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jzwm_germanabstract_v41n4_2010

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 41(4) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 586-593, 2010.

 

Titel: Anwendung eines tragbaren patientennahen Laborgeräts (Vetscan Vs2) zur Messung von biochemischen Plasmakonzentrationen bei wildlebenden Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta)

 

Autoren: Adrienne Atkins, D.V.M., M.Sc., Elliott Jacobson, D.V.M., Ph.D., D.A.C.Z.M, Jorge Hernandez, M.V.Z., Ph.D., Alan B. Bolten, Ph.D. und Xiaomin Lu, Ph.D.

 

Departments of Small Animal Clinical Sciences (Atkins, Jacobson) and Large Animal Clinical Sciences (Hernandez), College of Veterinary Medicine, University of Florida, Gainesville, Florida 32610, USA; Archie Carr Center for Sea Turtle Research, Department of Biology (Bolten), and the Department of Epidemiology and Biostatistics, College of Public Health and Health Professions (Lu), University of Florida, Gainesville, Florida 32611, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Atkins (atkins.adrienne@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Die Übereinstimmung von biochemischen Plasmawerten bei einem tragbaren patientennahen Laborgerät im Vergleich mit einem Laborgerät aus einem Tierreferenzlabor wurde bei wildgefangenen Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) untersucht. Eingefrorene Plasmaproben wurden in dieser Studie verwendet, die von anscheinend gesunden Schildkröten aus einer Studie zur Untersuchung der Gesundheit von Meeresschildkröten an der Südwestküste von Florida stammten. Die folgenden biochemischen Plasmawerte wurden gemessen: Albumin, Aspartataminotransferase, Calcium, Kreatinkinase, Glukose, Kalium, Natrium, Phosphor, Gesamtprotein, Gallensäuren und Harnsäure. Gepaarte Plasmaproben wurden zweimal mit einem patientennahen sowie mit einem kommerziellen Laborgerät gemessen und verglichen. Im Allgemeinen war die Genauigkeit mit dem patientennahen Gerät größer als mit dem Laborgerät, obwohl die Übereinstimmung zwischen den beiden Geräten schlecht war. Die Korrelation (ri) zwischen den beiden Geräten für viele der Messwerte war hoch, obwohl ein kleiner P-Wert und ein großer relativer Fehler zu dem Schluss führte, daß die Geräte nicht äquivalent waren. Zusätzlich wurde ein Vergleich zwischen den Messwerten zur Zeit der Blutabnahme und nach Aufbewahrung in einem Ultratiefkühlgerät für bis zu 2,5 Jahre aufgestellt. Die Plasmaproben, die im Referenzlabor mit verschiedenen Modellen des gleichen Laborgerätes durchgeführt wurden, zeigten signifikant tiefere Werte nach Aufbewahrung als die, die kurz nach der Blutabnahme gemessen wurden. Dieser Unterschied ist wahrscheinlich durch Probendegradierung während der Aufbewahrung zu erklären. Statistisch signifikante Unterschiede wurden bei verschiedenen Messungen mit dem gleichen Gerät sowie zwischen den Geräten für bestimmte Analyte festgestellt, obwohl viele dieser Unterschiede wahrscheinlich nicht klinisch relavant sind. Obwohl dieser Studie einige Schwächen hat, darunter technische Fehlfunktionen und die Verwendung von zwei verschiedenen diagnostischen Referenzlabors, stellt sie biochemische Basiswerte für eine bestimmte Population mit Anwendung eines tragbaren Geräts sowie von einem Referenzlabor auf. Auf Grund dieser Ergebnisse können patientennahe Laborgeräte als wertvolle zusätzliche diagnostische Mittel, insbesondere in Feldsituationen, empfohlen werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 594-602, 2010.

 

Titel: Nahrungsanalyse von vier Arten von Unterwasserpflanzen, die von Florida-Manati (Trichechus manatus latirostris) gefressen werden, verglichen mit Römersalat (Lactuca sativa var. longifolia)

 

Autoren: Jessica L. Siegal-Willott, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Kendal Harr, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.P., Lee-Ann C. Hayek, Ph.D., Karen C. Scott, Ph.D., Trevor Gerlach, B.S., Paul Sirois, M.S., Mike Reuter, B.S., David W. Crewz, M.S. und Richard C. Hill, M.A., Vet.M.B., Ph.D., M.R.C.V.S.

 

College of Veterinary Medicine, University of Florida, 2015 SW 16th Avenue, Gainesville, Florida 32610, USA (Department of Small Animal Hospital (Siegal-Willott, Scott, Gerlach, Hill) and Department of Large Animal Hospital (Harr); Mathematics and Statistics, the Smithsonian Institution, MRC-121, Washington, D.C. 20560, USA (Hayek); the Dairy One Forage Laboratory, 730 Warren Road, Ithaca, New York 14850, USA (Sirois, Reuter); and the Fish and Wildlife Research Institute, Florida Fish and Wildlife Conservation Commission, 100 Eighth Avenue, St. Petersburg, Florida 33701, USA (Crewz). Aktuelle Adressen (Siegal-Willott): Department of Animal Health, Smithsonian National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20008, USA; (Harr): Idexx Laboratories, Inc.–Canada, 5645-199 Street. Langley, British Columbia V3A 1H9, Canada. Korrespondenz bitte an Dr. Siegal-Willott (jess_sw24@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Wildlebende Florida-Manatis (Trichechus manatus latirostris) nehmen eine Auswahl von Seegräsern und Algen zu sich. Diese Studie untersucht die Trockenmasse (DM), Nahrungsstoffe (Rohprotein [CP], mit Äther extrahiertes Rohfett [EE], nicht-Faser-Kohlenhydrate [NFC] und Rohasche) und berechnete verdauliche Energie (DE) von verschiedenen Seegräsern (Thalassia testudinum, Halodule wrightii und Syringodium filiforme), die in Frühling, Sommer und Winter gesammelt wurden, sowie von einer Alge (Chara sp.) und vergleicht die Nahrungsanalyse mit der von Römersalat (Lactuca sativa var. longifolia). Neutral-Detergenz-Faser (NDF), Säure-Detergenz-Faser (ADF) und Lignin (L) wurden nach Asche-Extraktion gemessen und ebenso verglichen. Die Ergebnisse der statistischen Berechnungen (α ?=? 0,01) zeigten, dass der DM-Gehalt der Wasserpflanzen höher war als der des Salates (P ?=? 0,0001), obwohl NDF und ADF bis zu dreimal so hoch waren, EE (P ?=? 0,00001) und CP (P ?=? 0,00001) 2–9 mal niedriger waren und NFC (P ?=? 0,0001) 2–6 mal niedriger in den Seegräsern auf Trockenbasis war als im Salat. Chara zeigte niedrigere NDF, ADF, L, EE, CP und NFC-Werte im Vergleich zum Salat auf Trockenbasis. Rohasche-Gehalt auf Trockenbasis war höher (P ?=? 0,0001) und DE war 2–6 mal niedriger in den Wasserpflanzen im Vergleich zum Salat. Der Wurzelstock der Seegräser zeigte niedrigeren L- und höheren Rohasche-Gehalt auf Trockenbasis als die Blätter der Seegräser. Diese Nährstoffanalyse zeigt, daß Römersalat und Seegräser nicht als gleichzustellende Futtermittel anzusehen sind, und deutet außerdem darauf hin, dass die derzeitige Fütterungspraxis von Florida-Manatis in menschlicher Obhut neu überdacht werden sollte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 603-607, 2010.

 

Titel: Vorkommen von Salmonella spp. und Antikörper gegen Toxoplasma gondii und Newcastle Disease Virus in freilebenden Felsentauben (Columbia livia) in Jaboticabal, Brazilien

 

Autoren: Eliane de Sousa, D.V.M., M.S., Angelo Berchieri Júnior, D.V.M., Ph.D., Aramis Augusto Pinto, D.V.M., Ph.D., Rosangela Zacarias Machado, D.V.M., Ph.D., Adriano de Oliveira Torres Carrasco, D.V.M., Ph.D., José Antonio Marciano, D.V.M. und Karin Werther, D.V.M., Ph.D.

 

Departamento de Patologia Veterinária, Faculdade de Ciências Agrárias e Veterinárias, Universidade Estadual Paulista, Jaboticabal, São Paulo, 14884-900, Brasilien (Sousa, Berchieri Junior, Pinto, Machado, Marciano, Werther); Universidade Estadual do Centro-Oeste – UNICENTRO, Guarapuava, Paraná, 85040-080, Brasilien (Carrasco). Korrespondenz bitte an Dr. Sousa (elianesb@fcav.unesp.br).

 

Zusammenfassung: Die Felsentaube (Columbia livia) könnte als Reservoir für viele pathogene Erreger dienen, die über Ausscheidungen, Sekrete oder Federstaub auf Geflügel, Wildtiere, domestizierte Tiere und Menschen übertragen werden können. Zusätzlich können diese pathogene Erreger auch auf Wild- und domestizierte Tiere durch die orale Aufnahme von infizierten Tauben übertragen werden. Der Gesundheitszustand von 126 in einer Stadt freilebenden Felsentauben wurde mit mikrobiologischer Kultur auf Salmonella untersucht.  Serologische Untersuchung wurde auf das Vorkommen von Antikörpern gegen Toxoplasma gondii (n = 120) und Newcastle Disease Virus (NDV) (n = 109) durchgeführt. Nach der Blutabnahme wurden die Vögel eingeschläfert, und Gewebe von Leber, Milz, Lungen und Gonaden, sowie Kot wurden zur Isolierung von Salmonella spp. gesammelt. Salmonella spp. wurde von 10 Vögeln (7,94 %) isoliert; 8 der Isolate waren Salmonella typhimurium,  eines war Salmonella enterica subsp. enterica Serotyp 4,12 und eines war Salmonella enterica subsp. enterica Serotyp 4,12,i. Sechs der 109 Tauben (5,50 %) zeigten NDV-Antikörper mit dem Hämagglutinations-Hemmtest. Toxoplasma  gondii-Antikörper wurden mit Immunfluoreszenz in einer der 120 untersuchten Serumproben (0,83 %) festgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass freilebende Stadttauben Infektionen mit NDV und T. gondii ausgesetzt sind. Zusätzlich sind die Vögel mit Salmonella infiziert und könnten diesen Erreger in der Umwelt verbreiten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 608-615, 2010.

 

Titel: Sensitivität und Spezifität einer verschachtelten Polymerase-Kettenreaktion für den Nachweis von Lentivirusinfektion bei Löwen (Panthera leo)

 

Autoren: Hayley Adams, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.M., Moritz van Vuuren, B.V.Sc., M.Med.Vet., Stephen Kania, M.S., Ph.D., Anna-Mari Bosman, M. Tech., Dewald Keet, B.V.Sc., M.Med.Vet., John New, D.V.M., M.P.H., Dipl. A.C.V.P.M. und Melissa Kennedy, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.M.

 

Department of Comparative Medicine, College of Veterinary Medicine, University of Tennessee, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Adams, Kania, New, Kennedy); Department of Veterinary Tropical Diseases, Faculty of Veterinary Science, University of Pretoria, Private Bag X04, Onderstepoort 0110, Südafrika (van Vuuren, Bosman); State Veterinary Services, P.O. Box 12, Skukuza, Krüger Nationalpark 1350, Südafrika (Keet). Korrespondenz bitte an Dr. Adams (haylevet@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Feline Immunodeficiency Virus (FIV) ist ein Lentivirus der Famlie Retroviridae, das eine lebenslange Infektion bei domestizierten Katzen verursacht. Das Lentivirus Afrikanischer Löwen (Panthera leo), FIVple, ist in einigen Löwenpopulationen in Ost- und Südafrika endemisch. Lentivirus-Infektion führt zur immunologischen Dysfunktion und Immunsuppression bei domestizierten Katzen. Wenig ist über die pathogenen Wirkungen der Infektion  bei Löwen sowie die epidemiologischen Auswirkungen auf wildlebende Löwen sowie solche in menschlicher Obhut bekannt. Vollblut und Serumproben wurden opportunistisch von wildlebenden Löwen in Krüger Nationalpark, Republik Südafrika (RSA) gesammelt. Eine verschachtelte Polymerase-Kettenreaktion (PCR)-Assay für den Nachweis von FIV wurde mit den Vollblutproben durchgeführt. Zusätzlich wurden die Serumproben auf Kreuzreaktion mit Antikörpern gegen das Lentivirus der domestizierten Katzen und auf das synthetische Virushüllen-Peptidantigen des Puma-Lentivirus getestet. Das PCR-Assay amplifizierte das Löwen-Lentivirus bei den Afrikanischen Löwen. Die relative Sensitivität und relative Spezifität betrugen 79 % bzw. 100 %, und die positiven und negativen Vorhersagewerte betrugen 100 % bzw. 67 %. Diese Studie stellt den ersten Vergleich von genetischen und Antikörper-basierten Methoden zum Nachweis von Lentivirus bei Löwen in RSA dar. Die  Verwendung von PCR als einen zusätzlichen diagnostischen Test für FIV bei Löwen erhöht die Sensitivität und erlaubt die Virus-Charakterisierung der zirkulierenden Isolate sowie die Überwachung von Veränderungen in der Virus- Epidemiologie innerhalb geographicher Regionen und Populationen über längere Zeiträume.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 616-625, 2010.

 

Titel: Verringerte Basis-Glukokortikoidkonzentrationen im Kot im Zusammenhang mit Haut- und Mundveränderungen bei Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis)

 

Autoren: Candice Dorsey, Ph.D., Patricia Dennis, D.V.M., Ph.D., Gregory Guagnano, Ph.D., Thomas Wood, Ph.D. und Janine L. Brown, Ph.D.

 

Smithsonian Conservation Biology Institute, National Zoological Park, 1500 Remount Drive, Front Royal, Virginia 22630, USA (Dorsey and Brown); George Mason University, 4400 University Drive, Fairfax, Virginia 22030, USA (Dorsey, Guagnano, and Wood); Cleveland Metroparks Zoo, 4200 Wildlife Way, Cleveland, Ohio 44109 USA (Dennis). Korrespondenz bitte an Dr. Dorsey (cdorsey@aza.org).

 

Zusammenfassung: Ulzerative Veränderungen sind ein erhebliches gesundheitliches Problem bei Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) in menschlicher Obhut. Um mögliche Zusammenhänge zwischen ex situ-Variablen und Nebennierendrüsenaktivität in der Gegenwart von Veränderungen zu untersuchen, wurden Umfragen über Standort- und Umwelfaktoren bei 25.20 (Männchen.Weibchen) Spitzmaulnashörnern in 18 zoologischen Einrichtungen durchgeführt. Kotproben wurden zweimal wöchentlich für ein Jahr zur Analyse des Glukokortikoid-Stoffwechsels gesammelt. Während dieses Zeitraums zeigten 5.1 Nashörner Hautveränderungen, 1.0 zeigten orale Veränderungen und 1.0 zeigten beides. Alle Nashörner mit Veränderungen erholten sich – bis auf ein Tier mit sowohl oralen als auch Hautveränderungen, das kurz nach Abschluss der Studie starb. Im Allgemeinen gab es keinen Zusammenhang (P > 0,05) zwischen den ex situ Variablen, Verhaltensfaktoren und Zeitpunkten des Auftretens der Veränderungen. Es gab keine Unterschiede (P > 0,05) in der Glukokortikoid-Variabilität im Kot (± SEM) zwischen Nashörnern mit (Variationskoeffizient [CV] ?=? 57,1 ± 7,2 ng/g) und ohne (53,8 ± 2,3 ng/g) Veränderungen, oder im Gesamtmittelwert (± SEM) der Glukokortikoidstoffwechsel-Konzentrationen zwischen Nashörnern mit (45,1 ± 4,0 ng/g) und ohne (34,6 ± 2,8 ng/g) Veränderungen. Der Basis-Mittelwert (± SEM) der Glukokortikoidstoffwechsel-Konzentrationen war niedriger (P < 0,05) bei Nashörnern mit Veränderungen (n ?=? 5,1; Basis-Mittelwert ?=? 29,9 ± 3,3 ng/g; Spannbreite: 24,3–84,9 ng/g) als bei denen ohne Veränderungen (n ?=? 19,19 Basis-Mittelwert ?=? 40,0 ± 2,4 ng/g, Spannbreite: 19,4–50,8 ng/g). Bei einem männlichen Nashorn, das Veränderungen während des Studienzeitraums entwickelte, waren die mittleren Glukokortikoidstoffwechsel-Konzentrationen niedriger (P < 0,01) während das Tier Veränderungen zeigte (n ?=? 12; insegesamt ?=? 30,1 ± 2,4 ng/g, Basiswert ?=? 28,7 ± 2,2 ng/g) als vor Beginn der Symptome (n ?=? 75; insgesamt ?=? 36,5 ± 1,0 ng/g; Basiswert 35,3 ± 0,8 ng/g). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ulzerative Veränderungen mit Veränderungen der Nebennierenaktivität einhergehen können, obwohl nicht bekannt ist, ob dieser Befund die Ursache oder Folge der Erkrankung ist.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 626-632, 2010.

 

Titel: Nicht tödlich verlaufende Fälle des Endotheliotropen Herpesvirus der Elefanten in einer Herde von Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) in menschlicher Obhut

 

Autoren: W. Schaftenaar, D.V.M., C. Reid, Ph.D., D.V.M., B. Martina, Ph.D., J. Fickel, Ph.D. und A. D. M. E. Osterhaus, Ph.D.

 

Rotterdam Zoo, P.O. Box 532, 3000AM Rotterdam, Niederlande (Schaftenaar); Leibniz-Institut for Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Strasse 17, 10315 Berlin, Deutschland (Reid and Fickel); Erasmus Medical Center, Department of Virology, Dr. Molewaterplein 50, 3015 GE Rotterdam, Niederlanden (Martina and Osterhaus). Korrespondenz bitte an Dr. Schaftenaar (W.Schaftenaar@Rotterdamzoo.nl).

 

Zusammenfassung: Mehrere unterschiedliche Stämme des Endotheliotropen Herpesvirus-1 der Elefanten (EEHV-1) wurden mit Polymerase-Kettenreaktion (PCR)-Methoden sowohl bei Afrikanischen (Loxodonta africana) als auch bei Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) identifiziert. EEHV-1 wurde in Hautveränderungen bei gesunden Afrikanischen Elefanten nachgewiesen und mit einem tödlich verlaufenden hämorrhagischen Syndrom bei Asiatischen Elefanten assoziiert. EEHV-1-Stämme wurden bislang bei sonst gesunden Asiatischen Elefanten nicht identifiziert. Dieser Artikel beschreibt wiederholte, nicht endotheliale, mit EEHV-1 assoziierte Veränderungen in einer Herde von Asiatischen Elefanten, die nicht das tödlich verlaufende hämorrhagische Syndrom zeigten. Genotypen der EEHV-1-Stämme, die auf viraler DNA-Polymerase und Glykoprotein B basierten und mit dem tödlich verlaufenden hämorrhagischen Syndrom assoziiert waren, wurden mit jenen in den nicht endothelialen Veränderungen verglichen. Die gleichen EEHV-1-Genotypen wurden in den tödlichen Fällen und in den Schleimhautveränderungen der ansonsten gesunden Asiatischen Elefanten in dieser Herde identifiziert. Um weitere Aussagen über diese Viruserkrankung zu machen, werden weitere Studien über das Immunsystem Asiatischer Elefanten sowie virologische Untersuchungen benötigt, um die Auslöser des Gewebetropismus zu bestimmen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 633-637, 2010.

 

Titel: Verbesserung der Wirksamkeit einer vorläufigen Elektroejakultionsmethode zur Absamung des Goldagutis (Dasyprocta leporina)

 

Autoren: William M. Mollineau, B.Sc., M.Sc., Andrew O. Adogwa, D.V.M., Ph.D. und Gary W. Garcia, B.Sc., Ph.D.

 

The Open Tropical Forage-Animal Production Laboratory (OTF-APL), Department of Food Production, Faculty of Science and Agriculture, The University of the West Indies, St. Augustine, Trinidad and Tobago, Westindischen Inseln (Mollineau and Garcia); School of Veterinary Medicine, Faculty of Medical Sciences, The University of the West Indies, St. Augustine, Trinidad und Tobago, Westindischen Inseln (Adogwa). Korrespondenz bitte an Mr. Mollineau (wmollineau@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Diese Studie untersuchte verschiedene Kombinationen von Ketamin und Xylazin, um die Wirksamkeit einer vorläufigen Elektroejakultionsmethode zur Absamung des Goldagutis (Dasyprocta leporina) zu verbessern. Zwei Versuche wurden zweimal durchgeführt. Versuch 1 bestand aus sechs Behandlungen: Behandlung 1 (30 mg/kg Ketamin und 10 mg/kg Xylazin), Behandlung 2 (20 mg/kg Ketamin und 10 mg/kg Xylazin), Behandlung 3 (30 mg/kg Ketamin und 5 mg/kg Xylazin), Behandlung 4 (20 mg/kg Xylazin), Behandlung 5 (30 mg/kg Xylazin), and Behandlung 6 (40 mg/kg Xylazin). Versuch 2 bestand aus fünf Behandlungen: Behandlung 7 (40 mg/kg Xylazin), Behandlung 8 (20 mg/kg Ketamin und 40 mg/kg Xylazin), Behandlung  9 (15 mg/kg Ketamin und 40 mg/kg Xylazin), Behandlung 10 (10 mg/kg Ketamin und 40 mg/kg Xylazin) und Behandlung 11 (5 mg/kg Ketamin und 40 mg/kg Xylazin). Die mittlere Einleitungszeit betrug 3:27 ± 0:31 bzw. 4:59 ± 0,49 (Kommentar des Übersetzers: die Zahlen im Artikel stimmen nicht mit diesen Zahlen überein) Minuten; die mittlere Narkosezeit betrug 1:55 ± 0,11 bzw. 1:19:06 ± 0:11,7 Stunden für Versuche 1 und 2. Behandlungsprotokoll 4 führte zur besten Ejakulationszeit (4,53 ± 0,52 Minuten) und Samenvolumen (0,41 ± 0,07 ml). Spermatozoen wurden in 75 % der Ejakulate in den Versuchen 6 und 7 festgestellt. Die besten Narkoseprotokolle waren Behandlungen 6 und 7 (P < 0,05) mit folgenden Ergebnissen: Spermatozoenkonzentration (431 ± 180 × 106/ml), Beweglichkeit % (47,17 ± 8,78 %) und progressiv bewegliche Spermatozoen % (47,1 ± 10,5 %). Das Vorkommen von Spermatozoen in den Ejakulaten betrug 41,33 % und stellte eine Erhöhung um 30 % im Vergleich zu früheren Versuchen dar. In den beschriebenen Versuchsreihen wurde festgestellt, dass niedrigere Dosen von Xylazin in Kombination mit Ketamin zur vollständigen Narkotisierung von männlichen Agutis zur Elektroejakulation benötigt werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 638-642, 2010.

 

Titel: Zwölfmonatige Studie des Magen-Darm-Helminthenbefalls bei Lemurenarten in zwei zoologischen Einrichtungen auf Madagaskar

 

Autoren: Fidisoa T. Rasambainarivo, D.V.M. und Randall E. Junge, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Madagascar Fauna Group, BP 442 Morafeno Toamasina, Madagaskar (Rasambainarivo); St. Louis Zoo, 1 Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA (Junge); Korrespondenz bitte an Dr. Rasambainarivo (f.rasambainarivo@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Parasitenbefall des Magen-Darm-Trakts könnte die Gesundheit von Lemurenarten in menschlicher Obhut gefährden, da er eine häufige Ursache von Durchfall bei solchen Tieren ist. In dieser Studie wurden Koteizahlen sowie klinische Symptome einer Magen-Darm-Parasitose 12 Monate lang bei 40 Lemuren beobachtet, die in zwei verschiedenen zoologischen Einrichtungen unter verschiedenen Haltungs- und klimatischen Bedingungen auf Madagaskar lebten. Die folgenden Lemurenarten wurden in der Studie beobachtet: Schwarzweißer Vari (Varecia variegata), Östlicher Bambuslemur (Hapalemur griseus), Großer Bambuslemur (Prolemur simus), Rotbauchmaki (Eulemur rubriventer), Brauner Maki (Eulemur fulvus), Kronenmaki (Eulemur coronatus) und Blauaugenmaki (Eulemur macaco flavifrons). Bei der zoologischen Einrichtung 1 (Tsimbazaza Zoologischer Park) wurden die Lemuren in kleinen Gehegen auf Zementböden gehalten, die täglich gesäubert wurden, wobei kein regelmäßiges Entwurmungsprogramm durchgeführt wurde. In Einrichtung 2 (Ivoloina Zoologischer Park) wurde regelmäßige Prophylaxe mit Anthelmintika durchgeführt, und die kleinen Gehege mit Sandböden wurden täglich gereinigt. Insgesamt fünf Gattungen von Nematodeneiern aus den folgenden Ordnungen wurden identifiziert: Strongylida, Oxyurida und Enoplida. Nematodeneier wurden mit einem modifizierten McMasters-Verfahren aus 198 der 240 Proben (83%) aus Einrichtung 1 und aus 79% (189 der 240 Proben) aus Einrichtung 2 identifiziert. Signifikante Unterschiede der identifizierten Strongyliden wurden zwischen den beiden Einrichtungen festgestellt. Die Unterschiede könnten durch die klimatischen Bedingungen oder die vermuteten Lebenszyklen dieser Parasiten zu erklären sein. Signifikante Unterschiede wurden für Parasiten der anderen Ordnungen zwischen den beiden Standorten nicht festgestellt. Signifikante Unterschiede wurden ebenso wenig zwischen Geschlechtern und Jahreszeiten identifiziert. Klinische Symptome eines Magen-Darm-Parasitenbefalls wurden bei keinem Lemur in den zwei Einrichtungen beobachtet.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 643-648, 2010.

 

Titel: Zyklische Veränderungen der im Plasma gemessenen Geschlechtshormone bei Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) in einem Zuchtprogramm

 

Autoren: Yuka Kakizoe, D.V.M., Ph.D., Masato Fujiwara, Yuichiro Akune, D.V.M., Yoshihiko Kanou, D.V.M., Tomomi Saito, Ph.D. und Itaru Uchida, Ph.D.

 

Port of Nagoya Public Aquarium, 1-3, Minato-machi, Minato-ku, Nagoya, Aichi, 455-0033, Japan (Kakizoe, Fujiwara, Akune, Kanou, Saito, Uchida). Korrespondenz bitte an Dr. Kakizoe (yu-kakizoe@nagoyaminato.or.jp).

 

Zusammenfassung: Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) legen seit 1995 im Port of Nagoya Public Aquarium (PNPA) auf einem künstlichen Strand innerhalb des Aquariumgebäudes Eier ab. Vier Einzeltiere kamen an Land und legten Eier mehrmals während der Fortpflanzungssaison des Jahres 1995 ab. Blutproben wurden von diesen Einzeltieren monatlich während des Jahres 1995 abgenommen, um Veränderungen der Geschlechtshormone (Testosteron, Östradiol und Progesteron) zu untersuchen. Zusätzliche Untersuchungen wurden bei einem Weibchen täglich während der Fortpflanzungssaison durchgeführt, das fünf Gelege im Jahre 1998 hatte. Jedes Geschlechtshormon zeigte periodische Veränderungen, die mit dem Fortpflanzungszyklus einhergingen, und außergewöhnlich hohe Konzentrationen von Östradiol wurden während der Paarungszeit beobachtet. Die Ergebnisse dieser Studie wichen sehr von ähnlichen Messwerten bei der Suppenschildkröte (Chelonia mydas) ab. Ein Teil der Ergebnisse dieser Studie deutet darauf hin, daß Progesteron die Ovulation induziert. Daten aus einer künstlichen Umgebung wie die des PNPA können Information über die Fortpflanzungsphysiologie solcher bedrohter Tierarten liefern.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 649-655, 2010.

 

Titel: Biochemisches Serumprofil, Plasmaspurenelemente- und Schwermetallkonzentrationen beim wildlebenden Habicht (Accipiter gentilis)

 

Autoren: Jane D. Stout, B.A., David F. Brinker, B.S., Cindy P. Driscoll, D.V.M., Sherrill Davison, V.M.D., M.S., M.B.A., Dipl. A.C.P.V. und Lisa A. Murphy, V.M.D., Dipl. A.B.T.

 

Department of Pathobiology, New Bolton Center, School of Veterinary Medicine, University of Pennsylvania, 382 West Street Road, Kennett Square, Pennsylvania, 19348, USA (Stout, Davison, Murphy); Central Appalachian Goshawk Project, 1200 Frederick Road, Catonsville, Maryland 21228, USA (Brinker); Fish and Wildlife Health Program, Maryland Department of Natural Resources, Cooperative Oxford Laboratory, 904 South Morris Street, Oxford, Maryland 21654, USA (Driscoll). Korrespondenz bitte an Dr. Murphy (murphylp@ vet.upenn.edu).

 

Zusammenfassung: Biochemische Serumprofile und Messung der Plasmaspurenelemente- und Schwermetallkonzentrationen wurden mit Blutproben von acht ausgewachsenen, in Pennsylvania wildlebenden und sich fortpflanzenden Habichten (Accipiter gentilis) durchgeführt. Biochemische Serumprofile wurden für jeden Vogel durchgeführt, um den allgemeinen Gesundheitszustand festzustellen. Die gemessenen biochemischen Serumwerte waren folgende: Glukose, Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium, Harnsäure, Creatinkinase und Aspartattransaminase. Glukose-, Creatinkinase- und Aspartattransaminasewerte waren niedriger als bislang veröffentlichte Werte für Habichte und andere Greifvogelarten. Die folgenden Spurenelemente wurden gemessen, um die Plasmakonzentrationen bei Habichten besser zu dokumentieren: Calcium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Gesamtphosphor, Kalium, Natrium und Zink. Die folgenden Schwermetallkonzentrationen wurden im Vollblut gemessen, um den Kontakt der Habichte mit diesen Stoffen in der Umwelt festzustellen: Arsen, Cadmium, Blei, Thallium und Selen. Die Vollblutkonzentrationen von Arsen, Cadmium, Blei und Thallium waren weniger als 0,05 ppm bei allen untersuchten Vögeln und deuten darauf hin, dass die Vögel nicht erheblichen Mengen dieser Stoffe in deren Umwelt ausgesetzt sind. Die Konzentrationen von Selen im Vollblut der Habichte war höher als der amtlich festgelegte Mindestwert für die Ernährung von Vogelarten (0,130–0,200 ppm) und niedriger als veröffentlichte toxische Selenkonzentrationen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 656-661, 2010.

 

Titel: Mit Eiern des Podocnemis expansa und Podocnemis unifilis (Testudines: Chelonia) assoziierte Enterobacteriaceae an nicht verunreinigten Standorten des Nationalparks Araguaia Plains, Brasilien

 

Autoren: Paula Benevides de Morais, M.Sc., Ph.D., Kleverson Wessel de Oliveira, Dipl. Biol.Sc., Adriana Malvásio, M.Sc., Ph.D., Adson Gomes de Ataíde, Dipl. Biol.Sc., M.SC. und Raphael Sanzio Pimenta, M.Sc, Ph.D.

 

Laboratório de Microbiologia Ambiental e Biotecnologia, Universidade Federal do Tocantins, Palmas–Tocantins, 77020220, Brasilien (Morais, Pimenta); Laboratório Central do Estado do Tocantins LACENTO, Palmas–Tocantins, 77020220, Brasilien (Oliveira); Grupo de Pesquisas em Crocodilianos e Quelônios, Universidade Federal do Tocantins, Palmas–Tocantins, 77020220, Brasilien (Malvásio, Ataíde). Korrespondenz bitte an Dr.Morais (moraispb@uft.edu.br).

 

Zusammenfassung: Fruchtbare Eier von Podocnemis expansa und Podocnemis unifilis wurden auf das Vorkommen von Enterobacteriaceae untersucht, weil diese zwei bedrohten Schildkrötenarten Schutzmaßnahmen in naher Zukunft benötigen könnten, darunter den Austausch von Eiern. Wissen über die physiologische Mikroflora der Schildkröten und deren Eier könnte den Austausch und Transport von Eiern zwischen zoologischen Einrichtungen erleichtern. Dreißig Eier jeder Schildkrötenart wurden gesammelt, aseptisch transportiert, in Plastiktüten mit Tetrathionat-Brühe geöffnet und auf ausgewählte Kulturmedien ausgestrichen. Zehn Sand- und Wasserproben wurden auf das Vorkommen von coliformen Bakterien mit dem Colilert-Quanti-Tray™-Test untersucht. Enterobacteriaceae wurden mit einem API 20E biochemischen Test untersucht. Die Mehrzahl der isolierten Bakterien waren potentielle pathogene Erreger. Enterobacteriaceae wurden von allen Eiproben isoliert, darunter waren 15 Eier von P. expansa positiv für Shigella flexneri. Chromobacterium violaceum, Escherichia coli und Aeromonas salmonicida subsp. salmonicida wurden außerdem isoliert. Eier von P. unifilis waren am häufigsten positiv für Shigella flexneri und C. violaceum, und weniger häufig positiv für A. salmonicida subsp. salmonicida und Salmonella choleraesuis subsp. arizonae. Die Herkunft dieser Bakterien in den Eiern ist unbekannt, obwohl die Neststrände als mögliche Quelle vermutet werden, weil die Wasserproben niedrige Gesamtzahlen für coliforme Bakterien zeigten und E. coli nur von einer Sandprobe isoliert wurde. Diese Studie zeigt, dass Enterobacteriaceae Teil der einheimischen Mikroflora von Schildkröten sind.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 662-670, 2010.

 

Titel: Magen-Darm-Parasiten bei Säugetieren aus zwei italienischen zoologischen Einrichtungen

 

Autoren: Mariarita Fagiolini, D.V.M., Riccardo P. Lia, D.V.M., Piero Laricchiuta, D.V.M., Paolo Cavicchio, D.V.M., Riccardo Mannella, Degree in Physics, Ph.D., Claudia Cafarchia, D B. Sci., Ph.D., Domenico Otranto, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.V.P.C., Riccardo Finotello, D.V.M. und Stefania Perrucci, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.V.P.C.

 

Dipartimento di Patologia Animale, Profilassi e Igiene degli Alimenti, Facoltà di Medicina Veterinaria, Università di Pisa, Viale delle Piagge n. 2, 56124 Pisa, Italien (Fagiolini, Perrucci); Dipartimento di Sanità Pubblica e Zootecnia, Facoltà di Medicina Veterinaria, Università degli Studi di Bari, Strada prov.le per Casamassima km 3, 70010 Valenzano (Bari), Italien (Lia, Laricchiuta, Cafarchia, Otranto); Giardino Zoologico di Pistoia, Via Pieve a Celle 160/a, 51030 Pistoia, Italien (Cavicchio); Dipartimento di Fisica “Enrico Fermi,” Università di Pisa, Largo Bruno Pontecorvo 3, 56127 Pisa, Italien (Mannella); Dipartimento di Clinica Veterinaria, Facoltà di Medicina Veterinaria, Università di Pisa, Via Livornese (latomonte), 56122 Pisa, Italien (Finotello). Korrespondenz bitte an Dr. Perrucci (perrucci@vet.unipi.it).

 

Zusammenfassung: Das Vorkommen von Magen-Darm-Parasiten wurde bei Säugetieren aus zwei der größten italienischen zoologischen Gärten untersucht: Zoo Safari in Fasano (Provinz Brindisi, Apulien, Italien) und  Giardino Zoologico in Pistoia (Toskana, Italien). Im November 2007 wurden Kotproben aus dem Zoo Safari in Fasano (n ?=? 96) und dem Giardino Zoologico in Pistoia (n ?=? 60) von Affen, Fleischfressern, Paarhufern, Einhufern und Elefanten gesammelt. In den meisten Fällen wurden Proben von den gleichen Tierarten oder aus den gleichen Tiergattungen aus beiden Zoos gesammelt. Eine oder mehrere Darmparasitenarten wurden in 61,5% der untersuchten Proben festgestellt. Sehr unterschiedliche Prävalenz wurde für Protozoen und Helminthen in den Tieren aus den zwei Einrichtungen festgestellt. Magen-Darm-Parasiten wurden in 77,1% der Proben aus dem Zoo Safari in Fasano und in 36,7% aus dem Giardino Zoologico in Pistoia nachgewiesen. Insgesamt in beiden Zoos waren 10% (Cryptosporidium sp.) bzw. 43,3% (Toxocara cati, Strongyloides stercoralis, Toxascaris leonine und Hakenwürmer) der Fleischfresser, 66,7% (Cryptosporidium spp.) bzw. 100% (Trichuris spp. und Strongyloides fülleborni) der Affen und 25,0% (Eimeria spp., Cryptosporidium spp.) bzw. 57,1% (Trichuris sp., Toxocara [Neoascaris] vitulorum, Magen-Darm-Strongyliden und Paramphistomidae) der Paarhufer mit Protozoen bzw. Helminthen befallen. Nur Magen-Darm-Strongyliden wurden in 16,7% der Elefanten und 50,0% der Einhufer identifiziert. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass zoonotische Protozoen und Magen-Darm-Helminthen in Säugetieren in zoologischen Gärten häufig sind und dass diese Tiere als potentielles Reservoir für die Übertragung auf Menschen dienen können. Die verschiedenen Haltungsarten in den beiden Zoos demonstrieren, dass regelmäßige Überwachung für parasitäre Erkrankungen und die Anwendung von ausgewählten Behandlungen wirksame Methoden zur Kontrolle von vielen Magen-Darm-Parasiten in zoologischen Gärten darstellen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 671-676, 2010.

 

Titel: Pharmakokinetik von Tramadolhydrochlorid und dessen Stoffwechselprodukt O-Desmethyltramadol beim Blauen Pfau (Pavo cristatus)

 

Autoren: Peter A. Black, D.V.M., Sherry K. Cox, Ph.D., Michael Macek, B.S., Anne Tieber, B.S. und Randall E. Junge, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Saint Louis Zoo, One Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110, USA (Black, Macek, Tieber, Junge); University of Tennessee College of Veterinary Medicine, 2407 River Drive, Knoxville, Tennessee 37996, USA (Cox). Korresondenz bitte an Dr. Black (black@stlzoo.org).

 

Zusammenfassung: Tramadol ist ein zentral wirkendes Opioidschmerzmittel, das in Vogelarten bisher wenig untersucht wurde. Tramadol und dessen Metaboliten wirken auf mehrere Rezeptoren, darunter Opioid- (μ, κ, und δ), adrenerge (α-2) und Serotonin (5HT)-Rezeptoren. Diese Wirkung an mehreren Rezeptoren ist für Vögel vorteilhaft, weil der Wirkungsmechanismus für die Analgesie nicht für alle Vogelarten aufgeklärt ist. Das Ziel dieser Studie war es, die Pharmakokinetik von Tramadol und dessen aktives Stoffwechselprodukt O-Desmethyltramadol (M1) beim Blauen Pfau (Pavo cristatus) zu untersuchen. Auf Grund der Ergebnisse der Pilotstudie mit einem Vogel wurden sechs ausgewachsene Pfaue (3 Männchen, 3 Weibchen) für diese Studie ausgewählt, die vorher auf Grund einer klinischen Untersuchung und eine Blutuntersuchung als klinisch gesund eingestuft wurden. Jeder Vogel wurde zur Legung eines Venenkatheters in der Vena jugularis narkotisiert, und 7,5 mg/kg Tramadol wurde mit einer Magensonde verabreicht. Blutproben wurden vor der Tramadol-Verabreichung und nach 30 Minuten, 1, 2, 3, 4, 6, 8, 10, 12, 24 und 34 Stunden entnommen. Plasmakonzentrationen von Tramadol und M1 wurden gemessen und pharmakokinetische Messwerte wurden berechnet. Obwohl Tramadol schnell metabolisiert wurde, blieben die Plasmakonzentrationen von M1 12-24 Studen lang bei oder knapp unter Konzentrationen in Menschen, die als schmerzlindernd gelten. Auf Grund dieser Ergebnisse kann festgestellt werden, dass Tramadol eine praktische Alternative zu anderen oral verabreichten Schmerzmitteln bei Vögeln darstellt. Weitere Studien, darunter antinozizeptive Studien, werden benötigt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 677-687, 2010.

 

Titel: Evaluierung der diagnostischen Zölioskopie mit Leber- und Nierenbiopsien bei Wasserschildkröten (Trachemys scripta)

 

Autoren: Stephen J. Divers, B.Vet.Med., D.Zoo.Med., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. E.C.Z.M.(Herp), F.R.C.V.S., Scott J. Stahl, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. und Alvin Camus, D.V.M., Ph.D.

 

Departments of Small Animal Medicine and Surgery (Divers) and Pathology (Camus), College of Veterinary Medicine, University of Georgia, Athens, Georgia 30602, USA; Stahl Exotic Animal Veterinary Services, 111A Center Street South, Vienna, Virginia 22180, USA (Stahl). Korrespondenz bitte an Dr. Divers (sdivers@uga.edu).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser Studie war es, eine sichere und wirksame endoskopische Methode zur Untersuchung der Zölomorgane und zur Entnahme von Leber- und Nierenbiopsien von Schildkröten mit einem 2,7 mm starren endoskopischen System, das häufig in zoologischen Einrichtungen und Praxen verfügbar ist, zu finden. 22 ausgewachsene Wasserschildkröten (Trachemys scripta) wurden zur zöloskopischen Untersuchung des linken und rechten Zölom narkotisiert. Der Zugang und die Sicht innerhalb der Körperhöhle wurden ausgewertet, und Leber- und Nierenbiopsien wurden von jeder Schildkröte mit einer 1,7 mm endoskopischen Biopsiezange entnommen. Biopsieproben wurden histologisch auf Qualität und Quetschartefakt bewertet. Fünf Tage nach der Operation wurden alle Schildkröten eingeschläfert, und eine vollständige Sektion wurde durchgeführt. Bei der Sektion wurden linke und rechte Endoskopiezugänge bewertet und als befriedigend bis ausgezeichnet eingestuft, außer für die Milz, weil sie von der linken Seite nicht auffindbar war.  Iatrogenes Trauma wurde nicht festgestellt, und Biopsieproben stimmten mit den bei der Sektion gesammelten Proben überein. Leberbiopsien zeigten mehr Quetschartefakte als Nierenbiopsien. Mit einem 2,7 mm starren endoskopischen System kann eine Zölioskopie mit Leber- und Nierenbiopsien sicher, schnell und leicht bei Schildkröten durchgeführt werden. Die auf dieser Weise gesammelten Biopsien sind zur histologischen Untersuchung geeignet. Endoskopie wird zur Untersuchung und Biopsie der Zölomorgane bei Schildkröten empfohlen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 688-696, 2010.

 

Titel: Anwendung einer Hybrid-Montage eines linearen Ring-Fixateur-Externe-Systems zur Stabilisierung einer juxtaartikulären Epiphysenfraktur des proximalen Radius bei einem Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus)

 

Autoren: Holly A. Phelps, D.V.M., Daniel D. Lewis, D.V.M., Dipl. A.C.V.S., Copper Aiken-Palmer, D.V.M., M.S., und Matthew D. Winter, D.V.M., Dipl. A.C.V.R.

 

Department of Small Animal Clinical Sciences, University of Florida College of Veterinary Medicine, 2015 SW 16th Avenue, Gainesville, Florida 32610-0126, USA (Phelps, Lewis, Aiken-Palmer, Winter). Aktuelle Adresse (Phelps): New England Animal Medical Center, 595 West Center Street, West Bridgewater, Massachusetts 02379-1526, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Phelps (hphelps@vt.edu).

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt die erfolgreiche Anwendung eines linearen Ring-Fixateur-Externe-Systems zur Stabilisierung einer geschlossenen, schrägen Trümmerfraktur der rechten proximalen Radiusdiaphyse bei einem 3 Monate alten weiblichen Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus). Unter Fluoroskopie wurde ein Fixateur externe zur Frakturstabilisierung angebracht; dabei mußte weitere Fissurbildung des proximalen Segments vermieden, ausreichende Fixierung des kurzen juxtaartikulären Epiphysensegments erreicht und mögliche Unterbrechung des Epiphysenfugenwachstums verhindert werden. Drei divergierende Drähte wurden als Ring-Fixateur-Elemente verwendet, um das proximale Fraktursegment zu fixieren. Wenige Fissuren traten während Einsetzen der Stifte auf. Die nachfolgenden Stifte mit kleinerem Durchmesser wurden ohne Vergrößerung der Fissuren gesetzt. Der Hirsch wollte nach der Operation laufen, obwohl er kurz nach der Operation die dorsale Seite der Klaue auf den Boden setzte; dieser Befund war am 6. Tag nach der Operation behoben. Der Ring-Fixateur externe wurde gut toleriert und wurde 4 Wochen nach der Operation entfernt. Weiterhin wurde das Epiphysenfugenwachstum des proximalen Radius nicht unterbrochen; beide Radii zeigten ähnliche Längen nach Entfernung des Fixateurs. Das lineare Ring-Fixateur-Externe-System war zur Stabilisierung der juxtaartikulären Epiphysenfraktur bei diesem Hirsch vorteilhaft. Mit entsprechenden Methoden und Anordnung können solche Fixateure unserer Meinung nach erfolgreich bei vielen Wildtierarten mit höchster Tolerierung und wenigen Komplikationen angewendet werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 697-702, 2010.

 

Titel: Radiographische Diagnose und mögliche Ursachen einer Carpus varus-Fehlstellung bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)

 

Autoren: Carola Kaulfers, Med. Vet., Florian Geburek, Dr. med. vet, Karsten Feige, Prof. Dr. med. vet., Dipl. E.C.E.I.M. und Andreas Knieriem, Dr. med. vet.

 

Klinik für Pferde, StiftungTierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, D-30559 Hannover, Deutschland (Kaulfers, Geburek, Feige); Zoo Hannover, Adenauerallee 3, D-30175 Hannover, Deutschland (Knieriem). Korreponsdenz bitte an Dr. Geburek (florian.geburek@tiho-hannover.de).

 

Zusammenfassung: Die Karpalregion eines Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) mit klinisch auffälliger Carpus varus-Fehlstellung wurde radiologisch mit einem tragbaren Standard-Röntgengerät untersucht. Mehrere dorsopalmare Röntgenaufnahmen wurden mit kurzer Entfernung zwischen Quelle und Bild durchgeführt, indem der Mittelpunkt des Strahls am Karpus entlang geführt wurde. Um ein einziges Bild des Karpalgelenks herzustellen, wurden die Röntgenaufnahmen digital zu einem Panaromabild zusammengeschnitten. Die Röntgenaufnahmen zeigten eine Abknickung der Gliedmaßenachse um circa 25° im Bereich der distalen Epiphyse des Radius und der Ulna sowie eine keilförmige Epiphyse der Ulna. Durch Trauma verursachte, geheilte Epiphysitis oder Subluxation des mittleren Karpalgelenks sind mögliche Ursachen der Fehlstellung. Die hier beschriebene radiographische Methode könnte zur Evaluierung des relativ großen anatomischen Bereichs des Karpalgelenks eines ausgewachsenen Asiatischen Elefanten mit einer Carpus varus-Fehlstellung dienen und könnte eine Alternative zu konventionellen Einzelaufnahmen sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 703-709, 2010.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung von chronischer periapikaler Osteomyelitis bei einem Parmakänguru (Macropus parma) durch Anwendung einer umfangreichen endodontischen Methode mit Apikoektomie

 

Autoren: Conor P. Kilgallon, M.V.B., M.Sc., Beth Bicknese, D.V.M., M.P.V.M. und David A. Fagan, D.D.S.

 

Zoological Society of San Diego, San Diego Wild Animal Park, 15500 San Pasqual Valley Road, Escondido, California 92027, USA (Kilgallon); Zoological Society of San Diego, San Diego Zoo, 2920 Zoo Place, San Diego, California 92112, USA (Bicknese); Colyer Institute, P.O. Box 26118, San Diego, California 92196, USA (Fagan). Aktuelle Adresse (Kilgallon): 27 Greenhills, Ballina, Co. Mayo, Irland. Korrespondenz bitte an Dr. Kilgallon (conchubhair2001@yahoo.co.uk).

 

Zusammenfassung: Obwohl Nekrobazillose eine häufige Erkrankung bei Känguruarten in menschlicher Obhut ist, gibt es wenig Information über erfolgreiche Behandlungsmethoden. Eine umfangreiche endodontische Methode mit Apikoektomie wird in der Zahnmedizin bei Menschen und domestizierten Tieren zuverlässig eingesetzt. Dieser Bericht beschreibt einen Fall von periapikaler Osteomyelitis eines unteren Schneidezahns bei einem Parmakänguru (Macropus parma). Das Tier wurde erfolgreich mit der hier beschriebenen Methode zusammen mit Low-Level-Lasertherapie mit 810 nm behandelt. Die Lasertherapie wurde zur Desinfizierung der Pulpahöhle sowie für ihre antiphlogistische und biostimulierende Wirkungen angewendet.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 710-712, 2010.

 

Titel: Adenokarzinom der Lunge und endogene Lipidpneumonie bei einer Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta)

 

Autoren: David Perpiñán, L.V., M.Sc., Dipl. E.C.Z.M. (Herpetology), David Steffen, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P. und Julia E. Napier, D.V.M.

 

Center for Conservation and Research, Henry Doorly Zoo, 3701 South 10th Street, 68107 Omaha, Nebraska, USA (Perpiñán, Napier); Nebraska Veterinary Diagnostic Laboratory, University of Nebraska–Lincoln, Lincoln, Nebraska 68583, USA (Steffen). Aktuelle Adresse (Perpiñán): Balmes 17, Badalona 08918, Barcelona, Spanien. Korrespondenz bitte an Dr. Perpiñán (dperpinan@yahoo.es)

 

Zusammenfassung: Eine ausgewachsene männliche Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta) wurde wegen hochgradiger Dyspnoe untersucht. Bei der klinischen Untersuchung wurden Tachypnoe und verstärkte inspiratorische Geräusche festgestellt. Konsolidierung beider Lungenläppchen wurde bei Röntgenaufnahmen festgestellt, und Cholesterinkristalle wurden durch eine bronchoalveoläre Lavage gefunden. Die Ginsterkatze wurde mit Glukokortikoiden behandelt, aber das Tier starb in der darauffolgenden Nacht. Bei der Sektion wurden konsolidierte Lungen, mehrere blasse Stellen im Herzen und Atrophie der rechten Niere vorgefunden. Die histologische Diagnose lautete metastatisches Adenokarzinom mit assoziierter endogener Lipidpneumonie.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 713-716, 2010.

 

Titel: Eine schwerwiegende, einschränkende klinische Erkrankung bei einem wildgeborenen, in menschlicher Obhut lebenden Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla), der sowohl mit Varicella-Zoster-Virus (VZV) als auch mit Simianen T-Lymphotrophischen Virus (STLV) infiziert war

 

Autoren: Nicholas Masters, Vet. M.B., M.Sc., Henk Niphuis, B.A.S., Ernst Verschoor, Ph.D., Judith Breuer, M.D., F.R.C. Path., Mark Quinlivan, M.Sc., Ph.D., Teresa Wawrzynczyk und Mark Stidworthy, M.A., Vet. M. B., Ph.D., F.R.C. Path., M.R.C.V.S.

 

International Zoo Veterinary Group, Keighley Business Centre, South Street, Keighley, West Yorkshire, BD21 1AG, Großbritannien (Stidworthy); Twycross Zoo, Atherstone, Warwickshire, CV9 3PX, Großbritannien (Masters, Wawrzynczyk); Biomedical Primate Research Centre, Lange Kleiweg 139, 2288 GJ Rijswijk, Niederlande (Niphuis, Verschoor); Centre for Infectious Disease, Barts and The London School of Medicine and Dentistry, 4 Newark Street, London, E1 2AT, Großbritannien (Breuer, Quinlivan). Korrespondenz bitte an Dr. Masters (N.Masters@izvg.co.uk).

 

Zusammenfassung: Ein wildgeborener, 34 Jahre alter, weiblicher Westlicher Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) wurde zwischen zwei zoologischen Einrichtungen in Großbritannien transportiert. Die Gewöhnungsphase war schwierig, und eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen traten auf. Eine fortschreitende, schwerwiegende Erkrankung mit mehreren Ursachen wurde beobachtet, sprach nicht auf mehrere Therapieversuchen an und führte 5 Monate später zur Einschläferung des Tieres. Die Erkrankung bestand aus schwerwiegenden Hautgeschwüren der Brustkorb- und Achselgegend mit T2-T3-Dermatomverteilung, Gastroenteritis, ulzerativer Stomatitis, Abmagerung, Hinterhandlähmung oder –parese und Dekubitalgeschwüren an den Hand- und Fußgelenken. Diagnostische Untersuchung auf Infektionserkrankungen vor und nach dem Tod ergab, dass das Tier nicht mit den folgenden Erregern infiziert war: Mycobacterium tuberculosis, Affen-Varizella-Virus (SVV), Simian Immunodeficiency Virus (SIV) und Hepatitis B-Virus. Der Gorilla war mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) und dem Simianen T-Lymphotropen Virus (STLV) infiziert. Es wurde vermutet, dass die Rekrudeszenz von VZV und anderen hier beschriebenen Krankeitsprozessen mit chronischer STLV-Infektion einhergingen und den Abschluss einer charakteristisch langen Inkubationszeit darstellten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 717-720, 2010.

 

Titel: Embryonales Rhabdomyosarkom bei einem Rothschildgiraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi)

 

Autoren: Margarita Woc-Colburn, D.V.M., Suzan Murray, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Nancy Boedeker, D.V.M., Tabitha Viner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Michelle L. Fleetwood, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Tony C. Barthel, Kurt D. Newman, M.D. und Carlos R. Sanchez, D.V.M., MSc.

 

Smithsonian Institution's National Zoological Park, 3001 Connecticut Avenue NW, Washington, D.C. 20008-2598, USA (Woc-Colburn, Murray, Boedeker, Viner, Barthel, Sanchez); Department of Veterinary Pathology, Armed Forces Institute of Pathology, 6825 16th Street NW, Washington, D.C. 20306, USA (Fleetwood); Children's National Medical Center, 111 Michigan Avenue NW, Washington, D.C. 20010-2970, USA (Newman). Aktuelle Adresse (Sanchez): Chicago Zoological Society, Brookfield Zoo, 3300 Golf Road, Brookfield, Illinois 60513, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Woc-Colburn (margarita_woc@yahoo.com). Dieser Artikel wurde während der Tätigkeit des Autors als Angestellter der US-Regierung erstellt. Der Autor kann die Rechte nicht dem American Association of Zoo Veterinarians übertragen.

 

Zusammenfassung: Eine 3 Jahre alte männliche Rothschildgiraffe (Giraffa camelopardalis rothschildi) zeigte akute Schwellung kaudomedial vom linken Scheitelbeinhorn. Nach den ersten diagnostischen Untersuchungen und unterstützenden Behandlungen wurde das Gewächs chirurgisch entfernt, und intraläsionale Chemotherapie wurde angewendet. Trotz der Behandlung verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Giraffe, und das Tier wurde eingeschläfert. Bei der Sektion wurden neoplastische Invasion und Zerstörung des unterliegenden Scheitelbeins, der angrenzenden Hornbasis und Nebenhöhlen, sowie Metastasen in der Lunge und in den Lnn. tracheobronchales und mandibulares vorgefunden. Bei der histologischen Untersuchung bestand der Tumor aus Paketen von anaplastischen Rundzellen. Immunohistochemische Untersuchungen identifizierten den Tumor als ein embryonales Rhabdomyosarkom. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung eines Rhabdomyosarkom bei einer Giraffe dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 721-724, 2010.

 

Titel: Sonographische Diagnose valvulärer Endokarditis bei einer Dunklen Tigerpython (Python molurus bivittatus) mit Pneumonie

 

Autoren: Sandra Schroff, Volker Schmidt, Dr. med. vet., Dipl. E.C.Z.M. (Avian), Ingmar Kiefer, Dr. med. vet., Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns, Prof. Dr. med. vet., Dipl. E.C.Z.M. (Avian) und Michael Pees, Dr. med. vet., Dipl. E.C.Z.M. (Avian & Herp.)

 

Klinik für Vögel und Reptilien, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 17, 04103 Leipzig, Deutschland (Schroff, Schmidt, Krautwald-Junghanns, Pees); Klinik für Kleintiere, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 23, 04103 Leipzig, Deutschland (Kiefer). Korrespondenz bitte an Ms. Schroff (schroff@vogelklinik.uni-leipzig.de).

 

Zusammenfassung: Eine 11 Jahre alte Dunkle Tigerpython (Python molurus bivittatus) wurde mit einer Vorgeschichte von Atembeschwerden vorgestellt. Computertomographie und eine endoskopsiche Untersuchung der linken Lunge wurden durchgeführt und zeigten hochgradige Pneumonie. Mikrobiologische Untersuchung einer Trachealspülung und einer durch Endoskopie erlangten Lungenbiopsie bestätigten die Infektion mit Salmonella enterica ssp. IV, Enterobacter cloacae und Klebsiella pneumoniae. Computertomographie zeigte eine hyperattenuierte Struktur innerhalb des Herzens. Echokardiographie zeigte ein hyperechogenes Gewächs an der Pulmonalklappe sowie einen dilatierten Truncus pulmonalis. Die angewandte Therapie für die Pneumonie war nicht wirksam, und die Schlange wurde eingeschläfert. Bei der Sektion wurde eine Pneumonie bestätigt sowie eine infektöse Endokarditis der Pulmonalklappe, die durch Septikämie durch Salmonella enterica ssp. IV verursacht wurde. Darüber hinaus wurde fokale Arteriosklerose des Truncus pulmonalis diagnostiziert. Dieser Fall stellt eine mögliche Verbindung zwischen Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems bei Schlangen dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 725-728, 2010.

 

Titel: Neosporose bei einem abortierten Fötus von einem Südlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum)

 

Autoren: Cheryl Sangster, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Benn Bryant, B.V.Sc., M.V.S., Michelle Campbell-Ward, B.V.Sc., D. Zoo. Med., (Mammalian), Jessica S. King, B.An.Vet.Bio.Sc. und Jan Šlapeta, M.V.Dr., Ph.D.

 

Taronga Zoo, P.O. Box 20, Bradleys Head Road, Mosman, New South Wales 2088, Australien (Sangster); Taronga Western Plains Zoo, P.O. Box 831, Obley Road, Dubbo, New South Wales 2830, Australien (Bryant, Campbell-Ward); Faculty of Veterinary Science, McMaster Building (B14), University of Sydney, New South Wales 2006, Australien (King, Šlapeta). Korresondenz bitte an Dr. Sangster (csangster@zoo.nsw.gov.au).

 

Zusammenfassung: Der Abort eines 7 Monate alten männlichen Fötus wurde Dezember 2008 bei einem Südlichen Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum) beobachtet. Färbung der Gewebe des Fötus mit Hämatoxylin und Eosin zeigte fokale Nekrose des Leberparenchyms, die mit niedrigen Zahlen von Lymphozyten, Plasmazellen und Neutrophilen assoziiert war. Protozoiten wurden in den veränderten Stellen der Leber sowie im Kleinhirn vorgefunden. Weitere Untersuchungen mit Immunhistochemie, Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und DNA-Sequenzierung identifizierte den Erreger als Neospora caninum. Eine Mikrosatellitenanalyse mit einem MS10-Marker zeigte eine eindeutige wiederholende trinukletoide Folge (ACT)6 (AGA)19 (TGA)8, die sich von den bisher untersuchten N. caninum unterschied. Dieser Fall stellt die erste Beschreibung eines mit Neospora caninum-assoziierten Aborts bei einer Nashornart und die erste Beschreibung einer mit PCR-bestätigten Neospora caninum-Infektion bei einem Nashorn dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 729-731, 2010.

 

Titel: Hautmelanom bei einem Atlantischen Ammenhai (Ginglymostoma cirratum)

 

Autoren: Jennifer A. Waldoch, D.V.M., Sandy S. Burke, D.V.M., Jan C. Ramer, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Michael M. Garner, D.V.M., Dipl. A.C.V.P.

 

Indianapolis Zoo, 1200 West Washington Street, Indianapolis, Indiana 46222, USA (Waldoch, Ramer); Texas A&M University, College of Veterinary Medicine, Suite 101–VMA, College Station, Texas 77843-4461, USA (Burke); Northwest ZooPath, 654 West Main, Monroe, Washington 98272, USA (Garner). Aktuelle Adresse (Waldoch): Omaha's Henry Doorly Zoo, 3701 South 10th Street, Omaha, Nebraska 68107, USA; (Burke): 100 Oxford Court, Austin, Texas 78737, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Waldoch (jenniferw@omahazoo.com).

 

Zusammenfassung: Ein weiblicher Atlantischer Ammenhai (Ginglymostoma cirratum), der circa 27 Jahre alt war, zeigte seit 5,5 Jahren eine 6 cm große, schwarze, von der Oberfläche hervorragende, knotenförmige Hautveränderung auf der rechten Seite des proximalen Schwanzes. Die Veränderung wurde mit einer Hautbiopsie als ein langsam wachsendes Melanom ohne Gefäßinvasion diagnostiziert. Der Ammenhai wurde wegen einer systemischen Erkrankung circa 4,5 Monate nach der Diagnose des Hautmelanoms eingeschläfert. Bei der histopathologischen Untersuchung der Haut und Gewebe konnten Metastasen nicht nachgewiesen werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 732-734, 2010.

 

Titel: Erfolg eines präventivmedizinischen Programms: Entfernung eines Thymoms bei einem  Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis)

 

Autoren: Geoffrey W. Pye, B.V.Sc., M.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Amanda White, D.V.M., M.P.V.M., P. K. Robbins, M.R.C.V.S., Rachel E. Burns, D.V.M., Dipl. A.C.V.P. und Bruce A. Rideout, D.V.M, Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

San Diego Zoo, 1354 Old Globe Way, San Diego, California 92101, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Pye (gpye@sandiegozoo.org).

 

Zusammenfassung: Während einer Routine-Untersuchung bei einem 13 Jahre alten, nicht kastrierten, weiblichen  Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis) wurde ein Gewächs im kranialen Thorax mit Röntgenaufnahmen festgestellt. Zytologische Untersuchung einer Nadelaspiration mit Ultraschall deutete auf die Diagnose eines Thymoms hin. Das Gewächs wurde chirurgisch entfernt, und die Diagnose wurde histopathologisch bestätigt. Bei einer nachfolgenden Untersuchung 6 Monate nach der Operation konnten Anzeichen von Rezidiven nicht gefunden werden. Dieser Fall betont die Wichtigkeit eines ausführlichen präventivmedizinischen Programms, das in diesem Fall zur frühen Diagnose und erfolgreichen Entfernung eines subklinischen Thymoms führte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 735-738, 2010.

 

Titel: Erfolgreiche Behandlung einer kongenitalen Stenose der Pulmonalklappe bei einem Schneeleoparden (Uncia  uncia) mit perkutaner Ballon-Valvuloplastie

 

Autoren: Norin Chai, D.V.M., M.Sc., M.Sc.V., Ph.D., Luc Behr, D.V.M., Ph.D., Valérie Chetboul, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.I.M. (Cardiology), Jean Louis Pouchelon, D.V.M., Ph.D., Rudy Wedlarski, D.V.M., Emilie Tréhiou-Sechi, D.V.M., Vassiliki Gouni, D.V.M., Charlotte Misbach, D.V.M., Amandine M. P. Petit, D.V.M., Aude Bourgeois, D.V.M., Thierry Hazan, D.V.M. und Nicolas Borenstein, D.V.M., Ph.D.

 

Muséum national d'Histoire naturelle, Department Jardins Zoologiques et Botaniques, Ménagerie du Jardin des Plantes, 57 rue Cuvier 75005 Paris, Frankreich (Chai, Wedlarski, Bourgeois); IMM Recherche, Institut Mutualiste Montsouris–42 Bd Jourdan 75014 Paris, Frankreich (Behr, Borenstein); UP Médecine–Unité de Cardiologie d'Alfort, UMR INSERM-ENVA U955 (Cardiologie), Ecole Nationale Vétérinaire d'Alfort, 7 avenue du Général de Gaulle 94704 Maisons-Alfort cedex Frankreich (Chetboul, Pouchelon, Tréhiou-Sechi, Gouni, Misbach, Petit); Véto34–Clinique vétérinaire, 17 Bd d'Alsace Lorraine–N34 94170 Le Perreux sur Marne, Frankreich (Hazan). Korrespondenz bitte an Dr. Chai (chai@mnhn.fr).

 

Zusammenfassung: Ein 3 Jahre alter weiblicher Schneeleopard (Uncia  uncia) wurde wegen zunehmender Apathie und Anorexie untersucht. Herzauskultation ergab ein Grad IV/VI systolisches Ejektionsherzgeräusch über die linke Herzbasis, und ein Echokardiogramm bestätigte eine hochgradige pulmonale Klappenstenose (Druckgradient 98 mm Hg). Die Herzveränderung wurde mit Ballonvalvuloplastie behandelt, wonach der Druckgradient erheblich reduziert wurde (30 mm Hg). Der Leopard erholte sich nach der Operation, und die klinischen Symptome verschwanden. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung eines pulmonalen Klappenstenose und deren Behandlung mit Ballonvalvuloplastie bei einer exotischen Katzenart dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 739-741, 2010.

 

Titel: Die Verwendung von intermittierender Überdruckbeatmung zur Differenzierung zwischen Pneumonie und Atelektase bei einem narkotisierten Kleinen Panda (Ailurus fulgens)

 

Autoren: Kristen Phair, D.V.M., Gary West, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und David Biller, D.V.M., Dipl. A.C.V.R.

 

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine Teaching Hospital, Kansas State University, 1800 Denison Avenue, Manhattan, Kansas 66506, USA (Phair, West, Biller). Korrespondenz bitte an Dr. Phair (kaphair@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Radiographie ist ein wertvolles Mittel zur Beurteilung von Lungenerkrankungen. Wenn Röntgenaufnahmen nicht eindeutig sind, kann die Anwendung von positiver Druckbeatmung zwischen narkose-induzierter Atelektase und einer echten Lungenerkrankung unterscheiden. Positive Druckbeatmung kann zur Feststellung oder zum Ausschluss einer Lungenerkrankung verwendet werden und ist bei der Behandlung von Zoo- und Wildtieren von besonderer klinischer Bedeutung, weil die Mehrheit dieser Patienten Vollnarkose zur sicheren und zügigen Durchführung der klinischen Untersuchung und diagnostischen Tests, wie Röntgenaufnahmen, benötigt. Dieser Fall beschreibt ein Beispiel der Diagnose einer Lungenerkrankung bei einem Kleinen Panda (Ailurus fulgens) und zeigt, wie positive Druckbeatmung sowohl zur Bestätigung einer pulmonalen Erkrankung sowie zur Demonstrierung ihres Rückganges beitrug. Narkotisierte Tiere unter Gasnarkose können schnell atelektatisch werden. Durch die Verwendung von positiver Druckbeatmung kann narkose-induzierte Atelektase von einer echten Lungenerkrankung leicht unterschieden werden. Dieser Methode sollte bei der Durchführung von Thoraxaufnahmen bei Zootieren nicht übersehen werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 742-744, 2010.

 

Titel: Doppelte Klappeninsuffizienz bei einer Dunklen Tigerpython (Python molurus bivittatus, Linnaeus, 1758) mit gleichzeitiger bakterieller Pneumonie

 

Autoren: Lionel Schilliger, D.V.M., Dipl. E.C.Z.M. (Herpetologie), Emilie Tréhiou-Sechi, D.V.M., Amandine M. P. Petit, D.V.M., Charlotte Misbach, D.V.M. und Valérie Chetboul, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.I.M. (Kardiologie)

 

Veterinary Clinic of Auteuil Village, 35 rue Leconte de Lisle, 75016 Paris, Frankreich (Schilliger); Cardiology Unit of Alfort, National Veterinary School of Maisons-Alfort, 7 av. du Général de Gaulle, 94700 Maisons-Alfort, Frankreich (Tréhiou, Petit, Misbach, Chetboul). Korrespondenz bitte an Dr. Schilliger (Dr.L.Schilliger@clinvet-auteuil.com).

 

Zusammenfassung: Ultraschall sowie, in geringerem Ausmaß, Echokardiographie sind etablierte, nicht invasive und schmerzlose diagnostische Mittel zur medizinischen Versorgung von Reptilien. Mehrere Herzerkrankungen wurden bisher bei Reptilien beschrieben, obwohl Klappenveränderungen selten dokumentiert werden, und infolgedessen unzureichend erforscht sind. Klappeninsuffizienz der sinoatrialen und atrioventrikulären Klappen wurde bei einer 5 Jahre alten, in menschlicher Obhut gehaltenen Dunklen Tigerpython (Python molurus bivittatus) mit Dyspnoe mit Echokardiographie und Doppler-Untersuchung diagnostiziert. Dieser Fall beschreibt zum ersten Mal die Doppler-Untersuchung zur Diagnose von Klappeninsuffizienz bei einer Reptilienart.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 41(4): 745-748, 2010.

 

Titel: Plattenepithelkarzinom mit Gefäßinvasion bei einer Diamantklapperschlange (Crotalus adamanteus)

 

Autoren: Eric T. Anderson, D.V.M., Suzanne Kennedy-Stoskopf, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M., Jeanine R. Sandy, B.V.Sc (Hons), Ph.D., Brian Dorn, B.S., Trent Boyette, A.A., A.A.S. und Craig A. Harms, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.Z.M.

 

Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Anderson, Kennedy-Stoskopf, Harms); Center for Marine Sciences and Technology, 303 College Circle, Morehead City, North Carolina 28557, USA (Anderson, Harms); Department of Population Health and Pathobiology, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Sandy); North Carolina Aquarium at Pine Knoll Shores, Pine Knoll Shores, North Carolina 28512, USA (Dorn, Boyette). Korrespondenz bitte an Dr. Harms (craig_harms@ncsu.edu).

 

Zusammenfassung: Plattenepithelkarzinome kommen  bei domestizierten und wilden Tieren häufig vor und wurden bereits bei mehreren Reptilienarten dokumentiert, obwohl Berichte über Gefäßinvasion und Metastasierung bei Schlangen fehlen. Dieser Bericht beschreibt einen Fall von einem Plattenepithelkarzinom bei einer ausgewachsenen, männlichen Diamantklapperschlange (Crotalus adamanteus). Invasion in zahlreiche kleine bis mittelgroße Gefäße wurde festgestellt und deutete auf Metastasierung. Die Schwanzveränderung wurde zuerst als Abszessierung eingeschätzt , später jedoch als Plattenepithelkarzinom am Ansatz der Klapper diagnostiziert.

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