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jzwm_germanabstract_v41n2_2010

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 41(2) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 193-200, 2010.

 

Titel: Die Auswirkungen von kurzfristiger und langfristiger Hypoxie auf Hämolymphgaswerte beim Pfeilschwanzkrebs (Limulus polyphemus) unter Verwendung eines patientennahen Analysegerätes

 

Autoren: Matthew C. Allender, D.V.M., M.S., Juergen Schumacher, Dr. med. vet., Dipl. A.C.Z.M., Robert George, D.V.M., Jennifer Milam, B.S. und Agricola Odoi, B.V.M., M.Sc., Ph.D.

 

Departments of Small Animal Clinical Sciences (Allender, Schumacher) and Comparative Medicine (Odoi), College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA; Ripley’s Entertainment, Ripley’s Aquarium of the Smokies, 88 River Road, Gatlinburg, Tennessee 37738, USA (George, Milam). Aktuelle Adresse (Allender): Department of Veterinary Biosciences, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, 2001 South Lincoln Avenue, Urbana, Illinois 61802, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Allender (mcallend@illinois.edu).

 

Zusammenfassung: Hämolymphgaswerte wurden mit einem patientennahen Analysegerät bei anscheinend gesunden Pfeilschwanzkrebsen (Limulus polyphemus) untersucht, die im Wasser ruhten sowie nach der kurz- und langfristigen Entnahme aus dem Wasser. Basiswerte für pH, Sauerstoffpartialdruck (PO2), Kohlenstoffdioxidpartialdruck, Bikarbonat, Basenüberschuss, Gesamtkohlendioxid- und Laktatkonzentrationen wurden im Hämolymph von 10 Pfeilschwanzkrebsen (Gruppe 1) gemessen. Die Krebse wurden im Wasser, 5 Minuten nach Entnahme aus dem Wasser und nach einer Erholungszeit im Wasser von entweder 10 Minuten oder von mehr als 60 Minuten (Spannweite 61-221 Minuten) untersucht. Hämolymphgaswerte wurden weiterhin bei 12 Pfeilschwanzkrebsen (Gruppe 2) nach trockenem Transport für 24 Stunden gemessen und mit Werten von Krebsen aus Gruppe 1 verglichen. Basiswerte für Hämolymphgasparameter beim Pfeilschwanzkrebs sind im gleichen Messbereich wie Ergebnisse von Meereswirbeltieren. Fünf Minuten nach Entnahme aus dem Wasser entwickelten die Gruppe-1-Krebse hochgradige Hypoxie, und die PO2-Werte fielen unter den messbaren Bereich des Messgeräts. Krebse in Gruppe 2 zeigten ausgepräte respiratorische Azidose; die PO2-Werte waren signifikant niedriger als die Basiswerte der Gruppe-1-Krebse.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 201-209, 2010.

 

Titel: Nicht-invasive Speichelsammlungmethoden bei wildlebenden Berg- (Gorilla beringei beringei) und Grauergorillas (Gorilla beringei graueri) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Tierra Smiley, D.V.M., Lucy Spelman, D.V.M., Magdalena Lukasik-Braum, D.V.M., Jean Mukherjee, D.V.M. Ph.D., Gretchen Kaufman, D.V.M., Donna E. Akiyoshi, Ph.D. und Michael Cranfield, D.V.M.

 

Tufts Cummings School of Veterinary Medicine, Department of Environmental and Population Health (Smiley, Kaufman), Department of Biomedical Sciences (Mukherjee, Akiyoshi), 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA; Mountain Gorilla Veterinary Project, Ruhengeri, Ruanda (Spelman, Lukasik-Braum, Cranfield); The Maryland Zoo in Baltimore, Druid Hill Park, Baltimore, Maryland 21217, USA (Cranfield); the Division of Molecular and Pathophysiology, School of Medicine, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland 21205, USA (Cranfield); Wildlife Health Center School of Veterinary Medicine, University of California Davis, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Smiley (tierra.wilson@tufts.edu).

 

Zusammenfassung: Diese Studie wurde zur Entwicklung einer einfach anwendbaren, nicht-invasiven Methode zur Sammlung von Speichelproben, die den ersten Schritt bei der Entwicklung neuer diagnostischer Tests zur Untersuchung von Infektionskrankheiten bei Gorillas darstellt, durchgeführt. Die untersuchten Tiere in dieser Studie waren wildlebende Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Parc National des Volcans, Ruanda, und eine Gruppe verwaister Berg- und Grauergorillas (Gorilla beringei graueri) in einer temporären Einrichtung. Drei Sammlungsmethoden wurden verwendet, um Speichel von abgeworfenem Essen aus dem Wald zu gewinnen: Abstrich, Einweichen und Waschen. Speichel wurde ebenfalls von den verwaisten Gorillas in menschlicher Obhut unter Verwendung eines Hundeknotenseils in einem Stoffbeutel gesammelt. Das Vorkommen vom Gorillaspeichel in den einzelnen Proben wurde durch die Anwendung eines α-Amylase-Assays und forensischen Drucktests bestätigt. Gorilla-DNA wurde durch Polymerase-Kettenreaktion durch Verwendung Berg- und Grauergorilla spezifischer Primer nachgewiesen. Der Vergleich der drei Sammlungsmethoden von abgeworfenem Essen zeigte, dass der direkte Abstrich von Bissstellen bei Pflanzen am effektivsten ist. Wildsellerie (Peucedanum linderi) ergab die konsistenteste Gewinnung von Speichel und wird über das gesamte Jahr von den Bergorillas in Ruanda gefressen. Diese Studie zeigt, dass Speichel von Gorillas einfach und nicht invasiv von bekannten einzelnen wildlebenen Gorillas durch die Sammlung von abgeworfenem Wildsellerie und bei Gorillas in menschlicher Obhut durch Anbieten von einem mit Saft durchtränkten Hundeknotenseil im Stoffbeutel gewonnen werden kann. Beide Methoden können zur Gewinnung von Gorilla-DNA für genetische Studien angewendet werden. Speichel von wildlebenden und in menschlicher Obhut gehaltenen Gorillas könnte eine brauchbare biologische Probe für die Entwicklung von neuen diagnostischen Tests und Hormonanalyse sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 210-217, 2010.

 

Titel: Validierung von mehreren diagnostischen Methoden zur Identifizierung von Cryptosporidium sp. und Giardia sp. bei wildlebenden Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) und Beobachtungen über das Vorkommen dieser Protozoeninfektionen bei zwei Populationen in Gabon

 

Autoren: Martine van Zijll Langhout, D.V.M., M.Sc., M.R.C.V.S., Patricia Reed, D.V.M. und Mark Fox, B.Vet.Med., Ph.D., F.H.E.A., Dipl. E.V.P.C., M.R.C.V.S.

 

Mikongo Conservation Centre, Lopé National Park, Gabon, African Conservation Programme, Zoological Society of London, Regent's Park, London NW1 4RY, Großbritannien (van Zijll Langhout); Great Ape Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, New York, New York 10460, USA (Reed); The Royal Veterinary College, Royal College Street, London NW1 0TU, Großbritannien (Fox). Aktuelle Adresse (van Zijll Langhout): Mauricedale Game Ranch, Jeppe's Reef Road, Malelane 1320, Südafrika. Korrespondenz bitte an  Dr. van Zijll Langhout (martinenl@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Anthropozoonotische Krankheiten bedrohen das Überleben des Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla). Die Verwendung von präzisen diagnostischen Methoden für die Gesundheitsüberwachung von Gorillas liefert aussagekräftige Informationen, die angemessene Entscheidungen zum Schutz der Tiere ermöglichen. Zur Untersuchung von entsprechenden diagnostischen Methoden zum Nachweis von Protozoen bei freilebenen Gorillas wurden 95 Kotproben im Lopé-Nationalpark und östlich des Moukalaba-Doudou-Nationalparks in Gabon gesammelt, die viel bzw. wenig menschliche Aktivitäten zeigten. Die Proben wurden auf das Vorkommen von Cryptosporidium sp. und Giardia sp. durch die Anwendung der folgenden diagnostischen Methoden untersucht: ein handelsüblicher Immunfluorezenz-Antikörpertest, Merifluor, ein Immun-Schnelltest und ImmunoCard STAT! zur Identifizierung von Cryptosporidium sp. und Giardia sp. und eine modifizierte Ziehl-Neelsen-Färbung zur Identifizierung von Cryptosporidium sp.-Oozysten. Die Ergebnisse des Merifluortests, der als der „Goldstandard“ bei humanmedizinischen Studien angesehen wird, wurde zur Schätzung der Prävalenz von Cryptosporidium sp. und Giardia sp.-Infektionen in Lopé-Nationalpark (19,0% bzw. 22,6%) und östlich vom Moukalaba-Doudou-Nationalpark (0% bzw. 9,1%) angewendet. Die unterschiedliche Prävalenz in den zwei Regionen könnte auf ein unterschiedliches Ausmaß anthropogenischer Beeinträchtigung zurückzuführen sein. Die Sensitivität und Spezifizität des Immun-Schnelltests und ImmunoCardSTAT! wurden berechnet, indem der Merifluortest als Kontrolle verwendet wurde. Es wurde festgestellt, dass ImmunoCardSTAT! als ein geeigneter Test zur Feststellung des Antigens bei Giardia sp. (spezifisch aber nicht sensitiv) aber nicht zur Identifizierung von Cryptosporidium sp.-Antigen (weder spezifisch noch sensitiv) angewendet werden kann. Es wurde festgestellt, dass die modifizierte Ziehl-Neelsen-Färbung für die Feststellung von Cryptosporidium sp.-Oozysten hochspezifisch aber nicht sensitiv ist. Diese Ergebnisse unterstreichen die empfohlene Verwendung zusätzlichen Tests und Konzentrierungsmethoden zur akkuraten Identifizierung positiver Proben. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Cryptosporidium sp. und Giardia sp.-Infektionen bei wildlebenden Flachlandgorillas dar und betont die Wichtigkeit der Bestätigung der Genauigkeit von diagnostischen Methoden aus der Humanmedizin vor der Anwendung solcher Tests bei nichtmenschlichen Primaten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 218-223, 2010.

 

Titel: Helminthen bei Säugetieren und Vögeln im Samsun Zoologischen Garten, Türkei

 

Autoren: Ali Tumay Gurler, Ph.D., Yunus Emre Beyhan, D.V.M., Mustafa Acici, Ph.D., Cenk Soner Bolukbas, Ph.D. und Sinasi Umur, Ph.D.

 

Department of Parasitology, Faculty of Veterinary Medicine, Ondokuz Mayis University, Kurupelit, 55139, Samsun-Türkei. Korrespondenz bitte an Dr. Gurler (tgurler@omu.edu.tr).

 

Zusammenfassung: Eine koprologische Studie wurde unternommen, um das Vorkommen von Helminthenbefall im Samsun Zoologischen Garten, Türkei, festzustellen. 184 Tiere aus 45 Tierarten oder –unterarten, darunter 23 Wiederkäuer, drei Pferdeartige, 21 Fleischfresser, 10 Kaninchen, zwei Primaten, zwei Kängurus und 123 Vögel wurden untersucht. Kotproben wurden von den Zootieren viermal im Jahr in 2006 und 2007 im September, Dezember, März und Juni gesammelt und untersucht. Die Kotuntersuchungen zu allen vier Jahreszeiten zeigten, dass 123 der 338 (36,4%) der Kotproben verschiedene Helminthenarten enthielten, darunter ein Trematode, ein Zestode und 12 Nematodeneier oder –larven. Die folgenden Helminthenarten wurden identifiziert: Dicrocoelium spp. (0,9%), Moniezia spp. (1,1%), Toxascaris leonina (7,1%), Toxocara spp. (8,6%), Uncinaria stenocephala (1,4%), Dictyocaulus filaria (1,9%), Muellerius spp. (14,1%), Strongylus-ähnlicher Nematode (20,7%), Strongylus edentatus (8,3%), Cyathostomum spp. (66,7%), Trichuris spp. (3,9%), Capillaria-ähnlicher Nematode (9,5%), Ascaridia spp. (1,9%) und Heterakis spp. (12%).

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 224-233, 2010.

 

Titel: Ausgewählte Augendiagnostik beim Roten Riesenkänguru (Macropus rufus)

 

Autoren: Ginger L. Takle, D.V.M., W. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Amy Hunkeler, D.V.M., Dipl. A.C.V.O.

 

Kansas City Zoo, 6800 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Takle and Suedmeyer); Hunkeler Animal Eye Clinic, 3495 Northeast Ralph Powell Road, Lees Summit, Missouri 64064, USA (Hunkeler). Aktuelle Adresse (Takle): Pittsburgh Zoo and PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Takle (gingertakle@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Die folgenden Untersuchungen wurden an insesamt 20 Augen durchgeführt: Schirmer-Tränentest, Messung des intraokularen Drucks (IOP), Analyse der Bindehautflora und Messung des Pupillendurchmessers. Die Untersuchungen wurden durch die Verabreichung von topischem Tropicamid und Festhalten ohne Sedierung bei 10 anscheinend gesunden Roten Riesenkängurus (Macropus rufus) in menschlicher Obhut durchgeführt. Der mittlere Schirmer-Tränentestwert betrug 22,6 ± 6,07 mm/Minute. Der mittlere intraokulare Druck betrug 17,45 ± 7,23 mm Hg. Ergebnisse dieser zwei Tests unterschieden sich zwischen Augen und Geschlechtern nicht, obwohl signifikante Unterschiede für die IOP-Werte zwischen Altersklassen vorgefunden wurden. Die am häufigsten isolierten Bakterien des Bindehautsacks waren Staphylococcus epidermidis (54,5%) und Corynebacterium sp. (18,2%). Die mittlere Zeit bis zur beobachteten Pupillenerweiterung nach Verabreichung von 1% Tropicamid-Augentropfen betrug 16,7 ± 3,34 Minuten, und die mittlere Dauer der Erweiterung war 17,6 ± 8,26 Stunden. Die Ergebnisse dieser Studie werden Augen- und Zootierärzten bei der Diagnose von Augenerkrankungen bei Roten Riesenkängurus behilflich sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 234-241, 2010.

 

Titel: Verwendung von Thiafentanil-Medetomidin für die Narkoseeinleitung beim Emu (Dromaius novaehollandiae) in einem Wildtierpark

 

Autoren: Andrew Cushing, B.V.Sc. und Modesto McClean, D.V.M.

 

Wildlife Safari 1790 Safari Road, P.O. Box 1600, Winston, Oregon 97496, USA (Cushing, McClean). Aktuelle Adresse (Cushing): Birch Health Exotic Referral Clinic, Birch Health Road, Tarporley, Cheshire CW6 9UU, Großbritannien. Korrespondenz bitte an Dr. Cushing (a.c.cushing@hotmail.co.uk).

 

Zusammenfassung: Ausgewachsene Emus (Dromaius novaehollandiae) wurden 15 mal mit Thiafentanil-Oxalat (A3080) 0,175 mg/kg i.m. (Standardabweichung 0,026) und Medetomidin 0,092 mg/kg i.m. (Standardabweichung 0,009) mit Blasrohr erfolgreich narkotisiert. Nach der Narkoseeinleitung wurden die Vögel zur Zoo-Klinik transportiert, und eine Blutprobe wurde zur venösen Blutgasuntersuchung abgenommen, die respiratorische Azidose mit einem mittleren arteriellen pCO2 von 54,46 mm Hg (Standardabweichung 9,31) und venösem pH von 7,135 (Standardabweichung 0,11) zeigte, welche wahrscheinlich auf mittelgradige Bradypnoe zurückzuführen war. Atipamezol mit einer Dosis von 0,2 mg/kg i.v. (Standardabweichung 0,02) wurde verabreicht, die Vögel wurden sofort orotracheal intubiert, und 2-3% Isofluran mit 2 l/Minute Sauerstofffluss wurde verabreicht. Die folgenden Narkoseparameter wurden analysiert: Herz- und Atemfrequenz, Narkosetiefe und Elektrokardiogramm. Klinische Untersuchung sowie weitere notwendige Untersuchungen und venöse Blutabnahme für Blutbild- und biochemische Serumuntersuchung wurden durchgeführt. Nach Verabreichung von 8,75 mg/kg (Standardabweichung 1,36) Naltrexon (50 mg/mg A3080) halb i.v. und halb i.m. sowie 5 mg Midazolam zur Beruhigung, wachten die Vögel in einer gepolsterten Kiste mit Heu auf. Die Emus wurden in Seitenlage gelegt und 4 l/Minute Sauerstoff durch den Tubus wurden verabreicht bis sie Kopf und Hals bewegten und der Tubus entfernt werden mußte. Die Aufwachphase war schnell und verlief ruhig in allen Fällen mit einer mittleren Aufwachzeit von 3,1 Minuten (Zeit von der Verabreichung des Antagonisten bis der Vogel aufrecht saß). Wegen der schnellen, ruhigen, erfolgreichen Einleitungs- und Aufwachphasen werden die hier beschriebenen Dosen von Thiafentanil und Medetomidin mit Verabreichung von Midazolam vor dem Aufwachen zur Narkotisierung von ausgewachsenen Emus empfohlen. Auf Grund der respiratorischen Azidose und Bradypnoe sollte vorsichtige Narkoseüberwachung und Sauerstoffverabreichung vom Beginn der Narkose an durchgeführt werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 242-248, 2010.

 

Titel: Morphologische, immunhistochemische und molekulare Charakterisierung einer neu beschriebenen Lankesterella-Protozoenart bei zwei  Korallenfinger-Laubfröschen (Litoria caerulea)

 

Autoren: Barbara Gericota, D.V.M., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Bradd Barr, D.V.M., Ph.D., Robert Nordhausen, R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Linda J. Lowenstine, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Brian G. Murphy, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

William R. Pritchard Veterinary Medical Teaching Hospital, University of California, Davis, California 95616, USA (Gericota); Northwest Zoo Path, Monroe, Washington 98272, USA (Garner); the California Animal Health and Food Safety Laboratory, Davis, California 95617, USA (Barr, Nordhausen); Department of Pathology, Microbiology, and Immunology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA (Lowenstine, Murphy); Department of Medicine and Epidemiology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA (Larsen). Korrespondenz bitte an Dr. Murphy (bmurphy@ucdavis.edu).

 

Zusammenfassung: Zwei  Korallenfinger-Laubfrösche (Litoria caerulea) aus einem zoologischen Garten starben nach einem kurzen Krankheitsverlauf mit Apathie, Gewichtsverlust und Ödem. Eine ausführliche pathologische Untersuchung wurde bei beiden Fröschen durchgeführt, darunter bakterielle Kulturen und eine vollständige histologische Untersuchung. Sowohl intrazytoplasmatische als auch frei existierende Protozoen wurden in mehreren Organen von beiden Fröschen identifiziert. Die Parasiten wurden innerhalb von Erythrozyten, Leukozyten, Endothelzellen und Hepatozyten festgestellt. Immunhistochemische Untersuchung zeigte eine Kreuzreaktion mit Toxoplasma gondii-Antisera. Die ultrastrukturelle Analyse des Parasiten wurde mit Transmissionselektronenmikroskopie durchgeführt. Die Parasiten zeigten ein Apikalkomplex mit einem Konoid, Rhoptrien und Mikronemen; diese Befunde deuten auf die Zugehörigkeit zum Stamm der Apicomplexa hin. Zusätzlich zeigten die Parasiten bipolare Paranuklearkörperchen, die typische Organellen der Sporozoiten der Kokzidien darstellen. Die Organismen wurden vorläufig als Mitglieder der Gattung Lankesterella auf Grund der histologischen und ultrastrukturellen Morphologie identifiziert. Ein Teil des 18S-Ribosomen-RNA (rRNA)-Gens wurde mit einer Polymerase-Kettenreaktion amplifiziert, sequenziert und für eine Basic Local Alignment Search Tool (BLAST)-Suche der GenBank-Datenbank verwendet. Die 18S-rRNA-Gensequenz ähnelte Gensequenzen von Lankesterella-Organismen am ehesten (88%). Zusammen betrachtet unterstützen diese Ergebnisse die Klassifizierung dieser Protozoen als eine neue, noch nicht beschriebene Art von Lankesterella. Eine kausale Beziehung zwischen Froschmorbidität und das Vorhandensein von Protozoen konnte nicht nachgewiesen werden. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Lankesterella sp. bei Korallenfinger-Laubfröschen dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 249-254, 2010.

 

Titel: Klinische Symptome und histopathologische Befunde im Zusammenhang mit einer neu beschriebenen Protozoenerkrankung (Trichomonas gallinae) bei wildlebenden Hausgimpeln (Carpodacus mexicanus)

 

Autoren: Nancy L. Anderson, D.V.M., Ph.D., Christine K. Johnson, D.V.M., Ph.D., Sandy Fender, Susan Heckly, B.A., Marcia Metzler, B.A., Pam Nave und Jean Yim, B.S.

 

Lindsay Wildlife Museum, 1931 First Avenue, Walnut Creek, California 94597, USA (Anderson, Fender, Heckly, Metzler, Nave, Yim); Wildlife Health Center, School of Veterinary Medicine, One Shields Avenue, University of California, Davis, California 95616, USA (Johnson). Korrespondenz bitte an Dr. Anderson (nanderson@sftp.com).

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt die klinischen Symptome und histopathologischen Befunde, die mit einer neu auftretenden Trichomonas gallinae-Infektion bei wildlebenden Hausgimpeln (Carpodacus mexicanus) in Kalifornien assoziiert war. Naß fixierte Ausstriche wurden zur Diagnose der T. gallinae-Infektion bei den Hausgimpeln verwendet, weil die klassischen Symptome der Erkrankung, eine käsige Mundhöhlen- oder Kropfentzündung, bei <25% der Fälle vorkamen. Frühzeitige Feststellung war zur Verhinderung von Trichomonaden-Ausbrüchen in einer hoch besetzten Aufzuchteinrichtung entscheidend (P < 0.0001). Die Feststellung vor Beginn der klinischen Symptome war kritisch. Trotz Behandlung starben ~95% der Hausgimpel innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Symptome. Im Vergleich dazu überlebten 58% der T. gallinae-positiven Gimpel in der Aufzuchtstation, die vor Beginn der klinischen Symptome behandelt wurden. Wiederholte Ausscheidung der Parasiten bei überlebenden Vögeln wurde nicht festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 255-262, 2010.

 

Titel: Beurteilung einer Narkosekombination aus Medetomidin-Ketamin-Butorphanol mit den Antagonisten Atipamezol und Naltrexon bei männlichen Guanakos (Lama guanicoe) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Timothy A. Georoff, V.M.D., Stephanie B. James, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Penny Kalk, M.S., Paul P. Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M. und Manuel Martin-Flores, M.V., Dipl. A.C.V.A.

 

Global Health Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460, USA (Georoff, James, and Calle); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Martin-Flores). Aktuelle Adressen (Georoff): Roger Williams Park Zoo, 1000 Elmwood Avenue, Providence, Rhode Island 02907, USA; (James): Pittsburgh Zoo & PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Georoff (tgeoroff@rwpzoo.org).

 

Zusammenfassung: Sieben ausgewachsene männliche gehaltene Guanakos (Lama guanicoe), die 112,0 ± 10,9 kg (Mittelwert ± Standardabweichung) wogen, wurden mit einer intramuskulär verabreichte Kombination aus Medetomidin (90,0 ± 8,8 µg/kg), Ketamin (2,7 ± 0,3 mg/kg) und Butorphanol (0,3 ± 0,03 mg/kg) narkotisiert, um die Narkosequalität und kardiopulmonalen Auswirkungen zu beurteilen. Die Einleitung war unkompliziert und schnell; die mittlere Zeit bis zum ersten Zeichen der Narkose betrug 3 ± 1,5 Minuten und die mittlere Zeit, bis das Tier sich hinlegte, betrug 5,1 ± 3,1 Minuten. Die Narkose war vorhersehbar, ohne Komplikation und ergab ausgezeichnete Muskelentspannung. Spontanatmung blieb während der gesamten Narkose bei allen Tieren erhalten. Ausgeprägte Bradykardie (24 bis 52 Herzschläge/Minute) wurde zu allen Zeitpunkten bei allen Einzeltieren beobachtet. Mittlere Herzfrequenz nahm während der Narkosezeit ab, obwohl mittlere Herzfrequenz-, Temperatur-, Atemfrequenz- und endexspiratorische CO2-Werte sich über die 20 Minuten der Narkoseüberwachung nicht signifikant änderten. Der mittlere arterielle Partialdruck des Sauerstoffs (PaO2) bei der ersten Probeentnahme betrug 65,9 ± 14,8 mm Hg, und sechs der sieben Tiere zeigten Hypoxämie (PaO2 < 80 mm Hg). Nach Sauerstoffverabreichung für 20 Minuten zeigte der mittlere PaO2-Wert eine statistisch signifikante Erhöhung auf einen mittleren Wert von 127,7 ± 32,4 mm Hg (P = 0,0014). Der mittlere arterielle Partialdruck des Kohlendioxids (PaCO2) zeigte eine signifikante Erhöhung während der Messzeit (P = 0,0004), und Atemdepression (PaCO2 > 45 mm Hg) wurde bei vier der Tiere festgestellt. Die mittlere Gesamtdauer der Narkose betrug 23,3 ± 3,3 Minuten. Allen Guanakos wurden 0,45 ± 0,04 mg/kg Atipamezol und 2,7 ± 0,25 mg/kg Naltrexon intramuskulär verabreicht, um die Narkose rückgängig zu machen. Die Erholungsphase war ruhig und unkompliziert. Die mittlere Zeit, bis das Tier aufrecht saß nach Verabreichung des Antagonisten, betrug 7,7 ± 4,5 Minuten, und die Zeit bis zum erfolgreichen Aufstehen betrug 12,9 ± 5,0 Minuten; alle Tiere standen beim ersten Anlauf.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 263-274, 2010.

 

Titel: Pharmakokinetik oral verabreichten Terbinafins bei Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) zur potentiellen Behandlung von Aspergillose

 

Autoren: Ursula Bechert, D.V.M., Ph.D., J. Mark Christensen, Ph.D., Robert Poppenga, D.V.M., Ph.D., Hang Le, Ph.D., Jeff Wyatt, D.V.M., M.P.H. und Todd Schmitt, D.V.M.

 

Oregon State University, College of Science, 2082 Cordley Hall, Corvallis, Oregon 97331, USA (Bechert); Oregon State University, College of Pharmacy, 229 Pharmacy Building, Corvallis, Oregon 97331, USA (Christensen, Le); University of Pennsylvania, New Bolton Center, 382 West Street Road, Kennett Square, Pennsylvania 19348, USA (Poppenga); Seneca Park Zoo, 2222 Saint Paul Street, Rochester, New York 14621, USA (Wyatt); SeaWorld, 500 Sea World Drive, San Diego, California 92109, USA (Schmitt). Aktuelle Adresse (Poppenga): University of California–Davis, CAHFS Toxicology Laboratory, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bechert (ursula.bechert@oregonstate.edu).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die pharmakokinetischen Parameter von oral verabreichtem Terbinafinhydrochlorid mit 3, 7 und 15 mg/kg Einmaldosen sowie Mehrfachdosen zu bestimmen, um die notwendigen Dosen für die potentielle Behandlung von Aspergillose bei Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) zu berechnen. Zehn ausgewachsene Brillenpinguine wurden in jeder der Dosenversuche mit einer zweiwöchigen Auswaschzeit zwischen den einzelnen Versuchen verwendet. Die mittlere Plasmakonzentration des Terbinafins nach Verabreichung von 3 mg/kg erreichte einen Höhepunkt von 0,11 ± 0,017 µg/ml (Mittelwert ± Standardabweichung) nach circa 4 Stunden. Terbinafin mit Dosen von 7 mg/kg und 15 mg/kg führte zu Plasmahöchstkonzentrationen von 0,37 ± 0,105 bzw. 0,33 ± 0,054 µg/ml. Das Verteilungsvolumen erhöhte sich mit zunehmender Dosis mit 37 ± 28,5 mg/l bei 3 mg/kg, 40 ± 28,1 mg/l bei 7 mg/kg und 52 ± 18,6 mg/l bei 15 mg/kg. Die mittlere Halbwertszeit war biphasisch mit Endhalbwertszeiten (t½) von 9,9 ± 4,5 Stunden bei 3 mg/kg, 17,2 ± 4,9 Stunden bei 7 mg/kg und 16,9 ± 5,4 Stunden bei 15 mg/kg. Eine schnelle erste Eliminierungsphase wurde durch eine langsamere zweite Phase abgelöst, und die Endeliminierungszeit betrug circa 136 ± 9,7 Stunden bei 7 mg/kg und 131 ± 9,9 Stunden bei 15 mg/kg. Linearität konnte für die Fläche unter der Kurve, aber nicht für die Plasmahöchstkonzentrationen für die drei Dosen demonstriert werden. Berechnungen auf der Basis von pharmakokinetischen Werten zeigten, dass Terbinafin mit 15 mg/kg einmal am Tag zu Plasmatiefstkonzentrationen im Fließgleichgewicht über die Mindesthemmkonzentration (0,8–1,6 µg/ml) führten, und diese Dosis wird als eine mögliche Behandlungsoption für Aspergillose bei Pinguinen empfohlen. Weitere Studien sind notwendig, um die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Medikaments zu beurteilen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 275-286, 2010.

 

Titel: Akute Pankreatitis beim Erdmännchen (Suricata suricatta)

 

Autoren: Lisa M. Naples, D.V.M., Claude Lacasse, D.V.M., Jennifer A. Landolfi, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Jörg M. Steiner, med. vet., Dr. med. vet., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M., Dipl. E.C.V.I.M.-C.A., Jan S. Suchodolski, med. vet., Dr. med. vet., Ph.D. und Kathryn C. Gamble, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M.

 

Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency Program, University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Urbana, Illinois 61802, USA (Naples); Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA (Gamble, Lacasse); University of Illinois Zoological Pathology Program, Loyola University Medical Center, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Landolfi); College of Veterinary Medicine, University of Illinois and the Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan); Gastrointestinal Laboratory at Texas A&M University, College Station, Texas 77843, USA (Steiner, Suchodolski). Aktuelle Adressen (Naples): the John G. Shedd Aquarium, 1200 S. Lake Shore Drive, Chicago, Illinois 60605, USA; (Lacasse): Australia Zoo, Steve Irwin Way, Beerwah, Queensland 4519, Australia. Korrespondenz bitte an Dr. Naples (lnaples@sheddaquarium.org).

 

Zusammenfassung: Vier ausgewachsene Erdmännchen (Suricata suricatta), die Vollgeschwister waren, wurden mit akuter Pankreatitis diagnostiziert. Der Indexfall zeigte Apathie, Inappetenz, Bauchspannung und ein palpierbares Gewächs in der kaudalen Bauchhöhle. Serum war sichtbar lipämisch mit erhöhten Cholesterin- und Triglyzeridkonzentrationen und erhöhter Amylase- und Lipaseaktivität. Eine Probelaparotomie bestätigte chylöse Peritonitis; chirurgische Entfernung eines saponifizierten Gewächses in der Milz und im Duodenum, Teilpankreatektomie und Splenektomie wurden durchgefhrt. Histopathologische Untersuchung zeigte eine hochgradige, multifokale, subakute nekrotisierende und granulomatöse Pankreatitis. Innerhalb von 13 Tagen nach Auftreten des ersten Falls zeigte ein zweites Erdmännchen im wesentlichen identische klinische, chirurgische und histopathologische Befunde.Während der nachfolgenden klinischen Untersuchung der anscheinend nicht erkrankten Tiere (n = 12), deuteten die klinischen und hämatologischen Befunde bei zwei der übrigen Geschwister auf Pankreatitis. Die Ursache der vier Fälle blieb unbekannt, obwohl Übergewicht und Hyperlipidämie, eine Diätumstellung auf ein fettreicheres Futtermittel und genetische Anlage als gemeinsame Risikofaktoren identifiziert wurden. Um verschiedene Tests zur Diagnose von Pankreatitis bei Erdmännchen näher zu untersuchen, wurden die Lipase-Immunreaktivitätskonzentrationen vom Hund und von der Katze (cPLI und fPLI) in Serumproben (n = 61) von zwei nicht verwandten Erdmännchengruppen gemessen. Obwohl diese Assays sehr sensitiv und spezifisch zur Diagnose von Pankreatitis bei domestizierten Fleischfressern sind, konnten ähnliche Korrelationen für Erdmännchen nicht festgestellt werden. Zusätzlich wurde festgestellt, dass Hyperlipidämie bei den betroffenen Erdmännchen nicht einheitlich identifiziert wurde und auch keinen augenscheinlichen Zusammenhang mit der Entwicklung der klinischen Erkrankung zeigte. Auf Grund dieser Befunde wurde nachgewiesen, dass sensitive und spezifische diagnostische Tests zur Diagnose von Pankreatitis bei Erdmännchen zur Zeit nicht vorhanden sind.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 287-290, 2010.

 

Titel: Ein neuartiger Fall von Fusarium oxysporum-Infektion beim Großen Tümmler (Tursiops truncatus)

 

Autoren: Lydia Staggs, D.V.M., Judy St. Leger, D.V.M., Dipl. A.V.C.P., Gregory Bossart, V.M.D., Ph.D., Forrest I. Townsend Jr, D.V.M., Christie Hicks, D.V.M. und Michael Rinaldi, Ph.D.

 

Gulf World Marine Park, 32413 Front Beach Road, Panama City Beach, Florida 32413, USA (Staggs); Sea World San Diego, 500 Sea World Drive, San Diego, California 92109, USA (St. Leger); Harbor Branch Oceanographic Institute at Florida Atlantic University, 5600 US 1 North, Fort Pierce, Florida 34946, USA (Bossart); Bayside Hospital for Animals, 251 NE Racetrack Road, Fort Walton Beach, Florida 32541, USA (Townsend); Mirage Hotel and Casino, 3400 South Las Vegas Boulevard, Las Vegas, Nevada 89109, USA (Hicks); University of Texas Health Science Center at San Antonio, Department of Pathology, Room 329E, San Antonio, Texas 78229, USA (Rinaldi). Korrespondenz bitte an Dr. Staggs (staggsla@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Eine Sektion wurde bei einem 10 Jahre alten männlichen Großen Tümmler (Tursiops truncatus) in menschlicher Obhut nach akutem Tod durchgeführt. Anatomisch-pathologische Untersuchung ergab Blutung im rechten Großhirn, rechten Kleinhirn und rechten Auge. Histopathologische Untersuchung ergab mittelgradige multifokale, akute, nekrotisierende Meningoenzephalitis mit intraläsionalen Pilzhyphen. Groß- und Kleinhirngewebe sowie zerebrospinale Flüssigkeit wurden zum Fungus Testing Laboratory, San Antonio, Texas, USA geschickt. Die Kultur ergab die Isolierung von Fusarium oxysporum und wurde mit internen transkribierten Spacern und D1-D2-Sequenzierung bestätigt. Dies ist der erste Fall einer  Fusarium oxysporum-Infektion bei einer Walart, die weder in der Haut vorkam noch bei einem nicht unter Antibiose stehenden Wal festgestellt wurde.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 291-295, 2010.

 

Titel: Das Vorkommen von dysplastischen Luftröhren bei acht Blauduckern (Cephalophus monticola) in Bioko, Äquatorialguinea

 

Autoren: Eric D. Lombardini, V.M.D., M.Sc., Dipl. A.C.V.P.M., Dipl. A.C.V.P., Emily Lane, B.VSc., Mphil., Dipl. A.C.V.P. und Fabio Del Piero, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, DC 20306, USA (Lombardini); Zoological Pathology and Research Program, National Zoological Gardens of South Africa, P.O. Box 754, Pretoria 0001, Südafrika (Lane); New Bolton Center, Department of Veterinary Pathobiology, University of Pennsylvania, 382 WStreet Road, Kennett Square, PA 19348, USA (Del Piero). Aktuelle Adresse (Lombardini): 822 East A Street, Brunswick, MD 21716, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Lombardini (Eric.lombardini@us. army.mil). Dieser Artikel wurde während der Tätigkeit des Autors als Angestellter der US-Regierung erstellt. Der Autor kann die Rechte nicht dem American Association of Zoo Veterinarians übertragen.

 

Zusammenfassung: Neun Blauducker (Cephalophus monticola), die auf dem Malabo-Bushmeat-Markt gekauft wurden, wurden pathologisch untersucht. Acht der neun Tiere zeigten dysplastische Luftröhren mit lateraler Apposition der Trachealringe, Einklemmung des M. trachealis und der Ligamenta annularia und Verfaltung des Luftröhrenepithels. Gespräche mit Zoo-Pathologen sowie eine ausführliche Literatursuche ergaben keine weiteren solche Fälle. Dieser Befund könnte einen evolutionären Marker repräsentieren, der auf einen historischen genetischen Engpaß bei dieser Tierart hindeuten könnte, die auf der Insel Bioko im Golf von Benin endemisch ist.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 296-308, 2010.

 

Titel: Proliferative Schilddrüsenveränderungen und Schilddrüsenüberfunktion bei Fischermardern (Martes pennanti) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Elizabeth M. Bunting, V.M.D., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Noha Abou-Madi, D.V.M., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Robert E. Schmidt, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und George V. Kollias, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Clinical Sciences, Section of Wildlife Health, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Tower Road, Ithaca, New York 14853, USA (Bunting, Abou-Madi, Kollias); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner); Zoo/Exotic Pathology Service, 2825 Kovr Drive, West Sacramento, California 95605, USA (Schmidt). Korresponenz bitte an Dr. Bunting (buntvmd@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Schilddrüsenerkrankungen werden bei vielen Zootierarten häufig beobachtet, obwohl wenige Beschreibungen bei Marderarten existieren. Ein 7 Jahr alter, von Menschenhand aufgezogener, weiblicher Fischermarder (Martes pennanti) mit fortschreitender Alopezie wurde mit klinischer Schilddrüsenüberfunktion auf Grund der folgenden Befunde diagnostiziert: anhaltende Erhöhung des freien und Gesamtthyroxins sowie des freien und Gesamttrijodthryronins im Serum, Ultraschallergebnisse sowie das Vorkommen von adenomatöser Schilddrüsenhyperplasie bei der histologischen Untersuchung. Vier weitere ältere Fischermarder (zwei Männchen und zwei Weibchen) wurden mit adenomatöser Hyperplasie der Schilddrüse bei einer  b von 23 pathologischen Berichten identifiziert. Eingefrorene Serumproben waren von drei der vier pathologisch untersuchten Tiere zur Schilddrüsenhormonuntersuchung vorhanden. Freies und Gesamtthyroxin im Serum waren bei den vier Tieren erhöht; Trijodthyronin war bei zwei der drei getesteten Tiere erhöht.  Bei der Sektion der Tiere wurde folgendes vorgefunden: Kardiohypertrophie, Herzinsuffizienz und Gefäßveränderungen, die mit Bluthochdruck einhergehen. Vollständige Gewebsproben waren für das vierte Tier nicht vorhanden. Klinische und subklinische Schilddrüsenüberfunktion könnte eine häufige aber oft übersehene Erkrankung bei Fischermardern in menschlicher Obhut sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 309-315, 2010.

 

Titel: Intestinales Lymphom der granulären Lymphozyten bei einem Fischermarder (Martes pennanti) und einem Fischotter (Lutra lutra)

 

Autoren: Susan L. Bartlett, D.V.M., Denise M. Imai, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., John G. Trupkiewicz, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Seigo Ogasawara, B. V. Sc., Tracy Stokol, B. V. Sc., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Matti Kiupel, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Noha Abou-Madi, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und George V. Kollias, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

Section of Wildlife Health, Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Bartlett, Abou-Madi, Kollias); Wildlife Disease Laboratories, Zoological Society of San Diego, 1354 Old Globe Way, San Diego, California 92101, USA (Imai); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Trupkiewicz, Garner); Department of Pathobiology and Diagnostic Investigation, Michigan State University College of Veterinary Medicine, 4125 Beaumont Road, Lansing, Michigan 48933, USA (Kiupel); Section of Clinical Pathology, Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Ogasawara, Stokol). Aktuelle Adresse (Bartlett): Zoo New England, One Franklin Park Road, Boston, Massachusetts 02121, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bartlett (slb35@cornell.edu).

 

Zusammenfassung: Intestinales Lymphom der granulären Lymphozyten wurde bei einem 6 Jahre alten Fischermarder (Martes pennanti) und einem älteren Fischotter (Lutra lutra) diagnostiziert. Die beobachteten klinischen Symptome waren Apathie und Inappetenz bei beiden Tieren und Erbrechen und gelegentlicher Durchfall beim Fischermarder. Die Diagnosen in beiden Fällen wurden durch zytologische Untersuchung von frischem Gewebe, histologische Untersuchung vom fixierten Gewebe und Immunhistochemie gestellt. Granula waren bei der zytologischen Untersuchung von direkten Abstrichen von frischen Gewebsproben am deutlichsten sichtbar. Weil die Granula in den meisten histologischen Abschnitten fehlten, war die zytologische Untersuchung von frischem Gewebe für die Diagnose entscheidend. Immunhistochemische Untersuchung wies nach, dass die neoplastischen Zellen positive membranöse Immunreaktivität für CD3 zeigten und für CD79a negativ waren. Diese Befunde stimmen mit die Diagnose eines intestinalen T-Zellenlymphoms überein. Diese Erkrankung wurde bei beiden Tieren als aggressiv eingestuft; schneller Krankheitsverlauf, hoher mitotischer Index, Zerstörung der Darmstruktur in beiden Fällen und Metastasen beim Fischermarder waren vorhanden. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung eines Lymphoms der granulären Lymphozyten bei einem Fischermarder und einem Fischotter dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 316-319, 2010.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung eines chronischen Gesichtsabszesses mit einem antibiotischen Copolymer-Retardpräparat bei einem Goldenen Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia)

 

Autoren: Michael McBride, D.V.M. und Cheryl Cullion, D.V.M.

 

Roger Williams Park Zoo, 1000 Elmwood Avenue, Providence, Rhode Island 02907, USA. Aktuelle Adresse  (Cullion): Tiogue Veterinary Clinic, 916 Tiogue Avenue, Coventry, Rhode Island 02816, USA. Korrespondenz  Dr. McBride (mmcbride@rwpzoo.org).

 

Zusammenfassung: Ein 3 Jahre altes, weibliches Goldenes Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) in menschlicher Obhut entwickelte einen Abszess zunächst in der Mundhöhle, der später bis in die Wange reichte. Die Behandlung mit Amoxicillin-Clavulansäure, Enrofloxacin  und Sulfamethoxizol-Trimethoprim führte zu kurzfristigem Rückgang des Abszesses. Kulturen des Abszesses isolierten folgende Bakterien: Escherichia coli, Enterobacter cloacae, hämolytischer Staphylococcus und Serratia marcescens. Histopathologische Untersuchung zeigte chronische Zellulitis. Ceftazidim zusammen mit einem thermoreversiblen Polymergel wurden angewendet, das in die Wunde chirurgisch implantiert wurde und langfristige lokale Antibiose bot. Diese Therapie führte zum vollständigen Rückgang der Infektion und machte weitere chirurigische Eingriffe unnötig.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 320-324, 2010.

 

Titel: Metastatisches Gallengangsadenokarzinom bei einer Westlichen Hakennasennatter (Heterodon nasicus)

 

Autoren: Adam W. Stern, D.V.M., Karen E. Velguth, D.V.M. und Jennifer D'Agostino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Pathobiology, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA (Stern, Velguth); Oklahoma City Zoo, Oklahoma City, Oklahoma 73111, USA (D'Agostino). Korrespondenz bitte an Dr. Stern (adam.stern@okstate.edu).

 

Zusammenfassung: Eine 17 Jahre alte Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus) zeigte eine hervorstehende Schwellung im mittleren Zölomabschnitt. Chirurgische Untersuchung der Schwellung zeigte ein großes, multizystisches, unregelmäßiges, hellbraunes, festes Gewächs, das das Splenopankreas einnahm. Das Gewächs wurde chirurgisch entfernt. Bei der histologischen Untersuchung bestand das Gewächs aus Tubuli aus zylinderförmigen bis abgeflachten neoplastischen Zellen mit reichlichem Stroma und mittelgradiger zellulärer Atypie; die Befunde stimmen mit einem szirrhösen Adenokarzinom überein, das auf Grund der Lage des neoplastischen Gewächs wahrscheinlich von den Gallengängen stammte. Eine Blutprobe zeigte Anämie, Monozytose, hochgradige Hyperkalzämie, und postoperativ anhaltende Hyperglykämie. Nach Erholung von der Operation wurde die Schlange mit iatrogen ausgelöstem Diabetes mellitus und exokriner Pankreasinsuffizienz diagnostiziert. Weil der Diabetes mellitus und die exokrine Pankreasinsuffizienz klinisch nicht erfolgreich reguliert werden konnten und weitere tastbare Tumore auftraten, wurde die Schlange eingeschläfert. Bei der Sektion wurden Metastasen des vorher entfernten Adenokarzinoms in der Leber, rechten Niere und im Dickdarm festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 325-326, 2010.

 

Titel: Einfluss der Futteraufnahme auf biochemische Blutwerte, unter anderm Hyperurikämie, beim Brillenpinguin (Spheniscus demersus)

 

Autoren: Carolyn Cray, Ph.D., Donald W. Stremme, V.M.D. und Kristopher L. Arheart, Ed.D.

 

Division of Comparative Pathology, University of Miami Miller School of Medicine, P.O. Box 016960 R-46, Miami, Florida 33101, USA (Cray); Adventure Aquarium, 1 Riverside Drive, Camden, New Jersey 08103, USA (Stremme); Department of Epidemiology and Public Health, University of Miami Miller School of Medicine, P.O. Box 016960 R-669, Miami, Florida 33101, USA (Arheart). Korrespondenz bitte an Dr. Cray (c.cray@miami.edu).

 

Zusammenfassung: In klinischen Situationen ist es wichtig, abweichende Blutwerte durch die Fütterung oder durch Erkrankung auseinanderzuhalten. Veränderungen durch Fütterung wurden bisher bei Säugetier- und anderen Vogelarten festgestellt. In dieser Studie wurden mehrere biochemische Werte vor und nach der Fütterung bei Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) untersucht. Signifikante Erhöhungen wurden für Harnsäure-, Triglyzerid- und Gallensäurenkonzentrationen (P < 0,001) festgestellt. Die Harnsäurewerte waren mehr als dreifach erhöht. Diese Befunde zeigen, dass Veränderungen nach der Fütterung bei der Interpretation von abweichenden biochemischen Blutwerten bei Pinguinen in Betracht gezogen werden sollen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 327-330, 2010.

 

Titel: Taenia crassiceps-Zystizerkose bei einem Katta (Lemur catta)

 

Autoren: Mónica Luzón, D.V.M., Ph.D., Concepción de la Fuente-López, D.V.M., Ph.D., Eva Martínez-Nevado, D.V.M., Jesús Fernández-Morán, D.V.M., Ph.D. und Francisco Ponce-Gordo, Ph.D.

 

Department of Animal Health, Facultad de Veterinaria, Universidad Complutense de Madrid, Avda. Puerta de Hierro s/n, Madrid 28040, Spanien (Luzón, de la Fuente-López); Department of Parasitology, Facultad de Farmacia, Universidad Complutense de Madrid, Plaza Ramón y Cajal s/n, Madrid 28040, Spanien (Ponce-Gordo); Veterinary Department, Madrid-Zoo Aquarium, Casa de Campo s/n, Madrid 28011, Spanien (Martínez-Nevado, Fernández-Morán). Korrespondenz bitte an Dr. Luzón (mluzon@vet.ucm.es).

 

Zusammenfassung: Subkutane und intraperitoneale Zystizerkose durch Taenia crassiceps wurde bei einem 5 Jahre alten männlichen Katta (Lemur catta) im Madrid Zoo und Aquarium, Madrid, Spanien diagnostiziert. Bei der laparoskopischen Untersuchung wurden mehrere septierte fibröse zystische Strukturen sowie mehrere Gewächse mit kleinen, transparenten Vesikeln (ca. 3 mm im Durchmesser) subkutan und in der Bauchhöhle vorgefunden. Die meisten Strukturen waren bereits tot; das Tier starb zwei Tage nach Beginn der intensiven postoperativen Behandlung. Das Tier verlor 566 g an Körpergewicht (22 % des Gesamtkörpergewichts) nach der chirurgischen Entfernung der Gewächse von einem Anfangskörpergewicht von 2582 g vor der Operation. Die Bläschen wurden bei der lichtmikroskopischen Untersuchung als Cysticerci identifiziert und bei der molekularen Untersuchung als Cysticercus longicollis, der Larvenform von T. crassiceps, diagnostiziert. Dieser Fall stellt die erste Diagnose von T. crassiceps bei einer Lemurenart der Gattung Lemur dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 331-333, 2010.

 

Titel: Die Verwendung von Xylazin-Hydrochlorid und Ketamin-Hydrochlorid für die Narkose von wildlebenden Leoparden (Panthera pardus fusca) in Notfallsituationen

 

Autoren: Aniruddha V. Belsare, B.V.Sc. and A.H. und Vidya R. Athreya, M.Sc.

 

Kaati Trust, D-3, Raanwara, Bavdhan, Pune 411021 Maharashtra, Indien (Belsare und Athreya). Aktuelle Adresse  (Belsare): Department of Fisheries and Wildlife Sciences, University of Missouri, Columbia, Missouri 65201, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Belsare (avbxv8@mail.missouri.edu).

 

Zusammenfassung: In Indien leben Leoparden (Panthera pardus fusca) in von Menschen dominierten Landschaften. Das führt zu zu Begegnungen, in die eingeschritten werden muß, um Verletzungen der Menschen und Leoparden zu vermeiden. Die Narkotisierung ist eine Voraussetzung bei solchen Eingriffen. Die Notfall-Feldnarkosen müssen mit einfachen Mitteln durchgeführt werden und oft inmitten großer, nicht unter Kontrolle zu bringender Menschenmengen. Eine wirksame und praktische Methode wird hier auf der Basis von Narkosen von 55 wildlebenden Leoparden beschrieben, die zwischen Januar 2003 und April 2008 durchgeführt wurden. Eine Kombination aus Xylazin-Hydrochlorid (1,4 ± 0,3 mg/kg) und Ketamin-Hydrochlorid (5 ± 2 mg/kg) wurde zur Narkose der Leoparden bei Schätzung des Körpergewichts verwendet. Wenn das Körpergewicht nicht vor der Narkose geschätzt werden konnte, wurde eine standardisierte Anfangsdosis von 50 mg Xylazin und 150 mg Ketamin verwendet. Zusätzliche Dosen (50 – 75 mg) Ketamin wurden, wenn nötig, verabreicht. Lebensbedrohliche Nebenwirkungen wurden für mindestens einen Monat nach der Narkose nicht festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 334-337, 2010.

 

Titel: Fibrokartilaginöse embolische Myelopathie bei einem Löwen (Panthera leo)

 

Autoren: Emanuele Ricci, D.V.M., Paolo Cavicchio, D.V.M. und Carlo Cantile, D.V.M.

 

Department of Animal Pathology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Pisa, Viale delle Piagge, 2-56124 Pisa, Italien (Ricci, Cantile); Zoological Gardens of Pistoia, Via Pieve a Celle, 160/A-51030 Pistoia, Italien (Cavicchio). Korrespondenz bitte an Dr. Cantile (carlo.cantile@vet.unipi.it).

 

Zusammenfassung: Ein 6 Jahre alter, männlicher, in menschlicher Obhut geborener Löwe (Panthera leo) mit einer dreitägigen Vorgeschichte von akuter und nicht progressiver spastischer Lähmung der Hintergliedmaßen und schlaffer Lähmung der Vordergliedmaßen, wurde pathologisch untersucht. Veränderungen des Blutbildes und Vorkommen anderer signifikanter klinischer Abweichungen wurden weder vor noch nach Auftreten der neurologischen Symptome beobachtet. Der einzige anatomisch-pathologische Befund wurde in den C6-C7-Segmenten der Wirbelsäule festgestellt, die fokale und asymmetrische Vergrößerung der Wirbelsäule zeigten, wodurch die Nervenwurzeln verdrängt wurden. Im Querschnitt war nur in der linken Hälfte des Rückenmarks eine schlecht abgegrenzte, dunkelrote, hämorrhagische Veränderung der lateroventralen Stränge und des ventralen Horns der grauen Substanz festzustellen. Ausgedehnte Nekrose, Blutungen und Degeneration des Nervenparenchyms und mehrere fibrokartilaginöse Emboli, die die Lumina der Arterien im Parenchym ausfüllten, wurden bei der histologischen Untersuchung des Rückenmarks vorgefunden. Emboli wurden ebenfalls in den Gefäßen der Hirnhäute festgestellt. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung einer Myelopathie durch fibrokartilaginöse Embolie bei einem Löwen dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 338-341, 2010.

 

Titel: Anwendung einer Nervenblockade des M. transversus abdominis (TAP) bei der Probelaparotomie bei einem Kanadischen Luchs (Lynx canadensis)

 

Autoren: Carrie A. Schroeder, D.V.M., Kristopher M. Schroeder, M.D. und Rebecca A. Johnson, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.A.

 

University of Wisconsin School of Veterinary Medicine, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (C. A. Schroeder, Johnson); University of Wisconsin Hospital and Clinics, 600 Highland Avenue, Madison, Wisconsin 53792, USA (K. M. Schroeder). Korrenspondenz bitte an Dr. Schroeder (schroederc@svm.vetmed.wisc.edu).

 

Zusammenfassung: Die Nervenblockade des M. transversus abdominis (TAP) ist eine innovative Regionalanästhesie-Methode mit der Verwendung vom Lokalanästhetikum und wird zunehmend bei Menschen zur Schmerzlinderung bei Bauchoperationen verwendet. Die Kanüle bei der TAP-Blockade wird zwischen den Faszien der M. obliquus internus abdominis und dem M. transversus abdominis gelegt und wirkt auf die Nerven des Abdomens und Thorax. Die erfolgreiche Schmerzausschaltung wirkt meist auf die Spinalnerven T10-L1 und kann zu einer sensorischen Blockade kranial bis T7 führen, die Analgesie für abdominale Operationen ermöglicht. Studien bei Menschen deuten darauf hin, dass diese Regionalanästhesie-Methode postoperative Analgesie der Bauchwand bis zu 48 Stunden lang bieten kann. Wegen des Umfangs und der Dauer der sensorischen Blockade wurde diese neue Methode mit Bupivacain bei einem Kanadischen Luchs (Lynx canadensis) angewendet. Die Methode bot schätzungsweise 8 – 10 Stunden intra- und postoperative Analgesie während einer Probelaparotomie zur Fremdkörperentfernung aus dem Magen des Luchses.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 342-345, 2010.

 

Titel: Diagnose und Behandlung der durch hypertrophe Kardiomyopathie verursachte Herzinsuffizienz bei einem Wickelbär (Potos flavus)

 

Autoren: David Eshar, D.V.M., Gordon D. Peddle, V.M.D. und Jeleen A. Briscoe, V.M.D., Dipl. A.B.V.P. (Avian)

 

Department of Clinical Studies-Philadelphia, University of Pennsylvania School of Veterinary Medicine, 3900 Delancey Street, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA. Aktuelle Adresse (Eshar): Moriah Veterinary Clinic, Haifa, Israel. Korrespondenz bitte an Dr. Eshar (dreshard@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein ausgewachsener, männlicher kastrierter Wickelbär (Potos flavus) in Privatbesitz zeigte Dyspnö wegen Herzinsuffizienz und wurde mit hypertropher Kardiomyopathie und vermuteter pulmonaler Hypertonie diagnostiziert. Die Diagnose wurde auf Grund der Anamnese, klinischen Symptome, Blutergebnisse, Röntgenaufnahmen, abdominalen Sonographie, abdominalen Flüssigkeitsanalyse, Elektrokardiographie und des Echokardiogramms gestellt. Eine unerklärte Hepatopathie wurde ebenfalls bei der ersten Untersuchung des Tieres festgestellt und verbesserte sich nach Behandlung mit Metronidazol. Die Behandlung der Herzinsuffizienz bestand aus einem Schleifendiuretikum, ein Angiotensin-konvertierendes Enzym (ACE)-Hemmer, ein β-adrenerger Rezeptorblocker (Betablocker) und ein Bronchodilatator; Verbesserung der klinischen Symptome wurde nach der Behandlung beobachtet. Dieser Fallbericht stellt unseres Wissens die erste Beschreibung einer Diagnose vor dem Tod und die Behandlung von Herzinsuffizienz und Kardiomyopathie bei einem Mitglied der Familie Procyonidae dar. Dieser Fall deutet darauf hin, dass hypertrophe Kardiomyopathie als eine Differentialdiagnose bei Wickelbären in Betracht gezogen werden soll, die klinische Symptome wie Atemnot vor allem bei Belastung zeigen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 346-349, 2010.

 

Titel: Narkose mit Medetomidin-Ketamin und dem Antagonisten Atipamezol bei Riesenottern (Pteronura brasiliensis)

 

Autoren: Sébastien H. Bauquier, D.V.M., Keith C. Hinshaw, D.V.M., M.P.V.M., Donna M. Ialeggio, D.V.M., Christopher L. Montgomery, D.V.M. und Sandra Z. Perkowski, V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.A.

 

Department of Clinical Studies, Veterinary Hospital of the University of Pennsylvania, 3900 Delancey Street, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA (Bauquier, Perkowski); Department of Animal Health, Philadelphia Zoo, 3400 W. Girard Avenue, Philadelphia, Pennsylvania 19104, USA (Hinshaw, Ialeggio, Montgomery). Aktuelle Adresse (Perkowski): West Chester, Pennsylvania 19380, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Bauquier (bauquier@vet.upenn.edu).

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt ein teilweise reversibles Narkoseprotokoll zur Umsetzung und zur tierärztlichen Behandlung von Riesenottern (Pteronura brasiliensis). Sechs Riesenotter (drei Männchen und drei Weibchen), die 24,8 ± 4,0 kg (Mittelwert ± Standardabweichung) wogen und 16 bis 42 Jahre alt waren, wurden mit einer intramuskulären Kombination aus Medetomidin (29 ± 3 µg/kg) und Ketamin (3,9 ± 0,4 mg/kg) narkotisiert. Um die Behandlungen vollständig auszuführen, mußten bei zwei Ottern zusätzliche Ketamindosen (1,5 mg/kg) verabreicht werden. Am Ende der Narkose wurde der Antagonist Atipamezol i.m. (147 ± 14 µg/kg) verabreicht. Die mittlere Einleitungs- und Aufwachzeit betrug 12 ± 5 bzw. 4 Minuten (Spannweite, 0–9 Minuten), und die Gesamtdauer der Narkose betrug 47 ± 16 Minuten. Auf Grund dieser Ergebnisse, kann eine Kombination von Medetomidin (30 µg/kg i.m.) und Ketamin (4 mg/kg i.m.) als angemessene Option zur Narkoseeinleitung bei Riesenottern angesehen werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 350-352, 2010.

 

Titel: Dientamoeba fragilis: Erster Nachweis der Pathogenität bei Westlichen Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla)

 

Autoren: Felix Lankester, M.Sc., B.V.Sc., John Anyam Kiyang, D.V.M., Wendi Bailey, Ph.D. und Steve Unwin, B.Sc., B.V.Sc.

 

Limbe Wildlife Centre, Limbe Botanic Garden Street, Limbe, South West Region, Kamerun (Lankester, Kiyang); Clinical Parasitology Laboratory, Liverpool School of Tropical Medicine, Pembroke Place, Liverpool, L3 5QA, Großbritannien (Bailey); Conservation Medicine Division, Chester Zoo, Caughall Road, Upton, Chester CH2 1LH, Großbritannien (Unwin). Aktuelle Adresse (Lankester): P.O. Box 395, Usa River, 23100 Arusha, Tansania. Korrespondenz bitte an Dr. Lankester (felixlankester@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein 7 Jahre alter, weiblicher Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) teilte mit 10 anderen Gorillas ein Gehege im Limbe Wildlife Centre (LWC), eine Wildtierrettungsstation in Kamerun. Der Gorilla lebte seit mehr als 6 Jahren im LWC, bis er klinische Zeichen des Reizdarmsyndroms zeigte. Die klinischen Symptome besserten sich nach der Behandlung mit Metronidazol erheblich. Dieser Bericht deutet darauf hin, dass die Behandlung mit Metronidazol erfolgreich war, weil es Dientamoeba fragilis, eine Protozoenart, eliminierte. Dientamoeba fragilis sollte als Differentialdiagnose bei Gorillas mit chronischen Darmbeschwerden in Betracht gezogen werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 353-358, 2010.

 

Titel: Ein neubeschriebenes Herpesvirus der vorgeschlagenen Gattung Chelonivirus bei einer asymptomatischen Afrikanischen Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata) 

 

Autoren: Elizabeth J. Bicknese, M.P.V.M., D.V.M., April L. Childress und James F. X. Wellehan Jr, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.C.V.M. (Virology, Bacteriology/Mycology)

 

Zoological Society of San Diego, P.O. Box 120551, San Diego, California 92112, USA (Bicknese); Zoological Medicine Service, Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, P.O. Box 100126, Gainesville, Florida 32610, USA (Childress, Wellehan). Korrespondenz bitte an Dr. Bicknese (bbicknese@sandiegozoo.org).

 

Zusammenfassung: Eine wildgefangene Afrikanische Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata) wurde in einer Quarantänestation aufgenommen und war klinisch unauffällig. Abstriche der Mundhöhle für Consensus-Herpesvirus-Polymerase Kettenreaktion (PCR) und Sequenzierung wurden während einer Allgemeinuntersuchung in der Quarantäneperiode gesammelt, und ein bislang nicht beschriebenes Herpesvirus wurde identifiziert. Vergleichende Sequenzierung zeigte, dass das Virus zur Unterfamilie der Alphaherpesvirinae in der vorgeschlagenen Gattung Chelonivirus gehört. Wirt-Virus-Koevolution scheint bei Herpesviren und ihren Wirten häufig vorzukommen, und die schwerwiegendsten Erkrankungen treten typischerweise auf, wenn die Herpesviren zu nahverwandten Wirtarten überspringen. Frühere Studien stellten einige Diversität bei den Herpesviren der Schildkröten fest. Dieser Bericht vergrößert die Anzahl der nachgewiesenen Herpesviren bei Schildkröten. Die verschiedenen Herpesviren von Schildkröten können wahrscheinlich erheblich unterschiedliche klinische Auswirkungen bei den unterschiedlichen Schildkrötenarten zur Folge haben, und die Identifizierung der Wirt-Virus-Beziehungen kann zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Schildkrötensammlungen führen. Weitere Studien über die klinischen Auswirkungen dieser Zusammenhänge und die anderer Schildkrötenherpesviren bei anderen Schildkrötenarten sind notwendig.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 359-362, 2010.

 

Titel: Fallot-Tetralogie bei einem Europäischen Biber (Castor fiber)

 

Autoren: Sandra Wenger, Dr. med. vet., Dipl. E.C.V.A.A., M.Sc., Jessica Gull, med. vet., Tony Glaus, Dr. med. vet., Dipl. A.C.V.I.M., Dipl. E.C.V.I.M.-C.A., Serafin Blumer, med. vet., Julia Wimmershoff, med. vet., Asja Kranjc, Dr. med. vet., Hanspeter Steinmetz, Dr. med. vet. M.Sc. und Jean-Michel Hatt, Prof. Dr. med. vet., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. E.C.Z.M. (Avian), M.Sc.

 

Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere, Vetsuisse Fakultät (Wenger, Gull, Steinmetz, Hatt), Fachgebiet Kardiologie, Klink für Kleintiermedizin, Vetsuisse Fakultät (Glaus, Kranjc), Institut für Veterinärpathologie, Vetsuisse Fakultät (Blumer), Universität Zürich, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz; Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin, Institut für Tierpathologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern, Länggassstrasse 122, 3001 Bern, Schweiz (Wimmershoff). Korrespondenz bitte an Dr. Wenger (swenger@vetclinics.uzh.ch).

 

Zusammenfassung: Ein 20 Monate alter, weiblicher, 9 kg schwerer Europäischer Biber (Castor fiber) zeigte Apathie, verringerte Futteraufnahme seit drei Tagen und ein Grad 5/6 systolisches Herzgeräusch. Thorakale Röntgenaufnahmen zeigten ein diffuses bronchointerstitiales Lungenmuster, das auf Bronchopneumonie deutete. Echokardiographische Untersuchung zeigte Hypertrophie des rechten Ventrikels, ventrikulärer Septumdefekt mit reitender Aorta und infundibuläre Pulmonalstenose; die Befunde stimmten mit der Diagnose einer Fallot-Tetralogie überein. Obwohl die Bronchpneumonie und nicht der kongenitale Herzfehler primär für die beobachteten klinischen Symptome verantwortlich war, war die Herzmissbildung der entscheidene Grund zum Abbrechen der medizinischen Behandlung. Bei der pathologischen Untersuchung wurden beide diagnostizierten Erkrankungen bestätigt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 363-367, 2010.

 

Titel: Die Verwendung eines Mycobacterium tuberculosis-Schnelltests mit Lateralfluss zur Beurteilung von unspezifischen Tuberkulinreaktionen bei Silbernen Haubenlanguren (Trachypithecus cristatus ultima)

                                                                                     

Autoren: Timothy A. Georoff, V.M.D., Paul P. Calle, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Denise McAloose, V.M.D., Dipl. A.C.V.P. und Michael T. Barrie, D.V.M.

 

Global Health Program, Wildlife Conservation Society, 2300 Southern Boulevard, Bronx, New York 10460-1099, USA (Georoff, Calle, McAloose); Columbus Zoo, 9990 Riverside Drive, P.O. Box 400, Powell, Ohio 43065-0400 (Barrie). Aktuelle Adresse (Georoff): Roger Williams Park Zoo, 1000 Elmwood Avenue, Providence, Rhode Island 02907, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Georoff (tgeoroff@rwpzoo.org).

 

Zusammenfassung: Unspezifische Reaktionen nach Durchführung des intradermalen Tuberkulin-Hauttests (TST) werden bei Silbernen Haubenlanguren (Trachypithecus cristatus ultima) im Wildlife Conservation Society's Bronx Zoo häufig beobachtet. Ein handelsüblicher Immunassay-Schnelltest mit Lateralfluss (RT) zur Identifizierung von Antikörpern gegen Mycobacterium tuberculosis und M. bovis wurde in dieser Studie angewendet, um die Korrelation zwischen dem RT und TST und dem echten Tuberkulose-Status der Affen zu bestimmen. 22 Silberne Haubenlanguren wurden mit sowohl TST als auch RT getestet. TST-Ergebnisse wurden in drei Gruppen eingeteilt: Tiere mit unspezifischer Tuberkulinreaktion (n = 9), Tiere mit Reaktion lediglich auf M. avium-Tuberkulin (n = 6) und Tiere mit negativen Testergebnissen. RT-Ergebnisse waren bei 20 der 22 Languren negativ; uneindeutige Ergebnisse wurden bei zwei Tieren aus der M. avium-Tuberkulingruppe festgestellt. Unterschiede beim RT-Assay konnten bei den drei TST-Gruppen nicht festgestellt werden (P = 0,178). RT-Ergebnisse stimmten nicht mit TST-Ergebnissen überein (κ = 0,08), obwohl die RT-Ergebnisse rohe Übereinstimmung mit Tuberkulose-Status zeigten (Verhältnis der Gesamtübereinstimmung = 0,909). Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass das RT-Assay zur Bestätigung von unspezifischen TST-Reaktionen bei Silbernen Haubenlanguren Verwendung finden könnte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 368-370, 2010.

 

Titel: Bilaterale Katarakte bei einem jungen Kojoten (Canis latrans) in Saskatchewan, Kanada

 

Autoren: Hilary Granson, D.V.M., Bruce Grahn, D.V.M., Dipl. A.C.V.O., Dipl. A.B.V.P., Dennilyn Parker, D.V.M., M.Vet.Sc., Dipl. A.B.V.P. und Chelsea Himsworth, D.V.M., M.Vet.Sc.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences (Granson, Grahn, Parker); Department of Veterinary Pathology (Himsworth), Western College of Veterinary Medicine, 52 Campus Drive, Saskatoon, Saskatchewan, S7N 5B4, Kanada. Korrespondenz bitte an Dr. Himsworth (chelsea.himsworth@usask.ca).

 

Zusammenfassung: Ein wildlebender Kojotenwelpe (Canis latrans) wurde in einer ländlichen Region Saskatchewans aufgefunden und von einer Wildtierrettungsstation zur tierärztlichen Universitätsklinik transportiert. Bei der klinischen Untersuchung wurde Blindheit wegen bilateraler reifer Katarakte festgestellt, die bei der pathologischen Untersuchung bestätigt wurden. Weder weitere intra- noch extraokuläre Befunde wurden festgestellt, so dass eine vermutliche Diagnose von kongenitalen Katarakten gestellt werden konnte. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung des Vorkommens kongenitaler Katarakte bei einer wildlebenden Hundeart dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(2): 371-373, 2010.

 

Titel: Die Verwendung eines Chlorhexidinaufstrich-Depotpräparates zur Behandlung der oralen Nekrobazillose bei Macropus spp.

 

Autoren: Meytal Bakal-Weiss, D.V.M., Doron Steinberg, Ph.D., Michael Friedman, Ph.D., Irith Gati, B.Sc., Nili Avni-Magen, D.V.M., Elizabeth Kaufman, D.V.M. und Eran Lavy, M.Sc., D.V.M.

 

Gan-Garoo Australian Park, Kibbutz Nir-David, 10803, Israel (Bakal-Weiss); Faculty of Dentistry, Hebrew University - Hadassah, Box 12209, Jerusalem, 91120, Israel (Steinberg); School of Pharmacy, Hebrew University of Jerusalem, Box 12065, Jerusalem, 91120, Israel (Friedman, Gati); The Tisch Family Zoological Gardens in Jerusalem, Box 898, Manhat, Jerusalem 91008, Israel (Avni-Magen, Kaufman); School of Veterinary Medicine, Hebrew University of Jerusalem, Box 12, Rehovot 76100, Israel (Lavy). Korrespondenz bitte an Dr. Bakal-Weiss (meytal_bw@kfar-ruppin.org.il).

 

Zusammenfassung: Die orale Nekrobazillose ist eine häufige Ursache der Morbidität und Mortalität von Känguru-Arten in menschlicher Obhut. Dieser Artikel beschreibt mehrere Fälle einer neuen Behandlung mit Verwendung eines Chlorhexidinaufstrich-Depotpräparates bei zwei Känguru-Arten, das lokal auf die Zähne und das Zahnfleisch aufgetragen wird. Östliche Graue Riesenkängurus (Macropus gigantus) aus dem Gan-Garoo Australian Park und Tasmanische Bennettkängurus (Macropus rufogriseus fruticus) von The Tisch Family Zoological Gardens in Jerusalem wurden behandelt. Der Aufstrich wurde mit einem Pferdehaarpinsel in drei 1-2 mm dicken Schichten aufgetragen. Das Wirkstoff im Aufstrich ist das Antiseptikum Chlorhexidin. Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das oral aufgetragene Depotpräparat die Behandlungsdauer erheblich verkürzt und möglicherweise die Wiederkehr der Erkrankung verhindert.

 

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