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jzwm_germanabstract_v42n1_2011

ZOO AND WILDLIFE MEDICINE 42(1) ZUSAMMENFASSUNGEN

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 1-11, 2011.

 

Titel: Physiologische Untersuchung beim Fang und bei der Narkose mit Medetomidin-Zolazepam-Tiletamin bei Braunbären (Ursus arctos)

 

Autoren: Åsa Fahlman, D.V.M., Vet. Med. Lic., Ph.D., Dipl. E.C.Z.M., Jon M. Arnemo, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.Z.M., Jon E. Swenson, Ph.D., Dr. habil., John Pringle, D.V.M., D.V.Sc., Ph.D., Dipl. A.C.V.I.M., Dipl. E.C.E.I.M., Sven Brunberg und Görel Nyman, D.V.M., Ph.D., Dipl. E.C.V.A.A.

 

Department of Clinical Sciences, Faculty of Veterinary Medicine and Animal Science, Swedish University of Agricultural Sciences, P.O. Box 7054, SE-750 07 Uppsala, Schweden (Fahlman, Pringle); Department of Pathology and Wildlife Diseases, National Veterinary Institute, SE-751 89 Uppsala, Schweden (Fahlman); Faculty of Forestry and Wildlife Management, Hedmark University College, NO-2480 Koppang, Norwegen (Arnemo); Department of Wildlife, Fish and Environmental Studies, Faculty of Forest Sciences, Swedish University of Agricultural Sciences, SE-901 83 Umeå , Schweden (Arnemo); Department of Ecology and Natural Resource Management, Norwegian University of Life Sciences, NO-1432 Å s, Norwegen (Swenson); Norwegian Institute for Nature Research, NO-7485 Trondheim, Norwegen (Swenson); Scandinavian Brown Bear Research Project, Tackåsen, SE-794 98 Orsa, Schweden (Brunberg); Department of Environment and Health, Faculty of Veterinary Medicine and Animal Science, Swedish University of Agricultural Sciences, P.O. Box 234, SE-532 23 Skara, Schweden (Nyman). Korrespondenz bitte an Dr. Fahlman (asa_fahlman@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Physiologische Parameter wurden während der Narkose mit Medetomidin-Zolazepam-Tiletamin bei 52 wildlebenden Braunbären (Ursus arctos) untersucht, die aus einem Hubschrauber mit Blasrohr immobilisiert wurden, sowie bei 6 Braunbären, die in einem Zoo mit einem Blasrohr narkotisiert wurden. Während der Narkose wurden rektale Temperatur, Atemfrequenz, Herzfrequenz und mit Pulsoximetrie berechnete Hämoglobin-Sauerstoffsättigung gemessen. Arterielle Blutproben wurden gesammelt, und der Lungengasaustausch, Säure-Base-Haushalt und ausgewählte hämatologische und biochemische Blutwerte wurden untersucht. Am Ende der Narkose wurde Atipamezol intramuskulär mit der fünffachen Medetomidindosis verabreicht. Hyperthermie durch den Fang der Tiere und Laktatazidose wurden bei den wildlebenden Bären festgestellt. Hypoxämie wurde sowohl bei den wildlebenden als auch bei den im Zoo gehaltenen Bären während der Narkose festgestellt. Bei den wildlebenden Bären fielen rektale Temperatur, Herzfrequenz, Laktat, Hämatokrit und Hämoglobin während der Narkose signifikant, wobei Partialdruck des arteriellen Kohlendioxids, pH, Kalium und Glukose stiegen. Jährlinge zeigten signifikant höhere Herzfrequenzen, pH-, Basenüberschuß-, Bikarbonat- und Glukosewerte und signifikant niedrigere rektale Temperatur, Natrium-, Hämatokrit- und Hämoglobinwerte im Vergleich mit subadulten und ausgewachsenen Braunbären. In dieser Studie wurden Veränderungen des Lungengasaustausches und des Säure-Base-Haushalts bei Braunbären während der Narkose mit Medetomidin-Zolazepam-Tiletamin mit den hier beschriebenen Dosen und Methoden festgestellt. Zusätzliche Sauerstoffdarreichung wird zur Vorbeugung der Hypoxämie während der Narkose empfohlen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 12-17, 2011.

 

Titel: Kardiorespiratorische Auswirkungen der Narkose mit Isofluran beim Schopfkarakara (Caracara plancus)

 

Autoren: André Escobar, D.V.M., Ph.D., Sc.M., Roberto Thiesen, D.V.M., Ph.D., Sc.M., Sérgio N. Vitaliano, D.V.M., M.Sc., Emílio A. Belmonte, D.V.M., M.Sc., Karin Werther, D.V.M., Ph.D. und Carlos A. A. Valadão, D.V.M., Ph.D.

 

Department of Veterinary Clinics and Surgery (Escobar, Thiesen, Belmonte, Valadão) und Veterinary Pathology (Vitaliano, Werther), Faculdade de Ciências Agrárias e Veterinárias, São Paulo State University, Via de acesso. Professor Paulo Donato Castelane, s/n, Jaboticabal, SP, 14884-900 Brasilien. Korrespondenz bitte an Dr. Escobar (aescobarvet@yahoo.com.br).

 

Zusammenfassung: Um die kardiorespiratorischen Veränderungen verursacht von der Narkose mit Isofluran (ISO) beim Schopfkarakara (Caracara plancus) zu untersuchen, wurden acht Vögel mit einem Körpergewicht von durchschnittlich 1,0 kg (Spannbreite 0,9–1,1 kg) in dieser Studie verwendet. Die Vögel wurden mit einer Gesichtsmaske  mit ISO zur Katheterisierung der A. brachialis narkotisiert. Nach der Erholung der Tiere von dieser Narkose wurden die Tiere nochmals mit ISO mit Spontanatmung narkotisiert. Elektrokardiographie, direkter systolischer arterieller Blutdruck (SAP), diastolischer arterieller Blutdruck (DAP), mittlerer arterieller Blutdruck (MAP), Atemfrequenz (RR), endexpiratorisches Kohlendioxid (PETCO2) und Kloakentemperatur (T°C) wurden vor Einleitung (Basiswerte, während der Vogel festgehalten wurde) und 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35 und 40 Minuten nach Einleitung der ISO-Narkose gemessen. Arterielle Blutproben wurden zur Blutgasanalye vor Beginn der Narkose (Basiswerte) und 10, 25 und 40 Minuten nach Einleitung der Narkose gesammelt. Herzarrhythmien wurden während der Studie nicht festgestellt. RR, SAP, DAP, MAP, T°C und pH fielen unter die Basiswerte, wobei arterieller Partialdruck des Sauerstoffs und Kohlendioxids, Bikarbonatkonzentration und PETCO2 signifikant höher als die Basiswerte waren. Apnoe wurde bei keinem Vogel festgestellt. ISO-Narkose eignete sich für gesunde Vögel dieser Tierart trotz der mittelgradigen kardiorespiratorischen Depression.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 18-28, 2011.

 

Titel: Biochemische Parameter bei wildlebenden Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) nach der Injektionsnarkose durch den Fang mit Fallen oder mit Blasrohr

 

Autoren: Jordyn M. Boesch, D.V.M., Jason R. Boulanger, Ph.D., Paul D. Curtis, Ph.D., Hollis N. Erb, D.V.M., M.S., Ph.D., John W. Ludders, D.V.M., Dipl. A.C.V.A., Marc S. Kraus, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M. und Robin D. Gleed, B.V.Sc., M.A., Dipl. A.C.V.A., Dipl. E.C.V.A.A., D.V.A., M.R.C.V.S., M.R.C.A.

 

College of Veterinary Medicine, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Boesch, Erb, Gleed, Kraus, Ludders) and the College of Agriculture and Life Sciences, Cornell University, Ithaca, New York 14853, USA (Boulanger, Curtis). Aktuelle Adresse (Boesch): College of Veterinary Medicine, University of Illinois, Urbana, Illinois 61802, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Boesch (jboesch@illinois.edu).

 

Zusammenfassung: Das Ziel dieser prospektiven Studie einer beobachteten Gruppe von wildlebenden weiblichen Weißwedelhirschen (Odocoileus virginianus) war es, die physiologischen Auswirkungen von zwei Methoden der Narkosemittelverabreichung zu untersuchen: die Handinjektion in einer Falle und die Ferninjektion mit einem Blasrohr nach der Verfolgung zu Fuß. Sechs gefangene und 14 mit Blasrohr geschossene weibliche Hirsche wurden mit einer mittleren Dosis (Mindestdosis, Höchstdosis) von 590 µg/kg Butorphanol (401, 1070 µg/kg) und 235 µg/kg Medetomidin (160, 429 µg/kg) intramuskulär narkotisiert. Die Hirsche in den Fallen kämpften, wenn man sich ihnen näherte sowie während des Festhaltens für die Injektion. Die mit Blasrohr geschossenen Hirsche rannten nach der Injektion fort. Nachdem die Tiere immobilisiert waren, wurden sie zu einer Tierklinik transportiert; dort wurde Blut abgenommen, und Narkoseparameter wurden bei der Ankunft gemessen. Diese Daten wurden von einer Untergruppe von Hirschen untersucht, die innerhalb von 40 Minuten nach dem Fang in der Falle (n ?=? 6) oder nach Blasrohrschuss (n ?=? 5) narkotisiert wurden. Nach Salpingektomie und Isofluran-Narkose wurde eine weitere Blutprobe noch unter Narkose von den 20 Hirschen entnommen. Körpergewicht und Narkosemitteldosen unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Bei der Ankunft in der Klinik waren die meisten Tiere aus beiden Gruppen hypoxämisch, obwohl die Hirsche, die mit Blasrohr narkotisiert wurden, signifikant stärker ausgeprägte Hypoxämie zeigten. Die mittlere rektale Temperatur war bei den Hirschen in den Fallen höher als bei den geschossenen Tieren; Körpertemperaturen höher als 39°C traten nur bei den Hirschen in Fallen auf. Die mittlere Herzfrequenz war bei den Hirschen in Fallen mehr als doppelt so hoch wie bei den geschossenen Hirschen. Die Hirsche in Fallen zeigten niedrigere mittlere pH- und Basenüberschusswerte; bei den Hirschen, die durch Fallen gefangen wurden, war die mittlere Laktatkonzentration im Plasma mehr als 5-fach so hoch wie bei den mit Blasrohr immobilisierten Tieren. Nach der Operation war die mittlere Konzentration von Creatinkinase im Serum fast 10-fach höher  bei den Hirschen in Fallen, und die mittlere Troponin-I-Konzentration war bei Hirschen in Fallen höher, und bei 10 der 14 geschossenen Hirsche nicht messbar. Die Weißwedelhirsche, die mit Handinjektion in Fallen immobilisiert wurden, zeigten schwerwiegendere physiologische Abweichungen als Hirsche, die mit Ferninjektion nach Verfolgung zu Fuß mit Blasrohr geschossen wurden. Diese Abweichungen könnten unter Umständen zur Herzmuskelschädigung führen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 29-32, 2011.

 

Titel: Serumuntersuchung auf ausgewählte Viruserreger bei Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum) im Krüger-Nationalpark, 2007

 

Autoren: Michele Miller, D.V.M., Ph.D., Peter Buss, B.V.Sc., M.Med.Vet., Jenny Joubert, B.Tech.(Vet), B.Sc.Hon., Nomkhosi Maseko, C.V.T., Markus Hofmeyr, B.V.Sc. und Truuske Gerdes, Ph.D.

 

Disney's Animal Programs, Department of Veterinary Services, P.O. Box 10,000, Lake Buena Vista, Florida 32830-1000, USA (Miller); Veterinary Wildlife Services, South African National Parks, Private Bag X402, Skukuza 1350, Südafrika (Buss, Joubert, Maseko, Hofmeyr); Molecular Epidemiology and Diagnostics Programme, Onderstepoort Veterinary Institute, Alexander Street, Onderstepoort, 0110 Südafrika (Gerdes). Aktuelle Adresse (Miller): Palm Beach Zoo, 1301 Summit Boulevard, West Palm Beach, Florida 33405, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Miller (mmiller@palmbeachzoo.org).

 

Zusammenfassung: Einhundert Serumproben von wildlebenden Breitmaulnashörnern (Ceratotherium simum) im Krüger-Nationalpark (KNP) während der Fangsaison 2007 wurden zur Messung von Antikörperkonzentrationen gegen verschiedene virale Vektorenkrankheiten untersucht. Die untersuchten Infektionskrankheiten wurden ausgewählt, um Ergebnisse mit einer früheren Studie im KNP bei Nashörnern 1987-1997 zu vergleichen. Positive Antikörpertiter wurden gegen die folgenden Viruskrankheiten nachgewiesen: epizootische hämorrhagische Krankheit (EHD) der Hirsche (8%), Blauzungenkrankheit (BT) (1%) und Rifttalfieber (RVF) (49%). Keine der 100 untersuchten Tiere zeigten Antikörper gegen Afrikanische Pferdepest (AHS). Diese Ergebnisse stehen in starkem Kontrast zu denen aus der Studie 1987-1997 im KNP bei Breitmaulnashörnern (AHS 60%, EHD 30%, BT 37%, RVF 0%). Die Prävalenz von Vektorenkrankheiten bei Breitmaulnashörnern in der gleichen geographischen Region scheint mit der Zeit zu variieren; dieser Befund könnte zur Untersuchung des Vorkommens von Erregern in einem Ökosystem wichtig sein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 33-39, 2011.

 

Titel: Biochemische Serumuntersuchung und Vergleich zwischen wildlebenden und in menschlicher Obhut gehaltenen Giraffen (Giraffa camelopardalis)

 

Autoren: Debra A. Schmidt, Ph.D., Robyn B. Barbiers, D.V.M., Mark R. Ellersieck, Ph.D., Ray L. Ball, D.V.M., Elizabeth A. Koutsos, Ph.D., Mark E. Griffin, Ph.D., Douw Grobler, D.V.M. (equivalent), Scott B. Citino, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M. und Mitchell Bush, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

Lincoln Park Zoo, 2001 North Clark Street, Chicago, Illinois 60614, USA (Schmidt, Barbiers); University of Missouri, Experiment Station Statistics, 146 Middlebush Hall, Columbia, Missouri 65211, USA (Ellersieck); Busch Gardens, 3605 East Bougainvillea Avenue, Tampa, Florida 33612, USA (Ball); Purina Mills, LLC, P.O. Box 66812, St. Louis, Missouri 63166, USA (Koutsos, Griffin); Catchco Africa, P.O. Box 1148, Highlands North, Pretoria, South Africa (Grobler); White Oak Conservation Center, 581705 White Oak Road, Yulee, Florida 32097, USA (Citino); National Zoological Park Conservation and Research Center, 1500 Remount Road, Front Royal, Virginia 22630, USA (Bush). Aktuelle Adressen (Schmidt): Saint Louis Zoo, One Government Drive, St. Louis, Missouri 63110, USA; (Barbiers) The Anti-Cruelty Society, 157 West Grand Avenue, Chicago, Illinois 60654, USA; (Ball) Tampa's Lowry Park Zoo, 1101 West Sligh Avenue, Tampa, Florida 33604, USA; (Koutsos) Micornutrients, 1550 Research Way, Indianapolis, Indiana 46231, USA; (Griffin) Omega Protein Corporation, 2105 City West Boulevard, Suite 500, Houston, Texas 77042, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Schmidt (schmidt@stlzoo.org).

 

Zusammenfassung: Biochemische Serumuntersuchungen wurden durchgeführt und zwischen wildlebenden und in menschlicher Obhut gehaltenen Giraffen (Giraffa camelopardalis) verglichen, um ausgewählte medizinische Probleme von Giraffen in menschlicher Obhut besser verstehen zu können. Krankheiten wie perakute Mortalität, Störung des Energiehaushalts (Fehlernährung), Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Urolithiase, Klauenerkrankungen und schwerwiegender Darmparasitenbefall könnten mit den Ernährungs- und Haltungsbedingungen in Zoos im Zusammenhang stehen. Serumproben wurden von 20 Giraffen in 10 US-Einrichtungen gesammelt. 13 der Proben von Zootieren wurden von Giraffen gesammelt, die für die freiwillige Probenentnahme ausgebildet wurden und sieben waren eingefrorene Proben von früheren Serumuntersuchungen. Diese Proben wurden mit Serum von 24 wildlebenden Giraffen in Südafrika verglichen. Die Unterschiede zwischen wildlebenden und in Zoos lebenden Tieren sowie zwischen Geschlecht und Alter (Adult oder Subadult) wurden mit einem 2 x 2 x 2 faktoriellen Design und einem Fisher-Test mit Bestimmung des Signifikanzniveaus für mittlere Trennung analysiert; wenn nötig wurde den Variablen ein Rangplatz zugewiesen und mit Varianzanalyse untersucht. Kalium- und Bilirubinkonzentrationen sowie Alaninaminotransferase (ALT)-Aktivitäten unterschieden sich zwischen wildlebenden und in menschlicher Obhut gehaltenen Giraffen, obwohl alle Werte innerhalb des Referenzbereichs beim Rind lagen. Die durchschnittliche Glukosekonzentration war bei den wildlebenden Giraffen signifikant erhöht (161 mg/dl) im Vergleich zu den Werten von in Zoos gehaltenen Giraffen (113 mg/dl). Alle Giraffen in dieser Studie hatten Glukosekonzentrationen, die oberhalb des Referenzbereichs beim Rind (42–75 mg/dl) und bei der Ziege (48–76 mg/dl) lagen. Unterschiede wurden ebenso für Lipase, Chlorid und Magnesium festgestellt; diese Befunde sind wahrscheinlich nicht klinisch signifikant. Unterschiede zwischen den Geschlechtern wurden nicht festgestellt. Ausgewachsene Tiere zeigten höhere Konzentrationen für Kalium, Gesamtprotein, Globuline und Chlorid sowie höhere Gamma-Glutamyltransferase-Aktivität, wobei Subadulte höhere Phosphorkonzentrationen zeigten. Bei den in Zoos gehaltenen Giraffen zeigten die nicht narkotisierten Tiere höhere Gesamtprotein- und Globulinkonzentrationen. Die Fütterung von Giraffen in menschlicher Obhut sollte weiter untersucht werden, um zu bestimmen, ob die hier festgestellten Unterschiede, insbesondere die für Glukose- und Bilirubinkonzentrationen und ALT-Aktivitäten, zu den oft beobachteten gesundheitlichen Problemen bei Giraffen in menschlicher Obhut führen könnten.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 40-43, 2011.

 

Titel: Zahnwurzelresorption beim Schabrackentapir (Tapirus indicus)

 

Autoren: Mari-Ann O. Da Silva, B.Sc., D.V.M., Hanne E. Kortegaard, D.V.M., Ph.D., Siew Shean Choong, D.V.M., M.V.Sc., Jens Arnbjerg, D.V.M., Dipl. E.C.V.D.I. und Mads F. Bertelsen, D.V.M., D.V.Sc., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. E.C.Z.M. (Herp)

 

Center for Zoo and Wild Animal Health, Copenhagen Zoo, DK-2000 Frederiksberg, Dänemark (Da Silva, Bertelsen); Department of Small Animal Clinical Sciences, Faculty of Life Sciences, Copenhagen University, DK-1870 Frederiksberg C, Dänemark (Da Silva, Kortegaard, Arnbjerg); Department of Wildlife and National Parks, KM 10, Jalan Cheras, Kuala Lumpur, Wilayah Persekutuan, Malaysia (Choong). Korrespondenz bitte an Dr. Bertelsen (mfb@zoo.dk).

 

Zusammenfassung: Abszessbildung und Osteomyelitis durch Zahnerkrankungen verursacht werden beim Schabrackentapir (Tapirus indicus) oft beobachtet, obwohl wenig über das Vorkommen oder die Ursachen dieser Erkrankung bekannt ist. Um die Prävalenz solcher Veränderungen zu bestimmen, wurden 56 Schädel und Unterkiefer von verstorbenen Schabrackentapiren analysiert und röntgenologisch untersucht. Zahnveränderungen wurden nach Schweregrad eingestuft, und Einzeltiere wurden nach Alter (Jungtier/Subadult/Adult) und Herkunft (in menschlicher Obhut gehalten/wildlebenend) eingeteilt. Zahnwurzelresorption wurde bei allen Zahnveränderungen beobachtet und entstanden am Übergang zwischen Zahnzement- und –schmelzschichten und breitete sich zur Mitte des Zahns aus. Insgesamt zeigten 27 % der untersuchten Schädel radiotransparente Zahnveränderungen. Die Prävalenz bei den in menschlicher Obhut lebenden Tapiren betrug 52% (13/25), und nur 6% (2/31) der wildlebenden Tiere zeigten Veränderungen. Die zweiten, dritten und vierten Prämolaren sowie der erste Molarzahn waren am häufigsten betroffen, und die mandibulären Zähne waren häufiger verändert als die maxillären Zähne. Diese Studie zeigt sowohl ein hohes Vorkommen von Zahnresorption bei Schabrackentapiren in menschlicher Obhut, als auch, dass Alter und die Haltung in menschlicher Obhut signifikante Risikofaktoren bei der Entwicklung dieser Erkrankung zu sein scheinen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 44-48, 2011.

 

Titel: Serologische Studie von Viruserkrankungen bei Huftieren in türkischen zoologischen Gärten

 

Autoren: Kadir Ye?ilba?, D.V.M., Ph.D., Gizem Alpay, D.V.M. und Hatice Karakuzulu, D.V.M., Ph.D.

 

Uluda? University Faculty of Veterinary Medicine Department of Virology, TR-16059, Bursa-Türkei (Ye?ilba?, Alpay), und Bursa Zoo, TR-16195, Bursa-Türkei (Karakuzulu). Korrespondenz bitte an Dr. Ye?ilba? (kyesilbag@uludag.edu.tr).

 

Zusammenfassung: Zoologische Gärten stellen die optimale Umgebung zur Übertragung von Viruserkrankungen zwischen Tierarten dar. In der Türkei gibt es sieben zoologische Gärten und zahlreiche kleine zoologische Sammlungen. Das Ziel dieser Studie war es, die Viruserkrankungen der gehaltenen Huftiere in zoologischen Einrichtungen zu untersuchen. Blutproben wurden von 163 Zootieren aus zwei Einrichtungen entnommen, darunter 39 Kamerunschafe (Ovis ammon f. aries), 11Mähnenspringer (Ammotragus lervia), 57 Zwergziegen (Capra hircus), 9 Angoraziegen (Capra hircus), 21 Wildziegen (Capra aegagrus aegagrus), 7 Lamas (Lama glama), 8 Persische Kropfgazellen (Gazella subgutturosa subgutturosa), 7 Kaukasushirsche (Cervus elaphus maral), 2 Damhirsche (Dama dama), and 2 Dromedare (Camelus dromedarius). Antikörper gegen Bovines Virusdiarrhoe-Virus (BVDV), Bovines Herpesvirus-1 (BHV-1), Bovine Adenoviren (BAV-1 und -3), Parainfluenzavirus 3 (PI-3) sowie Blauzungenkrankheitviren (BTV-4 und -9) wurden mit einem Virusneutralisationstest untersucht, und Antikörper gegen Bösartiges Katarrhalfieber (BKF) wurden mit ELISA untersucht. Keines der untersuchten Tiere zeigte Antikörper gegen BVDV und BHV-1. Die Seroprävalenz der anderen Viruserkrankungen war wie folgt: BAV-1 46,6 %; BAV-3 60,1 %; PI-3 0,6 %; BRSV 7,3 %; BT-4 1,8 %; BT-9 1,2 %; und BKF 51,6 %. Die Seroprävalenz der Bovinen Adenoviren sowie BKF war höher als für alle anderen Viruserkrankungen (P < 0,0001). Nur zehn der Schafe (37,0%), 48 der Ziegen (84,2%) und 1 Lama (14,2%) zeigten positive BKF-Antikörper. Die Prävalenz von BRSV- und BKF-Antikörpern war höher bei Ziegenarten als bei Schafarten. BTV-Antikörper wurden sowohl bei den Kamerunschafen als auch bei den Wildziegen nachgewiesen und deuten darauf hin, dass Zootiere in endemischen Regionen dem Risiko der Infektion mit der Blauzungenkrankheit ausgesetzt sind.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 49-53, 2011.

 

Titel: Kardiologische Untersuchung beim Afrikanischen Weissbauchigel (Atelerix albiventris)

 

Autoren: Peter A. Black, D.V.M., Cecilia Marshall, D.V.M., Dipl. A.C.V.I.M., Alice W. Seyfried, B.S. und Anne M. Bartin, B.A.

 

Saint Louis Zoo, One Government Drive, Saint Louis, Missouri 63110 USA (Black, Seyfried, Bartin); und Veterinary Specialty Services, 1021 Howard George Drive, Manchester, Missouri 63021 USA (Marshall).

Korrespondenz bitte an Dr. Black (black@stlzoo.org).

 

Zusammenfassung: Kardiomyopathie wird bei der Sektion von Afrikanischen Weissbauchigeln (Atelerix albiventris) häufig diagnostiziert. Bisher waren Behandlungsversuche empirisch oder nicht erfolgreich. Das Ziel dieser Studie war es, kardiologische Referenzwerte für Echokardiogramm, Elektrokardiogramm (EKG) und Röntgenaufnahmen bei Weissbauchigeln zu berechnen. Ausgewachsene Weissbauchigel ohne klinische Symptome von Herzerkrankungen (n ?=? 13) wurden für die Studie verwendet. Jeder Igel wurde mit Isofluran mit Gesichtsmaske narkotisiert, und ein Echokardiogramm, EKG und Röntgenaufnahmen wurden durchgeführt. Standardisierte Messungen wurden unternommen und deskriptive Statistik durchgeführt. Berechnete Werte waren mit den sehr limitierten Daten von anderen Igelarten und anderen exotischen Arten ähnlicher Größen vergleichbar. Zwei der Tiere wurden aus der Berechnung herausgenommen, weil sie Klappenveränderungen zeigten, die als signifikant angesehen wurden. Diese Daten stellen die ersten kardiologischen Referenzwerte bei klinisch gesunden Weissbauchigeln mit der Verwendung von Röntgenaufnahmen, Echokardiogramm und EKG dar. Die Untersuchung von Tieren auf mögliche Kardiomyopathie könnte zur Frühdiagnose und erfolgreicheren Behandlung führen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 54-64, 2011.

 

Titel: Zölomimplantierung von Satellitensendern bei der Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) und beim Borstenbrachvogel (Numenius tahitiensis) unter Verwendung von Propofol, Bupivacain und Lidocain

 

Autoren: Daniel M. Mulcahy, Ph.D, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Brett Gartrell, M.A.C.V.Sc., Ph.D., Robert E. Gill Jr, B.S., M.S., T. Lee Tibbitts, B.S., M.S. und Daniel R. Ruthrauff, B.S., M.S.

 

U.S. Geological Survey, Alaska Science Center, 4210 University Drive, Anchorage, Alaska 99508, USA (Mulcahy, Gill, Tibbitts, Ruthrauff); New Zealand Wildlife Health Center, Institute of Veterinary, Animal and Biomedical Sciences, Massey University, Private Bag 11222, Palmerston North, Neuseeland (Gartrell). Korrespondenz bitte an Dr. Mulcahy (daniel_mulcahy@usgs.gov).

 

Zusammenfassung: Intravenös verabreichtes Propofol wurde als Vollnarkose zusammen mit lokaler Infiltrationsanästhasie mit einer 2:1 (mg:mg)-Mischung von Lidocain und Bupivacain verwendet. Die Satellitensender wurden in den rechten Abdominalluftsack von 39 weiblichen und 4 männlichen Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica baueri und Limosa lapponica menzbeiri) und 11 weiblichen und 12 männlichen Borstenbrachvögeln (Numenius tahitiensis) implantiert. Die Vögel wurden in Nistgebieten in Alaska, USA und in Überwinterungsgebieten in Neuseeland und Australien von 2005 bis 2008 gefangen. Während der Entwicklung des Programmes veränderte sich jährlich das Gewicht des Senders von einem Mindestgewicht von 22,4 ± 0,2 g bis zu einem Höchstgewicht von 27,1 ± 0,2 g, und das Gewicht im letzten Jahr betrug 25,1 ± 0,2 g. Das mittlere Lastverhältnis betrug 5,2% - 7,7% für die Schnepfen und 5,7% - 7,5% für die Borstenbrachvögel und betrug mehr als 5% in allen Studienjahren, für beide Geschlechter und für alle Gebiete. Das maximale Lastverhältnis betrug 8,3% für eine weibliche Pfuhlschnepfe, der in Australien im Jahr 2008 ein Sender implantiert wurde. Drei Schnepfen und keine Borstenbrachvögel starben während der Operationen. Die meisten Vögel zeigten Hyperthermie während der Einleitung, die sich während der nachfolgenden Operation verbesserte. Zwei Pfuhlschnepfen (eine in Neuseeland und eine in Australien) konnten nach der Operation nicht stehen, vermutlich wegen Stressmyopathie. Diese Vögel sprachen nicht auf die Behandlung an und wurden eingeschläfert. Die implantierten Sender wurden verwendet, um den Pfuhlschnepfen während der südlichen und nördlichen Wanderung und den Borstenbrachvögeln während der südlichen Wanderung zu folgen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 65-68, 2011.

 

Titel: Impfung von Lamas (Llama glama) mit einem experimentellen Totimpfstoff gegen Encephalomyokarditis-Virus

 

Autoren: Jennifer J. Kilburn, D.V.M., David P. Murphy, D.V.M., Mark Titus, D.V.M., Mark E. Payton, Ph.D. und Kay A. Backues, D.V.M, Dipl. A.C.Z.M

 

Tulsa Zoo & Living Museum, 5701 East 36th St. North, Tulsa, Oklahoma 74115, USA (Kilburn, Backues); Lowry Park Zoo, 1101 West Sligh Avenue, Tampa, Florida 33604, USA (Murphy); Newport Laboratories, 1520 Prairie Drive, Worthington, Minnesota 56187, USA (Titus); and the Department of Statistics, Oklahoma State University, Stillwater, Oklahoma 74078, USA (Payton). Aktuelle Adresse: (Kilburn) The Maryland Zoo in Baltimore, 1876 Mansion House Drive, Baltimore, Maryland 21217, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Kilburn (jkilburnvet@hotmail.com).

 

Zusammenfassung: Encephalomyokarditis-Virus (EMCV) ist ein pandemisches Virus, das Mortalität weltweit bei zahlreichen Wildtierarten in menschlicher Obhut verursacht. Ein experimenteller Totimpfstoff wurde aus zwei EMCV-Isolaten hergestellt, die mit Todesfällen bei Zootieren im Süden der USA assoziiert waren. Der Impfstoff wurde auf Sicherheit und Wirksamkeit bei elf Llamas (Llama glama) überprüft. Die Tiere wurden geimpft, und 4 Wochen später wurde ein Booster verabreicht. Antikörper im Serum wurden zur Zeit der ersten Impfung und nach 4 und 8 Wochen, sowie nach 6 und 12 Wochen gemessen. Acht der 11 geimpften Llamas hatten eine mindestens vierfache Erhöhung der Antikörpertiter gegen EMCV. Antikörpertiter dieser acht Tiere blieben 12 Monate lang über den ursprünglichen Konzentrationen vor der Impfung. Der experimentelle Totimpfstoff gegen EMCV könnte zur Verhinderung einer EMCV-Infektion bei Llamas mit 2 Impfungen alle 4 Wochen verwendet werden, und die Tiere sollten danach jährlich geimpft, oder Antikörpertiter sollten jährlich überwacht werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 69-74, 2011.

 

Titel: Überlebensdauer und morphologische Veränderungen der entodiniomorphiden Ziliate Troglodytella abrassarti im Kot von Schimpansen

 

Autoren: Ilona Profousová, Ing., Klára J. Petrželková, Mgr., Ph.D., Kate?ina Pomajbíková, MVDr. und David Modrý, MVDr., Ph.D.

 

Department of Parasitology, University of Veterinary and Pharmaceutical Sciences, Palackeho 1-3, 612 42 Brno, Tshechische Republik (Profousová, Pomajbíková, Modrý); Institute of Vertebrate Biology, Academy of Sciences of the Czech Republic, Kv?tná 8, 603 65 Brno, Tschechische Republik; (Profousová, Petrželková); Liberec Zoo, Masarykova 1347/31, 460 01 Liberec, Tschechische Republik (Petrželková); Biology Centre, Institute of Parasitology, Academy of Sciences of the Czech Republic, Branišovská 31, 370 05 ?eské Bud?jovice, Tschechische Republik (Modrý). Korrespondenz bitte an Ms. Profousová (email: profousova@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Entodiniomorphide Ziliate kommen im Dickdarm von Afrikanischen Menschenaffen in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut vor. Diese Einzeller produzieren keine Zysten und werden deshalb leichter abgebaut. Diese Studie untersucht die Überlebensdauer, quantitative Beschreibung und Abbauprozesse von Troglodytella abrassarti Trophozoiten im Kot von Schimpansen in menschlicher Obhut. Kotproben wurden mit Frischpräparaten und mit der Merthiolat-Jod-Formaldehyd-Konzentrationsmethode untersucht, und die Anzahl der Ziliaten wurden pro Gramm festgestellt. Die Ziliatenzahl unterschied sich nicht, wenn drei verschiedene Zählungen von jeder Kotprobe durchgeführt wurden. Trophozoiten von T. abrassarti überlebten 5-15 Stunden nach Absetzen des Kots wenn die Proben bei 25°C bei aerobischen Bedingungen aufbewahrt wurden. Abbau der Trophozoiten begann sofort nach Absetzen des Kots; die meisten Trophozoiten hatten eine kompakte Form und sichtbare Zilien. Trophozoiten, die keine Zilien zeigten, wurden 55-65 Stunden nach Absetzen des Kots festgestellt, obwohl die meisten Trophozoiten fragmentiert waren.  Die Gesamtzahl der Ziliaten in den Proben begann 35-55 Stunden nach Absetzen zu fallen. Das Fehlen von entodiniomorphiden Ziliaten in den Kotproben war nicht durch verzögerte Fixierung des Kots verursacht; es war stattdessen durch niedrige Sensitivität der koproskopischen Methoden verursacht. Auf Grund der rapiden morphologischen Veränderungen der Trophozoiten war die genaue Identifizierung der Ziliate in den älteren Proben schwierig oder sogar unmöglich.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 75-87, 2011.

 

Titel: Narkose von wildlebenden Kattas (Lemur catta) mit Tiletamin-Zolazepam, Medetomidin und Butorphanol

 

Autoren: R. Scott Larsen, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.Z.M., Anneke Moresco, D.V.M., Ph.D., Michelle L. Sauther, M.A., Ph.D. und Frank P. Cuozzo, M.A., Ph.D.

 

Wildlife Health Center and Department of Medicine & Epidemiology (Larsen) and the Department of Pathology, Microbiology, and Immunology (Moresco), School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, California 95616, USA; the Department of Anthropology, University of Colorado, Boulder, Colorado 80309, USA (Sauther); Department of Anthropology, University of North Dakota, Grand Forks, North Dakota 58202, USA (Cuozzo). Aktuelle Adresse (Moresco): Lindsay Wildlife Museum, 1931 First Avenue, Walnut Creek, California 94597, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Larsen (slarsen@ucdavis.edu)

 

Zusammenfassung: Telazol® wird zur Narkose von wildlebenden Lemurenarten oft verwendet, darunter auch für die Narkose von Kattas (Lemur catta). Die alleinige Verwendung von Telazol bietet eine gute Einleitung, obwohl die Muskelentspannung und Sedierung zur Messung von konsistenten somatischen Werten und hochwertigen Zahnabdrücken nicht ausreichend sind. Individuell unterschiedliche Einleitungen werden mit ähnlichen Dosen beobachtet, und junge Lemuren scheinen höhere Dosen als ausgewachsene Tiere zu benötigen. Diese Studie untersuchte die Einleitung mit Telazol bei jungen (2,0 – 4,9 Jahre) und ausgewachsenen (≥5,0 Jahre) Kattas, und verglich den Zusatz von Medetomidin oder Medetomidin-Butorphanol nach der Einleitung. 48 Kattas wurden mit Telazol mit Blasrohr narkotisiert. 20 Minuten danach wurde entweder Medetomidin (0,04 mg/kg) oder Medetomidin–Butorphanol (0,04 mg/kg und 0,2 mg/kg) mit Handinjektion verabreicht. Das Quotenverhältnis für junge Kattas, die mehr als eine Blasrohrinjektion benötigten im Vergleich zu ausgewachsenen Kattas, betrug 3,8, obwohl die erste Telazoldose bei den jungen Kattas (19 ± 7 mg/kg) signifikant höher war als die Dosis bei den ausgewachsenen Tieren (12 ± 5 mg/kg). Die Gesamtdosis von Telazol unterschied sich erheblich zwischen den Jungtieren (33 ± 15 mg/kg) und Adulten (18 ± 9 mg/kg). Sowohl Medetomidin als auch Medetomidin-Butorphanol boten gute Muskelentspannung und ausreichende Sedierung für alle Untersuchungen. Physiologische Werte waren bei beiden Narkoseprotokollen ähnlich. Sauerstoffsättigung durch Pulsoximetrie war allgemein gut, obwohl einige SaO2-Werte <90% waren. Erholungsphasen waren unauffällig aber lang. Die Zeit, bis der Kopf gehoben wurde, korrelierte mit der Gesamtdosis von Telazol bei ausgewachsenen Tieren. Bei Jungtieren korrelierte die Zeit, bis das Tier stand, mit der Einleitungsdosis von Telazol sowie mit der Zeit seit der letzten Telazol-Verabreichung. Kattas, die Handinjektionen von Telazol verabreicht bekamen, zeigten längere Erholungsphasen. Weitere Optimierung der Narkoseprotokolle sind zur verbesserten Zuverlässigkeit der Einleitung und zur Verkürzung der Erholungsphasen, insbesonders bei jungen Kattas, notwendig.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 88-97, 2011.

 

Titel: Vergiftung oder Kontakt mit gerinnungshemmenden Rodentiziden bei vier Greifvogelarten in einer Wildtierklinik in Massachusetts, 2006-2010

 

Autoren: Maureen Murray, D.V.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian)

 

Wildlife Clinic, Tufts Cummings School of Veterinary Medicine, 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Murray (maureen.murray@ tufts.edu).

 

Zusammenfassung: Mortalität bei Greifvögeln durch Intoxikation mit gerinnungshemmenden Rodentiziden sind in vielen Ländern dokumentiert. Berichte über das Ausmaß des Kontakts mit diesen Giftstoffen in den Vereinigten Staaten sind begrenzt. Diese Studie untersucht den Kontakt und Intoxikation mit Rodentiziden bei vier Greifvogelarten (Rotschwanzbussard [Buteo jamaicensis], Streifenkauz [Strix varia], Östliche Kreischeule [Megascops asio] und Virginia-Uhu [Bubo virginianus]), die in einer Wildtierklinik in Massachusetts vorgestellt wurden. Die Ziele dieser Studie waren folgende: 1) der Anteil der vorgestellten Tiere dieser vier Vogelarten zu berechnen, die entweder starben oder wegen schwerwiegender Verletzungen eingeschläfert wurden und messbare Konzentrationen von Antikoagulantien im Lebergewebe hatten; 2) die Antikoagulantien zu identifizieren und zu quantifizieren; 3) die klinischen und pathologischen Symptome der Intoxikation zu beschreiben; 4) potentielle sublethale Wirkungen des Rodentizids zu analysieren; und 5) Leberkonzentrationen der Antikoagulantien mit der Diagnose der Intoxikation zu assoziieren. Die Vögel in dieser Studie wurden ohne Bezug auf Symptome einer Intoxikation untersucht. Sektionen wurden durchgeführt, und Leberproben wurden auf das Vorkommen von Rodentiziden untersucht. Von insgesamt 161 untersuchten Vögel zeigten 86% Rückstände von Antikoagulantien im Lebergewebe. Das 2. Generation-Antikoagulans Brodifacoum wurde bei 99% der positiven Vögel nachgewiesen. Mortalität durch Rodentizid-Intoxikation wurde bei 6% der Vögel festgestellt. Anzeichen für sublethale Wirkungen der Antikoagulantien wurden nicht beobachtet, und ein Zusammenhang zwischen Brodifacoum-Konzentrationen und Symptomen einer Intoxikation wurde nicht vorgefunden. Wegen des hohen Anteils der Vögel, die Vorkommen von Antikoagulantien im Gewebe zeigten, insbesonders Brodifacoum, ist die weitere Untersuchung von Tieren erforderlich, während neue Verordnungen über den Verkauf und Verwendung solcher Rodentizide von der U.S. Environmental Protection Agency erlassen werden.

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 98-104, 2011.

 

Titel: Vitamin-A-Mangel und Retinolkonzentrationen der Leber bei Seeottern (Enhydra lutris)

 

Autoren: Judy A. St. Leger, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Alison L. Righton, Erika M. Nilson, Andrea J. Fascetti, V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.N., Dipl. A.C.V.I.M., Melissa A. Miller, D.V.M., Ph.D., Pamela A. Tuomi, D.V.M., Caroline E. C. Goertz, D.V.M. und Birgit Puschner, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.B.V.T.

 

SeaWorld San Diego, 500 SeaWorld Drive, San Diego, California 92109, USA (St. Leger, Righton, Nilson); Department of Molecular Biosciences (Fascetti) and the California Animal Health and Food Safety Laboratory System (Puschner), School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA; Marine Wildlife Veterinary Care and Research Center, Department of Fish and Game, 1451 Shaffer Road, Santa Cruz, California 95060, USA (Miller); Alaska Sea Life Center, 301 Railway Avenue, Seward, AK 99664, USA (Tuomi, Goertz). Korrespondenz bitte an Dr. St. Leger (Judy.St.Leger@SeaWorld.com).

 

Zusammenfassung: Vitamin-A-Mangel wird selten bei wildlebenden und in menschlicher Obhut gehaltenen Tieren dokumentiert. Die pathologische Untersuchung zweier Südlicher Seeotter (Enhydra lutris) in menschlicher Obhut zeigte unregelmäßige Verdickung des Schädeldachs durch diffuse Hyperostosen der Innenseite. Eines der Tiere zeigte auch mittelgradige Plattenepithelmetaplasie der seromuzinösen Drüsen der Nase. Messbare Retinolkonzentrationen konnten in der Leber der zwei Tiere nicht festgestellt werden. Zum Vergleich wurden Leber-Retinolkonzentrationen von 23 verstorbenen wildlebenden Südlichen und Nördlichen (Enhydra lutris kenyoni) Seeottern aus Kalifornien und Alaska bestimmt. Wildlebende Otter zeigten untereinander ähliche Leber-Retinolwerte (316 ± 245 mg/kg Nassgewicht) unabhängig vom Ort und von der Unterart. Die Werte waren alle signifikant höher als die der betroffenen Tiere. Die Einnahme einer Diät mit sehr niedriger Vitamin-A-Konzentration sowie die fehlende Einnahme eines täglichen Zusatzstoffs werden als Ursache des Vitamin-A-Mangels bei diesen zwei Seeottern vermutet.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 105-107, 2011.

 

Titel: Durch Tolazolin verursachte Apnoe beim Maultierhirsch (Odocoileus hermionus)

 

Autoren: Jack Alan Mortenson, D.V.M., M.S. und Jason Andrew Robison, M.S.

 

U.S. Department of Agriculture, Veterinary Services, 530 Center Street NE, Suite 335, Salem, Oregon 97301, USA (Mortenson); Department of Fisheries and Wildlife, Oregon State University, 104 Nash Hall, Corvallis, Oregon 97301, USA (Mortenson, Robison). Aktuelle Adresse (Robison): Coquille Indian Tribe, P.O. Box 783, North Bend, Oregon 97459, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Mortenson (jack.a.mortenson@usda.gov). Dieses Manuskript wurde als Teil einer Tätigkeit für die U.S. Regierung erarbeitet; der Autor kann die Rechte nicht an die American Association of Zoo Veterinarians übertragen.

 

Zusammenfassung: Achtzehn Maultierhirsche (Odocoileus hermionus) und sechs Columbia-Schwarzwedelhirsche  (Odocoileus hemionus columbianus) wurden in Gehegen gehalten und zwischen April 2004 und Juni 2005 als Teil einer Ektoparasitenstudie wiederholt narkotisiert. Die Hirsche wurden mit einer Kombination von Telazol® und Xylazin-Hydrochlorid (HCl) intramuskulär narkotisiert. Tolazolin-HCl wurde mit 4 mg/kg intravenös langsam mit guter Wirkung verabreicht, als Antidot von Xylazin. 17 der 19 Maultiere, die im Herbst 2004 narkotisiert wurden, bekamen durch einen Fehler eine mittlere Dosis von 7,3 mg/kg Tolazolin intravenös (Spannweite 6,1–8,4 mg/kg). Dieser Bericht beschreibt klinische Symptome von Apnoe, Muskelanspannung und Faszikulationen, die sofort nach der intravenösen Verabreichung des Tolazolin HCl bei den Maultieren beim 1,5 – 3-fachen der empfohlenen Dosis beobachtet wurden. Die mittlere Dosis bei den Schwarzwedelhirschen während dieser Periode betrug 8,1 mg/kg (Spannweite 5,5–12,4 mg/kg), und ähnliche klinische Symptome wurden nicht beobachtet. Auf Grund dieser Befunde wird eine intravenöse Tolazolindosis ≤4 mg/kg bei Maultieren empfohlen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 108-112, 2011.

 

Titel: Streptococcus phocae bei einer Largha-Robbe (Phoca largha) in Alaska mit Pyometra

 

Autoren: Karsten Hueffer, Ph.D., Camilla L. Lieske, D.V.M., M.P.V.M., Lisa M. McGilvary, B.S., Rebekah F. Hare, B.S., Debra L. Miller, D.V.M., Ph.D. und Todd M. O'Hara, Ph.D., D.V.M.

 

Institute of Arctic Biology, University of Alaska Fairbanks, Fairbanks, Alaska 99775, USA (Hueffer, Lieske, McGilvary, Hare, and O'Hara); Department of Biology and Wildlife, University of Alaska Fairbanks, Fairbanks, Alaska 99775, USA (Hueffer, Hare, and O'Hara); Department of Pathology, College of Veterinary Medicine, The University of Georgia, Athens, Georgia 31793, USA (Miller). Korrespondenz bitte an Dr. Hueffer (khueffer@alaska.edu).

 

Zusammenfassung: Eine Largha-Robbe (Phoca largha) wurde von einheimischen Jägern im Kotzebue Sound, Alaska, USA getötet und zeigte eine vergrößerte Gebärmutter und zugehörige Lymphknoten. Streptococcus phocae wurde aus dem eitrigen Gebärmutterausfluss isoliert. Histopathologische Untersuchung zeigte Entzündung, die sich auf die Schleimhautschicht der Gebärmutter begrenzte. Lymphknoten, die das betroffene Organ filtrierten, waren reaktiv aber zeigten keine aktive Infektion. Dieser Bericht beschreibt den ersten Fall von Streptococcus phocae, die von einer Largha-Robbe isoliert wurde, sowie der erste Fall von Pyometra durch diesen Erreger verursacht. Die Isolierung dieses Erregers aus Alaska weitet die bekannte Ausbreitung auf arktische Robben aus. Das zoonotische Potential bleibt unbekannt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 113-117, 2011.

 

Titel: Osteofluorose bei Giraffengazellen (Litocranius walleri) und Ostafrikanischen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Christopher Lloyd, B.V.Sc., M.Sc., Cert.Zoo.Med., M.R.C.V.S. und Mark F. Stidworthy, M.A., Vet. M.B., Ph.D., F.R.C.Path., M.R.C.V.S.

 

Nad Al Shiba Veterinary Hospital, P.O. Box 116345, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate (Lloyd); International Zoo Veterinary Group, Keighley Business Centre, South Street, Keighley, West Yorkshire, BD 21 1AG, Großbritannien Kingdom (Stidworthy). Korrespondenz bitte an Dr. Lloyd (chris@nadvethosp.com).

 

Zusammenfassung: Zahlreiche Fälle von Lahmheit bei Giraffengazellen (Litocranius walleri) und Ostafrikanischen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci) wurden bei hohen Fluorkonzentrationen in handelsüblichem Futter beobachtet. Pathologische Befunde und die Behandlung werden beschrieben. Dieser Fall betont die Wichtigkeit der Qualitätskontrolle von Futtermitteln.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 118-120, 2011.

 

Titel: Durch Toxoplasma gondii verursachte granulomatöse Meningoencephalitis bei einem Schwarzköpfigen Nachtaffen (Aotus nigriceps)

 

Autoren: Nadia A. B. Antoniassi, M.S., D.V.M., Fabiana M. Boabaid, D.V.M., Roberto L. Souza, D.V.M., Ph.D., Luciano Nakazato, D.V.M., Ph.D., Maria F. A. Pimentel, D.V.M., João O. X. Filho, M.S., D.V.M., Caroline A. Pescador, D.V.M., Ph.D., David Driemeier, D.V.M, Ph.D und Edson M. Colodel, D.V.M, Ph.D.

 

Laboratory of Veterinary Pathology, Veterinary Faculty, Federal University of Rio Grande do Sul, Av. Bento Gonçalves 9090, CEP 91540-000, Porto Alegre, Rio Grande do Sul, Brasilien (Antoniassi, Boabaid, Driemeier);  Laboratory of Veterinary Pathology, Federal University of Mato Grosso, Av. Fernando Corrêa da Costa s/n, CEP 78069-900, Cuiabá, Mato Grosso, Brasilien (Lopes, Nakazato, Pimentel, Filho, Pescador, Colodel). Korrespondenz bitte an Dr. Colodel (moleta@ufmt.br).

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt einen Fall von Toxoplasmose bei einem Schwarzköpfigen Nachtaffen (Aotus nigriceps), der im zoologischen Garten der Föderalen Universität von Mato Grosso, Brasilien gehalten wurde. Das Tier wurde der Tierklinik der Föderalen Universität von Mato Grosso mit neurologischen Symptomen vorgestellt. Das Tier sprach nicht auf die Behandlung an und wurde eingeschläfert. Bei der Sektion wurden diffuse, multifokale Blutungen im Großhirn festgestellt. Bei der histologischen Untersuchung wurden nicht eitrige Encephalitis und geringgradige multifokale, nekrotisierende, nicht eitrige Myokarditis festgestellt. Gruppen von Tachyzoiten und Zysten wurden um die Entzündungsstellen im Großhirnparenchym vorgefunden. Gehirngewebe wurde mit Immunhistochemie auf Toxoplasma gondii und Neospora caninum und mit Polymerase Kettenreaktion (PCR) auf Toxoplasma gondii untersucht. Die Proben waren positiv für Toxoplasma gondii mit PCR, obwohl Kreuzreaktionen zwischen Antikörpern von Toxoplasma gondii und Neospora caninum beobachtet wurden. Diese Befunde stimmen mit einer Diagnose von Toxoplasmose bei diesem Tier überein.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 121-123, 2011.

 

Titel: Metastatisches bösartiges Melanom bei einem Greifstachler (Coendou prehensilis)

 

Autoren: Amanda Guthrie, D.V.M. und Thomas deMaar, D.V.M.

 

Zoo Boise, 355 Julia Davis Drive, Boise, Idaho 83702, USA (Guthrie); Gladys Porter Zoo, 500 Ringgold Street, Brownsville, Texas 78520, USA (de Maar). Korrespondenz bitte an Dr. Guthrie (aguthrie@cityofboise.org).

 

Zusammenfassung: Ein 14 Jahre alter, männlicher Greifstachler (Coendou prehensilis) wurde wegen einer ulzerierten, blutenden Veränderung der rechten Körperseite vorgestellt. Die Veränderung ähnelte einer Bisswunde und wurde mit Antibiotika behandelt. Nach 2 Monaten nahm die Hautveränderung an Größe zu und zeigte kein Anzeichen von Heilung, und chirurgishche Behandlung wurde vorgenommen. Bei der histopathologischen Untersuchung wurde ein bösartiges Melanom mit unvollständigen Grenzen diagnostiziert. Röntgenaufnahmen zeigten kein Anzeichen von Lungenmetastasen. Nach 6 Monaten wurde eine weitere Hautveränderung entfernt und als bösartiges Melanom mit vollständigen Grenzen diagnostiziert. Nach 8 Monaten wurden vier weitere Hauttumore chirurgisch entfernt und nochmals als Melanome mit vollständiger Entfernung diagnostiziert. Das Tier wurde 15 Monate nach den ersten Symptomen wegen forschreitenden Wachstums der Hauttumore, Dyspnoe und verminderter Futteraufnahme eingeschläfert. Sektion und histopathologische Untersuchung zeigten metastastisches Melanom der Haut, Nieren und Lunge.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 124-127, 2011.

 

Titel: Vitamin-A-Konzentrationen im Serum von Seeottern (Enhydra lutris) in menschlicher Obut

 

Autoren: Amanda Alison L. Righton, Judy A. St. Leger, D.V.M., Dipl. A.C.V.P., Todd Schmitt, D.V.M., Michael J. Murray, D.V.M., Lance Adams, D.V.M., und Andrea J. Fascetti, V.M.D., Ph.D., Dipl. A.C.V.N., A.C.V.I.M.

 

School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Righton); SeaWorld San Diego, 500 SeaWorld Drive, San Diego, California 92109, USA (St. Leger, Schmitt); Monterey Bay Aquarium, 866 Cannery Row, Monterey, California 93940, USA (Murray); Aquarium of the Pacific, 100 Aquarium Way, Long Beach, California 90802, USA (Adams); Department of Molecular Biosciences, School of Veterinary Medicine, University of California, Davis, One Shields Avenue, Davis, California 95616, USA (Fascetti). Korrespondenz bitte an Ms. Righton (alisonrighton@yahoo.com).

 

Zusammenfassung: Individuelle Futtervorlieben und Schwierigkeiten im Ausbilden von Tieren stellen Herausforderungen dar und werfen Ernährungsfragen bei Seeottern (Enhydra lutris) in menschlicher Obut auf. Die Wichtigkeit von Vitamin A für Körperfunktionen spiegelt die Notwendigkeit der Aufnahme von angemessenen Mengen des Vitamins wider, um optimale Gesundheit zu gewährleisten. Um Konzentrationen von Vitamin A im Serum von Seeottern in menschlicher Obhut zu vergleichen, denen täglich oral Vitamin A verabreicht wurde, wurden Serumproben von acht ausgewachsenen Seeottern aus drei Einrichtungen auf Vitamin-A-Konzentrationen im Serum untersucht. Den acht Ottern wurden vier verschiedene Diäten gefüttert und drei verschiedene Vitamin-A-Präparate verabreicht. Mehrere Futtermittel wurden auf Vitamin-A-Gehalt analysiert. Sie hatten niedrige oder nicht feststellbare Konzentrationen. Orale Vitamin-A-Präparate als Brei mit den Futtermitteln verabreicht war eine effektive Darreichungsform; eine mittlere Vitamin-A-Serumkonzentration von circa 170 ± 51 µg/L wurde bei den gehaltenen Seeottern gemessen. Futtermittel können modifiziert werden, um die Vitamin-A-Konzentration zu erhöhen, und die Verabreichung von Vitamin-A-Präparaten, wenn von den Tieren akzeptiert, kann als Mittel zur Absicherung der angemessenen Vitamin-A-Aufnahme verwendet werden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 128-130, 2011.

 

Titel: Virtopsie bei einem Roten Riesenkänguru (Macropus rufus)

 

Autoren: Ki-Ja Lee, D.V.M., M.S., Motoki Sasaki, D.V.M., Ph.D., Aki Miyauchi, D.V.M., Miori Kishimoto, D.V.M., Ph.D., Junichiro Shimizu, D.V.M., Toshiroh Iwasaki, D.V.M., Ph.D., Yoh-Ichi Miyake, D.V.M., Ph.D., und Kazutaka Yamada, D.V.M., Ph.D.

 

United Graduate School of Veterinary Sciences, Gifu University, 1-1, Yanagido, Gifu 501-1193, Japan (Lee, Miyauchi, Shimizu, Iwasaki, Miyake, Yamada); Department of Basic Veterinary Medicine, Obihiro University of Agriculture and Veterinary Medicine, West 2-11, Inada-cho, Obihiro, Hokkaido 080-8555, Japan (Sasaki); Obihiro Zoo, West 5 South 7-1, Obihiro, Hokkaido 080-0846, Japan (Miyauchi); Department of Clinical Veterinary Science, Obihiro University of Agriculture and Veterinary Medicine, West 2-11, Inada-cho, Obihiro, Hokkaido 080-8555, Japan (Kishimoto). Aktuelle Adressen (Lee, Shimizu, Miyake, and Yamada): Department of Clinical Veterinary Science, Obihiro University of Agriculture and Veterinary Medicine, West 2-11, Inada-cho, Obihiro, Hokkaido 080-8555, Japan; (Iwasaki): Department of Veterinary Internal Medicine, Tokyo University of Agriculture and Technology, 3-5-8, Saiwai-cho, Fuchu, Tokyo 183-8509, Japan. Korrespondenz bitte an Dr. Yamada (kyamada@obihiro.ac.jp).

 

Zusammenfassung: Dieser Bericht beschreibt die Anwendung von Computertomographie (CT) bei einer nicht domestizierten Tierart. Postmortale CT-Untersuchung wurde bei einem Roten Riesenkänguru (Macropus rufus) durchgeführt, und orale Osteomyelitis wurde diagnostiziert. CT zeigte Knochenumbau im rechten Unterkiefer, eine Veränderung im rechten Os temporale, Muskelnekrose um den rechten Unterkiefer und Fehlen des ersten Molars im rechten Oberkiefer. Gas im Herzen und in der Leber sowie ein aufgeblähter Darm wegen postmortaler Gasansammlung wurden im CT auch vorgefunden. Alle bei der CT festgestellten Veränderungen wurden bei der Sektion bestätigt, außer das Gas im Herzen und in der Leber. Virtopsie kann ein brauchbares, nicht invasives diagnostisches Mittel zur Identifierung von Todesursachen sein und zur Orientierungshilfe bei der Sektion von Tieren dienen.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 131-133, 2011.

 

Titel: Sicherheit von Florfenicol beim Amerikanischen Hummer (Homarus americanus)

 

Autoren: David Basti, D.V.M., M.S., Deborah Bouchard, B.S. und Anne Lichtenwalner, D.V.M., Ph.D.

 

University of Maine Animal Health Laboratory, 239 Hitchner Hall, University of Maine, Orono, Maine 04469, USA (Basti, Bouchard, Lichtenwalner); Department of Animal and Veterinary Science, 136 Hitchner Hall, University of Maine, Orono, Maine 04469, USA (Lichtenwalner). Korrespondenz bitte an Dr. Basti (david.basti@umit.maine.edu).

 

Zusammenfassung: Aerococcus viridians ist der Erreger der Erkrankung Gaffkämie, die eine wichtige Todesursache bei Amerikanischen Hummern (Homarus americanus) in Flutbecken in den 1970er und 1980er Jahren war. Trotz Berichten über eine Zunahme der Mortalität bei Hummern in Flutbecken und wegen der weit verbreiteten prophylaktischen Behandlung mit Oxytetracyclin gegen A. viridians wurde das Bakterium bei aktiver Überwachung der Hummerpopulation in Maine nach dem Fang nicht isoliert. Photobacterium indicum könnte ein neuer opportunistischer Erreger bei gestressten Hummern sein. Eine Studie über die akute Toxizität des Antibiotikums Florfenicol wurde mit einem schnellen Untersuchungsverfahren durchgeführt, um die mögliche Anwendung des Medikaments zu beurteilen. Auf Grund dieser Ergebnisse scheint die intraperikardiale Verabreichung von Florfenicol mit einer Dosis von 10–100 mg/kg gut von ausgewachsenen H. americanus vertragen zu werden. Die intraperikardiale Injektion von Oxytetracylin-Dehydrat mit einer Dosis von 10–100 mg/kg ist kontraindiziert.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 134-138, 2011.

 

Titel: Mammakarzinom bei einem Tiger (Panthera tigris): eine morphologische und immunhistochemische Untersuchung

 

Autoren: Riccardo Finotello, D.V.M., Lorenzo Ressel, D.V.M., Ph.D., Ranieri Verin, D.V.M., Ph.D., Simonetta Di Lollo, M.D., Gianna Baroni, D.Sc., Renato Piccinini, D.Sc. und Alessandro Poli, D.V.M., Dipl. E.C.V.P.

 

Department of Animal Pathology, Faculty of Veterinary Medicine, Viale delle Piagge 2, 56124 Pisa, Italien (Finotello, Ressel, Verin, Poli); Department of Human Pathology and Oncology, University of Florence, Viale Morgagni 85, 50139 Firenze, Italien (Di Lollo, Baroni); Falconara Zoo, Via Castello di Barcaglione 10, 60015 Falconara Marittima, Ancona, Italien (Piccinini). Aktuelle Adresse (Finotello): Faculty of Veterinary Medicine, Department of Veterinary Clinics, University of Pisa, via Livornese lato monte, 56122 San Piero a Grado, Pisa, Italien. Korrespondenz bitte an Dr. Finotello (finotello@vet.unipi.it).

 

Zusammenfassung: Die histologischen und immunhistochemischen Merkmale eines Falls eines Mammakarzinoms werden bei einem 14 Jahre alten weiblichen Tiger (Panthera tigris) beschrieben. Immunreaktivität gegen den Östrogenrezeptor (ER), den Progesteronrezeptor (PR), das Tumorprotein 53 (p53), den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF), den humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER-2) und Cyclooxigenase-2 (COX-2) wurde untersucht. Neoplastische Zellen waren negativ für ER, PR und p53; sie zeigten positive Reaktivität gegen VEGF, HER-2 und COX-2, sowohl in den primären als auch in metastatischen Geweben. Histopathologische und immunhistochemische Ergebnisse deuten darauf hin, dass der bösartige Tumor in diesem Fall manchen aggressiven Mammakarzinomen bei Hauskatzen ähnelt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 139­-143, 2011.

 

Titel: Molekularer und serologischer Nachweis von Babesia spp. bei neotropischen und exotischen Fleischfressern in brasilianischen zoologischen Gärten

 

Autoren: Marcos Rogério André, D.V.M., M.Sc., Cristina Harumi Adania, D.V.M., Ph.D., Rodrigo Hidalgo Friciello Teixeira, D.V.M., Silmara Marques Allegretti, Ph.D. und Rosangela Zacarias Machado, D.V.M., Ph.D.

 

Laboratório de Imunoparasitologia, Departamento de Patologia Veterinária, Faculdade de Ciências Agrárias e Veterinárias Júlio de Mesquita Filho, Universidade Estadual Paulista (UNESP), Campus de Jaboticabal, Via de Acesso Prof. Paulo Donato Castellane, s/n, Zona Rural, 14884-900, Jaboticabal, São Paulo, Brasilien (André, Machado); Centro Brasileiro de Conservação de Felídeos Neotropicais, Associação Mata Ciliar, Avenida Emílio Antonon, 1000, Chácara Aeroporto, 13212-010 Jundiaí, São Paulo, Brasilien (Adania); Parque Zoológico Municipal Quinzinho de Barros, Rua Teodoro Kaisel, 883, Vila Hortência, 18021-20, Sorocaba, São Paulo 18021-20, Brasilien (Teixeira); Universidade Estadual de Campinas (Unicamp), Instituto de Biologia, Departamento de Parasitologia, Cidade Universitária Zeferino Vaz, Distrito de Barão Geraldo, 13083-970, Campinas, São Paulo, Brasilien (Allegretti). Korrespondenz bitte an Dr. Machado (zacarias@fcav.unesp.br).

 

Zusammenfassung: Große und kleine Piroplasmen werden in Blutausstrichen von verschiedenen freilebenden Fleischfressern beobachtet, obwohl wenige Studien eine molekulare Charakterisierung anwenden. Das Ziel dieser Studie war es, das Vorkommen von Babesia sp. durch molekulare und serologische Verfahren bei exotischen und neotropischen Fleischfressern in menschlicher Obhut in brasilianischen zoologischen Gärten zu überprüfen. Blut- und Serumproben wurden von 146 endemischen Katzen, 21 exotischen Katzen, 1 Großfleck-Ginsterkatze (Genetta tigrina), 3 Europäischen Wölfen (Canis lupus) und 94 endemischen Hundearten in brasilianischen zoologischen Gärten in den Staaten São Paulo und Mato Grosso sowie im föderalen Distrikt gesammelt. Insgesamt 53 exotische Katzen (31,74%) und 10 exotische Hunde (10,31%) waren seropositiv gegen Babesia canis durch den indirekten Fluoreszenz-Antikörpertest (IFAT). Antikörper wurden bei den folgenden Fleischfresserarten festgestellt: Ozelot (Leopardus pardalis), Ozelotkatze (Leopardus tigrinus), Langschwanzkatze (Leopardus wiedii), Pampaskatze (Oncifelis colocolo), Jaguar (Panthera onca), Puma (Puma concolor), Jaguarundi (Puma yagouaroundi), Maikong (Cerdocyon thous) und  Waldhund (Speothos venaticus). Babesia sp. DNA mit hoher Ähnlichkeit mit B. leo wurde bei einer Pampaskatze und einer Großfleck-Ginsterkatze festgestellt.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 144-148, 2011.

 

Titel: Intermediäres Syndrom durch Chlorpyriphosintoxikation (Polaris®) bei einem Karakal (Caracal caracal)

 

Autoren: Yael Merbl, D.V.M., Itamar Aroch, D.V.M., Dipl. E.C.V.I.M.-C.A. (Internal Medicine), Sigal Klainbart, D.V.M., Zachi Aizenberg, D.V.M. und Efrat Kelmer, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.E.C.C.

 

Koret School of Veterinary Medicine, the Hebrew University of Jerusalem, Rehovot, Israel. 76100 (Merbl, Aroch, Klainbart, Aizenberg, Kelmer). Korrespondenz bitte an Dr. Kelmer (kelmere1@gmail.com).

 

Zusammenfassung: Ein 5 Jahre alter Karakal (Caracal caracal) zeigte akute mentale Trägheit, Ataxie und Ventroflexion für 24 Stunden. Das bepflanzte Gehege des Tieres war am Tag zuvor mit einem Organophosphat (OP)-Insektizid (Chlorpyriphos-Methyl) besprüht worden. Der Karakal wurde behandelt und zeigte geringgradige Verbesserung. Das Tier wurde einen Tag später auf Wunsch des Besitzers entlassen, obwohl die klinischen Symptome weiter bestanden. Während der folgenden Woche wurde der Karakal von dem Gehege ferngehalten, um eine weitere Intoxikation zu vermeiden, aber der Zustand des Tieres verbesserte sich nicht weiter, und das Tier wurde 8 Tage später mit ähnlichen klinischen Symptomen nochmals vorgestellt. Die Aktivität von Butyril-Cholinesterase im Serum war hochgradig erniedrigt. Die relativ lange Zeitspanne seit der Intoxikation sowie die anhaltenden klinischen Symptome deuten auf das intermediäre Syndrom einer OP-Intoxikation. Der Karakal wurde symptomatisch behandelt, und der Zustand verbesserte sich progressiv. Er wurde nach 8 weiteren Tagen entlassen und erholte sich nach 30 Tagen vollständig. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von OP-Intoxikation bei einem Karakal dar, die vermutlich zum intermediären Syndrom einer OP-Intoxikation führte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 149-152, 2011.

 

Titel: Generalisierte Amyloidose bei einem Östlichen Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci)

 

Autoren: Mark E. Wessels, B. Vet. Med, F.R.C. Path., M.R.C.V.S., Philip N. Hawkins, Ph.D., F.R.C.P., F.R.C. Path. und Noel Walker, B.V.Sc., M.R.C.V.S.

 

Veterinary Laboratories Agency Preston, Barton Hall, Garstang Road, Barton, Preston PR3 5HE, Großbritannien (Wessels); National Amyloidosis Centre, University College London Medical School, Royal Free Hospital, Rowland Hill Street, London NW3 2PF, Großbritannien (Hawkins); Gatehouse Veterinary Hospital, Lavister, Rossett, Wrexham, Clwyd LL12 0DF, Großbritannien (Walker). Korrespondenz bitte an Mr. Wessels (m.wessels@vla.defra.gsi.gov.uk). ©Crown besitzt das Copyright für diesen Artikel. Die Autoren können deshalb das Copyright für diesen Manuskript nicht übergeben.

 

Zusammenfassung: Amyloidose ist bei einer Vielfalt von Haus- und Wildtieren sowie bei Menschen beschrieben. Ein 10 Jahre alter männlicher Östlicher Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci) wurde nach einer 24-Stunden-Periode von Apathie pathologisch untersucht. Bei der Sektion wurden biventrikuläre Hypertrophie, Herzinsuffizienz und fokale Lungenabzesse vorgefunden. Die histologischen Veränderungen im Herzen stimmten mit Hypertrophie überein. Amyloidablagen wurden in der Leber, im Nierenmark, Herzen, in der Nebennierenrinde und Hypophyse gefunden und wurde als reaktives, systemisches Amyloid (AA) durch Immunhistochemie identifiziert. Es wird vermutet, dass die Lungenabszesse der Auslöser für die überschüssige Produktion von Serumamyloid assoziiertem Protein waren, die zur reaktiven systemischen Amyloidose führte. Kolloider Kropf wurde als zufälliger Befund auch vorgefunden.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 153-155, 2011.

 

Titel: Bronchiales Karzinom bei einem Rotschulterbussard (Buteo lineatus)

 

Autoren: Justin J. Greenlee, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P., Mary Ann Nieves, D.V.M., M.S., Dipl. A.C.V.S. und Ronald K. Myers, D.V.M., Ph.D., Dipl. A.C.V.P.

 

Department of Veterinary Pathology, 2764 Veterinary Medicine, Iowa State University, Ames, Iowa 50011, USA (Greenlee, Myers); Department of Veterinary Microbiology and Preventive Medicine, Iowa State University, Ames, Iowa 50011, USA (Nieves). Aktuelle Adresse (Greenlee): National Animal Disease Center, ARS, USDA, 1920 Dayton Ave., Ames, Iowa 50010, USA; (Nieves): Veterinary Emergency & Specialty Center of New England, 180 Bear Hill Road, Waltham, Massachusetts 02454, USA. Korrespondenz bitte an Dr. Greenlee (Justin.greenlee@ars.usda.gov). Dieses Manuskript wurde als Teil einer Tätigkeit für die U.S. Regierung erarbeitet; der Autor kann die Rechte nicht an die American Association of Zoo Veterinarians übertragen.

 

Zusammenfassung: Neoplastische Erkrankungen des Atemtrakts sind selten bei Vögeln. Dieser Bericht beschreibt einen Fall eines Karzinoms des bronchialen Epithels bei einem Rotschulterbussard (Buteo lineatus), der Schwäche und Apathie für 4 Tage zeigte und später Anfälle entwickelte. Bei der Sektion wurden circa 15 ml einer dunkelbraunen, trüben Flüssigkeit im kaudalen Luftsack und Zölom vorgefunden, die den Darm kranial verlagerte. Knotenförmige Plaques wurden auf den viszeralen Organen und Luftsäcken gefunden. Bei der histologischen Untersuchung der Gewebe wurde ein Gewächs festgestellt, das das bronchiale Lumen dehnte und aus papillären Proliferationen von Reihen von kleinen, kuboidalen Epithelzellen bestand, die klein und gleichmäßig groß waren und einen niedrigen mitotischen Index zeigten. Metastasen waren auf der Oberfläche des kaudalen Luftsacks, der Niere und multifokal auf der Oberfläche des Peritoneums des Zöloms vorhanden. Klinische Symptome stammten höchstwahrscheinlich von einer Infektion mit Westnilvirus, die mit Immunhistochemie des Gehirngewebes bestätigt wurde.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 156-159, 2011.

 

Titel: Erste Beschreibung von Onychomykose durch Chrysosporium keratinophilum  verursacht beim Rotnackenwallaby (Macropus rufogriseus rufogriseus) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Didier Pin, D.V.M., Dipl. E.C.V.D., Ph.D., Emilie Vidémont, D.V.M., Resident E.C.V.D., Dominique Derian-Autier, D.V.M., Jacques Guillot, D.V.M., Dipl. E.V.P.C., Ph.D. und Eric Plouzeau, D.V.M.

 

Unité Dermatologie-VetAgro Sup Campus Vétérinaire de Lyon, F-69280 Marcy l'Etoile, Frankreich (Pin, Vidémont); UMR ANSES, ENVA, UPEC BIPAR, Ecopham, Ecole Nationale Vétérinaire d'Alfort, 94700 Maisons-Alfort, Frankreich (Guillot); Zoo of Lyon-Parc de la tête d'Or, F-69006 Lyon, Frankreich (Derian-Autier, Plouzeau). Korrespondenz bitte an Dr. Vidémont (e.videmont@vetagro-sup.fr).

 

Zusammenfassung: Sieben Rotnackenwallabys (Macropus rufogriseus rufogriseus) zeigten über einen Zeitraum von mehreren Monaten Onychodystrophie, Onychomadesie und schwerwiegende Zehschwellung. Histopathologische Untersuchung zeigte pseudokarzinomatöse Hyperplasie der Krallenwurzel umgeben von einer Höhle mit Hornzellen und septierten Hyphen, die mit periodischer Säure-Schifffärbung eine positive Reaktion zeigten. Der Pilz Chrysosporium keratinophilum wurde bei der Kultur isoliert. Die Wallabys wurden oral mit Ketoconazol (15 mg/kg einmal täglich) 20 Wochen lang behandelt. Die Gehege sowie alle Stoffe und Geräte wurden gereinigt und mit einer 0,2% Enilconazol-Lösung einmal monatlich 4 Monate lang besprüht. Eine Besserung wurde bei den forgeschrittenen Fällen nicht beobachtet, obwohl neue Fälle während der nächsten 6 Monate nicht aufgetreten sind. Auf Grund der positiven Pilzkultur und des Eindringens von Pilzen ins Gewebe bei der histopathologischen Untersuchung wird vermutet, dass C. keratinophilum die Ursache der Krallenerkrankung war. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung von Onychomykose durch C. keratinophilum bei einem Tier dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 160-163, 2011.

 

Titel: Pilotstudie über die antimikrobische Resistenz von  Escherichia coli bei der Silbermöwe (Larus argentatus) und im Abwasser im Nordosten der USA

 

Autoren: Karen Alroy und Julie C. Ellis, Ph.D.

 

Tufts Cummings School of Veterinary Medicine, 200 Westboro Road, North Grafton, Massachusetts 01536, USA (Alroy and Ellis). Korrespondenz bitte an Dr. Ellis (julie.ellis@tufts.edu).

 

Zusammenfassung: Wildtiere können ein wichtiges Reservoir für resistente Bakterien und Resistenzgene darstellen. In dieser Pilotstudie wurden die Prävalenz und Eigenschaften der antimikrobischen Resistenz von  Escherichia coli  untersucht, die im Kot von Silbermöwen (Larus argentatus) sowie im Abwasser in Cape Cod, Massachusetts, USA, isoliert wurde. Antimikrobische Empfindlichkeit mit dem Kirby-Bauer-Verfahren mittels  des Scheibendiffusionstests  wurde mit sieben antimikrobischen Mitteln durchgeführt. Ein hoher Anteil von antimikrobisch resistenten E. coli Isolaten (59,2%) wurde in Abwasserproben im Vergleich zu einer kleineren Prävalenz von 17,5% in Möwenkot festgestellt. Zusätzlich zeigte ein hoher Anteil von Isolaten aus dem Möwenkot intermediäre Empfindlichkeit (93,0%). Obwohl ähnliche Resistenzeigenschaften und gemeinsame Resistenzgene auf mögliche Abwasserkontaminierung der lokalen Umwelt deuten, stellen die relativ niedrige Frequenz von Resistenz und hohe Prävalenz von intermediärer Empfindlichkeit von E. coli aus Möwenkot ein eher komplexes Modell von antimikrobischer Resistenz von E. coli-Stämmen bei Wildtieren dar.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 164-165, 2011.

 

Titel: Befall mit Dispharynx nasuta (Nematoda: Acuariidae) und daraus resultierende tödlich verlaufende Veränderungen des Drüsenmagens bei drei Vögeln der Gattung Platycercus  (Psittaciformes: Psittacidae) in menschlicher Obhut

 

Autoren: Carlos Daniel Gornatti Churria, Med. Vet., Eugenia Spinsanti, Med. Vet., Javier Origlia, Med. Vet., Hugo Marcantoni, Med. Vet., Miguel Píscopo, Med. Vet., Miguel Herrero Loyola, Med. Vet. und Miguel Petruccelli, Dr. Med. Vet.

 

Cátedra de Patología de Aves y Pilíferos and the Laboratorio de Diagnóstico de Enfermedades de las Aves y los Pilíferos (Gornatti Churria, Spinsanti, Origlia, Píscopo, Herrero Loyola, Petruccelli); Cátedra de Producción de Aves y Pilíferos (Marcantoni, Píscopo), Facultad de Ciencias Veterinarias, Universidad Nacional de La Plata (UNLP), calle 60 y 118 s/n, La Plata (CC 296 B1900AVW), Buenos Aires Province, Argentinien. Korrespondenz bitte an Dr. Gornatti Churria (danielgornatti@fcv.unlp.edu.ar).

 

Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene Pennantsittiche (Platycercus elegans) und ein ausgewachsener weiblicher Rosellasittich (Platycercus eximius) wurden ohne voherige Symptome tot in einer privaten Voliere im März 2009, April 2010 und Februar 2010 aufgefunden. Bei der Sektion wurden Brustmuskelatrophie und ein erweiterter Drüsenmagen festgestellt. Die Schleimhaut des Drüsenmagens war mit einer gelatinösen, weißen Schicht bedeckt an einer Stelle, an der eine große Anzahl von Nematoden vorgefunden wurde, die als Dispharynx nasuta identifiziert wurden. Die histologische Untersuchung zeigte hyperplastische Schleimhaut, Spirurida-Nematoden in der Schleimhautschicht und mononukleare Entzündungszellen in der Lamina propria. Dieser Bericht stellt die erste Beschreibung des Befalls mit D. nasuta dar, der bei Papageivögeln mit proliferativer Proventrikulitis assoziiert war und zum Tod führte.

 

 

 

Journal of Zoo and Wildlife Medicine 42(1): 166-168, 2011.

 

Titel: Vermutete Anaphylaxe verursacht durch Verabreichung des Leuprorelinacetat-Depotprodukts bei zwei Elfenkäuzen (Micrathene whitneyi)

 

Autoren: Elizabeth M. Stringer, D.V.M., Ryan S. De Voe, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M., Dipl. A.B.V.P. (Avian) und Michael R. Loomis, D.V.M., Dipl. A.C.Z.M.

 

College of Veterinary Medicine, North Carolina State University, 4700 Hillsborough Street, Raleigh, North Carolina 27606, USA (Stringer); North Carolina Zoological Park, 4401 Zoo Parkway, Asheboro, North Carolina 27205, USA (Stringer, De Voe, Loomis). Korrespondenz bitte an Dr. Stringer (betsy_stringer@ncsu.edu).

 

Zusammenfassung: Zwei ausgewachsene weibliche Elfenkäuze (Micrathene whitneyi) wurden mit dem Leuprorelinacetat-Depotprodukt zur Verhinderung des Eilegens injiziert. Die Vögel wurden mehrere Jahre lang ohne Komplikationen mit dem Medikament behandelt. Nach mehreren Jahren dieser Behandlung starben beide Tiere plötzlich nach Verabreichung einer Injektion des Leuprorelinacetats. Das übrig gebliebene Medikament wurde analysiert und zeigte 95,7% Wirkstoffgehalt. Wir vermuten, dass entweder eine sofortige Typ I Hypersensitivitätsreaktion stattfand oder das Medikament kontaminiert war und zum Tod dieser Elfenkäuze führte. Berichte von Anaphylaxe nach der Verabreichung von Leuprorelinacetat bei Vögeln sind in der Literatur nicht vorzufinden. Tierärzte sollten sich der Möglichkeit einer anaphylaktischen Reaktion bewusst sein, wenn sie dieses Medikament bei Vögeln verabreichen.

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