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jzwm_germanabstract_v40n4_2009

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 40(4) ZUSAMMENFASSUNGEN

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 601-606, 2009.

Titel: Pharmakokinetik einer einmaligen und mehrmaligen oralen Verabreichung von Meloxicam beim
Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Autoren: James W. Carpenter, M.S. D.V.M. Dipl. A.C.Z.M., Christal G. Pollock, D.V.M. Dipl. A.B.V.P., David E.
Koch, M.S. und Robert P. Hunter, M.S. Ph.D.

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, Manhattan, Kansas
66506, USA (Carpenter, Pollock); Department of Anatomy and Physiology, College of Veterinary Medicine,
Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA (Koch, Hunter). Aktuelle Adressen (Pollock): 1500
Huntington Lane, Cleveland Heights, Ohio 44118, USA; (Koch): Department of Geography, College of Arts and
Sciences, Kansas State University, Manhattan, Kansas 66506, USA; (Hunter): Elanco Animal Health, Veterinary
Safety/ADME, 2001 West Main Street, Greenfield, Indiana 46140, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Carpenter
(carpentr@vet.k-state.edu).

Zusammenfassung: Das Antiphlogistikum Meloxicam wird häufig in der Veterinärmedizin für seine
entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkung angewendet. Um die Pharmakokinetik
dieses Antiphlogistikums beim Kaninchen nach einer einmaligen und 10-tägigen Verabreichung zu bestimmen,
wurden acht klinisch gesunde, 8 Monate alte Weiße Neuseelandkaninchen (Oryctolagus cuniculus) mit 0,2 mg/kg
Meloxicam einmal täglich oral behandelt. Die pharmakokinetische Analyse von Meloxicam wurde mit einem Nicht-
Kompartiment-Modell untersucht. Nach oraler Verabreichung betrug der Mittelwert ± Standardabweichung für die
Fläche unter der Kurve am 1. und 10. Tag 1,8 ± 0,50 bzw. 2,1 ± 0,55 µg × h/ml, und die Höchstplasmakonzentration
betrug am 1. und 10. Tag 0,17 ± 0,06 bzw. 0,24 ± 0,07 µg/ml. Die Halbwertszeit betrug ca. 8 Stunden. Die
Verabreichung von Meloxicam mit einer Dosis von 0,2 bis 0,3 mg/kg p.o. einmal täglich wird empfohlen. Obwohl
eine höhere Dosis für optimale Wirkung notwendig sein könnte, sind weitere Studien über die Wirksamkeit und
Sicherheit bei dieser Tierart notwendig. Meloxicam mit einer Dosis von 0,2 mg/kg p.o. einmal täglich für 10 Tage
wurde von den Kaninchen gut vertragen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 607-616, 2009.

Titel: Gesundheits- und Ernährungszustand bei einer Gruppe von Schwarzhalsschwänen (Cygnus melanocoryphus):
Qualität der Ernährung

Autoren: M. Cecilia Norambuena, Ph.D. und Francisco Bozinovic, Ph.D.

Center for Advanced Studies in Ecology and Biodiversity and Departamento de Ecología, Facultad de Ciencias
Biológicas, Pontificia Universidad Católica de Chile, CP 6513677, Santiago, Chile (Norambuena and Bozinovic).
Aktuelle Adresse (Norambuena): Facultad de Agronomía e Ingeniería Forestal, Pontificia Universi dad Católica de
Chile, CP 6904411, Santiago, Chile. Korrespondenz bitte an Dr. Norambuena (mcnoramb@puc.cl).

Zusammenfassung: Die Population von Schwarzhalsschwänen (Cygnus melanocoryphus) in der Cayumapufluss-
Region im Süden Chiles erlebte den Wegfall des Haupternährungsmittels, Egeria densa, während einer Umweltkrise
im Jahre 2004 im Carlos-Andwanter-Naturschutzgebiet. Das Hauptziel dieser Studie war es, die Auswirkung
der Ernährung auf den physiologischen Zustand der Tiere aufgrund der veränderten Umweltbedingungen zu
untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten, daß die neue Ernährung dieser Schwangruppe in erster
Linie aus Wurzeln und Mikroalgen des Sediments bestand; der chemische und energetische Gehalt ähnelte dem der
Ernährung der Kontrollgruppe. Dennoch war das mittlere Körpergewicht der Schwäne der Cayumapufluss-Region
25% niedriger als das der Kontrollvögel. Zusätzlich zeigten die biochemischen und hämatologischen Blutwerte der
untersuchten Population Anzeichen von Unterernährung und eines hyperferrämischen, hyperphosphatämischen und
lymphopenischen Zustands. Leberenzymwerte unterstützten nicht die These, daß die Unterernährung eine Folge

einer Lebererkrankung wie Hämochromatose oder Intoxikation aus der Umwelt war.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 617-623, 2009.

Titel: Mineralstoffwechsel bei einer Gruppe von Schwarzhalsschwänen (Cygnus melanocoryphus) im Süden Chiles

Autoren: M. Cecilia Norambuena, Ph.D. und Francisco Bozinovic, Ph.D.

Center for Advanced Studies in Ecology and Biodiversity and Departamento de Ecología, Facultad de Ciencias
Biológicas, Pontificia Universidad Católica de Chile, CP 6513677, Santiago, Chile (Norambuena and Bozinovic);
Facultad de Agronomía e Ingeniería Forestal, Pontificia Universidad Católica de Chile, CP 6904411, Santiago, Chile
(Norambuena). Korrespondenz bitte an Dr. Norambuena (mcnoramb@puc.cl).

Zusammenfassung: Eine Gruppe von Schwarzhalsschwänen (Cygnus melanocoryphus) in einem veränderten
Lebensraum zeigte im Jahre 2005 niedriges Körpergewicht, Mangelernährung und Hyperferrämie.
Das Haupternährungsmittel, Egeria densa, verschwand während einer Umweltkrise im Jahre 2004. Das Ziel dieser
Studie war es, die Futteraufnahme und der Ernährungszustand dieser Population während des Jahres 2006 zu
untersuchen und zu bestimmen, ob die Aufnahme von Sediment als neuer Bestandteil der Diät zu den Störungen
des Mineralstoffwechsels der Vögel beitrug. Die Untersuchung ergab, daß die Schwäne ihr Körpergewicht erhöhten
und einen physiologischen Protein-, Lipiden- und Eisenstoffwechsel zeigten, obwohl die Schwäne die gleiche
neue Diät aus Sediment und Wurzeln von 2005 bis 2006 aufnahmen. Zusätzlich wies die Transferrin-Sättigung auf
hohe endogene Eisenbelastung bei den Vögeln hin, die wiederum auf eine hohe Eisenbelastung des Lebensraums
hinweist. Auf der anderen Seite zeigte die Aufnahme des Sediments aus dem Cayumapu-Fluss in der Diät der Vögel
(25%) weder eine Wirkung auf das Körpergewicht noch auf den Ernährungzustand oder die Leberfunktion von
domestizierten Gänsen während einer Periode von 45 Tagen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 624-631, 2009.

Titel: Die Wirkung von Unterernährung auf den Eisenstoffwechsel bei Schwarzhalsschwänen (Cygnus
melanocoryphus)

Autoren: M. Cecilia Norambuena, Ph.D. und Francisco Bozinovic, Ph.D.

Center for Advanced Studies in Ecology and Biodiversity and Departamento de Ecología, Facultad de Ciencias
Biológicas, Pontificia Universidad Católica de Chile, CP 6513677, Santiago, Chile (Norambuena and Bozinovic);
Facultad de Agronomía e Ingeniería Forestal, Pontificia Universidad Católica de Chile, CP 6904411, Santiago, Chile
(Norambuena). Korrespondenz bitte an Dr. Norambuena (mcnoramb@puc.cl).

Zusammenfassung: Eine Gruppe von Schwarzhalsschwänen (Cygnus melanocoryphus) in der Cayumapu-Fluss-
Region im Süden Chiles zeigte ein Syndrom mit Fehl- und Unterernährung und Hyperferrämie im Jahre 2005.
Die Störung des Eisenstoffwechsels konnte nicht durch die Qualität der Diät erklärt werden. Deshalb war das
Hauptziel dieser Studie, die Beziehung zwischen der Fehlernährung und dem Eisenstoffwechsel bei den Schwänen
zu bestimmen. Es wurde vermutet, daß katabolische Prozesse zu einer Erhöhung der Eisenkonzentration im Serum
durch die Freisetzung von endogenem Eisen im Gewebe führen würde. Eine wildlebende Gruppe von Schwänen, die
eine natürliche Veränderung des Ernährungszustandes durch Mauser erlebte, wurde untersucht. Zusätzlich wurden
gefangene Schwäne einer Einschränkung der Futteraufnahme bis zur Abmagerung ausgesetzt. Die Ergebnisse
zeigen, daß weder die lipolytische Aktivität noch die Abmagerung eine Wirkung auf die Eisenkonzentration im
Serum zeigten. Die Erhöhung der Gesamteisenbindungskapazität stimmte mit einer Senkung des abgelagerten
endogenen Eisens, einer Zunahme des erythropoetischen Bedarfs oder beidem überein. Weitere Studien über die
Wirkung einer schrittweise veränderten erythropoetischen Aktivität auf den Eisenstoffwechsel bei anämischen,
unterernährten Vögeln werden benötigt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 632-638, 2009.

Titel: Untersuchung der Mineralstoffe und fettlöslichen Vitamine beim Schwarzweißen Vari (Varecia variegata) in
menschlicher Obhut

Autoren: Graham C. Crawford, D.V.M. M.P.V.M., Birgit Puschner, D.V.M. Ph.D. Dipl. A.B.V.T., Ellen S.
Dierenfeld, M.S. Ph.D. und Freeland Dunker, D.V.M.

San Francisco Zoo, One Zoo Road, San Francisco, California 94132, USA (Crawford, Dunker); California Animal
Health and Food Safety Laboratory, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California
95616, USA (Puschner); Saint Louis Zoo, One Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Dierenfeld).
Aktuelle Adresse (Dierenfeld): Novus International, Inc., St. Charles, Missouri 63304. Korrespondenz bitte an Dr.
Crawford (hospital@sfzoo.org).

Zusammenfassung: Serum- und Gesamtblutproben wurden von 64 klinisch gesunden, 6 Monate bis 32 Jahre alten,
Schwarzweißen Varis (Varecia variegata) in menschlicher Obhut untersucht, um die Mineralstoff- und fettlöslichen
Vitaminkonzentrationen zu analysieren. Die Tiere wurden mit einem handelsüblichen Primatenfutterstoff und
einer großen Auswahl von Obst und Gemüse gefüttert. Spezifische Information über die Ernährung war für 52
der Tiere bekannt, die mit 10 verschiedenen Futtermitteln gefüttert wurden. Datenanalyse zeigte für die Analyte,
die auf Geschlecht oder Zeit mit Zugang zu natürlichem Licht zurückzuführen waren, keinen Unterschied.
Phosphorkonzentrationen im Serum (Spannweite 1,4 - 3,1 mmol/l) waren bei Jungtieren ( 4 Jahre) signifikant
größer und Retinol (Spannweite 0,38 – 1,23 µmol/l) signifikant niedriger. Eisen- (Spannweite: 17,2 – 77,0 µmol/
l) und Kupferkonzentrationen (Spannweite: 10,7 – 53,3 µmol/l) waren viel höher als die Werte von anderen
wildlebenden Lemurenarten; die Konzentrationen von einigen der untersuchten Varis würden bei domestizierten
Tieren als potentiell toxisch angesehen. Magnesium- (Spannweite: 0,66 – 2,04 mmol/l), Natrium- (Spannweite:
111–201 mmol/l) und Kaliumkonzentrationen (Spannweite: 2,0–6,8 mmol/) waren sowohl niedriger als auch
höher als Konzentrationen, die für Säugetiere als angemessen angesehen werden, obwohl sie veröffentlichten
Werten von wildlebenden Roten Varis ähnelten. Selenwerte (Spannweite: 3,5 – 7,7 µmol/l) waren innerhalb des
erwarteten Bereichs für ein Säugetier, obwohl sie höher waren als veröffentlichte Werte bei wildlebenden V. rubra.
Zinkkonzentrationen (Spannweite: 9,2 – 62,7 µmol/l) ähnelten Werten von V. rubra. Calcidiol- (Spannweite: <
12,5 – 144,8 nmol/l) und Retinolwerte (Spannweite: 0,38 – 2,95 µmol/l) waren sowohl niedriger als auch höher als
veröffentlichte Werte von V. rubra. Niedrigere Calcidiolkonzentrationen korrelierten mit niedrigerem Vitamin D3 in

handelsüblichem Futter. Alpha-Tocopherol (Spannweite: 1,2 – 17,6 µmol/l) und γ-Tocopherol (Spannweite: 0,3

– 3,9 µmol/l) waren innerhalb eines erwarteten Bereichs für frugivore Affen in menschlicher Obhut jedoch
höher als Konzentrationen von wildlebenden V. rubra.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 639-651, 2009.

Titel: Retrospektive Untersuchung von idiopathischer Hämaturie und assozierten pathologischen Befunden bei
Grant-Gazellen (Gazalla granti): 10 Fälle

Autoren: Timothy A. Georoff, V.M.D., Michael M. Garner, D.V.M. Dipl. A.C.V.P., John P. Hoover, D.V.M. Dipl.
A.B.V.P. Dipl. A.C.V.I.M. und Kay A. Backues, D.V.M. Dipl. A.C.Z.M.

Tulsa Zoo & Living Museum, 5701 East 36th Street North, Tulsa, Oklahoma 74115, USA (Georoff, Backues);
Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner); Oklahoma State University,
Center for Veterinary Health Sciences, Department of Veterinary Clinical Sciences, Stillwater, Oklahoma 74078-
2041, USA (Georoff, Hoover); Aktuelle Adresse (Georoff): Global Health Programs, Wildlife Conservation Society,
2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Georoff (tgeoroff@wcs.org).

Zusammenfassung: Zehn Fälle von Hämaturie bei Grant-Gazellen (Gazalla granti) (zwei Männchen und acht
Weibchen) aus fünf zoologischen Einrichtungen wurden untersucht und die klinikopathologischen Befunde
beschrieben. Fünf Gazellen starben spontan, und fünf wurden eingeschläfert. Alle Tiere zeigten hochgradige
Hämaturie ohne Pyurie. Das mittlere Alter beim Auftreten der ersten Symptome und zur Zeit der Einschläferung

oder des Todes betrug 5,0 ± 1,4 Jahre bzw. 8,2 ± 3,7 Jahre. Der Schweregrad der klinischen Symptome der
Hämaturie reichten von Episoden von chronischer, intermittierender Hämaturie bis zu hochgradiger Dysurie, mit
Harnblasenruptur nach Obstruktion durch Blutgerinnsel bei einem Tier. Das am häufigsten auftretende Symptom war
submandibuläres Ödem (fünf von 10 Fällen). Chemische Serumuntersuchungen bei acht Gazellen während
Hämaturie-Episoden ergaben Hypocalcämie (8/8), Hypoproteinämie (7/8), Hypoalbuminämie (7/8) und
Hyperphosphatämie (6/8). 50% der Gazellen (4/8) entwickelten Anämie im Laufe der Hämaturie-Episoden.
Prothrombin- und partielle Thromboplastinzeiten wurden bei zwei der vier untersuchten Tiere als erhöht bewertet.
Die vorherrschenden histologischen Veränderungen bei 7 der 10 pathologisch untersuchten Gazellen waren
vaskuläre Nekrose, Vaskulitis und Perivaskulitis der Harnwege, nämlich in der Harnblase (7/10 Gazellen), Niere (3/
10) und im Harnleiter (3/10). Zusätzlich auftretende Harnwegveränderungen waren tubulointerstitielle Nephritis (5/
10 Gazellen), hämorrhagische Zystitis (4/10), tubuläre Nierennekrose (4/10) und subakute Niereninfarkte (2/10).
Polymerase-Kettenreaktionuntersuchung mit Paraffin-eingebetteten Geweben der Harnwege wurde bei sechs Fällen
für die folgenden Erkrankungen mit negativem Ergebnis getestet: alcelaphines Herpesvirus-1 und -2, ovines
Herpesvirus-2, Blauzungenkrankheit und epizootische hämorrhagische Krankheit. Eine Gazelle, die gegen
Leptospira interrogans geimpft wurde, zeigte einen Titer gegen das Serovar Icterohaemorrhagiae;
Serumuntersuchung bei den sechs weiteren untersuchten Gazellen testeten negativ gegen alle L. interrogans-
Serovare. Die Einwirkung von toxischen Stoffen konnte in keinem der Fälle nachgewiesen werden. Die Ursache der
episodischen Hämaturie und assoziierten Gefäßveränderungen bei Grant-Gazellen bleibt unbekannt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 652-658, 2009.

Titel: Das Vorkommen vom Katarakten und Leberverfettung im Zusammenhang mit der Ernährung bei Viscachas
(Lagostomus maximus) in menschlicher Obhut

Autoren: Jessica Gull, med. vet., Hanspeter Steinmetz, Dr. med. vet. M.Sc., Marcus Clauss, P.D. Dr. med. vet. Dipl.
E.C.V.C.N., Dorothea Besselmann, Dr. med. vet., Pete Ossent, Dr. med. vet., Christian J. Wenker, Dr. med. vet. und
Jean-Michel Hatt, Prof. Dr. med. vet. Dipl. A.C.Z.M. Dipl. E.C.A.M.S.

Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 260, CH-8057
Zürich, Schweiz (Gull, Steinmetz, Clauss, Besselmann, Hatt); Institut für Veterinärpathologie, Vetsuisse
Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstr. 268, CH-8057 Zürich, Schweiz (Ossent); Zoologischer
Garten Basel, Binningerstrasse 40, CH-4054 Basel, Schweiz (Wenker). Korrespondenz bitte an Dr. Clauss
(mclauss@vetclinics.uzh.ch).

Zusammenfassung: Ein erhöhtes Vorkommen von Katarakten und Leberverfettung bei Flachland-Viscachas
(Lagostomus maximus) wurde viele Jahre lang im Zoo Zürich (Schweiz) beobachtet. Auf Grund von erhöhten
Fruktosamin- und Glukoseserumwerten wurde Diabetes mellitus diagnostiziert, und diese abweichenden
Werte kehrten in den physiologischen Bereich nach Veränderung der Ernährung von einem niedrigen auf
einen hohen Ballaststoffgehalt zurück. In dieser Studie wurden 177 pathologische Berichte vor und nach der
Ernährungsveränderung auf das Vorkommen von Katarakten und Fettleber untersucht. 16 der 56 Tiere (29%),
die vor der Diätveränderung geboren wurden, entwickelten Katarakte. Im Vergleich dazu zeigten nur zwei von
121 Tieren (1,65%) Katarakte, die nach der Diätveränderung geboren wurden. Die Prävalenz von Katarakten und
Fettleber bei Tieren, die nach der Diätveränderung geboren wurden (1% bzw. 0%) war signifikant niedriger als
bei Tieren, die vor der Diätverbesserung geboren wurden (9% bzw. 6%). Diese Ergebnisse zeigen, daß Flachland-
Viscachas im Zoo Zürich an ernährungsbedingter Diabetes mellitus (Typ-2) vor der Diätveränderung litten.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 659-666, 2009.

Titel: Urinanalyse bei Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

Autoren: Ellen Wiedner, V.M.D. Dipl. A.C.V.I.M., A. Rick Alleman, D.V.M. Ph.D. Dipl. A.B.V.P. Dipl. A.C.V.P.,
und Ramiro Isaza, D.V.M. M.S. Dipl. A.C.Z.M.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Center for Elephant Conservation, Polk City, Florida 33868, USA
(Wiedner), Department of Physiological Sciences, University of Florida, College of Veterinary Medicine,
Gainesville, Florida 32610, USA (Alleman), Department of Small Animal Clinical Sciences, University of Florida,
College of Veterinary Medicine, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza). Korrespondenz bitte an Dr. Wiedner
(ewiedner@feldinc.com).

Zusammenfassung: Harnproben wurden von 22 gesunden, weiblichen Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)
gesammelt und zur Feststellung von physiologischen biochemischen und mikroskopischen Werten analysiert. Die
Analyse ergab die folgenden Befunde: die Proben waren weniger konzentriert als die anderer Säugetiere, sie zeigten
vorwiegend basischen pH, Kristallurie mit verschiedenen Kristalltypen wurde in allen Proben nachgewiesen und
geringe Zellularität wurde vorgefunden. Glukose und Urobilinogen wurden in keiner der Proben nachgewiesen.
Spuren von Ketonen und Bilirubin wurden in zwei verschiedenen Proben vorgefunden. Spuren vom Blut wurde in
einer weiteren Probe nachgewiesen. Drei Proben testeten positiv für Protein mit Reagenzteststreifen, obwohl die
Proben mit dem Sulfosalicylsäuretest als negativ bestätigt wurden. Zwei Proben zeigten Schleimfäden. Bakterien
wurden mikroskopisch in vier Proben festgestellt und in sechs anderen Proben mit Kultur isoliert. Wegen des
Fehlens von Zeichen einer assoziierten Entzündung und der heterogenen Population von Organismen wurden die
Erreger als Kontamination aus der distalen Harnröhre, Vestibulovulva oder Umgebung angesehen. Wegen der
Variabilität der Harnproben der untersuchten Elefanten sollten Basiswerte für Elefanten in menschlicher Obhut
festgestellt und regelmäßige Urinanalysen durchgeführt werden, um Trends der Daten festzustellen. Die Feststellung
von physiologischen Urinwerten sind für die gesundheitliche Überwachung von Elefanten wichtig.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 667-674, 2009.

Titel: Die Analyse von biochemischen Plasmawerten bei Vögeln mit verdünnten Proben

Autoren: Jennifer Waldoch, D.V.M., Raymund Wack, M.S. D.V.M. Dipl. A.C.Z.M. und Mary Christopher, D.V.M.
Ph.D. Dipl. A.C.V.P.

University of California–Davis, Wildlife Health Center, One Shields Avenue, Davis, California 95616-5887,
USA (Wack, Waldoch); University of California–Davis, Department of Pathology, Microbiology & Immunology,
One Shields Avenue, Davis, California 95616-5887, USA (Christopher). Korrespondenz bitte an Dr. Waldoch
(jwal14@yahoo.com).

Zusammenfassung: Klinische biochemische Untersuchungen sind zur Diagnose und Überwachung von
Erkrankungen bei Vögeln erforderlich. Das kleine Blutvolumen, das von vielen Vogelarten abgenommen werden
kann, grenzt die Anwendung von üblichen, hausinternen Messgeräten ein. Das Ziel dieser Studie war es, die
Genauigkeit und Präzision von biochemischen Plasmawerten von Vögeln mit Anwendung eines handelsüblichen,
kompakten Labormessgerätes zu untersuchen; die Plasmaproben wurden mit sterilem Wasser untersucht und
mit nicht verdünnten Proben verglichen. Vollblutproben wurden von 13 klinisch gesunden Arasittichen
(Rhynchopsitta pachyrhyncha) in Lithium-Heparin-Blutröhrchen gesammelt, zentrifugiert, und das Plasma
wurde getrennt. Ein Aliquot wurde unmittelbar mit einem VetScan-Messgerät mit einem vogel- und reptilien-
spezifischen Reagenzienrotor mit 12 Analyten gemessen. Das restliche Plasma wurde in zwei Aliquote geteilt
und bis zur Analyse bei 80°C aufbewahrt. Eins der Aliquote wurde 1:1, 1:1,5, 1:2 und 1:2,5 mit sterilem
Wasser verdünnt, so daß Endverdünnungen von 1:2, 1:2,5, 1:3 und 1:3,5 entstanden. Das übrige Aliquot der
13 Vögel wurde zusammengelegt, um einen Plasma-Pool zu bilden. Der nicht verdünnte Plasmapool und zwei
Endverdünnungen (1:2 und 1:3) aus diesem Plasma-Pool (n = 20) wurden gemessen, um die intra- und inter-
assay Ungenauigkeit zu bestimmen. Jede verdünnte Probe wurde mit dem vogel- und reptilien-spezifischen
Reagenzienrotor gemessen, und die Ergebnisse wurden mit dem passenden Verdünnungswert multipliziert, um das
Endergebnis zu erlangen. Signifikante Unterschiede konnten bei den biochemischen Werten von den verdünnten
Plasmaproben für alle Messwerte außer Aspartataminotransferase, Creatinkinase und Glukose festgestellt werden.
Harnsäurekonzentrationen waren bis zu einer Verdünnng von 1:3 nicht signifikant unterschiedlich. Gallensäure-,
Globulin- und Natriumkonzentrationen waren unter der Messgrenze für alle verdünnten Proben und wurden deshalb
nicht statistisch evaluiert. Auf Grund dieser Ergebnisse ist die Verdünnung von Plasma bei Vögeln mit sterilem
Wasser für die biochemische Analyse mit einem VetScan-Messgerät nicht zu empfehlen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 675-679, 2009.

Titel: Referenzwerte für Calcium, Phosphor und Magnesium im Plasma von Graupapageien (Psittacus erithacus)
und Blaukronenamazonen (Amazona ventralis)

Autoren: Fernanda M. de Carvalho, D.V.M., Stephen D. Gaunt, D.V.M. Ph.D. Dipl. A.C.V.P., Michael T. Kearney,
M.S., M. Ap. Stat., Gregory A. Rich, B.S., Med. Tech., D.V.M. und Thomas N. Tully Jr, D.V.M. M.S. Dipl.
A.B.V.P. (Avian) E.C.Z.M. (Avian)

Louisiana State University, School of Veterinary Medicine, Department of Veterinary Clinical Sciences (Carvalho
and Tully) and Department of Pathobiological Sciences (Gaunt), Skip Bertman Drive, Baton Rouge, Louisiana
70803, USA; West Esplanade Veterinary Hospital, 3640 West Esplanade Avenue, Metairie, Louisiana 70002, USA
(Rich). Aktuelle Adresse (Carvalho): Alameda Angelo Curtarelli, 21, Jaboticabal, São Paulo 14883-324, Brasilien.
Korrespondenz bitte an Dr. Tully (ttully@vetmed.lsu.edu).

Zusammenfassung: Calcium (Ca), Phosphor (P) und Magnesium (Mg) sind wichtige Bestandteile des
Stoffwechsels und können bei Abweichungen der Plasmakonzentrationen dieser Ionen zu Erkrankungen führen.
Diese Studie liefert die ersten Referenzbereiche für Mg im Zusammenhang mit Ca- und P-Konzentrationen
bei Papageivögeln. Jeweils ein Milliliter Blut wurde von 25 Blaukronenamazonen (Amazona vetnralis) und 24
Graupapageien (Psittacus erithacus) gesammelt. Die Plasmakonzentrationen von Ca, P und Mg wurden für jede

Probe gemessen. Statistische Analyse wurde für alle Daten (Analyse 1) und nach Ausschluss der Proben mit Ca ≥
14,00 mg/dl (3,5 mmol) (Analyse 2) durchgeführt. Die Daten von Analyse 1 zeigten ein engeres Intervall als die

von Analyse 2. Nach Prüfung auf eine Normalverteilung (Shapiro-Wilk, α = 0,05) wurden die Daten auf univariate
Normalverteilung und Mittelwert geprüft. Für die Berechnung der Referenzbereiche wurden die unteren und oberen
Werte nach Ausschluss der nach Blom berechneten Auslieger von den gewichtetenVariablen angewendet. Analyse-
1-Referenzbereiche für die Blaukronenamazonen betrugen: Ca = 8,80–10,40 mg/dl (2,20–2,60 mmol/L), P = 1,80–
4,40 mg/dl (0,58–1,42 mmol/L), Mg = 1,80–3,10 mg/dl (0,74–1,27 mmol/L) und der Ca:P-Quotient = 2,62–5,39;
die Analyse-1-Referenzbereiche für die Graupapageien betrugen: Ca = 8,20–20,20 mg/dl (2,05–5,05 mmol/L), P =
2,50–5,90 mg/dl (0,81–1,91 mmol/L), Mg = 2,10–3,40 mg/dl (0,82–1,4 mmol/L) und der Ca:P-Quotient = 1,81–
3,77. Die Analyse-2-Referenzbereiche für die Blaukronenamazonen betrugen Ca = 8,80–10,30 mg/dl (2,20–2,58
mmol/L), P = 1,80–3,80 mg/dl (0,58–1,23 mmol/L), Mg = 1,90–3,00 mg/dl (0,82–1,07 mmol/L), Ca:P-Quotient
= 2,62–5,39; die Analyse-2-Referenzbereiche für die Graupapageien betrugen Ca = 8,10–10,80 mg/dl (2,03–2,7
mmol/L), P = 2,40–5,30 mg/dl (0,78–1,71 mmol/L), Mg = 2,00–2,60 mg/dl (0,82–1,07 mmol/L), Ca:P-Quotient =
1,67–3,50. Diese Ergebnisse sind für die Beurteilung von Mg-Konzentrationen im Zusammenhang mit Ca und P bei
Papageienvögel wichtig. Diese Information wird für Tierärzte bei der Diagnose des hypokalzämischen Syndroms
des Graupapageis, sowie anderer Erkrakungen, die mit Störung des Ca-, P- und Mg-Stoffwechsels einhergehen,
hilfreich sein.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 680-686, 2009.

Titel: Ausbruch von Mykobakteriose bei einer Kolonie von Zwergpinguinen (Eudyptula minor) durch
Mycobacterium intracellulare

Autoren: Julia E. Napier, D.V.M., Steven H. Hinrichs, M.D., Francois Lampen, B.V.Sc., Peter C. Iwen, Ph.D.,
Robert S. Wickert, M.S., Jodi L. Garrett, B.Sc., Tricia A. Aden, B.Sc., Eva Restis, D.V.M., Thomas G. Curro,
D.V.M. M.S., Lee G. Simmons, D.V.M. und Douglas L. Armstrong, D.V.M.

Henry Doorly Zoo, 3701 S. 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA (Napier, Simmons, Armstrong); Department
of Pathology and Microbiology, University of Nebraska Medical Center, Omaha, Nebraska 68198, USA (Hinrichs,
Iwen, Wickert, Garrett, Aden); P.O. Box 15718, East Lynn 0039, Südafrika, (Lampen); Virginia Tech College of

Veterinary Medicine, Phase III, Duck Pond Drive, Blacksburg, Virginia 24061, USA (Restis); 4 Leonardville Road,
Atlantic Highlands, New Jersey 07716, USA (Curro). Korrespondenz bitte an Dr. Napier (julien@omahazoo.com).

Zusammenfassung: Mycobacterium intracellulare (MIT) wurde nach dem Tod durch Kultur und unterstützende
histopathologische Befunde bei sieben Vögeln aus einer Kolonie von Zwergpinguinen (Eudyptula minor) im
Henry Doorly Zoo (HDZ) diagnostiziert. Die Fälle stellten 20% der Mortalität in der Kolonie in einem Zeitraum
von 4 Jahren dar. Die beobachteten klinischen Symptome waren schwerwiegende Atemnot mit Mundatmung und
chronische Schwäche und Verschlechterung des Allgemeinzustands. Bei der klinischen Untersuchung wurde
Plaquebildung im Larynx, in der Trachea und im Weichgewebe des kaudalen Mund-Rachen-Raums festgestellt. Die
Indexfälle wurden bei der Sektion festgestellt; es handelte sich um zwei Pinguine, die einer anderen Einrichtung im
Jahre 2003 ausgeliehen worden waren. Nachdem ein Fall vor dem Tod im HDZ diagnostiziert wurde, wurde ein
Behandlungsprotokoll mit drei Medikamenten aufgestellt und bei einem der Pinguine im Jahre 2004 verwendet und
auf die ganze Kolonie 2005 ausgeweitet: Rifampin (15 mg/kg p.o. einmal täglich), Ethambutol (15 mg/kg p.o. einmal
täglich) und Clarithromycin (10 mg/kg p.o. einmal täglich). Magenspülung, Kotproben und Halsabstriche wurden
vor dem Tod von fünf Pinguinen aus der Kolonie mit oralen Plaques gesammelt und mit Kultur und nachfolgender
Polymerase-Kettenreaktion untersucht. MIT wurde aus den Magenproben von vier Pinguinen und aus den
Halsabstrichen von allen fünf Vögeln isoliert. Drei weitere Pinguine verstarben während der Behandlungsperiode.
Nach dem Tod des 7. Pinguins wurde antimikrobische Empfindlichkeit im Juli 2007 durchgeführt; die Ergebnisse
zeigten, daß die MIT gegen die meisten Antibiotika zu diesem Zeitpunkt resistent waren, darunter Rifampin und
Ethambutol. Das Behandlungsprotokoll wurde geändert und die folgenden Medikamente wurden verabreicht:
Minocyclin (10 mg/kg p.o. zweimal täglich) und Clarithromycin (10 mg/kg p.o. einmal täglich). Orale Plaques
wurden bei monatlichen Untersuchungen der Kolonie bis November 2008 nicht festgestellt. Es wird angenommen,
daß die Übertragung der Infektion durch wilde Vögel erfolgte, wobei die Quelle unbekannt bleibt. Die hier
beschriebenen Fälle von Mykobakteriose durch MIT sind die ersten Fälle dieser Erkrankung bei Zwergpinguinen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 687-695, 2009.

Titel: Blutbild- und biochemische Serumwerte bei wildlebenden Nestlingen der Wiesenweihe (Circus pygargus) im
natürlichen Lebensraum

Autoren: Ruben Limiñana, Ph.D., Jorge R. López-Olvera, Ph.D., Miguel Gallardo, D.V.M., B.Sc., Margaret
Fordham, D.V.M. und Vicente Urios, Ph.D.

Estación Biológica Terra Natura (CIBIO–Fundación Terra Natura), Universidad de Alicante. Apdo. correos 99,
Alicante E-03080, Spanien (Limiñana, Gallardo, Urios); Servei d'Ecopatologia de Fauna Salvatge, Facultat de
Veterinària, Universitat Autónoma de Barcelona, Bellaterra, Barcelona E-08193, Spanien (López-Olvera); Instituto
de Investigación en Recursos Cinegéticos. Consejo Superior de Investigaciones Científicas (IREC-CSIC), Ronda
de Toledo s/n, Ciudad Real E-13005, Spanien (López-Olvera); Matthew J. Ryan Veterinary Hospital, University of
Pennsylvania, 3900 Delancey Street, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA (Fordham). Korrespondenz bitte an
Dr. Limiñana (ruben.lm@gmail.com).

Zusammenfassung: Die Festlegung von Referenzwerten für Blutbild- und biochemische Serumwerte sind für
die Diagnose von Erkrankungen in Wildtierstationen und Zuchtprogrammen erforderlich. In dieser Studie wurden
Blutproben von Nestlingen (18 Männchen und 22 Weibchen) bei einer Zuchtpopulation von Wiesenweihen (Circus
pygargus) im natürlichen Lebensraum im östlichen Spanien gesammelt, um Referenzwerte für Blutparameter
aufzustellen. Diese Studie bietet die ersten veröffentlichten Blutbild- und biochemischen Serumwerte bei
freilebenden Wiesenweihen dar. Die untersuchte Wiesenweihe-Gruppe könnte typische Blutwerte für diese Vogelart
aufweisen, weil sie eine freilebende Population ohne Einschränkung der verfügbaren Beute darstellt, da sie die
höchste Nachkommenzahl im Europa zeigt. Unterschiede durch Geschlecht, Jahr, Gelegezahl, Brutzahl und Anzahl
der flügge werdenden Vögel wurden analysiert. Erythrozytenvolumen- und Hämoglobinwerte waren in Nestern mit
fünf Küken signifikant niedriger als aus Nestern mit weniger Küken; Dieses Ergebnis deutet darauf hin, daß der
Aufwand für die Aufzucht von mehr als vier Küken in dieser Vogelart zu groß sein könnte. Gesamtprotein, Calcium
(Ca) und Phosphor (P) waren im Jahr mit dem niedrigsten Niederschlag signifikant niedriger; dieses Ergebnis
korrelierte mit der schlechtesten Zuchterfolgsrate seit Anfang der Untersuchung der Population. Unterschiede
im Geschlecht wurden nicht festgestellt, wahrscheinlich, weil die untersuchten Vögel vor der Geschlechtsreife

analysiert wurden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 696-704, 2009.

Titel: Pharmakokinetik von Enrofloxacin beim Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) nach einmaliger intravenöser,
intramuskulärer und oraler Verabreichung

Autoren: Paolo Martelli, D.V.M. Cert.Zoo.Med., Olimpia R. Lai, D.V.M. Ph.D., Karthiyani Krishnasamy, D.V.M.
M.V.M. M.R.C.V.S., Eric Langelet, Pedro Marín, D.V.M. Ph.D., Pietro Laricchiuta, D.V.M. und Giuseppe
Crescenzo, D.V.M. Ph.D.

Ocean Park Corporation Hong Kong, Wong Chuk Hang Road, Aberdeen, Hong Kong, China (Martelli); SPCA,
Wan Shing Street, Wanchai, Hong Kong, China (Krishnasamy); Mainland Holdings Limited Crocodile Farm,
Highlands Highway, Lae, Morobe Province, Papua Neuguinea (Langelet); Department of Veterinary Public Health,
Faculty of Veterinary Medicine, University of Bari, s.p. Casamassima, Km 3, 70010–Valenzano, BA, Italien (Lai,
Crescenzo); Department of Pharmacology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Murcia, Campus de
Espinardo, 30.071–Murcia, Spanien (Marín); Einaudi Veterinary Center, v. Colaianni 23/A, 70100–Bari, Italien
(Laricchiuta). Korrespondenz bitte an Dr. Martelli (paolo.martelli@oceanpark.com.hk).

Zusammenfassung: Die Dispositionskinetik von Enrofloxacin nach einer einmaligen Dosis von 5 mg/kg wurde
bei klinisch gesunden, von Menschen gezüchteten Leistenkrokodilen (Crocodylus porosus) nach intravenöser
(i.v.), intramuskulärer (i.m.) und oraler (p.o.) Verabreichung festgestellt. Enrofloxacin-Plasmakonzentrationen
wurden mit Diodenarray-Detektor-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie analysiert (Detektionsgrenze/
Quantifizierungsgrenze: 0,05 µg/ml). Die Daten wurden mit einem Nicht-Kompartiment-Modell analysiert. Die
integrierten pharmakokinetische-pharmakodynamische (PK-PD)-Variablen zeigten, daß ein Optimale-Fläche-
Unter-Der-Kurve-Von-Der-Zeit-Der-Verabreichung-bis-24-Stunden:Minimale-Hemmkonzentration
(MIC)-
Quotient > 125 und ein Höchstplasmakonzentration:MIC-Quotient > 8, verglichen mit veröffentlichten Werten
von konzentrations-abhängigen bakteriziden Antibiotika wie Fluoroquinolone, mit einer einmaligen i.v.- oder

i.m.-Dosis für empfindliche Erreger mit MIC-Werten von ≤0,5 µg/ml, erreicht werden konnten, obwohl der
relativ langsame Anstieg der Höchstzeit eine wirksame Plasmakonzentration des Antibiotikums nur am Tag 3
erlaubte. Das Fortdauern der wirksamen Plasmakonzentration deutet darauf hin, daß die Verabreichung alle 3
Tage parenteral erfolgen könnte, obwohl weitere Studien für die orale Verabreichung notwendig sind. Das Fehlen
von Nebenwirkungen bei den Krokodilen nach i.v.-, i.m.- und p.o.-Verabreichung von Enrofloxacin nach einer
einmaligen Dosis von 5 mg/kg deuten auf eine sichere und wirksame klinische Anwendung bei Leistenkrokodilen in
menschlicher Haltung hin.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 705-710, 2009.

Titel: Brauchbarer und sicherer Impfstoff zum Schutz gegen Hundestaupe beim Kalifornischen Seeotter (Enhydra
lutra nereis)

Autoren: David A. Jessup, D.V.M. M.P.V.M. Dipl. A.C.Z.M., Michael J. Murray, D.V.M., David R. Casper,
D.V.M., Deborah Brownstein, B.S. und Christine Kreuder-Johnson, V.M.D. Ph.D.

California Department of Fish and Game, Marine Wildlife Veterinary Care and Research Center, 1451 Shaffer
Road, Santa Cruz, California 95060, USA (Jessup, Brownstein); Monterey Bay Aquarium, 886 Cannery Row,
Monterey, California 93940, USA (Murray); University of California–Santa Cruz, Long Marine Laboratory
100 Shaffer Road, Santa Cruz, California 95060, USA (Casper); University of California–Davis, School of
Veterinary Medicine–Wildlife Health Center, Old Davis Road, Davis, California 95616, USA (Kreuder-Johnson).
Korrespondenz bitte an Dr. Jessup (djessup@ospr.dfg.ca.gov).

Zusammenfassung: Zwischen 2002 und 2006 wurden acht Kalifornische Seeotter (Enhydra lutra nereis), die
in Forschungs- und Ausstellungseinrichtungen gehalten wurden und dem Risiko einer Infektion mit potentiell

tödlichen Morbilliviren ausgesetzt waren, mit einer handelsüblichen rekombinierten Poxvirus-Vektor-Hundestaupe-
Vakzine geimpft. Serumneutralisierende (SN) Antikörper wurden mehrere Jahre lang verfolgt. Das Ziel dieser
Studie war es, folgendes zu bestimmen: 1) ob die Hundestaupe-Vakzine eine sichere vorbeugende Maßnahme
für diese Tierart darstellt; 2) ob Seeotter messbare SN-Antikörper nach der Impfung mit diesem Produkt bilden;
und 3) ob diese Art von Impfstoff eine mögliche Behandlung bei einem Morbillivirus-Ausbruch bei wildlebenden
Seeottern wäre. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, daß Impfung mit der handelsüblichen, rekombinierten
Vakzine ungefährlich ist, zur Produktion von messbaren SN-Antikörpern führt und Schutz gegen die Infektion
bei wildlebenden Seeottern bieten könnte. Die Studie führte weiterhin zu einer Neuevaluierung von serologischen
Hundestaupe-Daten, die für wildlebende Seeotter bereits veröffentlicht wurden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 711-725, 2009.

Titel: Mikroskopische Morphologie des Elefantenfußes

Autoren: Andreas Benz, Dr. Med. Vet., Wolfgang Zenker, Dr. Med. Vet., Thomas B. Hildebrandt, Dr. Med. Vet.,
Gerald Weissengruber, Dr. Med. Vet. Ph.D., Klaus Eulenberger, Prof. Dr. Med. Vet. und Hans Geyer, Prof. Dr.
Med. Vet.

Veterinär-Anatomisches Institut, Vetsuisse Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstraße 260, Zürich, CH-8057,
Schweiz (Benz, Geyer); Tiergarten Schönbrunn, Maxingstraße 13b, Wien, A-1130, Österreich (Zenker);
Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, Berlin, D-10315, Deutschland (Hildebrandt);
Archaeozoologie und vergleichende Morphologie und Anatomie, Department für Pathobiologie,
Veterinärmedizinische Universität Wien, Veterinärplatz 1, Wien, A-1210, Österreich (Weissengruber); Zoo Leipzig,
Pfaffendorfer Straße 29, Leipzig, D-04105, Deutschland (Eulenberger). Aktuelle Adressen (Benz): Hoefliweg 1,
Schübelbach, CH-8862, Schweiz; (Geyer): Etzelstraße 5, Uster, CH-8610, Schweiz. Korrespondenz bitte an Dr.
Benz (andreas_benz@gmx.ch).

Zusammenfassung: Wegen des Fehlens einer Beschreibung der mikroskopischen Anatomie des Elefantenfußes in
der Literatur beschreibt diese Studie die normale mikroskopische Morphologie des Fußes des Asiatischen (Elephas
maximus) und Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) auch im Hinblick auf pathologische Veränderungen.
Insgesamt 727 histologische Proben von definierten Stellen an 24 Füßen von beiden Arten (17 Asiatische und
7 Afrikanische Elefanten) wurden untersucht, gemessen und evaluiert. Kleine Unterschiede bei Füßen von den
zwei Arten wurden histologisch festgestellt. Schlechte Hornqualität bei Elefanten in menschlicher Obhut sowie
Stellen von verminderter Widerstandsfähigkeit bei wildlebenden und gehaltenen Elefanten wurden festgestellt.
Die Dicke der Gewicht tragenden Oberfläche bei Elefantenfüßen von in menschlicher Obhut gehaltenen Elefanten
wurde histologisch als "sehr dünn" (ca. 10 mm) eingestuft. Die histologische Untersuchung der normalen Füße
bietet eine Basis für die Feststellung von histopathologischen Veränderungen, insbesondere Veränderungen der
Hornqualität. Die histologischen Befunde könnten einige der Fußerkrankungen bei Elefanten erklären, obwohl sie
ebenfalls weitere Fragen über die Qualität und Angemessenheit der aktuellen Haltungsbedingungen und Fußpflege
aufkommen lassen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 726-730, 2009.

Titel: Experimentelle Leptospirose beim Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris) durch Leptospira interrogans
Serovar Pomona

Autoren: Maria Fernanda Vianna Marvulo, D.V.M. M.S., Jean Carlos Ramos Silva, D.V.M. Ph.D., Patrícia
Marques Ferreira, D.V.M. PhD., Zenaide Maria de Morais, Biol., Andrea Micke Moreno, D.V.M. Ph.D., Daniela
Sabatini Doto, D.V.M. M.S., Renata Paixão, D.V.M. M.S., Maria Regina Baccaro, D.V.M. Ph.D., Silvio Arruda
Vasconcellos, D.V.M. Ph.D. und José Soares Ferreira Neto, D.V.M. Ph.D.

Departamento de Medicina Veterinária Preventiva e Saúde Animal, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia,
Universidade de São Paulo, São Paulo-SP 05508-000, Brasilien (Marvula, Silva, Ferreira, Morais, Moreno, Doto
Paixão, Baccaro, Vasconcellos, Ferreira Neto); Instituto Brasileiro para Medicina da Conservação-Tríade, São

Paulo-SP 05514-080, Brasilien (Marvulo, Silva, Ferreira); Universidade Federal Rural de Pernambuco, RecifePE
50171-900, Brasilien (Silva). Korrespondenz bitte an Dr. Marvulo (fernanda@triade.org.br).

Zusammenfassung: Das Wasserschwein (Hydrochaeris hydrochaeris) ist die größte Nagetierart der Welt und
ist in Südamerika weit verbreitet. Sie leben in Lebensräumen mit reichlich Wasser und könnten deshalb Träger
für Leptospira darstellen. Das Ziel dieser Studie war es, die Serokonversion, Leptospirämie und Leptospirurie
bei Wasserschweinen zu untersuchen, die experimentell mit einem virulenten Stamm von Leptospira interrogans
Serovar Pomona infiziert wurden. Sieben Wasserschweine wurden in der Studie verwendet, darunter ein
Kontrolltier. Agglutine gegen Serovar Pomona wurden zuerst im Serum 6 oder 7 Tage nach Infektion mit Leptospira
(109–1011 Erreger, i.v. verabreicht) festgestellt, zeigten die Höchstkonzentration (Titer, 3,200) zwischen den 9.
und 27. Tag, und waren bis zum 83. Tag (am Ende der Studie) feststellbar. Die früheste und späteste Kultur der
Leptospiren im Blut war der 2. bzw. 12. Tag und vom Urin der 9. bzw. 19. Tag nach der Infektion. Polymerase-
Kettenreaktion und Kultur des Nieren- und Lebergewebes waren negativ für Leptospiren. Das Kontrolltier zeigte
negative Ergebnisse bei allen diagnostischen Untersuchungen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, daß das
Wasserschwein als Wirt für Leptospirose dienen kann.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 731-743, 2009.

Titel: Serologische Antikörperbildung und Nebenwirkungen nach Impfung gegen Vogelgrippe mit einem
inaktivierten H5N2-Impfstoff bei Zoovögeln

Autoren: Alexis Lécu, D.V.M., Christophe De Langhe, D.V.M., Thierry Petit, D.V.M., Frédéric Bernard, D.V.M.
und Hanny Swam, D.V.M.

Parc Zoologique de Paris, Muséum National d'Histoire Naturelle, 53 av de St Maurice, 75012 Paris, Frankreich
(Lécu); Intervet SA, 49071 Beaucouze cedex, France (De Langhe, Bernard); Zoo de la Palmyre, 17570 Les Mathes,
Frankreich (Petit); Intervet International BV Boxmeer 5830 AA, Niederlande (Swam). Korrespondenz bitte an Dr.
Lécu (pzpveto@mnhn.fr).

Zusammenfassung: Wegen der schnellen Ausbreitung des hochpathogenen H5N1Stammes der Vogelgrippe
durch Europa wurde eine vorbeugende Impfung Anfang 2006 in 135 französischen zoologischen Einrichtungen
vorgenommen. Circa 25.000 Vögel wurden mit einer inaktivierten H5N2 Vakzine geimpft. Die Durchführung des
Impfprotokolls wurde bei 4369 dieser Vögel durch Mitglieder der Association Francophone des Vétérinaires de Parc
Zoologique befolgt. Insgesamt 1686 Blutproben wurden gesammelt: vor der ersten Impfung (n = 255), zur Zeit des
Boosters (n = 463), 60 Tage nach dem Booster (n = 514) und 180 Tage (n = 229) sowie 330 Tage (n = 217) nach
der ersten Impfung. Serum wurde von 125 Vogelarten aus 15 Ordnungen durch einen Hämagglutinin-Hemmtest
untersucht, um die Serokonversion und das langzeitig untersuchte serologische Profil von bestimmten anti-H5-
Antikörpern zu bestimmen. Die Vakzine schien ausreichend sicher bei allen Ordnungen zu sein; Nebenwirkungen
durch den großen Injektionsvolumen-Körpergewicht-Quotienten wurden nicht festgestellt. Nach der zweiten

Impfung zeigten 71% der Vögel einen Titer ≥32 mit einem mittleren Titer von 558. Titer nahmen nach der 2.

Impfung bei allen untersuchten Vögeln ab, so daß 42% der Vögel einen Titer ≥32 am Tag 180 und lediglich 26%
am Tag 330 zeigten. Die Ergebnisse zeigen, daß ein Booster 42 Tage nach der ersten Impfung notwendig war, um
einen Titer über 32 zu erreichen, der bei Geflügel als ausreichender Schutz angesehen wird. Dieses Protokoll führt
ebenfalls zu einer Erhöhung der Zahl der serokonvertierten Vögel. Unterschiede der serologischen Antwort wurde
bei den verschiedenen Ordnungen und Vogelarten festgestellt und könnten mit der unterschiedlichen Impfdosis
pro Körpergewicht oder mit unterschiedlichen Immunreaktionen zusammenhängen. Das Protokoll für weitere
Impfungen wird in Zukunft für manche Ordnungen verändert, indem die injizierte Dosis erhöht wird oder ein
halbjährlicher Booster eingeführt wird, um erhöhte Titer über das ganze Jahr aufrechtzuerhalten. Die Impfung,
zusammen mit Biosicherheit, ist ein wichtiges Mittel zur Verhinderung und Kontrolle von Vogelgrippeausbrüchen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 744-751, 2009.

Titel: Chirurgische Behandlung von schwerwiegenden Schnittwunden der Flossen bei einer Unechten

Karettschildkröte (Caretta caretta) und einer Atlantik-Bastardschildkröte (Lepidochelys kempii)

Autoren: Melanie L. Church, D.V.M. B.S., Michael S. Grafinger, D.V.M. Dipl. A.C.V.S., Craig A. Harms, D.V.M.
Ph.D. Dipl. A.C.Z.M., Gregory A. Lewbart, M.S. V.M.D. Dipl. A.C.Z.M., Larry S. Christian, B.S. und Jean F.
Beasley, M.A.

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine at North Carolina State University, 4700
Hillsborough Street, Raleigh, NC 27606, USA (Church, Harms, Lewbart, Christian); The Karen Beasley Sea Turtle
Rescue and Rehabilitation Center, 822 Carolina Avenue, Topsail Island, NC 28445, USA (Beasley); Triangle
Veterinary Emergency, 3319 Durham Chapel Hill Boulevard, Durham, NC 27526, USA (Grafinger). Aktuelle
Adresse (Church): Eye Care for Animals, 2316 W. Northern Avenue, Phoenix, AZ 85021, USA. Korrespondenz
bitte an Dr. Church (dr.fauna@gmail.com).

Zusammenfassung: Eine Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) und eine Atlantik-Bastardschildkröte
(Lepidochelys kempii) wurden der North Carolina State University, College of Veterinary Medicine für die
Evaluierung distaler Verletzungen der Flossen vorgestellt. Das Ziel der Behandlung beider Schildkröten war es, die
Flossenfunktion aufrechtzuhalten und vollständige Amputation zu vermeiden. Eine schwerwiegende Flossenwunde
durch alle Gewebeschichten wurde im ersten Fall erfolgreich appositioniert und vernäht. Ein Rotationslappen wurde
im zweiten Fall angewendet, um das freiliegende Gewebe zu bedecken. Gliedmaßenfunktion war nach der OP in
beiden Fällen verbessert und vollständige Amputation wurde bei beiden Schildkröten vermieden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 752-756, 2009.

Titel: Hämodynamische Auswirkungen von Herzfehlbildungen bei zwei jungen Königspythons (Python regius)

Autoren: Bjarke Jensen, M.S. und Tobias Wang, Ph.D.

Department of Biological Sciences, Zoophysiology, Building 1131, Aarhus University, 8000 Aarhus C, Dänemark.
Korrespondenz bitte an Mr. Jensen (bjarke.jensen1@post.au.dk).
Zusammenfassung: Zwei Fälle von bifiden Herzkammern und Herzmissbildungen bei jungen Königspythons
(Python regius) wurden durch Blutdruckmessung sowie makro- und mikroskopische Untersuchung diagnostiziert.
Die Untersuchung einer normalen Königspython wurde als Vergleich verwendet. In beiden Fällen waren die
Herzkammern vergrößert und zeigten abweichende Formen. Innere Untersuchung der Kammern zeigte eine
ausgeprägte Veränderung der Muskelleiste, die bei gesunden Tieren den systemischen und pulmonalen Kreislauf
trennt. Systolischer Blutdruck war in den Aa. pulmonale und systemischen Arterien identisch, was ebenfalls mit
dem Vorhandensein einer Muskelleiste übereinstimmt. Trotz der Veränderungen erreichten die Schlangen das
Mehrfache ihres Schlüpfgewichts.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 757-766, 2009.

Titel: Photodermatitis und Photokeratokonjunktivitis bei einer Königspython (Python regius) und einem
Blauzungenskink (Tiliqua spp.)

Autoren: David W. Gardiner, D.V.M., Frances M. Baines, M.A. Vet. M.B. M.R.C.V.S. und Karamjeet Pandher,
B.V.Sc. Ph.D. Dipl. A.C.V.P.

Colorado State University Veterinary Diagnostic Laboratory and the Department of Microbiology, Immunology,
Pathology, 1619 Campus Delivery, Fort Collins, Colorado 80523, USA (Gardiner, Pandher); Greenfield, School
Lane, Govilon, Abergavenny NP79NT, Wales, Großbritannien (Baines). Aktuelle Adresse (Pandher): MS 8274–
1236, Pfizer Inc., Eastern Point Road, Groton, Connecticut 06340, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Gardiner
(dwg@colostate.edu).

Zusammenfassung: Eine männliche Königspython (Python regius) und ein weiblicher Blauzungenskink
(Tiliqua spp.) unbekannten Alters wurden wegen Inappetenz, Apathie, übermäßigen und abweichenden Häutens,
Hornhauttrübung (Python) und Gewichtsabnahme (Skink) seit circa drei Wochen vorgestellt. Die Tiere waren die
am stärksten betroffenen Tiere aus einer privaten Reptiliensammlung mit vielen Tieren, die ähnliche Symptome
aufwiesen. Bei der Sektion zeigte die Python beidseitige Hornhauttrübung mit vereinzelten mittelgradigen
Hautveränderungen wegen abweichender Häutung. Der Skink zeigte geringgradige Zeichen einer abweichenden
Häutung, schlechten Körperzustand, mittelgradigen Darmnematodenbefall und geringgradige Leberatrophie.
Mikroskopische Untersuchung ergab epidermale Erosion und Ulzeration mit hochgradiger Basalzelldegeneration
und –nekrose sowie oberflächliche Dermatitis (Python und Skink). Hochgradige bilaterale ulzerative
Keratokonjunktivitis mit bakterieller Kolonisierung wurde bei der Python festgestellt. Mikroskopische Befunde
der Haut und Augen deuteten auf die Einwirkung von ultravioleter (UV) Strahlung oder auf Photodermatitis und
Photokeratokonjunktivitis hin. Die Entfernung von neu installierten Lampen über den Gehegen von überlebenden
Reptilien führte zum Nachlassen von klinischen Symptomen. Die Evaluierung einer Lampe gleichen Typs wie die,
die die hier beschriebenen Fälle verursachte, zeigte außerordentlich hohe UV-Strahlung, darunter sehr kurze UVB-
Wellenlängen, die weder im natürlichen Sonnenlicht vorkommen noch von anderen UVB-Lampen ausgestrahlt
werden, die nicht mit Photokeratokonjunktivitis assoziiert sind. Die Aussetzung von hochintensiven und/oder
unangemessenen Wellenlängen von UV-Strahlung können mit erheblicher Morbidität und sogar Mortalität bei
Reptilien einhergehen. Tierärtze, die Reptilien mit Augen- und/oder Hautveränderungen unbekannter Ursache
untersuchen, sollen die Einzelheiten der Lichtquellen der Vivarien vollständig evaluieren. Weitere Untersuchungen
über die Merkmale von angemessenem und auch toxischem UV-Licht sollen für Reptilien in menschlicher Obhut
durchgeführt werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 767-772, 2009.

Titel: Erworbener Nabelbruch bei vier Eisbären (Ursus maritimus) in menschlicher Obhut

Autoren: Karen E. Velguth, D.V.M., Mark C. Rochat, D.V.M. M.S. Dipl. A.C.V.S., Jennifer N. Langan, D.V.M.
Dipl. A.C.Z.M. und Kay Backues, D.V.M. Dipl. A.C.Z.M.

Departments of Pathobiology (Velguth) and Veterinary Clinical Sciences (Rochat), Center for Veterinary Health
Sciences, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA; Department of Veterinary Clinical
Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, 1008 W. Hazelwood Drive, Urbana, Illinois
61802, USA; Chicago Zoological Society, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan); Tulsa Zoo
and Living Museum, 5701 E. 36th St. N., Tulsa, Oklahoma 74115, USA (Backues). Korrespondenz bitte an Dr.
Velguth (velguth@okstate.edu).

Zusammenfassung: Obwohl Nabelbrüche bei domestizierten Tieren und Menschen häufig auftreten, sind sie bei
Eisbären unzureichend beschrieben. Chirugische Reposition mit Herniorrhaphie wurde durchgeführt, um erworbene
Brüche in der Nähe des Nabels bei vier ausgewachsenen Eisbären (Ursus maritimus) aus nordamerikanischen
zoologischen Gärten zu behandeln. Zwei der vier Bären zeigten keine klinische Symptome vor der Operation. Ein
Eisbär zeigte hochgradige Schmerzen nach akuter Vergrößerung der Hernie. Der vierte Bär zeigte Wiederkehr
der Hernie nach der Operation, die zu akuten abdominalen Schmerzen durch Einklemmung und Inkarzeration des
Magens führte. Die Brüche wurden bei drei Bären chirurgisch durch Debridement des Bruchsacks und direkten
Verschluss der Bauchwand operiert. Die große Hernie des am stärksten betroffenen Tiers wurde mit einem
Polypropylennetz repariert, um übermäßige Spannung zu vermeiden. Die hier beschriebenen Fälle zeigen, daß,
obwohl kleine Hernien über lange Zeiträume klinisch unbedeutend sein können, eine Zunahme oder Rezidiv des
Nabelbruchs zu Inkarzeration und akuten abdominalen Folgen führen kann. Nabelhernien sind bei wildlebenden
Eisbären nicht bekannt. Es wird angenommen, daß Faktoren wie Körperzustand, begrenzte Bewegung und
Gehegebauweisen möglicherweise zur Entwicklung von Nabelbrüchen bei Eisbären in menschlicher Obhut
beitragen könnten.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 773-780, 2009.

Titel: Veränderung der Pars intermedia der Hypophyse (Equines Cushing-Syndrom) bei einem Onager (Equus
hemionus onager)

Autoren: Alison J. Peel, B.Sc. (Vet.) B.V.Sc. M.Sc. M.R.C.V.S., Tim Bouts, D.V.M. M.Sc. M.R.C.V.S., Edmund
Flach, M.A. Vet. M.B. M.Sc. D. Zoo. Med. M.R.C.V.S., Sonja Rivers, B. Vet. Med. M.Sc. Dipl. A.C.V.P.
M.R.C.V.S. und Andrew Routh, B.V.Sc. Cert. Zoo. Med. M.R.C.V.S.

Veterinary Department (Peel, Flach, Routh), and Institute of Zoology (Peel), Zoological Society of London (ZSL),
Regent's Park, London NW1 4RY, Großbritannien; Royal Veterinary College, Royal College Street, London
NW1 0TU, Großbritannien (Peel); Veterinary Department, ZSL Whipsnade Zoo, Whipsnade, Bedfordshire LU6
2LF, Großbritannien (Bouts); Abbey Veterinary Services, 89 Queen Street, Newton Abbot, Devon TQ12 2BG,
Großbritannien (Rivers). Korrespondenz bitte an Dr. Bouts (tim.bouts@zsl.org).

Zusammenfassung: Veränderung der Pars intermedia der Hypophyse (PPID), auch als Equines Cushing-Syndrom
bekannt, wird am häufigsten bei älteren Pferden und Ponys diagnostiziert, wurde jedoch noch nicht bei nicht
domestizierten Equiden in menschlicher Obhut diagnostiziert. Ein 13 Jahre alter Onager (Equus hemionus onager),
der im Zoological Society of London (ZSL) Whipsnade Zoo gehalten wurde, zeigte klinische Symptome, die mit
PPID einhergehen, darunter Hirsutismus, Stammfettsucht, Gewichtsverlust, Hufrehe und chronische Infektionen.
Ein Dexamethason-Suppressionstest wurde zur Bestätigung von PPID durchgeführt. Adenomatöse Hyperplasie und
ein Mikroadenom der Pars intermedia wurden bei der Sektion festgestellt. Vier Monate später verstarb plötzlich
das Muttertier dieses Tieres, und adenomatöse Hyperplasie der Pars intermedia wurde ebenfalls bei der Sektion
diagnostiziert. Das Muttertier zeigte keine klinischen Symptome der PPID. Untersuchung der archivierten Akten
zeigte acht weitere ausgewachsene Onager, die zwischen 1993 und 2007 starben oder eingeschläfert wurden.
Das Gehirn wurde von vier dieser Tiere nicht untersucht, obwohl ein erfahrener Zoo- und Wildtierpathologe die
Hypophyse von drei der Tiere subjektiv als vergrößert beschrieb. Die Prävalenz einer vergrößerten Hypophyse
einschließlich dieser Tiere beträgt 83,3%. Hyperplastische Hypophysenveränderungen sind bei domestizierten
Equiden mit Alter positiv korreliert, und das könnte auch bei Onager der Fall sein. Andere Ursachen sind ebenfalls
diskutiert.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 781-785, 2009.

Titel: Anwendung des Elefanten-TB Stat-Pak-Test und Mapia (Multi-Antigen Print Immunassay) für die
Diagnose, und Überwachung der Behandlung von Tuberkulose beim Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis)

Autoren: Ann E. Duncan, D.V.M., Konstantin Lyashchenko, Ph.D., Rena Greenwald, M.D., Michelle Miller,
D.V.M. und Ray Ball, D.V.M.

Detroit Zoological Society, 8450 W. Ten Mile, Royal Oak, Michigan 48067, USA (Duncan); Chembio Diagnostic
Systems, Inc., 3661 Horseblock Road, Medford, New York 11763, USA (Lyashchenko, Greenwald); Disney Animal
Kingdom, Orlando, Florida, USA (Miller); Busch Gardens, 3605 E. Bougainvillea Avenue, Tampa, Florida, USA
(Ball). Aktuelle Adresse (Miller): Palm Beach Zoo, 1301 Summit Boulevard, West Palm Beach, Florida 33405,
USA. Korrespondenz bitte an Dr. Duncan (aduncan@dzs.org).

Zusammenfassung: Viele Wildtierarten, darunter auch Nashörner, sind für die Infektion mit Mycobacterium
tuberculosis oder M. bovis empfänglich. Diagnostische Mittel vor dem Tod sind bei exotischen Huftierarten durch
Schwierigkeiten der Durchführung des Tests, die Probensammlung und Interpretation der Ergebnisse limitiert.
Deshalb wäre ein einfacher, schneller Bluttest von Nutzen. Zwei Fälle von bestätigter M. tuberculosis-Infektion bei
Spitzmaulnashörnern sowie ein Tier, das im Kontakt mit diesen Tieren war, wurden auf Antikörperreaktionen durch
den Schnelltest mit Lateralfluss (ElephantTB STAT-PAK) und Multiantigen-Print-Imunassay (MAPIA) untersucht.
Alle drei Tiere testeten mit beiden Tests seropositiv. MAPIA wies Antikörper gegen ESAT-6-, CFP10- und MPB83-
Antigene nach. Nachdem die Nashörner mit antituberkulösen Medikamenten behandelt wurden, nahmen ihre
Antikörpertiter langsam ab. Ein Nashorn starb circa 9 Monate nach Beginn der Behandlung und zeigte kurz vor
dem Tod eine Zunahme des Antikörpertiters. Die anderen zwei Nashörner, die 1 bzw. 2 Jahre lang behandelt
wurden, zeigten weder klinische Symptome noch positive Kulturergebnisse für M. tuberculosis zur Zeit der Sektion
2 bzw. 6 Jahre später, als sie an anderen Ursachen starben. Die Antikörpertiter dieser zwei Nashörner blieben

signifikant niedriger als zum Zeitpunkt der Diagnose. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß ElephantTB STAT-
PAK und MAPIA bei der Diagnose einer M. tuberculosis-Infektion und bei der Überwachung der Behandlung beim
Spitzmaulnashorn wertvoll sein können.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 786-790, 2009.

Titel: Chirurgische Kastration bei subadulten Giraffen (Giraffa camelopardalis)

Autoren: Rose Borkowski, D.V.M., Scott Citino, D.V.M. Dipl. A.C.Z.M., Mitch Bush, D.V.M. Dipl. A.C.Z.M.,
Paul Wollenman, D.V.M. und Brenda Irvine, B.Sc.

Department of Biology and Marine Science, Jacksonville University, 2800 University Blvd. N., Jacksonville,
Florida 32211, USA (Borkowski); Virginia Racing Commission, 10515 Colonial Downs Parkway, New Kent,
Virginia 23124, USA (Borkowski); Department of Veterinary Sciences, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida
32097, USA (Citino); Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue, N.W., Washington,
D.C. 20008, USA (Bush); Palm Beach Equine Clinic, 13125 Southfields Road, Wellington, Florida 33414, USA
(Wollenman); Lion Country Safari, 2003 Lion Country Safari Road, Loxahatchee, Florida 33470, USA (Irvine).
Korrespondenz bitte an Dr. Borkowski (rborkow@ju.edu).

Zusammenfassung: Die chirurgische Kastration wurde bislang bei subadulten Giraffen (Giraffa camelopardalis)
nicht häufig durchgeführt. Die Kastration bei domestizierten Großtieren trägt eine erhebliche Komplikationsrate,
darunter postoperative Mortalität. Die Kastrationsmethoden und die damit assoziierten Komplikationen bei
domestizierten Großtieren sind in der Literatur ausführlich beschrieben. Wenige Beschreibungen dieser Operation
existieren für große Zootierarten. Weiterhin wurde ein geeignetes Narkoseprotokoll für die chirurgische Kastration
für Giraffen noch nicht ausführlich beschrieben. Offene Kastration mit einem Emaskulator plus Ligierung
wurde bei drei subadulten Giraffen durchgeführt, die 555-711 kg wogen. Die Hodensackschnitte wurden offen
gelassen und heilten nach circa 6 Wochen. Ein Tier entwickelte eine Entzündung der Hodensackhaut. Weitere
Komplikationen traten nicht auf. Eine langsame Heilung der Hodensackhaut erhöht das Risiko einer aufsteigenden
Infektion. Deshalb sollte bei Giraffen in Betracht gezogen werden, den Hodensackschnitt vollständig oder
zum Teil zuzunähen. Die Erfahrungen mit diesen Tieren deuten weiterhin darauf, daß eine geschlossene oder
modifiziert geschlossene Kastration bei Giraffen dieser Größe in Betracht gezogen sollte. Narkose mit Thiafentanil,
Medetomidin und Ketamin plus Lokalanasthäsie mit Lidocain sind für die chirurgische Kastration bei Giraffen
angebracht.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 791-795, 2009.

Titel: Intrapartale Gebärmutterruptur mit zufälliger Adenomyose der Gebärmutter bei einem Afrikanischen
Wildhund (Lycaon pictus)

Autoren: Annie Newell-Fugate, D.V.M. M.Sc. und Emily Lane, B.V. Sc. M.Phil. M.R.C.V.S. Dipl. A.C.V.P.

Veterinary Wildlife Unit, Department of Production Animal Studies, Faculty of Veterinary Science, Onderstepoort
0110, Südafrika (Newell-Fugate); Department of Pathology, Faculty of Veterinary Science, University of Pretoria,
Onderstepoort 0110, Südafrika (Lane). Aktuelle Adresse (Newell-Fugate): Department of Animal Sciences, 380
Animal Sciences Laboratory, University of Illinois, 1207 Gregory Drive, Urbana, Illinois 61801, USA; (Lane):
Zoological Pathology and Research, National Zoological Gardens, P.O. Box 754, Pretoria 0001, Südafrika.
Korrespondez bitte an Dr. Newell-Fugate, (newellf1@uiuc.edu).

Zusammenfassung: Ein 7 Jahre alter, weiblicher, multiparer Afrikanischer Wildhund (Lycaon pictus) erlitt eine
Schwergeburt und verstarb ein Tag nach dem Beginn des Geburtsvorgangs. Das rechte Horn der Gebärmutter
zeigte bei der Sektion drei plazentare Verbindungsstellen, das linke Horn nur eine Verbindungsstelle. Eine
vollständige Ruptur durch alle Gewebeschichten des rechten Uterushorns an der mittleren Verbindungsstelle
sowie ein autolysierter Fötus frei in der Bauchhöhle wurden vorgefunden. Die Todesursache war hypovolämischer

und endotoxämischer Schock nach Gebärmutterruptur. Das Myometrium neben der Rupturstelle und im linken
Uterushorn war durch fibröse Bindegewebsstränge in unregelmäßige Pseudoläppchen unterteilt, die kleine
glanduläre Acini des Endometriums enthielten. Dieser Befund läßt einen Verdacht auf Adenomyose zu, welche zu
der Gebärmutterruptur geführt haben könnte. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung einer durch Schwergeburt
hervorgerufene Gebärmutterruptur und Adenomyose bei einem Wildhund dar.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 796-798, 2009.

Titel: Transabdominale Ultraschalluntersuchung zur Überwachung der Trächtigkeit beim Alpenmurmeltier
(Marmota marmota)

Autoren: Sascha Knauf, Cornelia Exner, Dr. med. vet., Rainer Hospes, Dr. med. vet. PD, Gerhard Heldmaier, Dr.
Rer. Nat. Prof. und Axel Wehrend, Prof. Dipl. E.C.A.R. Dipl. E.C.B.H.M.

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere, Justus-Liebig-Universität
Gießen, Frankfurter Straße 106, 35392 Gießen, Deutschland (Knauf, Hospes, Wehrend); Opel Zoo, Georg
von Opel – Zoo Freigehege für Tierforschung, von Opel Hessische Zoostiftung, 61476 Kronberg in Taunus,
Deutschland (Knauf); Fachbereich Biologie, Fachgebiet Tierphysiologie, Phillips Universität Marburg, Karl von
Frisch Straße 8, 35043 Marburg, Deutschland (Exner, Heldmaier). Korrespondenz bitte an Mr. Sascha Knauf
(Sascha.Knauf.vetmed@gmx.de).

Zusammenfassung: In freier Wildbahn verbringen Alpenmurmeltiere (Marmota marmota) die meiste Zeit
in unterirdischen Bauen. Deshalb ist die Beobachtung des Fortpflanzungsverhaltens während der Paarung,
Trächtigkeit und der frühen Jugendentwicklung sehr schwierig. Sonographische Untersuchungen von trächtigen
Alpenmurmeltieren in menschlicher Obhut veranschaulichen charakteristische Merkmale der verschiedenen
Trächtigkeitsphasen. Der erste sonographische Nachweis einer Trächtigkeit wurde am Tag -25 (Tag 0 ist definiert
als Tag der Geburt). Am Tag -18 wurde der Herzschlag erstmals erkannt, und spontane fötale Bewegungen
wurden am Tag -14 festgestellt. Am Tag -7 war die Mineralisierung des Skeletts erkennbar. Es war möglich, die
Trächtigkeit zu untersuchen und das Fortbestehen zu überwachen. Ultraschalluntersuchung kann als eine nicht
invasive Alternative zur klassischen Bestätigung der Trächtigkeit bei Murmeltieren durch Progesteronmessung im
Serum angesehen werden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 799-802, 2009.

Titel: Tödliche fulminante Hepatitis bei einem Schimpansen (Pan troglodytes) nach Verabreichung von
Cyproteronacetat

Autoren: Wendi D. Roe, B.V.Sc. Dipl. A.C.V.P., Katja Geschke, D.V.M. Ph.D. und Chris Pease, M.M.B.S.
F.R.C.Path.

Institute of Veterinary, Animal and Biomedical Sciences, Massey University, Palmerston North, PN4442,
Neuseeland (Roe); Wellington Zoo Trust, 200 Daniell Street, Newtown, WN6021, Neuseeland (Geschke); Aotea
Pathology, CMC Building, 89 Courtenay Place, Te Aro, WN6011, Neuseeland (Pease). Korrespondenz bitte an Dr.
Roe (w.d.roe@massey.ac.nz).

Zusammenfassung: Cyproteronacetat ist ein antiandrogenes Steroidhormon, das in der Humanmedizin zur
männlichen Schwangerschaftsverhütung sowie zur Behandlung von Erkrankungen verwendet wird, die auf die
Unterdrückung der Testosteronsynthese ansprechen. Obwohl schwerwiegende Nebenwirkungen selten sind, sind
sporadische Fälle von hochgradiger Hepatitis bekannt, darunter mehrere mit tödlichem Ausgang. Dieser Bericht
beschreibt einen Fall tödlicher, fulminanter Hepatitis bei einem von vier männlichen Schimpansen (Pan troglodytes),
die einer experimentellen Behandlung mit Cyproteronacetat zur Verringerung von Aggression zwischen Männchen
unterzogen wurden.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 803-805, 2009.

Titel: Beurteilung von zwei kurzen Narkoseprotokollen beim jungen Gabelbock (Antilocapra americana) in
menschlicher Obhut

Autoren: Khursheed R. Mama, D.V.M. Dipl. A.C.V.A., Samantha Uhrig, D.V.M. M.S., David S. Miller, D.V.M.
M.S. Dipl. D.A.C.Z.M., Lauren Harris, Melissa Syndergaard, Marianne Regnier, D.V.M. und Jack C. Rhyan,
D.V.M. M.S.

Department of Clinical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80526, USA (Mama, Uhrig,
Miller, Harris, Syndergaard, Regnier); National Wildlife Research Center, 4101 La Porte Avenue, Fort Collins,
Colorado 80521, USA (Rhyan). Aktuelle Adressen (Uhrig): Dessert Willow Veterinary Services LLC., 512
E. Fiesta Drive, Carlsbad, New Mexico 88220, USA; (Regnier): Channel Islands Veterinary Hospital, 741 W.
Channel Islands Boulevard, Port Hueneme, California 93041, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Khursheed Mama
(kmama@colostate.edu).

Zusammenfassung: Sichere und wirksame Narkose ist zur Durchführung von biomedizinischen Verfahren
beim Gabelbock (Antilocapra americana) notwendig. Zwei Protokolle für kurze Narkose wurden bei 10 jungen
männlichen Gabelböcken in menschlicher Obhut durchgeführt. Nach Verabreichung von i.m. Medetomidin (0,1 mg/
kg), wurden die Tiere entweder mit intravenösem Propofol (P) oder Ketamin (K) narkotisiert. Verhaltensbedingte
und physiologische Parameter wurden 15 Min. lang vor Verabreichung von Atipamezol (0,2 mg/kg, i.m.) gemessen.
Quantitative und qualitative Werte waren bei beiden Protokollen ähnlich. Mittlere Einleitungszeit betrug bei K 80 ±
23 und bei P 75 ± 15 Sekunden. Arterieller Blutdruck nahm mit der Zeit ab, und Hypoxämie (PaO2 51 ± 4 mmHg)
wurde bei beiden Protokollen festgestellt.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 806-808, 2009.

Titel: β2-Toxin von Clostridium perfringens bei einem Mantelpavian (Papio hamadryas) mit Enteritis

Autoren: Georgios N. Nikolaou, D.V.M. M.Sc., Marja J. L. Kik, D.V.M. Ph.D. Dipl. Vet. Path. NL., Alphons J. A.
M. van Asten, Ph.D. und Andrea Gröne, D.V.M. Ph.D. Dipl. A.C.V.P. Dipl. E.C.V.P.

Department of Pathobiology, Faculty of Veterinary Medicine, Utrecht University, Yalelaan 1, P.O. Box 80.158,
3508 TD Utrecht, Niederlande (Nikolaou, Kik, van Asten, Gröne); Dutch Wildlife Health Centre, Yalelaan 1,
P.O. Box 80.158, 3508 TD Utrecht, Niederlande. (Kik, Gröne). Aktuelle Adresse (Nikolaou): State Central
Veterinary Institute, Histopathology Department, 1417 Nicosia, Zypern. Korrespondenz bitte an Dr. van Asten
(A.J.A.M.vanAsten@uu.nl).

Zusammenfassung: Ein 11 Jahre alter, weiblicher Mantelpavian (Papio hamadryas) starb mit einer Vorgeschichte
von Durchfall und Inappetenz und wurde pathologisch untersucht. Die Hauptbefunde beschränkten sich auf den
Magen-Darm-Trakt. Der Inhalt des Dünndarms war wässrig und blutig mit einer Vertiefung der roten Farbe des
Dickdarms. Die Darmschleimhaut war hyperämisch. Bei der mikroskopischen Untersuchung wurde Nekrose des
oberflächlichen Epithels im Zusammenhang mit zahlreichen Stäbchen und einer hohen Anzahl von Trichuris
cynocephalus-Nematoden festgestellt. Die Kultur des Dünndarms ergab Clostridium perfringens. Weitere pathogene
Bakterien wurden mit routinemäßigen bakteriologischen Methoden nicht isoliert. Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
identifizierte das isolierte Clostridium perfringens als Typ A cpb2-positiv. Immunhistochemische Untersuchung mit
Anti-β2-Toxin-Antikörpern ergab das Vorhandensein von β2-Toxin in unmittelbarer Nähe der Darmveränderungen.

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40(4): 809-811, 2009.

Titel: Kryptosporidiosis bei einem Europäischen Igel (Erinaceus europaeus)

Autoren: Anna Louise Meredith, Vet. M.B. Cert. L.A.S. D. Zoo. Med. und Elspeth Mary Milne, B.V.M. & S. Ph.D.
Dipl. E.C.V.C.P.

Division of Veterinary Clinical Sciences, University of Edinburgh, Royal (Dick) School of Veterinary Studies,
Easter Bush Veterinary Centre, Roslin, Midlothian, EH25 9RG, Großbritannien (Meredith, Milne). Korrespondenz
bitte an Dr. Milne (Elspeth.Milne@ed.ac.uk).

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener weiblicher Europäischer Igel (Erinaceus europaeus) entwickelte
hämorrhagischen Durchfall, sprach nicht auf Therapie an und wurde eingeschläfert. Bei der Sektion war der Magen-
Darm-Trakt mit klarer Flüssigkeit erweitert. Die histopathologische Untersuchung des Jejunums und Ileums
ergab zahlreiche kleine, runde, blasse, basophile Organismen auf der luminalen Oberfläche der Enterozyten und
frei in den Krypten, die mit Kryptosporidien übereinstimmten. Zusätzlich wurde hochgradige Zottenatrophie des
Ileums festgestellt. Es wurde vermutet, daß eine chronische systemische Erkrankung zur Immunsuppression und
nachfolgenden Kryptosporidiose des Igels führte. Dieser Bericht stellt die erste ausführliche Beschreibung von
Kryptosporidiose bei dieser Tierart dar.

 

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