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jzwm_germanabstract_v41n1_2010

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 41(1) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 1-6, 2010.

 

Titel: Ein Überblick über Toxoplasmose bei Kängurus

 

Autoren: Timothy J. Portas, B.V.Sc., M.A.C.V.Sc.

 

Australia Zoo, 1638 Steve Irwin Way, Beerwah Queensland 4519, Australien. Korrespondenz bitte an Dr. Portas (timp@wildlifewarriors.org.au).

 

Zusammenfassung: Toxoplasmose ist eine ausführlich beschriebene Erkrankung, die erhebliche Morbidität und Mortalität bei sowohl wildlebenden als auch gehaltenen Känguru-Arten verursacht. Das klinische Bild der Toxoplasmose bei Känguru-Arten ist unterschiedlich und zeigt, daß viele Körpersysteme von der Krankheit betroffen sind. Tiere können ohne jegliche Symptome oder nach akutem Auftreten unspezifischer Symptome sterben. Bei chronischen Fällen werden neurologische Symptome, Blindheit, Atembeschwerden, und, in manchen Fällen, Durchfall beobachtet. Histologische Veränderungen können beträchtlich sein, und das Lungenparenchym, der Herz- und Skelettmuskel, die Lymphknoten, die Milz, der Magen-Darm-Trakt, die Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, das zentrale Nervensystem, sowie die Leber und Niere können betroffen sein. Die Diagnose vor dem Tod ist oft schwierig, obwohl eine Auswahl von serologischen Tests vorhanden ist. Die Behandlung der Erkrankung ist oft nicht erfolgreich, obwohl neuere Untersuchungen zeigen, daß die Behandlung von akuten Fällen mit dem Antiprotozoikum Atovaquon die Infektion erfolgreich eliminieren kann. Die Impfung von Kängurus gegen Toxoplasmose zeigte sich bisher als unwirksam, und vorbeugende Maßnahmen begrenzen sich auf die Verhinderung des Kontaktes mit sporulierten Oozysten in der Umgebung der Tiere.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 7-16, 2010.

 

Titel: Nachweis von Antibiotikaresistenzen bei freischwimmenden Meeresraubfischarten

 

Autoren: Jason K. Blackburn, M.S., Ph.D., Mark A. Mitchell, D.V.M., Ph.D., Mary-Claire Holley Blackburn, B.S., D.V.M., Andrew Curtis, M.S., Ph.D. und Bruce A. Thompson, M.S., Ph.D.

 

Emerging Pathogens Institute and Department of Geography, University of Florida, Gainesville, Florida 32607, USA (J. Blackburn); Department Veterinary Clinical Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 61802, USA (Mitchell); School of Veterinary Medicine, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA (M. C. Blackburn); Department of Geography, College of Letters, Arts and Sciences, University of Southern California, Kaprielian Hall, Room 416, 3620 South Vermont Avenue, Los Angeles, California 90089–0255, USA (Curtis); Coastal Fisheries Institute, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA (Thompson). Korrespondenz bitte an Dr. J. Blackburn (jkblackburn@ufl.edu).

 

Zusammenfassung: Das Auftreten von Antibiotikaresistenzen von Bakterien ist ein zunehmendes Problem in sowohl der Human- als auch in der Veterinärmedizin. Mehrere Studien konnten bisher das Vorkommen von resistenten Bakterien bei Menschen, Nutztieren und Haustieren nachweisen, aber nur wenige Untersuchungen über das Vorkommen von solchen Resistenzen bei Wildtierarten wurden bisher unternommen. Eine Querschnittsstudie wurde unternommen, um die Prävalenz von resistenten Bakterienstämmen bei wildgefangenen Meeresraubfischen festzustellen. Sieben Haiarten und eine Knochenfischart von den folgenden sechs Orten wurde opportunistisch untersucht: die Küste von Belize, die Küste und küstennahes Gewässer von Louisiana, Florida Keys und Marthas Vineyard, Massachusetts. Insgesamt 134 Bakterienstämme wurden aus Kloakenabstrichen von untersuchten Raubfischen isoliert. Die Isolate wurden durch Morphologie bei der Gram-Färbung bestimmt, und Resistenzen wurden mit der Kirby-Bauer-Diffusionsmethode festgestellt. Dreizehn Antibiotika wurden in dieser Studie untersucht: Penicillin G, Piperacillin, Ticarcillin, Cefotaxim, Ceftazidim, Ceftiofur, Amikacin, Gentamicin, Ciprofloxacin, Enrofloxacin, Doxycyclin, Chloramphenicol und Sulfamethoxazol. Die Prävalenz wurde als die Gesamtzahl der resistenten Isolate gegen ein oder mehrere Antibiotika aus der Gesamtzahl der Proben in einem Fangort oder einer Fischpopulation berechnet. Haie aus den Florida Keys zeigten die größte Resistenz gegen eine breite Auswahl von Antibiotika. Resistenz gegen mindestens ein Antibiotikum wurde in jedem der sechs untersuchten Fangorte und in jeder Fischart festgestellt. Resistenz gegen mehrere Antibiotika wurde in den meisten untersuchten Fangorten vorgefunden. Interspezifische Vergleiche zwischen Augenfleck-Umberfisch (Sciaenops ocellata) und Haien aus küstennahen Gewässern Louisianas aus der Carcharhinus-Gattung zeigten signifikant höhere Prävalenz bei den Augenfleck-Umberfisch, die auf das höhere Alter dieser Population zurückzuführen sein könnte. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen das Vorkommen von Antibiotika-resistenten Bakterien bei Meeresraubfischen mehrerer Arten und geographischer Orte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 17-21, 2010.

 

Titel: Blutbildwerte und biochemische Plasmauntersuchung beim Weißstorch (Ciconia ciconia)

 

Autoren: Zoltán Szabó, D.V.M., Attila Beregi, D.V.M., Ph.D., Péter Vajdovich, Ph.D., Dipl. E.C.V.C.P., Zsolt Abonyi-Tóth, M.Sc., Eszter Mátrai, M.Sc., Péter Pazár, D.V.M. und Tibor Gaál, C.Sc., Dipl. E.C.V.C.P.

 

C. J. Hall Veterinary Surgeons, Exotic Centre, 15 Temple Sheen Road, East Sheen, SW14 7PY, London, Großbritannien (Szabó); Department and Clinic of Internal Medicine, Faculty of Veterinary Science, Szent István University, István u. 2, H-1078, Budapest, Ungarn (Beregi, Vajdovich, Pazár, Gaál); Department of Biomathematics and Informatics, Faculty of Veterinary Science, Szent István University, István u. 2, H-1078, Budapest, Ungarn (Abonyi-Tóth); Human Genetics Division, University of Southampton, Highfield, SO17 1BJ, Southampton, Großbritannien (Mátrai). Korrespondenz bitte an Dr. Szabó (zszabo0906@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Blutbild- und biochemische Plasmawerte wurden beim Weißstorch (Ciconia ciconia) untersucht. Blutproben wurden von insgesamt 80 ausgewachsenen Weißstörchen aus ungarischen zoologischen Gärten und aus Wildtierstationen zwischen 2002 und 2006 gesammelt. Die folgenden Blutbildwerte wurden berechnet: (Hämatokrit 46,3% ± 5,3%; Hämoglobinkonzentration 127,8 ± 20,4 g/L; Erythrozytenzahl 2,28 ± 0,35 1012/l; Leukozytenzahl 21,6 ± 4,2 109/l; Heterophilenzahl 61,0% ± 9,8% [13,1 ± 3,2 × 109/l]; Lymphozytenzahl 34,3% ± 9,1% [7,4 ± 2,5 × 109/l]; Monozytenzahl 3,44% ± 2,3% [0,78 ± 0,57 × 109/l]; Eosinophilenzahl 0,75% ± 0,91% [0,16 ± 0,21 × 109/l]; Basophilenzahl 0,38% ± 0,56% [0,04 ± 0,07 × 109/l]). Die folgenden biochemischen Plasmawerte wurden berechnet: Aspartataminotransferase 267,5 ± 145,8 U/l; L-γ-Glutamyltransferase 47,6 ± 49,3 U/l; Lipase 70,3 ± 60,6 U/l; Kreatinkinase 443,9 ± 182,2 U/l; Laktatdehydrogenase 880,4 ± 293,6 U/l; Alkalinphosphatase, 177,5 ± 116,6 U/l; Amylase, 917,6 ± 314,3 U/l; Glutamatdehydrogenase 7,3 ± 4,0 U/l; Gesamtprotein 45,2 ± 8,1 g/l; Harnsäure 459,2 ± 254,3 µmol/l; Gallensäure 46,3 ± 20,5 µmol/l). Die Ergebnisse dieser Studie können als Referenzwerte angesehen werden, weil solche Werte für ausgewachsene Weißstörche bisher nicht existierten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 22-27, 2010.

 

Titel: Aminosäuremangel ist nicht mit ulzerativen Veränderungen beim Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) assoziiert

 

Autoren: Candice L. Dorsey, Ph.D., Patricia Dennis, D.V.M., Ph.D., Andrea J. Fascetti, V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.N., Dipl. A.C.V.I.M., Thomas Wood, Ph.D. und Janine L. Brown, Ph.D.

 

Smithsonian National Zoological Park, Conservation and Research Center, 1500 Remount Drive, Front Royal, Virginia 22630, USA (Dorsey, Brown); George Mason University, Department of Environmental Science and Public Policy, 4400 University Drive, Fairfax, Virginia 22030, USA (Dorsey, Wood); Cleveland Metroparks Zoo, 4200 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109, USA (Dennis); and Department of Molecular Biosciences, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Fascetti). Korrespondenz bitte an Dr. Dorsey (cdorsey@aza.org).

 

Zusammenfassung: Ulzerative Veränderungen der Mundhöhle und Haut sind wichtige Probleme, die Gesundheit und Haltung von Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) beeinträchtigen. Die Veränderungen bei Spitzmaulnashörnern ähneln denen anderer Tierarten mit oberflächlicher nekrolytischer Dermatitis (SND). Eine biochemische Abweichung bei Hunden mit SND ist hochgradiger Aminosäuremangel im Blut, und die Erkrankung verläuft fast immer tödlich. Das Ziel dieser Studie war es, zu bestimmen, ob Spitzmaulnashörner mit ähnlichen Veränderungen einen entsprechenden Aminosäuremangel zeigen. Aminosäurekonzentrationen wurden in monatlichen Plasmaproben ein Jahr lang gemessen; darunter waren 4 Nashörner mit und 34 ohne klinische Veränderungen, die mit SND einhergingen. Die Nashörner mit Haut- und/oder Mundhöhlenveränderungen waren alle Männchen und wurden in zoologischen Gärten aufgezogen und waren 2, 6, 17 und 23 Jahre alt. Sie waren alle aus verschiedenen Einrichtungen. Drei der Tiere überlebten die Haut- (n = 2) und Mundhöhlenveränderungen (n = 1). Ein Männchen mit sowohl Haut- als auch Mundhöhlenveränderungen verstarb an der Krankheit. Keines der betroffenen Nashörner zeigte eine Verringerung der Konzentration der einzeln gemessenen Aminosäuren oder der Gesamtaminosäurenkonzentration (P > 0,05). Auf Grund des Fehlens eines Aminosäuremangels und der vergleichbar niedrigen Mortalitätsrate bei Nashörnern mit dieser Krankheit wird beschlossen, daß das Syndrom nicht gänzlich mit SND anderer Tierarten übereinstimmt. Diese Ergebnisse werden für weitere Studien über den Ernährungszustand und andere metabolische Krankheiten nützlich sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 28-34, 2010.

 

Titel: Narkose vom Rotfuchs (Vulpes vulpes) mit Medetomidin-Ketamin und Medetomidin-Midazolam mit Verabreichung des Antagonisten Atipamezol

 

Autoren: Yael Shilo, D.V.M., Roi Lapid, B.Sc., Roni King, D.V.M., Tali Bdolah-Abram, M.Sc. und Ana Epstein, D.V.M.

 

Koret School of Veterinary Medicine, Hebrew University of Jerusalem, P.O.B. 12, Rehovot 76100, Israel (Shilo, Lapid, Bdolah-Abram, Epstein); Israel Nature and Parks Authority, Science & Conservation Division, 3 Am Ve’Olamo Street, Jerusalem 95463, Israel (King). Aktuelle Adresse (Shilo): Veterinary Medical Teaching Hospital, University of California at Davis, One Shields Avenue. Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Shilo (shilo.yael@gmail.com).

 

Zusammenfassung: 32 wildlebende Rotfüchse (Vulpes vulpes) wurden mit einer von drei Kombinationen mit i.m.-Injektion narkotisiert: Medetomidin (0,076 ± 0,017 mg/kg) und Ketamin (2,1 ± 0,5 mg/kg; MK, n = 16), Medetomidin (0,057 ± 0,008 mg/kg) und niedrig dosiertes Midazolam (0,6 ± 0,1 mg/kg; MM-0,5, n = 10) oder Medetomidin (0,067 ± 0,012 mg/kg) und hoch dosiertes Midazolam (1,3 ± 0,2 mg/kg; MM-1, n = 6). Einleitungs- und Aufwachzeiten wurden gemessen. Puls-, Atemfrequenz, Körpertemperatur, systolischer und diastolischer Blutdruck und Sauerstoffsättigung wurden gemessen. Anzeichen der Narkosetiefe wurden ebenfalls beobachtet. Ein signifikanter Unterschied in der Einleitungszeit zwischen der MM-0,5- (8,1 ± 2,1 Minuten) und der MM-1-Gruppe (5,0 ± 1,7 Minuten) wurde beobachtet. Die MK-Einleitungszeit betrug 6,9 ± 2,5 Minuten und wich nicht signifikant von den anderen zwei Gruppen ab. Die drei Kombinationen lieferten effektive Narkose mindestens 20-25 Minuten lang. Während der Narkose wurden signifikante Unterschiede der Rektaltemperatur beobachtet, die in der MK-Gruppe höher war; Blutdruck war in der MM-1-Gruppe höher. Nach Verabreichung von Atipamezol (5 mg pro 1 mg Medetomidin), wurden signifikante Unterschiede der Aufwachzeit beobachtet: MK-Füchse standen nach 3,9 ± 1,7 Minuten, MM-0,5-Füchse nach 10,6 ± 4,5 Minuten und MM-1-Füchse nach 10,2 ± 3,4 Minuten. Keine Kombination zeigte stürmische oder verlängerte Aufwachphasen. Die MM-Gruppe zeigte subjektiv bessere Aufwachphasen mit weniger Ataxie als die MK-Gruppe. Die Autoren empfehlen die Verwendung von 0,07 mg/kg Medetomidin und 0,8 mg/kg Midazolam oder 2 mg/kg Ketamin für die Narkotiserung von wildlebenden Rotfüchsen. Während der Narkose sollten Körpertemperatur und Sauerstoffsättigung überwacht werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 35-43, 2010.

 

Titel: Fötale echokardiographische Untersuchung beim Großen Tümmler (Tursiops truncatus)

 

Autoren: Mark Sklansky, M.D., Michael Renner, D.V.M., Patricia Clough, Gregg Levine, D.V.M., Michelle Campbell, Rae Stone, D.V.M., Todd Schmitt, D.V.M., Ruey-Kang Chang, M.D. und Jayne Shannon-Rodriguez

 

Department of Pediatrics, Pediatric Cardiology, Mail Stop #34, Childrens' Hospital Los Angeles, 4650 Sunset Boulevard, Los Angeles, California 90027, USA (Sklansky); Dolphin Research Center, Grassy Key, Florida 33050, USA (Clough, Renner, Shannon-Rodriguez); Dolphin Quest, Kona, Hawaii 96738, USA (Levine, Campbell); Dolphin Quest, Middleburg, Virginia 20118, USA (Stone); SeaWorld San Diego, San Diego, California 92109, USA (Schmitt); Department of Pediatrics, Harbor–UCLA Medical Center, Torrance, California 90502, USA (Chang). Korrespondenz bitte an Dr. Sklansky (msklansky@chla.usc.edu).

 

Zusammenfassung: Fötale Echokardiographie gilt in der Humanmedizin als das wichtigste diagnostische Mittel zur Evaluierung der kardiovaskulären Gesundheit des Fötus. Die detailierte fötale echokardiographische Untersuchung bei Meeressäugetieren wurde bisher wegen logistischer, anatomischer und verhaltensbedingter Faktoren nicht beschrieben. Da die Anwendung der fötalen Echokardiographie bei Meeressäugetieren sowohl klinische als auch akademische Bedeutung hätte, wurde eine Methode zur Evaluierung des Herz-Kreislaufs beim Delfin entwickelt, die konventionelle fötale echokardiographische Methoden bei Menschen anwendet. Acht Einling-Föten von Großen Tümmlern (Tursiops truncatus) wurden untersucht: vier wurden alle 3 Monate und zwei alle 0,5 Monate evaluiert. Die Untersuchungen wurden ohne Sedierung mit konventionellen, tragbaren Ultraschallgeräten durchgeführt. Mehrere Schallköpfe und Körperlagen der Muttertiere wurden ausprobiert, um die optimale Bildqualität zu produzieren. Die fötale echokardiographische Untersuchung bestand aus zweidimensionaler Abbildung und Farbkodierung des Herzens und der großen Gefäße, sowie Verwendung des Pulsdopplerverfahrens bei der Nabelvene und –arterie. Ausführliche Untersuchungen der kardiographischen Gesundheit der Delfinföten wurden durchgeführt. Die größte Auflösung wurde zwischen dem 8. und 9. Monat der Trächtigkeit erreicht. Verglichen mit veröffentlichten fötalen echokardiographischen Befunden bei Menschen zeigte die fötale Echokardiographie beim Großen Tümmler physiologisch normale Struktur und Funktion des Herzens und der großen Gefäße, darunter Vv. pulmonales, V. cava caudalis, rechte und linke Vorhöfe, Foramen ovale, Trikuspidal- und Mitralklappen, rechte und linke Herzkammer, Septum interventriculare, Pulmonal- und Aortenklappen, A. pulmonalis, Aorta ascendens und Ductus arteriosus. Pulsdopplerverfahren zeigte normale Wellenformen für die Nabelarterien und –venen. Farbkodierung zeigte das Fehlen signifikanter Klappeninsuffizienz. Fötale Echokardiographie, besonders zwischen dem 8. und 9. Monat der Trächtigkeit, kann als eine sichere und detailierte Methode zur Beurteilung des Herz-Kreislaufs bei Föten des Großen Tümmlers gelten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 44-49, 2010.

 

Titel: Klassifizierung und Prävalenz von Fußveränderungen bei Flamingos (Phoenicopteridae)

 

Autoren: Adriana M. W. Nielsen, D.V.M., Søren S. Nielsen, D.V.M., Ph.D., Catherine E. King, M.Sc. und Mads F. Bertelsen, D.V.M., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M.

 

Center for Zoo and Wild Animal Health, Copenhagen Zoo, Roskildevej 38, DK-2000 Frederiksberg, Dänemark (A. Nielsen. Bertelsen), the Department of Large Animal Sciences, University of Copenhagen, Grønnegaardsvej 8, DK-1870 Frederiksberg, Dänemark (S. Nielsen), Animal Department, Fuengirola Zoo, c/ Camilo José Cela, 6–8, 29640 Fuengirola Málaga, Spanien (King). Korrespondenz bitte an Dr. A. Nielsen (AdrianaMWN@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Fußerkrankungen können die Gesundheit und das Wohlergehen von Vögeln in menschlicher Obhut einschränken. In dieser Studie wurde das Vorkommen von Fußveränderungen bei Flamingos (Phoenicopteridae) in menschlicher Obhut untersucht. Die Studie bestand aus der Evaluierung von Fotografien von 1495 Fußsohlenpaaren von 854 Flamingos aus 18 europäischen und 2 nordamerikanischen (Texas, USA) zoologischen Einrichtungen. Die Methoden zur Analyse der Fußveränderungen wurden für dieses Projekt entwickelt, weil eine geeignete Methode in der Literatur nicht vorzufinden war. Vier Typen von Fußveränderungen wurden festgestellt: Hyperkeratose, Risse , knotenförmige Veränderungen und papillomatöse Veränderungen. Sieben Regionen von jedem Fuß wurde ein Schweregrad von 0 bis 2 für jeden Veränderungstyp zugeordnet (0 = keine Veränderung, 1 = geringgradige bis mittelgradige Veränderung, 2 = hochgradige Veränderung). Die Prävalenz der Vögel mit Fußveränderungen (Grad 1 oder 2) betrug 100% für Hyperkeratosen, 87% für Risse, 17%  für knotenförmige Veränderungen und 46% für papillomatöse Veränderungen. Von den Flamingos mit hochgradigen Veränderungen (Grad 2) zeigten 67% Hyperkeratosen, 46% Risse, 4%  knotenförmige Veränderungen und 12% papillomatöse Veränderungen. Hyperkeratose und knotenförmige Veränderungen waren an der Basis der Sohle und am  proximalen Teil der Zehen vorzufinden, die wahrscheinlich den größten Teil des Körpergewichts tragen. Risse und papillomatöse Veränderungen waren am häufigsten am zweiten und vierten Zeh vorzufinden; diese Stellen scheinen die größte Beugung während Bewegungsgängen zu zeigen. Diese Studie zeigt, daß Fußveränderungen bei Flamingos sehr häufig vorkommen und weit verbreitet in der untersuchten Population sind. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß Fußveränderungen ein erhebliches Problem für die Gesundheit von Flamingos in menschlicher Obhut darzustellen scheinen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 50-62, 2010.

 

Titel: Vergleich der Narkosequalität von transmukosaler oder intramuskulärer Verabreichung von Medetomidin zusammen mit Tiletamin-Zolazepam bei Schimpansen

 

Autoren: Lisa M. Naples, D.V.M., Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Karen S. Kearns, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency Program, University of Illinois, Chicago, College of Veterinary Medicine, Illinois 61802, USA (Naples, Langan); John G. Shedd Aquarium, 1200 S Lake Shore Drive, Chicago, Illinois 60605, USA (Naples); Chicago Zoological Society's Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan); Kearns Veterinary Services, 3663 7th Avenue, San Diego, California 92103, USA (Kearns). Korrespondenz bitte an Dr. Naples (lnaples@sheddaquarium.org).

 

Zusammenfassung: Siebzehn ausgewachsene Schimpansen (Pan troglodytes) mit einem durchschnittlichen Alter von 37 Jahren wurden mit einer Kombination aus Tiletamin-Zolazepam (TZ) und Medetomidin (MED) mit zwei Verabreichungsarten narkotisiert. Die Kombination wurde intramuskulär  bei den Schimpansen in Gruppe A mit den folgenden Dosen verabreicht: TZ 3 mg/kg und MED 0,05 mg/kg. Für die Tiere in Gruppe B wurde MED oral- transmukosal verabreicht, indem das Narkotikum oral verabreicht wurde und transmukosale Aufnahme vermutet wurde. MED wurde mit einer Dosis von 0,1mg/kg mit Marshmallow-Crème vermischt, danach wurde TZ mit einer Dosis von 3 mg/kg intramuskulär verabreicht. Schimpansen aus beiden Gruppen bekamen das Antidot Atipamezol 0,3 mg/kg intramuskulär. Jeder Schimpanse nahm die Marshmallow-MED-Mischung willig oral-transmukosal auf, obwohl zwei der Schimpansen die MED gemischt mit Apfelmus bevorzogen. Alle Tiere zeigten etwas Angst und Aufregung bei der Verabreichung des TZ mit dem Blasrohr, obwohl die Tiere in Gruppe B (oral-transmukosale MED-Gruppe) einen geringeren Grad der Aufregung zeigten. Die mittlere Zeitspanne vom Zeitpunkt der TZ-Verabreichung bis zur Sedierung ausreichend für menschlichen Kontakt betrug 16,4 Minuten für Gruppe A und 14,7 Minuten für Gruppe B. Die mittlere Aufwachzeit für Schimpansen in Gruppe B betrug 13,8 Minuten und war signifikant schneller als für Gruppe A, die das orale Narkotikum nicht bekamen (P = 0,02). Die oral-transmukosale Verabreichung von MED führte zu leichter Sedierung bei 16 von 17 Schimpansen, die allerdings durch äußere Reize weckbar waren; ein Schimpanse zeigte tiefere Sedierung ohne weitere Nebenwirkungen. TZ kombiniert mit MED und entweder oral-transmukosal oder intramuskulär verabreicht ergab eine sichere, tiefe, lange Sedierung mit einer schnellen, ruhigen Aufwachphase ohne Komplikationen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 63-68, 2010.

 

Titel: Validierung einer wenig invasiven Methode zur Blutabnahme zur serologischen Tollwutuntersuchung mit Hilfe von Raubwanzen

 

Autoren: Ad C. Vos, Ph.D., Thomas Müller, Dr. Vet. Med, Larissa Neubert und Christian C. Voigt, P.D. Dr. rer. Nat.

 

IDT Biologika GmbH, Am Pharmapark, 06861 Dessau-Rosslau, Deutschland (Vos, Neubert); WHO Zentrum für Zusammenarbeit im Bereich Tollwutforschung und -überwachung, Friedrich-Löffler-Institut, Bundesanstalt für Tiergesundheit, Seestraße 55, 16868 Wusterhausen, Deutschland (Müller); Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke Straße 17, 10315 Berlin, Deutschland (Voigt). Korrespondenz bitte an Dr. Voigt (voigt@izw-berlin.de).

 

Zusammenfassung: Bei serologischen Tollwutstudien ist die Blutabnahme bei kleinen oder bedohten Säugetierarten sowie Fledermäusen oft schwierig oder nahezu unmöglich. Deshalb wurde die Brauchbarkeit einer alternativen, weniger invasiven Methode, nämlich die Verwendung blutsaugender Raubwanzen (Dipetalogaster maximus and Rhodnius prolixus), untersucht. Blut wurde mit Raubwanzen und herkömmlichen Blutabnahmemethoden (retroorbitaler Sinus venosus) von einzelnen NMRI-Mäusen (Mus musculus) gesammelt, die gegen Tollwut geimpft wurden. Virusneutralisierende Antikörper (VNA)-Titer gegen Tollwut mit gepaarten Proben wurden von jeder Maus verglichen. Die Genauigkeit (Vergleich zwischen Methoden), Präzision  (Wiederholbarkeit der Ergebnisse) und Robustheit (Einfluß der Verdauung der Wanze auf die Blutparameter) der Wanzenmethode wurden evaluiert. VNA-Titer im Blut aus dem Kropf der Wanzen waren äquivalent mit denen aus Blut, das den Mäusen direkt entnommen wurde. Keine Unterschiede konnten bei verschiedenen Wanzen festgestellt werden, die von der gleichen Maus Blut abnahmen. Außerdem wurden keine Veränderungen der VNA-Titer bei Proben festgestellt, die bis zu 4 Stunden nach der Blutmahlzeit aus der Raubwanze entnommen wurden. Diese Studie zeigt, daß die Anwendung von blutsaugenden Raubwanzen eine validierte Alternative zur Bestimmung von VNA-Tollwuttiter ist und praktische Bedeutung bei Tieren mit fehlendem oder begrenztemVenenzugang durch herkömmliche Methoden hat.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 69-76, 2010.

 

Titel: Ultraschalluntersuchung der Leistenregion bei ausgewachsenen, männlichen Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta)

 

Autoren: Anthony Pease, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.R., Gaëlle Blanvillain, M.S., David Rostal, Ph.D., David Owens, Ph.D. und Al Segars, D.V.M.

 

College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27603, USA (Pease); Grice Marine Laboratory, College of Charleston, 205 Fort Johnson Road, Charleston, South Carolina 29412, USA (Blanvillain, Owens); Georgia Southern University, P.O. Box 8042, Statesboro, Georgia 30460, USA (Rostal); South Carolina Department of Natural Resources, 32 Fiddler Drive, Beaufort, South Carolina 29902, USA (Segars). Aktuelle Adresse (Pease): College of Veterinary Medicine, Michigan State University, East Lansing, Michigan 48824, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Pease (peasean@cvm.msu.edu).

 

Zusammenfassung: Die Untersuchung der Biologie und Anatomie der Fortpflanzungsorgane bei männlichen Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) ist schwierig. Die Hauptmethode zur Evaluierung des Zöloms bei sowohl ausgewachsenen als auch jungen männlichen Meeresschildkröten ist die Zölioskopie. Das Ziel dieser Studie war es, die Methode und sichtbare Strukturen bei der Untersuchung der Leistenregion bei lebenden, wildgefangenen, ausgewachsenen männlichen Unechten Karettschildkröten zu beschreiben und diese Ergebnisse mit denen von Zölioskopie und der Sektion zu vergleichen. 21 ausgewachsene männliche Unechte Karettschildkröten wurden durch Schleppnetz im Cape Canaveral Schiffkanal im April 2007 gefangen. Die Schildkröten wurden in Rückenlage gelegt und mit einem Sonosite Ultraschall 180 Vet Plus (Sonosite, Inc., Bothell, Washington 98021, USA) und einer mikrokonvexen 4–7-MHz kurvilinearen Array-Ultraschallsonde untersucht. Die Leistenregion wurde in vier Quadranten eingeteilt: kranial, lateral, medial und kaudal.  Zölioskopie wurde bei 13 der Schildkröten durchgeführt, und Biopsien der Hoden und Nebenhoden wurden zur korrekten Identifizierung der Strukturen gesammelt. Im kranialen Teil der Leistenregion waren die Harnblase sowie Dick- und Dünndarm sichtbar. In der lateralen Leistenregion waren die Lunge und Niere zu sehen. In der medialen Leistenregion konnten der Hoden und der Nebenhoden regelmäßig identifiziert werden. Im kaudalen Teil der Leistengegend war das Hüftgelenk sichtbar. Für die durchführende Person war eine gewisse Einarbeitungszeit erforderlich. Der Vergleich der Ultraschallbefunde mit denen der  Zölioskopie und Biopsie zeigte, daß eine konsistente, wiederholbare Identifizierung der kaudalen Zölomstrukturen leicht erreichbar war. Ultraschall diente als eine preiswerte, schnelle, nicht invasive Methode zur Evaluierung der Fortpflanzungsorgane bei lebenden, wildgefangenen, männlichen Unechten Karettschildkröten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 77-82, 2010.

 

Titel: Lungenkarzinom bei einem Virginia-Uhu (Bubo virginianus)

 

Autoren: Christy Rettenmund, D.V.M., Kurt K. Sladky, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Daniel Rodriguez, M.Z.V., Esp., Michael Petersen, D.V.M., Marie E. Pinkerton, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Deepa Rao, B.V.Sc., M.S., Ph.D., Dipl. A.B.T.

 

Department of Surgical Sciences, University of Wisconsin School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Dr., Madison, Wisconsin 53706, USA (Rettenmund, Sladky, and Rodriguez); Henry Vilas Zoo, 702 South Randall Avenue, Madison, Wisconsin 53715, USA (Petersen); Department of Pathobiological Sciences, University of Wisconsin School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Dr., Madison, Wisconsin 53706, USA (Pinkerton, Rao). Aktuelle Adressen (Rettenmund): Gulf Coast Veterinary Specialists, 1111 West Loop South, Suite 110, Houston, Texas 77027, USA; (Rodriguez): Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana 70803, USA; (Rao): National Toxicology Program, National Institute of Environmental Sciences, Research Triangle Park, North Carolina 27709, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Sladky (sladkyk@svm.vetmed.wisc.edu).

 

Zusammenfassung: Ein Lungenkarzinom wurde bei einem mehr als 18 Jahre alten weiblichen Virginia-Uhu (Bubo virginianus) in menschlicher Obhut diagnostiziert. Der Uhu zeigte fortschreitende Schwäche und plötzliches Auftreten vom frischen Blut im Kot. Bei der klinischen Untersuchung zeigte der Uhu mehrere weiße bis gelbe Plaques in der Mundhöhle, verringerte Luftsackgeräusche beim Auskultieren der rechten Seite, Dyspnoe beim Festhalten des Vogels und verringerte Brustmuskulaturmasse. Bei Ganzkörperröntgenaufnahmen wurden die folgenden Befunde festgestellt: Obliteration der rechten Luftsäcke, weichteildichte Struktur im linken kaudalen Brustluftsack, Weichteilverschattung, die die Organe im Zölom bedeckte und eine Verschattung in der Knochenmarkhöhle des distalen rechten Humerus. Die Eule starb während der Aufwachphase nach der Narkotisierung und wurde zur Sektion abgegeben. Obwohl die klinischen Symptome, klinische Untersuchung, Röntgenbefunde und anatomisch-pathologischen Befunde eine mykotische Infektion, z.B. Aspergillose, vermuten ließen, wurde ein Lungenkarzinom mit Metastasen in den Luftsäcken und im Humerus bei der histopathologischen Untersuchung festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 83-89, 2010.

 

Titel: Abort durch Coxiella burnetii bei Damagazellen (Gazella dama) in menschlicher Obhut in den Vereinigten Arabischen Emiraten

 

Autoren: Christopher Lloyd, B.V.Sc., M.Sc., Cert.Zoo.Med., M.R.C.V.S., Mark F. Stidworthy, M.A., Vet.M.B., Ph.D., F.R.C.Path., M.R.C.V.S. und Ulrich Wernery, Priv. Doz. Dr. Dr. habil.

 

Nad Al Shiba Veterinary Hospital, P.O. Box 116345, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Lloyd); International Zoo Veterinary Group, Keighley Business Centre, South Street, Keighley, West Yorkshire, BD 21 1AG, Großbritannien (Stidworthy); Central Veterinary Research Laboratory, P.O. Box 597, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Wernery). Korrespondenz bitte an Dr. Lloyd (chris@nadvethosp.com).

 

Zusammenfassung: Fünf Fälle des Spätabortes bei Damagazellen (Gazella dama) fanden in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Histopathologische und molekulare Untersuchungen stellten fest, daß die Aborte mit einer Infektion mit Coxiella burnetii in Zusammenhang standen. Die Untersuchung der Herde 6 Monate später wies eine erhebliche Anzahl serologisch positiver Tiere nach, obwohl das Antigen bei Abstrichen des Genitaltraktes nicht nachgewiesen werden konnte. Nur wenige Berichte über das Vorkommen von C. burnetii bei nicht domestizierten Huftieren existieren bisher in der Literatur, und keine veröffentlichte Beschreibung existiert aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 90-94, 2010.

 

Titel: Hiatushernie der Speiseröhre bei drei Katzenarten: Lynx lynx, Puma concolor, Panthera leo

 

Autoren: Bianca F. Hettlich, med. vet., Dipl. A.C.V.S., H. Phil Hobson, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., Julie Ducoté, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M. (Neurology), Theresa W. Fossum, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.S. und James H. Johnson, D.V.M., MS, Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences (Hettlich, Hobson, Ducoté, and Fossum) and Department of Large Clinical Sciences (Johnson), College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Texas A&M University, College Station, Texas 77843, USA. Aktuelle Adressen (Hettlich): The Ohio State University, Department of Veterinary Clinical Sciences, 601 Vernon Tharp Street, Columbus, Ohio 43210, USA; (Ducoté): Center for Veterinary Specialty Care, 1712 West Frankford Road, Suite 108, Carrollton, Texas 75007, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hettlich (bianca.hettlich@cvm.osu.edu).

 

Zusammenfassung: Eine Hiatushernie der Speiseröhre wurde bei drei Großkatzen diagnostiziert: bei einem Luchs (Lynx lynx), Puma (Puma concolor) und einem Löwen (Panthera leo). Alle Katzen zeigten Inappetenz. Röntgenaufnahmen der Brust- und Bauchhöhle zeigten eine Weichteilverschattung im kaudalen Mediastinum mit Verdacht auf Hiatushernie bei den drei Katzen. Ein Kontrast-Ösophagogramm mit Barium wurde in einem der Fälle durchgeführt. Die drei Tiere wurden entweder durch die Brust- oder Bauchhöhle operiert, um die Hernie zu reduzieren und reponieren. Die verwendeten chirurgischen Methoden waren folgende: eine interkostale Thorakotomie mit Herniorrhaphie und Ösophagopexie beim Luchs und Puma und eine Gastropexie in der Abdominalwand beim Löwen. Eine gleichzeitig durchgeführte Gastrotomie zur Entfernung eines Fremdkörpers wurde bei einem der Tiere durchgeführt, und eine Jejunostomie mit Legung eines Tubus-Zugangs wurde bei einem anderen Tier bei der Operation durchgeführt. Klinische Symptome der Hiatushernie waren nach den Operationen aufgehoben und eine Wiederkehr wurde zur Zeit der Nachsorgeuntersuchung nicht festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 95-103, 2010.

 

Titel: Melanozytische Neoplasmen bei einem Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) und einem Panzernashorn (Rhinoceros unicornis)

 

Autoren: Allison N. Wack, D.V.M., Christine L. Miller, D.V.M., Catherine E. Wood, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Holly J. Haefele, D.V.M.

 

Fossil Rim Wildlife Center, P.O. Box 2189, 2155 County Road 2008, Glen Rose, Texas 76043, USA (Wack, Haefele); Miami Metrozoo, 12400 Southwest 152 Street, Miami, Florida 33177, USA (Miller); Cornell School of Veterinary Medicine, Schurman Hall, Ithaca, New York 14853, USA (Wood); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98296, USA (Garner). Aktuelle Adressen (Wack): Maryland Zoo in Baltimore, Baltimore, Maryland 21217, USA; (Wood) 3902 Greenmeadow Lane, Davidsonville, Maryland 21035, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Wack (allison.wack@marylandzoo.org).

 

Zusammenfassung: Melanozytische Neoplasmen wurden jeweils bei einem Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) und einem Panzernashorn (Rhinoceros unicornis), die in verschiedenen Einrichtungen gehalten wurden, diagnostiziert. Der erste Fall war ein 10 Jahre altes, in menschlicher Obhut aufgewachsenes, männliches Spitzmaulnashorn, das ein kleines festes Hautgewächs an der dorsalen Mittellinie vorwies. Zytologische Untersuchung eines Aspirats ließ eine melanozytische Neoplasie vermuten, und die histologische Untersuchung des chirurgisch entfernten Gewächs bestätigte die Diagnose eines gut differenzierten neoplastischen Gewächs mit hochgradiger Pigmentproduktion, minimaler Anaplasie und ohne mitotische Figuren. Mehrere Monate nach der chirurgischen Entfernung des Gewächses wurde ein ähnliches Gewächs mit identischen histologischen Merkmalen am rechten Innenschenkel bemerkt und entfernt. Der zweite Fall war ein 28 Jahre altes, wildgeborenes weibliches Panzernashorn mit einer Wunde mit Ausfluß am Kronenband einer Hintergliedmaße. Histologische Untersuchung einer Biopsie der Stelle ergab ein melanozytisches Neoplasma mit mittelgradiger zellulärer Anaplasie, häufigen Mitosen und wenig Pigmentproduktion. Bei der Sektion nahm der Tumor P3 und einen Großteil der tiefen Weichteilstrukturen des betroffenen Zehs ein. Weder Gefäßinvasion noch Metastasen wurden festgestellt. Diese zwei Fälle stellen die erste detailierte Beschreibung melanozytischer Neoplasmen bei Nashörnern dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 104-110, 2010.

 

Titel: Lysosomale Speicherkrankheit bei zwei vermutlich verwandten Springböcken (Antidorcas marsupialis)

 

Autoren: Sébastien Laurent, D.V.M., Anne-Sophie Sabot, D.V.M., Marie-Anne Colle, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.P. und Alexandra Nicolier, D.V.M., Dipl. E.C.V.P.

 

Unité d’Anatomie Pathologique, UMR ENVN-INRA 703, Ecole Nationale Vétérinaire de Nantes, 44087 Nantes, France (Laurent); the Réserve Africaine de Sigean, RD 6009, 11130 Sigean, Frankreich (Sabot); Unité d’Anatomie Pathologique, UMR ENVN-INRA 703, Ecole Nationale Vétérinaire de Nantes, 44087 Nantes, Frankreich (Colle); Laboratoire Vet Diagnostics, 60 avenue Rockefeller, 69008 Lyon, Frankreich Korrespondenz bitte an Dr. Nicolier (a.nicolier@vetdiagnostics.fr)

 

Zusammenfassung: Zwei neugeborene Springböcke (Antidorcas marsupialis) wurden im April 2007 in einem zoologischen Garten im Süden Frankreichs tot aufgefunden. Bei der Sektion der zwei Tiere wurden in beiden Fällen Arthrogrypose, geringgradige Abweichungen der Gesichtsstrukturen und bilaterale Nierenvergrößerung mit gleichzeitiger Hydronephrose festgestellt. Bei der histopathologischen Untersuchung beider Tiere wurde als bemerkenswertester Befund weitreichende zytoplasmische neuronale Vakuolisierung des zentralen Nervensystems, der Follikelepithelzellen der Schilddrüse, des Epithels der Nierenkanälchen, Enterozyten, Hepatozyten und des Pansenepithels vorgefunden. Mit Hilfe der Elektronenmikroskopie wurde dargestellt, daß die Vakuolen an die Membranen gebunden waren und verstreutes membranöses und grauläres Material mit hauptsächlich elektronentransparentem Hintergrund vorhanden war. Auf Grund dieser Befunde wurde eine Diagnose einer lysosomalen Speicherkrankheit gestellt. Die anatomisch-, histopathologischen und ultrastrukturellen Merkmale deuteten auf eine vererbte Form der Mannosidose. Dieser Bericht stellt den ersten Fall einer lysosomalen Speicherkrankheit bei Springböcken dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 111-114, 2010.

 

Titel: Ein Fall von metastatischem Adenokarzinom der Gebärmutter bei einem Südlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum)

 

Autoren: Margaret Wilson, B.Sc., M.V.B., Robert Hermes, D.V.M., M.R.C.V.S., John Bainbridge, M.V.B., M.R.C.V.S. und Hugh Bassett, M.V.B., Ph.D., M.R.C.V.S.

 

University College Dublin, Belfield, Dublin 4, Irland (Wilson, Bassett); Dublin Zoo, Phoenix Park, Dublin 1, Irland (Bainbridge); Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin, Deutschland (Hermes). Korrespondenz bitte an Ms. Wilson (margaret.wilson@ucd.ie).

 

Zusammenfassung: Ein 39 Jahre altes, azyklisches, weibliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum) mit einer Vorgeschichte von wiederholten Vaginalblutungen wurde nach Vorkommen vom Atemnot und schlechtem Allgemeinbefinden eingeschläfert. Die Gebärmutter des Tieres wurde vor Auftreten der Symptome sonographisch evaluiert, und diffuse Hyperplasie des Endometriums sowie zwei gutartige Leiomyome der Gebärmutter wurden diagnostiziert. Bei der Sektion wurde ein großes, infiltratives, metastatisches Adenokarzinom in der Gebärmutter,  sowie verstreut in der Bauchhöhle, auf dem Zwerchfell, auf der Milzkapsel, auf der Pleuralfläche der Lunge und in den Mesenteriallymphknoten festgestellt. Ein erhebliches Volumen (100 l) Flüssigkeit wurde in der Bauch- und Brusthöhle vorgefunden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 115-120, 2010.

 

Titel: Intravenöse Narkose bei einem Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis)

 

Autoren: Chris Walzer, Dr. med. vet., Frank Göritz, Dr. med. vet., Robert Hermes, Dr. med. vet., Sen Nathan, DVM, Petra Kretzschmar, Dr. rer. nat. und Thomas Hildebrandt, Dr. med. vet.

 

Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie. Veterinärmedizinische Universität Wien, Savoyenstraße 1, A-1160 Wien, Österreich (Walzer); Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred Kowalke Straße 17, D 10315 Berlin, Deutschland (Göritz, Hermes, Hildebrandt); Sabah Wildlife Department, 88000, Kota Kinabalu, Sabah, Malaysia (Nathan); SOS Rhino, 680 N. Lake Shore Drive 807, Chicago, Illinois 60611, USA (Kretzschmar). Korrespondenz bitte an Dr. Walzer (chris.walzer@fiwi.at).

 

Zusammenfassung: Dieser Fall beschreibt zum ersten Mal zwei Narkoseprotokolle bei einem 15 Jahre alten, 530 kg schweren, ausgewachsenen männlichen Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis). Die Narkosen wurden zur Durchführung der Absamung mit Elektroejakulation mit Standardprotokoll und zur Untersuchung und Probenentnahme wegen bilateraler Hornhauttrübungen verwendet. Die erste Narkose wurde mit einer Kombination von 5 mg (0,0094 mg/kg) Butorphanol-Tartrat und 5 mg (0,0094 mg/kg) Detomidinhydrochlorid intramuskulär eingeleitet. Danach wurden 0,74 mg (0,0014 mg/kg) Etorphin und 3 mg (0,0057 mg/kg) Acepromazin mit zusätzlichen 1,5 mg Butorphanol (0,0028 mg/kg) und 1,5 mg (0,0028 mg/kg) Detomidin intramuskulär verabreicht. Die zweite Narkose wurde mit Butorphanol (0,019 mg/kg) und Detomidin (0,019 mg/kg) intramuskulär eingeleitet und danach Etorphin (0,0023 mg/kg) und Acepromazin (0,009 mg/kg) verabreicht. Die Narkosetiefe wurde während der zweiten Narkose mit sehr kleinen zusätzlichen Ketamindosen von 50 mg (0,094 mg/kg) aufrechterhalten. Fortlaufende arterielle Blutgasanalyse zeigte eine respiratorische Azidose mit Hypoxämie. Herzfrequenz betrug 60-74 pro Minute und Atemfrequenz betrug 10-20 pro Minute. Nach 100 Minuten wurden 150 mg (0,28 mg/kg) Naltrexon und 20 mg (0,038 mg/kg) Atipamezol intravenös verabreicht. Die Aufwachphase war unauffällig und schnell und das Nashorn stand in 2 Minuten. Diese Kombination bietet eine brauchbare Allgemeinnarkose bei dieser sehr bedrohten Tierart und wird zur verbesserten tierärztlichen Versorgung dieser Tierart in menschlicher Obhut beitragen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 121-127, 2010.

 

Titel: Schilddrüsenneoplasie bei Waschbären (Procyon lotor) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Stephanie L. McCain, D.V.M., Matthew C. Allender, D.V.M., M.S., Mark Bohling, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.S., Edward C. Ramsay, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Federica Morandi, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.R. und Kimberly M. Newkirk, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, University of Tennessee, College of Veterinary Medicine, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA (McCain, Allender, Bohling, Ramsay, Morandi); Department of Pathobiology, University of Tennessee, College of Veterinary Medicine, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Newkirk). Korrespondenz bitte an Dr. McCain (slmccain@utk.edu).

 

Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene, sterilisierte, weibliche Waschbären (Procyon lotor) wurden mit Schilddrüsenneoplasie diagnostiziert. Ein Waschbär zeigte ein tastbares, linksseitiges, nicht Hormon produzierendes  Schilddrüsenadenokarzinom, das mit Thyreoidektomie zweimal behandelt wurde aber nach jeder Operation lokalen Nachwuchs zeigte. Eine dritte Thyreoidektomie wurde durchgeführt, und einen permanenten Venenzugang wurde zur Verabreichung intravenösen Doxyrubicin gelegt. Das Tier entwickelte nach der Chemotherapie Panzytopenie und Inappetenz und wurde auf Wunsch des Besitzers eingeschläfert. Der zweite Waschbär hatte nicht tastbare, bilaterale, funktionelle, follikuläre adenomatöse Schilddrüsenhyperplasie und wurde mit einer rechtseitigen Thyreoidektomie und linksseitigen Teilthyreoidektomie behandelt, wobei der anscheinend normale Teil der linken Schilddrüse nicht entfernt wurde. Das Tier zeigte nach der Operation immer noch Schilddrüsenüberfunktion und wurde mit topischem Methimazol-Gel erfolgreich behandelt. Pathologische Veränderungen der Schilddrüse sind bei Waschbären in Europa beschrieben, aber bisher nicht in den USA. Schilddrüsenneoplasie bei Waschbären kann als ein nicht funktionelles Adenokarzinom, so wie bei domestizierten Hunden, oder als ein funktionelles Adenom, so wie bei Hauskatzen, auftreten. Waschbären mit Adenokarzinom sollten auf Lungenmetastasen untersucht werden. Methimazol-Gel könnte eine brauchbare Behandlungsoption für Waschbären mit Schilddrüsenüberfunktion sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 128-132, 2010.

 

Titel: Zerebrale Xanthomatose bei drei Grünen Wasseragamen (Physignathus cocincinus)

 

Autoren: Maya S. Kummrow, Dr. med. vet., Charlene N. Berkvens, D.V.M., Jean A. Paré, D.M.V., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M. und Dale A. Smith, D.V.M., D.V.Sc.

 

Toronto Zoo, 316A Old Finch Avenue, Scarborough, Ontario M1B 5K7, Kanada (Kummrow, Berkvens, Paré); Department of Pathobiology, Ontario Veterinary College, University of Guelph, Guelph, Ontario N1G 2W1, Kanada (Smith). Korrespondenz bitte an Dr. Smith (dalesmit@uoguelph.ca).

 

Zusammenfassung: Zerebrale Xanthomatose wurde bei drei weiblichen Grünen Wasseragamen (Physignathus cocincinus) diagnostiziert, die fortschreitende neurologische Symptome zeigten. Hinweise auf Xanthomatose konnten vor dem Tod nicht festgestellt werden. Bei der Sektion wurden Cholesteringranulome aus Cholesterinkristallen, umgeben von Makrophagen und multinukleären Riesenzellen im Vorderhirn jedes Tieres gefunden, die mit erheblicher Verschiebung und Druck auf das umlegene Hirngewebe assoziiert waren. Obwohl die Ursache der Xanthomatose bei diesen drei Tieren unbekannt bleibt, könnte die Ernährung oder Trauma bei der Pathogenese dieser Erkrankung eine Rolle spielen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 133-136, 2010.

 

Titel: Serologische Untersuchung auf ausgewählte Infektionskrankheiten bei wildlebenden Flachlandtapiren (Tapirus terrestris) in der Cerrado-Landschaft in Zentral-Brasilien

 

Autoren: Mariana Malzoni Furtado, D.V.M., Anah Tereza de Almeida Jácomo, Ph.D., Cyntia Kayo Kashivakura, D.V.M., Natália Mundim Tôrres, M.Sc., Maria Fernanda Vianna Marvulo, D.V.M., Ph.D., Alessandra Mara Alves Ragozo, D.V.M., Ph.D., Silvio Luís Pereira de Souza, D.V.M., Ph.D., José Soares Ferreira Neto, D.V.M., Ph.D., Silvio Arruda Vasconcellos, D.V.M., Ph.D., Zenaide Maria Morais, Adriana Cortez, D.V.M., Ph.D., Leonardo José Richtzenhain, D.V.M., Ph.D., Jean Carlos Ramos Silva, D.V.M., Ph.D. und Leandro Silveira, Ph.D.

 

Jaguar Conservation Fund, Caixa Postal 193, CEP 75830-000, Mineiros-GO, Brasilien (Furtado, Jácomo, Kashivakura, Tôrres, Silveira); Departamento de Medicina Veterinária Preventiva e Saúde Animal, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, Universidade de São Paulo, Av. Prof. Dr. Orlando Marques de Paiva, 87, Cidade Universitária, CEP 05508-270, São Paulo-SP, Brasilien (Furtado, Marvulo, Ragozo, Ferreira Neto, Vasconcellos, Morais, Souza, Cortez, Richtzenhain); Universidade Federal de Goiás, Departamento de Biologia Geral, ICB, Caixa Postal 131, CEP 74001-970, Goiânia-GO, Brasilien (Tôrres); Departamento de Medicina Veterinária, Universidade Federal Rural de Pernambuco, Rua Dom Manoel de Medeiros, s/n, Dois Irmãos, Recife-PE, CEP 50171-900, Brasilien (Silva); Instituto Brasileiro para Medicina da Conservação–Tríade, Caixa Postal 12941-0, São Paulo-SP, CEP 04010-970, Brasilien (Marvulo, Silva). Korrespondenz bitte an Dr. Furtado (marianafurtado@jaguar.org.br).

 

Zusammenfassung: Zwischen September 2000 und Januar 2002 wurde eine serologische Feldstudie bei einer Population von wildlebenden Flachlandtapiren (Tapirus terrestris) im Nationalpark Emas und den umliegenden Regionen des Staates Goiás in Zentral-Brasilien als Teil einer größeren ökologischen Studie unternommen. Zehn Tapire wurden mit einer Tiletamin-Zolazepam-Kombination narkotisiert, und Blutproben wurden entnommen. Untersuchte Serumproben waren negativ für Leptospira spp., Brucella abortus, und Infektiöse Anämie der Pferde. Eins der 10 Tiere war positiv für Toxoplasma gondii. Dieser Bericht stellt die erste serologische Studie ausgewählter Infektionskrankheiten bei einer wildlebenden Population von Flachlandtapiren in Zentral-Brasiliens dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 137-139, 2010.

 

Titel: Chronisches Herzversagen durch hochgradige Endokardiose bei einer Gambia-Riesenhamsterratte  (Cricetomys gambianus)

 

Autoren: Kerstin Müller, D.V.M., Ph.D., Britta Horn, D.V.M., Guido Fritsch, D.V.M., Friederike Range, D.V.M., Ph.D. und Robert Klopfleisch, Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Klinik und Poliklinik für Kleintiere, Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin, Oertzenweg 19b, 14163 Berlin, Deutschland (Müller, Horn, Fritsch); Institut für Tierpathologie, Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin, Robert-von-Ostertag-Straße 15, 14163 Berlin, (Range, Klopfleisch). Korrespondenz bitte an Dr. Klopfleisch (klopfleisch.robert@vetmed.fu-berlin.de).

 

Zusammenfassung: Eine 1,5 Jahre alte männliche Gambia-Riesenhamsterratte  (Cricetomys gambianus) in menschlicher Obhut starb nach einer dreiwöchigen Periode der Inappetenz, Schwäche und Dyspnoe. Röntgenaufnahmen desThorax und des Abdomens sowie Computertomographie zeigten hochgradige biventrikuläre Herzvergrößerung und mittelgradige Lebervergrößerung. Bei der Sektion wurden hochgradige, bilaterale hypertrophische Kardiomyopathie und Dilatation der rechten Herzkammer durch multifokale, bilaterale Endokardiose der Atrioventrikularklappen sowie akute Blutstauung der Leber festgestellt. Bei der histopathologischen Untersuchung waren die Atrioventrikularklappen mutifokal durch hochgradige Endokardiose verdickt mit stromaler Ansammlung von Periodic-Acid-Schiff (PAS)-positiv gefärbtem, muzinösem Material. Obwohl diese Erkrankung beim Hund häufig vorkommt, ist Endokardiose bei Nesomyidaes bisher nicht beschrieben. Die Pathogenese der Endokardiose bei dieser Tierart bleibt wie bei anderen betroffenen Arten unbekannt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 140-143, 2010.

 

Titel: Untersuchung nach Impfung einer Kolonie von Mexikanischen Bulldoggfledermäusen (Tadarida brasiliensis) in menschlicher Obhut mit einem kommerziellen Tollwut-Totimpfstoff

 

Autoren: Amy S. Turmelle, Ph.D., Louise C. Allen, Ph.D., Barbara A. Schmidt-French, M.S., Felix R. Jackson, M.S., Thomas H. Kunz, Ph.D., Gary F. McCracken, Ph.D. und Charles E. Rupprecht, V.M.D., Ph.D.

 

Department of Ecology and Evolutionary Biology, University of Tennessee, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Turmelle, McCracken); Center for Ecology and Conservation Biology, Boston University, Boston, Massachusetts 02215, USA (Allen, Kunz); Bat Conservation International, Austin, Texas 78746, USA (French); Division of Viral and Rickettsial Diseases, Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, Georgia 30333, USA (Turmelle, Jackson, Rupprecht). Korrespondenz bitte an Dr. Turmelle (ATurmelle@cdc.gov).

 

Zusammenfassung: Eine Kolonie Mexikanischer Bulldoggfledermäuse (Tadarida brasiliensis) in menschlicher Obhut wurde mit einer kommerziellen, monovalenten, inaktivierten Tollwut(RABV)-Vakzine (RABVAC 1) geimpft. Virusneutralisierende Tollwutantikörper wurden vor und nach der Impfung  bei 50 Fledermäusen gemessen. VNA wurde im Plasma von 64% (27/42) der Tiere festgestellt, die ein Jahr zuvor geimpft wurden, jedoch zeigten nur 19% (8/42) Konzentrationen, die als ausreichend angesehen wurden. Tollwut-VNA wurde im Plasma von 63% (5/8) der nicht geimpften Fledermäuse vorgefunden; dieses Ergebnis deutet auf natürlichen Kontakt mit RABV vor dem Fang der Tiere hin. Alle Fledermäuse zeigten bis 10 Tage nach der Impfung VNA-Titer, und die Basistiter hatten signifikante Aussagekraft über die humorale Antwort auf die Impfung. Nebenwirkungen wurden weder im Zusammenhang mit der Impfung noch als klinische Symptome der RABV-Infektion in der 6 monatigen Beobachtungsperiode festgestellt. Jährliche Impfung könnte Immunität gegen RABV-Infektion bei Fledermauskolonien in menschlicher Obhut bieten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 144-147, 2010.

 

Titel: Standardisierte Methoden für die Messung von Plasma-Clearance von Iohexol sind für die Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate bei narkotisierten Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) nicht geeignet

 

Autoren: Sophie E. Dennison, B.V.M. & S., Dipl. A.C.V.R., Frances M. D. Gulland, Vet. M.B., Ph.D. und W. Emmett Braselton, Ph.D.

 

The Marine Mammal Center, 1065 Fort Cronkhite, Sausalito, California 94965, USA (Dennison, Gulland);  Diagnostic Center for Population and Animal Health (DCPAH), Toxicology Section, P.O. Box 30076, Lansing, Michigan 48909-7576, USA (Braselton). Aktuelle Adresse (Dennison): 10 Liberty Ship Way, Sausalito, California 94965, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Dennison (vetradiologist@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Die Plasma-Clearance von Iohexol wurde bei acht narkotisierten Kalifornischen Seelöwen (Zalophus californianus) ohne Zeichen einer Nierenerkrankung gemessen, um zu bestimmen ob das Ein-Kompartiment-Modell und das standardisierte Durchführungsprotokoll bei Hunden und Katzen bei dieser Tierart ebenfalls angewendet werden können. Nicht-lineare Befunde bei 75% (6/8) der Seelöwen machten diese Ergebnisse ungültig. Blut wurde bei zwei zusätzlichen narkotisierten Seelöwen 5, 30, 45, 60, 120, 180, 240 und 360 Minuten nach der Iohexol-Injektion abgenommen, und semi-logarithmische Kurven wurden berechnet. Die Plasma-Clearance von Iohexol wurde mit Ein-, Zwei- und Nicht-Kompartiment-Modellen berechnet, stimmte aber mit keinem der Modelle überein. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß die standardisierten Methoden für Hunde und Katzen nicht ohne Weiteres bei Kalifornischen Seelöwen angewendet werden. Grund könnten die Auswirkungen des Tauchreflexes während der Narkose sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 148-151, 2010.

 

Titel: Histologische Struktur der Bürzeldrüse beim Fischadler (Pandion haliaetus)

 

Autoren: Ismail S. Harem, D.V.M., Ph.D., Melek Kocak-Harem, D.V.M., Ph.D., Tolunay Turan-Kozlu, D.V.M., Ph.D., Yesim Akaydin-Bozkurt, D.V.M., Ph.D., Ebru Karadag-Sari, D.V.M., Ph.D. und Hikmet Altunay, D.V.M., Ph.D.

 

Department of Histology and Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, Harran University, 63300, Sanliurfa, Türkei (Harem, Kocak-Harem); Department of Histology and Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, Mustafa Kemal University, 31100, Hatay, Türkei (Turan-Kozlu, Akaydin-Bozkurt); Department of Histology and Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, Kafkas University, 36300, Kars, Türkei (Karadag-Sari); Department of Histology and Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, Mehmet Akif Ersoy University, 15100, Burdur, Türkei (Altunay). Korrespondenz bitte an Dr. Harem (harem@harran.edu.tr or harem63@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die histologische Struktur der Bürzeldrüse des Fischadlers (Pandion haliaetus) zu beschreiben. Die Drüse besteht aus zwei verlängerten Läppchen, die von einer Bindegewebskapsel umgeben sind. Jedes Läppchen der Drüse besitzt einen großen zentralen Hohlraum mit einem Ausführungsgang. Die sekretorischen Kanälchen bestehen aus vier Zelltypen: Basalzellen, Intermediärzellen, Drüsenzellen und Degenerativzellen. Es gibt eine geringe Anzahl von Intermediärzellen, die keine Schicht bilden, obwohl die Drüsenzellen und Degenerativzellen aus jeweils 2-3 Schichten bestehen, die auf starke Lipogenese deutet. Die Membranen und das peripherale Zytoplasma der Degenerativzellen am Ansatz der Läppchen zeigen Calcium (Ca2+)-Ablagerung und eine intensive azidophile Reaktion.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 152-157, 2010

 

Titel: Behandlung eines amelanotischen Melanoms mit Bestrahlungstherapie bei einem Kleinen Igeltanrek (Echinops telfairi)

 

Autoren: Tara M. Harrison, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Pedro Dominguez, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Kim Hanzlik, D.V.M., James G. Sikarskie, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Dalen Agnew, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Ingrid Bergin, V.M.D., M.S., Dipl. A.C.L.A.M., Dipl. A.C.V.P., Scott D. Fitzgerald, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Dipl. A.C.P.V., Barbara E. Kitchell, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M. (Internal Medicine and Oncology)  und Elizabeth McNiel, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M. (Oncology), Dipl. A.C.V.R. (Radiation Oncology)

 

Potter Park Zoo, 1301 South Pennsylvania, Lansing, Michigan 48912, USA (Harrison, Hanzlik); Michigan State University College of Veterinary Medicine, East Lansing, Michigan 48824, USA (Harrison, Dominguez, Sikarskie, Kitchell, McNiel); Diagnostic Center for Population and Animal Health, Michigan State University, 4125 Beaumont Road, East Lansing, Michigan 48910, USA (Agnew, Bergin, Fitzgerald). Korrespondenz bitte an Dr. Harrison (taramharrison@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein 15 Jahre alter männlicher Kleiner Igeltanrek (Echinops telfairi) wurde mit einem Gewächs kaudal des rechten Ohrs vorgestellt. Zytologische Untersuchung deutete auf ein Sarkom. Chirurgische Entfernung wurde vorgenommen, und die histologische Diagnose war ein Weichgewebssarkom. Das Gewächs war 331 Tage nach der Operation wieder an der gleichen Stelle sichtbar, und Bestrahlungstherapie wurde begonnen. Computertomographie wurde zusammen mit dreidimensionaler computerisierter Behandlungsplanungs-Software zur Stadieneinteilung und zur genauen Lokalisierung des Tumors verwendet, um gesundes Gewebe zu vermeiden. Insgesamt 6,480 cGy wurden in 24 Fraktionen über 46 Tage verabreicht. Vorübergehende Hinterhandlähmung trat während der Behandlungsperiode auf, wurde aber nach 7 Tagen Behandlung mit Prednison wieder rückgängig gemacht. Minimale Zeichen akuter Bestrahlungskrankheit traten auf. Der Tumor zeigte eine 90% Reduzierung des Volumens nach der Bestrahlung. Das Tier überlebte 266 Tage nach Beginn der Bestrahlung. Bei der Sektion wurde ein kleines Gewächs und Granulationsgewebe an der ursprünglichen Stelle gefunden; dieser Befund deutet darauf hin, daß das regionaleTumorwachstum durch die Behandlung unter Kontrolle war. Ausgedehnte Metastasen wurden in der Milz und Leber gefunden. Bei der immunhistochemischen Untersuchung färbten die ursprünglichen, rezidiven und metastatischen Tumore stark positiv für HMB 45 und schwach positiv für S-100, und die Enddiagnose lautete metastatisches amelanotisches Melanom.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 158-160, 2010

 

Titel: Septikämie durch Arcanobacterium pyogenes beim Südpudu (Pudu pudu) nach Gebärmutterruptur

 

Autoren: David F. Twomey, M.V.B., M.R.C.V.S., Jonathan D. Boon, Ghislaine Sayers, B.V.Sc., M.Sc., M.R.C.V.S. und Alex Schock, Ph.D., F.R.C.Path., M.R.C.V.S.

 

Veterinary Laboratories Agency, Staplake Mount, Starcross, Exeter, Devon EX6 8PE, Großbritannien (Twomey,  Boon); Paignton Zoo, Totnes Road, Paignton, Devon TQ4 7EU, Großbritannien (Sayers); Veterinary Laboratories Agency Lasswade, International Research Centre, Pentlands Science Park, Bush Loan, Penicuik, Midlothian EH26 OPZ, Großbritannien (Schock). Korrespondenz bitte an Dr.Twomey (f.twomey@vla.defra.gsi.gov.uk). © Crown hält das Copyright für diese Veröffentlichung.

 

Zusammenfassung: Ein 14 Jahre alter weiblicher Südpudu (Pudu pudu) zeigte einen Gebärmuttervorfall nach einer unassistierten Geburt. Der Zeitraum zwischen Auftreten des Gebärmuttervorfalls und der Reposition war unbekannt aber betrug weniger als 24 Stunden. Als der Gebärmuttervorfall entdeckt wurde, schien das Gebärmuttergewebe unverletzt zu sein und wurde sofort mit antiseptischer Lösung gesäubert und vorsichtig repositioniert. Prophylaktische Antibiotika und Antiphlogistika wurden verabreicht. Der Pudu war in den ersten 4 Tagen nach der Geburt klinisch unauffällig, entwickelte danach Tenesmus, Dysurie und eitrigen Scheidenausfluß. Trotz weiterer Behandlung wurde das Tier 10 Tage nach der Geburt tot aufgefunden, obwohl es keine Zeichen einer systemischen Erkrankung zeigte. Die anatomisch- und histopathologische Untersuchung ergab die Diagnose einer Septikämie in Folge einer Metritis. Arcanobacterium pyogenes wurde aus der Lunge, Leber und aus der Gebärmutterflüssigkeit isoliert.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 161-164, 2010

 

Titel: Behandlung der narkose-bedingten Hypoxämie bei Braunbären (Ursus arctos)

 

Autoren: Åsa Fahlman, D.V.M., Vet. Med. Lic., Ph.D., John Pringle, D.V.M., D.V.Sc., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M., Dipl. E.C.E.I.M., Jon M. Arnemo, D.V.M., Ph.D., Jon E. Swenson, Ph.D., Dr. habil., Sven Brunberg und Görel Nyman, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.A.A.

 

Department of Clinical Sciences, Faculty of Veterinary Medicine and Animal Science, Swedish University of Agricultural Sciences, P.O. Box 7054, SE-750 07 Uppsala, Schweden (Fahlman, Pringle); Department of Pathology and Wildlife Diseases, National Veterinary Institute, SE-751 89 Uppsala, Schweden (Fahlman); Faculty of Forestry and Wildlife Management, Hedmark University College, NO-2480 Koppang, Norwegen; Department of Wildlife, Fish, and Environmental Studies, Faculty of Forest Sciences, Swedish University of Agricultural Sciences, SE-901 83 Umeå, Schweden (Arnemo); Department of Ecology and Natural Resource Management, Norwegian University of Life Sciences, NO-1432 Ås, Norwegen; Norwegian Institute for Nature Research, NO-7485 Trondheim, Norwegen (Swenson); Scandinavian Brown Bear Research Project, Tackåsen, SE-794 98 Orsa, Schweden (Brunberg); Department of Environment and Health, Faculty of Veterinary Medicine and Animal Science, Swedish University of Agricultural Sciences, P.O. Box 234, SE-532 23 Skara, Schweden (Nyman). Korrespondenz bitte an Dr. Fahlman (asa_fahlman@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Diese Studie untersucht, ob die arterielle Sauerstoffversorgung bei Braunbären (Ursus arctos) mit Hypoxämie bei der Narkose mit Medetomidin-Zolazepam-Tiletamin durch Verabreichung von zusätzlich verabreichtem intranasalem Sauerstoff verbessert werden kann. Arterielle Blutproben wurden aseptisch aus der A. femoralis vor und während der Sauerstoffverabreichung genommen. Eine Sauerstoffflußrate von 2–5 L/min führte zu einer erheblichen Erhöhung des arteriellen Sauerstoffs bei der intranasalen Verabreichung bei Braunbären zwischen 12-120 kg. Die zusätzliche intranasale Sauerstoffverabreichung zeigte sich als eine einfache und wirksame Methode zur Behandlung der Hypoxämie bei narkotisierten Bären.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 165-168, 2010

 

Titel: Systemische Neosporose bei einem Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum)

 

Autoren: Angkana Sommanustweechai, D.V.M., Montakan Vongpakorn, D.V.M., M.Sc., Tanit Kasantikul, D.V.M., Jedsada Taewnean, D.V.M., Boripat Siriaroonrat, D.V.M., Ph.D., Mitchell Bush, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Nopadon Pirarat, D.V.M., Ph.D.

 

Zoological Park Organization, 71 Rama 5, Dusit, Bangkok, 10300 Thailand (Sommanustweechai, Kasantikul, Siriaroonrat); Khao Kheow Open Zoo, 237 Moo 7 Bangpra, Sri Racha, Chonburi, 20110 Thailand (Taewnean, Bush); Parasitology Section, National Institute of Animal Health Kaset Klang, Chatuchak, Bangkok, 10900 Thailand (Vongpakorn); Department of Pathology, Faculty of Veterinary Science, Chulalongkorn University, 10130 Thailand (Pirarat). Korrespondenz bitte an Dr. Angkana (angangkana@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Neosporose wurde bei einem 16 Jahre alten weiblichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum) diagnostiziert, das plötzlich ohne klinische Symptome tot aufgefunden wurde. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden disseminierte Tachyzoiten in der Leber, Nebennierenrinde, Niere und im Darm gefunden; die morphologischen Merkmale stimmten mit entweder Toxoplasma oder Neospora überein. Die Organismen wurden unter Verwendung der Immunhistochemie mit primären Kaninchen-Anti-N. caninum-Antikörpern sowie mit Polymerase-Kettenreaktion identifiziert. Die genaue Infektionsquelle bleibt unbekannt, obwohl vermutet wird, daß N. caninum-Oozysten aus der Erde oral aufgenommen wurden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 169-173, 2010

 

Titel: Fournier-Gangrän-Syndrom bei einem Schimpansen (Pan troglodytes)

 

Autoren: Danelle M. Okeson, D.V.M., Judilee Marrow, D.V.M., James W. Carpenter, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Laura J. Armbrust, D.V.M., Dipl. A.C.V.R., John M. Ragsdale, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Emily Klocke, D.V.M., Dipl. A.C.V.S.

 

Rolling Hills Zoo, 625 North Hedville Road, Salina, Kansas 67401, USA (Okeson); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Kansas State University, 1800 Denison Avenue, Manhattan, Kansas 66506, USA (Marrow, Carpenter, Armbrust, Klocke); Kansas State Veterinary Diagnostic Laboratory, 1800 Denison Avenue, Manhattan, Kansas 66506, USA (Ragsdale). Aktuelle Adresse (Marrow): Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20008, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Okeson (vet@rollinghillswildlife.com).

 

Zusammenfassung: Ein 37 Jahre alter männlicher Schimpanse (Pan troglodytes) wurde wegen intermittierenden Durchfalls, skrotaler Schwellung und Apathie 2 Tage lang untersucht. Bei der klinischen Untersuchung wurde hochgradige Schwellung des Skrotums und des perinealen Gewebes mit geringgradigem eindrückbarem Ödem und Knistern festgestellt. Computertomographie zeigte eine gemischte Gas- und Weichteildichte vom kaudoventralen subkutanen Gewebe kaudal bis zum Skrotum und perinealen Gewebe. Chirurgische Untersuchung und Kastration wurden durchgeführt, um Drainage herzustellen; die Kultur zeigte eine polymikrobische Infektion. Die Diagnose der Abszessierung der Hodensäcke und Faszien wurde gestellt, die mit Fournier-Gangrän-Syndrom übereinstimmte. Obwohl eine offene Kastration mit Drainage durchgeführt wurde, starb das Tier 36 Studen nach der Operation. Die pathologische Untersuchung zeigte nekrotisierende Fasciitis des Penis, der Tunica vaginalis und der subkutanen perinealen und perianalen Gewebe.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 174-177, 2010

 

Titel: Komplikationen bei der chirurgischen Implantation eines Funksenders bei einem Amerikanischen Dachs (Taxidea taxus)

 

Autoren: Jessica H. Quinn, Ph.D., Patricia M. Gaffney, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Kirsten Gilardi, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Michael Murray, D.V.M., David A. Jessup, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Christine K. Johnson, V.M.D., Ph.D.

 

Department of Wildlife, Fish and Conservation Biology (Quinn), the School of Veterinary Medicine (Gaffney);  Wildlife Health Center, School of Veterinary Medicine (Johnson, Gilardi), University of California, Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA; Monterey Bay Aquarium, 866 Cannery Row, Monterey, California 93940, USA (Murray); Marine Wildlife Veterinary Care and Research Center, 1451 Shaffer Road, Santa Cruz, California 95060, USA (Jessup). Aktuelle Adresse (Quinn): Great Ecology & Environments, Inc., 2231 Broadway, New York, New York 10024, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Quinn (jessiequinn@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Die Anwendung der Funktelemetrie hat in den letzten Jahrzehnten zu einem stark verbesserten Verständnis der Wildtierökologie geführt. Studien mit Anwendung von Telemetrie müssen sicherstellen, daß das

Anbringen des Funksenders die Gesundheit und das Verhalten der zu untersuchenden Tiere nicht negativ beeinflußt. In dieser Studie wurden mit Bienenwachs beschichtete, abdominale Funksender bei 10 Amerikanischen Dachsen (Taxidea taxus) unter Vollnarkose implantiert; die Tiere wurden im Durchschnitt 14 Monate lang verfolgt. Verhaltensweisen und Bewegungen der Dachse zeigten erfolgreiche kurzfristige Erholung nach der Operation. Drei Mortalitäten wurden zwischen dem 5. und 15. Monat nach dem Fang und Implantation beobachtet. Die Todesursachen konnten für zwei der Dachse wegen Verwesung des Kadavers nicht festgestellt werden. Ein dritter Dachs wurde in gutem postmortalem Zustand aufgefunden, und Sepsis nach einer Netzverdrehung im Zusammenhang mit dem Funksender wurde festgestellt. Diese Studie zeigt, daß die abdominale Implantation von Funksendern beim Dachs ein gewisses Risiko birgt. Weitere Studien über die Implantation von Funksendern bei Säugetieren sollten sich auf die Suche nach sicheren und effektiven Telemetrie-Geräte konzentrieren, die nicht die Gesundheit der Tiere gefährden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 178-180, 2010

 

Titel: Hautveränderungen assoziiert mit Demodex sp. bei einem Lama (Lama peruana)

 

Autoren: Kyung-Yeon Eo, D.V.M., Dongmi Kwak, D.V.M., Ph.D., Taekyun Shin, D.V.M., Ph.D., Yong-Gu Yeo, D.V.M., Kyu-Yong Jung, D.V.M., Ph.D., Seong-Chun Kwon, D.V.M., Ph.D., Seungjoon Kim, D.V.M., Ph.D. und Oh-Deog Kwon, D.V.M., Ph.D.

 

College of Veterinary Medicine, Kyungpook National University, 1370 Sangyukdong, Daegu 702-701, Korea (Eo, Kwak, Kim, Kwon); Seoul Grand Park Zoo, 42 Kwangmyunggil, Gwacheon 427-702, Korea (Eo, Yeo); College of Veterinary Medicine, Cheju National University, 66 Jejudaehakno, Jeju 690-756, Korea (Shin); Department of Pharmacology, Wonkwang University School of Medicine, 22 Wonkwang daehakno, Iksan, Jeonbuk 570-749, Korea (Jung); College of Medicine, Kwandong University, 522 Naegokdong, Gangneung, Gangwon 210-701, Korea (S. Kwon). Korrespondenz bitte an Dr. O. Kwon (odkwon@knu.ac.kr).

 

Zusammenfassung: Ein 2,5 Jahre altes weibliches Lama (Lama peruana) wurde mit Hautveränderungen im Animal Health Center im Seoul Grand Park Zoo, Korea, vorgestellt. Milben der Gattung Demodex wurden aus Schabungen der Hautstellen festgestellt; weder andere Milben noch Pilze wurden identifiziert. Die Körper der vorgefundenen Milben waren verlängert, spitz an den Enden und 200–280 µm lang; sie besaßen vier Paare kurzer Beine am Vorderende des Körpers, und das gestreifte Opisthosoma nahm circa die Hälfte der Körperlänge ein. Die histologische Untersuchung einer Hautbiopsie zeigte die typischen Befunde: Follikulitis, Hyperkeratinisierung der Epidermis und Infiltration der Dermis mit Entzündungszellen, die hauptsächlich aus Eosinophilen und Monozyten bestand. Obwohl Milben in den erweiterten Haarfollikeln nicht festgestellt wurden, stimmten die histologischen Befunde mit Beschreibungen des Milbenbefalls von Demodex spp. überein. Dieser Bericht stellt den ersten Fall von Hautveränderungen assoziiert mit Demodex sp. bei L. peruana dar. Zufällige Befunde wurden bisher in einer anderen Lama-Art (Lama glama) beschrieben, obwohl Symptome nicht festgestellt wurden. Die Behandlung mit Amitraz (0,025%) eliminierte die Milben und behob die klinischen Symptome.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(1): 181-183, 2010

 

Titel: Cryptococcus gattii VGI bei einem Ostpazifischen Delfin (Stenella longirostris) aus Hawaii

 

Autoren: David S. Rotstein, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.V.P., Kristi West, Ph.D., Gregg Levine, D.V.M., Shawn R. Lockhart, Ph.D., Stephen Raverty, D.V.M., Ms.C., Ph.D., D.A.C.V.P., Muhammad G. Morshed, Ph.D. und Teri Rowles, D.V.M., Ph.D.

 

National Oceanic and Atmospheric Administration, 1315 East-West Highway, Silver Spring, Maryland 20910, USA (Rotstein, Rowles); Hawaii Pacific University, 45-045 Kamehameha Highway, Kaneohe, Hawaii 96744, USA (West); National Oceanic and Atmospheric Administration, 1125B Ala Moana Boulevard, Honolulu, Hawaii 96822, USA (Levine); Centers for Disease Control and Prevention, 1600 Clifton Road, Atlanta, Georgia 30333, USA (Lockhart); Animal Health Center, 1767 Angus Campbell Road, V3G2M3 British Columbia, Kanada (Raverty); University of British Columbia, 655 W. 12th Avenue, V5Z4R4 Vancouver, British Columbia, Kanada, (Morshed). Korrespondenz bitte an Dr. Rotstein (dave.rotstein@noaa.gov).

 

Zusammenfassung: Ein gestrandeter Ostpazifischer Delfin (Stenella longirostris) wurde auf Hawaii mit kutanen Knoten und vergrößerten Lymphknoten aufgefunden. Zahlreiche Cryptococcus gattii VGI wurden in mehreren Organen mit geringem Ausmaß an Entzündung festgestellt. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung einer C. gattii-Infektion bei einem Delfin auf Hawaii dar.

 

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