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jzwm_germanabstract_v41n3_2010

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 41(3) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 389-394, 2010.

 

Titel: Vergleich zwischen racemischem Ketamin und (S+)-Ketamin zusammen mit Midazolam zur Narkotisierung von Callithrix jacchus und Callithrix penicillata

 

Autoren: Mariana Malzoni Furtado, D.V.M., Adauto Luís Veloso Nunes, D.V.M., M.Sc., Tatiana R. Intelizano, D.V.M., M.Ssc., Rodrigo Hidalgo Ferreira Teixeira, D.V.M., M.Sc. und Sílvia Renata Gaido Cortopassi, D.V.M., Ph.D.

 

Departamento de Medicina Veterinária Preventiva e Saúde Animal, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, Universidade de São Paulo, Av. Prof. Dr. Orlando Marques de Paiva, 87, Cidade Universitária, CEP 05508-270, São Paulo-SP, Brasilien (Furtado); Jaguar Conservation Fund, CP 193, CEP 7580-000, Mineiros-GO, Brasilien (Furtado); Departamento de Cirurgia, Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia, Universidade de São Paulo, Av. Prof. Dr. Orlando Marques de Paiva, 87, Cidade Universitária, CEP 05508-270, São Paulo-SP, Brasilien (Cortopassi, Intelizano); Parque Zoológico Municipal Quinzinho de Barros, Rua Teodoro Kaizel s/n, CEP 18021, Sorocaba-SP, Brasilien (Nunes, Teixeira). Korrespondenz bitte an Dr. Furtado (marianafurtado@jaguar.org.br).

 

Zusammenfassung: Zehn Weiß- (Callithrix jacchus) und zehn Schwarzbüschelaffen (Callithrix penicillata) wurden narkotisiert, um die Wirkungen von racemischem Ketamin und (S+)-Ketamin zusammen mit Midazolam zu untersuchen. Die Tiere wurden in vier Gruppen eingeteilt: fünf Weißbüschelaffen (Gruppe CJR) und fünf Schwarzbüschelaffen (Gruppe CPR) wurden 9,8 ± 1,4 mg/kg racemisches Ketamin verabreicht; fünf Weißbüschelaffen (Gruppe CJS) und fünf Schwarzbüschelaffen (Gruppe CPS) wurden 10,4 ± 1,6 mg/kg (S+)- Ketamin verabreicht. Den Tieren in allen vier Gruppen wurden ähnliche Dosen von Midazolam (1,0 ± 0,15 mg/kg) verabreicht. Während der Narkose wurden die folgenden Parameter 5, 10 und 20 Minuten nach der Injektion gemessen: Herzfrequenz, Atemfrequenz, Rektaltemperatur und Ausmaß der Muskelentspannung. Die Qualität der Einleitungs- und Aufwachperioden wurden für jeden Affen beurteilt, indem das Vorkommen von Zwischenzehenreflexen, unwillkürlichen Bewegungen, Speichelfluß, zwanghaftem Lecken, Katalepsie und Ataxie beobachtet wurde. Es gab keine signifikanten Unterschiede bei der Einleitung, Narkose oder Aufwachzeit bei den vier Gruppen. Signifikante Unterschiede konnten auch nicht für Herzfrequenz, Atemfrequenz oder Körpertemperatur zwischen den Gruppen festgestellt werden, obwohl signifikant abfallende Atemfrequenzen in der CPR-Gruppe mit der Zeit festgestellt wurden. Zusätzlich zeigten die CJR- und CPS-Gruppen signifikant abfallende Rektaltemperaturen mit der Zeit. Die Muskelentspannung war in der CPR-Gruppe am ausgeprägtesten. Zwanghaftes Lecken, unwillkürliche Bewegungen, Speichelfluß und Reaktion auf den Zwischenzehenreflex wurden bei denjenigen Tieren häufiger beobachtet, die S(+)-Ketamin bekamen, obwohl racemisches und S(+)-Ketamin im allgemeinen ähnliche Wirkung bei allen Äffchen zeigten. Weitere Studien sind notwendig, um zu bestätigen, daß S(+)-Ketamin eine andere Wirkung bei diesen Affenarten hat.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 395-403, 2010.

 

Titel: Chirurgische Implantation eines kardialen Resynchronisationstherapie-Gerätes bei einem Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) mit fibrosierender Kardiomyopathie

 

Autoren: Elizabeth Marie Rush, B.S., D.V.M., Anna L. Ogburn, D.V.M., Jeffrey Hall, D.V.M., Dwain Rush, M.D., F.A.A.F.P., Yung Lau, M.D., F.A.C.P., A. R. Dillon, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Linda Garmon, R.N., D. M. Tillson, D.V.M., Dipl. A.C.V.S. und G. Neal Kay, M.D., F.A.C.C.-F.A.H.A.

 

Birmingham Zoo, Inc., 2630 Cahaba Road, Birmingham, Alabama 35223, USA (E. Rush, Ogburn); Guidant Corporation (jetzt Boston Scientific), St. Paul, Minnesota 55112, USA (Hall, Garmon); Clay County Medical Clinics, Wesobulga Street, Lineville, Alabama 36266, USA (D. Rush); Division of Cardiovascular Disease, University of Alabama–Birmingham, Birmingham, Alabama 35294, USA (Lau, Kay); College of Veterinary Medicine, Department of Clinical Sciences, Auburn University, Auburn, Alabama 36849, USA (Dillon, Tillson). Present addresses (Ogburn): 120 Kinsler Rd, Blythewood, South Carolina 29016, USA; (Hall): St. Jude Medical, Birmingham, Alabama 35244, USA; (E. Rush): St. George's University, School of Veterinary Medicine, True Blue, Grenada, West Indies, and The Environmental Institute, Indigo Snake Project, Auburn University, Alabama 36849, USA. Korrespondenz bitte an Dr. E. Rush (zuvet9@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Ein 24 Jahre alter, männlicher Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) wurde im März 2003 mit Herzinsuffizienz diagnostiziert. Transösophageale und transthorakale Echokardiographie ergab globale Hypokinesie der linken und rechten Kammern; die Ejektionsfraktion der linken Kammer betrug 0,20. Zur Zeit der Diagnose zeigte das Tier Symptome einer Herzinsuffizienz nach geringer Anstrengung (New York Heart Association Grad III). Über einen 16 monatigen Zeitraum schritt die Herzinsuffizienz bis Grad IV fort (Symptome bei Ruhe) trotz der Behandlung mit Angiotensin-konvertierenden Enzym (ACE)-Hemmern, Betablockern und Diuretika. Wegen der schwerwiegenden Herzinsuffizienz und der hochgradig verlängerten QRS-Dauer verglichen mit dem Normalbereich für diese Tierart wurde ein kardiales Resynchronisationstherapie (CRT)-Gerät mit chirurgischen Implantationsmethoden aus der Humanmedizin implantiert. Das Anbringen der Sensoren der rechten Herzkammer, des rechten Vorhofs, der linken Kammer und des Impulsgenerators wurde in 5,5 Stunden fertiggestellt. Telemetrie des Geräts nach der Operation mit einem Lesegerät oder einer ferngesteuerten Funkfrequenz erleichterte und ermöglichte nicht-invasive Programmierung und Abfrage. Die klinische Verbesserung der Herzinsuffizienz mit dieser Therapie war unmittelbar und dramatisch bei diesem Tier. Sechs Monate nach Implantation des CRT-Geräts lockerten sich die Sensoren bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Gorilla, und die Herzinsuffizienz verschlechterte sich rapide nachdem der biventrikuläre Herzschrittmacher ausfiel. Die Sensoren wurden bei einer zweiten Operation ausgetauscht, und der Gorilla kehrte zu dem vorherigen verbesserten Zustand zurück. Im Jahr 2007 wurde der Implusgenerator wegen entleerter Batterien mit einem Gerät ausgetauscht, das ferngesteuerte Funkfrequenzprogrammierung und –abfrage möglich machte. CRT-Implantation verlangt spezielle Geräte und chirurgisches Können, könnte jedoch eine brauchbare Option für die Behandlung von dilatierter Kardiomyopathie bei Gorillas sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 404-408, 2010.

 

Titel: Veränderungen der Calcium-, Phosphor- und Magnesiumkonzentrationen bei Wildwiederkäuern in menschlicher Obhut durch Diätveränderung

 

Autoren: Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Martha Weber, D.V.M., Eduardo V. Valdes, Ph.D., Donald Neiffer, V.M.D., Dipl. A.C.Z.M., Diedre Fontenot, D.V.M., Gregory Fleming, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Mark Stetter, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Animal Health, Disney's Animal Programs and Environmental Initiatives, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32380, USA. Aktuelle Adressen (Miller): Palm Beach Zoo, 1301 Summit Boulevard, West Palm Beach, Florida 33405, USA; (Weber) St. Louis Zoological Park, Forest Park, St. Louis, Missouri 63110, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Miller (mmiller@palmbeachzoo.org).

 

Zusammenfassung: Eine Kombination aus niedriger Calcium- (Ca), hoher Phosphor- (P) und niedriger Magnesium- (Mg)-Konzentration im Serum wurde bei einzelnen Wildwiederkäuern in menschlicher Obhut beobachtet, in erster Linie beim Großen Kudu (Tragelaphus strepsiceros), Eland (Taurotragus oryx), Nyala (Tragelaphus angasii), Bongo (Tragelaphus eurycerus), und bei der Giraffe (Giraffa camelopardalis). Diese Mineralstoffabweichungen wurden mit chronischer Laminitis, akuter Tetanie, Anfällen und Tod assoziiert. Die Pansenveränderungen, die durch die Fütterung von hoch gärenden Kohlenhydraten verursacht wurden, trugen vermutlich zu den Mineralstoffmängeln bei. Diätveränderungen, die die Stärkemengen im Futter verringerten, wurden im Jahr 2003 begonnen. Biochemische Serumwerte vor und nach der Stärkeverringerung in der Diät wurden verglichen. Die bemerkenswerteste Verbesserung nach der Diätveränderung war eine Verringerung der mittleren Phosphorkonzentration im Serum. Eine statistisch signifikante Verringerung der mittleren P-Konzentration im Serum wurde beim Kudu (102,1–66,4 ppm), Eland (73,3–58,4 ppm) und Bongo (92,1–64,2 ppm; P < 0,05) beobachtet. Obwohl nicht statistisch signifikant, sind mittlere P-Konzentrationen beim Nyala (99,3–86,8 ppm) und bei der Giraffe (82,6–68,7 ppm) ebenfalls gesunken. Signifikante Zunahmen der mittleren Mg-Konzentration im Serum wurden beim Kudu (15,9–17,9 ppm) und Eland (17,1–19,7 ppm) beobachtet. Eine Tendenz zu erhöhten Mg-Konzentrationen im Serum wurden auch beim Nyala, Bongo und bei der Giraffe nach der Diätveränderung festgestellt. Signifikante Veränderungen der Ca-Konzentration im Serum konnten für die fünf untersuchten Arten nicht nachgewiesen werden, und Ca war innerhalb des Normalbereichs für domestizierte Wiederkäuer. Der mittlere Ca:P-Quotient erhöhte sich auf einen Wert höher als eins in jeder untersuchten Wiederkäuerart nach der Diätveränderung, und Kudu, Eland und Bongo zeigten statistisch signifikante Veränderungen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, daß die hier beschriebene Diätveränderung eine allgemein positive Auswirkung auf die P- und Mg-Konzentrationen im Serum hatte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 409-417, 2010.

 

Titel: Sonographische Untersuchung des Auges beim Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

 

Autoren: Priya Bapodra, B.Vet.Med., M.Sc., Tim Bouts, D.V.M., M.Sc., Paul Mahoney, B.V.Sc., D.V.R., Dipl. E.C.V.D.I., Cert. V.C., F.H.E.A., Sally Turner, M.A. Vet.M.B., R.C.V.S. Dipl. V.Ophthal., Ayona Silva-Fletcher, B.V.Sc., M.Sc., Ph.D. und Michael Waters, B.V.Sc., M.Sc.

 

Royal Veterinary College, Hawkshead Lane, North Mymms, Hatfield, Hertfordshire, AL9 7TA, Großbritannien (Bapodra, Mahoney, Silva-Fletcher, Waters); Zoological Society of London Whipsnade Zoo, Dunstable, Bedfordshire, LU6 2LF, Großbritannien (Bapodra, Bouts); Stone Lion Veterinary Centre, 41 High Street, Wimbledon Common, London SW19 5AU, Großbritannien (Turner). Aktuelle Adresse (Bapodra): Green Ridges, 10 Ratcliffe Road, Leicester, LE2 3TB, Großbritannien. Korrespondenz bitte an Dr. Bapodra (pbapodra@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Bilaterale transpalpebrale Sonographie wurde bei 53 Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in menschlicher Obhut durchgeführt, um die physiologischen sonografischen Merkmale und Messungen des Auges bei dieser Tierart zu beschreiben. Transpalpebrale Sonographie wurde mit einem tragbaren Ultraschallgerät mit einer 4-7 MHz kurvilinearen Breitbandsonde bei Tieren aus sieben Einrichtungen in Großbritannien und Sri Lanka durchgeführt. Sowohl Bullen als auch Kühe im Alter von 14 Monaten bis 65 Jahre wurden untersucht. Ultraschalluntersuchungen wurden an nicht sedierten Tieren ohne Verwendung von topischer oder Lokalanästhesie durchgeführt. Die sonographischen Merkmale des Augapfels und der intraokularen Strukturen beim Asiatischen Elefanten ähneln denen anderer Tiere. Die folgenden biometrischen Messungen wurden bei ausgewachsenen Elefanten (n = 41) und jungen Elefanten (n = 10) erfasst: Achsenlänge 3,44 ± 0,21 cm bzw. 3,18 ± 0,19 cm (Mittelwert ± Standardabweichung); Äquatorialdurchmesser 3,88 ± 0,32 cm bzw. 3,60 ± 0,24 cm; Hornhautdicke 0,17 ± 0,02 cm bzw. 0,16 ± 0,02 cm; Tiefe der vorderen Augenkammer 0,45 ± 0,08 cm bzw. 0,36 ± 0,07 cm; Linsendurchmesser 1,90 ± 0,14 cm bzw. 1,75 ± 0,19 cm; Linsentiefe 1,01 ± 0,12 cm bzw. 0,94 ± 0,10 cm und Tiefe der hinteren Augenkammer 1,82 ± 0,17 cm bzw. 1,72 ± 0,15 cm. Multiple lineare Regressionsanalyse ergab eine signifikante Beziehung zwischen den erklärenden Variablen (Alter, Geschlecht, Größe) und den abhängigen Variablen (Achsenlänge, Äquatorialdurchmesser, Hornhautdicke, Tiefe der vorderen Augenkammer, Linsendurchmesser und Linsentiefe). Der Hauptbefund dieses statistischen Tests war, dass die Augapfelgröße mit dem Alter zunimmt. Transpalpebrale Sonografie ist ein effektives und praktisches bildgebendes Verfahren zur Beurteilung des Auges ohne Verwendung von Sedierung beim Asiatischen Elefanten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 418-425, 2010.

 

Titel: Pharmakokinetik und intramuskuläre Bioverfügbarkeit nach einer einmaligen Dosis von Butorphanol bei Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

 

Autoren: Leann M. Tana, D.V.M., Ramiro Isaza, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., David E. Koch, M.S. und Robert P. Hunter, M.S., Ph.D.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, University of Florida, 2015 S.W. 16th Avenue, P.O. Box 100126, Gainesville, Florida 32610, USA (Isaza); Zoological Pharmacology Laboratory, Department of Anatomy and Physiology, Kansas State University, College of Veterinary Medicine, Manhattan, Kansas 66506, USA (Hunter, Koch, Tana). Aktuelle Adressen: (Hunter) Elanco Animal Health, 2001 West Main Street, P.O. Box 708, Greenfield, Indiana 46140, USA; (Tana): Bayshore Animal Hospital, 1511 Florida Blvd., Bradenton, Florida 34207, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Tana (ingramle@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Asiatische Elefanten (Elephas maximus) in menschlicher Obhut neigen zu Lahmheiten wegen Fuß- und Gelenkschmerzen, unter anderem wegen chronischer Arthritis. Bislang wurden Opioiden, zum Beispiel Butorphanol, zur Schmerzlinderung klinisch angewendet. Die Dosen zur Behandlung von Elefanten werden oft von Daten bei Pferden extrapoliert, weil pharmakokinetische Information für die spezifischen Medikamente bei Elefanten nicht existieren. Bei dieser pharmakokinetischen Studie wurden sechs ausgewachsene Asiatische Elefanten (5 Kühe, 1 kastrierter Bulle) in menschlicher Obhut eine 0,015 mg/kg Dosis von Butorphanol i.v. und i.m. verabreicht. Eine vollständige Crossover-Studie mit einer 3-wöchigen Auswaschzeit zwischen Behandlungen wurde durchgeführt. Serielle Blutproben wurden sofort nach Verabreichung von Butorphanol und nach 5, 10, 20 und 40 Minuten sowie 1; 1,5; 2; 3; 4; 5; 6; 8; 10 und 24 Stunden abgenommen. Die Butorphanol-Analyse wurde mit einem validierten Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrophotometrie-Assay mit einer Quantifizierungsgrenze von 0,025 ng/ml durchgeführt. Die mittlere Cmax nach i.m.-Verabreichung betrug 7,9 ng/ml mit einer korrespondierenden Tmax von 40 Minuten und t½ von 7,1 Stunden. Nach i.v.-Verabreichung betrug das mittlere Vdss1,4 l/kg und die mittlere Clp 0,26 l/kg/h. Die mittlere i.m.-Bioverfügbarkeit betrug 37%. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, daß Butorphanol mit einer Dosis von 0,015 mg/kg entweder i.m. oder i.v. bei Elefanten zur Schmerzlinderung brauchbar sein kann.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 426-431, 2010.

 

Titel: Das physiologische Elektrokardiogramm bei wachen Steinadlern (Aquila chrysaetos)

 

Autoren: Hossein Hassanpour, D.V.M., Ph.D, Abdol Karim Zamani Moghaddam, D.V.M., Ph.D. und Mehdi Cheraghchi Bashi, D.V.M.

 

Department of Basic Sciences (Hassanpour); Department of Clinical Sciences (Zamani Moghaddam, Cheraghchi Bashi), Faculty of Veterinary Medicine, Shahrekord University, Saman Street, Shahrekord, Iran. Korrespondenz bitte an Dr. Hassanpour (hassanpourh@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die physiologischen elektrokardiographischen Merkmale und Werte bei wachen Steinadlern (Aquila chrysaetos) zu untersuchen. Die standardisierten bipolaren und verstärkten unipolaren Gliedmaßenableitungen wurden bei den Adlern gemessen. Die Wellenform wurde in allen Ableitungen mit 50 mm/sec und 10 mm ?=? 1 mV gemessen, um P- und PR-Segmente und -Intervalle, QRS-, ST-, and QT-Dauer sowie P-, Netto-QRS- und T-Amplituden zu bestimmen. Die Polarität jeder Wellenform wurde für alle Ableitungen berechnet. Die mittlere elektrische Achse der Frontalebene wurde mit den standardisierten bipolaren Ableitungen II und III berechnet. Die mittlere Herzfrequenz betrug 346,7 ± 14,29/Minute. Die P-Welle war überwiegend positiv in den standardisierten Ableitungen I und II und in den unipolaren Gliedmaßenleitungen aVL und aVF. Die dominante Wellenform der QRS-Komplexe waren QS bei Ableitungen I, II, III und aVF, wobei die Wellenform bei Ableitungen aVR und aVL immer R war. Die T-Wellen waren leicht positiv bei Ableitungen I, II und aVF. Der Mittelwert der mittleren elektrischen Herzachse betrug −85,9 ± 7,50°. Die Beschreibung des physiologischen Elektrokardiogramms wird zum verbesserten Verständnis von elektrokardiographischen Veränderungen beitragen, die bei vielen Erkrankungen bei Vögeln vorkommen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 432-437, 2010.

 

Titel: Blutbildwerte beim Rotbarsch (Sebastes fasciatus) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Charles Innis, V.M.D., Deborah Davis, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. (Clin. Path.), John Mandelman, Ph.D., Pilar Gibson, B.S., Kathryn Charron, B.S., Ilke Schumacher, William Murphy, B.S. und E. Scott Weber III, M.S., V.M.D.

 

New England Aquarium, Central Wharf, Boston, MA 02110, USA (Innis, Mandelman, Gibson, Charron, Murphy, Weber); IDEXX Reference Laboratories, 3 Centennial Drive, North Grafton, MA 01536, USA (Davis); Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Fischerei Weilheimer Straße 8, 82319 Starnberg, Deutschland (Schumacher). Aktuelle Adressen (Gibson): University of Rhode Island, Department of Fisheries, Animal, and Veterinary Sciences, University of Rhode Island, 120 Flagg Road, Kingston, Rhode Island 02881, USA; (Weber): Department of Medicine and Epidemiology, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, Davis, California 95616, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Innis (cinnis@neaq.org).

 

Zusammenfassung: Der Rotbarsch (Sebastes fasciatus) wird oft in öffentlichen Aquarien ausgestellt und ist eine wichtige Art für die Fischereiindustrie. Bei dieser Studie wurden Hämatokrit, Leukozytenzahl und Differentialblutbild bei 29 in menschlicher Obhut gehaltenen Rotbarschen in den Jahren 2006 und 2008 untersucht. Die Fische wurden alle auf Grund des Verhaltens, der Futteraufnahme, klinischen Untersuchung, Hautzytologie und Kiemenbiopsie als gesund eingeschätzt. Die Fische wurden mit Tricain-Methansulfonat (MS-222) narkotisiert, um Blutabnahme von der V. coccygealis ventralis zu ermöglichen. Im Jahr 2008 wurde MS-222 mit Natriumbicarbonat abgepuffert. Hämatokritwerte betrugen 27–45% (Mittelwert ?=? 33% für 2006, Mittelwert ?=? 31% für 2008). Leukozytenwerte betrugen 670 bis 35.000 Zellen/µl (Mittelwert ?=? 6.430 Zellen/µl für 2006 und 13.130 Zellen/µl für 2008). Lymphozyten waren die zahlreichsten Leukozyten, gefolgt von Neutrophilen und Monozyten. Eosinophilen und Basophilen wurden nicht festgestellt. Das Körpergewicht der Fische 2006 war signifikant höher, wobei die Gesamtleukozytenzahlen, Lymphozytenzahlen und Monozytenzahlen 2008 höher waren. Die Unterschiede des Blutbilds bei den zwei Gruppen könnten auf Unterschiede in Größe, Alter, Narkosemethode oder anderen unbestimmten Faktoren zu Grunde liegen. Dieser Bericht bietet die ersten Werte für Leukozyten bei einer Fischart in der Familie Scorpaenidae. Die Blutwertergebnisse ähnelten denen anderer Knochenfische, bei denen Leukozytenzahlen sehr variabel sein können.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 438-444, 2010.

 

Titel: Umwelt- und physiologische Faktoren bei Ausbrüchen von Cryptosporidium beim Coquerel-Sifaka (Propithecus coquereli) im Duke Lemur Center 1999-2007

 

Autoren: Lauren E. Charles-Smith, M.S., D.V.M., Peter Cowen, D.V.M., Ph.D. und Robert Schopler, D.V.M., Ph.D.

 

North Carolina State College of Veterinary Medicine, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Charles-Smith, Cowen); Duke Lemur Center, 3705 Erwin Road Durham, North Carolina 27705, USA (Schopler). Korrespondenz bitte an Dr. Charles-Smith (drlaurencharles@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Diese Population-basierte, retrospektive Studie untersuchte die Empfänglichkeit einer Lemurenart, Coquerel-Sifaka (Propithecus coquereli), auf Cryptosporidium spp. in einem Zeitraum von 9 Jahren von 1999 bis 2007 im Duke Lemur Center (DLC) in Durham, North Carolina. Die Studie untersuchte die möglichen epidemiologischen Risikofaktoren, die mit Infektionsausbrüchen in DLC einhergehen können, darunter Prävalenz, Signalment (Tierart, Alter, Geschlecht), Jahreszeit, Zeit bis zum Wiederauftreten, Familienabstammung, Geburt, klinische Symptome und gleichzeitige Erkrankungen. Die Studie zeigte, dass Propithecus spp. die einzigen Lemurenarten in DLC mit klinischen Symptomen einer Infektion waren. Alter war ein wichtiger Faktor für Empfänglichkeit, und eine starke Korrelation wurde zwischen Temperatur/Jahreszeit und Ausscheidung von Cryptosporidium-Oozysten gefunden. Diese Befunde bieten neue Information über Kryptosporidiose bei Lemurenarten in menschlicher Obhut.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 445-455, 2010.

 

Titel: Vergleich von systemischen Zytokinkonzentrationen bei Mycobacterium spp.-positiven und –negativen Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

 

Autoren: Jennifer A. Landolfi, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Susan K. Mikota, D.V.M., Julia Chosy, Ph.D., Konstantin P. Lyashchenko, Ph.D., Kamal Giri, M.V.Sc. (Med.), Kamal Gairhe, D.V.M., M.V.Sc. und Karen A. Terio, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

University of Illinois Zoological Pathology Program, Loyola University Medical Center, Building 101, Room 0745, 2160 South First Avenue, Maywood, Illinois 60153, USA (Landolfi and Terio); Elephant Care International, 166 Limo View Lane, Hohenwald, Tennessee 38662, USA (Mikota); Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA (Chosy); Chembio Diagnostic Systems, Inc., 3661 Horseblock Road, Medford, New York 11763, USA (Lyashchenko); Institute of Agriculture and Animal Science, Tribhuvan University, Rampur Campus Rampur, Chitwan, Nepal (Giri); Department of National Parks and Wildlife Conservation, Chitwan National Park, Chitwan, Nepal (Gairhe). Korrespondenz bitte an Dr. Landolfi (landolfi@illinois.edu).

 

Zusammenfassung: Die Infektion mit Mycobacterium spp. ist eine wichtige Erkrankung für Populationen von Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) weltweit. Die Erkrankung ist ein besonderes Krankheitsrisiko nicht nur für Einzeltiere, sondern auch für ganze Elefantenherden sowie für Menschen. Obwohl das Wissen über die die Anfälligkeit für Tuberkulose bei Elefanten unvollständig ist, sind Immunfunktionsänderungen für die Pathogenese der Infektion bei anderen Tierarten wichtig und beeinträchtigen wahrscheinlich auch den Ausgang mykobakterieller Infektionen bei Elefanten. Die Messung der Konzentrationen von Immunmediatoren (Zytokine) im Blut kann Informationen über Immunfunktion liefern, die die Anfälligkeit für diese Infektion erklären könnten. Bei dieser Studie wurden mRNA-Konzentrationen der folgenden Zytokine mit elefantenspezifischen Real-time-Reverse-Transkriptions-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR)-Assays in RNA-konservierten Gesamtblutproben von 106 Asiatischen Elefanten, wovon 15%   Mycobacterium tuberculosis-Komplex seropositiv waren, gemessen: Interleukin (IL)-2, IL-4, IL-10 und IL-12; Interferon (IFN)-γ; Tumornekrosefaktor (TNF)-α; und Transformierender Wachstumsfaktor (TGF)-β. Das Elephant TB STAT-PAK® (Chembio Diagnostics, Inc., Medford, New York 11763, USA), ein neues, für Elefanten entwickeltes Lateralfluss-Assay, wurde zur serologischen Bestimmung der Tiere in dieser Studie verwendet. Seropositive Elefanten hatten höhere Konzentrationen von TNF-α und niedrigere Konzentrationen von TGF-β als seronegative Tiere. Diese Unterschiede zwischen den Gruppen waren statistisch signifikant, wenn die Konzentrationen als kategorische Variablen analysiert wurden. In der seropositiven Gruppe tendierten die IFN-γ- und IL-4-Konzentrationen dazu, höher zu sein, und die IL-10- und IL-12-Konzentrationen dazu, niedriger zu sein, obwohl die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht statistisch signifikant waren. Das Vorkommen von Entzündungen bei den untersuchten Elefanten wurde als ein signifikanter konfundierender Störfaktor bei der Analyse der Beziehung zwischen Tuberkulosestatus und TNF-α-Konzentration identifiziert und mußte in die statistische Modelle einbezogen werden. Alter und Geschlecht zeigten keine Auswirkung auf die Beziehung zwischen Tuberkulosestatus und den gemessenen Zytokinen. Interleukin-2-Konzentrationen lagen unter der Messgrenze des Real-Time-RT-PCR-Assay bei beiden Gruppen. Diese Ergebnisse liefern eine Grundlage für weitere Studien über die Immunpathogenese von Tuberkulose bei Elefanten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 456-460, 2010.

 

Titel: Vergleich von oral und topisch verabreichtem Vitamin A beim Grauen Baumfrosch (Chiromantis xerampelina)

 

Autoren: Richard R. Sim, D.V.M., Kathleen E. Sullivan, M.S., Eduardo V. Valdes, Ph.D., Gregory J. Fleming, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Scott P. Terrell, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

 

School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (Sim); Department of Animal Health, Disney's Animal Kingdom, 1200 North Savannah Circle, Bay Lake, Florida 32830, USA (Sullivan, Valdes, Fleming, Terrell). Aktuelle Adresse (Sim): 445 North Few Street, Madison, Wisconsin 53703, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Terrell (scott.p.terrell@disney.com).

 

Zusammenfassung: Vitamin A ist für eine Vielfalt von Körperfunktionen notwendig, darunter Zelldifferenzierung, Morphogenese, Wachstum, Sehvermögen, Immunantwort und Fortpflanzung. Eine Zoopopulation von Grauen Baumfröschen (Chiromantis xerampelina)  mit einer Vorgeschichte von Vitamin-A-Mangel zeigte ein höher als erwartetes Auftreten von akuten Todesfällen, bakterieller Osteomyelitis und verkümmertem Wachstum. Wegen der hohen Prävalenz der nicht behandelbaren Erkrankungen in der Gruppe wurde Einschläferung der Gruppe empfohlen. Vor der Einschläferung wurde eine Studie durchgeführt, die die orale Verabreichung eines Vitamin-A-Nahrungsergänzungsmittels mit der topischen Behandlung mit einem wassermischbaren Vitamin-A-Palmitat-Zusatzmittel (AQUASOL A® Parenteral, Mayne Pharma Inc., Paramus, New Jersey 07652, USA) verglich. 84 Frösche mit einem Körpergewicht von 2-7 g wurden in eine Kontroll- und drei Behandlungsgruppen mit 21 Fröschen pro Gruppe mit Normalverteilung nach Gewicht eingeteilt. Die Kontrollgruppe erhielt eine tägliche Standardnahrung von Grillen, die mit einem Zusatzmittel mit 342.000 IU Vitamin A/kg bestäubt wurden. Die Behandlungsgruppen wurden folgendermaßen behandelt: Behandlungsgruppe 1: oral mit Grillen gefüttert, die mit einem verstärkten Vitaminzusatzstoff  mit 822.510 IU Vitamin A/kg bestäubt wurden; Behandlungsgruppe 2: topische Verabreichung vonVitamin A-Palmitat 50 IU alle 2 Tage; und Behandlungsgruppe 3: topische Verabreichung von Vitamin A-Palmitat 50 IU einmal pro Woche. Nach 30 Tagen wurden alle Frösche eingeschläfert, und 12 Frösche aus jeder Gruppe wurden auf Ganzkörper-Vitamin A-Konzentrationen untersucht. Die Gruppen zeigten die folgenden mittleren Ganzkörper-Vitamin A-Konzentrationen: Kontrollgruppe: 1371,4 IU/kg  (Standardfehler [SE] 284,4); Behandlungsgruppe 1: 908,7 IU/kg (SE 186,5); Behandlungsguppe 2: 6385,9 IU/kg (SE 675,9); Behandlungsgruppe 4: 3521,8 IU/kg (SE 575,1). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß die orale Verabreichung eines Zusatzstoffes mit hohem Vitamin A-Gehalt zur Erhöhung der Ganzkörper-Vitamin A-Konzentrationen über die der Standardernährung wahrscheinlich ineffektiv ist. Topische Verabreichung von Vitamin A alle 2 Tage oder einmal pro Woche bewirkte Konzentrationen, die 4,5- bzw. 2,5-fach höher als die der Standardernährung waren.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 461-467, 2010.

 

Titel: Augenuntersuchungsbefunde bei einer Gruppe von Westlichen Grauen Riesenkängurus (Macropus fuliginosus) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Amber L. Labelle, D.V.M., Martha Low, D.V.M., Ralph E. Hamor, M.S., D.V.M., Dipl. A.C.V.O., Carrie B. Breaux, D.V.M., M.V.Sc., Dipl. A.C.V.O., Jennifer N. Langan, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Mitzi K. Zarfoss, D.V.M. und Trevor T. Zachariah, D.V.M., M.S.

 

Department of Veterinary Clinical Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 61802, USA (Labelle, Low, Hamor, Breaux, Langan, Zarfoss); Chicago Zoological Society's Brookfield Zoo, Brookfield, Illinois 60513, USA (Langan); Chicago Zoological and Aquatic Animal Residency Program, College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 60513, USA (Zachariah). Korrespondenz bitte an Dr. Labelle (labelle.10@osu.edu).

 

Zusammenfassung: Eine vollständige Augenuntersuchung wurde bei einer Gruppe von Westlichen Grauen Riesenkängurus (Macropus fuliginosus) unter Narkose durchgeführt. Messung des intraokularen Drucks (IOP) mit Rebound- und Applanationstonometrie, Fluoreszenzfärbung, Messung des Hornhautdurchmessers, Spaltlampenbiomikroskopie und indirekte Funduskopie wurden durchgeführt. Der Hornhautdurchmesser betrug 19,52 mm (Mittelwert) mit einer Standardabweichung (SD) von 2,16 mm und einem 95% Konfidenzintervall (CI) von 18,71–20,32 mm. Augenveränderungen wurden bei 4/8 (50%) der untersuchten Tiere festgestellt. Intraokularer Druck durch Reboundtonometrie betrug 9,00 mm Hg mit einem 25–75% Quartilbereich von 6,5–10,75 mm Hg und einem Mindest- und Höchstbereich von 5,00–23,00 mm Hg. Intraokularer Druck durch Applanationstonometrie betrug 11,50 mm Hg mit einem 25–75% Quartilbereich von 10,00–17,00 mm Hg und einem Mindest- und Höchstbereich von 9,00–20,00 mm Hg. Dieser Bericht bietet die ersten Augenuntersuchungsergebnisse bei einer Gruppe von Westlichen Grauen Riesenkängurus und Bereiche und Werte für Tonometrie und Hornhautdurchmesser.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 468-473, 2010.

 

Titel: Erste seropositive Fälle von Coxiella burnetii bei einer Population von Rothirschen (Cervus elaphus) im Südwesten der Iberischen Halbinsel

 

Autoren: Leticia Castillo, Ph.D., Pedro Fernández-Llario, D.V.M., Juan Carranza Almansa, D.B., Félix Bermejo, Ph.D. und Javier Hermoso de Mendoza, D.V.M.

 

Red de Grupos de Investigación Recursos Faunísticos, University of Extremadura, 10071 Cáceres, Spanien (Castillo, Fernández-Llario, Carranza Almansa, Bermejo, Hermoso de Mendoza). Aktuelle Adresse (Carranza Almansa): Ungulate Research Unit, CRCP, University of Córdoba, 14071 Córdoba, Spanien. Korrespondenz bitte an Dr. Castillo (leticia@unex.es).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, die Seroprävalenz von Coxiella burnetii bei verschiedenen Rothirschpopulationen (Cervus elaphus) und die Rolle der Rothirschdichte, Nutztierbestände und des Lebensraumes auf Seroprävalenz zu untersuchen. Diese serologische Untersuchung ergab 5 positive Fälle aus 137 untersuchten Serumproben (3,64%) aus zwei der drei untersuchten Orte. Diese Studie dokumentiert die ersten Fälle von Coxiella burnetii bei Rothirschen im Südwesten der Iberischen Halbinsel. Eine Beziehung zwischen Hirschdichte und Coxiella-Seroprävalenz konnte nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass indirekte Übertragung zwischen Nutztieren und Rothirschen durch Zecken mit erhöhter Prävalenz einhergehen könnte. Die Zeit des Aufsuchens vom Schutzstellen könnte den Kontakt zwischen Zecken und Rothirschen und damit die Krankheitsübertragung begünstigen. Coxiella burnetii bei Rothirschen könnte mit Unfruchbarkeit oder Frühaborten mit Resorbierung einhergehen. Weitere Studien zur Evaluierung der Epidemiologie und Auswirkungen dieser Erkrankung auf Rothirschen im Südwesten der Iberischen Halbinsel sind notwendig.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 474-479, 2010.

 

Titel: Untersuchung der Tollwutprävalenz und Bissprotokolle bei in amerikanischen zoologischen Einrichtungen gehaltenen Tieren

 

Autoren: Jacqueline Zelepsky, D.V.M. und Tara M. Harrison, D.V.M., M.P.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

College of Veterinary Medicine, Michigan State University, East Lansing, Michigan 48824, USA (Zelepsky, Harrison); Potter Park Zoo, 1301 South Pennsylvania Avenue, Lansing, Michigan 48912-1646, USA (Harrison). Aktuelle Adresse (Zelepsky): VCA Veterinary Referral Associates, 500 Perry Parkway, Gaithersburg, Maryland 20877, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Harrison (taramharrison@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Eine nationale Umfrage wurde bei 32 zoologischen Einrichtungen in 17 US-Bundesstaaten zwischen Februar und Mai 2008 verteilt. Die Umfrage bestand aus sechs Fragen über die Tollwutprävalenz in den zoologischen Gärten, Bisse durch gehaltene Säugetiere bei Zoobesuchern und Angestellten und der Ausgang jedes Vorfalls. Die Umfrage wurde durch Angestellte in jedem Zoo ausgefüllt, indem Berichte von Bissvorfällen überprüft wurden. Tollwut wurde, wenn auch selten, auf dem Gelände der zoologischen Gärten sowohl bei wildlebenden als auch bei gehaltenen Tieren festgestellt. Die gesammelte Information weist nach, daß Säugetierbisse häufig vorkommen. Durchschnittlich 9,1 Bissvorfälle pro Zoo wurden bei Zoobesuchern in den letzten 5 Jahren festgestellt, im Vergleich zu durchschnittlich 7,5 Bissvorfälle pro Zoo bei Zooangestellten in den letzten  5 Jahren. Zooangestellte wurden von einer größeren Vielfalt von Säugetieren gebissen, wobei ein erhöhter Verletzungsschweregrad von durchschnittlich 3,83 von 5 vorlag. Obwohl das Profil des Verletzten und der Schweregrad der Wunde zwischen Besucher- und Angestelltenbissen unterschiedlich waren, wurden die meisten Wunden nicht beim Gesundheitsamt gemeldet. Diese Tatsache könnte durch niedriges Tollwutrisiko, Angst vor den Medien oder unbekanntem Ausgang für das betroffene Tier erklärt werden. Die Tiere, die an den Angriffen beteiligt waren, wurden durchschnittlich 47,5 Tage unter Quarantäne gestellt, wenn sie einen Zoobesucher bissen, im Vergleich zu einer durchschnittlichen Quarantänedauer von 18 Tagen, wenn das betroffene Tier einen Angestellten biss. Diese Ergebnisse demonstrieren die Notwendigkeit für ein standardisiertes Protokoll für Bissvorfälle im Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt, wenn angebracht.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 480-486, 2010.

 

Titel: Kreuzprobe vom Blut bei Grund-, Makrelen- und Ammenhaiarten

 

Autoren: Catherine A. Hadfield, M.A., Vet.M.B., M.R.C.V.S., Ashley N. Haines, Ph.D., Leigh A. Clayton, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian) und Brent R. Whitaker, M.S., D.V.M.

 

National Aquarium, 501 East Pratt Street, Baltimore, Maryland 21202, USA (Hadfield, Clayton, Whitaker); University of Maryland Medical School, Department of Microbiology and Immunology, 655 West Baltimore Street, Room 13-009, Baltimore, Maryland 21201, USA (Haines). Aktuelle Adresse (Haines): College of William and Mary, Department of Biology, 320 Millington Hall, Williamsburg, Virginia 23187, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hadfield (khadfield@aqua.org).

 

Zusammenfassung: Die Bluttransfusion bei Haien könnte dazu beitragen, den Kreislauf nach Blutung aufrechterhalten. Da die Verträglichkeit zwischen Blutspender und –empfänger bislang nicht untersucht wurde, wurde eine Methode entwickelt, um die Kreuzprobe von roten Blutkörperchen und Serum von Haien zu untersuchen. Die Kreuzprobe wurde bei 19 Einzeltieren von sieben Haiarten durchgeführt: Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum), Sandbankhai (Carcharhinus plumbeus), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Weißgepunkteter Bambushai (Chiloscyllium plagiosum), Braungebänderter Bambushai (Chiloscyllium punctatum), Zebrahai (Stegostoma fasciatum) und Gepunkteter Teppichhai (Orectolobus maculatus). Negative Kreuzproben zeigten weder Agglutination noch Hämolyse; diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Spender und Empfänger verträglich waren. Kreuzproben zwischen Artgenossen waren alle negativ (Sandbankhai, Sandtigerhai, Ammenhai und Weißgepunkteter Bambushai). Alle Kreuzproben zwischen Sandbank- und Sandtigerhaien waren ebenfalls negativ. Positive Kreuzproben zeigten Agglutination oder Hämolyse der roten Blutkörperchen und deuten auf Unverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger. Stark positive Reaktionen fanden statt, zum Beispiel bei den Erythrozyten der Sandtiger- und Sandbankhaie und beim Serum der Ammenhaie. Kreuzproben sollten bei Haiarten vor der Durchführung einer Bluttransfusion durchgeführt werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 487-495, 2010.

 

Titel: Wirkung der Compounding-Formulierung auf die Pharmakokinetik von Itraconazol beim Brillenpinguin (Spheniscus demersus)

 

Autoren: Joseph A. Smith, D.V.M., Mark G. Papich, D.V.M., M.S., Gregg Russell, Pharm.D. und Mark A. Mitchell, D.V.M., M.S., Ph.D.

 

Fort Wayne Children's Zoo, 3411 Sherman Boulevard, Fort Wayne, Indiana 46808, USA (Smith); North Carolina State University, College of Veterinary Medicine, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Papich); Fort Wayne Custom Rx, 414 East Dupont Road, Fort Wayne, Indiana 46825, USA (Russell); University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Department of Veterinary Clinical Medicine, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Mitchell). Korrespondenz bitte an Dr. Smith (vet@kidszoo.org).

 

Zusammenfassung: Itraconazol wird zur Behandlung und Vorbeugung von Aspergillose bei Pinguinen in menschlicher Obhut häufig verwendet. Obwohl handelsübliche Formulierungen von Itraconazol verkäuflich sind, wird Compounding manchmal durchgeführt, um Geld zu sparen oder andere Medikamentenkonzentrationen zu erhalten. Mit einem zweiseitigen Crossover-Design wurde die Pharmakokinetik von sowohl einer handelsüblichen oralen Itraconazollösung als auch einer oralen Compound-Itraconazollösung bei sechs Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) verglichen. Jede Itraconazolformulierung wurde oral mit einer Dosis von 7 mg/kg in gefrorenen und dann aufgetauten Kapelanfischen verabreicht. Plasmakonzentrationen wurden zur Zeit 0 (vor der Verabreichung), und nach 20 und 40 Minuten, sowie nach 1, 2, 4, 6, 8 und 12 Stunden mit Umkehrphasen-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie gemessen. Itraconazolkonzentrationen wurden mit standardisierten pharmakokinetischen Methoden berechnet. Die Plasma-Clearance der handelsüblichen Itraconazollösung war schneller als die von anderen Tierarten; diese Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass das Medikament bei Brillenpinguinen häufiger verabreicht werden muss. Die Absorption von Itraconazol, die durch die Höchstkonzentration und Fläche unter der Kurve berechnet wurde, war erheblich höher für die handelsübliche Formulierung im Vergleich mit der Compound-Formulierung. Dieses Ergebnis ist wahrscheinlich durch das Vorkommen von Cyclodextrin zu erklären, welches als Trägerstoff zur Besserung der Absorption bei der handelsüblichen Formulierung dient. Die Berechnung der Dosen für die Compoundformulierung von Itraconazol auf Basis der handelsüblichen Formulierung sollte wegen der erheblichen Unterschiede der pharmakokinetischen Werte mit Vorsicht durchgeführt werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 496-502, 2010.

 

Titel: Demodekose bei drei jungen verwandten Klippschliefern (Procavia capensis)

 

Autoren: Ginger L. Takle, D.V.M., Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., James W. Mertins, Ph.D. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

 

Kansas City Zoo, 6800 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Takle, Suedmeyer); National Veterinary Services Laboratories, Veterinary Services, Animal and Plant Health Inspection Service, U.S. Department of Agriculture, Ames, Iowa 50010, USA (Mertins); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Takle): Pittsburgh Zoo and PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Takle (gingertakle@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein weiblicher und zwei männliche, 4 Monate alte Klippschliefer (Procavia capensis), die Wurfgeschwister waren, zeigten hochgradige, generalisierte Dermatitis mit nicht juckenden, nicht haarlosen, leicht verkrusteten, fokal ulzerierten, pustulösen Hautbläschen. Der Rücken, die Gliedmaßen und der dorsale Kopf waren am schwersten betroffen. Hautgeschabsel, histologische Untersuchung und Rasterelektronenmikroskopische Untersuchung wiesen das Vorkommen von mehreren Lebensstadien einer neuen Demodex sp. nach. Auf Grund großen Ausmaßes des Milbenbefalls wurde die Behandlung mit Ivermectin begonnen; später wurde Doramectin (0,6 mg/kg SC alle 7 Tage) verabreicht. Wöchentliche Hautgeschabsel und periodische Blutabnahme mit Serumproteinelektrophorese wurden zur Überwachung der Behandlung durchgeführt. Vollständige Heilung wurde durch zwei aufeinanderfolgende negative Hautgeschabsel bei den drei Tieren innerhalb von 10-14 Wochen festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 503-509, 2010.

 

Titel: Zytoskopische Entfernung von ektopischen Eiern aus der Harnblase

 

Autoren: Larry J. Minter, D.V.M., M.S., Michael W. Wood, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Tracy L. Hill, D.V.M. und Gregory A. Lewbart, V.M.D. Dipl. A.C.Z.M.

 

North Carolina State University, College of Veterinary Medicine, Department of Clinical Sciences, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Minter, Wood, Hill, Lewbart). Aktuelle Adresse (Minter): University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Department of Farm Animal Reproduction, Medicine and Surgery, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Minter (Ljminter@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Drei trächtige, weibliche, wildlebende Florida-Schmuckschildkröten (Pseudemys floridana floridana) wurden vom North Carolina State University College of Veterinary Medicine Turtle Rescue Team wegen traumatischer Verletzungen oder Infektion untersucht und behandelt. Teil der medizinischen Behandlung war die Verabreichung von Oxytocin zur Einleitung der Eiablage, welches nur teilweise wirksam war. In allen drei Fällen wurden später ektopische Eier in der Harnblase durch Ultraschalluntersuchung identifiziert und mit einer wenig invasiven, zytoskopischen Methode erfolgreich entfernt. Eine der drei Schildkröten starb in den ersten Tagen nach der Entfernung; eine granulomatöse bakterielle Zystitis wurde bei der Sektion festegestellt. Es wird vermutet, dass diese Komplikation durch den langen Zeitabstand zwischen Einleitung mit Oxytocin und Diagnose und Entfernung des ektopischen Eies zu erklären ist.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 510-515, 2010.

 

Titel: Ausbruch der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit in einer Einrichtung in Colorado, USA mit Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus), Amerikanischen Bison (Bison bison), Rothirschen (Cervus elaphus), Rindern (Bos taurus) und Ziegen (Capra hircus)

 

Autoren: Pauline Nol, D.V.M., M.S., Ph.D., Cecilia Kato, Ph.D., Will K. Reeves, Ph.D., Jack Rhyan, D.V.M., M.S., Terry Spraker, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Thomas Gidlewski, D.V.M., M.S., Kurt VerCauteren, Ph.D. und Mo Salman, B.V.M.S., M.P.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.M.

 

U.S. Department of Agriculture (USDA)/Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) Veterinary Services (Nol, Rhyan), USDA/APHIS Wildlife Services (Gidlewski, Vercauteren), National Wildlife Research Center, Fort Collins, Colorado 80521, USA; the Centers for Disease Control and Prevention, 1600 Clifton Road NE, MS G-13, Atlanta, Georgia 30333, USA (Kato); USDA/ARS Arthropod-Borne Animal Diseases Research Laboratory, Laramie, Wyoming 82072, USA (Reeves); Department of Microbiology, Immunology and Pathology, College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523, USA (Spraker); Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Colorado State University, Fort Collins, Colorado 80523, USA (Nol, Salman). Aktuelle Adresse (Reeves): USAG-J, Unit 45013, Box 2582, Apo, AP 96338, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Nol (pauline.nol@aphis.usda.gov).

 

Zusammenfassung:  In einer Forschungseinrichtung für Klauentiere in Fort Collins, Colorado, USA, wurde Mortalität bei Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) durch eine Infektion mit der Epizootischen Hämorrhagischen Krankheit (EHDV) zwichen dem 20. August 2007 und dem 26. September 2007 beobachtet. EHDV wurde durch Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion und Virusisolation aus Milz- und Lungengewebe von zwei Weißwedelhirschen nachgewiesen. Virusneutralisationstests mit Serum wurden vor und nach dem Ausbruch bei anderen Tierarten in der Einrichtung durchgeführt, nämlich bei Amerikanischen Bison (Bison bison), Rothirschen (Cervus elaphus), Rindern (Bos taurus) und Ziegen (Capra hircus) und nach dem Ausbruch bei überlebenden Weißwedelhirschen. Serumproben von allen Tierarten aus der Einrichtung neutralisierten EHDV-1 oder EHDV-2 entweder vor oder nach dem Ausbruch. Die Tiere, die EHDV-1 neutralisierten, neutralisierten nicht EHDV-2. Klinische Symptome einer EHDV-Infektion wurden bei keiner der Tierarten außer den Weißwedelhirschen während des Ausbruchs festgestellt. Obwohl experimentelle EHDV-Infektion bereits bei Bison und Rothirschen festgestellt wurde, wurde natürliche Infektion bei diesen Tierarten in Nordamerika bis jetzt nicht dokumentiert. Die Rolle von Rothirschen, Bison, Rindern und Ziegen in der Epidemiologie von EHDV in Situationen mit mehreren Klauentierarten in engem Kontakt bleibt unbekannt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 516-518, 2010.

 

Titel: Legen eines Venenkatheters mit Hilfe vom Ultraschall bei der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta)

 

Autoren: Antonio Di Bello, D.V.M., Carmela Valastro, D.V.M., Ph.D., Daniela Freggi, D.B.Sci., Vittorio Saponaro, D.V.M. und Domenico Grimaldi, D.V.M.

 

Department of Emergency and Organ Transplantation, Division of Veterinary Surgery, Faculty of Veterinary Medicine, University of Bari, s.p. Casamassima, km. 3, Valenzano, Bari, 70010, Italien (Di Bello, Valastro, Saponaro, Grimaldi); World Wildlife Fund Sea Turtles Rescue Center, Contrada Grecale, Lampedusa, Agrigento, 92010, Italien (Freggi). Korrespondenz bitte an Dr. Di Bello (a.dibello@veterinaria.uniba.it).

 

Zusammenfassung: In dieser Studie wird eine einfache, nicht traumatische Methode zum Legen eines Venenkatheters in der Vena jugularis und V. cephalica mit Hilfe vom Ultraschall bei der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) beschrieben. Die Ultraschallbilder wurden mit einer GE Logiq 400-Maschine mit einem Multifrequenz (7–11 MHz)-Linearschallkopf durchgeführt. Um die V. cephalica zu identifizieren, wurden Längs- und Querfarbdoppler-Ultraschallbilder auf der Dorsalseite der Flosse durchgeführt. Um die V. jugularis zu finden, wurden Ultraschallbilder an der Mittellinie und lateralen Seite des Halses durchgeführt. Nachdem die Vene identifiziert wurde, wurde eine 16-22 G, 51 mm Katheterkanüle durch die Haut unter die Ultraschallsonde mit einem Winkel von 15-25 Grad von der Hautoberfläche geführt. Das erfolgreiche Legen des Katheters durch die Vene wurde durch Ultraschall bestätigt. Die beschriebene Methode bietet eine gute Option zum Legen eines einfachen, nicht traumatischen und dauerhaften Venenzugangs bei Meeresschildkröten im Vergleich zu bislang beschriebenen Methoden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 519-521, 2010.

 

Titel: Intussuszeption vom Magen und Ösophagus bei einem Leoparden (Panthera pardus)

 

Autoren: Bianca F. Hettlich, med. Vet., Dipl. A.C.V.S., H. Phil Hobson, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S., Eileen P. Snakard, D.V.M., Dipl. A.C.V.S. und James H. Johnson, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences (Hettlich, Hobson, and Snakard) und Department of Large Animal Clinical Sciences (Johnson), College of Veterinary Medicine and Biomedical Sciences, Texas A&M University, College Station, Texas 77843, USA. Aktuelle Adresse (Hettlich): Department of Veterinary Clinical Sciences, The Ohio State University, 601 Vernon Tharp Street, Columbus, Ohio 43210, USA; (Snakard): Dogs and Cats Veterinary Referral, 6700 Laurel Bowie Road, Bowie, Maryland 20715, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Hettlich (bianca.hettlich@cvm.osu.edu).

 

Zusammenfassung: Ein 8 Jahre alter männlicher Leopard (Panthera pardus) wurde nach 4 Tagen Apathie, Erbrechen und Inappetenz vorgestellt. Röntgenaufnahmen der Brust- und Bauchhöhle zeigten ein Weichteilgewächs kranial des Zwerchfells und einen auffälligen Magengrund. Ösophagoskopie ergab das Vorkommen von Magenschleimhaut im Ösophagus und bestätigte eine Intussuszeption des Magens und Ösophagus. Eine Probelaparotomie mit manueller Reposition der Intussuszeption wurde durchgeführt. Die Reposition wurde durch intraoperative Ösophagoskopie und Gastroskopie bestätigt. Eine inzisionale Fundus-Gastropexie mit der linken Bauchwand wurde durchgeführt, um das Risiko einer Wiederkehr der Intussuszeption zu verringern. Postoperative Komplikationen wurden nicht beobachtet, und das Tier begann innerhalb von 48 Stunden nach der Operation zu fressen. Eine spätere Rekurrenz der klinischen Symptome wurde durch den Besitzer nicht festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 522-525, 2010.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung von akuter systemischer Anaphylaxe bei einem Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla)

 

Autoren: David T. S. Hayman, B.V.M. & S., M.Sc., M.R.C.V.S., Tony King, B.Sc., M.Sc. und Kenneth Cameron, D.V.M.

 

Institute of Zoology, Zoological Society of London, Regent's Park, NW1 4RY, Großbritannien, und Cambridge Infectious Diseases Consortium, Department of Veterinary Medicine, Madingley Road, Cambridge, CB3 0ES, Großbritannien (Hayman); The Aspinall Foundation, Port Lympne Wild Animal Park, Nr Hythe, Kent CT21 4PD, Großbritannien (King); Mountain Gorilla Veterinary Project, BP 105 Musanze, Ruanda und Field Veterinary Program, Wildlife Conservation Society, BP 14537 Brazzaville, Demokratische Republik Kongo (Cameron). Korrespondenz bitte an Dr. Hayman (David.Hayman@ioz.ac.uk).

 

Zusammenfassung: Dieser Fallbericht beschreibt die erfolgreiche Behandlung einer akuten systemischen Anaphylaxe bei einem wildgeborenen jedoch von Menschenhand aufgezogenen jungen Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) in der Demokratischen Republik Kongo. Der junge Gorilla zeigte Symptome akuter Atemnot, Anschwellen der Zunge und Reaktion auf intradermales Tuberkulin, das 55 Stunden vorher injiziert wurde. Das Tier wurde mit Kortikosteroiden, Narkoseeinleitung und i.v. Adrenalin behandelt. Potentielle Antigene, die den anaphylaktischen Schock hätten auslösen können, werden diskutiert.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 526-529, 2010.

 

Titel: Mastitis durch Staphylococcus aureus verursacht bei einem Weißbauchopossum (Didelphus albiventris) im Atlantischen Wald im Nordosten Brasiliens

 

Autoren: Daniel B. Siqueira, D.V.M., M. Sc., Filipe M. Aléssio, M. Sc., Rinaldo A. Mota, D.M.V., Ph.D, Maria Fernanda Vianna Marvulo, D.M.V., Ph.D., Jean-François Mauffrey, Ph.D, Sandra R. D. Monteiro, D.V.M., M. Sc., Roberto C. Farias, D.V.M., Ricardo C. S. C. Cunha, D.V.M., Rafael L. Oliveira, D.V.M., Tatiana C. N. R. Souza, Elizabeth S. Medeiros, D.M.V., M. Sc. und Jean C. R. Silva, D.V.M., Ph.D.

 

Departamento de Medicina Veterinária, Universidade Federal Rural de Pernambuco, Rua Dom Manoel de Medeiros, s/n, Dois Irmãos, Recife, PE, 52171-900, Brasilien (Siqueira, Mota, Monteiro, Farias, Cunha, Oliveira, Medeiros, and Silva); Laboratoire Population Environnement Developpement, UMR-151, Université de Provence - IRD, Case 10, 3, Place Victor Hugo, Marseille Cedex 3, 13331, Frankreich (Aléssio, Mauffrey); Instituto Brasileiro para Medicina da Conservação – Tríade, Rua Silveira Lobo, 32, Caixa Postal 48, Casa Forte, Recife, PE, 52061-030, Brasilien (Siqueira, Marvulo, and Silva); and the Departamento de Biologia, Universidade Federal Rural de Pernambuco, Rua Dom Manoel de Medeiros, s/n, Dois Irmãos, Recife, PE, 52171-900, Brasilien (Souza). Korrespondenz bitte an Dr. Siqueirae (danielbsiqueira@yahoo.com.br).

 

Zusammenfassung: Dieser Fallbericht beschreibt einen Fall von klinischer Mastitis verursacht durch Staphylococcus aureus bei einem Weißbauchopossum (Didelphus albiventris), das in einem Restbestand des Atlantischen Waldes im Nordosten Brasiliens gefangen wurde. Das Bakterium wurde aus einer Milchprobe auf Schafblut- und Levine-Agar isoliert. Der Phänotyp von S. aureus wurde mit Koagulase-Tests, DNase-Agar, Mannitolagar und anaerobischer Glukose- und Mannitolgärung bestimmt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 530-534, 2010.

 

Titel: Lafora-ähnliches Syndrom bei einem Fennek (Vulpes zerda)

 

Autoren: Shelley P. Honnold, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., F. Yvonne Schulman, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Karen Bauman, B.S. und Kevin Nelson, D.V.M.

 

Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, Building 54, Room G117, Washington, D.C. 20306, USA (Honnold, Schulman); Veterinary Division, Marshfield Laboratories, 1000 North Oak Avenue, Marshfield, Wisconsin 54449, USA (Schulman); Saint Louis Zoo, Research Department, 1 Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110, USA (Bauman); Bristol Veterinary Service, 17622 Burlington Road, Union Grove, Wisconsin 53182, USA (Nelson). Aktuelle Adresse (Honnold): Uniformed Services University of the Health Sciences, 4301 Jones Bridge Road, Bethesda, Maryland 20814, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Honnold (shelley.honnold@us.army.mil). S. P. Honnold ist ein Lieutenant Colonel in der U.S. Army. Die Meinungen und Behauptungen hierin sind die des Autors und stellen nicht die offizielle Meinung des Department of the Army oder des Department of Defense dar.

 

Zusammenfassung: Ein 6 Jahre alter, in menschlicher Obhut geborener, weiblicher Fennek (Vulpes zerda) hatte eine Vorgeschichte mit mehreren Anfällen, die mit Diazepam und Phenobarbital behandelt wurden. Trotz Behandlung zeigte das Tier weiterhin Anfälle, die sporadisch und progressiv waren und  zu neurologischen Ausfällen und zum Tod des Tieres innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der klinischen Symptome führten. Bei der Sektion war das Tier in gutem Ernährungszustand, und Veränderungen wurden im Gehirn nicht beobachtet. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden amphophilische bis basophilische, Periodic-Acid-Schiff (PAS)-positive, Diastase-resistente Einschlusskörperchen im Gehirn, Herz und in der Leber festgestellt. Ultrastruktuell waren die Einschlusskörperchen unterschiedlich elektronendicht, fibrillär bis teilweise granulär und nicht membranengebunden. Die klinischen, histologischen und ultrastrukturellen Befunde stimmen mit Lafore-Syndrom überein. Dieses Syndrom ist eine seltene, tödliche, autosomal rezessive, erbliche, neurometabolische Erkrankung, die durch progressive myoklonische Epilepsie gekennzeichnet ist. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung einer Lafora-ähnlichen Erkrankung bei einem Fennek dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 535-537, 2010.

 

Titel: Die Anwendung einer Larynxmaske zur Narkose von drei Schimpansen und einem Gibbon

 

Autoren: Jacob A. Johnson, D.V.M., Dipl. A.C.V.A., Adrienne L. Atkins, D.V.M., M.Sc. und Darryl J. Heard, B.V.M.S., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

Departments of Large Animal Clinical Sciences (Johnson) and Small Animal Clinical Sciences (Atkins, Heard), College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA. Aktuelle Adresse  (Johnson): Auburn University, College of Veterinary Medicine, Department of Clinical Sciences, 403 Hoerlein Hall, Auburn, Alabama 36849-5540, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Johnson (jaj0005@auburn.edu).

 

Zusammenfassung: Drei junge Schimpansen und ein junger Gibbon wurden für eine Routine-Untersuchung narkotisiert. Die Narkose wurde mit einer Larynxmaske (LMA) mit Inhalationsnarkose durchgeführt. Die LMA war leicht einzuführen, bot zur Beatmung ausreichenden Zugang zu den Luftwegen und führte nicht zur Stimulierung des Rachenraums. Komplikationen wurden nicht beobachtet. Im Vergleich zur Gesichtsmaske bietet die LMA einen verbesserten und sicheren Luftweg, die Möglichkeit, das Tier zu beatmen, weniger Totraum, der zu verminderter Wiederbeatmung von Kohlendioxid führt, und verminderte Belastung des Personals durch Restgase. Im Vergleich zu einem Endotrachealtubus bietet die LMA eine verminderte Gefahr der Luftwegverletzung, leichteres Einsetzen und weniger Stimulierung des Patienten. Die LMA sollte zur Verwendung bei nicht gefasteten Primaten bei Narkosen kürzer als 60 Minuten in Betracht gezogen werden, wenn kein hoher maximaler Inspirationsdruck nötig ist.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 538-541, 2010.

 

Titel: Ein Zystadenom der Hypophyse, Enterolipidose und Hautmykose bei einer Everglades-Rattennatter (Elaphe obsoleta rossalleni)

 

Autoren: Liza I. Dadone, V.M.D., Eric Klaphake, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian), Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Denise Schwahn, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Lynne Sigler, M.Sc., John G. Trupkiewicz, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Gwen Myers, D.V.M. und Michael T. Barrie, D.V.M.

 

Columbus Zoo and Aquarium, 9990 Riverside Drive, P.O. Box 400, Powell, Ohio 43065, USA (Dadone, Myers, Barrie); ZooMontana, 2100 South Shiloh Road, Billings, Montana 59106, USA (Klaphake); Northwest ZooPath, 654 West Main Street, Monroe, Washington 98272, USA (Garner, Trupkiewicz); Department of Veterinary Biosciences, The Ohio State University, 1925 Coffey Road, Columbus, Ohio 43210, USA (Schwahn); University of Alberta Microfungus Collection and Herbarium, Devonian Botanic Garden, Edmonton, Alberta T6G-2R3, Kanada (Sigler). Aktuelle Adresse (Dadone): Cheyenne Mountain Zoo, 4250 Cheyenne Mountain Zoo Road, Colorado Springs, Colorado 80906, USA; (Schwahn): Comparative Pathology Laboratory, Research Animal Resources Center, 1710 University Avenue, Madison, Wisconsin 53726, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Dadone (liza@dadonevet.com).

 

Zusammenfassung: Eine 11 Jahre alte Everglades-Rattennatter (Elaphe obsoleta rossalleni) zeigte abweichendes Häuten, Hyperkeratose und Inappetenz. Zwei Hautbiopsien zeigten diffuse Hyperkeratose mit sowohl bakterieller als auch mykotischer Epidermitis. Fusarium oxysporum wurde aus beiden Biopsieproben isoliert und wurde als eine opportunistische Infektion und nicht als ein primärer Erreger angesehen. Konservative Behandlung war nicht erfolgreich, und die Schlange wurde eingeschläfert. Bei der histologischen Untersuchung wurde ein Zystadenom der Hypophyse festgestellt, die aus der Pars intermedia stammte, sowie schwerwiegende Enterolipidose, generalisierte epidermale Hyperkeratose und Veränderungen, die mit Sepsis einhergehen. Es wird vermutet, daß die Hormonveränderungen durch den Hypophysentumor die Haut- und Darmveränderungen verursacht haben könnten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 542-544, 2010.

 

Titel: Vaskulitis durch vermutete Leptospirose durch Verabreichung von Langzeitkortikosteroiden bei einem Kleinen Kudu (Tragelaphus imberbis australis) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Katherine Fogelberg, D.V.M., M.A. and Shannon T. Ferrell, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian)

 

Animal Health Department, Fort Worth Zoo, 1989 Colonial Parkway, Fort Worth, Texas 76110, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Fogelberg (katherine1810@juno.com).

 

Zusammenfassung: Ein zwei Jahre alter weiblicher Kleiner Kudu (Tragelaphus imberbis australis) wurde wegen Apathie vorgestellt. Empirische Antibiose führte zu einer Besserung der klinischen Symptome, obwohl eine Ursache nicht festgestellt werden konnte. Nach Beendigung der Therapie wurde der Kudu nochmals wegen folgender Symptome vorgestellt, die seit einem Tag bestanden: Apathie, diffus angeschwollene Gliedmaßen und subkutane Ecchymosen. Vermutete Leptospirose mit sekundärer Vaskulitis wurde auf Basis einer Hautbiopsie und abnehmender gepaarter serologischer Titer gegen Leptospira grippotyphosa diagnostiziert. Die Vaskulitis sprach auf intramuskuläre Antibiose und Dexamethason an. Dieser Fall bietet den Nachweis, dass die chronische Behandlung mit Kortikosteroiden mit einer moderaten Dosis bei Wiederkäuern ohne klinische Nebenwirkungen durchgeführt werden kann.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 545-549, 2010.

 

Titel: Diagnose und Behandlung  von Vitiligo bei einem jungen Ostafrikanischen Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis michaeli)

 

Autoren: Ginger L. Takle, D.V.M., Wm. Kirk Suedmeyer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

 

Kansas City Zoo, 6800 Zoo Drive, Kansas City, Missouri 64132, USA (Takle, Suedmeyer); Northwest ZooPath, 654 West Main Street, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Takle): Pittsburgh Zoo and PPG Aquarium, One Wild Place, Pittsburgh, Pennsylvania 15206, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Takle (gingertakle@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein weibliches, junges, in menschlicher Obhut aufgewachsenes Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis michaeli) entwickelte mit zwei Jahren ulzerierte, nicht  juckende, depigmentierte Stellen um die Nasenlöcher. Über die nächsten 18 Monate vergrößerten und verbreiteten sich die symmetrischen, multifokalen, depigmentierten Makula auf die Krypten der Gesichtsfalten, Zwischenzehhaut, Lippen, Nasenlöcher, palmares Karpalgelenk, Unterbauch, ventralen Unterkiefer, Achseln, laterale obere und untere Vorderbeine, lateralen Oberschenkel, ventralen Schwanz und Perineum. Insgesamt war circa 15% der Haut betroffen. Biopsien der Gesichtsfalten zeigten multifokale Hypopigmentierung mit Melanininkontinenz und geringgradige perivaskuläre lymphohistiozytische Dermatitis. Die pathologischen Veränderungen stimmten mit Vitiligo überein. Behandlung mit UV-B-Schmalbandphototherapie wurde an den lateralen Schenkeln, lateralen Elbogen, palmaren Karpalgelenken und rostralen Oberkiefer 12 Monate lang durchgeführt. Erhebliche Repigmentierung der behandelten Stellen wurde beobachtet.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 550-554, 2010.

 

Titel: Granulomatöse Pneumonie bei einem gehaltenen Australischen Süßwasserkrokodil (Crocodylus johnstoni) durch Mycobacterium szulgai verursacht

 

Autoren: Yoon-Seok Roh, D.V.M., Heejin Park, D.V.M., M.S., Ara Cho, D.V.M., Mohammad Rafiqul Islam, D.V.M., M.S., Irina Chekarova, D.V.M., Ph.D., Sohail E. Ejaz, D.V.M., Ph.D., Chae Woong Lim, D.V.M., Ph.D. und Bumseok Kim, D.V.M., Ph.D.

 

Bio-safety Research Institute and College of Veterinary Medicine, Chonbuk National University, Jeonju City, 561-756, Südkorea (Roh, Park, Cho, Islam, Chekarova, Lim, Kim); Department of Clinical Neurosciences, Neurology Units, Addenbrookes Hospital, University of Cambridge, Cambridge, Großbritannien (Ejaz). Korrespondenz bitte an Dr. Kim (bskims@jbnu.ac.kr).

 

Zusammenfassung: Ein 25 Jahre altes Süßwasserkrokodil (Crocodylus johnstoni) wurde mit Mykobakteriose der Lunge durch Mycobacterium szulgai verursacht diagnostiziert. Bei der Sektion wurde ein fibrinöses Exudat in der rechten Pleuralhöhle und weiße, miliäre Knötchen im rechten Lungenläppchen vorgefunden. Bei der histopathologischen Untersuchung wurden gut abgegrenzte Granulome aus multinukleären Riesenzellen und Epitheloidzellen festgestellt, die von fibrösem Bindegwebe umgeben waren. Lymphozyten waren untypischerweise am äußeren Rand des Bindegewebes festzustellen. Mykobakterielle Infektion wurde mit den folgenden Tests mit in Formalin fixiertem und in Paraffin eingebettetem Lungengewebe nachgewiesen: mit einer geschachtelten Polymerase-Kettenreaktion auf das hsp65-Gen gezielt und mit der Fiteschen Methode zum Nachweis von säurefesten Stäbchen. Sequenzanalyse des DNA-Amplikons wies nach, daß die Mykobakterienart 98% Homologie mit dem hsp65-Gen von M. szulgai teilte. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von M. szulgai als Ursache von Mykobakteriose bei einem Reptil dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 555-561, 2010.

 

Titel: Elodontom bei Nordamerikanischen Rötelmäusen (Myodes gapperi) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Julia Rodriguez-Ramos Fernandez, L.V., Marie E. Pinkerton, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Dennis M. Heisey, Ph.D., Randi Drees, Dr. med. vet., D.A.C.V.R., Dipl. E.C.V.D.I., Jay Schneider, Lacey Stickney, C.V.T., Erik K. Hofmeister, D.V.M., Ph.D. und David Sanchez-Migallon Guzman, L.V., M.S., Dipl. E.C.Z.M. (Avian)

 

Department of Pathobiological Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, 2015 Linden Drive, Madison, Wisconsin 53706, USA (Rodriguez-Ramos Fernandez, Pinkerton); USGS–National Wildlife Health Center 6006 Schroeder Road, Madison, Wisconsin 53711 (Heisey, Schneider, Stickney, Hofmeister); Department of Surgical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, 2015 Linden Drive West, Madison, Wisconsin 53706, USA (Drees, Sanchez-Migallon Guzman). Korrespondenz bitte an Dr. Rodriguez-Ramos Fernandez (jrodriguez-ramos@usgs.gov).

 

Zusammenfassung: Fünf Nordamerikanische Rötelmäuse (Myodes gapperi) der ersten Generation einer wildgefangenen Zuchtkolonie zeigten Veränderungen der oberen Schneidezähne, die mit Elodontomen übereinstimmten. Die betroffenen Tiere hatte eine Vorgeschichte mit chronischem Gewichtsverlust, waren alle > 16 Monate alt und waren alle Geschwistertiere. Röntgenaufnahmen des Schädels zeigten multiglobuläre bis unregelmäßig umrissene Mineraldichten um die Wurzelspitze der oberen Schneidezähne. Bei der Sektion waren die Schneidezähne der Maxilla nicht sichtbar, und Zahnfleischulzerierung war an der Stelle des Zahnes zu beobachten. Mikroskopisch war die Wurzelspitze der oberen Schneidezähne verdickt und durch unregelmäßige Gewächse des Zahngewebes ersetzt, die mit Elondontomen übereinstimmten. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Elondontomen bei Nordamerikanischen Rötelmäusen dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 562-566, 2010.

 

Titel: Chirurgische Behandlung einer Gaumenspalte bei einem Amerikanischen Bison (Bison bison)

 

Autoren: Larry J. Minter, D.V.M., M.S., William M. Karlin, D.V.M., Marisa J. Hickey, D.V.M. und Christopher R. Byron, D.V.M., Dipl., A.C.V.S.

 

University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Department of Farm Animal Reproduction, Medicine and Surgery, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Minter, Hickey); University of Illinois, College of Veterinary Medicine, Department of Equine Medicine and Surgery, 1008 West Hazelwood Drive, Urbana, Illinois 61802, USA (Karlin, Byron). Korrespondenz bitte an Dr. Minter (Ljminter@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Ein 4 Monate alter Amerikanischer Bison (Bison bison) wurde in einer Universität-Tierklinik wegen einer Gaumenspalte des weichen und harten Gaumens untersucht und behandelt. Mit einer Symphysiotomie des Unterkiefers wurde der Fehler mit einer Z-Plastik des weichen Gaumens und einem Mukoperiostlappen des harten Gaumens korrigiert. Eine kleine Stelle von Dehiszenz im rostralen Teil des harten Gaumens und Aspirationspneumonie sind als postoperative Komplikationen aufgetreten, aber das Bisonkalb erholte sich mit konservativer Behandlung. Obwohl diese Operation ein hohes Potential für Komplikationen mit sich zieht, ermöglichte die beschriebene Methode die Wiederkehr zur erwarteten Futteraufnahme und Heilung der Aspirationspneumonie 14 Monate nach der Operation.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 567-571, 2010.

 

Titel: Vergleich von Thiafentanil-Xylazin und Carfentanil-Xylazin zur Narkose beim Spießbock (Oryx gazella)

 

Autoren: Conor P. Kilgallon, M.V.B., M.Sc., Nadine Lamberski, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M.

 

Zoological Society of San Diego, San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA (Kilgallon and Lamberski); Wildlife Health Center and the Department of Medicine and Epidemiology, School of Veterinary Medicine, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Larsen). Korrespondenz bitte an Dr. Kilgallon (conchubhair2001@yahoo.co.uk).

 

Zusammenfassung: Diese Studie vergleicht die Narkosequalität von Thiafentanil-Xylazin (TX) und Carfentanil-Xylazin (CX) beim Spießbock (Oryx gazella). Zwölf ausgewachsene Spießböcke wurden in zwei Gruppen, TX und CX, eingeteilt. Die Gruppen bekamen entweder 6 mg Thiafentanil [0,036 µg/kg (0,032–0,040 µg/kg)] und 20 mg Xylazin (TX) oder 3,6 mg Carfentanil [0,021 µg/kg (0,017–0,024 µg/kg] und 20 mg Xylazin (CX). Nachdem die Tiere festgehalten werden konnten, wurden die physiologischen Parameter alle 5 Minuten für 20 Minuten gemessen. Es gab wenige physiologische Unterschiede zwischen den Gruppen, obwohl die TX-Spießböcke höheren Blutdruck zeigten. Die Qualität der Einleitung und Aufwachphase, Narkosetiefe und Muskelentspannung wurden subjektiv bewertet. Obwohl die TX-Spießböcke eine Tendenz zur schnelleren Einleitung und zum schnelleren Aufwachen nach Verabreichung des Antidots zeigten, waren die Unterschiede nicht statistisch signifikant. Die TX-Tiere zeigten auch die Tendenz zur besseren Einleitung und bessere Narkosequalität, obwohl nur die Einleitungsqualität signifikant unterschiedlich war. Diese Tendenzen deuten darauf hin, daß TX zur Narkose von ausgewachsenen Spießböcken CX vorzuziehen ist.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(3): 572-574, 2010.

 

Titel: Seroprävalenz von Toxoplasma gondii-Antikörpern bei gehaltenen Wildtieren und Vögeln in Brasilien

 

Autoren: Antonio Humberto Hamad Minervino, D.V.M., M.S., Herbert Sousa Soares, D.V.M., Raimundo Alves Barrêto-Júnior, D.V.M., Ph.D., Kedson Alessandri Lobo Neves, D.V.M., Hilda Fátima de Jesus Pena, D.V.M., Ph.D., Enrico Lippi Ortolani, D.V.M., Ph.D., Jitender Prakash Dubey, M.V.Sc., Ph.D. und Solange Maria Gennari, D.V.M., Ph.D.

 

Faculdade de Medicina Veterinária e Zootecnia da Universidade de São Paulo, Avenida Professor Doutor Orlando Marques de Paiva, 87, 05508270, Cidade Universitária, São Paulo/SP, Brasilien (Minervino, Soares, Pena, Ortolani, Gennari); Departamento de Ciências Animais, Universidade Federal Rural do Semi-Árido, UFERSA, 59625900, Mossoró/RN, Brasilien (Barrêto-Júnior); Faculdades Integradas do Tapajós, FIT, 68010200, Santarém/PA, Brasilien (Neves); United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service, Animal and Natural Resources Institute, Animal Parasitic Diseases Laboratory, Beltsville, MD 20705, USA (Dubey). Korrespondenz bitte an  Dr. Gennari (sgennari@usp.br).

 

Zusammenfassung: In dieser Studie wurden Serumproben von 203 Tieren aus verschiedenen zoologischen Einrichtungen und Zuchtstationen aus den nördlichen und nordöstlichen Regionen Brasiliens auf das Vorkommen von anti-Toxoplasma gondii-Antikörpern durch den modifizierten Agglutinationstest (MAT) mit einem Grenzwert von 1:25 analysiert. Unter den untersuchten Tieren waren 184 ausgewachsene Säugetiere beider Geschlechter sowie 19 Vögel. Antikörper wurden bei 61 der 184 Säugetieren identifiziert; ein Zusammenhang zwischen Geschlecht und Alter und dem Vorkommen von  T. gondii-Antikörpern wurde nicht festgestellt (P < 0,05). Anti-T. gondii-Antikörper wurden bei den untersuchten Vögeln nicht festgestellt. Toxoplasma gondii wurde bei einem Flachlandtapir (Tapirus terrestris) zum ersten Mal festgestellt.

 

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