M., Ph.D., Pietro Laricchiuta, D.V.M., Giacomo Marzano, B.S., Giuseppe Crescenzo, D.V.M., Ph.D. und Elisa Escudero, D.V.M., Ph.D. 

Department of Veterinary Public Health, Faculty of Veterinary Medicine, University of Bari, s.p. Casamassima, Km 3, 70010 - Valenzano, BA, Italien (Lai, Crescenzo); Department of Pharmacology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Murcia, Campus de Espinardo, 30.071 - Murcia, Spanien (Marín, Escudero); Einaudi Veterinary Center, v. Colaianni 23/A, 70100 - Bari, Italien (Laricchiuta); Salento Marine Turtles Rescue Center, “Bosco e Paludi di Rauccio Regional Park” 73100 - Lecce, Italien (Marzano). Korrespondenz bitte an Dr. Lai (o.lai@veterinaria.uniba.it.).

 

Zusammenfassung: Die Pharmakokinetik von Marbofloxacin nach einer einmaligen Dosis von 2 mg/kg wurde durch eine Crossover-Studie mit fünf klinisch gesunden Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) nach i.v. und i.m.-Verabreichung festgestellt. Plasmakonzentrationen von Marbofloxacin wurden durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (LOD/LOQ 0,05 µg/ml) bestimmt. Die Daten wurden mit einem Nicht-Kompartiment-Modell analysiert. Die integrierten pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Variablen zeigten, daß der Quotient für die optimale Fläche unter der Kurve (AUC0–24 h): Mindesthemmkonzentration (MIC) (>125) und für Cmax: MIC (>8), verglichen mit dem für andere konzentrationsabhängige, bakterizide Antibiotika (z.B. Fluoroquinolone), mit sowohl einer i.v.- als auch einer i.m Dosis einmal am Tag für Mikroorganismen mit einer MIC ≤ 0.5 µg/ml erreichbar war, wobei Cmax: MIC > 8 mit einer MIC ≥ 1 µg/ml nur mit i.v.-Verabreichung erreichbar war. Wegen des Fehlens von Nebenwirkungen nach i.v.- oder i.m.-Verabreichung von Marbofloxacin bei den Tieren und der günstigen pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Eigenschaften nach einer einmaligen Dosis von 2 mg/kg lässt sich schließen, daß dieses Antibiotikum bei Unechten Karettschildkröten sicher und klinisch brauchbar sein könnte.  
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 508-518, 2009.

Titel: Beurteilung der Verabreichung von oralem Itraconazol bei Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti) in menschlicher Obhut 

Autoren: Elizabeth M. Bunting, V.M.D., Noha Abou Madi, D.V.M., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Sherry Cox, M.S., Ph.D., Tomas Martin-Jimenez, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.C.P., Dipl. E.C.V.P.T., Henry Fox, B.S. und George V. Kollias, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M. 

Cornell University College of Veterinary Medicine, Tower Road, Ithaca, New York 14853, USA (Bunting, Abou Madi, Kollias); Department of Comparative Medicine, University of Tennessee College of Veterinary Medicine, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Cox, Martin-Jimenez); Rosamond Gifford Zoo, 1 Conservation Place, Syracuse, New York 13204, USA (Fox). Korrespondenz bitte an Dr. Bunting (emb54@cornell.edu 607 253 3060).

 

Zusammenfassung: Mykotische Infektionen mit Aspergillus spp. sind eine der häufigsten Morbiditäts- und Mortalitätsursachen bei Pinguinen in menschlicher Obhut. Itraconazol ist das Medikament erster Wahl für sowohl therapeutische als auch prophylaktische Behandlung. Phamakokinetische und pharmakodynamische Parameter können bei verschiedenen Tierarten sehr unterschiedlich sein, und dieses Antimykotikum wurde bei Pinguinen noch nicht beurteilt. In dieser Studie wurden vier vorläufige Versuche durchgeführt, um zwei orale Itraconazol-Zubereitungen (handelsübliche Kapseln sowie Nachahmepräparat aus Bulkware in Pulverform) in zwei verschiedenen Dosen (6 oder 12 mg/kg einmal täglich) zu untersuchen, die kleinen Gruppen von Humboldt-Pinguinen (Spheniscus humboldti) in menschlicher Obhut in Fisch verabreicht wurden. Basierend auf dieser Vorstudie wurde eine Steady-State-Studie mit Verabreichung von handelsüblichen Kapseln mit einer Dosis von 7 mg/kg zweimal täglich in Fisch mit einer Gruppe von 15 Pinguinen durchgeführt. Blut wurde in kleinen Mengen von Gruppen mit wenig Tieren aus jeder Behandlungsgruppe zu 4-7 Zeitpunkten in einem Zeitraum von 24 Studen nach der letzten Itraconazol-Verabreichung am Tag 14 gemessen. Plasmakonzentrationen im Gleichgewicht wurden für Itraconazol und Hydroxyitraconazol, das Hauptmetabolit, mit Reverse-Phase-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit Fluoreszenz festgestellt. Die Verabreichung des Nachahmepräparates aus Bulkware ergab Itraconazol-Plasmakonzentrationen, die in 26 von 30 Blutproben nicht nachweisbar waren, im Vergleich zu 7 der 20 Blutproben nach Verabreichung des handelsüblichen Präparates mit der gleichen Dosis. Auf Grund dieser Ergebnisse wird geschätzt, daß die orale Verabreichung der handelsüblichen Itraconazolkapseln mit einer Dosis von 8,5 mg/kg zweimal täglich oder 20 mg/kg einmal täglich in Fisch ausreichende therapeutische Blutkonzentrationen bei Humboldt-Pinguinen erreicht. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 519-528, 2009.

Titel: Prävalenz und phylogenetische Analyse des Hepatitis B-Virus bei nicht menschlichen Primaten in Taiwan 

Autoren: Cho-Chih Huang, D.V.M., M.S., Yu-Chung Chiang, Ph.D., Ching-Dong Chang, D.V.M., Ph.D. und Yung-Huey Wu, D.V.M, Ph.D. 

Department of Veterinary Medicine, National Pingtung University of Science and Technology, Hseuh Fu Road, Neipu Hsiang, Pingtung 91201, Taiwan (Huang, Chang, Wu); Department of Life Science, National Pingtung University of Science and Technology, Hseuh Fu Road, Neipu Hsiang, Pingtung 91201, Taiwan (Chiang). Korrespondenz bitte an Dr. Wu (yhwu@mail.npust.edu.tw).

 

Zusammenfassung: Hepatitis B-Virus (HBV) ist eine wichtige, weltweit vorkommende Infektionserkrankung bei Menschen sowie bei nichtmenschlichen Primatenarten. Diese Studie beschreibt die Prävalenz und phylogenetische Analyse des HBV und Hepatitis D-Virus (HDV) bei nichtmenschlichen Primaten in Taiwan, wo HBV eine endemische Erkrankung bei Menschen ist. Serumproben von 286 nichtmenschlichen Primaten in menschlicher Obhut (32 Menschenaffen[Pan troglodytes und Pongo pygmaeus], 42 Gibbons [Hylobates sp. und Nomascus sp.] und 212 Meerkatzen) wurden auf das Vorkommen von HBV- und HDV-spezifischen Markern untersucht. Keine der Meerkatzen zeigte das Vorkommen der serologischen HBV-Marker. Im Gegensatz dazu zeigten 21,9% (7/32) der Menschenaffen und 40,5% (17/42) der Gibbons positive Ergebnisse für mindestens einen der HBV-Marker. Fünf dieser Gibbons waren chronische HBV-Träger und wiesen damit das Vorkommen von HBV-DNA und Hepatitis-B-Oberflächenantigen im Serum auf. HBV-DNA wurde ebenfalls im Speichel von drei der chronischen Träger nachgewiesen. Keiner dieser Gibbons zeigte Symptome oder signifikante Veränderungen der biochemischen Serumwerte, die mit HBV-Infektion einhergehen. Phylogenetische Analyse des vollständigen HBV-Genoms ergab, daß die Gibbon-Viren sich in einem Cluster mit anderen HBV-Isolaten von Menschenaffen und Gibbons aus Südostasien befanden, aber nicht in einem Cluster mit Menschen-spezifischen HBV. Keines der HBV-infizierten Tiere zeigte Reaktionen gegen HDV. Diese Ergebnisse zeigen, daß das Hepatitis B-Virus dieser Tiere endemisch in dem jeweiligen Wirt ist und durch die Einfuhr von infizierten Tieren aus Südostasien nach Taiwan erfolgt sein könnte. Um die horizontale und vertikale Übertragung von HBV bei Primaten in menschlicher Obhut zu verhindern, sollten HBV-Träger von nicht infizierten Tieren getrennt gehalten werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 529-535, 2009.

Titel: Polyzystische Nierenerkrankung beim Zwergflusspferd (Hexaprotodon liberiensis) 

Autoren: Stephanie Nees, Benjamin Schade, Dr. med. vet., Marcus Clauss, Dr. med. vet., M.Sc., Dipl. E.C.V.C.N., Hanspeter W. Steinmetz, Dr. med. vet., M.Sc., Felix Ehrensperger, Prof. Dr. med. vet., Dipl. E.C.V.P., Beatrice Steck und Jean-Michel Hatt, Prof. Dr. med. vet., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. E.C.A.M.S. 

Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, 8057 Zürich, Schweiz (Nees, Clauss, Steinmetz, und Hatt); Institut für Veterinärpathologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 268, 8057 Zürich, Schweiz (Schade, Ehrensperger); Zoologischer Garten Basel, Binningerstrasse 40, 4054 Basel, Schweiz (Steck). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss (mclauss@vetclinics.uzh.ch).

 

Zusammenfassung: Polyzystische Nierenerkrankung wurde bei der Sektion eines alten, weiblichen Zwergflusspferds (Hexaprotodon liberiensis) in menschlicher Obhut festgestellt; zahlreiche Zysten wurden in beiden Nieren, der Leber und im Duodenum vorgefunden, sowie eine einzige Zyste in der Bauchspeicheldrüse. Klinische Symptome einer Nephropathie wurden vor dem Tod nicht beobachtet. Ähnliche Veränderungen wurden bei einem weiteren Herdentier 6 Monate später festgestellt. Beide Flusspferde waren wild gefangen. Eine Literatursuche ergab sieben weitere Fälle von Nierenzysten bei Zwergflusspferden. Eine zusätzliche Suche im internationalen Zuchtbuch ergab noch weitere sechs Fälle. In allen Fällen waren ältere Weibchen betroffen, und in vielen Fällen waren die Tiere miteinander verwandt. Dieses Ergebnis deutet auf eine genetische Übertragung, die der dieser Erkrankung bei Menschen und anderen Tierarten ähnelt. Diese Erkrankung und die Tendenz, Weibchen zu befallen, deutet darauf hin, daß das Männchen in diesem Bericht die erste Beschreibung dieser Erkrankung bei einem männliche Zwergflusspferd darstellt; deshalb sind weitere Untersuchungen nötig. Die Nieren sollten auf Nierenzysten bei der Sektion und histologischen Untersuchung jedes verstorbenen Zwergeflusspferds geprüft werden, und lebende Tiere sollten, wenn möglich, mit Ultraschall untersucht werden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 536-542, 2009.

Titel: Positive Ergebnisse eines Tuberkulinhauttests und eines diagnostischen serologischen Assays für Rindertuberkulose und nachfolgende Isolierung von Mycobacterium interjectum bei einem Zwergflusspferd (Hexaprotodon liberiensis) 

Autoren: Tim Bouts, D.V.M., M.Sc., M.R.C.V.S., Martin Vordermeier, Ph.D., Dipl. Biol., Edmund Flach, M.A., Vet. M.B., M.Sc., D. Zoo. Med., M.R.C.V.S. und Andrew Routh, B.V.Sc., Cert. Zoo. Med., M.R.C.V.S. 

Veterinary Department, Zoological Society London, ZSL Whipsnade Zoo, Whipsnade, Bedfordshire, LU6 2LF, Großbritannien (Bouts, Flach, and Routh); Veterinary Laboratories Agency Weybridge, TB Research Group, New Haw, Addlestone, Surrey KT15 3NB, Großbritannien (Vordermeier). Korrespondenz bitte an Dr. Bouts (tim.bouts@zsl.org).

 

Zusammenfassung: Ein 20 Jahre altes, männliches, 250 kg schweres Zwergflusspferd (Hexaprotodon liberiensis) wurde aus einer Einrichtung in Portugal zum Zoological Society London Whipsnade Zoo (Großbritannien) überstellt. Eine Quarantäne-Untersuchung wurde durchgeführt, und ein vergleichender intradermaler Tuberkulintest (IDTB) wurde durchgeführt. Der vergleichende IDTB-Test nach 72 Stunden zeigte eine stark positive Reaktion der Rindertuberkulinstelle. Serum wurde mit einem immunchromatographischen Schnelltest (TB STAT-PAK®) untersucht und war positiv für Tuberkulose-Antikörper. Die Tuberkulose-Diagnostik wurde 6 Wochen später mit den gleichen positiven Ergebnissen durchgeführt. Zusätzlich wurde eine bronchoalveoläre Lavage (BAL) für Mykobakterienkultur durchgeführt. Die positiven IDTB-Test- und TB STAT-PAK®-Ergebnisse wurden durch ein Multiantigen-Print-Immunassay (MAPIA) gestützt. Auf Grund dieser Ergebnisse wurde eine Infektion mit Erregern des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes vermutet, und das Tier wurde eingeschläfert. Anzeichen von Tuberkulose wurden weder bei der anatomisch-pathologischen noch bei der histopathologischen Untersuchung festgestellt. Mycobacterium interjectum wurde aus der BAL-Kultur, aber nicht aus Geweben bei der Sektion isoliert. Die Antigene im TB STAT-PAK® und MAPIA testen spezifisch auf Erreger des M. tuberculosis-Komplexes. Deshalb ist es möglich, daß das Tier eine latente Tuberkulose oder eine frühere Tuberkulose-Infektion hatte, die vor der Untersuchung verheilt war. Kreuzreaktionen mit nicht tuberkulösen Mykobakterien sind ebenfalls bei den TB STAT-PAK®- und MAPIA-Tests bekannt. Jedoch konnte Western-Blot-Analyse mit Serum von diesem Tier ebenfalls die M. interjectum-Proteine nicht erkennen, die eine vergleichbare Größe wie die M. tuberculosis-Mycobacterium bovis-Proteine haben, die von MAPIA erkannt werden. Deshalb wird eine antigene Kreuzreaktion mit M. interjectum als unwahrscheinlich angesehen, obwohl das Vorkommen von anderen nicht tuberkulösen Mykobakterien nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb besteht die Möglichkeit, daß eine falsch positive Reaktion stattfand. Diese Ergebnisse unterstreichen die Schwierigkeiten der Tuberkulose-Diagnostik bei fehlenden pathologischen Veränderungen und gleichzeitigem Vorhandensein von nicht-tuberkulösen Mykobakterien. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 543-550, 2009.

Titel: Drüsenmagen-Nematoden bein Runzelhornvogel (Aceros corrugatus) 

Autoren: Shannon T. Ferrell, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Dipl. A.C.Z.M., Katherine A. Pope, D.V.M., Chris Gardiner, Ph.D., Hon. Dipl. A.C.V.P., Daniel S. Bradway, B.S., Dana L. Ambrose, M.S., Robert A. MacLean, D.V.M., Terry M. Norton, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Nancy L. Stedman, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. 

Animal Health Department, Fort Worth Zoo, 1989 Colonial Parkway, Fort Worth, Texas 76110, USA (Ferrell, Pope); Registry of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C. 20306, USA (Gardiner); Washington Animal Disease Diagnostic Lab, Pullman, Washington 99164, USA (Bradway); Athens Veterinary Diagnostic Laboratory, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Ambrose, Stedman); Audubon Zoo, 6500 Magazine Street, New Orleans, Louisiana 70118, USA (MacLean); St. Catherine's Island Foundation, 182 Camellia Road, Midway, Georgia 31320, USA (Norton); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Korrespondenz bitte an Dr. Ferrell (sferrell@fortworthzoo.org).

 

Zusammenfassung: Drei junge Runzelhornvögel (Aceros corrugatus) wurden nach dem Tod mit Spirurid-Nematoden im Drüsenmagen diagnostiziert. Gleichzeitige, hochgradige, disseminierte larvale Granulomatose in anderen viszeralen Organen trugen ebenfalls zum Tod der Vögel bei. Klinische Symptome des Nematodenbefalls waren unspezifisch, darunter Gewichtsverlust, Inappetenz und Apathie. Häufige Kotuntersuchungen auf Rundwurmeier vor dem Tod waren negativ. Auf Grund dieser Fälle mit histopathologischem Nachweis wird festgestellt, daß sowohl die prophylaktische als auch die empirische therapeutische Behandlung mit Anthelminthika keine ersichtliche Wirkung zur Eliminierung der Drüsenmagen-Nematoden haben. Spirurid-Nematoden könnten eine wichtige Todesursache bei jungen Nashornvögeln sein.

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 551-558, 2009.

Titel: Zystische Hydatidose mit Befall von Echinococcus oligarthrus bei einem Goldaguti (Dasyprocta leporina) 

Autoren: Dawn M. Zimmerman, D.V.M., M.S., Michael Douglass, D.V.M., Drury R. Reavill, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (avian practice), Dipl. A.C.V.P. und Ellis C. Greiner, Ph.D. 

Memphis Zoo and Aquarium, 2000 Prentiss Place, Memphis, Tennessee 38112, USA (Zimmerman, Douglass); Zoo/Exotic Pathology Service, 7647 Wachtel Way, Citrus Heights, California 95610, USA (Reavill); Department of Infectious Diseases and Pathology, College of Veterinary Medicine, Box 110880, University of Florida, Gainesville, Florida 32611, USA (Greiner). Korrespondenz bitte an Dr. Zimmerman (dzimmerman@memphiszoo.org).

 

Zusammenfassung: Echinococcus oligarthrus-Hydatidenzysten wurden bei zwei importierten, wild gefangenen Goldagutis (Dasyprocta leporina) diagnostiziert. Die Zysten wurden zufällig bei einer Routine-Untersuchung festgestellt und führten zu keinen feststellbaren klinischen Symptomen. Identifizierung der Zysten wurde mit histopathologischer Untersuchung bestätigt. Über die nächsten 2 Jahre kalzifizierten die Zysten, aber resorbierten nicht. Die Behandlung mit Praziquantel und Albendazol zeigte keine Wirkung auf die Zysten. Agutis gelten als Zwischenwirte für E. oligarthrus in freier Wildbahn, und Jaguare (Panthera onca) und Pumas (Puma concolor) dienen als Endwirte. E. oligarthrus-infizierte Tiere sollten wegen des zoonotischen Potentials mit Vorsicht behandelt und gehalten warden. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 559-563, 2009.

Titel: PCR-Nachweis von Ranavirus bei ausgewachsenen Fröschen im Louisville Zoologischen Garten 

Autoren: Elizabeth A. Driskell, D.V.M., Debra L. Miller, D.V.M., Ph.D., Shannon L. Swist, D.V.M., M.S. und Zoltan S. Gyimesi, D.V.M. 

Department of Veterinary Pathology, College of Veterinary Medicine, The University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA (Driskell, Swist); Veterinary Diagnostic and Investigational Laboratory, College of Veterinary Medicine, The University of Georgia, 43 Brighton Road, Tifton, Georgia 31793, USA (Miller); Louisville Zoological Garden, 1100 Trevilian Way, Louisville, Kentucky 40213, USA (Gyimesi). Aktuelle Adresse (Swist): Department of Veterinary Science, State Veterinary Lab, University of Wyoming, Laramie, Wyoming 82071, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Driskell (driskell@uga.edu).

 

Zusammenfassung: Ranaviren können bei einer Vielzahl von Froscharten Mortalität verursachen und Populationen sowohl in freier Wildbahn als auch in menschlicher Obhut erheblich beeinträchtigen. In dieser Studie wurden 16 Frösche und Kröten im Louisville Zoologischen Garten auf das Vorkommen von Ranavirus untersucht. Diese Gruppe bestand aus 14 Copes Grauen Laubfröschen (Hyla chrysoscelis), 1 Amerikanischer Kröte (Bufo americanus) und 1 Floridakröte (Bufo terrestris). Alle Tiere waren wild gefangen und wurden mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR) analysiert. Verstorbene Tiere wurden außerdem mit histologischer Untersuchung evaluiert, um die Rolle einer möglichen Ranvirus-Infektion besser zu verstehen. Von den verstorbenen Tieren testeten 82% positiv für Ranavirus mit PCR. Mehrere Abstrichproben von lebenden Laubfröschen über den Zeitraum dieser Studie testeten positiv für Ranavirus mit PCR. Diese Befunde zeigen, daß Ranavirus-Infektionen bei ausgewachsenen Fröschen in menschlicher Obhut ohne klinische Symptome und einheitliche histopathologische Veränderungen auftreten können. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 564-567, 2009.

Titel: Erfolgreiche transabdominale subxiphoidale Perikardiostomie zur Behandlung eines chronischen Perikardergusses bei einem Sumatra-Orang Utan (Pongo abelli) 

Autoren: P. K. Robbins, M.R.C.V.S., Geoffrey W. Pye, B.V.Sc., M.Sc. Dipl. A.C.Z.M., Meg Sutherland-Smith, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Rebecca Papendick, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Mark Greenberg, M.D., Denis Levy, M.D. und Michael Madani, M.D. 

Veterinary Services, San Diego Zoo, 1354 Old Globe Way, San Diego, California 92101, USA (Robbins, Pye, Sutherland-Smith, Papendick); University of California-San Diego, 200 West Arbor Drive, San Diego, California 92103, USA (Greenberg, Madani); Southern California Permanente Medical Group, 4405 Vandever Avenue, San Diego, California 92120, USA (Levy). Korrespondenz bitte an Dr. Robbins (probbins@sandiegozoo.org).

 

Zusammenfassung: Ein 46 Jahre alter Sumatra-Orang Utan (Pongo abelli) wurde zuerst im Juli 2006 mit Perikarderguss diagnostiziert. Perikardiozentese in Januar 2007 bot nur kurzfristige Linderung der Symptome. Im Mai 2007 wurde eine perikardio-peritoneale Fensterung mit transabdominaler subxiphoidaler Perikardiostomie durchgeführt; diese Methode lieferte sowohl sofortige als auch langfristige Besserung. Der Orang-Utan wurde sieben Monate später wegen fortschreitenden Herzversagens eingeschläfert; Perikarderguss war nicht vorhanden. Transabdominale subxiphoidale Perikardiostomie bietet eine überschaubare chirurgische Methode zur signifikanten Besserung vom chronischen Perikarderguss bei Menschenaffen. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 568-571, 2009.

Titel: Mit Westnilvirus assoziierte Paraparese bei einem Eisbär (Ursus maritimus)  

Autoren: Christopher J. Dutton, M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Mark Quinnell, B.V.Sc., M.Phil., Robbin Lindsay, Ph.D., Josepha DeLay, D.V.M., D.V.Sc. und Ian K. Barker, D.V.M., Ph.D. 

Toronto Zoo, 361A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Kanada (Dutton); Department of Pathobiology, Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Kanada (Barker, Quinnell); National Microbiology Laboratory, Public Health Agency of Canada, Winnipeg, Manitoba R3E 3R2, Kanada (Lindsay); and Animal Health Laboratory, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Kanada (DeLay). Korrespondenz bitte an Dr. Dutton (cdutton@torontozoo.ca).

 

Zusammenfassung: Ein Eisbär (Ursus maritimus)  im Toronto Zoo zeigte akute Paraparese. Klinische Untersuchung 24 Stunden nach dem Auftreten von Symptomen zeigte sonst keine Besonderheiten, Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule waren unauffällig, und eine Blutprobe zeigte geringgradige Dehydrierung. Der Bär zeigte fortschreitende Verschlechterung des Allgemeinzustands und wurde einen Tag später eingeschläfert. Die Sektion lieferte keine Erklärung für die beobachteten klinischen Symptome. Eine Serumprobe, die zur Zeit der klinischen Untersuchung gesammelt wurde, zeigte positive Ergebnisse für das Vorkommen von neutralisierenden Antikörpern gegen Westnilvirus (WNV); zur Zeit der Einschläferung zeigten sowohl ein kompetetives Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA) als auch ein Plaquereduktionstest positive Ergebnisse. Der Hauptbefund bei der mikroskopischen Untersuchung war eine gering- bis mittelgradige nicht eitrige Meningoenzephalomyelitis. WNV konnte weder bei der immunhistochemischen Untersuchung des Gehirns und Rückenmarks noch mit Real Time-Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) und Zellkultur des Gehirns und der Niere festgestellt werden, dennoch wurde das Virus bei der zweiten Zellpassage der Zellkultur der Milz isoliert und mit RT-PCR identifiziert. Retrospektive immunhistochemische Untersuchung der Milz ergab seltene Antigen positive Zellen, die wahrscheinlich Makrophagen darstellten. Die Vorbeugung von WNV durch den Ausschluss von infizierten Mücken oder Impfung von Bären in menschlicher Obhut sollte in Betracht gezogen werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 572-575, 2009.

Titel: Sepsis und disseminierte intravaskuläre Gerinnung bei einer Östlichen Dornrand-Weichschildkröte (Apalone spinifera spinifera) mit akuter Mykobakteriose 

Autoren: Maureen Murray, D.V.M., Nicole T. Waliszewski, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Florina S. Tseng, D.V.M. 

Wildlife Clinic, Tufts University Cummings School of Veterinary Medicine, 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Murray, Waliszewski, Tseng); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Waliszewski): Mukwonago Animal Hospital, 1065 North Rochester Street, Mukwonago, Wisconsin 53149, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Murray (maureen.murray@tufts.edu).

 

Zusammenfassung: Eine ausgewachsene Östliche Dornrand-Weichschildkröte (Apalone spinifera spinifera) in menschlicher Obhut wurde wegen Apathie und Farbveränderungen des Bauchpanzers vier Tage lang untersucht. Die Schildkröte zeigte blasse Schleimhäute, blutigen Nasenausfluss und Petechien an allen Gliedmaßen. Die Schildkröte wurde wegen der schlechten Prognose eingeschläfert. Bei der Sektion wurde blutiger Zölomerguss, Petechien der Serosa des Darms sowie beidseitig hämorrhagische Lungen festgestellt. Histologische Untersuchung zeigte zahlreiche Embolien aus Bakterien, die mit fibrinozellulären Thromben in den Blutgefäßen mehrerer Gewebe assoziiert waren. Die Bakterien in den Thromben waren schlanke Stäbchen, die stark säurefest färbten. Die Kultur der Zölomflüssigkeit ergab Mycobacterium chelonae. Obwohl Mykobakteriose bei Reptilien meist eine chronische, granulomatöse Erkrankung ist, zeigt dieser Fall, daß Mykobakteriose bei Reptilien mit akuten, nicht granulomatösen Erkrankungen in Betracht gezogen werden sollte. Dieser Fall beschreibt außerdem klinische Blutung durch disseminierte intravaskuläre Koagulopathie, die bei Schildkröten selten vorkommt. 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 576-578, 2009.

Titel: Gelenkgicht und vermutete Pseudogicht bei einem Stirnlappenbasilisk (Basiliscus plumifrons) 

Autoren: Yava L. Jones, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Scott D. Fitzgerald, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Dipl. A.C.P.V. 

Department of Pathobiology and Diagnostic Investigation and the Diagnostic Center for Population and Animal Health, College of Veterinary Medicine, Michigan State University, Lansing, Michigan 48824, USA (Jones, Fitzgerald). Korrespondenz bitte an Dr. Jones (jonesy@mail.nih.gov).

 

Zusammenfassung: Ein 9 Jahre alter Stirnlappenbasilisk (Basiliscus plumifrons) zeigte schmerzhafte und eingeschränkte Mobilität seit circa vier Monaten, die in den Vordergliedmaßen stärker ausgeprägt war. Die Echse zeigte weiterhin mittelgradigen Gewichtsverlust und Inappetenz und wurde eingeschläfert. Bei der Sektion wurden gelb bis weiße, weich bis leicht feste Knötchen in den periartikulären Faszien und Muskeln der linken und rechten Schulter-, Hüft- und Kniegelenke vorgefunden. Mehrere weitere Gelenke, darunter das linke und rechte Tarsal-, das linke und rechte Elbogengelenk sowie das linke Karpalgelenk hatten kalzifiziertes, weißes Material an den Gelenkflächen. Histopathologische Untersuchung repräsentativer Gewebe aller Organe und Gelenke bestätigte das Vorkommen von Gelenkgicht mit Tophi sowie Pseudogicht. Die Unterscheidung  zwischen Gelenkgicht und Pseudogicht wurde anhand des histologischen Erscheinungsbildes, der histochemischen Färbung auf Calcium sowie der Doppelbrechung im polarisierten Licht festgestellt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 579-582, 2009.

Titel: Mykotische Keratitis bei einer Georgia-Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus) 

Autoren: Debbie A. Myers, D.V.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Gil Ben-Shlomo, D.V.M., Jeffrey Abbott, D.V.M., Ph.D. und Caryn E. Plummer, D.V.M., Dipl. A.C.V.O. 

University of Florida, College of Veterinary Medicine, Veterinary Medical Teaching Hospital, P.O. Box 100101, Gainesville, Florida 32610-0101, USA (Myers, Isaza, Ben-Shlomo, Abbott, Plummer). Korrespondenz bitte an Dr. Myers (dmyersvet@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Eine wildlebende Georgia-Gopherschildkröte (Gopherus polyphemus) zeigte Trauma und Blindheit. Fibrinöses Eksudat bedeckte die Augenoberflächen. Die eksudative Kruste reichte von den Fornices conjunctivae bis in die Lidspalten und wurde manuell entfernt. Die Augenuntersuchung zeigte bilaterale Hornhautgeschwüre sowie Vernarbung und Atrophie des linken Auges. Histologische Untersuchung der Kruste zeigte eine nekrotische Konjunktivitis mit intraläsionalen Pilzhyphen. Kultur des Hornhautgeschwürs des linken Auges ergab mittelgradiges, gemischtes Pilzwachstum aus Curvularia sp. und Aspergillus sp. Augentropfen mit Miconazol wurden verabreicht, und die Geschwüre in beiden Augen heilten, jedoch dauerte das Hirnhautödem an. Das rechte Auge war nach 2 Monaten mit der folgenden Therapie, abgesehen von einer kleinen Narbe, geheilt: Miconazol, Tramadol, Acetylcystein, Salbe aus hypertonischer Kochsalzlösung, künstliche Tränen und Spülung mit einer hypertonischen Kochsalzlösung. Das linke Auge blieb atrophiert. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung mykotischer Keratitis bei einem wildlebenden Reptil sowie bei einer Georgia-Gopherschildkröte dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 583-585, 2009. 

Titel: Sida carpinifolia (Malvaceae)-Vergiftung beim Damhirsch (Dama dama) 

Autoren: Pedro M. O. Pedroso, Raquel Von Hohendorf, Luiz G. S. de Oliveira, Milene Schmitz, Cláudio E. F. da Cruz, D.V.M., Ph.D. und David Driemeier, D.V.M., Ph.D. 

Departmento de Patologia Clínica, Faculdade de Veterinária, Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS), Avenida Bento Gonçalves 9090, Agronomia 91540-000, Porto Alegre-RS, Brasilien (Pedroso, Oliveira, Schmitz, Cruz, Driemeier); The Hospital Veterinário, Parque Zoológico da Fundação Zoobotânica do Rio Grande do Sul, BR 116, Sapucaia do Sul-RS, Brasilien (Hohendorf). Korrespondenz bitte an Dr. Cruz (vetcru@terra.com.br).

 

Zusammenfassung: Ein Damhirsch (Dama dama) in einer zoologischen Einrichtung wurde nach der Aufnahme von Sida carpinifolia akut vergiftet. Die Weide der Hirsche zeigte eine hohe Dichte von S. carpinifolia. Der Hirsch entwickelte ein neurologisches Syndrom mit Muskelschwäche, Zuckungen, Sehstörungen, Schwierigkeiten beim Aufstehen, Hinfallen sowie abweichendes Verhalten und Körperhaltung. Wegen einer schwerwiegenden Unterkieferfraktur und darauffolgender Verschlechterung des Allgemeinzustandes wurde das Tier eingeschläfert. Bei der mikroskopischen Untersuchung wurde multifokale zytoplasmische Vakuolisierung der Purkinjezellen festgestellt. Das Zytoplasma mehrerer Zellen des Kleinhirns, insbesondere das der Purkinjezellen, färbten mit den Lektinen Concanavalia ensiformis, Triticum vulgaris und succinyliertem Triticum vulgaris positiv. Andere mögliche Ursachen wurden ausgeschlossen, darunter Bovines Virusdiarrhoe-Virus, Tollwut und transmissible  spongiforme Enzephalopathie. Dieser Fall unterstreicht das Risiko der Bepflanzung von Zoogehegen mit

S. carpinifolia für exotische Huftiere. 
 
 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(3): 586-587, 2009. 

Titel: Capillaria hepatica beim Puma (Puma concolor): Erster Bericht aus Brasilien 

Autoren: Rosiléia M. Quadros, D.V.M., M.Sc., Célso Pilati, D.V.M., Sandra M. T. Marques, D.V.M., Ph.D., Marcelo Mazzolli, Biologist, Ph.D. und Rodrigo C. Benedet, Biologist 

Department of Biological and Health Sciences, Universidade do Planalto Catarinense, Lages, Santa Catarina, Av. Castelo Branco, 170, Bairro Universitário, Lages, CEP 88509-900, Brasilien (Quadros); Department of Veterinary Medicine, Universidade do Estado de Santa Catarina, Avenida Luis de Camões, 2090, CEP 88520-000, Lages, Santa Catarina, Brasilien (Pilati); Department of Clinical Veterinary Pathology, Universidade Federal do Rio Grande do Sul, Av. Bento Gonçalves 9090, Porto Alegre, Rio Grande do Sul, CEP 91540-000, Brasilien (Marques); Projeto Puma, Av. Castelo Branco, 170, Lages, CEP 88509-900, Brasilien (Mazzolli); Regional Development Secretariat, Lages, Wenselaw Franklin, Bairro São Cristóvão, Lages, Santa Catarina, CEP 88508-350, Brasilien (Benedet). Korrespondenz bitte an Dr. Marques (sandra.marques@ufrgs.br).

 

Zusammenfassung: Das Vorkommen von Capillaria hepatica wurde als histopathologische Diagnose bei zwei Pumas (Puma concolor) gestellt, die im April 2008 in Painel, Santa Catarina, Brasilien, geschossen wurden. Die makroskopische Untersuchung der Leber zeigte diffuse Granulome, und die histopathologische Untersuchung zeigte das Vorkommen von Eiern von C. hepatica. Die Eier waren von mononukleären Enzündungszellen, kleinen nekrotischen Herden sowie gering- bis mittelgradiger Fibrose umgeben. Dieser Bericht beschreibt die ersten Fälle von C. hepatica bei Pumas in Brasilien.

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